der VÄTER Blog

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Reservierte Elternzeit für Väter – die Konsequenzen von ‚Väter – Quoten‘

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 23. März 2018

Um Väter zu motivieren, Elternzeit zu nehmen, haben zahlreiche Länder ihre Elternzeitprogramme reformiert, die Lohnersatzleistungen erhöht und Elternzeittage für Väter reserviert. Obwohl die Akzeptanz zugenommen hat, ist bislang unklar, wie Väter auf finanzielle Anreize oder die „Nur – Vater”-Etiketten reagieren. Auch wenn der Vaterschaftsurlaub vorübergehende Veränderungen in der Arbeitsteilung im Haushalt erleichtern kann, ist wenig darüber bekannt, ob diese Effekte auch in späteren Jahren anhalten.

Ankita Patnaik untersucht in der Studie „Reserving Time for Daddy: The Consequences of Fathers’ Quotas“ diese Fragen anhand des „Quebec Parental Insurance Program“ (QPIP), einer wegweisenden Reform des Elternurlaubs in Kanada, die die Leistungen für alle Eltern erhöht und einige Wochen für Väter reserviert hat.

Alle Analysen deuten darauf hin, dass QPIP die Teilnahmequoten der Väter um 250% und die Nutzungsdauer um 3 Wochen erhöht hat. Außerdem zeigen die Ergebnisse, dass Väter nicht nur auf die höheren Leistungen im Rahmen von QPIP reagierten, sondern auch auf das Etikett „nur für Väter”, das mit der Quote verbunden ist. Eine Kombination dieser beiden Faktoren führte zu einem dramatischen Anstieg der Beteiligung von Männern am Elternurlaub. Diese Studie liefert somit auch den Beleg dafür, dass Papa-Quoten eine starke Kennzeichnungswirkung haben können, wenn sie mit einem erhöhten Nutzen einhergehen.

Auch die Untersuchung der langfristigen Auswirkungen auf die Haushaltsdynamik liefert den Beweis dar, dass die Inanspruchnahme des Vaterschaftsurlaubs einen großen und anhaltenden Effekt auf die Arbeitsteilung im Haushalt haben kann: Haushalte, die das QPIP nutzen konnten, sind deutlich weniger auf eine traditionelle Arbeitsteilung ausgerichtet.

Die Forschungsergebnisse geben auch Aufschluss darüber, wie Elternzeitregelungen gestaltet werden können, um Väter zur Teilnahme zu bewegen, und sie deuten darauf hin, dass kleine Veränderungen in der anfänglichen Erziehungserfahrung nachhaltige Auswirkungen auf das Verhalten der Eltern haben können. Sie machen auch deutlich, dass die Menschen auf eine Kombination von Labels und finanziellen Anreizen reagieren – und dass das Verhalten, das zu Beginn der Elternzeit gelernt wurde, in späteren Jahren tendenziell anhält. Die Ergebnisse legen nah, dass es keinen Kompromiss zwischen Geschlechtergleichstellung und Elternzeit mit Kindern geben muss: Vaterschaftsurlaub kann die Verantwortung für die Haushaltsarbeit gleichmäßiger verteilen und die Zeit, die Väter mit ihren Kindern verbringen, erhöhen.

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‚Still face‘ – Die Wirkung von Vätern

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 22. Februar 2018

In diesem Video können Sie beobachten, wie Babys sich von einem sicheren und glücklichen Gefühl zu einem gestressten und verärgerten Gefühl verändern und was diese Verschiebung verursacht. Das berühmte „Still Face”-Experiment, das von Dr. Ed Tronick, Direktor des „UMass Boston’s Infant-Parent Mental Health Program“, entwickelt wurde, zeigt deutlich, wie tiefgreifend Babys auf ihr soziales Umfeld reagieren.

Längerer Mangel an Aufmerksamkeit kann ein Baby von einer guten Sozialisation zu einer schlechten bewegen. Zum ersten Mal wurde das Experiment mit Vätern und ihren Babys repliziert und gefilmt. Dr. Richard Cohen, Leiter des Projekts ABC am Children’s Institute, gibt eine einfühlsame Erklärung, was vor sich geht und warum Babys eine positive Interaktion brauchen. Dr. Tronick erklärt zu dem Video: “Ich habe noch nie eine schönere visuelle Erfassung des Still Face gesehen. Es ist einzigartig, weil es sich auf Väter konzentriert. Wunderbar. Auch die Erzählung ist genau richtig. Es ist klar, scharf und bewegend.”

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Zurück in die 50er? – Die Arbeitsteilung von Paaren

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 21. Februar 2018

AufgabenteilungPaarViele Paare leben heutzutage gleichberechtigt und die Aufgaben im Haushalt werden meistens gerecht geteilt. Doch nach der Geburt eines Kindes landen viele Paare wieder in den klassischen Geschlechterrollen. Wie kommt es dazu?

Nach der Geburt des ersten Kindes ändert sich die Aufgabenverteilung bei Paaren. Männer arbeiten häufiger als ihre Partnerinnen in bezahlten Berufen. Frauen hingegen verwenden mehr Zeit für den Haushalt und die Kinderbetreuung. Paare mit Kindern fallen also in traditionelle Geschlechterrollen zurück. Selbst, wenn sie vorher noch großen Wert auf eine gerechte Aufteilung gelegt haben. Das hat eine Studie zur Arbeitsteilung bei Paaren basierend auf Daten des Statistischen Bundesamtes ergeben.

2015 haben immer noch 60 Prozent der Deutschen der Aussage voll beziehungsweise eher zugestimmt, dass das Familienleben leidet, wenn die Mutter einen Vollzeitjob hat. – Christina Boll

Tatsächlich wünschen sich die meisten Paare aber eine gleichmäßige Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit. Doch ist die traditionelle Aufgabenteilung erst einmal etabliert, bleibt sie oft so, auch wenn die Kinder älter werden.

Das liegt sowohl an ökonomischen Gründen als auch an fehlenden positiven Rollenvorbildern. Gerade für Väter ist es oft noch sehr schwierig, länger Elternzeit zu nehmen oder anschließend Teilzeit zu arbeiten. Sie befürchten, dass es ihrer Karriere schadet, vor allem wenn Arbeitgeber der Elternzeit skeptisch gegenüber stehen. Das ist problematisch. Denn oft sind Partner gerade dann bereit, die klassischen Rollen aufzulösen, wenn die Väter auch eine Zeitlang alleine mit Kind zu Hause bleiben und die Mütter nach der Geburt wieder erwerbstätig sind.

Warum Paare mit Kind in die klassischen Geschlechterrollen zurückfallen, wieso das Problem vor allem in Westdeutschland auftritt und was man dagegen tun kann, das hat detektor.fm-Moderatorin Isabel Woop mit Volkswirtin Christina Boll besprochen. Sie hat die Studie „Die Arbeitsteilung im Paar“ geleitet und ist Forschungsdirektorin am Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI). Die Sendung können Sie nachhören.

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Was unterscheidet Väter und Mütter und warum?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 16. Februar 2018

25 Jahre nach der Veröffentlichung des Bestsellers „Men are from Mars, Women are from Venus” ist die Debatte darüber, wie und warum Männer und Frauen unterschiedlich sind und was das für ihre Rolle in der Gesellschaft bedeutet, noch lange nicht entschieden. Eine neue Pew Research Center Umfrage fand heraus, dass die Mehrheit der Amerikaner sagen, Männer und Frauen sind grundsätzlich unterschiedlich in der Art und Weise, wie sie ihre Gefühle, ihre körperlichen Fähigkeiten, ihre persönlichen Interessen und ihre Annäherung an die Erziehung zum Ausdruck bringen. Es gibt jedoch keinen öffentlichen Konsens über die Ursachen dieser Unterschiede. Während Frauen, die Unterschiede wahrnehmen, diese in der Regel auf gesellschaftliche Erwartungen zurückführen, weisen Männer eher auf biologische Unterschiede hin.

Die Öffentlichkeit sieht auch sehr unterschiedliche Erwartungen an Männer und Frauen, was ihre Rolle und Aufgaben in der Gesellschaft angeht. Eine große Mehrheit sagt, dass Männer unter großem Druck stehen, ihre Familie finanziell zu unterstützen (76%) und in ihrem Beruf oder ihrer Karriere erfolgreich zu sein (68%); viel kleinere Anteile sagen, dass Frauen in diesen Bereichen einem ähnlichen Druck ausgesetzt sind. Gleichzeitig sind Frauen, so sagen sieben in zehn oder mehr, starkem Druck ausgesetzt, ein engagiertes Elternteil zu sein (77%) und körperlich attraktiv zu sein (71%). Weitaus weniger sagen, dass Männer mit solchen Belastungen konfrontiert sind, und das gilt insbesondere, wenn es darum geht, sich körperlich attraktiv zu fühlen: Nur 27% sagen, dass Männer in dieser Hinsicht unter großem Druck stehen.

Auf die offene Frage, welche Eigenschaften die Gesellschaft bei Männern und Frauen am meisten schätzt, sind die Unterschiede ebenfalls auffällig. Die wichtigsten Antworten zu Frauen bezogen sich auf die physische Attraktivität (35%) oder die Pflege und Empathie (30%). Bei den Männern verwies ein Drittel auf Ehrlichkeit und Moral, während etwa jeder Fünfte auf beruflichen oder finanziellen Erfolg (23%), Ehrgeiz oder Führungsqualitäten (19%), Stärke oder Zähigkeit (19%) und eine gute Arbeitsmoral (18%) hinwies. Weitaus weniger nennen diese als Beispiele dafür, was die Gesellschaft an Frauen am meisten schätzt.

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Wo ist der Vater? Wir brauchen ein Umdenken in Bezug auf Familiendaten und -politik

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 13. Februar 2018

WhereisthedaddyDie dreijährige Studie „Where’s the Daddy?“ des britischen Fatherhood Instituts, die von der Nuffield Foundation finanziert wird, legt bis ins kleinste Details dar, wie zahlreiche, groß angelegte und wiederholte Querschnitt- und Längsschnittdatensätze (wie die Census- und die British Social Attitudes-Studie) Daten über britische Väter identifizieren, differenzieren und sammeln – oder allzu oft auch nicht.

In seinem Bericht schlägt das Fatherhood Institut vor, wie Forscher und politische Entscheidungsträger in Zukunft die Vielfalt der Vaterschaft im modernen Großbritannien besser erfassen können.

Erstens müssen die verschiedenen Arten von Vaterschaft, biologische, soziale, Adoptiv, Stief- … identifiziert werden, anstatt sie beiläufig in einen Topf zu werfen.

Zweitens müssen getrenntlebende Väter neu klassifiziert werden, je nachdem, ob und wie viel Zeit sie mit ihren Kindern zusammenleben: Vollzeit-, Teilzeit-, Teilzeit- oder Nichtinländer. Solche Väter werden typischerweise als “nicht gebietsansässig” oder gar als kinderlos eingestuft. Tatsächlich verbringen sie oft sehr viel Zeit (sogar so viel wie die Mutter) mit ihren Kindern und sind für sie und ihre langfristige Entwicklung sehr wichtig.

Sie können alle „Where’s the Daddy?“ Berichte herunterladen. Die Kurzfassung, den Kurzbericht und den Gesamtbericht finden Sie hier. Sie sind alle Teil einer Serie namens Contemporary Fathers in Großbritannien, die von der Nuffield Foundation finanziert wird.

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Beitragsfreie Kitas verändern Frauenerwerbsquote nicht

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 30. Januar 2018

Mütter weiten ihr Arbeitsangebot nicht aus, wenn ihnen eine kostenlose Kindertagesbetreuung zur Verfügung steht. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) veröffentlicht hat. Zwar steigert die Beitragsfreiheit die Kita-Besuchsquote von Kleinkindern, doch das familienpolitische Ziel einer Stärkung der Frauenerwerbstätigkeit wird verfehlt.

Die Studie von Anna Busse und Christina Gathmann, Ökonominnen an der Universität Heidelberg, untersucht anhand von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) aus den Jahren 2010 bis 2015, wie sich die Abschaffung der Gebühren für Kindergärten und Kindertagesstätten in verschiedenen Bundesländern auf die Betreuungssituation, Erwerbstätigkeit und kindliche Entwicklung ausgewirkt haben. Das letzte Kindergartenjahr ist inzwischen in neun der elf alten Bundesländer beitragsfrei. Drei dieser Länder haben die Beitragsfreiheit bereits auf jüngere Kinder ausgeweitet.

Die Einführung des kostenlosen letzten Kindergartenjahres hatte auf die Besuchsquote, die in dieser Altersgruppe bereits vor der Beitragsfreiheit bei 97 Prozent lag, praktisch keinen Einfluss. Bei den Zwei- bis Dreijährigen erhöhte die Reform hingegen die Besuchsquote um 8 Prozentpunkte. Besonders stark fiel der Anstieg bei Kindern aus einkommensschwachen Familien aus. „Diese Entwicklung ist positiv zu bewerten, da Kinder aus ärmeren Bevölkerungsschichten in einem qualitativ hochwertigen Betreuungsangebot besser ihre Fähigkeiten und Kompetenzen entwickeln können“, erklärt Wirtschaftsprofessorin Christina Gathmann. Insbesondere Mädchen profitieren der Studie zufolge von der außerhäuslichen Betreuung.

Insgesamt habe die Einführung der Beitragsfreiheit aber hauptsächlich zu „Mitnahmeeffekten“ geführt, die zwar das Familienbudget erhöhen, jedoch die gewählte Kinderbetreuung nur unwesentlich beeinflussen. Außerdem fanden die Forscherinnen kaum positive Wirkungen auf die Erwerbsbeteiligung oder die wöchentliche Arbeitsstundenzahl von Müttern. Eher scheinen die Familien das zusätzliche Einkommen zu nutzen, um das Arbeitsangebot der Mütter zu verringern.

Das Ziel, durch die Bereitstellung beitragsfreier Betreuungsplätze die Erwerbstätigkeit und damit die ökonomische Eigenständigkeit von Frauen, vor allem von Alleinerziehenden, zu erhöhen, werde jedenfalls durch diese Politik nicht erreicht, so das Fazit der Untersuchung.

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Die Wurzeln des Gender Pay Gap liegen in der Kindheit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. Januar 2018

child_penalityEs ist bekannt, dass die Elternschaft Karrieren von Frauen zu beeinträchtigen, nicht aber die von Vätern. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Kinder das Lebenseinkommen von Frauen senken, ein Phänomen, das als „Kinderstrafe” bekannt ist. Eine Vielzahl von individuellen Entscheidungen erzeugt diesen Effekt: Einige Frauen arbeiten weniger oder gar nicht, wenn ihre Kinder jung sind. Andere wechseln zu familienfreundlicheren, aber geringer bezahlten Arbeitsplätzen. Auch bei der Höhe des Verdienstrückgangs gibt es erhebliche Unterschiede, die von Null bis zu 100 % reichen (bei Frauen, die ihre Erwerbstätigkeit ganz einstellen).

Eine neue wissenschaftliche Arbeit deckt einen interessanten Faktor auf, der dabei hilft, vorherzusagen, ob der Rückgang des Einkommens einer Frau aufgrund von Kindern wahrscheinlich groß oder klein sein wird: die Entscheidungen, die während ihrer Kindheit von ihrer eigenen Mutter getroffen wurden. Die Autoren der Studie, Henrik Kleven von der Princeton University, Camille Landais von der London School of Economics und Jakob Sogaard vom dänischen Steuerministerium, nutzten administrative Daten aus Dänemark, die die gesamte Bevölkerung des Landes über Generationen hinweg abdecken. Sie definierten die „Kinderstrafe“ als den Betrag, um den der Verdienst von Frauen nach der Geburt von Kindern hinter dem von Männern zurückblieb.

Von 1980 bis 2013 betrug die langfristige „Kinderstrafe“ etwa 20%. Da sich das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen in diesem Zeitraum insgesamt verringert hat, machte die Kinderstrafe bis 2013 fast die gesamte verbleibende Einkommensdifferenz zwischen den Geschlechtern aus. Bevor sie Mütter werden, hält das Einkommen von Frauen mehr oder weniger Schritt mit dem der Männer. Erst wenn sie Kinder haben, verlangsamen sich ihre wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten.

Als die Forscher mögliche Ursachen für dieses Phänomen erforschten, stellten sie fest, dass Frauen, die in Familien aufwuchsen, in denen die Mutter im Verhältnis zum Vater viel arbeitete, relativ kleine „Kinderstrafen“ erlitten. Umgekehrt waren diejenigen, deren Mütter zuhause geblieben sind, eher geneigt, ihre Karriere einzuschränken. Dies deutet darauf hin, dass Frauen, wenn es darum geht, Beruf und Familie in Einklang zu bringen stark von den Beispielen ihrer eigenen Mütter beeinflusst werden. Die Arbeitsmuster der Schwiegereltern einer Frau hatten keinen Einfluss auf die Strafe für ihr Kind, was darauf hindeutet, dass die Entscheidungen der Frauen nicht von den Präferenzen beeinflusst werden, die ihre Partner während der Kindheit entwickelt haben.

Mütter, die wollen, dass ihre Töchter das geschlechtsspezifische Lohngefälle überbrücken können mit gutem Beispiel vorangehen, wenn diese jung sind.

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Management ständiger Erreichbarkeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 18. Januar 2018

Viele Menschen sind heute für Ihre Arbeit immer und überall erreichbar – ist das Segen oder Fluch? Wie kann man mit Erreichbarkeit umgehen? Das Projekt „MASTER – Management ständiger Erreichbarkeit“ von der Uni Freiburg und dem ISF München untersucht diese Fragen gemeinsam mit verschiedenen Unternehmen aus der IT-Branche. MASTER wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit gefördert; die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) begleitet das Projekt fachlich.

Die erste Projektphase konnte Ende 2017 erfolgreich abgeschlossen werden. Die erarbeiteten Maßnahmen sind in einem Erklär-Video zusammengefasst.

„Wir sind sehr zufrieden damit, welchen Anklang das Thema Erreichbarkeit bei den Kooperationsunternehmen gefunden hat“, so Dr. Nina Pauls von der Universität Freiburg. „Insgesamt wurden mehr als 40 Beschäftigte interviewt, über 400 Personen nahmen an Online-Befragungen teil.“ Die ebenfalls auf kostenlos verfügbare Broschüre „Ständige Erreichbarkeit – Ursachen, Auswirkungen, Gestaltungsansätze“ fasst die gesammelten Erkenntnisse zusammen.

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Familienzeit – Wie die Erwerbsarbeit den Takt vorgibt

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 17. Januar 2018

Die in den letzten Jahrzehnten gestiegene Frauen- und in weiterer Folge Müttererwerbstätigkeit, gepaart mit einer Flexibilisierung in der Arbeitswelt mit unterschiedlichen Arbeitszeiten der einzelnen Familienmitglieder führt zu weniger gemeinsam verbrachter Zeit als Familie.

Der nun vorliegende Forschungsbericht untersucht die Zeitbelastungen österreichischer Familien und deren Wunsch nach mehr Familienzeit. In weiterer Folge werden unterschiedliche Arbeitszeitmodelle besprochen, die es Familien ermöglichen können, mehr Zeit miteinander zu verbringen und Praxisbeispiele auf staatlicher bzw. kommunaler und betrieblicher Ebene gegeben. Abschließend werden Vorschläge zur Novellierung im Arbeitszeitrecht auf gesetzlicher Ebene, in Kollektivverträgen und in Betriebsvereinbarungen dargelegt:

„… Sowohl unter dem Blickwinkel der Gleichstellung von Frauen und Männern als auch im Hinblick auf die gestiegenen Koordinationsanforderungen und sonstigen innerfamilialen Erwartungshaltungen, wäre vielmehr zu fordern, dass sowohl Väter wie Mütter ihr Arbeitszeitverhalten grundsätzlich ändern und auf einem gleichen Zeitniveau angleichen können, das unter der heutigen Normalarbeitszeit, jedenfalls aber unter der heutigen tatsächlichen durchschnittlichen Arbeitszeit von Männern liegt. Damit verbindet sich die Debatte um die Familienzeit sowohl mit der Debatte um Arbeitszeitverkürzung als auch mit der Teilzeitdebatte.“

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Wo Karriere und Kinder gut zusammengehen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 8. Januar 2018

KuK_Indey_DeFoEin neuer Index zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie zeigt große Unterschiede in Europa: Während die skandinavischen Länder erwartungsgemäß am besten abschneiden, erreicht Schlusslicht Portugal nicht einmal ein Drittel der Höchstpunktzahl. Das zeigt eine neue Studie, in der die familienpolitischen Bedingungen, die Arbeitsmarktstruktur und soziale Normen in 30 europäischen Ländern untersucht wurden.

Bei dem Versuch, Kinder und Karriere zu vereinbaren, gibt es zahlreiche Stolpersteine: Chefs oder Unternehmen, für die flexible Arbeitszeiten und Homeoffice undenkbar sind, fehlende Betreuungsplätze für den Nachwuchs oder auch einfach nur eine soziale Umgebung, in der erwartet wird, dass die Mutter zu Hause bei den Kindern bleibt. Grob lassen sich diese Stolpersteine drei verschiedenen Gruppen zuordnen: familienpolitische Bedingungen, Arbeitsmarktstrukturen und soziale Normen.

Anna Matysiak vom Vienna Institute of Demography und Dorota Węziak-Białowolska von der Harvard University haben diese Bedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nun in 30 europäischen Ländern untersucht und verglichen. Herausgekommen ist ein Index, an dessen Spitze die skandinavischen Länder stehen.

Um überhaupt einen aussagekräftigen Index erstellen zu können, haben die beiden Wissenschaftlerinnen verschiedene Parameter in den Ländern untersucht. Für die familienpolitischen Bedingungen berücksichtigten sie zum einen die Kinderbetreuung, also wie viele Stunden die Kinder im Schnitt betreut werden, wie viele Kinder auf einen Erzieher kommen und wie viel ein Betreuungsplatz kostet. Zum anderen schauten sie auf die Bedingungen für Elternzeit und Elterngeld bei Müttern und Vätern sowie die Möglichkeit, bei einer Krankheit des Kindes zu Hause zu bleiben. Wie schwer oder leicht es Mütter auf dem Arbeitsmarkt haben, lasen die Autorinnen der Studie daran ab, wie viele Frauen ihre Arbeitszeit frei oder flexibel einteilen konnten, wie hoch der Anteil der gut bezahlten Teilzeitstellen ist und wie stark der (Wieder-) Einstieg in die Arbeitswelt erschwert wird.

Zu guter Letzt wurden noch die vorherrschenden sozialen Normen anhand von fünf Fragen analysiert. Ob eine arbeitende Mutter genauso gut für ihre Kinder sorgen kann wie eine Hausfrau oder ob der Vater ebenso wie die Mutter für die Betreuung der Kinder geeignet ist und zuständig sein sollte, wurde hier beispielsweise abgefragt. Verwendet wurden Daten aus den Jahren 2008 bis 2009.

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