der VÄTER Blog

lebe deinen Traum!

… vielleicht reichen drei Abendtermine ja auch

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 6. Januar 2022

Anna Buschmeyer stellte in ihrem Beitrag ‚Corona als Brennglas – Herausforderungen und Empfehlungen für Väterliches Engagement während und nach der Pandemie‘ bei der Fachtagung am 16. November, Ergebnisse der Studie „Mütter und Väter während der Corona-Pandemie“ vor.

Bisherige Ergebnisse der Studie fasste Frau Buschmeyer so zusammen:

  • Wer vorher mehr Care-Arbeit gemacht hat, macht das meist auch während der Pandemie (mit Ausnahmen)
  • Für Getrennt- bzw. Alleinerziehende ist die Pandemie dann besonders herausfordernd, wenn sie kein/wenig Unterstützung durch Ex-Partner*in oder ein größeres Netzwerk haben
  • Gefühl der Entschleunigung ist in der zweiten Welle der Verdichtung gewichen
  • Vorstellungen von Mütterlichkeit und Väterlichkeit beeinflussen die Übernahme von Care-Arbeit oder deren Auslagerung

Väterliches Engagement  hat sich in der Corona-Pandemie folgendermaßen entwickelt:

  • Insgesamt haben (die befragten) Väter einen großen Anteil an der Care-Arbeit übernommen und ihr Engagement in der Krise erhöht
  • Wo Väter vorher eher abwesend waren à Mehr Engagement möglich
  • Wo die Väter vorher mit viel Engagement in der Familienarbeit dabei waren à In der Pandemie beibehalten
  • Je mehr die Väter sich einbringen (möchten) in die Care-Arbeit, desto größer die Zerrissenheit
  • Je größer das Netzwerk aus Betreuungspersonen, desto einfacher ist die Vereinbarkeit individuell gelöst
  • Wenn andere den Großteil der Betreuungsarbeit leisten, können Väter durch die neue Flexibilität mehr „unterstützen“
  • In der zweiten Welle hat das Engagement teilweise wieder abgenommen, die Erwerbsarbeit wird (wieder) zentraler angesehen
  • Auch wenn es einfacher ist, die Care-Arbeit anderen zu überlassen: Mehr Engagement von mehr Personen ist für alle eine Erleichterung!

Handlungsempfehlungen, damit das Positive bleibt

  • Anerkennen, dass Sorgearbeit Arbeit ist und genauso fordert wie Erwerbsarbeit
  • Dienstreisen und viele Überstunden (Abendtermine) reduzieren (à Positive Aspekte der Digitalisierung nutzen)
  • Vorteile des Homeoffice auch für Sorgearbeit nutzen (Wäsche wäscht nebenbei, Kinder können schnell abgeholt werden etc.)
  • Zeit mit der Familie einplanen und gestalten (Regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten etc.)
  • Absprachen unter den Eltern einfordern und beibehalten (Priorisierung der Erwerbsarbeit vielleicht nicht nur unter finanziellen Gesichtspunkten)
  • Freizeittermine (der Kinder) reduzieren
  • Das Netzwerk möglicher Unterstützer*innen bei der Kinderbetreuung ausbauen

Dies fasst die Aussage eines Studienteilnehmers gut zusammen:

„Na ja, vielleicht reichen drei Abendtermine ja auch und die anderen zwei Tage setzt du dich mal in den Garten und guckst den Blumen beim Wachsen zu. Könnte ja so für die eigene Psychohygiene auch mal ganz hilfreich sein. Also so nochmal zu gucken, was ist eigentlich wirklich wichtig und was brauche ich eigentlich für mich?“

Das Video mit dem Vortrag finden Sie hier.

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Vaterschaft in der Coronapandemie

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. Januar 2022

In seinem Vortrag ‚Engagement von Vätern, Entwicklung, Bedeutung und Rahmenbedingungen‚ bei der Fachtagung ‚Lockdown als Chance?‘ präsentierte Jan Braukmann unter anderem Ergebnisse aus dem Update des Väterreports.

Vaterschaft ist im Wandel und Rollenbilder ändern sich fortlaufend. ‚Vater sein‘ heute ist anders als ‚Vater sein‘ früher. Nicht nur die Erwartungen der Väter an ihre Rolle haben sich grundlegend geändert, auch die gesellschaftlichen Erwartungen sind im Wandel und Elternschaft intensiviert sich. Das Leitbild der aktiven Väter verbreitet sich immer stärker.

Auch Corona hat die familiäre Aufgabenteilung verändert und wirkt zugleich wie ein Spiegel und ein Brennglas:

Einerseits hat die Corona-Krise zu einer  Retraditionalisierung der Elternrollen geführt: Mütter übernehmen in der Krise den Großteil der  Betreuungs- und Erziehungsaufgaben. Das  haben sie auch schon vor der Krise getan.

In 20 Prozent der Familien ist die  Aufgabenteilung ungleicher geworden. Mütter bleiben möglicherweise häufiger im  Homeoffice und sind im Unternehmen weniger  sichtbar.

Andererseits hat die Corona-Krise auch Chancen geboten, traditionelle Elternrollen zu überwinden. Die Krise wirkt wie ein Innovationslabor: Schon jetzt ist in 20 Prozent der Familien die Aufgabenteilung  partnerschaftlicher geworden als vor der Pandemie. Gerade Väter mit kleinem Einkommen oder  niedrigem Bildungsstand verbringen mehr Zeit  mit der Kinderbetreuung.

Das Video zu dem Vortrag finden sie hier.

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Die neue Papa-Lese-Liste ist da

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 21. Dezember 2021

Es ist wieder Winter, eine Zeit, sich mit Büchern zu beschäftigen, selber zu lesen oder Kindern oder Erwachsenen vorzulesen. Christian Meyn Schwarze sucht seit 20 Jahren den Vater – und nun auch altersbedingt – den Großvater in der Literatur.

Kinderbücherei Christian Meyn Schwarze wird einen Papa Jungen Vormittag veranstalten mit lesen und Murmelbahn basteln

Einige Bücher macht er ‚lebendig‘ und gestaltet in Büchereien die sogenannte ‚Papa-Zeit‘ – eine Mischung aus einer Lesung und einem kleinen Erlebnis – einer Aktion oder einer Bastelei. Papas und Opas erleben zwei intensive Stunden und dann leihen noch Bücher aus und Papa liest zuhause vor.

Um den richtigen Vorlesestoff für Papas zu finden, verfasst er die Papa-Lese-Liste. Sie enthält lieferbare Titel, in denen ein Vater oder ein Großvater eine wichtige Rolle spielen. Manchmal auch ein anderer Mann, der für die Entwicklung eines Kindes eine bedeutsam ist.

Und damit Väter auch etwas mit ihren Kindern unternehmen, gibt es auch eine Reihe von ‚Beschäftigungsbüchern‘ für diejenigen, die noch Anregungen brauchen.

Damit das ganze jetzt ein bisschen bunter wird, hat er diejenigen Titel, die seit Juni 2021 neu dazu gekommen sind, blau eingefärbt. Und druckfrische Titel des Frühjahrs 2022 sind grün markiert.

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Lockdown als Chance? – Videodokumentation der Fachtagung am 16. November 2021

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 17. Dezember 2021

„Damit die Corona-Krise nicht zur familiären Krise wird, hilft nur eines: reden, reden, reden.“ Das hat David Hanisch, Agenturchef, Vater von zwei Kindern und Teilnehmer der Paneldiskussion als Resümee geäußert.

Bei der Fachtagung am 16. November ist viel geredet worden. Damit die Teilnehmenden, aber vor allem diejenigen, die nicht dabei sein konnten, noch einmal in Ruhe nachhören können, was die zahlreichen Väter in dem Film ‚Corona#Changes#Families‘ die beiden eingeladenen Expert*innen, Jan Braukmann von der Prognos AG und Anna Buschmeyer vom Deutschen Jugend Institut, geäußert haben, veröffentlichen wir die verschiedenen Beiträge auf unserem Youtube Kanal.

Weitere Stellungnahmen von Vätern und Müttern finden Sie hier.

Die Eröffnungsrunde der Fachtagung: Vorstandsmitglieder der LAG Väterarbeit im Gespräch: Stephan Buttgereit, Jürgen Haas und Hans-Georg Nelles zu den Herausforderungen und Erfahrungen in der Arbeit der letzten 20 Monate

‚Engagement von Vätern – Entwicklungen, Bedeutung und Rahmenbedingungen‘ Jan Braukmann von der Prognos AG. Vortrag von Jan Braukmann bei der Fachtagung ‚Lockdown als Chance? – Weichenstellungen für mehr väterliches Engagement‘ der LAG Väterarbeit in NRW am 16. November 2021

Corona als Brennglas – Herausforderungen und Empfehlungen für Väterliches Engagement. Vortrag von Anna Buschmeyer bei der Fachtagung ‚Lockdown als Chance? – Weichenstellungen für mehr väterliches Engagement‘ der LAG Väterarbeit in NRW am 16. November 2021

Corona Changes Families – … und auf einmal saßen wir zu Hause. Auswirkungen von Corona auf das Familienleben und die Aufgabenteilung zwischen Vätern und Müttern.

Panelgespräch mit den beiden Keynotegeber:innen Jan Braukmann und Anna Buschmeyer sowie David Hanisch, Vater von zwei Kindern, der sich schon vor Corona mit seiner Frau Erwerbs- und Familienarbeit partnerschaftlich aufgeteilt hat.

Die Highlights der Fachtagung ‚Lockdown als Chance? – Weichenstellungen für mehr väterliches Engagement‘ am 16. November 2021 in 10 Minuten zusammengefasst.

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Dieses neue Vatergefühl

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. November 2021

Es geht um die erforderlichen Weichenstellungen für mehr väterliches Engagement. Katja Gelinsky hat in einem Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung den roten Faden der Fachtagung der LAG-Väterarbeit in NRW aufgegriffen und notwendige Konsequenzen aufgezeigt.

‚Marco hat in der Corona- Pandemie seine Stelle als Fahrer verloren – und seine Stellung als Ernährer der Familie. Die übernahm seine Frau; sie ist Bürokauffrau. Marco kümmerte sich den ganzen Tag um den zweijährigen Sohn; das Kind erhält in normalen Zeiten Frühförderung. Seine Frau sei nach ihrem anstrengenden Arbeitstag kaputt gewesen, erzählt Marco in einem Interview. „Bis spätabends war ich mit dem Kind beschäftigt.“

Klingt nach einer weiteren der vielen Corona-Stress-Geschichten. Doch dann die Überraschung: „In einer ruhigen Minute, wenn mich keiner sieht, springe ich manchmal noch vor Freude in die Luft“, berichtet Marco. Der Mann mit eckiger Brille im grauen Sweatshirt lächelt vorsichtig, dann ein bisschen mehr: „Dass ich das geschafft habe, was ich immer wollte – ein besserer Vater zu werden, als mein Vater es gewesen ist!“

Andere Väter, deren Corona-Erfahrungen ebenfalls unlängst auf einer Tagung der „Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit in NRW“ in Video-Einspielern vorgestellt wurden, äußern sich nicht ganz so enthusiastisch. Aber im Ergebnis stimmten die Männer – Krankenpfleger, Beamte, Handwerker und Architekten – Marco zu: Die Pandemie habe sie zu engagierteren, sensibleren Vätern gemacht. Es ist die Art Erfahrung, wie die Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit sie fördern will; die LAG ist ein Zusammenschluss von etwa einem Dutzend Organisationen und Vereinen, der sich, unterstützt vom Land, dafür einsetzt, dass Väterpolitik stärker als gesellschaftliche Querschnittsaufgabe wahrgenommen wird. …‘

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Väter-Boom bei Kinderkrankentagen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. Oktober 2021

In diesem Jahr haben sich bundesweit so viele berufstätige Väter für ihren Nachwuchs freigenommen wie noch nie: Wie aktuelle Daten der KKH Kaufmännische Krankenkasse zeigen, waren es in den ersten sechs Monaten 2021 zu rund 25 Prozent die Männer, die Kinderkrankentage beanspruchten.

Dass die Papas zunehmend intensiver bei der Erziehung und Betreuung ihrer Kinder mitmischen, ist auch der Corona-Krise geschuldet. Mehr als die Hälfte ihrer Kinderkrankentage mussten KKH-versicherte Väter aufgrund der Pandemie in Anspruch nehmen. Seit Anfang des Jahres ist dies möglich, auch wenn der Nachwuchs nicht krank ist, aber dennoch zu Hause betreut werden muss. Dies war in den vergangenen Monaten beispielsweise bei Corona-bedingten Kita- und Schulschließungen der Fall. Aber auch schon zu Beginn der Krise und in den Jahren zuvor war der Anteil der berufstätigen Männer, die sich für ihren kranken Nachwuchs freinahmen, stetig gestiegen. So lag die Quote im ersten Halbjahr 2020 bereits bei etwas mehr als 22 Prozent. 2019 vor der Pandemie blieben gut 21 Prozent der Familienväter für ihren Nachwuchs zu Hause, 2009 waren es gerade einmal rund 13 Prozent.

Spitzenreiter sind aktuell die Väter aus Hamburg mit einem Anteil von knapp 33 Prozent. Sie lösen die Papas aus Sachsen ab, die derzeit auf dem zweiten Platz rangieren (30,5 Prozent). Es folgen die Väter aus Niedersachsen mit rund 29 Prozent. Sie waren sonst häufig im Mittelfeld zu finden. Auf dem letzten Platz liegen im ersten Halbjahr 2021 die Väter aus Bayern mit knapp 21 Prozent.

Quelle

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‚Aktive Vaterschaft ist der Trend der jungen Elterngeneration‘

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 25. Oktober 2021

David Juncke hat an dem gerade erschienen Väterreport mitgewirkt. Bei der Fachtagung der LAG Väterarbeit am 16. November wird er zentrale Ergebnisse präsentieren.

Herr Juncke, welche Botschaft verknüpfen Sie mit dem aktuellen Väterreports?

Vielen Vätern ist es heute wichtig, Zeit mit der Familie zu verbringen und die Familien- und Erwerbsarbeit mit der Mutter partnerschaftlich zu teilen. Die Umsetzung dieser Wünsche wird jedoch zum einen durch äußere Rahmenbedingungen, zum anderen durch die Haltung der Väter selbst erschwert.
Die Covid-19-Pandemie stellte Familien zusätzlich vor Herausforderungen, eröffnete jedoch gleichzeitig Chancen. Prognos untersuchte im Auftrag des Bundesfamilienministeriums die Wünsche der Väter von heute, deren Umsetzungsmöglichkeiten, Chancen und Hürden. Die neue Veröffentlichung ist ein Update und knüpft an die Väterreports vergangener Jahre an.

Was sind zentrale Ergebnisse des Väterreports Update 2021?

Während der Covid-19-Pandemie kümmerten sich viele Väter um die Bildung und Betreuung ihrer Kinder. Die Erfahrungen, die Familien, Politik und Wirtschaft in der Pandemie gemacht haben, können in Zukunft zu einem Treiber dafür werden, dass mehr Eltern partnerschaftlich Familie und Beruf vereinbaren können. Der Väterreport von Prognos untersuchte in diesem Zusammenhang, was sich Väter in Familie und Beruf wünschen und ob sie diese Wünsche inzwischen häufiger umsetzen. Welche Rolle spielen dabei Arbeitgeber oder betriebliche Rahmenbedingungen? Und welche Veränderungen und Chancen brachte die Covid-19-Pandemie mit sich? Hierzu wertete Prognos aktuelle und repräsentative Befragungen und amtliche Datensätze aus.
Betrachtet wurden die Väter aus verschiedenen Perspektiven: in ihrer Rolle in der Familie, im Beruf und in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie. Eine Sonderstichprobe untersuchte Väter, die heute nicht mehr mit ihren Kindern zusammenleben. Diese Gruppe von Vätern war in der bisherigen wissenschaftlichen Literatur unterrepräsentiert. Die Ergebnisse zeigen, dass sich auch für diese Väter das Leitbild von Vaterschaft verändert hat.

Kann die Pandemie auch als Chance für väterliche Engagement betrachtet werden?

Die Ergebnisse zeigen, dass Väter heute ganz andere Rollenbilder, Erziehungsziele und -prinzipien haben als früher und sie haben auch die Chance, diese zu verwirklichen. Viele Väter wollen sich mit den Müttern die Familien- und Erwerbsarbeit partnerschaftlich teilen – auch nach einer Trennung. Staatliche Leistungen wie Elterngeld und Elternzeit, die von immer mehr Vätern genutzt werden, unterstützen partnerschaftliche Vereinbarkeit. Auch die Unternehmen haben erkannt, dass sie ihr Angebot betrieblicher Personalpolitik auch auf Väter ausrichten müssen, um Vorteile bei der Mitarbeiterbindung und -gewinnung zu haben.
In der Pandemie kam es zeitweise zu einer unfreiwilligen Reduzierung der Erwerbstätigkeit von Vätern. Über flexible Arbeitszeitmodelle, Homeoffice und Arbeitszeitreduzierung konnte ein Teil der Väter erstmals erproben, wie ein partnerschaftliches Familienmodell im Familienalltag funktioniert. Auch Unternehmen zeigten sich in den Hochphasen der Pandemie aufgeschlossen und unterstützen Familien durch eine innovative Vereinbarkeitspolitik.

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Lockdown als Chance? – Drei Fragen an Hans-Georg Nelles

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 15. Oktober 2021

Die Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit in NRW veranstaltet am 16. November eine Online Tagung mit der Überschrift ‚Lockdown als Chance?. Was ist damit gemeint?

Im Rückblick auf das Frühjahr 2020 und den Beginn des Jahres 2021 kommen uns zunächst die Einschränkungen und Schließungen von Schulen und Kindertagesstätten in den Sinn, die zu großen Mehrbelastungen in Familien geführt haben. Corona hat dabei wie ein Brennglas gewirkt und an vielen Stellen deutlich gemacht, was gut läuft und was nicht.
Wir wollen mit dieser Tagung noch einmal die Lupe darauf richten, was ‚gut‘ gelaufen ist, welche Erfahrungen Väter gemacht haben, die sich, zu Beginn vielleicht unfreiwillig, in Familie engagiert haben und welche Wirkungen diese Erlebnisse auf ihr Vatersein haben.
Und der Titel der Tagung hat ja noch einen zweiten Teil: ‚Weichenstellungen für mehr väterliches Engagement‘. Es wird darum gehen, Konsequenzen aus diesen ‚Learnings‘ zu ziehen und zu schauen, wo strukturelle Hindernisse beseitigt werden können um dieses Engagement auf Dauer sicher zu stellen und mehr Vätern das zu ermöglichen, was sie wollen, sich gleichermaßen in Familie und Beruf zu engagieren und in beiden Sphären erfolgreich zu sein

Was erwartet die Teilnehmenden am 16. November konkret?

Am Vormittag wird es zunächst zwei Beiträge geben: David Juncke von der Prognos AG wird zunächst aktuelle Zahlen und Fakten aus dem gerade veröffentlichten Väterreport vorstellen, Anne Buschmeyer vom Deutschen Jugend Institut wird diese ‚Fakten‘ mit Ergebnissen aus qualitativen Interviews mit Vätern, die sie 2020 und 21 geführt hat, ergänzen. Anschließend diskutieren die beiden gemeinsam mit einem Elternpaar, das sich schon vor der Pandemie Erwerbs- und Familienarbeit partnerschaftlich aufgeteilt haben, deren Auswirkungen auf Väter und Mütter.
Am Nachmittag geht es dann in einer ersten Runde um Ideen und Visionen für die Gestaltung von entscheidenden Lebenssituationen von Vätern. Als Impulsgeber:innen haben wir Autor:innen gewonnen, die sich intensiv mit dem jeweiligen Thema auseinandergesetzt haben.
In einer zweiten Runde geht es dann darum, aus den Ideen konkrete Weichenstellungen für mehr väterliches Engagement abzuleiten und die Schritte zu ihrer Verwirklichung zu definieren.

Welche Konsequenzen werden die Ergebnisse der Tagung haben?

Als Ergebnis der Fachtagung werden wir für die Bereiche: ‚Geburt & Gesundheit‘, ‚Bildung & Erziehung‘, ‚Recht & Beratung‘, ‚Erwerbs- & Care Arbeit‘ sowie ‚Gleichberechtigung & Beteiligung‘ konkrete Ansätze für mehr väterliches Engagement haben. Diese ermöglichen Vätern und Müttern, denjenigen die sie begleiten und beraten vor allem aber denjenigen, die Rahmenbedingungen (mit-) gestalten, vermeintliche Sachzwänge und andere Faktoren, die nicht zu den ‚erwünschten‘ Zielen führen, zu korrigieren und Weichen anders zu stellen.
Wir als Landesarbeitsgemeinschaft sind vor fünf Jahren unter anderem angetreten, Vätern Wege in die Familie zu erleichtern. Wir werden diese Ergebnisse für unsere Lobbyarbeit nutzen, im kommenden Jahr sind ja auch Landtagswahlen in NRW. Darüber hinaus werden wir die konkreten Vorschläge auch im fachlichen Austausch mit anderen Verbänden und Institutionen zur Verbesserung der Arbeit mit Vätern nutzen.

Für die Teilnahme an der Tagung werden keine Kosten erhoben, eine Anmeldung ist hier möglich:

https://eveeno.com/lag-vaetertagung-2021

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Lockdown als Chance? – Weichenstellungen für mehr väterliches Engagement

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 7. Oktober 2021

Online Fachtagung der LAG Väterarbeit in NRW

am Dienstag, 16. November 2021

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Bei dieser Veranstaltung wird es darum gehen, Lebenssituationen und -ereignisse, in denen väterliches Engagement beeinflusst wird, zu identifizieren und diejenigen, die Väter in diesen Phasen begleiten und beraten mit denen ins Gespräch zu bringen, die gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen mitgestalten.
Dabei werden die Erfahrungen, die Väter und alle anderen, in der Corona Pandemie, während der Lockdowns mit Schul- und Kitaschließungen, im Homeoffice und in der Ausübung systemrelevante Berufe gemacht haben im Vordergrund stehen und die Chancen der Learnings dieser 18 Monate ausgewertet.
Ergebnis dieser Tagung sind konkrete Ansätze, die es einerseits Vätern bzw. denjenigen die sie begleiten und beraten ermöglichen, Entscheidungsabläufe ‚transparenter‘ zu gestalten und andererseits denjenigen, die Rahmenbedingungen (mit-) gestalten, erlauben vermeintliche Sachzwänge und andere Faktoren, die nicht zu den ‚erwünschten‘ Zielen führen, zu korrigieren und Weichen anders zu stellen.

Programm

Ab 9.00 Uhr Login der Teilnehmenden

9.30 Uhr Eröffnung und Einführung
Videogrußbotschaft Andreas Bothe, Staatssekretär MKFFI
LAG-V Mitglieder im Gespräch: Hans-Georg Nelles, Stephan Buttgereit und Jürgen Haas zu den Herausforderungen und Erfahrungen in der Arbeit der letzten 18 Monate.

10.00 Uhr Keynotes

Engagement von Vätern, Entwicklung, Bedeutung und Rahmenbedingungen
David Juncke Prognos AG

Corona als Brennglas – Erfahrungen von Vätern und Chancen/ Ansatzpunkte für Veränderungen mehr väterliches Engagement
Anna Buschmeyer, Deutsches Jugendinstitut München

11:20 Uhr Pause

11:35 Uhr Videoimpuls: Portraits von Paaren und ihren Erfahrungen in unterschiedlichen Familienkonstellationen

Das vollständige Programm finden Sie hier: Programm Vätertagung 20211007

Weitere Informationen zu den Dialogrunden und den Workshops gibt es hier: Inhalte und Leitfragen der Dialogrunden und Workshops 20211007

Für die Teilnahme an der Tagung werden keine Kosten erhoben, eine Anmeldung ist hier möglich:

https://eveeno.com/lag-vaetertagung-2021

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Kinder, Jugendliche und Familien vor und während Corona

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 1. Mai 2021

Einen Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse auf Grundlage der Datenerhebung AID:A 2019 über die Zeit vor Corona bietet die Publikation „Aufwachsen in Deutschland 2019. Alltagswelten von Kindern, Jugendlichen und Familien“. Darüber hinaus ermöglichen aktuelle Analysen breite Einblicke in Veränderungen seit dem Beginn der Pandemie zu vielfältigen Themen wie Peerbeziehungen und soziales Engagement junger Menschen, Anregungs- und Lernbedingungen ab der frühen Kindheit, die Gestaltung des Familienlebens zwischen Homeoffice und Distanzlernen und vieles mehr.

Die DJI-Forscherinnen und Forscher gehen etwa der Frage nach: Sind Homeoffice und Notbetreuung wirksam gegen elterlichen Stress in der COVID-19-Pandemie? Ihr Fazit: Homeoffice im Lockdown konnte nur bedingt Vereinbarkeitskonflikte zwischen Familie und Beruf verringern, wobei Mütter nicht im gleichen Maße profitieren konnten wie Väter. Notbetreuungsmaßnahmen können den Pandemie-Druck auf das elterliche Wohlbefinden nicht mindern, verhindern aber effektiv den Anstieg negativen Erziehungsverhaltens wie häufiges „Wütend werden“. Diese Wirkung ist auch Monate nach dem ersten COVID-19 Lockdown im März/April 2020 deutlich und statistisch signifikant messbar.

Freundinnen und Freunde gehören weiterhin zu den wichtigsten Bezugssystemen von Jugendlichen. Sie knüpfen ihre Freundschaften vor allem in der Schule, gestalten diese dann aber ebenso online wie offline aus. Analoge und digitale Welten stehen sich somit nicht gegenüber, sondern ergänzen und verbinden sich. Auch zu den Peerbeziehungen Jugendlicher vor und während Corona liegen Daten vor. Während des ersten Lockdown im Frühjahr 2020 haben sich junge Menschen vor allem an ihre Eltern und Peers gewandt. Sie haben sich auf vielfältige Weise engagiert, sich gegenseitig und andere unterstützt.

Ein weiteres Forschungsbeispiel sind Herausforderungen für Kinder und ihre Familien vor und während der Pandemie. So spielt etwa beim Distanzlernen das Elternhaus insbesondere bei der technischen Ausstattung eine zentrale Rolle für das Zurechtkommen. Die Ausstattung ist bei Schülerinnen und Schülern in benachteiligteren Lebenslagen jedoch seltener vorhanden.

Quelle

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