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Archiv für die 'Rolllenbilder' Kategorie

Nutzung von Homeoffice und flexible Arbeitszeiten spiegeln traditionelle Arbeitsteilung wider

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 11. März 2019

Frauen und Männer mit Kindern nutzen flexible Arbeitsmodelle wie Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit und Homeoffice unterschiedlich: Während die Väter sehr viel mehr Zeit in den Job stecken, machen Mütter etwas mehr Überstunden, vor allem nehmen sie sich aber deutlich mehr Zeit für die Kinderbetreuung. Damit hilft flexibles Arbeiten zwar bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, es kann zugleich aber auch die klassische Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern festigen oder sogar verstärken. Dagegen helfen könnten klarere Regelungen, etwa eine Zeiterfassung im Homeoffice, und stärkere Anreize für Väter, sich ausführlicher um ihre Kinder zu kümmern. Mehr Freizeit haben weder Mütter noch Väter durch flexible Arbeitszeiten. Das zeigt eine Studie von Dr. Yvonne Lott, Gender- und Arbeitszeitforscherin am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

Wer nicht um Punkt sieben Uhr auf der Matte stehen muss, sondern seinen Arbeitsbeginn selbst bestimmen kann, hat es leichter – wenn der Nachwuchs morgens zu lange trödelt, wird die verlorene Zeit eben nachmittags aufgeholt. Noch flexibler können Beschäftigte die Arbeitszeit handhaben, wenn sie von Zuhause arbeiten dürfen. Anhand von Daten des Sozio-oekonomischen Panels, einer ausführlichen Befragung, an der mehrere tausend Haushalte teilnehmen, hat WSI-Wissenschaftlerin Lott ermittelt, wie viel Zeit am Ende auf Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung und andere Aktivitäten entfällt.

Grundsätzlich führen flexible Modelle bei beiden Geschlechtern im Schnitt zu längeren Arbeitszeiten im Job, zeigt Lott. Bei Männern sei dieser Effekt deutlicher ausgeprägt als bei Frauen. Wobei Letztere gleichzeitig mehr Zeit für die Kinder aufwenden und so häufig doppelt belastet sind. Der Abstand bei den Zeiten, die Mütter und Väter jeweils mit Erwerbstätigkeit und mit Kinderbetreuung verbringen, wächst mit der Flexibilität der Arbeit.

Um die Gleichstellung zu fördern und die zeitliche Belastung von Eltern zu reduzieren, gäbe es der Forscherin zufolge eine Reihe politischer Maßnahmen: Die Zahl der Partner-Monate beim Elterngeld könnte von zwei auf sechs erhöht werden, um Anreize für Väter zu schaffen, sich stärker in der Kinderbetreuung zu arrangieren. Hinzukommen sollte ein Recht auf Familienarbeitszeit, das Männern die Teilzeitarbeit schmackhaft macht.

Auch die Sozialpartner sind gefragt: Eine „lebenslauforientierte Personalpolitik“ würde Beschäftigten in privat besonders belastenden Phasen mehr Luft verschaffen. Führungskräfte sollten überkommene Rollenbilder und die Vorstellung infrage stellen, lange Präsenz im Betrieb sei gleichbedeutend mit hoher Motivation.

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Väter TV – für alle, die mehr über Väter wissen wollen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 6. März 2019

vaetertvVäter TV ist eine neue Webseite mit einem Videokanal auf YouTube. Väter TV bietet Informationen zu allem rund um das gelingende Vatersein in allen Facetten, zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zu Erziehungsfragen und zur besseren Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Auf Väter TV sind zahlreiche Interviews mit Expertinnen und Experten, Fachkräften und Porträts von Vätern zu sehen.

Warum Väter TV?

Werdende und junge Väter suchen leicht zugängliche Medien, die ihre Fragen thematisieren: »Welcher Vater will ich sein? Wie kann ich mich in die Familienarbeit einbringen? Wie vereinbare ich Beruf und Familie? Wie erziehe ich mein Kind gewaltfrei?« Und vieles mehr.

Väter TV trägt dazu bei, eine selbstbewusste, partnerschaftliche und am Kindeswohl orientierte Vater-Identität auszubilden. Dadurch wird die Gleichberechtigung von Frauen und Männern verbessert. Als digitale Variante der Familienbildung ist Väter TV innovativ, emanzipativ, interkulturell und interdisziplinär.

An wen richtet sich Väter TV?

Väter TV richtet sich nicht nur an Väter, sondern auch an Fachkräfte aus dem psychologischen, sozialen und medizinischen Bereich, aus der Geburtsvorbereitung und Geburtshilfe, aus der öffentlichen und freien Jugendhilfe, aus der Schwangeren-, Familien- und Erziehungsberatung und aus der Familienbildung. Wichtige Zielgruppen sind darüber hinaus: die Familien-, Gesundheits- und Arbeitspolitik, die Medien und nicht zuletzt auch Frauen/Mütter und werdende Mütter. Kurz gesagt: Wir wollen alle erreichen, die mit Vätern zu tun haben und das Rollenbild von Vätern prägen.

Wer steht hinter Väter TV?

Väter TV ist ein Projekt von Väter in Köln e.V. (VinK). Der Verein tritt seit der Gründung im Jahr 2010 für eine neue Väterbildung, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern, für eine partnerschaftliche Erziehung und Aufteilung der Familienarbeit und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Väter ein.

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Sorgende Männer – zwischen Selbstsorge und Pflege

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 4. März 2019

Ist Sorgen ein neuer Megatrend im Wandel männlicher Selbstbilder und gelebter Männlichkeiten? „Caring Masculinities“ als Schlagwort von individuellen und gesellschaftlichen Sorgepolitiken beschreibt die Veränderungen, die sich in den Feldern professionelle Pflege, Angehörigenpflege und männliche Sorge und Selbstsorge beobachten lassen. Was bedeutet diese neue Verantwortung von Männern in Sorge und Selbstsorge für die berufliche Praxis der Pflege, für die Ausgestaltung von Partnerschaften und neuen sozialen Nachbarschaften, für die Entwicklung männlicher Identitäten im Lebensverlauf.

Die Impulse und Workshops des Fachforums wollen die neuen Entwicklungen fachlich wie interdisziplinär beleuchten und diskutieren. Das Bundesforum Männer möchte Akteur_innen und Expert_innen miteinander vernetzen und zu neuen Sichtweisen und politischen Handlungsempfehlungen und Maßnahmen im Feld des Sorgens und der Geschlechterverhältnisse beitragen.

Fachforum am 04.04.2019 | 10:30 bis 16:30 Uhr | Kassel
Veranstaltungsort: Event- und Tagungszentrum Kassel, Wilhelmshöher Allee 256, 34119 Kassel (gegenüber ICE-Bahnhof KS-Wilhelmshöhe)
Veranstalter: BUNDESFORUM MÄNNER – Interessenverband für Jungen, Männer und Väter e.V

Programm

Begrüßung und Einführung
Dr. Dag Schölper, Geschäftsführer Bundesforum Männer
Franz-Josef Schwack, Fachgruppe ältere Männer

In vier thematischen Impulsen werden Sorge-Themen und -Perspektiven beleuchtet und in anschließenden Workshops vertieft
Impuls 1: Männer in der Pflege: Begriffe, aktuelle Zahlen und Fakten
Prof. Dr. Heinz Bartjes, Hochschule Esslingen

Impuls 2: Unterschätzt: Männer in der Angehörigenpflege
Prof. Dr. Eckart Hammer, Ev. Hochschule Ludwigsburg

Impuls 3: Männer in der professionellen Pflege in Deutschland und Forderungen an die Politik
N.N.
Impuls 4: Sorgen, für sich und andere. Das Alter als Feld neuer Männlichkeiten
Dr. Miranda Leontowitsch, Goethe Universität, Frankfurt a.M.

Dr. Hans Prömper, Universität des 3. Lebensalters, Frankfurt a.M.

Mittagspause

Arbeitsphase I:

Workshop 1: Männer in der Pflege: Begriffe, aktuelle Zahlen und Fakten
Prof. Dr. Heinz Bartjes, Hochschule Esslingen
Workshop 2: Unterschätzt: Männer in der Angehörigenpflege
Prof. Dr. Eckart Hammer, Ev. Hochschule Ludwigsburg

Kaffeepause

Arbeitsphase II:

Workshop 3: Männer in der professionellen Pflege und Forderungen an die Politik
N.N.
Workshop 4: Sorgen, für sich und andere. Das Alter als Feld neuer Männlichkeiten
Dr. Miranda Leontowitsch, Goethe Universität, Frankfurt a.M.

Dr. Hans Prömper, Universität des 3. Lebensalters, Frankfurt a.M.

Abschluss: Ergebnisse und Perspektiven für den fachlichen und politischen Raum

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Zwischen Zweifel und bedingungsloser Liebe

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 18. Februar 2019

Elternsein ist heutzutage nicht immer ganz einfach. Zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und den eigenen Ansprüchen versuchen Mütter und Väter ihren kleinen Lieblingen immer das Beste mit auf den Weg zu geben. Doch wie hoch sind die Erwartungen und der Druck, der auf Eltern heute ausgeübt wird, tatsächlich? Dieser Frage ist Pampers zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa in einer repräsentativen Umfrage nachgegangen. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die große Mehrheit der Eltern der heutigen Generation fühlt sich in ihrer Elternrolle manchmal überfordert und zweifelt an sich selbst. Sie zeigen aber auch, dass trotz aller Unsicherheiten Mütter und Väter vor allem durch die bedingungslose Liebe ihres Kindes bestärkt werden.

Der Erwartungsdruck auf Eltern wächst

Viele Mütter und Väter fühlen sich in ihrer Rolle als Eltern manchmal überfordert. So empfinden zwei Drittel (69 Prozent), dass sie den Anforderungen, die die Gesellschaft an sie stellt, nicht immer gerecht werden. Vor allem Mütter hegen mit 75 Prozent große Zweifel an sich selbst. Und dieser Druck wächst. So schätzen 70 Prozent der Befragten die Erwartungen, die an heutige Eltern gestellt werden, höher ein, als dies bei früheren Generationen der Fall war. Fast die Hälfte (31 Prozent) sieht eine starke Erwartungshaltung durch die soziale Kontrolle und „Dauerbeobachtung“ der Gesellschaft, für weitere 27 Prozent sind es die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Frühförderung der Kleinen (23 Prozent), die Druck auf heutige Eltern ausüben. So gab ein Vater an: „Die Erwartungen an Eltern sind hoch, vor allem wenn sich jeder einmischen will und man durch die vielen gegensätzlichen Meinungen verunsichert wird.“

Rund ein Drittel der Eltern (28 Prozent) empfinden die Erwartungshaltung der Medien, aber auch von Freunden und Bekannten (23 Prozent) sowie den sozialen Medien, Blogs und Foren (17 Prozent) als stark prägend für die gesellschaftlichen Anforderungen gegenüber Muttern und Vätern. Hebammen und Kinderärzte hingegen üben mit nur einem Prozent einen vergleichsweise geringen Druck aus. So sieht es auch die Pampers Hebamme Christiane Hammerl: „Eltern werden heute gesellschaftliche Erwartungen auferlegt, die sie erfüllen sollen – und das von allen Seiten. Für Kinderärzte und Hebammen ist jedoch nicht das gesellschaftliche Bild einer perfekten Familie wichtig, sondern die persönliche Mutter-Kind- bzw. Vater-Kind-Beziehung. Da gibt es kein richtig oder falsch. Unsere Aufgabe ist es, Eltern und Kind bei ihrem Weg zu unterstützen, ohne Druck und Zwang.“

Doch neben dem ganzen Druck, ist es vor allem die bedingungslose Liebe der Kleinsten, die Mütter und Väter alle Anstrengungen vergessen lässt. So zählen für die meisten Eltern mit Abstand das Kuscheln (86 Prozent), das Lächeln des kleinen Lieblings (83 Prozent) oder wenn dieses freudestrahlend auf sie zukommt (83 Prozent) zu den schönsten Momenten im Alltag. Wenn das Kind etwas Neues lernt, ist dies für 78 Prozent aller Mütter und Väter einer der schönsten Augenblicke. „Am Elternsein liebe ich besonders, die Entwicklung und die Veränderungen des eigenen Kindes zu beobachten und die Liebe, Wärme und Geborgenheit, die man schenkt.“, erzählt eine befragte Mutter.

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Erwarten Frauen von Männern die Übernahme der Ernährer-Rolle?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 21. Januar 2019

Dies legt eine Studie des Zentrums für Gender-Studies an der Universität Basel nahe. Die Studienleiterin Andrea Maihofer erklärt das Dilemma und mögliche Auswege im Interview.

„Junge Männer distanzieren sich laut Ihrer Studie vom traditionellen Bild des «abwesenden Ernährer-Vaters». Was sind die Gründe dafür?
Es sind persönliche Erfahrungen, die zu dieser Änderung beitragen. Wir sehen auch in unseren Befragungen deutlich: Junge Männer nehmen die Abwesenheit ihrer eigenen Väter als problematisch wahr. Vielen fehlte eine starke, alltägliche emotionale Bindung zum Vater. Dies wollen sie selbst mit ihren Kindern anders machen. Sie wollen möglichst von Geburt an für ihre Kinder da sein.

Gleichzeitig sehen sich die Männer aber weiterhin als Ernährer der Familie. Männer wollen mehr Zeit mit den Kindern verbringen, aber gleichzeitig Karriere machen. Wie ist dieser Widerspruch erklärbar?
Es ist ein Widerspruch und gleichzeitig überraschend. Männer sehen immer noch ihre Hauptverantwortung darin, die Familie zu ernähren. Diese Rolle beziehen Frauen in ihre Planung mit ein. Viele Frauen gehen nach wie vor automatisch davon aus, dass Männer die finanzielle Verantwortung übernehmen. Das heisst: Männer wollen zwar mehr Zeit mit den Kindern verbringen, aber es wird von vielen Seiten die traditionelle Rolle von ihnen erwartet.

Was löst dieses Dilemma bei jungen Männern aus? Sind sie überfordert?
Die Männer wiederum glauben häufig, dass sie es am Ende doch nicht schaffen, mehr Zeit für die Kinder zu haben. Dies, weil es oft nicht möglich erscheint, Teilzeit zu arbeiten. Viele ringen mit diesem Problem.

Frauen auf der anderen Seite möchten heute beruflich aktiv und damit unabhängig sein. Zugleich erachten sie es immer noch als ihre Hauptaufgabe, für die Kinder zu sorgen. Sind sie nicht auch im Dilemma?
Ja. Frauen wollen im Beruf aktiv bleiben. Sie haben heute häufig ebenfalls eine Berufsidentität entwickelt. Aber gleichzeitig möchten sie auch die Hauptverantwortung für die Familie übernehmen. Sie stellen sich ein 40- bis 60-Prozent-Pensum als Ideal vor. So müssen sie nicht ganz auf ihre berufliche Selbstverwirklichung verzichten und können trotzdem noch genug für die Kinder da sein. Aber: Es bleibt ein Dilemma: Frauen sehen in ihren Überlegungen, dass sie Karriere und Kinder nicht unter einen Hut bringen. Dies erfüllt sie oft mit Sorge. …

Welche Tipps geben sie jungen Paaren, damit sie moderne Vorstellungen mit traditionellen vereinbaren können?
Ich finde, sie sollten etwas mutiger sein und auch die Politik in die Verantwortung ziehen. Beispielsweise braucht es mehr Kinderkrippen und mehr Möglichkeiten für Männer, Teilzeit zu arbeiten. …“

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HörSalon über Väter und Söhne

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 12. Dezember 2018

Das Ende der Liebe, die digitale Revolution oder die Verantwortung von Nachrichtenjournalismus – im HörSalon diskutieren regelmäßig Expertinnen und Experten über relevante gesellschaftliche Themen. Am Dienstagabend haben NDR Kultur und die ZEIT-Stiftung wieder geladen – diesmal zum Thema: Väter und Söhne.

Alexander Solloch aus der NDR Kultur Literaturredaktion hat sich darüber mit der Schweizer Erziehungswissenschaftlerin Margrit Stamm und dem Schriftsteller und Kinder- und Jugendpsychiater Jakob Hein im Hamburger Bucerius Kunst Forum unterhalten.

Väter in Elternzeit sind heutzutage gang und gäbe; auch Männer wollen sich aktiv an der Kinder-Erziehung beteiligen und nicht mehr nur die Rolle des Ernährers spielen. Mit diesen sogenannten „neuen Vätern“ beschäftigt sich die Erziehungswissenschaftlerin Margrit Stamm. Die 68-Jährige diskutierte mit dem um die 20 Jahre jüngeren Jakob Hein – Psychiater, Autor und selbst ein Exemplar der Spezies „neuer Vater“. Kernfrage des Abends: Was macht einen guten Vater aus?

„Ein guter Vater ist jemand, der die Bedürfnisse seines Kindes versteht und wahrnehmen kann, dem es gelingt, diese Bedürfnisse zu erfüllen“, meint Jakob Hein. Für ihn ist es auch essenziell, dass sich Kinder frei entfalten können. Eltern dürfen ihnen nicht ihre eigenen Wünsche und Sehnsüchte überstülpen. Und sie dürfen sie nicht mit einer überängstlichen Erziehung einengen – da sind sich beide Experten einig. So findet Margit Stamm:

„Wie Kinder heute mit Zuneigung, mit Überbehütung, mit Kontrolle überfrachtet werden, ist es eigentlich logisch, dass Kinder Mühe haben, mündig zu werden.“ Ein größeres Zutrauen in die Fähigkeiten der eigenen Kinder und in die eigene Intuition „Das ist so ein gesellschaftlicher impliziter Vertrag, dass man heute nicht mehr intuitiv erziehen kann. Die ganzen Erziehungsratgeber postulieren einen riesigen Druck auf die Eltern. Und für die Eltern ist es ganz schwierig, in diesem Perfektionsdruck nur hinreichend gut zu sein.“

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Die Rolle des Vaters ist ambivalent

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 6. Dezember 2018

In einem Beitrag für Focus-Online setzt sich Matthias Stiehler, Autor des Buches ‚Vaterlos‘, mit der Rolle und den Aufgaben von Vätern auseinander:

„… Väter wollen nicht mehr nur Versorger sein, sondern aktiv die Beziehung zu ihren Kindern gestalten. Doch mit der Familie verbrachte „Quality time“ ist nicht alles. Und ein Papa muss nicht die bessere Mama sein. Wir brauchen ein geschärftes Bewusstsein über die wichtigen Aufgaben von „Väterlichkeit“.

In unserer Gesellschaft spielt das Thema der sogenannten „aktiven Vaterschaft“ eine zunehmend wichtige Rolle. Väter sollen sich nicht mehr nur als Versorger ihrer Familie verstehen, sondern aktiv die Beziehung zu ihren Kindern gestalten. Und immer mehr Männer wünschen sich das auch. Sie wollen als Väter in der Familie präsent sein. …

Die Rolle des Vaters ist von Beginn an ambivalent: Er entlastet Mutter und Kind vom ausschließlichen gegenseitigen Zugriff. Doch er irritiert die Beziehung auch, er stört sie. Ich warne davor, diese Konstellation als gering oder gar unbedeutend abzutun. Für ein Kleinstkind spiegelt sich hier die Gesamtheit der Welt wider. Die Erfahrungen, die es macht, werden das gesamte Leben weiterwirken. Und wir erkennen an dem Kontrollverhalten, das Mütter gegenüber ihren Partnern bei der Kinderbetreuung oft an den Tag legen, und an den Rückzügen der Männer, wie schwer es ist, die triadifizierende Funktion des Vaters in einer Partnerschaft anzuerkennen und umzusetzen.

Das Prinzip „Väterlichkeit“, das seinen Ursprung in der frühen Sozialisation eines Kindes findet, lässt sich als herausfordernd, störend, befreiend, vorantreibend, begrenzend beschreiben. Es ist damit das Gegenstück zum Prinzip „Mütterlichkeit“, das fürsorglich, bewahrend, versorgend ausgerichtet ist. Doch auch wenn es sich um gegensätzliche Prinzipien handelt, sind sie doch aufeinander bezogen. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen beiden ist erforderlich. Oft genug geht es bei scheinbarer „liebevoller Zugewandtheit“ mehr darum, vom Kind gut gefunden zu werden, als wirklich dem Kind das zu geben, was es braucht. …“

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Es braucht eine aktive Männer- und Väterpolitik

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 1. Dezember 2018

Erich Lehner, Obmann des Dachverbands der Männerarbeit Österreichs (DMÖ), beschreibt in einem Kommentar in ‚Der Standard‘ die Vorteile aktiver Vaterschaft: „Über die Bedeutung des Vaters lässt sich trefflich streiten. Beklagt wird seine Abwesenheit und im Zusammenhang damit der „Vaterhunger“, der als schwerwiegendes Defizit in der Entwicklungsgeschichte Heranwachsender wahrgenommen wird. Seine Wichtigkeit wie sein Mangel werden oft stark an der Bedeutung seiner Männlichkeit festgemacht.

So betonte schon Sigmund Freud die Bedeutung des Vaters ab der ödipalen Phase, wenn das Kind den Geschlechterunterschied zwischen Mutter und Vater erkennen kann. Bis dahin hält er die Beziehung zur Mutter für bedeutsamer. Hinter dieser Sichtweise steckt die Struktur der bürgerlichen Kleinfamilie, die dem Vater die Versorgung der Familie durch außerhäusliche Erwerbstätigkeit und der Mutter die Ernährung, die emotionale Versorgung und den Schutz des Kindes zuschreibt. Auch heute noch ist diese traditionelle Ansicht präsent, wenn es etwa heißt, dass für ein Kind unter drei Jahren die Mutter am wichtigsten ist.

Dagegen sieht die moderne Entwicklungspsychologie das „primäre Dreieck“ als basale Beziehungsstruktur an, in der beide Elternteile und das Kind vom Anfang an miteinander verbunden sind. Damit ist einerseits gesagt, dass ein Neugeborenes von Anfang an nicht nur zur leiblichen Mutter, sondern zu mehreren Personen Beziehung aufnehmen kann. Andererseits hat in diesem Beziehungsdreieck auch jede Teilbeziehung – also Mutter/Kind, Vater/Kind, Mutter/Vater – ihre eigenständige Bedeutung und wirkt sich auf die Entwicklung des Kindes aus. Ein Vater ist wichtig von der Empfängnis an und seine Präsenz hat positive Auswirkung auf die Entwicklung von Kindern. „Umfassendes väterliches Engagement,“ so formuliert der Vaterforscher Wassilios Fthenakis, „wirkt sich insbesondere auf die Entwicklung kindlicher Eigenschaften wie Empathie, soziale Kompetenz, schulische Leistungsfähigkeit und Problembewältigungsfertigkeiten aus“.

Worin besteht nun seine Wirkmächtigkeit? Die von Fthenakis angesprochenen positiven Auswirkungen wurden bei Kindern festgestellt, deren Väter 40 Prozent und mehr der alltäglichen Versorgungsarbeit übernommen haben. Die Bindungsqualität zwischen Vätern und Kinder ist ab einem gewissen qualitativen Niveau durch vermehrte Anwesenheit nicht mehr zu steigern. Was jedoch zur Vertiefung der Beziehung beitragen kann, ist die Involvierung in reproduktive und pflegende Tätigkeiten. Je mehr sich also Väter zu Hause engagieren, desto unterstützender werden sie von ihren Kindern wahrgenommen. …“

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New Dads für das Beste im Mann – Väter in der Werbung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 22. November 2018

Haushalt und Kindererziehung sind längst auch Männersache, das beweisen nicht nur die „New Dads on the Blog“.

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Väter in Schweden

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 21. November 2018

Die Geschichte, wie der Fotograf Johan Bävman beschloss, schwedische Väter in Elternzeit zu Vorbildern für Väter auf der ganzen Welt zu machen.

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