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Archiv für die 'Kinder' Kategorie

Kinder, Jugendliche und Familien vor und während Corona

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 1. Mai 2021

Einen Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse auf Grundlage der Datenerhebung AID:A 2019 über die Zeit vor Corona bietet die Publikation „Aufwachsen in Deutschland 2019. Alltagswelten von Kindern, Jugendlichen und Familien“. Darüber hinaus ermöglichen aktuelle Analysen breite Einblicke in Veränderungen seit dem Beginn der Pandemie zu vielfältigen Themen wie Peerbeziehungen und soziales Engagement junger Menschen, Anregungs- und Lernbedingungen ab der frühen Kindheit, die Gestaltung des Familienlebens zwischen Homeoffice und Distanzlernen und vieles mehr.

Die DJI-Forscherinnen und Forscher gehen etwa der Frage nach: Sind Homeoffice und Notbetreuung wirksam gegen elterlichen Stress in der COVID-19-Pandemie? Ihr Fazit: Homeoffice im Lockdown konnte nur bedingt Vereinbarkeitskonflikte zwischen Familie und Beruf verringern, wobei Mütter nicht im gleichen Maße profitieren konnten wie Väter. Notbetreuungsmaßnahmen können den Pandemie-Druck auf das elterliche Wohlbefinden nicht mindern, verhindern aber effektiv den Anstieg negativen Erziehungsverhaltens wie häufiges „Wütend werden“. Diese Wirkung ist auch Monate nach dem ersten COVID-19 Lockdown im März/April 2020 deutlich und statistisch signifikant messbar.

Freundinnen und Freunde gehören weiterhin zu den wichtigsten Bezugssystemen von Jugendlichen. Sie knüpfen ihre Freundschaften vor allem in der Schule, gestalten diese dann aber ebenso online wie offline aus. Analoge und digitale Welten stehen sich somit nicht gegenüber, sondern ergänzen und verbinden sich. Auch zu den Peerbeziehungen Jugendlicher vor und während Corona liegen Daten vor. Während des ersten Lockdown im Frühjahr 2020 haben sich junge Menschen vor allem an ihre Eltern und Peers gewandt. Sie haben sich auf vielfältige Weise engagiert, sich gegenseitig und andere unterstützt.

Ein weiteres Forschungsbeispiel sind Herausforderungen für Kinder und ihre Familien vor und während der Pandemie. So spielt etwa beim Distanzlernen das Elternhaus insbesondere bei der technischen Ausstattung eine zentrale Rolle für das Zurechtkommen. Die Ausstattung ist bei Schülerinnen und Schülern in benachteiligteren Lebenslagen jedoch seltener vorhanden.

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… zum volkswirtschaftlichen Nutzen einer Politik der frühen Kindheit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. November 2020

In dieser Studie, deren Ergebnisse sicher auch auf Deutschland und Österreich übertragen werden können, wird (auch) der volkswirtschaftliche Nutzen der Arbeit mit Vätern und Beratungs- und Bildungsangebote für sie dargelegt

Die ersten Lebensjahre eines Kindes sind entscheidend für dessen weitere Entwicklung. Dasselbe gilt für die Rahmenbedingungen, die diesen Lebensabschnitt begleiten sollten. Sie sind unerlässlich, um Chancengerechtigkeit für jedes Kind zu gewährleisten und es in die Lage zu versetzen, sein Potenzial zu entfalten. Wenn jedes Kind schon vor dem Schuleintritt in seiner Entwicklung unterstützt wird, unabhängig von seiner familiären Situation und seinem Hintergrund, dann sind die langfristigen Vorteile gegeben: für das Kind in Bezug auf Bildung und berufliche Entwicklung, für die Eltern in Bezug auf den Zugang zum Arbeitsmarkt und das Lohneinkommen und schließlich auch für den Staat selbst.

Das vorliegende White Paper der Jacobs Foundation ist ein Novum: Zum ersten Mal wird für die Schweiz aufgezeigt, dass ein Ausbau der Betreuungsangebote im Frühbereich auch positive Auswirkungen auf die Schweizer Volkswirtschaft hat. Die Jacobs Foundation hat die diesem White Paper zugrundeliegende Studie von BAK-Economics und die darin durchgeführten Simulationen von verschiedenen namhaften Ökonomen und Politikern und Politikerinnen begleiten lassen, um einen qualitativ hochwertigen Prozess sicherzustellen.

Diese Studie ist das finale Projekt der Forschungsagenda der Jacobs Foundation, ein wesentliches Element ihrer Strategie 2016––2020 zur Verbesserung der Rahmenbedingungen im Bereich der frühen Kindheit in der Schweiz. Eine Strategie, die sowohl auf die Politik als auch auf die Wirtschaft abzielt, damit in unserem Land eine echte Politik der frühen Kindheit entwickelt werden kann.

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Körperliches Spiel mit Vätern kann Kindern helfen, ihre Emotionen zu kontrollieren

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. Juni 2020

Kinder, deren Väter schon sehr früh mit ihnen spielen, können ihr Verhalten und ihre Emotionen möglicherweise leichter kontrollieren, was sich mit zunehmendem Alter und Schulbeginn positiv auswirkt.

Eine von der pädagogischen Fakultät der Universität Cambridge und der LEGO Stiftung durchgeführte Studie untersuchte, wie Mütter und Väter mit Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren spielen und wie sich dies auf die Entwicklung der Kinder auswirkt.

Obwohl es viele Ähnlichkeiten gibt, wurde festgestellt, dass Väter eher zu körperlichem Spiel wie Kitzeln, Jagen und Huckepackfahrten neigen, von denen die Forscher behaupten, dass sie den Kindern offenbar helfen, zu lernen, ihre Gefühle zu kontrollieren. In der Zusammenfassung der Studie heißt es:

Eltern-Kind-Spiel-Interaktionen in den ersten Lebensjahren sind mit positiveren kognitiven und sozio-emotionalen Ergebnissen für Kinder verbunden. Die überwiegende Mehrheit der bisherigen Forschung hat sich auf Mutter-Kind-Spiel-Interaktionen konzentriert, aber die potentiell positive Rolle der frühen Einbindung der Väter in das Leben der Kinder wird zunehmend anerkannt, wobei in vielen Ländern ein höheres Niveau der Betreuung durch die Väter zu verzeichnen ist.

Um das Wesen und die potenziellen Auswirkungen des Vater-Kind-Spiels zu charakterisieren, haben wir eine systematische Durchsicht der bis 2018 in psychologischen und pädagogischen Datenbanken veröffentlichten Literatur vorgenommen. Dabei konzentrierten wir uns auf Studien, die sich mit der Häufigkeit und den Merkmalen des Spiels von Vätern mit Kindern (im Alter von 0-3 Jahren) und den möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern befassen.

Wir sichteten 436 Artikel, die 78 Arbeiten zu den interessierenden Fragen ergaben. Es gibt 3 Schlüsselergebnisse. Erstens verbringen Väter einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit mit ihren Kindern in spielerischen Interaktionen, oft in Form von körperlichen Spielen wie Raufereien und Stürzen. Zweitens sind die Ergebnisse zwar uneinheitlich, aber alles in allem deutet die Evidenz darauf hin, dass die Spielfrequenz der Väter vom Säuglings- bis zum Vorschulalter zunimmt, mit einem anschließenden Rückgang des Spiels, wenn die Kinder die frühe bis mittlere Kindheit erreichen. Drittens legen Studien, die den Zusammenhang zwischen dem Spiel der Väter und den Ergebnissen der Kinder untersuchen, nahe, dass das Spiel der Väter in den ersten Jahren positiv zu den sozialen, emotionalen und kognitiven Ergebnissen der Kinder beitragen kann. Dieses Potenzial für einen substanziellen Nutzen für Kinder ist ein klarer Imperativ für politische Entscheidungsträger und Praktiker, Väter wie auch Mütter bei der Entwicklung positiver und spielerischer Interaktionen mit ihren Kleinkindern zu erleichtern und zu unterstützen.

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Neue Papa-Lese-Liste

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 15. Juni 2020

Christian Meyn-Schwarze hat die letzten Wochen genutzt, um die Papa-Liste, eine seit 19 Jahren erscheinende Liste mit Büchern, in denen Väter eine Rolle spielen, auf den neuesten Stand zu bringen.
Einer seiner Empfehlungen ist „Mein Papa – der Alleskönner“ aus dem Schaltzeit Verlag von S. Barroux

„Das ist jetzt ganz nachhaltig: Reparieren statt wegwerfen, selber basteln statt kaufen – in der eigenen Werkstatt etwas Kreatives basteln – vielleicht sogar ein Rennauto für die Tochter. Früher hatten die Männer einen Hobbykeller mit tausenden von Sachen und ganz viel Werkzeug. Und manches Kind hat den Hobbyraum geerbt.

In diesem großformatigen und großartigen Bilderbuch geht es also um einen Papa, der mit seiner Tochter ein Geheimnis hat: Die Hütte hinten im Garten ist eine „Geheimwerkstatt“ und die Erzählerin darf ihrem Papa helfen, reicht Schrauben und Muttern, Bohrer und Dübel, Zangen und Schlüssel an. Papas Schätze sind in Dosen und Schachteln gesammelt. Und jedes Werkzeug hat seinen Platz, an der Wand sind die Umrisse zu erkennen und wir suchen auf der Werkbank den Fuchsschwanz und die Bohrwinde mit Kugellager.

Das ist einfach großartig erzählt, wie eine alte Handwerkskunst im eigenen Hobbyraum an die Tochter weitergegeben wird. Und ein lobenswertes Beispiel, dass Kuckucksuhren oder Fernseher repariert werden können. Die wachsende Zahl der Repair-Einrichtungen zeigt, dass „reparieren statt wegwerfen“ voll im Trend liegt. Und wenn Kinder lernen, wie ein Loch im Fahrradreifen geflickt werden kann, dann können sie später auch die Welt verändern. Auf dem letzten Bild sehen wir ein Foto von Opas altem Werkzeugkoffer – der Papa und seine Tochter setzen also eine Familientradition fort.

Dieser Alleskönner-Papa ist einfach ein Bilderbuch-Papa und motiviert alle Väter, ihren Kindern den Umgang mit Hammer und Säge zu zeigen. Ich bin begeistert und vergebe fünf goldene Schrauben.

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Coronavirus – Ein Buch für Kinder

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. April 2020

Die vielen Informationen über den Coronavirus und die Covid19-Erkrankungen belasten nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder. Sie sind von den vielen Expertenmeinungen und anderen Medieninformationen ziemlich überfordert. Eltern, Erzieher*innen und Lehrer*innen sind gefordert, Kindern die Ängste zu nehmen und Informationen altersgerecht aufzubereiten. Eine echte Herausforderung!

Da kommt das Kinderbuch „Coronavirus – Ein Buch für Kinder“ gerade recht, das der englische Verlag Nosy Crow entwickelt hat und vom Beltz&Gelberg Verlag übersetzt wurde. Die tollen Illustrationen stammen von Axel Scheffler, vielen sicher als der Grüffelo-Schöpfer bekannt.

Beltz & Gelberg schreibt über das Projekt: „Das Coronavirus hat auch den Alltag von Kindern durcheinandergewirbelt und vieles auf den Kopf gestellt. Doch was ist das neuartige Coronavirus eigentlich? Was passiert, wenn jemand an Covid19 erkrankt? Und wie kann ich mich und meine Familie vor einer Ansteckung schützen? Diese Fragen interessieren Kinder genauso wie Erwachsene. Der englische Verlag Nosy Crow hat zusammen mit Prof. Graham Medley von der London School of Hygiene & Tropical Medicine sowie Lehrer*innen und Kinderpsycholog*innen ein Informationsbuch für Kinder entwickelt, das genau diese Fragen beantwortet. In verständlichen Texten – und mit vielen Illustrationen von Axel Scheffler – erklärt es Kindern ab 5 Jahren alles rund um das Virus und seine Folgen.“

Das Buch wird von allen Beteiligten kostenfrei zum Download als PDF zur Verfügung gestellt, damit möglichst viele Menschen Zugang dazu erhalten.

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Die Freiheit sich für ein Leben ohne (eigene) Kinder zu entscheiden

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 19. April 2020

Radikal zu sein bzw. vorzugehen bedeutet, an die Wurzel der Dinge zu gehen, gründlich und vollständig, ohne Kompromisse auch rücksichtslos und mit einer gewissen Härte. Das zweite Buch von Verena Brunschweiger ‚Die Childfree Rebellion‘ hat den Untertitel ‚Warum >zu radikal< gerade radikal genug ist. Die Autorin bezeichnet sich als ‚Ökofeministin‘ und in der Entscheidung für ein kinderfreies Leben sieht sie den konsequentesten Schutz zur Erhaltung der natürlichen Lebensbedingungen. Mit dem im Untertitel formulierten Anspruch wird aus meiner Perspektive schon vom Titelblatt her deutlich, dass sie über das Ziel hinausschießt bzw. ihrem Anspruch Menschen davon zu überzeugen, Verantwortung für die Zukunft unseres Planeten zu übernehmen, nicht ganz gerecht wird.

Widersprüchlichkeiten, Ambivalenzen sind menschlich, gehören meines Erachtens ebenso wie Freude und Genuss auf der einen und Schmerz und Leid auf der anderen Seite zum Leben dazu. „Ich möchte, dass heutige Schülerinnen und Schüler auch in gut zwanzig Jahren, wenn sie so alt sind wie ich jetzt (39), noch ein schönes Leben haben.“ schreibt Brunschweiger. Ich denke da etwas weiter. Als Vater von drei erwachsenen Kindern und zwei Enkelkindern, möchte ich, dass dies auch noch in 60 Jahren möglich ist.

Ihr Konzept hat Brunschweiger in ihrem ersten Werk ‚Kinderfrei statt kinderlos‘ beschrieben und in der Childfree Rebellion geht es zunächst um die Reaktionen, die sie auf ihr erstes Buch erfahren hat. Diese beschreibt sie mit ‚Komplexe Frontverläufe‘. Da ist zunächst ihre Arbeitgeberin, das ‚Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus‘ die sie zu einem ‚Tribunal‘ einbestellt hat. „Ein nicht existententes dafür zu bedauern, dass es in diese Welt hineingeboren werden könnte – eine Grenzüberschreitung.“

Das sind die Künsterler*innen am Theater in Regensburg, die , mitbringen „was für eine offene, demokratisch verfasste Gesellschaft unabdingbar ist: die Möglichkeit, Widersprüche auszuhalten … sich progressiven und >umstürzlerischen< Ideen auszusetzen, sich davon berühren zu lassen, ohne sofort in Abwehr und Panik auszubrechen. Und da sind auf der anderen Seite die AFDler, Klimaleugner, Maskulisten und Antifeministen, denen sie und ihre Forderung nach Kinderfreiheit ein „Dorn im Auge“ ist.

Änderungen bei Ernährung, Mobilität und Wohnen reichen ihrer Ansicht nicht aus, das Klima zu retten. Dazu ist nur der individuelle Beitrag der Kinderfreiheit in der Lage. „Welche Ängste sorgen dafür, dass die Augen diesbezüglich verschlossen bleiben? Welche Grenze wird überschritten, wenn man diesen Zusammenhang benennt? Geht es um die Sorge, andere Leute zu bevormunden? Fakt ist, dass Menschen ihr Leben letztlich immer nach den eigenen Wünschen ausrichten.“

Diese Debatte zu befeuern, Grenzen zu überschreiten und Männer und Frauen zu bewegen, sich auch mit diesem provozierenden Thema auseinanderzusetzen ist radikal im besten Sinne des Wortes. Den Kinderwunsch hingegen, insbesondere wenn er nicht in Erfüllung geht als „zutiefst egoistischen, narzisstischen“ zu bezeichnen, ist für mich zutiefst rücksichtslos.

Als Feministin setzt sich Brunschweiger selbstverständlich für das reproduktive Selbstbestimmungsrecht von Frauen ein und weist zurecht auf den antifeministischen Backlash hin, der Frauen auf die Rolle als Mutter am heimischen Herd reduzieren möchte. Sie fragt auch zurecht danach, wie kinderfreie Männer angesehen werden und ob sich diese auch rechtfertigen müssten.

Am Ende des Buches widmet sie Männern, mit und ohne Kindern ein ganzes Kapitel, in dem die Autorin auf der Basis ich kenne da jemanden und ein Vater aus der Klasse sich sehr oberflächlich mit dem Ringen der letzte drei Vätergenerationen, ihrer Bedeutung als Vater gerecht zu werden, auseinandersetzt. Familiengründung ist häufig mit einer (Re-) Traditionalisierung verbunden, aber werdende Väter (und Mütter) haben dazu genauso wenig Lust drauf wie ihre kinderfreien Pendants.

An dieser Stelle auch Conell und Bourdieu zu zitieren ist klug, die strukturellen Rahmenbedingungen und die vermeintlichen Zwänge sowie die alltäglichen Zuschreibungen und Erwartungen sind mindestens ebenso bedeutend. Auch Väter wollen übrigens interessante Gespräche mit ihrer Partnerin führen und ja, einige Männer bleiben im ungeliebten Job, weil sie der ihnen zugeschriebenen finanziellen Verantwortung gerecht werden wollen bzw. müssen. Und nein, Männer ohne Kinder verkürzen ihre Arbeitszeit häufiger als Väter. … Ich beschäftige mich seit 25 Jahren hauptberuflich mit Vätern, ihren Wünschen sowie den politischen und gesellschaftlichen Regelungen und Rahmenbedingungen die es ihnen ermöglichen bzw. verhindern, diese zu realisieren.

Und zuletzt noch eine Anmerkung aus der eigen Familienhistorie. Meine Mutter hatte zwei Schwestern, die beide das kinderfreie Leben genossen haben. Eine war auch Lehrerin in einer anderen bayerischen Großstadt. Wenn Corona Geschichte ist würde ich die beiden gerne ins Gespräch bringen.

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COVID-19 bei Kindern mit allergischen Erkrankungen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 14. April 2020

In einer Stellungnahme beruhigt die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e. V. Väter und Mütter:

Kinderärztinnen und Kinderärzte, die Kinder mit Asthma oder anderen chronischen Erkrankungen betreuen, werden seit Beginn der COVID-Pandemie täglich mehrfach von besorgten Eltern kontaktiert, die Angst haben um ihre Kinder. Diese können wir anhand klarer Daten beruhigen.

Die vorliegenden Informationen sprechen dafür, dass Kinder seltener als Erwachsene erkranken aber vergleichbar häufig durch SARS-CoV2 infiziert werden. In den USA waren von den dem CDC am 2.4.2020 gemeldeten 14.9760 Fällen 2.572 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (1,7 %).

In einer anderen Erhebung mit differenten Methoden betrug der Anteil von Kindern in den USA 5 %. Vergleichbare Zahlen werden auch aus Italien (1,2 %) und China (2 %) berichtet. Die klinische Symptomatik unterscheidet sich zwischen an COVID19 erkrankten Kindern und Erwachsenen, so haben Kinder seltener Atemnot, seltener Husten und seltener Fieber und werden seltener schwer krank.

Nur ganz vereinzelt sind Todesfälle bei Kindern beschrieben worden und häufig ist der ursächliche Zusammenhang mit einer SARS-CoV2-Infektion nicht gesichert. Anhand der wenigen systematischen Daten ergibt sich kein Anhalt dafür, dass Kinder mit stabil eingestellten allergischen Erkrankungen (Allergische Rhinitis, Asthma bronchiale, Nahrungsmittelallergie) und atopischer Dermatitis im Vergleich zu anderen Virusinfektionen der Atemwege ein erhöhtes Risiko haben, im Rahmen einer SARS-CoV-2-Infektion an COVID19 zu erkranken bzw. schwerer zu erkranken als Kinder ohne allergische Erkrankungen.

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Familien mit Kindern und Teens zuhause

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 9. April 2020

… ein paar Tage zuhause zu sein ist an sich nicht schlimm. Man kann es sich gemütlich machen, ein gutes Buch lesen, die Zeit mit der Familie genießen. Was aber, wenn aus Sicherheitsgründen aus ein paar Tagen ein längerer Zeitraum wird? Aktuell empfinden es viele von uns als belastend sich nicht mit Freunden treffen oder raus zu dürfen, auch nicht zur Arbeit, in die Kita, die Schule.

Verzicht und Zurückstellen von Bedürfnissen ist aktuell die große Herausforderung. Je nach Alter, Lebenssituation, Gewohnheiten usw. gelingt das mehr oder weniger gut und über einen mehr oder weniger langen Zeitraum. Warum aber ist die Situation für viele so schwierig?

Eine Sichtweise, die dazu beitragen könnte die Herausforderungen der aktuellen Einschränkungen besser zu verstehen und mit ihnen umzugehen, ist die Perspektive der Neurowissenschaften. Daher hat sich das TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen dafür entschieden, Ergebnisse aus seiner laufenden und ehemaligen Forschungs- und Entwicklungsprojekte nutzbar zu machen. Sie sollen Anregungen für Eltern, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und alle anderen Interessierten bieten.

Dieser Newsletter ist der erste in einer Serie von vier Newslettern. Geplante Schwerpunkte der Newsletter sind:

  • Familien mit Kindern und Teens zuhause
  • Jugendliche in Zeiten von Corona
  • Aktivitäten mit und für Grundschulkinder – Anregungen für Lehrkräfte und Eltern
  • Alltag mit Kindern unter 3 Jahren aktiv gestalten

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Mehr väterliche Fürsorge, weniger Kosten

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. Oktober 2019

Geborgenheit, Nähe und Unterstützung sind wesentliche Faktoren, die zu einer sicheren und zuverlässigen Bindung zwischen Kindern und ihren Eltern beitragen. Welche finanziellen Konsequenzen eine fehlende oder schwache Eltern-Kind-Bindung hat, untersucht erstmals Professor Dr. Dr. Christian Bachmann aus der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/ Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm in der Studie „The cost of love: financial consequences of insecure attachment in antisocial youth“. Die Studie wurde am ersten Oktober im Journal of Child Psychology and Psychiatry veröffentlicht.

Gemeinsam mit Kolleg*innen der London School of Economics und des Institute of Psychiatry, Psychology & Neuroscience, London hat der Ulmer Kinder- und Jugendpsychiater herausgefunden, dass eine sichere Bindung zwischen Kindern und Eltern mit signifikant geringeren gesamtgesellschaftlichen Kosten – wie schulische Fördermaßnahmen, außerhäuslicher Unterbringung oder Krankenhausaufenthalten – verbunden ist. Die elterliche Fürsorge im Kindesalter wirkt sich positiv auf die soziale Entwicklung der Kinder aus und führt zu geringeren Kosten für das Gesundheitswesen.

Noch ausgeprägter als bei der Mutter ist der Effekt bei der Bindung an den Vater und bleibt auch nach der Kontrolle von Einflussfaktoren wie Geschlecht, Alter oder sozioökonomischem Status bestehen.

Die Ergebnisse der Studie sind auch im Hinblick auf die Frage der Frühbetreuung von Kindern und der dafür erforderlichen Personalschlüssel in Kindergärten und Kinderkrippen interessant. „Aus unserer Sicht liefern die Ergebnisse der Studie ein Argument für die Förderung guter Bindungsqualität bereits im Baby- und Kleinkindalter, da in diesem Alter die Grundlagen für das zukünftige Bindungsverhalten gelegt werden“, sagt Professor Dr. Dr. Christian Bachmann.

An der Untersuchung auf Basis zweier hochwertig randomisierter und kontrollierter Langzeitstudien beteiligten sich 174 Familien aus Großbritannien mit Kindern im Alter von neun bis 17 Jahren.

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Zwischen Zweifel und bedingungsloser Liebe

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 18. Februar 2019

Elternsein ist heutzutage nicht immer ganz einfach. Zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und den eigenen Ansprüchen versuchen Mütter und Väter ihren kleinen Lieblingen immer das Beste mit auf den Weg zu geben. Doch wie hoch sind die Erwartungen und der Druck, der auf Eltern heute ausgeübt wird, tatsächlich? Dieser Frage ist Pampers zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa in einer repräsentativen Umfrage nachgegangen. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die große Mehrheit der Eltern der heutigen Generation fühlt sich in ihrer Elternrolle manchmal überfordert und zweifelt an sich selbst. Sie zeigen aber auch, dass trotz aller Unsicherheiten Mütter und Väter vor allem durch die bedingungslose Liebe ihres Kindes bestärkt werden.

Der Erwartungsdruck auf Eltern wächst

Viele Mütter und Väter fühlen sich in ihrer Rolle als Eltern manchmal überfordert. So empfinden zwei Drittel (69 Prozent), dass sie den Anforderungen, die die Gesellschaft an sie stellt, nicht immer gerecht werden. Vor allem Mütter hegen mit 75 Prozent große Zweifel an sich selbst. Und dieser Druck wächst. So schätzen 70 Prozent der Befragten die Erwartungen, die an heutige Eltern gestellt werden, höher ein, als dies bei früheren Generationen der Fall war. Fast die Hälfte (31 Prozent) sieht eine starke Erwartungshaltung durch die soziale Kontrolle und „Dauerbeobachtung“ der Gesellschaft, für weitere 27 Prozent sind es die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Frühförderung der Kleinen (23 Prozent), die Druck auf heutige Eltern ausüben. So gab ein Vater an: „Die Erwartungen an Eltern sind hoch, vor allem wenn sich jeder einmischen will und man durch die vielen gegensätzlichen Meinungen verunsichert wird.“

Rund ein Drittel der Eltern (28 Prozent) empfinden die Erwartungshaltung der Medien, aber auch von Freunden und Bekannten (23 Prozent) sowie den sozialen Medien, Blogs und Foren (17 Prozent) als stark prägend für die gesellschaftlichen Anforderungen gegenüber Muttern und Vätern. Hebammen und Kinderärzte hingegen üben mit nur einem Prozent einen vergleichsweise geringen Druck aus. So sieht es auch die Pampers Hebamme Christiane Hammerl: „Eltern werden heute gesellschaftliche Erwartungen auferlegt, die sie erfüllen sollen – und das von allen Seiten. Für Kinderärzte und Hebammen ist jedoch nicht das gesellschaftliche Bild einer perfekten Familie wichtig, sondern die persönliche Mutter-Kind- bzw. Vater-Kind-Beziehung. Da gibt es kein richtig oder falsch. Unsere Aufgabe ist es, Eltern und Kind bei ihrem Weg zu unterstützen, ohne Druck und Zwang.“

Doch neben dem ganzen Druck, ist es vor allem die bedingungslose Liebe der Kleinsten, die Mütter und Väter alle Anstrengungen vergessen lässt. So zählen für die meisten Eltern mit Abstand das Kuscheln (86 Prozent), das Lächeln des kleinen Lieblings (83 Prozent) oder wenn dieses freudestrahlend auf sie zukommt (83 Prozent) zu den schönsten Momenten im Alltag. Wenn das Kind etwas Neues lernt, ist dies für 78 Prozent aller Mütter und Väter einer der schönsten Augenblicke. „Am Elternsein liebe ich besonders, die Entwicklung und die Veränderungen des eigenen Kindes zu beobachten und die Liebe, Wärme und Geborgenheit, die man schenkt.“, erzählt eine befragte Mutter.

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