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Männer können keine Feministen sein

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 23. April 2010

Im Männer – Manifest der Grünen „Nicht länger Machos sein müssen“ in dem unter anderem zur Befreiung von Rollenzuschreibungen aufgerufen wird, bezeichnen sich die Verfasser als ‚männliche Feministen’. In dieStandard.at nimmt Beate Hausbichler dazu Stellung.

‚Dass es auch Feministen geben kann, wurde von Feministinnen vielfach verneint. Sich für Frauenrechte stark machen und feministische Kritik zu leisten sei Frauen vorbehalten, gehört doch die Positionierung in der Gesellschaft, der Ort, von dem aus kritisiert wird, zu den wesentlichen Analyseinstrumenten von Feministinnen. Und dass Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern von Männern erkannt, benannt und öffentlich kritisiert werden, gehört auch zu den selteneren Phänomenen. Ein weiteres Argument gegen Feministen: Jene, die bestimmte Rechte für sich fordern, sollen für sich selbst sprechen, um nicht neuerlich in die eine oder andere Bevormundungsfalle zu tappen.

Dennoch beschränkt sich die Arbeit des Feminismus nicht nur auf die Befreiung von Frauen, er kann in einem Aufwasch auch eine Lockerung von beschränkenden Rollenzuschreibungen für alle erreichen. …

Letztendlich sind die Forderungen des Männermanifestes aber in keinster Weise neu, müssen sie doch von Feministinnen schon viel zu lange immer wieder aufs Tapet gebracht werden. Neu ist allerdings der eingangs erwähnte Ort, von dem aus diese Forderungen gestellt werden: Vom Standpunkt jener Männer, die sich an emanzipatorischen Politiken beteiligen wollen.’

Quelle

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Ein Kommentar zu “Männer können keine Feministen sein”

  1. Franzjörg Krieg sagt:

    “Nicht länger Machos sein müssen”
    Ich hatte nie den Eindruck, dass ich Macho sein muss. Mir wurde vielleicht gedroht, dass ich das auf keinen Fall sein darf. Diese Bedrohung hat mich aber nie sonderlich beeindruckt oder eingeschränkt. Sie war immer wieder lästig, ja.
    Ich muss mich also nicht dagegen wehren, ein Macho sein zu müssen. Mein Selbstverständnis als Mann ist nicht so sehr vom Urteil von Frauen abhängig wie das derjenigen, die meinen, dieses Manifest unterzeichnen zu müssen.
    Eine Frau ist Bundeskanzlerin. Frauen machen die besseren Bildungsabschlüsse, können Bischöfin werden
    …und können auch als solche wegen Trunkenheit am Steuer aus dem Amt entlassen werden, was bedeutend schwerer wiegt als die Möglichkeit, das Amt zu erhalten.
    … Wir Männer sehen, dass unsere Gesellschaft noch immer von einem tief sitzenden Geist der geschlechtlichen Polarität durchflutet ist, der Frauen auf Weiblichkeit und Männer auf Männlichkeit reduziert. Damit muss endlich Schluss sein. Wir wollen nicht länger Machos sein müssen, wir wollen Menschen sein!
    Ich bin natürlich Mensch wie jede Frau auch. Aber ich bin auch Mann und damit nicht genau dasselbe wie eine Frau. Ich bin nicht nur als Frauen-Mensch ein richtiger Menschen-Mann. Ich will Mann sein können, und dabei einer, den frau sich wünscht, so wie ich eine Frau mir nicht als das Abziehbild eines Mannes vorstelle, sondern eben als Frau. Nur als Mensch wäre sie mir zu viel Neutrum und zu wenig Frau.
    Ich will nicht auf „Männlichkeit reduziert“ werden, sondern in meiner Männlichkeit geachtet werden, so wie ich Frauen gerade in ihrer Weiblichkeit achte.
    Gendergerechter Unisex ist mir zu wenig Sex. Vielleicht wäre etwas mehr Sex für grüne Feministen zu viel. Aber man muss diese geringe grüne Belastbarkeit ja nicht für gut halten und kann solche Gendergerechtheit deshalb auch abwählen.
    Man wird nicht als Mann geboren, man wird dazu gemacht.
    Damit sind wir im Herzen der Gender-Theorie gelandet.
    Versuchen wir doch einmal eine Annäherung:
    Es gibt Erscheinungsformen von Männlichkeit, die hauptsächlich gesellschaftlich bedingt sind und die durch Erziehung und Sozialisation allgemein eingeübt werden.
    Es gibt aber auch Erscheinungsformen von Männlichkeit, die genetisch verhaftet sind und biologischer Bestandteil der männlichen Identität darstellen, so wie es Erscheinungsformen von Weiblichkeit gibt, die eben nicht nur antrainiert sind.
    Wenn wir uns auf eine solche Annäherung verständigen können, ist der ganze Gender-Zirkus, auf Grund dessen ich mich dagegen wehren sollen müsste, endlich nicht mehr Macho sein zu müssen, eine Luftblase. Und für genau diese halte ich sie auch.
    Wenn aber Frauen meinen, dass wir Jungs nur wie Mädchen als Mädchen erziehen und ihnen jede intuitive Männlichkeit abtrainieren müssten, erzeugen wir eben diese „Weicheier“, deren Aufgabe es ausschließlich ist, alles den Frauen recht zu machen, die sie dafür auch noch verhöhnen. Kein Wunder, wenn sie ausrasten und den Macho spielen.
    Ich will auf meine Männlichkeit so stolz sein dürfen wie jede Frau auf ihre Weiblichkeit.
    Und: Was durch Frauen gesellschaftlich verbrochen werden kann, zeigen inzwischen nicht nur die Auswirkungen einer rein feministisch geprägten Familienrechtspraxis.
    Frauen haben durch den Feminismus ihre Möglichkeiten erweitert, Männern steht dieser Schritt noch bevor.
    Den grünen Männern steht er wohl noch bevor. Andere sind schon seit Jahrzehnten dabei.
    Sind die Männer, die öffentlich trauerten und weinten, aber nicht auch diejenigen, die eine Woche später in den Stadien und Fankneipen einen Fußballer als Schwuchtel beschimpfen würden, wenn er sich als homosexuell outet? Oder als Weichei, wenn er ein Jahr Babypause nimmt und seine Frau für den Lebensunterhalt sorgen lässt?
    Und was ist mit den Müttern, die einem Mann verwehren, ein Jahr Babypause zu machen? Ich habe das genau so erlebt und stelle fest, dass die Mutter meiner Töchter nicht die einzige Frau ist, die als Mutter genau weiß, an welcher Stelle sie ihre Privilegien mit Zähnen und Klauen egoistisch verteidigt und dazu auch rücksichtslos die Kinder als Privatbesitz missbraucht.
    Und die sich nicht scheut, im gleichen Atemzug über ihre mannigfaltige Benachteiligung als armes Frauen-Opfer zu klagen.
    Wir als männliche Feministen sagen: Männer, gebt Macht ab! – es lohnt sich.
    OK – jetzt verstehe ich.
    Tragen grüne Feministen auch T-Shirts mit dem Aufdruck: „Ich hasse Penisse!“?
    Genau so wenig wie ich von einer Frau fordere, eine weibliche Maskulistin sein zu müssen, will ich, dass mir zugemutet wird, ein männlicher Feminist sein zu müssen.
    Wenn es schon Feminismus geben muss, dann möchte ich nicht von Frauen in die Rolle diktiert werden, als deren Feigenblatt an deren Label hängen zu müssen. Dann möchte ich gerne Maskulist sein. Und ich beziehe in diese meine Verantwortung als Mann gerne Frauen in das Konzept meiner gesellschaftspolitischen Vorstellungen mit ein. Das ist der genuine Beitrag meines Maskulismus, der damit weit über das feministische Konzept hinaus geht.
    Die Krise ist männlich. …Wir wollen anders leben!
    Wer definiert, dass die Verantwortung von hauptsächlich Männern welt- und gesellschaftspolitisch immer nur männlichen Interessen gedient hat? Wo haben die vielen Frauen in politischer, gesellschaftlicher und ökonomischer Verantwortung inzwischen gezeigt, dass es außer der „bösen männlichen“ auch eine „gute weibliche“ Steuerung gibt, die den Planeten rettet?
    Wo zeigt sich die feministische Trendwende im sich manifestierenden Erfolg?
    Ich sehe diesen Erfolg inzwischen nur dort, wo Frauen uneingeschränkt die Lufthoheit haben: In der Familienrechtspraxis. Und dort muss ich erkennen, dass Frauen an der Macht jede Hemmung verlieren und in einem Maß egomanisch agieren, die unsere Gesellschaft inzwischen psychologisch, ökonomisch, allgemein sozial und ethisch an den Rand des Chaos steuert.
    Das Bild vom männlichen Hauptverdiener schwebt auch hier noch in den Köpfen vieler Personalverantwortlicher.
    Und vor allem in den Köpfen der durch dieses Modell komfortabel versorgten Mütter und Frauen allgemein.
    Ich habe in den über 1000 Beratungsfällen der letzten 10 Jahre noch keine Mutter erlebt, die eine Ideologie der „Entschleunigung“ begrüßt hätte, die am Ende des Monats auch nur 100 Euro weniger Haushaltsgeld abgeworfen hätte. Eine feministische Theorie der Ent-schleunigung ist für Frauen nur so weit gut, wie sie damit die männliche Be-schleunigung als teuflisch bewerten können und soweit sie ihnen selbst keinen Nachteil einbringt.
    Modelle reduzierter Arbeitszeit für Männer bedingen mehr Arbeitszeit für Frauen. Ich erlebe in der Beratung aber eher, dass Frauen gerade nach einer Trennung so sehr auf Heim, Herd und Kind fixiert sind, dass dem Vater nichts anderes übrig bleibt, als – vom Staat dazu gezwungen – vollschichtig anschaffen zu gehen, um danach die Ergebnisse seiner Sklaventätigkeit abgeben zu müssen.
    Und: Besser ausgebildete Mädchen und erfolgreichere Frauen in den besser bezahlten Jobs bedeuten auch mehr Unterhaltszahlerinnen. Denn natürlich sind dann die Hausmänner die primären Bezugspersonen für die Kinder. Und eben diese werden eines Tages mit den Kindern wegziehen und sich, die Kinder und ihre neuen Lebensgefährtinnen von den ständig abwesenden und gut bezahlten Müttern finanzieren lassen, die sie sowieso nie verstanden haben und ihre ständig gesendeten Signale aus der Opferrolle ignoriert hatten.
    Mein Eingangs-Statement auf dem Podium der Uni Hohenheim zum EqualPayDay 2010 lautete:
    “Equal Pay haben wir dann erreicht, wenn die Quote der Unterhalts-Zahlerinnen 50% beträgt.“
    Wir wollen mehr geschlechtersensible Männer in „klassischen“ Frauenberufen…
    Wie sieht für einen GRÜNEN Feminist ein „geschlechtersensibler Mann“ aus?
    Nach allem, was ich hier lese, hätte ich das gerne näher definiert. Ich bin nicht sicher, dass ich pauschal für gut finde, was ein GRÜNER Feminist sich darunter vorstellt.
    Zwei Monate ist ein Arbeitnehmer für den Arbeitgeber zu entbehren, sechs Monate oder länger jedoch verlangen neue Zeit- und Jobmodelle, die wir dringend brauchen – hin auf dem Weg zu echter Gleichberechtigung.
    Ungeteilter Applaus!
    Und wenn die GRÜNEN Maskulistinnen dann noch mitspielen und notfalls sogar Unterhalt an den Papa bezahlen – Klasse!
    Wir sind Grüne Feministen und haben gute Erfahrungen gemacht, Macht und Einfluss zu teilen…. Wir sind keine Dinosaurier mehr. Wir wollen auch keine Alleinernährer sein. Wir wollen weniger Leistungsdruck, bessere gesundheitliche Prävention und mehr wertvolle Zeit. Wir wollen keine Helden der Arbeit sein, wir wollen leben. Wir wollen Macht, Verantwortung und Pflichten teilen und das Korsett alter Geschlechterrollen von uns reißen. Wir wollen neue Perspektiven für Männer im 21. Jahrhundert!
    Tusch!
    Und wir wollen
    – die Kinder
    – den Unterhalt
    – das Haus
    – und die Opferrolle!
    Vielleicht hilft diese Vorstellung den GRÜNEN Feministen, realistisch etwas weiter zu denken. Wir brauchen für diesen Einbruch in Frauendomänen die Frauen, die dafür etwas mehr Verantwortung und Arbeit übernehmen wollen. Ich fürchte, es gibt zu wenig davon. Dann haben die GRÜNEN Feministen aber ein pädagogisches Problem.
    Dies wird verstärkt durch den Trend, der auch vor den GRÜNEN nicht Halt macht, dass inzwischen rund die Hälfte aller Beziehungen mit Kindern zu früh auseinander brechen.
    Das Phänomen Trennung grundsätzlich aus allen gesellschaftspolitischen Überlegungen auszuklammern ist zwar üblich, politisch aber nicht mehr verantwortbar.
    Und dafür brauchen wir Modelle, die ganz unpopulär das Dogma von der Mutter als Kinderbesitzerin in Frage stellen müssen. Ich bin fast jede Woche in einem deutschen Familien-Gerichtssaal. Und was ich dort erlebe, würde jeden GRÜNEN Feministen blass werden lassen.
    Solange die GRÜNEN Feministen dafür keine Modelle haben, solange sie den weiblichen Feministinnen überlassen, was diese als Selbstverständlichkeit und als ihr „natürliches Mutterrecht“ fordern, passt die Blässe gut zu ihnen.

    Ich gebe gerne zu:
    Als ehemaliger treuer rot-grün-Wähler habe ich seit mindestens 10 Jahren ein großes Problem mit der damaligen Wahl meines Herzens.

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