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Mehr Zeit oder mehr Geld?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 3. Februar 2026

Wenn sie die Wahl haben, entscheiden sich rund 60 Prozent der Beschäftigten für mehr Zeit

Mehr Zeit kann besser sein als mehr Geld. So sieht es die Mehrheit der Beschäftigten, denen ein Tarifvertrag eine Wahloption zwischen mehr Freizeit und mehr Lohn ermöglicht. Einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung zufolge hat sich 2022 deutlich mehr als die Hälfte für mehr Zeit statt zusätzlichem Geld entschieden.

Die analysierte Stichprobe enthält Angaben von rund 1900 Arbeitnehmer*innen, die nach Abschluss der Tarifrunde eine entsprechende Wahlmöglichkeit hatten – je nach Tarifvertrag als Wahlmodell, individuelles Zukunftskonto, Entlastungszeit, Umwandlungsoption oder tarifliches Zusatzgeld bezeichnet. Solche Optionen existieren unter anderem in Tarifverträgen in der Metall- und Elektroindustrie, der Chemischen Industrie, bei der Deutschen Bahn, der Stahlindustrie, im Versicherungsgewerbe, bei der Post und im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen. Je nach Tarifvertrag beinhaltet die Option etwa zusätzliche Urlaubstage oder eine verkürzte Wochenarbeitszeit.

Konkret haben sich 59 Prozent der Befragten ausschließlich für mehr Zeit entschieden, 6 Prozent für eine Kombination aus mehr Zeit und Geld und 35 Prozent ausschließlich für mehr Geld. Dabei wählten Frauen, insbesondere solche mit Kindern unter 14 Jahren, häufiger die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit zu verkürzen – das taten 79 Prozent in dieser Gruppe. Die genannten Motive unterscheiden sich jedoch kaum nach Geschlecht: Bei Frauen wie Männern steht die Begründung, „mehr Zeit für die Familie“ an Position zwei, der häufigste Grund ist „mehr Zeit für Hobbies, Freunde und mich selbst“ haben zu wollen.

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TEILZEITMänner braucht das Land

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 26. Januar 2026

…ein kurzer Zwischenruf zum unsäglichen Vorschlag, das Recht auf Teilzeit zu schleifen.

2014 habe ich gemeinsam mit Andy Keel beim damaligen BMFSFJ und dem Arbeitsministerium den Antrag gestellt, das in der Schweiz erfolgreich laufende Projekt ‚Der Teilzeitmann‘ auch in Deutschland an den Start zu bringen. In dem Antrag hieß es unter anderem:

„Nicht nur die aktuellen Diskussionen machen deutlich, viele Männer und Väter wollen Erwerbsarbeitszeiten reduzieren, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie besser zu meistern. Jedoch nur wenige machen diesen Schritt. Jeder Mann, der seine Arbeitszeit reduziert übt eine Vorbildfunktion aus, insbesondere in Führungspositionen. In dem Maße in dem Männer kürzer arbeiten, können Frauen ihren Anteil an der Erwerbsarbeit ausdehnen. Mit einer Erhöhung des Männeranteils bei Teilzeit werden also elementare Fundamente für eine gleichberechtigte Zukunft von Männern und Frauen in der Erwerbsarbeit gesetzt.

Zentrales Ziel des Projekts TEILZEITMANN ist die Beeinflussung der Erzählweisen zu Rollenbildern und –zuweisungen für Jungen, Männer und Väter im Kontext von Erwerbsarbeitszeiten und die Verbreitung ‚anderer‘ Geschichten. Diese beinhalten vor allem neue Möglichkeiten und Wirklichkeiten für Jungen, Männer und Väter und entlarven bislang übliche ‚männliche‘ Verhaltensweisen und überlange Arbeitszeiten humorvoll.

Wenn es einen Wirklichkeitssinn gibt, schreibt Musil im Mann ohne Eigenschaften, dann muss es auch einen Möglichkeitssinn geben. Der Möglichkeitssinn zielt auf das, was nicht ist, aber ebenso gut sein könnte. Als Sinn für mögliche Wirklichkeiten verhält er sich zum Wirklichkeitssinn, dem Sinn für wirkliche Möglichkeiten, quasi spiegelverkehrt. Denn im gleichen Maße, wie die Wirklichkeit Möglichkeiten weckt, können eben auch aus Möglichkeiten Wirklichkeiten erwachsen.

Das gilt heute noch genauso wie vor 12 Jahren und ich denke, ganau das soll verhindert werden, das Männer und Väter von den Möglichkeiten, mehr Leben in ihr Leben zu bringen, Gebrauch machen.

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VäterWerkstatt 2026

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 16. Januar 2026

Am 17. April startet die VäterWerkstatt 2026 für Multiplikator:innen in der Väterarbeit. Bereits zum vierten Mal vermittelt die Fortbildung der AEWB in einer Mischung aus Präsenztagen und Online-Modulen Fachwissen und Methoden, mit denen Bildungsangebote für Väter entwickelt und umgesetzt werden können. Am 26. Februar 2026 können Interessierte bei einer digitalen Informationsveranstaltung mehr über die VäterWerkstatt erfahren. Die Qualifizierung wird vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung gefördert.

Wie erreiche ich interessierte Väter für Erziehungs-, Fürsorge- oder andere Themen? Wie gelingt es, (wirksame) Bildungsangebote für Väter zu entwickeln und umzusetzen? Wo gibt es (neue) Ideen und Anregungen und welche Netzwerke gibt es? Mit diesen oder ähnlichen Fragen beschäftigen sich viele planende Kolleg:innen aus Bildungseinrichtungen.

In der VäterWerkstatt gibt es fachlich fundierte und kreative Antworten auf diese Fragen. Die Qualifizierung ist aus der Zusammenarbeit im niedersächsischen Landesarbeitsforums „Aktive Vaterrolle“ entstanden und wird von der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB) durchgeführt.

Die Qualifizierung richtet sich an:

  • Personen, die für organisierte Bildungsangebote zuständig sind (z.B. in Familien- oder Erwachsenenbildung u.a.)
  • Personen mit pädagogischer Vorerfahrung (z.B. pädag. Fachkräfte aus Kitas, den Frühen Hilfen, Fachberatungen, Sozialarbeiter:innen, Jugendämtern, Kinderschutz u.a.)
  • Studierende (z.B. aus den Feldern der Sozialen Arbeit, Erwachsenenbildung, u.a.)
  • Frauen und Männer in der Väterarbeit

Anmeldung zur Infoveranstaltung am 26. Februar.

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… ein Vater, zwei Väter – Vaterschaftsanerkennung und -anfechtung im Bundestag

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 13. Januar 2026

Das Kindeswohl muss weiterhin im Vordergrund stehen. Darin zumindest stimmten die Sachverständigen  bei einer Anhörung im Rechtsausschuss über den Gesetzentwurf der Bundesregierung „zur Umsetzung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zur Vaterschaftsanfechtung“ überein . Die Karlsruher Richter hatten beanstandet, dass es einem leiblichen Vater bisher zu schwer gemacht wird, die einmal rechtskräftig anerkannte Vaterschaft eines anderen Mannes anzufechten. Im konkreten Fall war der rechtliche Vater seinen familiären Pflichten nicht mehr nachgekommen, trotzdem konnte der biologische Vater dessen Vaterschaft nicht mehr anfechten.

Neben dem ‚Kindeswohl‘ enthalte der Gesetzentwurf weitere unbestimte Rechtsbegriffe, die verschiedene Gerichte unterschiedlich auslegen könnten, außerdem führe die Möglichkeit im Abstand von zwei Jahren die Gerichtsentscheidung der Nichtanerkennung überprüfen zu lassen zu einer Unklarheit der Familienverhältnisse und verlässlicher Beziehungen für die Kinder.

Entscheidender ist für mich der Einwand von Henrike von Scheliha von der Bucerius Law School. Sie bedauerte, dass der Gesetzentwurf „die Chance zu einer umfassenden Reform des Abstammungsrechts“ verpasse. Sie kritisierte ebenso wie andere Sachverständige das Festhalten am Zwei-Eltern-Prinzip, das die Möglichkeit einer einvernehmlichen Mehrelternschaft ausschließt.

Auch andere Aspekte wie die Auswirkungen des Sebstbestimmungsrechts und der vielfältigen Reproduktionsmöglichkeiten, es kann auch mehrere Mütter geben, werden in dem Gesetzentwurf ausgeblendet. Ich sehe in dem Gesetzentwurf einen Minimalkonsens der Koalition, um dem Urteil und den Fristen des Bundesverfassungsgerichts irgendwie gerecht zu werden.

Den von dir in dem Kontext formulierten grundsätzlichen Fragen und Anforderungen wird der Entwurf nicht gerecht, was er vermutlich auch nicht will. Aus meiner Väterperspektive kommt noch hinzu, dass aus ‚pragmatischen‘ Gründen die Bedeutung des Vaters/ der Vaterschaft von Anfang an relativiert wird und Ergebnisse der Bindungsforschung so gelesen werden, wie es in den Entwurf passt. An dieser Stelle und der der Vielfalt mehrerer Elternschaft sehe ich den größten Handlungsbedarf.

 

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‚ACHTUNDZWANZIG – Der Weg entsteht im Gehen‘

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 11. Januar 2026

erzählt das dramatische Auf und Ab im Leben von vier ganz normalen außergewöhnlichen jungen Frauen, die ihre Entscheidung für die Kinder zu Außenseiterinnen gemacht hat. Seither mussten sie um Respekt und Anerkennung ringen, für sich und ihre Kinder. Dennoch haben sie alle ihren Weg gefunden – auf ganz unterschiedliche Weise, jede für sich, gemeinsam mit dem Vater der Kinder oder alleine.

     

Im Jahr 2008 waren Lisa, Fabienne, Laura und Steffi 14 Jahre alt und schwanger. Sie alle entschieden sich dafür, ihre Kinder Leyla, Valentin, Stella Luna und Jason zur Welt zu bringen. Davon erzählt der dokumentarisch inszenierte Kinofilm „VIERZEHN – Erwachsen in neun Monaten“ (D 2012).

Mit 18 erhielten die jungen Frauen endlich das Sorgerecht für ihre Kinder und damit die volle Verantwortung. Davon erzählt der Kinofilm „ACHTZEHN – Wagnis Leben“ (D 2014).

Cornelia Grünberg hat den vier Frauen und ihren Kindern in „ACHTUNDZWANZIG – Der Weg entsteht im Gehen“ den Raum gegeben, darüber zu sprechen, was aus ihren Vorstellungen, Wünschen und Träumen von damals geworden ist, wie sie sich heute selbst sehen, wo sie heute stehen.

Dafür hat sie starke Bilder und Situationen gefunden und hat mit ihnen gemeinsam die wichtigsten Wendepunkte, Erlebnisse, Schicksalsschläge und Glücksmomente betrachtet, die sie zu dem gemacht haben, was sie heute sind.

Das ‚Wagnis Leben‘ hielt für die vier Frauen große Herausforderungen bereit, denen sie sich stellen mussten – Schulabschluss, Ausbildung, die Erziehung der Kinder, die Beziehungen zu den Vätern der Kinder, zu den eigenen Eltern.

Denn eigentlich gelten Schwangerschaften von Minderjährigen als ‚Risikoschwangerschaften‘. Viele befürchteten, dass es weder den jungen Frauen noch ihren Kindern gelingen würde, einen Platz in der Gesellschaft zu finden und sich altersgerecht zu entwickeln. Auch Laura, Lisa, Fabienne und Steffi mussten sich gegen diese Vorbehalte und Vorurteile zur Wehr setzen – auch, damit ihre Kinder die Chance bekamen, die sie verdienen.

Der Film wird am Dienstag, den 20. Januar im Beisein der Regisseurin Cornelia Grünberg im Filmhaus in Köln aufgeführt.

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Bundesweite Studie zu Vätern von Kindern mit und ohne Entwicklungsbeeinträchtigung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 8. Januar 2026

Liebe Väter!

Sie sind herzlich eingeladen an einer Studie teilzunehmen, die erstmalig für Deutschland die Lebenssituationen von Vätern von einem Kind mit einer Behinderung ins Blickfeld rückt.

Hintergrund und Anlass der Studie ist die Tatsache, dass wissenschaftliche Untersuchungen, die (neben Müttern) auch Väter als positiv wirkende Bezugsperson ihrer Kinder systematisch einbeziehen, international wie national immer noch eine Seltenheit sind. Studien, welche Väter in Familien von Kindern mit einer Behinderung einbeziehen, sind in Deutschland bisher noch gar nicht durchgeführt worden!

Das Ziel dieser Umfrage ist es deswegen, für Deutschland erstmalig umfassende und differenzierte Ergebnisse zum Selbstbild, dem Engagement und den alltäglichen Herausforderungen von Vätern von Kindern mit einer Behinderung zu gewinnen, um daraus Impulse für die Entwicklung oder Verbesserung von Unterstützungsmaßnahmen für Väter und die betroffenen Familien insgesamt abzuleiten.

Mit „Behinderung“ des Kindes sind grundsätzlich dauerhafte Entwicklungsbeeinträchtigungen ganz unterschiedlicher Art gemeint (z.B. auch ADHS oder Autismus), die zu verschiedensten Teilhabeeinschränkungen führen können.

Die Studie umfasst verschiedene Fragen zur persönlichen Lebenssituation sowie zu Einstellungs- und Verhaltensaspekten Ihrer Rolle und den alltäglichen Anforderungen als Vater eines Kindes mit Behinderung. Jede familiäre Situation mit einem Kind, zumal mit Entwicklungsbeeinträchtigung, ist sehr individuell und damit unterschiedlich! Zugleich muss die Befragung aus Gründen der Vergleichbarkeit mit vorgegebenen Frage-Antworten-Sets arbeiten, die u.U. nicht für jede persönliche Situation gänzlich „passt“.

Die Ergebnisse dieser Studie sollen ergänzend zu Antworten von Vätern von Kindern mit „altersgemäßer“ Entwicklung in Relation gesetzt werden. Hierfür stellen wir Ihnen am Ende der Befragung einen Link für eine separate Online-Befragung zur Verfügung, den Sie möglichst bitte an einen Ihnen bekannten Vater weiterleiten, der ein Kind (ab 2 Jahren) ohne eine Entwicklungsbeeinträchtigung hat.

Der Link zur Studie

Bitte beachten Sie, dass sich diese Befragung ausschließlich an biologische Väter (Mindestalter: 18 Jahre) mit (mind.) einem Kind (Mindestalter: 2 Jahre) mit einer Behinderung richtet.

Die Bearbeitungsdauer beträgt ca. 15-20 Minuten. Weiterlesen »

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Anspannung. Hoffnung. Potenzial

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 5. Januar 2026

Die deutsche Arbeitswelt blickt gespalten auf das neue Jahr. Wie navigieren Unternehmen durch dieses Spannungsfeld? Voiio, der Dienstleister für Vereinbarkeit zeigt in seinem ‚Kompass 2026‘ Wege auf, wie Unternehmen durch unruhige Zeiten navigieren und die Potenzial Ihrer Mitarbeitenden ‚entfesseln‘ können.

Das erwartet Sie in der Studie:

  • Exklusive Daten zu den wahren Treibern von Anspannung und Zuversicht: Verstehen Sie die emotionale Lage Ihrer Mitarbeitenden.
  • Was brauchen motivierte Mitarbeitende jetzt wirklich, um durchzustarten? Entdecken Sie verborgene Potenziale.
  • Konkrete Handlungsimpulse für mehr Engagement und ein zukunftsfestes Unternehmen: Erhalten Sie einen klaren Fahrplan.

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… na sowas: Ausgerechnet gut gemeinte Frauen-Netzwerke können Ungleichheit verstärken

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 21. Dezember 2025

Frauen-Netzwerke gelten in vielen Unternehmen als zentrale Maßnahme, um den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen. Eine neue Studie von Prof. Dr. Karin Kreutzer, Patricia Hein und Maikki Diehl zeigt: Ob solche Formate tatsächlich Empowerment fördern oder unbeabsichtigt bestehende Ungleichheiten verfestigen, hängt entscheidend von ihrer Gestaltung ab.

„Viele Unternehmen wollen mit Frauen-Netzwerken Gleichstellung fördern. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass diese Initiativen schnell kontraproduktiv wirken können, wenn sie vor allem darauf abzielen, Frauen an bestehende – häufig männlich geprägte – Praktiken anzupassen“, erklärt Karin Kreutzer.

Besonders kritisch bewerten die Autorinnen ein paradoxes Muster: Obwohl Unternehmen Gleichstellung betonen, reproduzieren sie durch bestimmte Netzwerkformate subtile Formen von Diskriminierung. In der Forschung wird dies als „benevolent sexism“ bezeichnet – eine scheinbar wohlwollende Haltung, die Frauen als schutzbedürftige Empfängerinnen von Unterstützung adressiert und kollektives Handeln eher bremst als stärkt. Statt strukturelle Ungleichheiten zu hinterfragen, geraten Frauen so in die Rolle derjenigen, die sich an bestehende Macht- und Karrierelogiken anpassen sollen.

Dies gilt umso mehr, wenn Männer und Väter nicht gleichermaßen als Subjekte im Gleichstellungsdiskurs angesehen werden und eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Carearbeit nicht thematisiert wird.

Die Studie zeigt außerdem, unter welchen Bedingungen Frauen-Netzwerke ihr Potenzial entfalten können. Erfolgreich sind sie insbesondere dann, wenn:

  • sie auf konkrete Ergebnisse ausgerichtet sind statt auf symbolische Sichtbarkeit,
  • sie zukunftsorientiert arbeiten und nicht vermeintliche Defizite adressieren,
  • sie Hierarchien abbauen, sodass Frauen die Formate eigenständig prägen können.

Netzwerke sind also keine Reparaturinstrument für individuelle Defizite, sondern können Katalysator für strukturellen Wandel sein. Voraussetzung ist jedoch, dass sie nicht als gut gemeinte „Hilfe“ verstanden werden, sondern als Raum, um diskriminierende Strukturen sichtbar zu machen und zu verändern.

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Zwanzig Jahre VEND-eV – Wie sich Vaterschaft verändert hat und worauf es in Zukunft ankommt

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 28. November 2025

Als das Väterexpertennetz Deutschland (VEND-eV) 2005 gegründet wurde, war Vaterschaft noch ein Randthema. Männer galten überwiegend als Ernährer, pädagogische Fragen oder emotionale Nähe spielten in der öffentlichen Wahrnehmung kaum eine Rolle. Zwei Jahrzehnte später zeigt sich ein tiefgreifender Wandel – in den Lebensrealitäten von Vätern, in gesellschaftlichen Erwartungen und in den fachlichen Debatten, die VEND-eV maßgeblich mitgestaltet hat.

Vom Patriarchen zum Caring Father

Ein Blick in die Vergangenheit macht die Dimension sichtbar: Die Väter der 1960er Jahre waren geprägt von strenger Rollenaufteilung und körperlicher Distanz. In den 1990ern begann ein Bruch, doch viele Männer standen zwischen tradierten Erwartungen und fehlenden strukturellen Alternativen. Erst seit den 2000er Jahren etabliert sich Schritt für Schritt ein neues Leitbild – der Caring Father, der präsenter ist, Nähe zulässt und Alltagssorge teilt.

Gleichzeitig bleibt die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit bestehen: Viele Väter wollen es „besser machen“ als ihre eigenen, stoßen aber auf Vollzeitnormen, mentale Barrieren und institutionelle Hürden.

Neue Männlichkeiten, neue Baustellen

Der Wandel der Vaterschaft vollzieht sich parallel zu grundlegenden Veränderungen der Männerrollen. Der deutliche Bildungsrückstand junger Männer, die starke Bildungsabhängigkeit von Lebenszufriedenheit und die weiterhin ungleiche Erwerbsverteilung sind nur einige Beispiele für die Herausforderungen, die sich auf Vaterschaft auswirken.

Auch Männergesundheit rückt stärker ins Blickfeld: höhere Sterblichkeit in allen Altersgruppen, eine besonders hohe Suizidrate bei Männern um die 40, große Unterschiede in der Selbstfürsorge je nach Bildung. Es wird sichtbarer, dass Väterarbeit immer auch gesundheits- und sozialpolitische Arbeit ist.

Dazu kommt eine gewachsene Vielfalt: migrantische Väter, queere Familien, junge Männer zwischen Gleichberechtigungswunsch und Rollenambivalenz. Vaterschaft ist heterogener geworden – und verlangt differenzierte Antworten.

Was VEND-eV in den vergangenen 20 Jahren bewirkt hat

Das VEND hat sich in diesen zwei Jahrzehnten zu einem der zentralen Akteure der deutschen Väterpolitik entwickelt. Das Netzwerk bringt Praktiker und Wissenschaftler zusammen, hat Fachbücher mitgestaltet, politische Impulse gesetzt und wichtige Kooperationen aufgebaut – etwa mit der evangelischen Männerarbeit oder dem Bundesforum Männer. Nicht zuletzt bietet es einen Raum für persönlichen Austausch, der viele Fachkräfte durch Höhen und Tiefen der Väterarbeit begleitet hat.

Die Aufgaben der nächsten Jahre

Trotz der Erfolge liegt vor VEND und der Väterarbeit auch in Zukunft anspruchsvolle Herausforderungen.

Strukturelle Verankerung von Vaterschaft: Noch immer werden Väter in Kitas, Schulen oder Sozialarbeit oft nicht automatisch mitgedacht. Die Profession braucht verbindliche Verankerung in Ausbildungsgängen, bessere Daten zur Lebenslage von Vätern und stärkere interdisziplinäre Kooperation.

Nachwuchs gewinnen: Die Väterarbeit altert. Ohne jüngere Fachkräfte drohen wichtige Erfahrungen verloren zu gehen. Nachwuchsgewinnung ist eine der dringlichsten Aufgaben – nicht nur für VEND, sondern für das gesamte Feld.

Diversität ernst nehmen: Zukünftige Angebote müssen kulturelle Vielfalt ebenso berücksichtigen wie neue Familienformen oder unterschiedliche Männlichkeitsbilder. Das bedeutet: migrantische Väter einbeziehen, Regenbogenfamilien fachlich begleiten und Zugänge für verschiedene Vätertypen entwickeln.

Familienrecht geschlechtergerecht gestalten: Neue Lebensmodelle – vom Wechselmodell über Patchwork bis zum Co-Parenting – machen dringende Reformbedarfe im Familienrecht sichtbar. Väter benötigen Rahmenbedingungen, die Caring Fatherhood ermöglichen, statt sie zu erschweren.

Männergesundheit integrieren: Hohe psychische Belastungen und Übersterblichkeit von Männern machen deutlich: Väterarbeit muss Gesundheitsthemen künftig stärker einbeziehen, von Prävention bis zu niedrigschwelligen Beratungsangeboten, nicht nur in Krisensituationen.

Fazit

In zwanzig Jahren hat sich die Vaterschaft in Deutschland grundlegend verändert – und das VEND hat diesen Wandel aktiv begleitet. Doch der gesellschaftliche Aufbruch hin zu einer gleichberechtigten, fürsorglichen Vaterschaft ist noch nicht abgeschlossen. Die nächsten Schritte liegen in der strukturellen Verankerung, der Diversitätsorientierung, der Nachwuchsförderung und der Verbindung von Väterarbeit mit Fragen von Männlichkeit und Gesundheit.

Das Väterexpertennetz Deutschland bleibt ein unverzichtbares Netzwerk: als Fachforum, als politischer Akteur und als Motor für die Weiterentwicklung einer Väterarbeit, die die Lebenswirklichkeiten heutiger und zukünftiger Väter abbildet.

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Don’t worry, be Daddy

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 24. November 2025

JuViD, das Angebot für jugendliche Väter in Düsseldorf hat ein cooles Viedeo erstellt, dass zeigt, wie jungen Daddys geholfen werden kann

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