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Perspektiven von Vätern auf Gleichstellungs- und Familienpolitik

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 18. März 2024

… aktuelle Informationen und Termine zur Arbeit mit Vätern

Das neue Jahr ist schon fast drei Monate alt, Ostern und die Zeitumstellung stehen an und die freien Tage können Sie hoffentlich zum Durchatmen nutzen.

Dass dies dringend notwendig ist, zeigt eine Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse. Demnach fühlen sich aktuell 62 Prozent der Eltern mit minderjährigen Kindern häufig oder sogar sehr häufig gestresst. Genau zwei Drittel sagen darüber hinaus, der Stress habe in den vergangenen ein bis zwei Jahren zugenommen.
Eine weitere Folge dieser Entwicklung ist, dass die Geburtenrate von 1,57 Kindern pro Frau im Jahr 2021 auf rund 1,36 im Herbst 2023 gefallen ist. Auch diese Entwicklung wird mit der Fülle an Krisen und der damit einhergehenden Verunsicherungen erklärt.
Mit Blick auf Väter beunruhigt uns eine weitere Krise besonders: Im Januar berichtete die Financial Times, dass Männer zunehmend konservativer wählen. Sie erleben die Fortschritte in Sachen Geschlechtergerechtigkeit nicht als Chance und Gewinn für sich, sondern offensichtlich zunehmend als Bedrohung. Dies war für uns Anlass in der gerade abgeschlossenen Kurzbefragung nach Hintergründen zu fragen.

Väterperspektiven auf Gleichstellung und Familienpolitik

Beim nächsten Werkstattgespräch am 11. April, um 15:30 Uhr, werden die Ergebnisse der Kurzbefragung zu dem Blick von Vätern auf Gleichstellungs- und Familienpolitik vorstellen.
Der Vorsitzende der LAG-Väterarbeit Hans-Georg Nelles wird gemeinsam mit Dietmar Fleischer, der im Gleichstellungsbüro der Stadt Essen die Männer- und Väterbelange vertritt, diese in aktuelle politische Auseinandersetzungen wie zum Beispiel die ‚Vaterschaftsfreistellung‘ aka Familienstartzeit aber auch in die Diskussionen um Unterhalts- und Kindschaftsrecht einordnen.
Dabei werden auch andere aktuelle Befragungen wie die von Plan International aus dem Sommer 2023 und Studien wie die vom Bundesforum Männer einbezogen.
Bitte merken Sie den Termin vor oder melden sich jetzt schon hier an.

Familienstartzeit

Die politische Diskussion um die ‚Vaterschaftsfreistellung‘ entwickelt sich zu einer unendlichen Geschichte. Der Referentenentwurf befindet sich seit über einem Jahr in der Ressortabstimmung.
Um so mehr freuen wir uns darüber, dass Unternehmen von sich aus die Initiative ergreifen und ihren Beschäftigten diese wichtige Zeit mit den Kindern ermöglichen.
Gerade hat die Funke Medien Gruppe angekündigt, allen Partner*innen von Müttern innerhalb der ersten 6 Wochen nach der Geburt 10 Tage Familienstartzeit zu bezahlen.
Zu Beginn des Jahres war Henkel mit dem Angebot von acht Wochen bezahlter Freistellung ‚vorgeprescht‘. Bei der Lokalzeit des WDR am 25. Januar konnten wir die positiven Wirkungen dieses Vorhabens erläutern.

Alle Beiträge und weitere Terminhinweise finden Sie auf der Webseite www.lag-vaeterarbeit.nrw

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Der Einfluss von Vätern auf die Entwicklung ihrer Kinder

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 13. Februar 2024

Kinder, die in ihrer Kindheit und Jugend aktive und engagierte Väter haben, profitieren in ihrem weiteren Leben davon. Das Fatherhood Project, ein gemeinnütziges Väterprogramm in den Vereinigten Staaten, das die Gesundheit und das Wohlergehen von Kindern und Familien verbessern will, hat die Auswirkungen des väterlichen Engagements in den verschiedenen Entwicklungsphasen der Kindheit untersucht.

Das sind die10 wichtigsten Fakten, die im Rahmen der Forschungsarbeiten über väterliches Engagement zusammengetragen wurden:

  1. Väter und Kleinkinder können eine ebenso enge Bindung eingehen wie Mütter und Kleinkinder. Wenn beide Elternteile mit dem Kind zu tun haben, sind Säuglinge von Anfang an an beide Elternteile gebunden.
  2. Die Einbindung des Vaters hat positive Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes, wie z. B. einer besseren Gewichtszunahme bei Frühgeborenen und einer höheren Stillrate.
  3. Die Einbeziehung des Vaters durch eine autoritative Erziehung (liebevoll und mit klaren Grenzen und Erwartungen) führt zu besseren emotionalen, akademischen, sozialen und verhaltensbezogenen Ergebnissen bei den Kindern.
  4. Kinder, die eine enge Beziehung zu ihrem Vater haben, gehen mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit aufs College oder finden nach der Highschool einen festen Arbeitsplatz, haben eine um 75 % geringere Wahrscheinlichkeit einer Teenagergeburt, eine um 80 % geringere Wahrscheinlichkeit, ins Gefängnis zu kommen, und eine um die Hälfte geringere Wahrscheinlichkeit, an Depressionssymptomen zu leiden, als Kinder, die dies nicht haben.
  5. Väter spielen eine entscheidende Rolle in der kindlichen Entwicklung. Die Abwesenheit des Vaters wirkt sich negativ auf die Entwicklung vom frühen Säuglingsalter über die Kindheit bis ins Erwachsenenalter aus. Der psychologische Schaden, der durch die Abwesenheit des Vaters in der Kindheit entsteht, bleibt ein Leben lang bestehen.
  6. Die Qualität der Vater-Kind-Beziehung ist wichtiger als die Anzahl der gemeinsam verbrachten Stunden. Auch getrennt erziehende Väter können sich positiv auf das soziale und emotionale Wohlbefinden der Kinder sowie auf die schulischen Leistungen und die Verhaltensanpassung auswirken.
  7. Ein hohes Maß an väterlichem Engagement ist mit einem höheren Maß an Kontaktfreudigkeit, Selbstvertrauen und Selbstbeherrschung der Kinder verbunden. Bei Kindern mit engagierten Vätern ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie sich in der Schule auffallen oder in der Pubertät riskante Verhaltensweisen an den Tag legen.
  8. Die schulischen Leistungen von Kindern mit engagierten Vätern sind deutlich besser und die Wahrscheinlichkeit, eine Klasse zu wiederholen, ist um 33 % geringer als bei Kindern ohne engagierte Väter.
  9. Väterliches Engagement reduziert die Häufigkeit von Verhaltensproblemen bei Jungen und verringert gleichzeitig die Kriminalität und die wirtschaftliche Benachteiligung in einkommensschwachen Familien.
  10. Das Engagement von Vätern verringert psychologische Probleme und die Depressionsrate bei jungen Frauen.

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Das Kind kriegst du nicht – Eltern im Scheidungskampf

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 7. Februar 2024

Etwa eine Million Kinder in Deutschland haben keinen Umgang mit ihren Vätern oder Müttern, weil der andere Elternteil dies nicht zulässt. Der Film erzählt vom Schicksal der Eltern, die nach der Trennung von Partnerin oder Partner ihre Kinder gar nicht oder nur sehr selten sehen dürfen. Sie wurden aus dem Leben der Kinder gestoßen – trotz eines gemeinsamen Sorgerechts. Eine existenzielle Lebenskrise, vor der die Betroffenen fassungslos und ohnmächtig stehen. Die Geschichten aus dem Jahr 2012 haben nichts an Aktualität eingebüßt. Die Eltern stehen exemplarisch für viele Tausende heute.

Am Ende kommt des Beitrags kommt eine Mutter zu Wort, die selbst entfremdet hat und ihren Fehler, der auf verletzten Gefühlen basierte, einsieht.

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Wenn Eltern sich trennen – Wie weiter mit der Familie?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 30. Januar 2024

30.000 Kinder jährlich erleben in der Schweiz, wie sich ihre Eltern trennen. Was können Eltern machen, damit der Bruch für ihre Sprösslinge nicht arg belastend ist? SRF rec.-Reporter Donat Hofer trifft Familien und bekommt einen intimen Einblick in unterschiedliche Modelle.


In Biel trifft Donat Hofer eine Familie, die im sogenannten Wechselmodell lebt. Die Eltern teilen sich die Betreuung der Kinder zu gleichen Teilen. Aufgrund unüberbrückbarer Meinungsverschiedenheiten haben die Eltern den Kontakt zueinander auf ein Minimum reduziert. Eine andere Strategie haben Anneka und Sam; sie leben das sogenannte Nestmodell. Ein Elternteil lebt jeweils eine halbe Woche mit den Kindern in der Familienwohnung. So müssen die Kinder nicht zwischen zwei Haushalten pendeln. In Rapperswil besucht Donat eine Familie, die trotz Trennung im selben Haushalt lebt. «Wir sind wie beste Freunde.» Die unterschiedlichen Modelle haben etwas gemeinsam: Im Fokus steht das Wohl des Kindes.

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Wir wollen Angebote für Väter machen, aber

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 19. Januar 2024

Newsletter 2024-01

… finden einfach keine Kursleiter, die diese durchführen können.
In den letzten Monaten erreichen uns immer mehr Anfragen und Hilferufe mit diesem Inhalt. Väter in KiTas und Familienzentren fragen vermehrt nach Möglichkeiten, sich mit anderen Vätern mit und ohne Kinder auszutauschen und zu vernetzen und sich fachlich begleitet in der Familienbildung inhaltlich mit ihren Themen und Fragen auseinanderzusetzen.
Um diese Nachfrage zu bedienen gibt es momentan bei weitem zu wenig ausgebildete ‚Väterarbeiter‘. Das ist ein Hindernis, die Gründe für die Misere sind auch bekannt. Es gibt zu wenig Geld und Stellen im System und die gezahlten Honorare sind nicht Anreiz genug, in diesem Bereich tätig zu werden.
Die LAG-Väterarbeit berät und unterstützt sie dabei, diesem Dilemma zu entkommen und gute Angebote für Väter in Ihrer Einrichtung umsetzen zu können.
Darüber hinaus stellen wir in den nächsten Wochen Möglichkeiten und Angebote vor, wie sich Väter selbst Räume und Möglichkeiten eröffnen, digitale im Netz und auch reale. Lassen Sie sich überraschen.

Die Vaterschaftsfreistellung lässt weiter auf sich warten

Das ‚Familienstartzeitgesetz‘, das eigentlich zum 1. Januar 2024 in Kraft treten sollte, lässt weiter auf sich warten. Mit dem Gesetz, dass die in der EU Vereinbarkeitsrichtlinie von 2019 vorgesehene, und auch im Koalitionsvertrag vereinbarte ‚Vaterschaftsfreistellung‘ umsetzen, eine partnerschaftliche Aufgabenteilung in Familien fördern, Erwerbstätigkeit von Müttern erhöhen, sowie die Regeneration der Mutter nach der Geburt unterstützen soll, ist immer noch in der Ressortabstimmung.
Wir sind der Überzeugung, dass eine Freistellung nach der Geburt ohne finanzielle Einbußen für Väter eine nachhaltige Wirkung im Sinne von mehr Gleichberechtigung ausgeht. Vor und unmittelbar nach der Geburt eines Kindes stellen Paare zentrale Weichen für ihre Aufgabenteilung bei Familien- und Erwerbsarbeit. Da diese Aufteilung für lange Zeit beibehalten wird, hat die Entscheidung große Tragweite für die weitere Erwerbsbiografie, die Partnerschaftsqualität und die Beziehung von Vätern zu ihren Kindern.

Änderungen beim Elterngeld

Um die Sparvorgaben zu erfüllen und eine Kürzung des Elterngeldes für alle Eltern zu verhindern, haben sich die Koalitionsfraktionen auf folgende Änderungen beim Elterngeld verständigt:
Die Grenze des zu versteuernden Einkommens, ab der der Anspruch auf Elterngeld entfällt, wird zum 1. April 2024 für Personen mit gemeinsamen Elterngeldanspruch auf 200.000 Euro festgelegt. Zum 1. April 2025 wird die Einkommensgrenze für Paare noch einmal moderat auf 175.000 Euro gesenkt.
Die Möglichkeit für Väter und Mütter, das Elterngeld parallel zu beziehen, wird ebenfalls neu geregelt. Ein gleichzeitiger Bezug ist künftig nur noch für maximal einen Monat bis zum 12. Lebensmonat des Kindes möglich. Ausnahmen für den parallelen Bezug gibt es beim ElterngeldPlus, beim Partnerschaftsbonus sowie bei Mehrlingen und Frühchen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Vaterwelten – ein Ort zum Ankommen, Verstehen und dem Austausch für Väter

‚Wir sind der Zunder, der das digitale Lagerfeuer entfacht‘ Die Mission der drei Gründer Heiner Fischer, Martin Noack und Gunter Beetz ist es, Väter auf ihrem Weg zur aktiven Vaterschaft zu unterstützen und dabei zu beraten, ihre Balance zwischen Beruf und Familie zu finden.
Sie engagieren sich leidenschaftlich dafür, Männer in ihrer Vaterrolle zu stärken, damit ihre Partnerinnen ebenfalls ihre berufliche Entwicklung verfolgen können. Vaterwelten ist ein Ort für Vernetzung, Austausch, Wachstum und so viel mehr.

Welche Angebote sie in den letzten beiden Jahren dazu entwickelt haben, welche Rolle Familienbildung und -beratung dabei spielt und wie auch die Mitglieder und Partner der LAG-Väterarbeit von dem Angebot profitieren können, haben Heiner und Gunter am 6. Dezember im letzten Werkstattgespräch dieses Jahres präsentiert.

Einen kurzen Bericht zu der Veranstaltung finden Sie hier, wenn Sie die Videoaufzeichnung sehen möchten und mehr über Vaterwelten erfahren möchten, klicken Sie bitte hier.

Kurzumfrage Väterpolitik

Positive Einstellungen von Männern zu Gleichstellung haben seit 2015 von 79% auf 84% nochmals zugenommen. Jedoch sind nur 14% der Männer der Überzeugung, dass die Gleichstellung von Frauen und Männern bereits erreicht ist. Im Gegenteil, mehr als zwei Drittel der Männer sind der Ansicht, dass sich Gleichstellungs- und Familienpolitik zu wenig mit den Bedürfnissen und Anliegen von Männern und Vätern befasst. Wie schätzen Sie das ein?

https://de.surveymonkey.com/r/vaeterpolitik

Aktuelles aus der (Väter-) Forschung

Vatersein in Österreich – Eine empirische Untersuchung im multi-methoden Design

Die Basis der vorliegenden Studie bilden eine Befragung von 500 Vätern, 250 Müttern und 250 Jugendlichen sowie Fokusgruppen und eine Aufarbeitung des Forschungsstandes. Aktive Vaterschaft wurde durch Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten und das tatsächliche Engagement gemessen. Die Analyse umfasst das Ausmaß, begünstigende und hinderliche Faktoren aktiver Vaterschaft sowie Wünsche an und von Vätern und an die Politik.

Kinderwunsch und Lebenszufriedenheit – Zur Bedeutung eigener Kinder für ein erfülltes Leben

Basierend auf Gruppendiskussionen und biographischen Interviews mit Frauen und Männern analysiert diese Studie soziale Normen und individuelle Bedeutungen rund um Lebenszufriedenheit und eigene Kinder. Sie zeigt, dass der Kinderwunsch normativ erwartet und mit Normen guter Mutterschaft und Selbstverantwortung verknüpft ist. Dies zieht ungleiche Herausforderungen für Frauen und Männer nach sich.

Arbeitsteilung in Partnerschaften

Wie teilen Paare die Haushaltstätigkeiten auf? Welche Vorstellungen haben Jugendliche? Und weshalb kann man auch mit einer als ungerecht empfundenen Aufteilung zufrieden sein? Dazu wurden in einer Online-Erhebung 1.577 Personen zwischen 16 und 88 Jahren befragt.

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Warum der Vater ins Abseits gerät

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 16. Januar 2024

Eine Kindes­wohl­ge­fähr­dung fest­zu­stellen, ist für die abklä­renden Sozi­al­ar­bei­tenden anspruchs­voll. Selina Stein­mann hat in ihrer Abschluss­ar­beit für den Master in Sozialer Arbeit Abklä­rungs­be­richte analy­siert und fest­ge­stellt, dass oft nicht das Kind im Fokus steht, sondern in erster Linie die Mutter. Ein Grund dafür sind die Rollen­bilder in den Köpfen der Abklä­renden.

«Trotz zehn Jahren KESB sind Kindes­wohl­abklärungen bis heute unein­heit­lich und wenig trans­pa­rent», sagt Selina Stein­mann. Sie arbeitet als Sozi­al­ar­bei­terin und führt Mandate im Kindes­schutz. 2022 hat sie das Master-Studium in Sozialer Arbeit an der Hoch­schule Luzern abge­schlossen. In ihrer Master-Arbeit unter­suchte sie Abklärungs­be­richte zu Kindes­wohlgefährdungen und ging dabei der Frage nach, welches impli­zite Wissen in den Entschei­dungs­pro­zessen erkennbar ist.

Unre­flek­tierte Rollen­bilder entscheiden mit

Bis heute fehlten verbind­liche Qualitätsstan­dards für Abklärungs­pro­zesse, bedauert die junge Aargauerin. Die von ihr analy­sierten Texte der Abklärenden seien alltags­sprach­lich gehalten und es scheine wenig sozi­al­ar­bei­te­ri­sches Fach­wissen durch. Sie konnte heraus­ar­beiten, dass die Entschei­dungs­pro­zesse vor dem Hinter­grund eigener Rollen­bilder, beson­ders jenem der fami­lia­ri­sierten Kind­heit, abge­han­delt werden. «Im Modell der modernen Familie ist nicht mehr vorge­sehen, dass das Kind mehrere Sorge­per­sonen hat.

Die Erzie­hung und Betreuung – und damit das Sicher­stellen des Kindes­wohls – wird vor allem der Mutter zuge­spro­chen», erläutert Stein­mann. «Der Vater wird oft erst als Sorge­person in Betracht gezogen, wenn die Mutter ausfällt.» Erst wenn die Abklärenden die Mutter als nicht mehr erzie­hungsfähig ansähen, nähmen sie den Vater und das erwei­terte soziale Unterstützungs­system (Groß­el­tern, frei­wil­lige Ange­bote der frühkind­li­chen Bildung, Betreuung und Erzie­hung wie Kitas usw.) in den Fokus. Das Ziel von Maß­nahmen sei stets, die Mutter so zu unterstützen, dass sie in ihrer Rolle hand­lungsfähig bleibe.

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Neue Väter, alte Rollen? Papas unter Druck

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 13. Januar 2024

Elterngeld wird von weniger als der Hälfte der Väter genutzt. Ein Großteil der Care-Arbeit wie die Kindererziehung bleibt bei den Müttern. Reporter Daniel Tautz macht sich für diese Doku von exactly auf die Suche nach der Rolle der Papas in der Familie von heute. Wer sind die „neuen Väter”? Und warum klafft bei der Gleichberechtigung und der Verantwortung unter Eltern noch immer so eine große Lücke? Wie sind Elterngeld und Elternzeit verteilt?

Vater und Influencer Sebastian Tigges @tigges3866 macht klar, was man aus seiner Sicht von den heutigen Vätern in Sachen Erziehung erwarten kann: “Nicht zu sagen: Ich helfe meiner Frau bei der Kindererziehung und ich helfe meiner Frau im Haushalt, sondern: Ich erziehe die Kinder, ich bin 50 Prozent.”

Auf Instagram erreicht er mit Videos als #thewalkingdad dazu Hunderttausende – zum Großteil: Frauen und Mütter. exactly begleitet Steve aus Magdeburg, der gerade Papa wird: Zu Beginn der Dreharbeiten sitzt der werdende Vater noch kinderlos und spürbar aufgeregt vor einem Stapel Babystrampler.

Am Ende der Recherche wird er seinen dreimonatigen Sohn Luca wippen und seinen Elterngeld Antrag ausgefüllt haben. In Zorge im Westharz taucht Daniel Tautz einen Tag bei einer Vater-Kind-Kur ein. Die Väter dort sind ausgebrannt, vom Alltag überlastet oder trauern wegen einer Trennung oder dem Tod der Partnerin.

Und: Sie haben Stigmatisierung erlebt. “Warum soll ein Vater mit dem Kind zur Kur? Du bist doch kein gestandener Mann”, erzählt Kurpatient Bodo von seinen Erfahrungen. Was hat es mit der Gender-Care-Gap auf sich? Was Väter von heute umtreibt, was von ihnen erwartet wird und wo noch immer die Mütter das meiste liefern, zeigt diese Reportage.

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Papa liest vor …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 8. Januar 2024

dafür setzt sich Christian Meyn Schwarze seit über 20 Jahren ein und macht Väter Vorschläge, welche Bücher sich dafür eignen. Seine Papa-Lese-Liste ist eine Institution. Gestern kam, wie in den vergangenen Jahren auch die über die Feiertage aktualisierte Liste mit den von ihm und seinem Team rezensierten Kinderbüchern.

Beim Öffnen der Mail wird schnell klar, dass es in diesem Januar aber anders ist als sonst. Es ist die letzte Papa-Lese-Liste. Christian schreibt dazu:

„das junge Jahr ist erst ein paar Tage alt und schon gehen wir zum Alltag mit seinen Herausforderungen über. Ich habe die Zeit zwischen den Jahren genutzt, um die sogenannte „Papa-Liste“ zu aktualisieren: welche Titel über aktive Papas gibt es neu, welche über Opas – welche kommen in den nächsten Monaten heraus.

Das Ergebnis füge ich als Anlage bei, in blau die Titel, die ich seit der 2023er-Liste neu aufgenommen habe, in grün die Titel, die demnächst erscheinen sollen.

Besonders gerne weise ich auf zwei Titel auf der Seite 12 hin: „Alles über Väter“ – ich bin gespannt, ob da alle meine Vätertypen auftauchen, die ich der Papa-Liste vorstelle. Und dann der Titel „Papa liest vor“ – das Leitmotiv meiner Arbeit, denn mit dieser Papa-Liste möchte ich den Vätern Lese- und Vorlesestoff anbieten. …

Und wer nun die Anlage genau liest erkennt, dass das meine „letzte“ Liste ist. Über zwanzig Jahre habe ich mit einem literarischen Kompetenzteam mehrere hundert Titel gelesen und bewertet. Nun möchte ich in meinem 71. Lebensjahr andere Herausforderungen annehmen: ich bin nach der Corona-Pandemie wieder mit meinem Mitmachzirkus unterwegs, lese in Bibliotheken vor, spiele in Kindertagesstätten mit Vätern und Kindern und nutze meine Zeit für „Leihenkel-Kinder“, um meiner eigenen Familie dann in ein paar Jahren Zertifikate als „Opa“ vorlegen zu können.

So ist es also „Papa-Liste, die Letzte“ und bringt mich zum Nachdenken über „das letzte Mal“: wann habe ich zuletzt einen Handstand gemacht, wann hat die Waage zum letzten Mal eine niedrigere Zahl gezeigt, wann habe ich zum letzten Mal eine Bergwanderung gemacht, einen Sonnenaufgang gesehen. …

Ihr und Euer Christian“

Christian ist also nicht aus der Welt, auch der Mitmachzirkus ist schon lange Tradition, die Papa-Lese-Liste werden, so denke ich, viele vermissen. Insbesondere die Großväter und ‚Opas‘, die Zeit und Muße haben, ihren Enkeln und Enkelinnen vorzulesen.

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Wirtschaftlich eigenständig leben – Was brauchen Väter und Mütter?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 5. Januar 2024

Auf eigenen Füßen stehen, selbstbestimmt leben, für das Alter vorsorgen – das ist manchmal schwerer als gedacht. Denn wer Kinder hat oder Angehörige pflegt, bringt viel Zeit für Fürsorge und Haushalt auf. Zeit, die etwa im Beruf fehlt. Das hat langfristige Auswirkungen auf das Einkommen, den Aufbau von Vermögen oder die Rente.

Das Bundesfamilienministerium und das Center for Responsible Research and Innovation (CeRRI) laden Sie herzlich zu einem Austausch über Ihre Erfahrungen mit der eigenen wirtschaftlichen Eigenständigkeit ein.

In insgesamt fünf Lebenszeit-Labor wollen wir mit Ihnen erarbeiten, was Frauen und Männer brauchen, um wirtschaftlich eigenständig zu leben. Melden Sie sich jetzt für die Teilnahme in Windeck am 19. Januar 2024 an!

Sie brauchen keine Vorkenntnisse oder spezielles Wissen – Wir möchten uns mit Ihnen über Ihre alltäglichen Erfahrungen, Wünsche und Ideen austauschen!

Die Lebenszeit-Labore sind für alle! Egal welches Geschlecht, Alter, sexuelle Orientierung, ob mit oder ohne Kinder, ob im Beruf, in Elternzeit oder Rente, ob in Beziehung oder allein – wir interessieren uns für Ihre Perspektiven und Erfahrungen.

Sie erhalten eine Aufwandentschädigung inklusive Reisekostenerstattung von 100 €. Ihre Kinder können Sie gerne mitbringen, wir stellen vor Ort kostenlose Kinderbetreuung bereit.

Datum: Freitag, 19. Januar 2024

Uhrzeit: 13:00-17:00 Uhr

Ort: Windeck-Schladern (NRW), voraussichtlich im kabelmetal

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Melden Sie sich hier an.

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Auswertung der Kurzumfrage zu Väternetzwerken

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 4. Januar 2024

In unserer Kurzumfrage im 4. Quartal des vergangenen Jahres haben wir nach Bekanntheit, Sinn, Nutzen und Wirkung von Väternetzwerken gefragt.

Die erst Frage zielte auf den Bekanntheitsgrad von Netzwerken für Väter.

Gut 90 % der Antwortenden bejahten diese Frage. Die Antworten der Nachfrage „wenn ja, welche?“ ergeben eine fast vollständige Aufzählung der größeren Väternetzwerke in NRW aber auch darüber hinaus:

Väter in Köln e.V., Vaterwelten, Conpadres (Vaeter-ggmbh.de), Vätertreff Väteraufbruch, einfach Vater, LAG Väterarbeit NRW, ManyDads, DRK Familientreff, Die Netzwerke im Kontext der Familienbildungsseminare und Angebote der Vater-Kind-Agentur des Institut für Kirche und Gesellschaft, interkultureller Vätertreff Essen- Katernberg, offener Vater-Kind-Treff in der Villa Rü in Essen Rüttenscheid, esperanza Väterberatung im Erzbistum Köln mit inzwischen 11 Väterberatern in der Schwangerschaftsberatung, Väter u Männerarbeit des SKM Bundesverbandes, Arbeitsstelle Männerseelsorge der dt. Diözesen, Bundesforum Männer, Väterexpertennetz VEND e.V., Männer.ch, DMÖ – Österreich

Die 2. Frage lautete: An welchen Orten sind Ihrer Auffassung nach Väternetzwerke sinnvoll?

Knapp 80 % der Antwortenden halten mit den Betrieben/ Unternehmen den Ort, an dem sich Väter tagsüber ‚aufhalten‘ als sinnvoll für die Schaffung von Väternetzwerken. An zweiter Stelle werden Kindertagesstätten, an dritter mögliche Angebote der Familienbildung genannt.

Ergänzend werden Stadtteilzentren, Nachbarschaft; Lokal- Landes- und Bundespolitik, große Institutionen, Gewerkschaften, Gremien der Arbeit- und Dienstgeber*innen, Landschaftsverbände, Beratungsstellen, Sportvereine und Schulen angeführt

Bei der dritten Frage nach dem Nutzen von Väternetzwerken haben wir vier Antwortmöglichkeiten vorgegeben. Der größte Nutzen wird von über 95 % der Antwortenden im Austausches mit anderen Vätern gesehen, gefolgt von der Möglichkeit, von der Erfahrungen anderer Väter zu profitieren, das Rad also nicht selber noch einmal erfinden zu müssen.

Weiterer Nutzen wird insbesondere in der Stärkung des friedlichen Zusammenhalts der Gesellschaft, durch die Begegnung von Männern in einem Setting der Gleichstellung gesehen. Aber auch darin, gemeinsame Erlebnisse zu organisieren: Väter-Kinder-Tage, Wochenenden und Zeltlager. In der gegenseitigen Unterstützung. Auch auf der Großväter – Väter Linie nutzt ein Austausch und aktive Unterstützung gerade auch in der Care-Arbeit.

Väter können darüber hinaus durch Netzwerke ihr Vatersein und ihre Lebenskontexte sichtbarer machen und in der Gesellschaft auf die Bedeutung von Vaterschaft hinweisen.

Die vierte Frage zielte auf die Wirkung von Väternetzwerken auf die Väter und die Ausgestaltung ihrer Vaterschaft.

Der bedeutendste Effekt wird in der gegenseitigen Ermutigung, Vaterschaft auch zu leben gesehen. An zweiter Stelle wird die positive Wirkung von Väternetzwerken auf eine partnerschaftliche Aufgabenteilung genannt, gefolgt davon, dass Väter dort auch Vorbilder, Rolemodels finden können.

In den ergänzenden Antworten wurde unter anderem angeführt, dass Väternetzwerke der Vereinzelung der Familien etwas entgegensetzen und die ‚toxischen Nebenwirkungen der kleinbürgerlichen Ehe‘ entschärfen können. Väter können es als Entlastung erleben, wenn Sie wahrnehmen, dass auch andere Väter Probleme mit der Vereinbarkeit haben. Außerdem  bekommen sie auf diesem Weg viele Informationen über das ‚Familienfeld‘, die ihnen eine argumentative Auseinandersetzung auf Augenhöhe mit ihren Arbeitgebenden und in der eigenen Partnerschaft ermöglicht. Und auch ganz wichtig, die Sichtbarkeit der Vaterschaft im Lebensalltag und somit in der Gesellschaft.

Mit der fünften und letzten Frage haben wir den Familienstatus erkundet.

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