In der Wochendausgabe der Times beschreibt William Leith, selbst Trennungsvater, die Leiden der Väter, die ihre Kinder nicht oft genug sehen können. Die Väter, Prominente wie Bob Geldorf und Dougray Scott, aber auch Väter aus der Nachbarschaft beschreiben eindrucksvoll ihre Gefühle, die Sie bei den Momenten mit ihren Kindern haben und die Sorgen und Nöte, die die Trennung verursacht hat.
‘… And then I would hear Billy’s voice. My son! There was always a rush of emotion, a balloon expanding in my chest. As a father, when you are separated from your child, you feel vulnerable, even if you see him a lot. It’s the separation. It’s the sense of not belonging. You stand on the doorstep, and you hear your son’s voice, and you feel two things, the tremendous rush of love for your son existing inside the hollow pang of separation. The door opens. Now you must say something. It’s not surprising that your voice sounds weird. …
When you have children, the centre of your world changes. To have them taken away from you is incredibly painful and disorientating. I look at the world in a different way now. Lots of things have been tarnished. I’ve found it difficult to meet someone else and to trust another person. …’
Die Schlussfolgerungen, die Dougray Scott aus der Trennungssituation zieht, machen die Parallelen zur aktuellen Diskussion um Sorgerecht hierzulande deutlich:
‘I would like to see my children more often than I do. Weiterlesen »
In einem Gastkommentar in der Wiener Zeitung weist Robert Boder auf die Hemmnisse bei der Väterkarenz in Österreich und die Stolpersteine bei der Diskussion um ein gemeinsames Sorgerecht hin. Parallelen zur Situation in Deutschland sind offensichtlich.
‚Die Diskussion zur verpflichtenden gemeinsamen Obsorge beider Eltern nach der Trennung öffnet auch den Blick auf die Ursachen für Konflikte, bei wem die Kinder nach der Trennung bleiben und wie oft sie der andere sehen darf.
Die Vorsitzende der Familienrichter, die dieses Modell mittlerweile befürworten, Doris Täubel-Weinreich, hat Kritikern, die mehr Väter in Karenz fordern, ein interessantes Argument entgegengehalten: Die Väter müssen ja meist arbeiten.
… In allen Schichten treffen einander Elternteile, bei denen er um einiges mehr verdient als sie. Danach entscheidet sich, wer bei den Kindern daheim bleiben darf und wer arbeiten gehen muss. Die meisten Eltern wollen ihren Kindern höheren Lebensstandard und Ausbildung bieten, als sie selbst haben. Das kostet Geld. So geht meist der mit den besseren wirtschaftlichen Aussichten einer Erwerbsarbeit nach.
Ein zusätzliches Hemmnis bei der Väterkarenz ist, dass Väter nicht in gleichem Maße vor Kündigung oder Entlassung geschützt sind, beginnt der Schutz doch erst nach Geburt des Kindes und wenn die Karenz angemeldet ist. Väter riskieren so frühzeitig, dass ihr Arbeitsplatz, der das höhere Familieneinkommen sichert und eine Familie meist über Karenzzeiten bringt, gefährdet ist. Bei der Trennung wirkt sich das auf den Verbleib der Kinder aus; oft wird argumentiert, dass die Väter ja nicht in Karenz waren, sich nicht eingebracht haben.
… Väter befinden sich so in der Situation, dass sie durch die Berufswahl mehr verdienen, kaum auf besser verdienende Frauen treffen, die sie bei den Kindern daheim versorgen und auf Grund von Stereotypen nach der Trennung, trotz Karenz, ihre Kinder verlieren könnten.’
Die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit und PartnerInnenwahl auf Augenhöhe sind erste Schritte aus dem oben skizzierten Dilemma.
“Was Erwachsene ihren Kindern antun, wenn sie den Kontakt zu einem Elternteil nicht mehr zulassen, ist emotionaler Missbrauch.” Das sagt Hans-Otto Burschel, Direktor und Familienrichter am Amtsgericht Bad Salzungen. Dabei gehe es nur um die Macht, dem Expartner übel mitzuspielen.
Dass Kinder unter diesen “Machtspielen” ein Leben lang leiden, belegen entsprechende Langzeitstudien. Nach Recherchen der Journalistin Katrin Hummel können gerade in Deutschland Väter zu einfach “entsorgt werden”. Das hat auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg so bewertet. Im Dezember 2009 urteilte er, dass bei der Vergabe des Sorgerechts ledige Väter diskriminiert werden. Die deutsche Regierung wurde aufgefordert, das Sorgerecht zu reformieren. Bis jetzt hat sich nicht viel getan.
Unter welch dramatischen Folgen Kinder leiden, belegt das Schicksal von Edgar P. – einem heute erwachsenen Trennungskind. Er betreibt ein Forum für erwachsene Scheidungskinder.
Wie kann man die Rechte der Kinder bei Trennungen und Scheidungen der Eltern besser schützen? Wie müsste das deutsche Umgangs- und Sorgerecht reformiert werden? Welche Möglichkeiten haben Familienrichter und Anwälte? Diese und andere Fragen diskutieren in der mdr Sendung ‚Fakt ist’ die Rechtsanwältin Monika Hofmann, der Familienrichter Hans-Otto Burschel, die Journalistin und Buchautorin Katrin Hummel und Edgar P. .
Sendetermin ist Montag, der 3. Mai um 22:10 Uhr, Wiederholung am Dienstag, 4. Mai 2010 um 12:30 Uhr
Das neue DJI – Bulletin zum Thema “Geteilte Sorge. Wie sich die Trennung der Eltern auf Kinder auswirkt – und die Familien einen Neuanfang meistern können” ist erschienen.
Wenn eine Familie auseinander bricht, sind Kinder oft die Leidtragenden. Doch die Trennung der Eltern muss nicht zwangsläufig zum Trauma werden. Die Forschung widerlegt inzwischen viele gängige Vorurteile. Die aktuelle Ausgabe begibt sich gemeinsam mit der renommierten Scheidungsforscherin Sabine Walper auf Spurensuche, wie sich die Trennung auf Väter, Mütter und vor allem Kinder auswirkt und wie die Familien einen Neuanfang meistern können. Ein weiteres Thema sind die neuen Mindeststandards für Tagesmütter.
Der Inhalt von Heft 89
Walter Bien: Armutsrisiko Trennung
Christian Alt und Andreas Lange: In der Negativ-Spirale
Interview mit Psychologin Sabine Walper: ‚Die Trennung kann für Kinder eine Erlösung sein’
Michaela Schier und Anna Proske: Ein Kind, zwei Zuhause
Jörg Fichtner: Verständnis statt Vorwürfe
Maria Burschel: Sorge um den Vater
Heinz Kindler: Neuanfang ohne Angst
Birgit Riedel: Neue Spielregeln
Matthias Brüll, Astrid Kerl-Wienecke, Gabriel Schoyerer und Lucia Schuhegger: Beruf: Tagesmutter
Lucia Schuhegger und Barbara Thiessen: Dokument des Unsichtbaren
DJI Bulletin PLUS: Susanne Nothhafft: Familienrecht im Wandel
Der Kinofilm ‚Der entsorgte Vater’ muss in Teilen geändert werden. Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf entschied heute, dass Regisseur Douglas Wolfsperger in seinem Film ein für zwei Sekunden gezeigtes Foto seiner damals dreijährigen Tochter nicht zeigen darf.
Das Gericht gab damit der Mutter des Mädchens recht, die gegen die Veröffentlichung des Bildes rechtliche Schritte eingeleitet hatte. Das OLG argumentierte, das Recht des Kindes am eigenen Bild wiege schwerer als das Informationsinteresse der Öffentlichkeit. Das Foto des Kindes müsse in dem Film unkenntlich gemacht werden.
In dem Streifen geht es um unverheiratete Väter, denen das Sorgerecht für ihre Kinder verwehrt ist; Wolfsperger schildert in dem Film seine eigene Lebenssituation und zeigt ein Bild seiner Tochter. In dem Dokumentarfilm werden die Geschichten von insgesamt fünf Vätern vorgestellt, denen der Umgang mit ihren Kindern aus den unterschiedlichsten Gründen verwehrt bleibt.
… titelt der Focus seine aktuelle Ausgabe zum Thema Scheidungskinder und gibt damit den sehnlichsten Wunsch der Kinder wieder, für die eine Trennung der Eltern das größte anzunehmende Unheil werden kann.
‚Vergesst nie: Ich bin das Kind von euch beiden. Ich habe jetzt zwar einen Elternteil, mir dem ich vielleicht öfter zusammen bin und der die meiste Zeit für mich sorgt. Aber ich brauche den anderen genauso.
Fragt mich nicht, wen von euch beiden ich lieber mag. Ich habe euch beide gleich lieb. Macht den anderen also nicht schlecht vor mir. Denn das tut mir weh.
Helft mir, zu dem Elternteil, bei dem ich nicht ständig bin, Kontakt zu halten.
Wählt für mich seine Telefonnummer oder schreibt die Adresse auf einen Briefumschlag. Helft mir, zu Weihnachten oder zum Geburtstag ein schönes Geschenk für den anderen zu basteln oder zu kaufen. Macht von den neuen Fotos von mir immer einen Abzug für den anderen mit.
Redet miteinander wie erwachsene Menschen. Aber redet. Und benutzt mich nicht als Boten zwischen euch – besonders nicht für Botschaften, die den anderen traurig oder wütend machen. …’
In dem Heft gibt es Beiträge zu folgenden Themen:
Schicksal Scheidung: Loyalitätskonflikte und Schuldgefühle – wie Kinder leiden, was Eltern tun können
Protokoll: Josephine, Tochter des Schauspieler-Paares Kroetz/Relin über das Zerbrechen ihrer Familie
Kodex: Verhaltensregeln für getrennte Eltern
Interview: Der Schweizer Kinderforscher Remo Largo über die Ängste von Kindern
Vater-Rechte: Was bringt das Sorgerechts-Urteil aus Straßburg?
Für 0,80 € können Sie die komplette Titelstory im pdf Format hier herunterladen.
In einem Interview mit dem PresseAnzeiger erläutert Jörg Mathieu, Herausgeber der Zeitschrift Papa-ya, welche Bedeutung die Zeitschrift in der Diskussion um Trennung und gemeinsames Sorgerecht hat:
PresseAnzeiger:Gerade erscheint die 2. Ausgabe ihres Magazins “Papa-ya”, in dem es vor allem um Familienrecht geht. Warum ist dieses Thema so wichtig? Gibt es dafür genug Leser?
Jörg Mathieu: Dieses Thema ist deshalb so wichtig, weil das, was in Deutschland als Familienrecht praktiziert wird, in weiten Bereichen mit Gerechtigkeit und Fairness rein gar nichts mehr zu tun hat. Leidtragende sind in erster Linie die Kinder. Sie werden häufig zum Spielball von Machtinteressen und sie werden instrumentalisiert im Trennungs- und Scheidungskrieg. Familienrichter, die im Übrigen keinerlei fachspezifische Ausbildung haben, fällen Urteile, welche Kapitulationserklärungen gleichen.
Solange sich an diesem Missstand und an der aktuellen Scheidungsrate in Deutschland nichts ändert, machen wir uns um mangelnde Leser keine Sorgen. Dies bestätigen auch die Verkaufszahlen der ersten Ausgabe. Die Zeit für ein solches Magazin, das den Menschen in dieser schwierigen Situation mit viel Kompetenz wichtige Fragen beantwortet, war einfach reif.
PresseAnzeiger:Der Titel ist bewusst männlich konnotiert. Wie sind sie darauf gekommen?
Jörg Mathieu: In einem Staat, in welchem es statistisch wahrscheinlicher ist, dass ein Kind in ein Heim kommt, als dass ein Vater für sein eigenes Kind sorgen darf, kommt dem Titel, welcher sich phonetisch Papa Ja! spricht, eine ganz eigene Aussage zu. Die Gesellschaft sieht den Vater in einem Rechtsstreit noch immer als den “bösen” an, der es wohl verdient hat verlassen zu werden. Dass dem nicht so ist und viele Väter für ein intaktes miteinander kämpfen ist noch nicht so selbstverständlich wie es sein sollte. Doch wollen wir richtig stellen, dass PAPA-YA kein reines Vätermagazin ist und auch nie sein wird. Die alten „Väterprobleme“ sind auch die neuen „Mütterprobleme“.
Am 17. August eröffnete der Gleichmass e.V. in den Räumlichkeiten des Geraer Fachdienstes für Kinder- und Jugendhilfe in Gera die Wanderausstellung „Väter a. D.“. Die Ausstellung wird bis zum 11.09.2009 dort zu sehen sein.
Jährlich wird in Deutschland seriösen Schätzungen zufolge zwischen 170.000 – 230.000 Kindern der Kontakt zum meist Vater verwehrt. Die Folge sind Entfremdung und Identitätsverlust, unter denen die Betroffenen oftmals ein Leben lang leiden. Die Ausstellung, die mit Porträts Wünsche und Aussagen betroffener Eltern thematisiert sowie aktuelle Zahlen zur Situation kindlichen wie elterlichen Kontaktverlustes aufzeigt, hat zum Anspruch, die Sichtweisen der Besucher zu erweitern und familienpolitische Entscheidungsträger auf die Wichtigkeit beider Eltern für das Kind zu verweisen.
Zur Eröffnung der Ausstellung ist ein Fernsehbeitrag produziert worden, der jetzt auf Youtube zugänglich ist.
Zu sehen sein wird die Ausstellung u. a. auch in Aachen, Berlin, Fulda, Hamburg, Erfurt, Jena, Karlsruhe, Leipzig, der Westpfalz sowie Basel in der Schweiz.
Ermöglicht wurde die Ausstellung mit Unterstützung der Thüringer Justizministerin Frau Marion Walsmann, des Thüringer MdL Michael Panse sowie des Fotografen Jens Wagner.
… und teilen Sie die ökonomische Verantwortung für Ihre Familie mit Ihrer Frau. Das ist einer der Ratschläge die Mann in der aktuellen Ausgabe der Schweizer Männerzeitung lesen kann. Unter der Überschrift ‚sie ist weg’ geht es um Trennung, Vaterschaft, Gesetz und Gefühle sowie die Scheidungsfalle, in die viele Väter geraten.
In der Schweiz wird jede zweite Ehe geschieden und normalerweise wird Mann zur Kasse gebeten: ‚Sie bezahlen Unterhalt für Ihre Kinder und es ist weitgehend vom Goodwill Ihrer Ex Frau abhängig, ob und wie oft Sie Ihre Kinder sehen. …
Darum: Leben Sie scheidungskompatibel. Daraus folgt, dass Sie ab heute so viel Kontakt mit Ihren Kindern pflegen sollten, wie Ihnen lieb ist. Der Scheidungsrichter schenkt Ihnen keine Minute mit den Kindern, die Sie nicht vorher schon gelebt haben. Bauen Sie vom ersten Tag eine eigene Beziehung zu den Kindern auf. Reduzieren Sie Ihr Arbeitspensum, am besten auf 60% oder noch tiefer. Teilen Sie die ökonomische Verantwortung mit Ihrer Frau.
Und zwar richtig: Sie soll rein in die Arbeitswelt! Haben Sie Angst davor, dass Sie dann Ihr Einfamilienhaus und die Ferien nicht mehr bezahlen können? Dann halten Sie sich vor Augen, was Sie sich nach der Scheidung noch leisten können: Es ist garantiert weniger.’
Diesen klaren Worten von Ivo Knill im Intro folgen einfühlsame Beiträge, die das Dilemma, in das Männer immer wieder geraten beschreiben, analysieren und neue Wege aufzeigen.
Laut einer Studie der Uni Lausanne denken die Männer schneller an Heirat, wenn ihre Freundin schwanger wird. Die Frauen zieht es kaum in den Hafen der Ehe.
(c) photocase John Krempl
Über die Hälfte der befragten Männer wollten ihre schwangere Freundin unbedingt heiraten. ‘Frauen erwähnten eine mögliche Ehe hingegen nur, wenn sie von ihrem Partner dazu gedrängt wurden’, bestätigt die Lausanner Sozialwissenschaftlerin Valérie-Anne Ryser einen Bericht von Le Matin.
Grund für den Heiratswunsch der werdenden Väter ist nicht etwa ein plötzlicher Anflug von Sentimentalität: «Der Mehrheit geht es darum, auch rechtlich einen Anspruch auf ihr Kind zu haben», so Ryser. Bei unverheirateten Paaren gehe das Sorgerecht automatisch an die Mutter. Es gebe aber noch einen weiteren Grund: «Es ist so für den Vater einfacher, seinen Namen an das Kind weiterzugeben», so Ryser.
Paartherapeut Klaus Heer sieht im überraschenden Studienergebnis ein Zeichen der fortschreitenden Emanzipation: ‘Frauen sind inzwischen so selbstsicher, dass sie sich im Notfall auch eine Alleinelternschaft vorstellen können.’ Die Männer hingegen verstünden die Ehe als eine Art Garant für ihren Status als Vater.
«Der Wunsch der Väter in spe nach sofortiger Heirat spiegelt die geschwächte Position der Männer wider», sagt Pius Hoffmann, Präsident der Interessengemeinschaft Väter Schweiz. ‘Ist das Paar verheiratet, kommt eine Trennung vor den Richter. Dies erhöht die Chance, dass der Vater zumindest einen Teil des Sorgerechts erhält.’