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innovative Unternehmen nutzen die Potenziale aktiver Vaterschaft

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Väter müssen auf moderne Frauen setzen

Erstellt von nelles am 10. März 2010

time. / photocase.com

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Die Gleichstellung der Geschlechter sei in Deutschland noch nicht erreicht. Das liege auch an den Frauen selbst, schreibt Tina Groll zum Weltfrauentag in der Zeit. Der Aufbruch der jungen Väter könne daran etwas ändern und Frauen sollten auf diese Väter setzen.

Nach dem dann in den Artikeln zum Frauentag üblichen Lamento, was sich in den letzten 100 Jahren noch nicht aber in den nächsten Jahren auf jeden Fall ändern müsste, kommt Groll dann zur Sache:

‘Die Geschlechterstereotypen sind so manifest, dass sie auch auf die Partnerwahl durchschlagen. Männer suchen Frauen, die zwar erwerbstätig und unabhängig sein sollen, aber die ihnen nicht überlegen sind. Frauen suchen Männer, die zumindest für eine kurze Zeit die Rolle als Ernährer erfüllen können. Weil die Strukturen der Arbeitsgesellschaft so angelegt sind, dass Kinderbetreuung und Vollzeit-Erwerbsarbeit in den ersten Lebensjahren eines Kindes nur schwer möglich sind, ist es am Ende eine private und ganz wirtschaftliche Entscheidung: Sie steigt eine Weile aus oder reduziert die Arbeitszeit im Job, weil er mehr verdient und sich das Paar das Projekt Familie anders nicht leisten kann. …

Die Frauenbewegung tritt aber auch auf der Stelle, weil die Männer zu zaghaft sind. Natürlich gibt es sie, die Männer in Frauenberufen, die Väter, die ihren Kinder zuliebe auf die Karriere verzichten. Das Elterngeld, durchgesetzt und eingeführt von einer Kanzlerin und einer Familienministerin, hat dazu einen Beitrag geleistet. Die Zahl der Männer in Elternzeit ist seit Einführung auf 20 Prozent angestiegen.

Die jungen Väter suchen eine neue Rolle – als Mann und als Vater. Sie sind die neuen Vorbilder. Sie erobern sich Teilhabe an den weiblichen Bereichen der Gesellschaft. Von diesen Vorbildern gibt es jedoch noch viel zu wenig. Solange die Männer sich nicht auf den Weg machen, werden die Frauen mühsam auf der Stelle treten.’

Ich denke (auch) umgekehrt wird ein Schuh draus. Solange Frauen Partner suchen, die bereit sind die alleinige finanzielle Verantwortung für das Projekt Familie zu übernehmen und selbst von dieser Anstrengung Abstand nehmen zu können, wird sich an den bestehenden Karrieremustern und Erwartungen der Wirtschaft nichts ändern. Die ‚Nomaden’ wie Familienministerin Schröder sie genannt hat, ziehen mit der Karawane weiter. Weiterlesen »

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Von ‚Problembärchen’ ist keine Rede mehr

Erstellt von nelles am 4. März 2010

Lisa Ortgies, die als Moderatorin von frauTV im Abspann des Beitrags über den Männerkongress in Düsseldorf ‚augenzwinkernd’ von Männern als Problembärchen gesprochen hat, geht das Thema in einem Interview mit dem Bonner Generalanzeiger ein ganzes Stück differenzierter an.

‚ … Ortgies: Möglichkeiten, ihre Arbeitszeit und ihre Präsenz am Arbeitsplatz zugunsten der Familie zu reduzieren, gibt es immer noch viel zu wenig – für Frauen und Männer. Ein Grund, weshalb beide Geschlechter in die alte Traditionsfalle tappen, in der beide unzufrieden sind. Und Familien geraten insgesamt wahnsinnig unter Druck, denn sie haben kaum Unterstützung, wenn sie beides leben wollen. Familienpolitische Maßnahmen funktionieren vor allem auf dem Papier und als Absichtserklärung, aber in den Köpfen und Herzen sind die Leute noch nicht so weit. Das muss man ihnen nicht zum Vorwurf machen, man muss es nur bitte auch offen ansprechen. …

Freund: Wie sehen die Rollenbilder von Frauen in Deutschland heute aus?

Ortgies: Wenn Frauen Mütter werden, neigen sie dazu, ihre Rolle anzunehmen, zu sagen, jetzt bin ich eben hauptsächlich Mutter. Dieses Rollenbild beginnt jedoch schon bei der Partnerwahl: Frauen suchen jemanden, der ihnen vom Status, von der Ausbildung überlegen ist. Denn dann ist der Partner ein Garant dafür, dass er die Versorgung der Familie übernehmen kann. Männer hingegen tun das selten. Allein durch die Partnerwahl bringen sich Frauen also in die Situation, in der sie Zuverdiener sind. Bis zum Kinderkriegen ist das Verhältnis ausgeglichen. Kommen aber Kinder, fallen Frauen zurück in ein traditionelles Familienmodell. Und das wird durch das Ehegattensplitting weiterhin subventioniert.

Freund: Und das der Männer?

Ortgies: Es gibt eine Bertelsmann-Studie, die zeigt: je jünger, desto konservativer. Schon 18-Jährige planen ihr Leben als Hauptversorger der Familie. Sie sehen sich als diejenigen, die abends nach Hause kommen zu Frau und Kindern und bekocht werden. Gleichzeitig wird aber von Männern gutgeheißen, dass Frauen mehr arbeiten sollen. Das ist jedoch nur ein oberflächliches Abnicken, denn wenn es um die eigene Entscheidung der Männer geht, einen Break in der Karriere für Kindererziehung einzuplanen, einen Schritt zurückzugehen und auch bereit zu sein, weniger Geld, weniger Status in Kauf zu nehmen, dann sieht das ganz anders aus.

Freund: Das hat aber auch etwas mit der Erziehung zu tun, oder?

Ortgies: Ich finde es verwunderlich, dass alle denken, die Einstellungen ließen sich in zehn, zwanzig Jahren auf den Kopf stellen. Die jungen Männer, die in der Studie befragt wurden, sind in traditionellen Familien aufgewachsen. Was uns am meisten prägt, ist natürlich das Vorbild zu Hause. Wenn ich als junger Mann eine Mutter habe, die mich versorgt, dann habe ich auch die Vorstellung, dass meine Partnerin dies weiter tun wird. Und so gehen sie auch raus ins Leben.

Freund: Ist denn die Elternzeit ein Instrument für mehr Gleichberechtigung?

Ortgies: Tatsache ist, dass die Zahl der deutschen Väter, die Elternzeit nimmt, mit 18 Prozent lächerlich gering ist, wenn man sie mit dem skandinavischen Ausland vergleicht. … Das liegt auch an der Denkweise der Chefs. Denn wenn Väter mehr als die sechs bis acht Wochen Elternzeit nehmen wollen, ist das immer noch ein Problem. Das gilt erst recht für Führungskräfte. …’

Quelle

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Männer in der Krise?

Erstellt von nelles am 2. März 2010

„Wann ist ein Mann ein Mann?“, fragte Herbert Grönemeyer in seinem „Männer“-Song. Diese Frage trieb auch die Teilnehmer des ersten Männerkongresses um, der vor kurzem an der Uni Düsseldorf stattfand. Das „starke Geschlecht“ schwächelt, so hat es den Anschein. Laut Statistik sterben Männer rund fünf Jahre früher als Frauen und neigen eher zum Selbstmord. Jungen brechen häufiger die Schule ab als Mädchen, haben die schlechteren Noten und machen seltener Abitur. Auch wenn es darum geht, eine Beziehung zu beenden, haben heutzutage die Frauen das Sagen. Sind die Männer in der Krise – obwohl sie im Schnitt immer noch mehr verdienen, eher Karriere machen und die Chefsessel erobern? west.art am Sonntag macht die Männer zum Thema.

100 Jahre Frauenbewegung hat das Geschlechterverhältnis von Grund auf verändert. Die moderne Frau ernährt sich selbst und zieht im Zweifelsfall ihre Kinder allein groß. Vor allem die Emanzipationsbestrebungen der letzten 40 Jahre haben die alten Rollenbilder außer Kraft gesetzt. Während die Frauen neue Regeln des Zusammenlebens formulierten, gingen die Männer in die Defensive. Bis heute sind sie hin- und hergerissen zwischen den unterschiedlichen Ansprüchen, wollen weder Macho noch Weichei sein und suchen nach ihrer Identität. Brauchen wir eine Männerbewegung und einen Männerbeauftragten? Wo finden Jungen in der von Frauen dominierten Welt der Kitas und Grundschulen männliche Vorbilder? Was erwarten Frauen von Männern? Und wie lassen sich weibliche und männliche Lebensentwürfe vereinbaren? Weiterlesen »

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Der neue Mann

Erstellt von nelles am 28. Februar 2010

… ist das Schwerpunktthema in der aktuellen Ausgabe der männer zeitung. In seinem Editorial schreibt Ivo Knill:

‚Der neue Mann, das ist einer, der selbstbestimmt, partnerschaftlich, frei und verantwortungsvoll lebt. Neue Männer wollen Frauen auf Augenhöhe und Sex mit Lust. Sie wollen Kinder nicht nur haben, sondern auch erleben. Sie wollen in der Arbeit aufgehen, aber nicht untergehen. Die Sorge für sich und die Sorge für andere gibt ihrem Leben Sinn und Gehalt. Sie nehmen ihr Leben ernst und vergessen darüber das Spiel nicht.

Wo ist der neue Mann zu finden? Ist er die Ausnahme, auf die wir noch lange warten? Einerseits ja: Nur fünf von hundert Vätern können sich dank Teilzeitarbeit mehr Zeit für ihre Kinder nehmen, wenn diese klein sind. Der neue Mann lebt im Zeitalter der Emanzipation, aber er lebt noch weitgehend dasselbe Ernährermodell wie sein Vater.

Anderseits zeigen aktuelle Studien und Umfragen, dass der neue Mann mental schon längst die Regel und nicht die Ausnahme ist: Die überwiegende Mehrheit der Männer strebt einen gleichberechtigten und partnerschaftlichen Lebensentwurf an. Sie und ihre Partnerinnen scheitern nicht an einer überholten Denkweise, sondern an einer rückständigen Familienpolitik.

Wenn die Rolle der Männer neu werden soll, braucht es neue gesellschaftliche Rahmenbedingungen: Teilzeitarbeit, Steuerentlastung, Elternschaftsurlaub. Der neue Mann ist ein Programm, das noch weit von seiner Erfüllung entfernt ist.’

Im Einzelnen gibt es in der neuen männer zeitung folgende Beiträge zum Schwerpunkt:

Skizzenbuch: Fiktive, reale, poetische und nüchterne Entwürfe zum modernen Mann. Mann, Geld, Familie und Rolle Weiterlesen »

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Neue Männer – Muss das sein?

Erstellt von nelles am 20. Februar 2010

… lautete der Titel des Männerkongresses, der Freitag und Samstag in der Düsseldorfer Heinrich Heine Universität stattfand und mit über 300 Teilnehmenden sehr gut besucht war. Das Durchschnittsalter der Vortragenden, zur Hälfte emeritierte Professoren wie Walter Hollstein und Gerhard Amendt lag bei 60, das der Besucher bei ca. 50 Jahren. Die neuen Männer bzw. neuen und jungen Väter und ihre Partnerinnen fühlten sich wohl kaum angesprochen oder wurden durch den nicht gerade geringen Kotenbeitrag von 190,- € abgehalten.

Schon bei den Begrüßungsansprachen durch den Rektor und die Gleichstellungsbeauftragte der HHU wurde deutlich, dass der zweite Teil des Titels auch noch eine andere Bedeutung gewonnen hatte. Im Vorfeld hat es wohl neben spöttischen Bemerkungen in feministischen Internet-Foren auch massiven Druck gegeben, wenn schon nicht den Kongress abzusagen, so doch den Auftritt von Gerhard Amendt zu verhindern.

Der ist mit seinen Thesen, ‚Gewalt in Beziehungen werde gleichermaßen von Männern und Frauen ausgeübt und Frauenhäuser müssten aufgelöst werden’ zum personifizierten Feindbild avanciert. Den im Vorfeld ausgesprochenen Drohungen entgegnete der Veranstalter mit Security Personal und einem Bodyguard für Amendt.

In seinem Vortrag, stellte Amendt die Ergebnisse seiner Scheidungsväter Studie in den Vordergrund und ging nur am Rande und sprachlich ‚sehr abgerüstet’ auf die Forschungsergebnisse seines Kollegen Murray A. Straus, ging er nur am Rande ein, ‚das darf man hier doch wohl sagen’. Dem projizierten Feindbild wurde er nicht gerecht.

So beklagte sich eine junge Kollegin, die in der Familienbildung tätig ist, auch nicht über Amendts Behauptungen sondern über die Tatsache, dass Hollstein bei seiner Aufzählung, dass Männer nach wie vor in Risikoberufen tätig sind und die Zahl der Berufsunfallopfer im Verhältnis 99 Männer zu 1 Frau verteilt sind, nicht erwähnte das Frauen überwiegend in gering bezahlten Reinigungsjobs beschäftigt sind. Dass Frauen auch Täterinnen sind weiß sie aus eigener Erfahrung. Weiterlesen »

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Wie reagieren angehende Väter auf Fehlgeburten?

Erstellt von nelles am 5. Februar 2010

Eine Studie der Universität Witten/ Herdecke hat erforscht, wie Männer auf Fehlgeburten ihrer Partnerinnen reagieren. Bisher sind dazu fast ausschließlich Frauen befragt worden. Auf einer Internetseite konnten Männer ihre Gefühle und Emotionen anonym beschreiben.

Die Studie wurde von Christoph Hemcke, Oberarzt für Frauenheilkunde an den Städtischen Kliniken Dortmund, geleitet. Er kennt daher die Situation nur zu gut: „Als Arzt konzentriere ich mich in der Akutsituation einer Krise in der Schwangerschaft natürlich auf die Frau, sowohl medizinisch wie mitmenschlich.

Die Männer müssen dann sehen, mit wem sie reden können.“ Und das hat er nun in seiner Doktorarbeit an der Universität Witten/ Herdecke erforscht. Bislang lagen – wenn überhaupt – nur veraltete Studien vor. „Es gibt keine Betreuungsangebote, keine Selbsthilfegruppen, wir wissen nicht, wie Männer den Verlust eines ungeborenen Kindes verarbeiten. Das wollten wir herausbekommen“, beschreibt Hemcke seinen Ansatz.

Die Studie ist abgeschlossen und die Ergebnisse gibt es hier.

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Männerdiskriminierung – gefühlt oder gemessen?

Erstellt von nelles am 3. Februar 2010

Das Thema Diskriminierung von Jungen und Männern ist dieser Tage nicht nur eines der Medien. Im Februar findet in Düsseldorf ein Männerkongress ‚Neue Männer – muss das sein?’ statt, im vergangenen Dezember hat sich in Berlin der Verein Agens gegründet, der in seinem Berliner Mannifest unter anderem schreibt ‚Es darf nicht länger nur der feministische Mann der politisch „erlaubte“ Mann sein’ und ‚die wachsenden Bildungsdefizite der Jungen mit Folgen einer Kriminalisierung und/oder Radikalisierung erfordern eine identitätsbildende männliche Solidarität’.

Ivo Knill Chefredakteur der Schweizer Männerzeitung und Lehrer an einer Berufsschule hat sich dem Thema gemeinsam mit denen angenähert, die von anderen leichtfertig zu Verlierern gemacht werden. Im aktuellen Medienspiegel der männerzeitung beschreibt er eine Begebenheit aus seinem Unterricht:

‚Als moderner Mann bin ich auch ein balancierender Mann. Zwischen meinem Beruf als Lehrer und dem als Redaktor gibt es befruchtende Wechselwirkungen, weil meine Schüler zur Hauptsache junge Männer sind. So habe ich einen sehr eindrücklichen Einblick in die Sichtweise von heutigen jungen Männern.

Kürzlich habe ich mit einer Klasse von angehenden Informatikern ein Interview von Walter Hollstein diskutiert, das diesen Januar im Tagesanzeiger und im Bund erschienen ist. Männer seinen diskriminiert, hält Hollstein fest, und zwar bei ‚bei der Gesundheit, im Sorgerecht, bei der AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung) oder dem Militärdienst. Dem Zeitgeist entsprechend ist das Weibliche heute mehr wert als das Männliche.’

Ich fragte die Schüler: Männer arbeiten ein Jahr länger bis zur Pensionierung, sie sterben früher, sie leisten ein Jahr Zwangsarbeit im Militär und bei der Scheidung bezahlen sie die Rechnung – sind Männer also diskriminiert? Die Antworten kommen zögernd. So richtig diskriminiert will sich niemand fühlen. So etwas tut man doch nicht als Mann, das ist doch feige. Der Mann, auch wenn er ein hartes Leben hat, trägt das doch.

Ich finde, in dieser Grundhaltung steckt das Bild vom Mann, der trägt, schützt und stark ist. Das ist achtenswert. Zu lernen ist aber für uns Männer vielfach noch, dass wir stärker sein können, wenn wir uns mit dem auseinandersetzen, was unseren Möglichkeiten im Weg steht. Um unserer Stärke willen müssen wir dafür sorgen, dass Beziehungen halten, dass Väter beim Sorgerecht nicht am kürzeren Hebel sitzen, Männer ihren Job nicht mit der Gesundheit bezahlen und der Dienst am Vaterland nicht ohne Anerkennung bleibt. Werde ich den Schülern nächste Woche hinter die Ohren schreiben.’

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Die neue Ökonomie der Heirat

Erstellt von nelles am 19. Januar 2010

Amerikanische Männer profitieren von einer Heirat, weil die Frauen besser ausgebildet sind und mehr Geld verdienen als sie selbst. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Pew Research Centers. Die Forscher verglichen Einkommen und Bildungsabschlüsse zwischen 1970 und heute.

In diesen 40 Jahren haben die amerikanischen Frauen die Männer sowohl bei Bildung als auch bei der Einkommensentwicklung überholt. Heute sind demnach mehr Männern mit Frauen verheiratet, deren Ausbildung besser und deren Einkommen höher ist als das der Männer.

“Aus ökonomischer Sicht haben diese Trends dazu beigetragen, dass sich die Geschlechterrollen umgekehrt haben, was den Zugewinn aus der Ehe angeht”, schreiben die beiden Autoren der Studie, Richard Fry und D’Vera Cohn. Früher hätten relativ wenig Frauen gearbeitet, so dass eine Heirat den ökonomischen Status der Frauen mehr gehoben habe als den Männer. In den vergangenen Jahrzehnten hätten dann jedoch zunehmend die Männer von einer Heirat profitiert.

Als einen Indikator für ihre These führen die Autoren das mittlere Haushaltseinkommen an, das zwischen 1970 und 2007 für verheiratete Männer sowie verheiratete Frauen und unverheiratete Frauen jeweils um rund 60 % gestiegen sei. Haushalte unverheirateter Männer hätten dagegen nur einen Anstieg von 16 % verzeichnet.

Da gerate ich glatt in Versuchung, die ketzerische Frage zu stellen wo die ‚bösen’ Arbeitgeber geblieben sind, die den gut qualifizierten Frauen bis zu 30 % weniger Geld zahlen. Das suggerieren ja die Zahlen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern. Und was mich natürlich auch noch interessiert ist, was sich außer dem monetären Zugewinn noch alles am Rollenverständnis ändert. Getreu des alten Satzes ‚das Sein bestimmt das Bewusstsein’.

Die komplette Studie gibt es auch als pdf Datei.

Quelle

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‚Alte Rollenbilder belasten heutige Beziehungen’

Erstellt von nelles am 10. Januar 2010

Die nach wie vor unausgewogene Aufgabenverteilung zwischen Mann und Frau bei Haushalt und Kinderbetreuung ist Hauptgrund für die Unzufriedenheit in Paarbeziehungen und sogar “Beziehungskiller Nummer eins”. Darauf wies der Wiener Theologe, Psychotherapeut und Geschlechterforscher Erich Lehner am Schlusstag der diesjährigen Pastoraltagung zum Thema “Beziehung leben zwischen Ideal und Wirklichkeit” in Salzburg hin.

Das überkommene Beziehungsmodell, wonach der Mann Familienernährer, seine Partnerin Hausfrau und “Teilzeitzuarbeiterin” ist, sei nach  wie vor “eingegraben in gesellschaftliche Strukturen” und enge individuelle Lebensgestaltungsmöglichkeiten stark ein, so Lehner.  Diese Strukturen gelte es in Gesellschaft und Kirche zu überwinden,  um Beziehungen leichter glücken zu lassen.

Als veränderungshemmend zeigte der an der Universität Klagenfurt lehrende Geschlechterforscher etwa die vorfindliche Arbeitswelt auf,  die von “verfügbaren Männern” ausgehe; ähnlich hemme, dass im Bereich der Bildung das Üben der Schulkinder in den familiären Bereich verwiesen werde, aber auch ein traditionelles Mutterbild, das die alleinige Versorgung der Kleinkinder durch die Mutter als  entscheidend für deren gesunde Entwicklung postuliere.

Studien  würden demgegenüber klar aufzeigen, dass die zusätzliche Präsenz des Vaters den Start eines Kindes ins Leben deutlich erleichtere. Wenn Mutter, Vater und Kind eine Dreiecksbeziehung (”Triade”) ermöglicht werde, erlangten die Kinder eine höhere kognitive und soziale Kompetenz, erklärte Lehner.

Der Wissenschaftler zeigte anhand aktueller Studien auf, dass in  Österreich partnerschaftlich gestaltete Beziehungen im Sinne von “halbe-halbe” eine “extrem seltene” Lebensform darstellen. Die zwei Millionen österreichischen Paare teilen sich die Hausarbeit im  Durchschnitt wie folgt auf: Bei 57 % der Paare ist allein die  Frau zuständig, bei 28 % sind es beide Partner, in 12 % hilft der Frau eine dritte Person. Auch wenn beide Partner  voll berufstätig sind, ändert sich diese Verteilung nur unwesentlich  zugunsten der Frauen. Im Blick auf die Kinderbetreuung ist in 36 % der Paare die Mutter alleinverantwortlich, 54 % teilen  sich die Verantwortung – wobei Väter mehr spielen als sich um den  Haushalt zu kümmern.

Von den Frauen geäußerte Unzufriedenheit mit dieser  Aufgabenverteilung würden von ihren männlichen Partnern oft so lange “überhört”, bis die Frauen nur mehr in einer Trennung die Chance auf  Verbesserung sehen. “Die Männer sind oft erst dann  veränderungsbereit, wenn es schon zu spät ist”, sagte Lehner. Für das Gelingen von Partnerschaften seien Status, Sexappeal und sogar  Liebe weniger wichtig als Kompetenz bei der Konfliktlösungen und Stressbewältigung.

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‚Liebe ist die Fantasie, …

Erstellt von nelles am 4. Januar 2010

dass der andere einem die Großartigkeit widerspiegeln möge, die man in sich selbst verspürt.’

Im Gespräch mit Andrea Seibel und Judith Luig äußert sich der Soziologe Gerhard Amendt in der heutigen Ausgabe der Welt über Männer, Frauen, Feminismus und Opferkategorien.

‚ … Die Welt: Was ist denn der Unterschied zwischen Feminismus und Frauenbewegung?

Amendt: Die Frauenbewegung stand für zweierlei: die Selbstermächtigung der Frau, die Amerikaner sprachen von Empowerment, und für die streitbare Veränderung der Beziehungen zwischen Männern und Frauen. Der Feminismus steht für das Gegenteil: Er ordnet alle Frauen irgendeiner Haupt- oder Unterkategorie von Opfern zu. Macht wird ihnen abgesprochen. Die Männer hingegen werden letztlich einer kollektiven Henkerkategorie zugerechnet. …

Die Welt: Was ist das größte Missverständnis zwischen Mann und Frau?

Amendt: Dass Männer meinen, sie müssten weiterhin die Frauen so versorgen, wie sie das menschheitsgeschichtlich getan haben. Und das größte Missverständnis der Frauen ist, wenn sie meinen, der Mann könne die Väterlichkeit nur dann sinnvoll entwickeln, wenn er sich so verhält, wie sie als Mutter sich verhalten. An diesen Missverständnissen reibt sich vieles. Untersuchungen zeigen, dass Männer Frauen nicht diskriminieren wollen, sondern meinen, sie müssten sie beschützen. Wenn Frauen heute durch die Bank als Opfer beschrieben werden, setzt das paradoxerweise die tradierte Versorgermentalität der Männer abermals in Bewegung. Eine Frau, die als Opfer auftritt, ruft einen Mann auf, ihr zu Hilfe zu eilen. Und das ist genau das, was Frauen nicht brauchen. …

Die Welt: Wie definieren Sie Liebe? Weiterlesen »

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