der VÄTER Blog

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‚Für die Trennung kann ich nix und ich mag gerne bei beiden sein‘

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 25. November 2021

In der Schriftenreihe „ehs-Forschung“ der Evangelischen Hochschule Dresden (ehs) hat Nina Weimann-Sandig, Professorin für Soziologie und Empirische Sozialforschung an der ehs, die Ergebnisse ihrer explorativen Untersuchung zu Perspektiven von Familienmitgliedern auf das Wechselmodell veröffentlicht.

Das Wechselmodell gehört in Deutschland zu denjenigen Betreuungsmodellen, die als Alternative zum traditionellen Residenzmodell diskutiert werden. Während das Wechselmodell in anderen Ländern bereits rechtlich abgesichert wurde als zu präferierendes Modell nach der Trennung von Eltern, konnte sich Deutschland bislang dazu nicht durchringen. Die Diskussion über das Wechselmodell ist in Deutschland emotional stark aufgeladen und geprägt von den unterschiedlichen Interessen der Lobbyverbände getrenntlebender Väter und Mütter. Um eine Diskussion über elterliche Nachtrennungsfamilien objektiv führen zu können, braucht es deswegen empirisches Datenmaterial. Die vorliegende Studie analysiert die Perspektiven von betroffenen Müttern, Vätern und Kindern auf das Wechselmodell.

Im Koalitionsvertrag der ‚Ampel‘ ist zu diesem Thema zu lesen: „Wir wollen gemeinsam mit den Ländern die Erziehungs-, sowie Trennungs- und Konfliktberatung verbessern und dabei insbesondere das Wechselmodell in den Mittelpunkt stellen.“

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9 von 10 Vätern wollen Elternzeit nehmen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 19. November 2021

Fast alle zukünftigen Eltern wollen Elternzeit in Anspruch nehmen und viele wünschen sich bessere Arbeitszeitmodelle. Gleichzeitig wachsen die Erwartungen an Unternehmen und Organisationen im Bereich der Familienfreundlichkeit für Mütter und Väter.

Am Freitag hat das Väternetzwerk conpadres in Hamburg die Trendstudie “Zukunft Vereinbarkeit” der Öffentlichkeit vorgestellt. Forsa befragte für die repräsentative Trendstudie zukünftige Eltern nach ihren Plänen und Erwartungen. “Unsere Studienergebnisse zeigen deutlich, dass Männer und Frauen mit Kinderwunsch einen ausgeprägten Wunsch nach mehr Familienbewusstsein haben und erwarten, dass ihre Arbeitgebenden diesem mit passenden neuen Arbeitsmodellen proaktiv begegnen”, fasst der Initiator des Väternetzwerks conpadres, Volker Baisch, die Ergebnisse zusammen. Er warnt außerdem, dass fast zwei Drittel der Befragten ihre Arbeitgebenden wechseln würden, wenn diese nicht auf die Wünsche der Eltern ausreichend eingingen.

Elternzeit für alle

Väter wollen aber nicht nur familienbewusste Angebote. 93 Prozent der befragten zukünftigen Väter planen in Elternzeit zu gehen. Ein Ergebnis, das selbst den erfahrenen Väterspezialisten Baisch überrascht hat. “Wir beobachten schon seit Jahren, dass sich immer mehr Väter eine längere Elternzeit wünschen. Dass jetzt aber 93 Prozent der Väter Elternzeit nehmen wollen und die große Mehrheit sogar mehr als die klassischen zwei Partnerschaftsmonate, hat selbst uns überrascht.”

Vollzeit wird Auslaufmodell

Ein weiteres Ergebnis der Trendstudie ist, dass zukünftige Väter sich die Kindererziehung gleichberechtigter mit ihren Partner:innen teilen wollen. “Wir sehen deutlich, dass die künftigen Väter nicht nur flexibler, sondern auch weniger Stunden arbeiten wollen.” erklärt Baisch “Das ‘New Normal’ wird die 4-Tage-Woche, um Familie und Beruf im Gleichgewicht zu halten” schätzt der Unternehmensberater die Ergebnisse ein. Die Erkenntnisse aus der Studie setzten damit nicht nur in der Wirtschaft ein deutliches Zeichen, so Baisch, sondern seien auch richtungsweisend für die zukünftige Regierung.

Starke Väter bedeuten starke Unternehmen

“Das Land braucht keine neuen Väter, sondern eine neue Personalpolitik, einen modernen Unternehmergeist und eine Politik, die soziale Nachhaltigkeit in der Unternehmenswelt stärkt und fördert,” fasst Volker Baisch die Aufgaben zusammen, die sich aus den Ergebnissen für Arbeitgebenden und Politiker:innen ergeben. “Starke Väter bedeuten in der Folge starke und attraktive Unternehmen für die kommende Elterngeneration.”

Mit der Studie will die gemeinnützige Unternehmensberatung Potentiale für eine zukunftsweisende und gewinnbringende Perspektive für Mütter und Väter aufzeigen und Unternehmen wettbewerbsfähig halten. Laut Baisch sei das Kernproblem nicht nur die ungerechte Lastenverteilung bei der Carearbeit, sondern auch die damit zusammenhängende ungleiche Bezahlung. Der Experte für das Thema “Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Vätern” freut sich über die deutlichen Studienergebnisse: “Denn aus den Ergebnissen können wir konkrete Maßnahmen ableiten und so werden wir gemeinsam mit unseren 30 Mitgliedsunternehmen im Väternetzwerk conpadres den gesellschaftlichen Wandel hin zu einer chancengerechteren Arbeitswelt beschleunigen.”

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‚Aktive Vaterschaft ist der Trend der jungen Elterngeneration‘

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 25. Oktober 2021

David Juncke hat an dem gerade erschienen Väterreport mitgewirkt. Bei der Fachtagung der LAG Väterarbeit am 16. November wird er zentrale Ergebnisse präsentieren.

Herr Juncke, welche Botschaft verknüpfen Sie mit dem aktuellen Väterreports?

Vielen Vätern ist es heute wichtig, Zeit mit der Familie zu verbringen und die Familien- und Erwerbsarbeit mit der Mutter partnerschaftlich zu teilen. Die Umsetzung dieser Wünsche wird jedoch zum einen durch äußere Rahmenbedingungen, zum anderen durch die Haltung der Väter selbst erschwert.
Die Covid-19-Pandemie stellte Familien zusätzlich vor Herausforderungen, eröffnete jedoch gleichzeitig Chancen. Prognos untersuchte im Auftrag des Bundesfamilienministeriums die Wünsche der Väter von heute, deren Umsetzungsmöglichkeiten, Chancen und Hürden. Die neue Veröffentlichung ist ein Update und knüpft an die Väterreports vergangener Jahre an.

Was sind zentrale Ergebnisse des Väterreports Update 2021?

Während der Covid-19-Pandemie kümmerten sich viele Väter um die Bildung und Betreuung ihrer Kinder. Die Erfahrungen, die Familien, Politik und Wirtschaft in der Pandemie gemacht haben, können in Zukunft zu einem Treiber dafür werden, dass mehr Eltern partnerschaftlich Familie und Beruf vereinbaren können. Der Väterreport von Prognos untersuchte in diesem Zusammenhang, was sich Väter in Familie und Beruf wünschen und ob sie diese Wünsche inzwischen häufiger umsetzen. Welche Rolle spielen dabei Arbeitgeber oder betriebliche Rahmenbedingungen? Und welche Veränderungen und Chancen brachte die Covid-19-Pandemie mit sich? Hierzu wertete Prognos aktuelle und repräsentative Befragungen und amtliche Datensätze aus.
Betrachtet wurden die Väter aus verschiedenen Perspektiven: in ihrer Rolle in der Familie, im Beruf und in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie. Eine Sonderstichprobe untersuchte Väter, die heute nicht mehr mit ihren Kindern zusammenleben. Diese Gruppe von Vätern war in der bisherigen wissenschaftlichen Literatur unterrepräsentiert. Die Ergebnisse zeigen, dass sich auch für diese Väter das Leitbild von Vaterschaft verändert hat.

Kann die Pandemie auch als Chance für väterliche Engagement betrachtet werden?

Die Ergebnisse zeigen, dass Väter heute ganz andere Rollenbilder, Erziehungsziele und -prinzipien haben als früher und sie haben auch die Chance, diese zu verwirklichen. Viele Väter wollen sich mit den Müttern die Familien- und Erwerbsarbeit partnerschaftlich teilen – auch nach einer Trennung. Staatliche Leistungen wie Elterngeld und Elternzeit, die von immer mehr Vätern genutzt werden, unterstützen partnerschaftliche Vereinbarkeit. Auch die Unternehmen haben erkannt, dass sie ihr Angebot betrieblicher Personalpolitik auch auf Väter ausrichten müssen, um Vorteile bei der Mitarbeiterbindung und -gewinnung zu haben.
In der Pandemie kam es zeitweise zu einer unfreiwilligen Reduzierung der Erwerbstätigkeit von Vätern. Über flexible Arbeitszeitmodelle, Homeoffice und Arbeitszeitreduzierung konnte ein Teil der Väter erstmals erproben, wie ein partnerschaftliches Familienmodell im Familienalltag funktioniert. Auch Unternehmen zeigten sich in den Hochphasen der Pandemie aufgeschlossen und unterstützen Familien durch eine innovative Vereinbarkeitspolitik.

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Väter im Lockdown – die nicht erzählte Geschichte

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 11. Mai 2021

Das ‚Fatherhood Institute‘ stellt heute seine Studie „Lockdown Fathers, the untold story“ vor. Die Studie ist die erste, die detailliert aufzeigt, wie Großbritanniens Väter den Lockdown im Frühjahr 2020 erlebten: was sie taten, wie sie sich fühlten und welche Auswirkungen das auf ihre Kinder hatte.

Einigen ging es natürlich besser als anderen. Sie können alle Details in den Berichten auf der Website nachlesen. Aber in Kurzform ist die Geschichte so.

Väter:

  • verbrachten mehr Zeit mit ihren Kindern
  • bauten stärkere Beziehungen zu ihnen auf
  • halfen bei Hausunterricht und Hausaufgaben
  • wurden besser in der Kindererziehung
  • gewannen an Selbstvertrauen
  • haben mehr Einsicht in die Rolle ihrer Partner bei der Kinderbetreuung gewonnen
  • erledigten mehr Hausarbeit.

Die große Frage lautet also: Wie gehen die Geschichten weiter?

Quelle

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Väter packen (mit) an

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. März 2021

Viele Väter übernehmen während der Corona-Pandemie gemeinsam mit der Mutter die zusätzliche Betreuung der Kinder. 44 % übernehmen in der Krise mindestens die Hälfte der Kinderbetreuung. Das sind 5 Prozentpunkte mehr als vor der Pandemie.

Die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie führten daher in vielen Familien dazu, dass die Aufgabenteilung zwischen den Elternteilen partnerschaftlicher wurde. Immerhin 19 % der Eltern geben an, dass sie sich die Kinderbetreuung nun gleicher aufteilen. Bei 60 % der Eltern blieb die Aufteilung trotz der Pandemie insgesamt gleich. 21 % gaben allerdings an, dass die Aufgabenteilung insgesamt ungleicher wurde.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass auch nach der Corona-Pandemie viele Familien dieses „neue“, partnerschaftliche Modell beibehalten werden. Immerhin 44 % der Eltern, bei denen sich die Aufteilung der Kinderbetreuung hin zu einer partnerschaftlichen Aufgabenteilung entwickelt hat, wollen diese Aufteilung auch nach der Pandemie beibehalten. 43 % der Väter haben ihren Arbeitgebenden darauf angesprochen, dass sie wegen der Kinderbetreuung an ihren Arbeitszeiten, ihrer Arbeitsweise oder ihrem Arbeitsort etwas verändern möchten. Damit haben sie seltener das Gespräch gesucht als die Mütter.

Interessant ist, dass die Väter, die nicht mit ihren Arbeitgebern sprachen, dies fast nie mit einer negativen Reaktion seitens der Arbeitgebenden begründen. Nur 7 % geben an, dass sie davon ausgingen, dass der Arbeitgebenden kein Verständnis für sie haben würde.

Grundsätzlich haben die Kontaktbeschränkungen auch indirekt dazu beigetragen, dass Väter und Mütter Betreuungsprobleme anders lösen können. Knapp jeder dritte Vater arbeitet seit dem Inkrafttreten der Kontaktbeschränkungen mehr von zu Hause. 16 % geben an, dass sie zu anderen Zeiten arbeiten als vorher.

Unternehmen sprechen sich mehrheitlich gegen eine Retraditionalisierung der Elternrollen aus und damit für aktive Väter, die mit der Mutter gemeinsam die Kinderbetreuung übernehmen. 78 % stimmen der Aussage (eher) zu, dass in der Krise deutlich wird, wie wichtig es ist, dass sich Väter an der Kinderbetreuung beteiligen, damit nicht nur Mütter ihre Arbeitszeiten reduzieren.

Interessant ist, dass dabei keine relevanten Unterschiede zwischen den Branchen deutlich werden: Sowohl die Mehrheit der Unternehmen aus eher männer-dominierten Branchen als auch Unternehmen mit hohen Frauenanteilen geben an, aktive Vaterschaft zu unterstützen. Ebenso lehnt auch branchenübergreifend eine breite Mehrheit ab, dass Väter in der Krise auf die Elternzeit verzichten.

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… zum volkswirtschaftlichen Nutzen einer Politik der frühen Kindheit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. November 2020

In dieser Studie, deren Ergebnisse sicher auch auf Deutschland und Österreich übertragen werden können, wird (auch) der volkswirtschaftliche Nutzen der Arbeit mit Vätern und Beratungs- und Bildungsangebote für sie dargelegt

Die ersten Lebensjahre eines Kindes sind entscheidend für dessen weitere Entwicklung. Dasselbe gilt für die Rahmenbedingungen, die diesen Lebensabschnitt begleiten sollten. Sie sind unerlässlich, um Chancengerechtigkeit für jedes Kind zu gewährleisten und es in die Lage zu versetzen, sein Potenzial zu entfalten. Wenn jedes Kind schon vor dem Schuleintritt in seiner Entwicklung unterstützt wird, unabhängig von seiner familiären Situation und seinem Hintergrund, dann sind die langfristigen Vorteile gegeben: für das Kind in Bezug auf Bildung und berufliche Entwicklung, für die Eltern in Bezug auf den Zugang zum Arbeitsmarkt und das Lohneinkommen und schließlich auch für den Staat selbst.

Das vorliegende White Paper der Jacobs Foundation ist ein Novum: Zum ersten Mal wird für die Schweiz aufgezeigt, dass ein Ausbau der Betreuungsangebote im Frühbereich auch positive Auswirkungen auf die Schweizer Volkswirtschaft hat. Die Jacobs Foundation hat die diesem White Paper zugrundeliegende Studie von BAK-Economics und die darin durchgeführten Simulationen von verschiedenen namhaften Ökonomen und Politikern und Politikerinnen begleiten lassen, um einen qualitativ hochwertigen Prozess sicherzustellen.

Diese Studie ist das finale Projekt der Forschungsagenda der Jacobs Foundation, ein wesentliches Element ihrer Strategie 2016––2020 zur Verbesserung der Rahmenbedingungen im Bereich der frühen Kindheit in der Schweiz. Eine Strategie, die sowohl auf die Politik als auch auf die Wirtschaft abzielt, damit in unserem Land eine echte Politik der frühen Kindheit entwickelt werden kann.

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So verändert die Geburt des ersten Kindes die Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 14. August 2020

Das Leben von Eltern ändert sich mit der Geburt des ersten Kindes schlagartig. Werden sie erwachsener, weil sie neue Verantwortung zu übernehmen haben? Dieser Frage gingen Eva Asselmann und Jule Specht von der Humboldt-Universität zu Berlin nach. Die Psychologinnen werteten Daten von knapp 20.000 Personen aus dem Sozioökonomischen Panel aus, einer bevölkerungsrepräsentativen Langzeitstudie aus Deutschland. Die Forscherinnen untersuchten die fünf Persönlichkeitsmerkmale Offenheit, Geselligkeit, Gewissenhaftigkeit, Verträglichkeit und emotionale Stabilität in den Jahren vor und nach der Geburt des ersten Kindes.

Danach hatten Personen, die weniger offen für neue Erfahrungen waren sowie extrovertierte Menschen eine höhere Wahrscheinlichkeit, in den Folgejahren eine Familie zu gründen. Nach der Geburt ihres Kindes waren Eltern weniger offen und die Geselligkeit (Extraversion) nahm ab. Eine Erklärung: Mit einem Baby bleibt oft kaum Zeit, um neue Dinge auszuprobieren oder Freunde zu treffen.

Komplexere Effekte zeigten sich für die anderen Persönlichkeitsmerkmale Gewissenhaftigkeit, Verträglichkeit und emotionale Stabilität. Sie waren teilweise vom Alter und Geschlecht der Teilnehmenden abhängig.

So zeigte die Studie, dass jüngere Eltern im ersten Jahr nach der Geburt ihres Kindes deutlich gewissenhafter waren als in den Jahren davor und danach. Späte Eltern dagegen waren nach der Geburt des ersten Kindes sogar weniger gewissenhaft als zuvor. Eine mögliche Erklärung: Gerade junge Eltern müssen oft schlagartig Verantwortung übernehmen. Dagegen haben sich späte Eltern bereits einen sozialen Status erarbeitet, der es ihnen erlaubt, nach der Familiengründung beruflich kürzer zu treten.

Es sind jedoch weitere Untersuchungen notwendig, um zu prüfen, durch welche konkreten Veränderungen im Alltag sich die einzelnen Ergebnisse erklären lassen. Dass die Geburt des ersten Kindes grundsätzlich mit einer Persönlichkeitsreifung einhergeht, konnte in der Studie nicht bestätigt werden.

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Körperliches Spiel mit Vätern kann Kindern helfen, ihre Emotionen zu kontrollieren

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. Juni 2020

Kinder, deren Väter schon sehr früh mit ihnen spielen, können ihr Verhalten und ihre Emotionen möglicherweise leichter kontrollieren, was sich mit zunehmendem Alter und Schulbeginn positiv auswirkt.

Eine von der pädagogischen Fakultät der Universität Cambridge und der LEGO Stiftung durchgeführte Studie untersuchte, wie Mütter und Väter mit Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren spielen und wie sich dies auf die Entwicklung der Kinder auswirkt.

Obwohl es viele Ähnlichkeiten gibt, wurde festgestellt, dass Väter eher zu körperlichem Spiel wie Kitzeln, Jagen und Huckepackfahrten neigen, von denen die Forscher behaupten, dass sie den Kindern offenbar helfen, zu lernen, ihre Gefühle zu kontrollieren. In der Zusammenfassung der Studie heißt es:

Eltern-Kind-Spiel-Interaktionen in den ersten Lebensjahren sind mit positiveren kognitiven und sozio-emotionalen Ergebnissen für Kinder verbunden. Die überwiegende Mehrheit der bisherigen Forschung hat sich auf Mutter-Kind-Spiel-Interaktionen konzentriert, aber die potentiell positive Rolle der frühen Einbindung der Väter in das Leben der Kinder wird zunehmend anerkannt, wobei in vielen Ländern ein höheres Niveau der Betreuung durch die Väter zu verzeichnen ist.

Um das Wesen und die potenziellen Auswirkungen des Vater-Kind-Spiels zu charakterisieren, haben wir eine systematische Durchsicht der bis 2018 in psychologischen und pädagogischen Datenbanken veröffentlichten Literatur vorgenommen. Dabei konzentrierten wir uns auf Studien, die sich mit der Häufigkeit und den Merkmalen des Spiels von Vätern mit Kindern (im Alter von 0-3 Jahren) und den möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern befassen.

Wir sichteten 436 Artikel, die 78 Arbeiten zu den interessierenden Fragen ergaben. Es gibt 3 Schlüsselergebnisse. Erstens verbringen Väter einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit mit ihren Kindern in spielerischen Interaktionen, oft in Form von körperlichen Spielen wie Raufereien und Stürzen. Zweitens sind die Ergebnisse zwar uneinheitlich, aber alles in allem deutet die Evidenz darauf hin, dass die Spielfrequenz der Väter vom Säuglings- bis zum Vorschulalter zunimmt, mit einem anschließenden Rückgang des Spiels, wenn die Kinder die frühe bis mittlere Kindheit erreichen. Drittens legen Studien, die den Zusammenhang zwischen dem Spiel der Väter und den Ergebnissen der Kinder untersuchen, nahe, dass das Spiel der Väter in den ersten Jahren positiv zu den sozialen, emotionalen und kognitiven Ergebnissen der Kinder beitragen kann. Dieses Potenzial für einen substanziellen Nutzen für Kinder ist ein klarer Imperativ für politische Entscheidungsträger und Praktiker, Väter wie auch Mütter bei der Entwicklung positiver und spielerischer Interaktionen mit ihren Kleinkindern zu erleichtern und zu unterstützen.

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Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Väter in Kanada

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 17. Juni 2020

Pünktlich zum Vatertag hat die Canadian Men’s Health Foundation (CMHF) eine Studie darüber veröffentlicht, wie sich die Krise der öffentlichen Gesundheit auf die Beziehungen von Vätern zu ihren Familien sowie auf ihre eigene geistige und körperliche Gesundheit ausgewirkt hat.

Vom 8. bis 11. Mai sprachen sie mit 1.019 Vätern im Alter von 19 bis 74 Jahren aus dem ganzen Land.

Etwa 40 Prozent sagten, dass sich COVID-19 positiv auf ihre Rolle als Vater ausgewirkt hat, weitere 40 Prozent waren der Meinung, dass sich nicht viel geändert hat, während etwa 20 Prozent berichteten, dass sich die Lage verschlechtert hat.

Positiv ist zu vermerken, dass viele von ihnen es genossen haben, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen und sich stärker in ihr Leben einzubringen.

Mehr als die Hälfte der Befragten haben mehr Mahlzeiten mit ihren Kindern eingenommen (63,7 %), mehr Zeit mit ihnen verbracht (52,4 %) und Sendungen gemeinsam gesehen (51,6 %). Außerdem halfen 45,2% häufiger bei den Hausaufgaben ihrer Kinder mit und spielten Videospiele oder Sport.

Eine knappe Mehrheit hat in den letzten Monaten einen größeren Teil der Hausarbeit erledigt.

„Wenn die COVID-19-Sperre Väter dazu bewegt hat, sich mehr für ihre Kinder zu engagieren, könnte dies ein dauerhafter Nutzen für die öffentliche Gesundheit sein”, sagte Dr. Larry Goldenberg, Gründungsvorsitzender von CMHF. „Es ist jedoch klar, dass es eine Herausforderung für die Männer sein wird, weiterhin qualitativ hochwertige Zeit mit ihren Familien zu verbringen, sobald der tägliche Stress des Pendelns und der langen Arbeitszeiten wieder in ihr Leben Einzug gehalten hat.“

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Wird väterliches Engagement generationsübergreifend weitergereicht?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 5. Mai 2020

Sozialwissenschaftler untersuchten Daten von 2.970 US-Familien und fanden heraus, dass Väter, die im Alter von einem Jahr am Leben ihres Kindes beteiligt waren, Kinder hatten, die im Alter von neun Jahren von einer besseren Vater-Kind-Beziehung berichteten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Muster der Vater-Beteiligung und der Vater-Kind-Beziehungen über Generationen hinweg weitergegeben werden. 

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