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Archiv für die 'good practice' Kategorie

Eltern als Team – Ideen eines Vaters für gelebte Vereinbarkeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 5. Mai 2021

Das ist der Titel des ‚konstruktiven Buches‘ von Birk Grüling, Jahrgang 1985 und selbst Vater eines Sohnes. Konstruktiv in dem Sinne, dass er Vereinbarkeit für möglich hält und sich vor dem Hintergrund der eigenen Erfahrungen selbstkritisch mit den Möglichkeiten und Hindernissen auseinandersetzt. Diese subjektive Perspektive wird ergänzt durch die Perspektive von 16 Praktiker:innen, Coaches, Therapeut:innen, Trainer:innen und Personalverantwortlichen sowie zahlreichen Vätern und Müttern, die ihr Ringen um eine gemeinsame Lösung beschreiben.

„Eltern als Team“, das ist die Übersetzung des seit langem geäußerten Wunschs junger Mütter und Väter nach einer partnerschaftlichen Aufteilung von bezahlter Erwerbsarbeit und unbezahlter Familien- bzw. Care-Arbeit. Vereinbarkeit geht nur gemeinsam, wenn überhaupt.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass sich ebenfalls Journalist:innen, Marc Brost und Heinrich Wefing mit „Geht alles gar nicht“ und Susanne Garsoffky und Britta Sembach mit „Die Alles ist möglich-Lüge: Wieso Familie und Beruf nicht zu vereinbaren sind“ ganz anders positioniert haben.

Aber auch Grüling macht an dieser Stelle keine falschen Versprechungen. Vereinbarkeit ist kein Sprint, den Mann oder Frau mal eben abläuft, sondern ein Marathon, der den permanenten Austausch zwischen Vater und Mutter erfordert. Und damit beginnen die werdenden Eltern am besten vor der Geburt.

Damit meint der Autor nicht nur die ‚Geburtsvorbereitung und den „Nestbau“, er skizziert quasi als Vorbereitung auf die Vereinbarkeit für eine gemeinsame ‚Familienvision‘ die natürlich voraussetzt, dass auch der werdende Vater eine Vorstellung davon entwickelt, welcher Vater er sein möchte. Wie dieser Visionsentwicklungsprozess aussehen kann, beschreibt er sehr anschaulich. „Die erste Frage für dich wäre also: Welches Bild von mir als Vater … habe ich selbst?“ und dabei geht es natürlich auch um die Auseinandersetzung mit den Erfahrungen mit dem eigenen Vater bzw. der eigenen Mutter.

Die Hinweise und Fragestellungen die Grüling an dieser, aber auch an vielen anderen Stellen formuliert, sind ein passendes Angebot und verleiten wirklich dazu, sich auf die entsprechenden Situationen und Herausforderungen einzulassen und im Anschluss daran, das Gespräch mit der Partnerin zu suchen.

Apropos Partnerschaft, dass es nicht nur um eine möglichst optimale und gleichberechtigte Aufgabenteilung geht, sondern um die Pflege einer Beziehung und die Selbstsorge, macht er in einem eigenen Abschnitt deutlich. Wie wichtig dies ist, macht das Zitat zu Beginn dieses Abschnitts deutlich, dass Jeder und Jede kennt, die schon einmal geflogen ist: „Im unwahrscheinlichsten Fall eines Druckverlusts falle automatisch Sauerstoffmasken aus der Kabinendecke … Atmen Sie normal weiter. Helfen Sie danach Kindern und hilfsbedürftigen Menschen.“ Nur in dieser Reihenfolge gelingen Beziehungen, Vereinbarkeit und Erziehung von Kindern.

Weitere Themen sind Elternzeit, Bedeutung und Auswahl von Kinderbetreuungseinrichtungen und die Routine, die sich irgendwann einstellt. Grüling spricht in diesem Zusammenhang auch von den „Drei Säulen der Vereinbarkeit“ und macht deutlich, dass sich zwar jedes werdende und gewordene Elternpaar für ihren Weg entscheidet, dass die Gestaltung der Rahmenbedingungen keineswegs nur Privatsache ist.

Diese eröffnen Möglichkeiten oder engen sie ein. Das fängt bei Regelungen im Steuer- und Sozialversicherungsrecht an, geht über die Kinderbetreuung und hört bei Regelungen zur Arbeitszeit noch lange nicht auf. Die „30 Stunden Woche“ taucht an vielen Stellen als Option auf und es wird deutlich, dass diese in der Lebensphase mit kleinen Kindern, der Weg sein kann, „Mental- und Financial Load“ gerecht zu verteilen und Väter und Mütter in die Lage zu versetzen, als Team zu agieren.

„Noch nie standen die Chancen besser, mit alten Werten zu brechen, der Last des alleinigen Ernährers zu entfliehen und die eigene Vaterrolle neu und anders zu gestalten.“ Lautet eine der Kernaussagen des Buchs, dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der Erfahrungen, die Familien in den vergangenen 14 Monaten gemacht haben. Der Ratgeber von Birk Grüling ist bestens dazu geeignet, die richtigen Lehren aus dieser Zeit zu ziehen und sich als werdende oder gewordene Väter und Mütter mit der eigenen Zukunft als Eltern und Paar auseinanderzusetzen.

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Coronakrise – Merkblatt für Männer unter Druck

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 25. März 2020

Die Zeichen verdichten sich, dass die mit der Corona-Krise verbundenen Einschränkungen zu einer Zunahme häuslicher Gewalt führen. 

Deshalb veröffentlichen die drei Dachorganisationen der Fachleute für Jungen-, Männer- und Väterarbeit in Deutschland (Bundesforum Männer), Österreich (Dachverband Männerarbeit Österreich) und der Schweiz (männer.ch) am Mittwoch, 25. März, ein „Survival-Kit für Männer unter Druck“.

Das Merkblatt formuliert Empfehlungen zum Selbstmanagement, damit Männer gewaltfrei durch die Krise kommen. Das Merkblatt liegt bereits in acht Sprachen vor. Weitere neun werden folgen (Serbokroatisch, Portugiesisch, Türkisch, Kurdisch, Arabisch, Farsi / Dari, Tigrinya, Russisch und Tamilisch).

Um der angespannten Lage in der Corona-Krise schnell Rechnung zu tragen, wurde das Projekt in hohem Tempo aufgegleist: Zwischen Idee und Umsetzung liegen nur gerade 48 Stunden: 6 erfahrene Fachmänner aus 3 Gewaltberatungsstellen (Agredis Luzern, mannebüro züri und Fachstelle Gewalt Bern) haben am Montag, 25. März, die Empfehlungen erarbeitet und fachlich abgestützt. 16 Übersetzer_innen haben die Empfehlungen am Tag darauf übersetzt.

Diese Initiative zur Prävention häuslicher Gewalt wurde von männer.ch im Rahmen des nationalen Programms MenCare Schweiz angeregt. Wir sagen ganz herzlich Danke an alle, die schnell und unkompliziert dazu beigetragen haben.

Merkblätter zum Downloaden

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7. Hessischen Vätertag – Väter im Blick

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 7. März 2019

Der „Hessische Vätertag“ wird am 16. Juni 2019 zum siebten Mal als Aktionstag an vielen Orten begangen, um die Bedeutung aktiver und moderner Vaterschaft für Kinder, Familie und Gesellschaft aufzuzeigen und zu würdigen. Der Aufruf dazu erfolgt dieses Jahr erstmals gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Väterarbeit in Hessen. Mit ihr spricht die hessenstiftung – familie hat zukunft Vätergruppen, Verbände und Unternehmen, Kindertageseinrichtungen und Schulen an, um für diesen Tag eine Aktion vorzubereiten und damit in die Öffentlichkeit zu gehen. Mit den Aktionen soll gezeigt werden, dass unsere Gesellschaft Väter, die sich verantwortungsvoll ihren Kindern zuwenden, braucht und ehren möchte. Für die Entwicklung eines Ehrentags für Väter bündelt die Stiftung die dezentrale Vielfalt mit einer eigenen Website und einem Facebook-Auftritt. Dort finden sich Anregungen und Ideen für die Gestaltung des Vätertages und die Dokumentationen der letzten Aktionstage.

Das Motto „Angebote für Väter“ betont, dass viele Einrichtungen und Organisationen die Zielgruppe der Väter neu in den Blick genommen haben. Der Geschäftsführer der Hessenstiftung Ulrich Kuther sagte dazu: „Väter in Bildung und Beratung in den Blick zu nehmen bedeutet, eine wichtige Ressource in der Prävention für die Kinder zu nutzen.“ Wie er als Vorsitzender der LAG Väterarbeit Hessen weiß, besteht der größte Teil der Arbeit mit Vätern schon darin, richtige Zugänge zu ihnen bei den geeigneten Anlässen zu entwickeln

Aktionen für einen Ideenwettbewerb können ab sofort bei der der hessenstiftung – familie hat zukunft angemeldet werden. Die Bewerbung ist bis 15. Mai möglich. Eine Jury wird zehn Aktionen für eine Förderung von jeweils 500,- Euro auswählen. Die Stiftung erstellt eine Aktionslandkarte der beteiligten Gruppen.

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Mein Papa liest vor

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 19. Dezember 2018

Vorlesen leicht gemacht – das ist die Idee hinter dem Projekt „Mein Papa liest vor!“, das die Stiftung Lesen 2010 zunächst in Hessen gemeinsam mit der hessenstiftung – familie hat zukunft gestartet hat. Zwischenzeitlich waren dank der Unterstützung weiterer Partner insgesamt elf Bundesländern an der Initiative beteiligt.

Immer wieder zeigten wunderbare Nachrichten der beteiligten Betriebe, wie sehr sich die Kinder der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freitags auf die „Mein Papa liest vor!“ – Geschichten freuen und wieviel Spaß das Vorlesen im Familienalltag macht.

Die zahlreichen Wünsche nach noch mehr Geschichten sowie die große Nachfrage zur Teilnahmemöglichkeit von Kindertagesstätten und Schulen haben die Stiftung Lesen bewegt, ein neues und noch breiteres Vorlese-Angebot zu entwickeln. Eines, das sich an alle Geschichtenliebhaber ab drei Jahren richtet: einfach vorlesen! Es ist ein speziell für die mobile Nutzung optimiertes Vorlese-Angebot, das wir als Stiftung Lesen gemeinsam mit der Deutsche Bahn Stiftung realisieren.

Somit wird der bisheriger Vorlese-Service „Mein Papa liest vor!“ Ende 2018 auslaufen, was kein Grund zur Sorge ist, denn schon jetzt steht Ihnen stattdessen unser neuer kostenloser Geschichten-Service „einfach vorlesen!“ zur Verfügung.

Unter www.einfachvorlesen.de erwarten Sie wöchentlich drei neue Geschichten: Zum Vorlesen ab drei Jahren, ab fünf Jahren und ab sieben Jahren.

Die Texte sind jeweils vier Wochen lang auf der Website abrufbar, egal ob mit Smartphone, Tablet oder PC. Sie können die Geschichten direkt mobil vorlesen oder auch vorher ausdrucken – es ist keine Anmeldung nötig. Um nichts zu verpassen, können Sie sich einfach über WhatsApp oder Facebook-Messenger von uns erinnern lassen.

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Braucht es (noch) einen Väterpreis?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 16. Februar 2015

Um die Antwort vorweg zu nehmen: JA! Als 2006 zum ersten Mal der Preis ‚Spitzenvater des Jahres vergeben wurde, haben sich viele darüber lustig gemacht oder den Vorgang einfach ignoriert. Über die „Partnermonate“ wurde zwar schon im Bundestag debattiert, aber viele waren der Überzeugung, dass es kein Wickelvolontariat brauche und Männer auch mit der Peitsche(Claus Kleber) nicht an den Herd gezwungen werden könnten. Ein Jahr zuvor war in der Frankfurter Allgemeinen in einem Kommentar zu lesen, Väter seien ein „Schwarzbrotthema“. Es gäbe viel zu kauen und zahlreiche Nachwirkungen. Von daher ist es wohl kein Zufall, dass dieser Preis 2015 zum 10ten Mal von einem Schwarzbrotproduzenten verliehen wird.

Mit dem Kienbär soll ebenfalls beispielhaftes väterliches Verhalten ausgezeichnet werden. Die möglichen Preisträger leben und wirken mit ihrer Haltung in Marzahn-Hellersdorf, sind also vor Ort wirksam und können anderen Männern und Vätern als Rollenmodelle dienen. Auch wenn Berlin bundesweit schon, was die Inanspruchnahme von Elternzeit angeht, zu den Spitzenreitern zählt, Vaterschaft endet nicht nach zwei, sieben oder zwölf Monaten. Die große Differenz zwischen denen, die sich im täglichen Alltag eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit wünschen (60%) und denen, die sie tatsächlich verwirklichen (14%), macht deutlich was noch zu tun ist. Kienbär, ihr Einsatz!

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Prinz William nimmt Vaterschaftsurlaub

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 18. Juli 2013

Er ist der künftige Thronfolger. Aber bei der Elternzeit geht es Prinz William wie allen anderen: Sobald sein Baby auf der Welt ist, bekommt der Helikopter-Pilot bei der Luftwaffe zwei Wochen Urlaub.

Genau wie die britische Gesellschaft hat auch die Königsfamilie ihre Ansichten in Sachen Geburt und Elternschaft in den vergangenen Jahrzehnten den Gepflogenheiten angepasst. Williams Vater, Prinz Charles, war bei der Geburt seiner beiden Söhne William und Harry dabei, und die Babys kamen, statt im Palast, in der Klinik zur Welt. Beides war bereits ein Bruch mit der Tradition der Royals. Nun aber wird William der erste aus der engsten Königsfamilie sein, für den der 2003 eingeführte Vaterschaftsurlaub gilt.

Einige Experten loben William als exemplarisch in einem Land, in dem es für junge Vater lange nicht üblich war, sich freizunehmen. Andere verweisen darauf, dass zwei Wochen nicht reichten und dass die sozialen und wirtschaftlichen Zwänge Väter immer noch davon abhielten, sich um ihre neugeborenen Babys zu kümmern.

„Es gibt den Aspekt, dass Arbeitgeber – und auch die Männer selbst – sie als die Ernährer sehen und diese Rolle beibehalten, auch wenn Kinder kommen“, sagt Jeremy Davies von der Expertengruppe „Fatherhood Institute“. „Es kann schwierig sein, sich davon abzusetzen.“

Nach britischem Recht stehen William zwei Wochen freie Zeit zu, die pauschal bezahlt werden – mit knapp 137 Pfund pro Woche (rund 160 Euro). Der Prinz ist aber privilegiert, denn die Streitkräfte zahlen als sein Arbeitgeber das volle Gehalt für zwei Wochen.

Nach Statistiken der Regierung nehmen zwei Drittel der jungen Väter in Großbritannien den Vaterschaftsurlaub in Anspruch – allerdings weniger als die Hälfte die gesamten zwei Wochen. Einige können den Urlaub nicht nehmen, weil sie selbstständig sind oder seit mehr als sechs Monaten ohne bezahlte Beschäftigung. Aber es gibt auch Väter, die es sich schlicht nicht leisten können.

Der Großteil der britischen Elternzeit steht den Müttern zu. Sie können sich bis zu ein Jahr von der Arbeit freistellen lassen. Allerdings werden auch sie nur 39 Wochen lang bezahlt und keineswegs mit dem vollen Gehalt. Vor kurzem wurde eingeführt, dass die Väter einen Teil dieser Elternzeit von den Müttern übernehmen und bis zu sechs Monate freinehmen können, wenn ihre Partnerin früher wieder arbeiten geht. Aber genutzt wird das bisher kaum. …

Jeremy Davies vom „Fatherhood Institute“ findet denn auch, dass William mit seiner Elternzeit ebenfalls ein Vorbild sei – im Rahmen seiner Möglichkeiten. „Wirklich fantastisch wäre es, wenn Prinz William sich für einige Zeit freinähme, um sich im ersten Jahr hauptsächlich um das Kind zu kümmern“, sagt er. „Das ist es, was eine wirklich enge Beziehung zum Kind schafft.“

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‚Papa ist auf Montage‘ – Väter in der JVA Bützow halten engen Kontakt zu ihren Familien

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 26. Mai 2013

„Mit dem Start des Modellprojekts „Papa ist auf Montage“ ist die Justizvollzugsanstalt Bützow am 31. Mai 2012 neue Wege im Strafvollzug gegangen. 20 inhaftierte Männer mit ihren Kindern und Kindesmüttern nahmen seitdem teil. Vor wenigen Tagen startete ein neuer Kurs mit weiteren zehn Männern und ihren Familien“, so Justizministerin Kuder.

Die Kurse beinhalten Seminare und ein Vätertraining. So lernt der Gefangene sein Kind verstehen und stärkt seine Erziehungskompetenz. Zusätzliche Besuchszeiten in einem separaten Raum in der JVA gehören dazu. Es ist eine gute Sache, im Strafvollzug den Blick auf die Verantwortung, die sie nach der Haftentlassung für das Kind wieder wahrnehmen sollen, zu behalten“, sagte die Ministerin.

Sie hob auch die Wichtigkeit des Projektes für die Kinder hervor, die oft gar nichts von der kriminellen Vorgeschichte des eigenen Vaters wissen. „Für Kinder bis zu zehn Jahren ist das Fernbleiben des Vaters oft besonders traumatisch. Beide Seiten sollten sich auch nicht voneinander entfremden. Wenn jedoch die Resozialisierung schon in der JVA beginnt, kann sich der inhaftierte Vater auf seine künftige Rolle nachhaltig vorbereiten. Parallel werden die betroffenen Mütter ebenfalls von der JVA unterstützt.“

In dem ersten Jahr haben sich bereits mehrere Anstalten für „Papa ist auf Montage“ interessiert. „Das zeigt, dass wir in Bützow mit dem familienfreundlichen Vollzug weit vorn sind. Ich danke der JVA für ihr Engagement und wünsche weiterhin viel Erfolg“, sagte Justizministerin Kuder.

Mit dem Projekt werden unter anderen folgende Ziele verfolgt:

  • Nachhaltige Stärkung der Familien und insbesondere der Vater-Kind Beziehung.
  • Die Handlungskompetenzen von Vätern werden stabilisiert, entwickelt und gefördert, so dass diese in der Lage sind, die Mütter in der Lebens- und Berufswegplanung zu unterstützen.
  • Aufrechterhaltung der familiären/sozialen Bindungen bis zum Haftende und darüber hinaus.
  • Kinder sind in der Lage mit der Situation des inhaftierten Vaters umzugehen.
  • Väter und Mütter verfügen über Schlüsselkompetenzen zur nachhaltigen Lösung von familiären Konflikten – auch über die Haftzeit hinaus.

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Familiengenossenschaft in Münster – Maklerin für Väter und Mütter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 15. Februar 2013

Wenn die Stadt es nicht richtet, kann es die Wirtschaft vielleicht besser? Eine neugegründete Familiengenossenschaft im Münsterland soll Eltern von Kleinkindern oder Angehörigen von Pflegebedürftigen helfen. Das teilte der Rheinisch-Westfälische Genossenschaftsverband (RWGV) mit. Bei der Vermittlung kann es neben der Kinderbetreuung und Ferienfreizeiten auch um Pflege und Hilfe im Haushalt gehen. Die Hilfe steht Mitarbeitern der Mitglieds-Unternehmen zur Verfügung – überwiegend kleine und mittlere Betriebe aus der Region. Es soll dazu beitragen, Familie und Beruf besser zu vereinbaren.

Gründungsmitglieder sind der IT-Dienstleister GAD Münster, die Firma Westfleisch und die Volksbanken Gronau-Ahaus und Oelde-Ennigerloh-Neubeckum. Das Projekt ist das erste seiner Art in NRW. Vorbild für dieses Projekt ist eine Familiengenossenschaft, die vor etwa sieben Jahren im Rhein-Neckar-Kreis aufgebaut wurde – allerdings haben sich in diesem Fall Tagesmütter zur ersten Familiengenossenschaft der Metropolregion Rhein-Neckar zusammengeschlossen und nicht Unternehmen, erläutert Stefanie Pfennig, die Vorsitzende der Familiengenossenschaft Münsterland.

Die betriebsübergreifende Familienhilfe funktioniert folgendermaßen: Mehrere Mitgliedsunternehmen beteiligen sich an einem der Angebote der Familiengenossenschaften, beispielsweise der haushaltsnahen Dienstleistungen oder der Betreuung von Kindern durch Tagesmütter. Auch die Pflege von Menschen mit Demenz gehört zu den Leistungen der neuen Familienhilfe. Die Partnerunternehmen entrichten dafür eine Jahresgebühr, die abhängig von der Anzahl der Mitarbeiter im Betrieb ist: Unternehmen mit 20 Mitarbeitern beteiligen sich beispielsweise mit 250 Euro jährlich. Betriebe, die profitieren wollen, müssen nicht selbst einer Genossenschaft angehören. Für jede erfolgreiche Vermittlung ist eine Vermittlungsgebühr fällig.

“Die Mitarbeiter der Partnerunternehmen wenden sich mit ihrem Bedarf unmittelbar an uns”, sagt Pfennig. Das heißt, sie müssen nicht den Umweg über die Betriebe gehen, in denen sie beschäftigt sind. Dabei unterhält die Familiengenossenschaft Münster mit ihren zwei Teilzeitkräften selbst keine Kindertagesstätten oder Pflegedienste. Vielmehr vermittelt sie Adressen, stellt Kontakte zwischen den Ratsuchenden und den Tagesmüttern, Pflegepersonal oder Haushaltshilfen her.

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Manager verabschiedet sich mit Video in die Elternzeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 25. Januar 2013

Seine letzten Tage bei Spreadshirt nutzt Andreas Milles zu einem Rundumschlag: Per Video und im hauseigenen Blog ruft er dazu auf, ihm Fragen jeglicher Art zu stellen. Milles, der einst als Brand Evangelist bei Spreadshirt einstieg und sich mittlerweile Brand & Communications Director nennt, geht Anfang Februar für ein Jahr in Elternzeit.

Er hat die Markenkommunikation des Leipziger Online-Bekleidungshändlers geleitet, war für TV-Spots, Kataloge, den Firmenblog und sonstige Social Media-Kanäle verantwortlich. Jetzt verabschiedet er sich von diesem Netzwerk und ermuntert gleichzeitig, ihm noch bis 28. Januar Fragen zu stellen.

Im Blog und bei Youtube sind bereits die ersten Fragen eingegangen. Sie reichen von der persönlichen Lebensplanung nach der Elternzeit über das „next big thing” im Internet bis zur Nachhaltigkeitsstrategie von Spreadshirt. Beantwortet werden die Fragen dann Anfang Februar – vermutlich wieder per Video.

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Jungen und Bücher

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 10. Dezember 2012

Spätestens seit den internationalen PISA-Studien ist bekannt, dass Jungen auch in Deutschland im Bereich Lesekompetenz schwächer abschneiden als Mädchen. Das liegt unter anderem daran, dass sie in ihrer Freizeit weniger lesen als Mädchen, dass ihre Lesemotivation geringer ausgeprägt ist und dass sie in der Schule selten Lesestoffe angeboten bekommen, die sie interessieren.

Obwohl die geringere Begeisterung der Jungen fürs Lesen offenbar ein internationales Phänomen darstellt, kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Ursachen in der Biologie der Geschlechterunterschiede liegen. Zum einen gibt es selbstverständlich auch männliche Leseratten (ebenso wie weibliche Wenig- oder Nicht-Leser), zum anderen lesen Jungen in Deutschland den IGLU-Studien zufolge in der Grundschule ähnlich gut und gerne wie Mädchen. Allerdings lässt sich feststellen, dass der „Leseknick“ im Übergang von der Kindheit zur Pubertät bei Jungen heutzutage früher einsetzt und stärker ausfällt als bei Mädchen.

Prof. Dr. Christine Garbe, die seit Jahrzehnten zum Thema „Gender und Lesen” forscht und lehrt  hat die Konzeption der Webseite boys & books entwickelt. Der Kinder- und Jugendbuchautor Frank Maria Reifenberg bringt die praktische Erfahrung aus Hunderten von Veranstaltungen mit der Zielgruppe in das Projekt ein. Er hat dazu spezielle Lesungen und Workshops zur Leseanimation nur für Jungen entwickelt.

Die Webseite “boys & books” unterscheidet sich von anderen Internet-Ressourcen zur Kinder- und Jugendliteratur in mehreren Aspekten:

Sie empfiehlt Kinder- und Jugendliteratur (speziell für Jungen) nach Kriterien einer leserorientierten Kinder- und Jugendliteraturkritik, während die meisten Webseiten mit entsprechenden Empfehlungen den Normen einer literar-ästhetischen Kritik folgen, wie sie in der Regel auch den Auszeichnungen für Kinder- und Jugendliteratur zugrunde liegen. Das Problem der üblichen Bewertung von Kinder- und Jugendliteratur aus der Perspektive erwachsener, oft literaturwissenschaftlich ausgebildeter “Literatur-Profis” besteht aber darin, dass die von ihnen empfohlenen Bücher nicht unbedingt den Geschmack der kindlichen und jugendlichen LeserInnen treffen.

Wenn erwachsene “Literatur-Agenten” nicht in diese Falle tappen wollen – also ihren eigenen Lesegeschmack mit demjenigen von Kindern und Jugendlichen zu verwechseln – müssen sie sich empirisch mit den Zielgruppen ihrer Empfehlungen auseinander setzen, das heißt die Lesegewohnheiten und den Lesegeschmack von Kindern und Jugendlichen empirisch erforschen. Neben literaturwissenschaftlicher Expertise ist darum die empirische Leseforschung das zweite Fundament, auf dem die Webseite “boys & books” basiert.

Die Konzeption des Leseprojekts zum Download gibt es hier.

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