der VÄTER Blog

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Archiv für die 'Trennungsväter' Kategorie

Deutschland braucht ein zeitgemäßes Familienrecht

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 12. November 2017

In einer gemeinsamen Erklärung fordern 60 WissenschaftlerInnen sowie im Bereich von Trennung und Scheidung tätige Professionelle und VertreterInnen einschlägiger Verbände die Politik auf, das deutsche Familienrecht grundlegend zu reformieren. Aus Sicht der UnterzeichnerInnen ist ein Paradigmenwechsel dringend notwendig: Weg vom „Alleinerziehen“ nach einer Trennung der Eltern, hin zum „gemeinsam Getrennterziehen“. Kernelement der Forderung ist das Leitbild der Doppelresidenz (Wechselmodell), also dass Kinder nach einer Trennung abwechselnd bei Mutter und Vater leben, wenn dies möglich ist und dem Kind nicht schadet. Dieses Leitbild hat 2015 auch der Europarat in einer Resolution gefordert.

„Die vorliegenden Ergebnisse der empirischen Sozialforschung belegen eindrücklich die Stärken und Vorteile gemeinsamer Elternschaft in Form der Doppelresidenz“ erklärt Hildegund Sünderhauf. Die Professorin für Familienrecht an der Evangelischen Hochschule Nürnberg hatte 2013 eine Studie zum Wechselmodell veröffentlicht. Darin wurde erstmals in Deutschland ein Überblick über den internationalen Forschungsstand sowie eine rechtliche Würdigung des Wechselmodells gegeben.

Marc Serafin, Leiter des Jugendamts der Stadt Niederkassel (bei Köln/Bonn) ergänzt: „Wichtig ist, dass Kinder nicht im Streit Ihrer Eltern aufgerieben werden. Anteilige Elternschaft in Form von Doppelresidenz bewahrt Kinder davor, sich für einen Elternteil entscheiden zu müssen und schützt sie dadurch eher vor Loyalitätskonflikten“. Wichtig sei aber auch, dass man Streit zwischen den Eltern beilegt und ihnen dazu besser als bisher Unterstützungsangebote an die Hand gebe. Dabei seien elterliche Gleichstellung, der Einsatz von Mediation und eine dynamisierte Lastenverteilung beim Unterhalt, wesentliche Elemente.

„Familienleben ist heute durch die gemeinsame Verantwortung beider Eltern gekennzeichnet. Mütter möchten nicht nur auf die Zuständigkeit für Kinder, Haushalt und Familie reduziert werden. Väter übernehmen in immer größerem Maße Verantwortung im Haushalt und wollen eine aktivere Rolle in der Kinderbetreuung wahrnehmen. Die Doppelresidenz bietet beiden die Chance, die Anforderungen des Berufslebens mit dem der Familie auch nach einer Trennung gemeinsam unter einen Hut zu bringen“ meinen Cornelia Spachtholz und Markus Witt. Die Beiden sind gemeinsam Sprecher des Bündnisses doppelresidenz.org und davon überzeugt, dass sich die Verantwortung für Kinder nach einer Trennung gemeinsam besser bewältigen lässt als nur durch einen Elternteil. Mütter und Väter sollten nicht gegeneinander arbeiten, sondern als Elternteam gemeinsam getrennt erziehen.

Eine Studie des Demoskopischen Instituts Allensbach hatte im Juli 2017 gezeigt, dass die überwiegende Mehrheit der getrenntlebenden Eltern es sich wünscht, ihre Kinder weiterhin gemeinsam erziehen zu können. Vor allem soll es den Kindern den für ihre Entwicklung wichtigen Kontakt zu beiden Eltern dauerhaft und umfangreich sichern. Die Studie hatte auch gezeigt, dass getrennt erziehende Eltern sich seitens der Politik mehr staatliche Unterstützung wünschen.

Bei den Verhandlungen über eine mögliche Jamaika Koalition findet diese Forderung momentan keine Mehrheit. FDP, Grüne und Union finden zwar überraschend viele Gemeinsamkeiten in der Familienpolitik. Doch diesen Paradigmenwechsel wollen Union und Grüne nicht mittragen. Die FDP hatte gefordert, das sogenannte Wechselmodell für Kinder bei einer Trennung der Eltern zur Regel zu machen.

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Kindeswohlgefährdung durch Eltern-Kind-Entfremdung oder Kontaktabbruch

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 21. September 2017

Wie sehr muss ein Kind in Not geraten sein, wenn es äußert: „Ich will nicht zum Vater!“ oder „Ich will meine Mutter nicht mehr sehen!“ Kinder, hin und her gerissen im Loyalitätskonflikt, sind ständig und auf lange Zeit gefährdet zu erkranken. Kindliche Loyalitätskonflikte wirken tiefgründig, nachhaltig, oft transgenerativ und überfordern häufig BeraterInnen und TherapeutInnen ebenso wie die damit befassten Akteure eines familiengerichtlichen Verfahrens.

Beim nächsten Familienkongress am 11./12. November 2017 des „Väteraufbruch für Kinder“ in Halle soll diesem Phänomen auf den Grund gegangen, Ursachen und Verläufe erkundet und Interventionen betrachtet werden, mit denen Kinder vor „Eltern-Kind-Entfremdung“ geschützt werden können.

Die andere Seite der Medaille ist der Kontaktabbruch von Vater oder Mutter zu ihrem Kind: Es gehört zu den größten Kränkungen eines Menschen, wenn diejenigen, die dafür verantwortlich sind, dass ein Kind auf der Welt kommt, sich von ihm abwenden; wenn Vater oder Mutter sich nicht für ihr Kind verantwortlich fühlen und es nicht gut in die Welt begleiten. Noch immer brechen mehr als 25% der Väter nach zwei Jahren den Kontakt zu ihrem Kind ab. Manche Kinder erleben ihren Vater nie, manche wurden bis zur Trennung der Eltern überwiegend von ihm versorgt und verlieren ihn innerhalb weniger Wochen.

Es geht also um folgende Fragen

  • Wie ernst ist dieser Gesellschaft das Kindeswohl?
  • Welchen Einfluss hat ein kontradiktorisches familiengerichtliches Verfahren auf den Verlust oder die Erhaltung des Kontaktes zu beiden Eltern.
  • Wie muss Kinderschutz gestaltet werden, dass das Leitmotiv „Allen Kindern beide Eltern!“ auch unter schwierigen Bedingungen von Anfang an und nach Trennung und Scheidung Bestand hat.

Betroffene Eltern, erwachsene betroffene Trennungskinder, Fachleute interdisziplinärer Professionen sind herzlich zu einem produktiven Trialog eingeladen.

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Getrennt gemeinsam erziehen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 18. Juli 2017

Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley hat am 11. Juli im Rahmen des Zukunftsgesprächs “GEMEINSAM GETRENNT ERZIEHEN” erste Ergebnisse einer Befragung von Trennungseltern vorgestellt. Diese zeigen, dass sich getrennt lebende Mütter und Väter eine partnerschaftliche Erziehung der gemeinsamen Kinder wünschen.

So wünschen sich 51 Prozent der Trennungseltern, dass die Kinder die Hälfte der Zeit beziehungsweise annähernd gleichmäßig von beiden Elternteilen betreut werden. 15 Prozent der Trennungseltern erziehen bereits gemeinsam. Unter diesen Eltern haben 93 Prozent eher gute bis sehr gute Erfahrungen mit ihrem Betreuungsmodell gemacht. Die Ergebnisse der Befragung geben ebenfalls Aufschluss darüber, wie Eltern in die gewünschte Betreuungskonstellation hineinfinden und was nötig ist, damit eine partnerschaftliche Betreuung gelingt. Durchgeführt hat die Umfrage das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Bundesfamilienministeriums.

Dr. Katarina Barley: “Ich nehme es sehr ernst, dass die Mehrheit der getrennt lebenden Eltern sich nicht genügend vom Staat anerkannt fühlt. Deswegen müssen wir noch bessere Rahmenbedingungen für diese Familien schaffen.”

Den Ergebnissen der Studie zufolge, wünschen sich vor allem Väter bessere rechtliche Bedingungen für getrennt erziehende Eltern. Der großen Mehrheit geht es dabei um finanzielle Unterstützung (68 Prozent). Viele wünschen sich auch eine stärkere steuerliche Berücksichtigung von Kosten, die Getrennterziehenden entstehen (60 Prozent). Gerade Väter wünschen sich häufig auch, dass ihr Betreuungsanteil im Unterhaltsrecht Berücksichtigung findet.

Trennungseltern

Grundlage der von Allensbach durchgeführten Studie war eine Stichprobe von April und Mai 2017 von 603 Müttern und Vätern, die repräsentativ für die Eltern mit Kindern aus früheren Partnerschaften ist. Bei den dargestellten Zahlen handelt es sich um erste vorläufige Ergebnisse. Abschließende Studienergebnisse werden bis zum Herbst erwartet.

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VÄTERWEGE – Coaching für Väter in Konflikt- und Trennungslagen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 13. März 2017

Das Angebot wird geleitet von zwei professionell ausgebildeten und erfahrenen Coachs, die zudem selber trennungerfahrene Väter sind. Die Gruppe ist Schutz-, Trainings- und Stärkungsraum, um mit einem neuen Blick auf die Lage zu schauen. Die Teilnehmerzahl ist auf zehn Personen beschränkt.

  • Ist deine Partnerschaft/Ehe in die Brüche gegangen?
  • Nehmen die Konflikte zwischen dir und deiner „Ex“ überhand?
  • Hast du den Eindruck, Jugendamt und Familiengericht verstehen dich nicht?
  • Befürchtest du vielleicht, dass du dein/e Kind/er kaum noch siehst oder gar „verlierst“?
  • Oder willst du wissen, wie du mit deiner Ohnmacht und Wut umgehen kannst, um mit neuer Kraft und neuen Ideen deine Elternschaft trotz Trennung zu leben?

Dann melde dich zu dieser Gruppe an!

Start der Gruppe ist am 25. April 2017 – 10mal/14täglich, Leitung: Theo Brocks, Christian Gärtner, Kosten: 120 €/ermäßigt: 80 €, Ratenzahlung möglich

Veranstalter ist Väter in Köln e.V. – Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe und Mitglied im Paritätischen. Hier geht es zu weiteren Infos und Anmeldung

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Trennungskinder und ihre Familien – Wirtschaftliche und soziale Lage

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 7. März 2017

Die hessenstiftung veranstaltet gemeinsam mit dem Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Landesverband Hessen, dem Väteraufbruch für Kinder e.V., Bundesverband, dem Deutschen Kinderschutzbund / Landesverband Hessen e.V. und der Katholische Erwachsenenbildung Bildungswerk Frankfurt am 17. März 2017,  von 9:30 bis 17:00 Uhr in Frankfurt am Main, im Haus am Dom, einen Fachtag zur Situation von Trennungskindern und ihren Familien.

Wenn sich Eltern als Paar trennen, ist die Familie noch lange nicht zu Ende. Eltern und Kinder bleiben in ihren familiären, aber auch in ihren wirtschaftlichen Beziehungen, miteinander verbunden. Die Kinder sind von diesem Übergang, der sich häufig als Bruch darstellt, besonders betroffen. Wirtschaftlich bestehen für getrennte Familien weiterhin hohe Abhängigkeiten. Eltern bleiben über die bestehenden Unterhaltsregelungen hinaus so lange miteinander verbunden, bis die Kinder ihren eigenen Lebensunterhalt sichern können.

Bei der Tagung soll der Blick auf das gerichtet werden, was für Kinder wirtschaftlich und sozial geschieht, wenn sich die Eltern trennen. Das neu zu strukturierende Familienleben erfordert einen wesentlich höheren Aufwand. Plötzlich sind zwei Mieten zu bezahlen und zwei Haushalte zu finanzieren. Der Synergieeffekt, den das bisherige gemeinsame Haushalten mit sich brachte, fällt weg. Damit Trennung nicht zum Beziehungsabbruch zu den Kindern führt, braucht es einen großen Aufwand zur Aufrechterhalten der Beziehungen: zwischen den Eltern und von den Kindern zu beiden Eltern. Oft sind weite Entfernungen in unterschiedlichen Orten zu überwinden. Die Kinderbetreuung muss völlig neu organisiert werden. Notwendige berufliche Veränderungen sowie eine eingeschränkte Gesundheit – oft eine Trennungsfolge – können ebenfalls zu einer Verschlechterung der Lebenslage führen.

Wirtschaftlich gesehen ist jede Elterntrennung ein Desaster. Der erhöhte Aufwand wird durch keine Unterstützungsleistung wirklich kompensiert. Die eintretende „Familienarmut“ führt zur Kinderarmut.

In einem ersten Fachbeitrag wird Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe, Justus-Liebig-Universität Gießen, die wirtschaftlichen Veränderungen anhand verschiedener Rechnungen für unterschiedliche Haushaltstypen darstellen. Kinder sind doppelt betroffen. Leiden sie zunächst unter dem Familienkonflikt, der Trennung und häufig unter einem Beziehungsabbruch, so führt die wirtschaftliche Situation ihrer Familie verschärfend zu einem Armutsdasein mit allen negativen Folgen in einer Wohlstandsgesellschaft. Wie leben Trennungskinder in einem Armutsszenario? Welche Lebensbedingungen erwarten sie? Welche Resilienzfaktoren helfen ihnen, sich trotz aller Widrigkeiten gut zu entwickeln? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Danijela Galic, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Mitautorin der Studie “Kinder.Armut.Familie.”), in ihrem Beitrag.

In vier Workshops soll anschließend nach möglichen Wegen zur Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Lebenslagen von Trennungskindern und ihren Familien gesucht werden. Sie sind herzlich eingeladen, Ihre Ideen und Vorschläge einzubringen. In einer Schlussrunde werden die aufgeworfenen Fragen und Forderungen mit Sozial- und Familienpolitiker/innen aus Hessen diskutiert, die für den Deutschen Bundestag kandidieren.

Eine Anmeldung ist hier möglich.

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Wie werden unsere Kinder im Jahr 2025 aufwachsen?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 9. Oktober 2016

Der Familienkongress steht ganz im Zeichen der nächsten Bundestagswahl, aber auch der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und den diskutierten familienpolitischen Reformen. Mit der nächsten Bundestagswahl werden die Weichen für die Regierung der nächsten vier Jahre gestellt. In diesem Zeitraum stehen wesentliche grundlegende Veränderungen an. Daher ist es wichtig, sich frühzeitig mit Fragen zur Zukunftsperspektive für Familien zu beschäftigen.

Ein gut funktionierendes Familiensystem betrifft alle Beteiligten gleichermaßen. Aus diesem Grunde wird dieser Kongress gemeinsam vom “Verband berufstätiger Mütter” (VBM) und “Väteraufbruch für Kinder” (VAfK) durchgeführt. Die Politik muss die Voraussetzungen hierfür gestalten, daher werden wir zum Abschluss des Kongresses ein Gespräch mit Familienpolitikern aller Parteien führen.

Kinder kommen hilflos auf die Welt und sind vor allem auf die liebende Sorge ihrer Eltern angewiesen. Diese wiederum brauchen Unterstützung von Staat und Gesellschaft. Ein bekanntes afrikanisches Sprichwort bringt es auf den Punkt: „Es braucht zwei, damit ein Kind auf die Welt kommt, und es braucht ein ganzes Dorf, damit es aufwachsen kann!“

Wir fragen: Wie werden unsere Kinder im Jahr 2025 aufwachsen? Haben sie von Anfang an liebevoll sorgende Väter und Mütter zur Verfügung? Welche Bedingungen haben diese, um die Anforderungen in Familie und Beruf gut miteinander vereinbaren zu können? Wie ergeht es den Kindern, wenn sich die Eltern trennen?

„Allen Kindern beide Eltern!“ so lautet seit der Gründung 1988 das Motto des Väteraufbruch für Kinder e.V. (VAfK). Der Verband berufstätiger Mütter e.V. (VBM) kämpft seit seiner Gründung 1990 für Chancengleichheit von Müttern im Beruf und für ein stärkeres Engagement der Väter in der Familie.

Unser gemeinsamer diesjähriger Familienkongress richtet sich an engagierte Eltern, an die Fachöffentlichkeit und Verantwortliche aus der Wirtschaft, aber vor allem an unsere familienpolitisch Verantwortlichen in Bund, Ländern und Gemeinden, die die Rahmenbedingungen für Mütter und Väter bestimmen.

Wir haben Referentinnen und Referenten eingeladen, die aktuelle Trends des Familienlebens und zukünftige Entwicklungslinien einer familien- und kinderfreundlichen Politik aufzeigen. Wir wollen an drei Tischen im Worldcafé mit den Kongressteilnehmer/innen Ideen und Visionen „durchspielen“ und schlussendlich mit Familienpolitiker/innen der Bundestagsfraktionen die Ergebnisse und unsere Forderungen diskutieren.

Der Kongress „Zukunft Familie Wie werden unsere Kinder 2025 aufwachsen?“ findet am 12. November 2016 von 10:00 bis 19:00 Uhr in Halle an der Saale statt

Wir laden Sie herzlich zur Teilnahme und zur Mitgestaltung einer zukunftsweisenden Familienpolitik ein. Die Details zum Programm und zu den organisatorischen Bedingungen finden Sie im angehängten Flyer. Weitere ausführliche Informationen stehen auf der Kongresswebseite zur Verfügung.

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Populistische Luftnummern

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 10. August 2016

Statt Väter ihren Wünschen entsprechend zum Beispiel durch das Wechselmodell zu ermöglichen, auch nach einer Trennung oder Scheidung mehr Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen und die eigentlich gewollte partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit zu stärken, machen die SPD-PolitikerInnen Maas, Schwesig und Gabriel zum Thema Unterhaltsrecht nicht durchdachte Vorschläge. Mehr noch, die Idee des Führerscheinentzugs für nicht zahlende Väter ist blanker Populismus.

Frank Wahlig, SWR Korrespondent im ARD-Hauptstadtstudio kommentierte die Ankündigen gestern in der Tagesschau folgendermaßen:

„Es ist typisch für diese Art von Sozialdemokraten: Mit Strafe drohen – und Erziehung meinen. Auch typisch: Nur von Vätern zu reden, die den Unterhalt prellen. Machen Mütter so etwas nicht? Nur die Männer? Sonst sind diese Funktionäre doch bis aufs Komma so korrekt.

Manuela Schwesig als strenge Mater Dolorosa aller alleinerziehenden Frauen. Väter prellen Unterhalt – die Ministerin weiß das ganz genau. Eigentlich ist diese Wortwahl schon feministischer Unsinn. Unterhalt nicht zahlen, ist schon ein Kunststück. Der Staat pfändet Gehalt im Interesse der Mutter. Nur: Wo vom Vater nichts oder zu wenig zu holen ist, muss der Staat einspringen. Das ist halt so. Die Gründe prüft das Amt. Und das ziemlich genau.

Wenn kein Unterhalt pfändbar ist, dann ist der biologische Vater wohl ein armer Tropf oder noch in Ausbildung. Ihm das Auto oder den Führerschein wegzunehmen, macht den Vater noch ärmer, als er schon ist. Dann ist erst recht kein Unterhalt zu erwarten.

Im Sinne der Gleichberechtigung könnte der Unterhalt an die Mutter auch gestrichen werden, wenn sie den Umgang des Kindes mit dem Vater verhindert. Oder der Führerschein entzogen werden. Alleinerziehende Mütter sind ja nur gut. Aber das ist für die Ministerin erst gar kein Thema. Würde sich mit ihrer Frauenpolitik auch gar nicht vertragen.

Die SPD-Funktionäre und ihre populistische Luftnummer: Wo steht’s geschrieben? In der “Bild”-Zeitung. Da werden morgen schon Fish and Chips eingewickelt.“

Den Kommentar können Sie auch nachhören.

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Keinen Kontakt zum Vater haben dürfen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 10. Februar 2016

Eine Trennung der Eltern: dass die für Kinder traumatisch sein kann, steht außer Frage. Bei den meisten Scheidungen oder Trennungen sind sich die Eltern auch bewusst, dass sie ihre Kinder darunter möglichst wenig leiden lassen möchten und versuchen, konstruktiv die Trennung zu bewältigen. Bei Trennungen, die mit großen seelischen Verletzungen oder sogar mit körperlicher Gewalt einhergehen, geht das meist nicht. Häufig geraten dann auch die Kinder in die Trennungsstreitigkeiten und werden dann gegen den Partner, bei dem die Kinder nicht leben, instrumentalisiert. Bei 40% aller Trennungen kommt es, so eine Schätzung von Wissenschaftlern, zu einem zumindest zeitweiligen Kontaktabbruch des Kindes zu einem der Elternteile.

Manchmal instrumentalisiert ein Elternteil das Kind gegen das andere Elternteil, um eigene Verlustängste zu reduzieren und Hass- und Rachegefühle dem früheren Partner gegenüber auszuleben. Die Beeinträchtigung der kindlichen Entwicklung wird nicht wahr- oder billigend in Kauf genommen.

Das instrumentalisierende Elternteil ist meist davon überzeugt, dass es besser für das Kind ist, ohne den anderen Elternteil aufzuwachsen. Ihr Motto ist oft: Klar sind beide Eltern wichtig für Kinder, aber nicht DIESER Vater bzw. DIESE Mutter. Oder sie gestehen vordergründig sogar zu, dass es wichtig ist, Kontakt zu halten, behindern dann aber die Kontaktaufnahme soweit wie möglich. So helfen sie nicht mit, wenn es um den Transport von einem Ort zum anderen geht, sie verweigern sich gemeinsamen Gesprächen mit dem oder der Ex, wenn es um die gemeinsame Sorge geht. Manchmal werden selbst von Fachleuten begleitete Kontakte als unzumutbar für das Kind abgelehnt.

Die Erfahrung von Experten ist es, dass Sozialarbeiter, Gutachter und Richter sich scheuen, mit wirksamen Maßnahmen gegen Eltern vorzugehen, die es ablehnen, dass oder die Ex sich auch um das gemeinsame Kind kümmert.

Die Sozialarbeiterin und Mediatorin Wera Fischer schreibt dazu: “Argumentiert wird damit, Zwang gegen den manipulierenden Elternteil verstärke die Angst des Kindes, diesen Elternteil zu verlieren. Das lässt aber übersehen, in welchem Dilemma das Kind steht. Dessen Verleugnen seiner Liebe zum anderen Elternteil geschieht nicht freiwillig, sondern ist aufgezwungen. Das Kind verzichtet darauf, seine Bedürfnisse und Wünsche hinsichtlich des anderen Elternteils zu äußern, weil es sich sonst Konflikten mit dem manipulierenden Elternteil aussetzt, was die eigene Beziehung zu dieser Bezugsperson belastet (oder aus Sicht des Kindes sogar gefährdet).

frauTV zeigt am Donnerstag um 22:10 Uhr die Geschichte von Bettina, die ihren Vater mehr als 20 Jahre nicht gesehen hat.

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Lasst die Kinder nicht alleine …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 25. September 2015

Der diesjährige Familienkongress des „Väteraufbruch für Kinder“ (VAfK) findet am 14. Und 15. November 2015 in Halle/Saale statt

Paare lernen sich kennen, sich lieben, streiten und trennen sich. Das geht nicht ohne Schrammen und blaue Flecken auf der Seele und manchmal auch am Körper. Erwachsene habe mit Trennung und Scheidung so ihre Probleme.

Doch was ist, wenn Kinder betroffen sind? Kinder, die sich nichts mehr wünschen als ein friedliches, liebevolles Familienleben mit Vater und Mutter. Kinder werden nicht gefragt, Erwachsene richten ihr Leben nicht nach ihren Wünschen und Bedürfnissen ein. Kinder werden schlimmstenfalls zu Objekten elterlicher Streitigkeiten. Kindeswohl? Glückliche Kinder? Geliebte und geförderte Kinder und Jugendliche bei Trennung und Scheidung der Eltern? Kann es das geben?

Der Kongress geht der Frage nach, was Kinder brauchen, was sie sich wünschen, wovon sie träumen, wenn Mutter und Vater beschlossen haben, getrennte Wege zu gehen, zukünftig nicht mehr unter einem Dach zu leben. Der VAfK geht dabei der Vision nach, dass kooperative Elternschaft zum Wohle und Wohlbefinden der gemeinsamen Kinder gelingen kann, auch wenn die Liebe zwischen Mutter und Vater erloschen ist.

Aus dem Programm

Fragmentierte Familie – Wie Trennungskinder die Trennung ihrer Eltern erleben Dipl.-Psych. Ursula KODJOE, Gundelfingen

Vom Trennungsparadox zu guter Elternschaft – Beratung und Begleitung für Trennungseltern Dipl.-Psych. Matthias WEBER, Bundeskonferenz Erziehungsberatung, Neuwied

Kinder in familienrechtlichen Verfahren Reinhard PRENZLOW, Verfahrensbeistand und Berufsvormund, Vorsitzender des Berufsverbandes der Verfahrensbeistände, Ergänzungspfleger und Berufsvormünder für Kinder und Jugendliche – BVEB – e.V., Garbsen

Kind im Blick – Unterstützung für Trennungskinder Dipl.-Soz.-Wirt. Rainer HARTMANN, Familientherapeut, Mediator (BAFM), Mediations-Supervisor, Bundesverband Familienmediation, Bremen

Kindergruppenarbeit und Beratung für Kinder und Jugendliche (Bundeskonferenz der Erziehungsberatungsstellen – angefragt)

Arbeitsgruppen

  • Resilienz für Trennungskinder – Woher kann sie kommen?
  • Kooperative Elternschaft und Elternkonsens nach Trennung
  • Trennungskinder im Focus von Gesellschaft und Politik

Die Teilnehmerkosten betragen 25,– € für Mitglieder des Väteraufbruch und Studenten, ansonsten 45,– € bis zum 15.10., danach 60,– €. Nicht enthalten sind die Kosten für Verpflegung und Übernachtung.

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Entrechtete Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 20. September 2015

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Am 20. September ist Weltkindertag. Kinder brauchen beide Eltern: Mutter und Vater. Wenn Eltern sich trennen, haben oft Mutter und Vater das Sorgerecht. Aber häufig ist es so, dass der Vater das Kind kaum sieht. In der hessenschau kämpft ein Vater um seine Tochter. Der Film ist bis zum 27. September in der Mediathek verfügbar.

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