der VÄTER Blog

innovative Unternehmen nutzen die Potenziale aktiver Vaterschaft

Archiv für die 'Rolllenbilder' Kategorie

Machen moderne Rollenmodelle glücklicher?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 30. August 2010

Früher war alles einfacher. Die Elternrollen in der Familie waren klar verteilt. Der gesellschaftliche Druck, sich in diese Rollen zu fügen, war groß. Mütter verrichteten den inneren Dienst und erzogen die Kinder. Väter verdienten das Geld und waren das Familienoberhaupt.

Mit der aufkommenden Emanzipation und Gleichberechtigung wurden diese Strukturen in Frage gestellt. Jetzt sind diese Wellen wieder etwas abgeklungen. Die Strukturen haben sich verschoben, sie ermöglichen Teilzeitarbeit, neue Rollenmodelle, Rollentausch, Bundesrätinnen. Diese Wege sind heute auch möglich, ohne sich gesellschaftlich zu exponieren.

Von starren und normativen Strukturen, wie eingangs beschrieben, sind wir heute weit entfernt. Im Gegenteil, es gibt viele neue Möglichkeiten für Rollenaufteilungen. Diese Möglichkeiten locken damit, besser zu leben, vielseitiger zu leben, sich zu verwirklichen. Die Wahl zwischen den vielen Modellen – modern oder konservativ – bleibt den einzelnen Paaren überlassen.

Über die Bedürfnisse der Familien und entsprechende Angebote wird viel diskutiert. Auch über die Abwesenheit der berufstätigen Väter von der Familie. Ebenso um moderne Erziehungsmethoden und deren Auswirkungen auf die Zöglinge. Wie aber fühlt sich die Mutter oder der Vater heutzutage? Weiterlesen »

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Väter sind bereit sich mit anderen Männern auszutauschen und von ihnen zu lernen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. August 2010

Vor kurzem habe ich an dieser Stelle über die Studie ‘The New Dad – Exploring Fatherhood Within a Careers Context’ berichtet. Im August Newsletter des Sloan Work and Family Research Network at Boston College äußert sich einer der Autoren der Studie, Brad Harrington, zu den Konsequenzen aus der Untersuchung für weitere Forschungsansätze und für Arbeitgeber.

… What additional research about dads would be useful?

There are so many possible avenues to pursue; it would be tough to nail a few down. We would love to see more exploration of fathers’ experiences with children at different life stages (e.g., school age, teenagers, college students). We would be interested to learn more about single fathers as well as to study the experience of stay-at-home fathers.

They are still a small minority—only about 5% of stay-at-home parents are men in the U.S. But they are an interesting group to study because they can tell us a lot about how men function in caregiving roles. As one of our colleagues says, being an effective caregiver or parent isn’t about gender, it’s about competencies.

… How can workplaces support today’s dads and working families?

… First, recognize how much the equation for families and fathers has changed. Second, promote work-life programs in gender-neutral fashions. Stop making only women the role models for your work-life initiatives. For the culture to change, we need to really send a strong emphatic message that men are 50% of the equation. Finally, provide forums where men and fathers can talk about their work-family challenges. Weiterlesen »

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Wie leben und arbeiten Väter und Mütter in Hamburg?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 21. Juli 2010

Die Handelskammer Hamburg hatte die Studie ‚Wie leben und arbeiten Hamburgs Eltern?’ des HWWI für die Hamburger Allianz für Familien in Auftrag gegeben und finanziert. Die Ergebnisse wurden bereits am 11. Mai 2010 anlässlich des Internationalen Tags der Familie in der Handelskammer Hamburg präsentiert und diskutiert. Die taz Hamburg berichtet heute mit der Überschrift ‚Mütter bleiben zu Hause’ über die Untersuchung.

Die Studie zeigt, dass ein großes Arbeitskräfte Potenzial ungenutzt bleibt. 66 % der nichterwerbstätigen Väter und rund 39 % der nichterwerbstätigen Mütter in Hamburg würden gerne arbeiten, finden aber aus unterschiedlichen Gründen keinen Arbeitsplatz oder bleiben aus Betreuungsgründen zu Hause. Unter den nichterwerbstätigen Elternteilen sind über 37.000 Personen mit guter bis sehr guter Ausbildung.

Die Analyse hat auch ergeben, dass die Mehrheit der über 286 000 Väter und Mütter in Hamburg nach wie vor nach dem traditionellen Familienmodell lebt. Die geringste Erwerbstätigenquote bei den Frauen haben verheiratete Mütter, die nur zu 60,3 % arbeiten. Verheiratete Väter erreichen dagegen mit 87,8 % die höchste Erwerbstätigen-Quote aller Männer. Darüber hinaus dominieren bei allen erwerbstätigen Müttern Teilzeitbeschäftigungen. Die mit 72 % höchste Teilzeitquote erreichen Mütter mit Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter. Als Hauptgrund für die Teilzeittätigkeit führen die Mütter an, dass sie sich um ihre Kinder oder um ihre pflegebedürftigen Eltern kümmern. Nur knapp 20 % der Mütter möchten ihre Arbeitszeit aufstocken.

Um die ungenutzten Fachkräftepotenziale aktivieren zu können, müssen junge Frauen deshalb weiter motiviert werden, eine eigenständige Berufsperspektive für sich zu entwickeln. „Teilzeit sollte auch stärker von Vätern in Anspruch genommen werden. Weiterlesen »

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Männersache – Kinder, Küche und Karriere

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 20. Juli 2010

Können Männer Kinder erziehen und die Verantwortung für den Haushalt übernehmen? Wie ist Beruf und Familie zu vereinbaren? Wie können Frauen für den Arbeitsmarkt gestärkt werden? Fragen, die Dagmar Ziegler, Cem Özdemir und Bascha Mika mit Ulrike Detmers beim “6. Mestermacher Forum Zukunft” am 6. Juli in Berlin erörterten.

Familien- und Erwerbsarbeitsmodelle wandeln sich. Nicht nur der so genannte Alleinernährer ist überholt, auch eine gerechtere Verteilung von Familien- und Hausarbeit steht, allerdings nicht erst seit gestern, auf dem gesellschaftspolitischen Tapet. Auch für Väter ist die Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie durchaus ein Thema.

Ja, es gibt sie: erziehende, aktive Väter, die sich bewusst für Kinder entscheiden und Verantwortung übernehmen. Für sie ist es nicht selbstverständlich, dass die Frau ihnen den Rücken stärkt und dafür auf eine berufliche Karriere verzichtet.

Für Cem Özdemir, Bundesvorsitzender der Grünen, ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf selbstverständlich ein Problem, dass auch Männer betrifft. Er selbst hat die zwei gesetzlich möglichen Vätermonate genutzt, in denen er zu Hause blieb, um sich um sein Kind zu kümmern.

Als “anwesender Vater” stünde man aber immer vor dem Vereinbarkeitsproblem. Die deutsche Gesellschaft sei nicht wirklich Kinder- oder Familienfreundlich. Bestimmte Formen der Arbeit sind für Eltern schlicht nicht möglich: “Telefonkonferenzen um 22 Uhr in der Nacht sind dann natürlich Tabu, im Alltagsgeschäft natürlich durchaus normal”, erläutert er. In der jetzigen Generation von Männern wird die Frage nach Vereinbarkeit seiner Meinung nach gestellt. Allerdings ist es ein verschwindend geringer Teil von Männern, der die Vätermonate in Anspruch nimmt.

Die Publizistin Bascha Mika sagte, dass im Vergleich zu anderen Ländern Deutschland “auch noch im Mittelalter ist”. Weiterlesen »

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Aktive Vaterschaft und Beruf – eine Analyse betrieblicher Hindernisse

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 6. Juli 2010

Johanna Possinger hat ein Working Paper zur “Vereinbarkeit von Vaterschaft und Beruf – eine Analyse betrieblicher Hindernisse” veröffentlicht. Es handelt sich dabei um Teilergebnisse ihrer noch laufenden Dissertation mit dem Arbeitstitel “Zwischen Sorgearbeit und Brotverdienen – Väter im Spannungsfeld von Familien- und Erwerbsleben”. Die wichtigsten Ergebnisse sind:

Väter in Deutschland wollen ihre traditionelle Funktion als Brotverdiener der Familie zunehmend um Elemente engagierter Vaterschaft erweitern – ein Einstellungswandel, der sich auch im steigenden Beliebtheitsgrad des Elterngelds bei Männern niederschlägt. Gleichwohl herrscht in den meisten Familien – nicht immer freiwillig – eine traditionelle Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit.

Im vornehmlich vom Beruf geprägten Alltag von Vätern kommt den ArbeitgeberInnen eine besondere Bedeutung zu. Allerdings können auch Unternehmen, die als familienfreundlich gelten, die Vereinbarkeitsdilemmata von Vätern oft nicht oder nur unbefriedigend lösen.

Aus Angst vor einem „Karriereknick“ nehmen die meisten Männer keine familienbewussten Angebote in Anspruch. Dabei erweist sich die antizipierte Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes häufig als unbegründet. Vielmehr sind es Befürchtungen informeller Natur, wie der Verlust von Zuständigkeiten oder eine Außenseiterposition im Kollegenkreis, die auf Väter abschreckend wirken.

Arbeitsklima, Betriebsklima und Unternehmenskultur werden als Handlungsfelder einer familienbewussten Personalpolitik oft unterschätzt, dabei sind sie ausschlaggebend für die tatsächliche Familienfreundlichkeit eines Betriebs. Werte und Verhaltenskodices, die auf diesen Ebenen verankert sind, wie jederzeitige Verfügbarkeit, körperliche Anwesenheit am Arbeitsplatz sowie „traditionelle“ Vorstellungen von Männlichkeit, können so dominant sein, dass sie die eigentlich vorhandenen familienfreundlichen Angebote untergraben bzw. außer Kraft setzen.

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Bishonen statt Metro – der neue Männer Typ

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 5. Juli 2010

‚Das waren noch Zeiten, als David Beckham allen zeigte, was einen metrosexuellen Mann auszeichnet: Die Augenbrauen akkurat gezupft, die Haut frisch gepeelt und einbalsamiert. Von Kopf bis Fuß perfekt gepflegt und gestylt. Ein Look, den der in diesem Jahr verstorbene Modeschöpfer Alexander McQueen für den englischen Fußballspieler erfunden hat.

Davon hält einer wie Schauspieler Ben Barnes nicht viel. Die Haare stets unfrisiert und durchgewuschelt, trägt er Dreitagebart zum Seidenschal. Und dann dieser scheue Blick. ‚Bishonen’ werden die neuen sanften Männer Hollywoods genannt. Der Begriff orientiert sich an besonders schönen Männern aus den japanischen Manga-Comics. Vorreiter des Trends waren Schauspieler Ben Whishaw und Jared Leto.

Eine junge Garde folgt ihnen. Robert Pattinson, Vampir-Held aus der „Twilight“-Saga etwa oder auch der irische Schauspieler Robert Sheehan. Sie überlassen das Mannsein „den Armleuchtern“, so Leto. Und Robert Pattinson, immerhin 23 Jahre alt, ergänzt: „Ich bin noch ein kleiner Junge.“

Statt mit Personaltrainern intensiven Körperkult zu betreiben, trinken die Bishonen Malventee und sinnieren über das Leben. Sie wirken schüchtern und ähneln, blutarm und still, den Elfen aus der Triologie „Herr der Ringe“.’

Und was sagen die Autorinnen der WELT dazu? ‚Zugegeben: Etwas muskulöser könnten sie sein. Doch die Bishonen überzeugen durch ihre sensible Aura und Intelligenz. Sie verschonen uns mit Diätplänen, blockieren keine drei Stunden das Badezimmer und brauchen dabei unsere teure Antifalten-Maske auf. Und mit ihnen zusammen wird man auf einer Party sicher nicht gefragt, ob der Mann an der Seite der schwule Freund sei.’

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Was macht heute einen guten Vater aus?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. Juni 2010

Trägt er die Kinder in Tüchern vor dem Bauch? Kennt er Güte? Ist er streng? Die Zeit hat vier Frauen und drei Männer, SchriftstellerInnen und WissenschaftlerInnen dazu befragt:

Jakob Hein, Schriftsteller und Arzt: Bloß kein Dinkelmehl nach Hause bringen

Kindheit und Vaterschaft scheinen auf den ersten Blick ganz natürliche Dinge zu sein. Und doch ist es nicht so. Klar ist es technisch heute so simpel wie vor Tausenden Jahren, ein Kind zu zeugen. Aber so wie die Kindheit eine soziale Konstruktion ist, die sich erst vor ein paar Hundert Jahren durchgesetzt hat, ist auch die Vaterschaft eine Konstruktion, die einem ständigen Wandel unterliegt.

Die heutigen Vorzeigeväter, die sich ihre Kinder mit bunten Tüchern vor den Bauch binden, hätten vor hundert Jahren manches werden können, aber mit Sicherheit nicht Vater. Keine Frau hätte sich mit einem Mann vermählen wollen, der sabbernd mit kleinen Kindern auf dem Boden herumliegt und nach der Geburt ein paar Monate zu Hause bleiben möchte. Einem Mann, der stolz ist auf seine Fertigkeiten beim Wickeln und der statt mit vernünftigem Weizenmehl plötzlich mit Dinkel nach Hause kommt, obwohl man sich doch den Weizen problemlos leisten könnte.

Ebenso wünschen sich heute nur wenige Mütter für ihre Kinder einen Vater, der sich von den Kindern siezen lässt, der sich nach den Mahlzeiten in seine Gemächer zurückzieht und bereit ist, gelegentlich mit den Kindern ein Gespräch zu führen, wenn sie denn alt und reif genug sind, mit dem Herrn Vater ein solches Gespräch führen zu können. Bestimmt gibt es irgendwo noch ein paar Männer, die gern so Vater wären, aber es gibt keine Frauen mehr, die sie zu Vätern machen.

Das Vatersein ist also der Preis, den man für seine eigene Fortpflanzung bezahlt. Man sollte zusehen, sich dabei möglichst wohlzufühlen, um das Ganze als erdenklich schönen Teilabschnitt von der immer zu kurzen Reise, die das Leben ist, in Erinnerung zu behalten. Mann wird davon überzeugt sein, es besser zu machen als die Väter vor ihm, und er kann sicher sein, dass die Nachwelt über ihn und seine Bemühungen bestenfalls mild lächeln wird.

Weitere Antworten von:

Dieter Thomä, Philosoph: Der gute Vater ist nicht wahllos gütig

Eva Menasse, Schriftstellerin: Alltagsfähig, aber kein Weichei

Marianne Leuzinger-Bohleber, Psychoanalytikerin: Identifikation schafft einen Werteraum

Julia Franck, Schriftstellerin: Gemeinsam Alleinerziehende

Barbara Vinken, Literaturwissenschaftlerin: Die Herrlichkeiten des Lebens ausbreiten

Martin Walser, Schriftsteller: Zehn Sätze, die von meinem Vater blieben

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Väter in neuer Verantwortung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. Mai 2010

Unter dem Titel „Väter in neuer Verantwortung“ veranstaltet die Deutsche Liga für das Kind ihre diesjährige öffentliche Jahrestagung am 15./16. Oktober 2010 in der Kunstakademie in München. Schirmherrin ist Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder. Themen sind unter anderem:

  • Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit: Die Veränderung der Stellung des Vaters im Recht – wer profitiert davon?
  • Prof. Dr. Dieter Thomä: Der Vater ist tot! Es lebe der Vater! Zur Zukunft einer Reizfigur
  • Prof. Dr. Anna Katharina Braun: Väterliche Fürsorge: Erkenntnisse aus der Neurobiologie
  • Dr. Michael Abou-Dakn: Die Rolle des Vaters rund um die Geburt
  • Tanja Merkle: Väter unter Druck: Konturen neuer Väterbilder. Die Gesellschaft entdeckt die Männer neu
  • Michael Tunç: Alles fremd und doch auch ähnlich? Väter mit Migrationshintergrund
  • Prof. Dr. Sabine Walper: Vielfalt und Bedeutung von Vater-Kind-Beziehungen nach Trennung und Scheidung

Ziel der Tagung ist es, die Anforderungen an moderne Vaterschaft zu benennen und Chancen aber auch Hindernisse und Fallstricke der väterlichen Rolle aufzuzeigen. Im Dialog zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik soll erörtert werden, wie Väter ihrer neuen Verantwortung gerecht werden können. Die interdisziplinäre Tagung richtet sich an Mitarbeiter(innen) in pädagogischen, sozialen und medizinischen Einrichtungen, an Verantwortliche in Politik, Verwaltung und Verbänden, an Studierende und Auszubildende sowie an alle, die am Thema ‘Väter’ interessiert sind.

Teilnahmegebühr inkl. Imbiss und Tagungsunterlagen beträgt 90,- Euro (ermäßigt 40,- Euro). Das Programm ist über die Geschäftsstelle der Deutschen Liga für das Kind erhältlich.

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Beitrag der Väter an unbezahlter Hausarbeit stabilisiert die Ehe

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 21. Mai 2010

Männer können das Gelingen ihrer Ehe durch tatkräftige Mithilfe bei der Hausarbeit offenbar äußerst positiv beeinflussen. Laut der von der London School of Economics (LSE) veröffentlichten Studie ‚ Men’s unpaid work and divorce: reassessing specialization and trade in British families’ ist die Scheidungsquote bei Paaren auffallend geringer, bei denen sich der Mann an der Hausarbeit beteiligt.

Untersucht wurden 3500 verheiratete Paare, die ihr erstes Kind in den 70er Jahren hatten – während einer Zeit also, in der die meisten Frauen mit kleinen Kindern zu Hause blieben. Die glücklichsten Ehen waren demnach jene, in denen die Frau zu Hause blieb und sich der Mann möglichst umfänglich an der Hausarbeit beteiligte.

Dieses Ergebnis räume auf mit der seit den 60er Jahren gängigen Vorstellung, dass in stabilen Ehen der Mann arbeiten gehe und die Frau den Haushalt übernehme, heißt es in der Studie. Bisher hätten sich die Ökonomen vor allem mit den Folgen der Erwerbstätigkeit von Frauen für das Eheglück beschäftigt, sagte die Forscherin Wendy Sigle-Rushton bei der Vorstellung der Studie. Das Verhalten der Männer hätten sie dabei zu wenig beachtet. “Diese Studie weist darauf hin, dass der Beitrag der Väter an unbezahlter Arbeit zu Hause eine Ehe stabilisiert, unabhängig davon, ob die Mütter arbeiten oder nicht.”

‘The structure of the labour market, rates of female labour-market participation, rates of divorce, and expectations about men’s and women’s gender roles have all changed considerably since 1975.  But this study underscores the importance of taking into account relationships between’s men’s behaviour and marital stability.’

Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe der Feminist Economist erschienen.

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Ein Gespenst in der Friedrich – Ebert – Stiftung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 15. Mai 2010

Dass die Fetzen fliegen, wurde von manchen im Vorfeld der Veranstaltung „Auf leisen Sohlen: Konservative Familien – und Geschlechterbilder auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft?“ befürchtet. Der Journalist und Autor Thomas Gesterkamp hat mit seiner Expertise: „Geschlechterkampf von rechts. Wie Männerrechtler und Familienfundamentalisten sich gegen das Feindbild Feminismus radikalisieren“ viel medialen Staub aufgewirbelt, vor allem auf den Kommentarseiten verschiedener Internetseiten.

Noch am Tag der Veranstaltung hatte Walter Hollstein in der Welt beklagt, dass Gesterkamp alle Männerrechtler in die braune Ecke stellen will. Und – wie immer – wurden auch Formfragen bemüht, weil das Ganze eher ein kurzer Aufriss sei, der den Normen einer Expertise nicht genüge. Inhaltliche Auseinandersetzungen oder Widerlegungen formulierte er dagegen nicht.

Da ich am vergangenen Mittwoch leider nicht in Berlin dabei sein konnte, greife ich auf den Bericht der Journalistin Magdalene Geisler in ihrem Blog magda zurück.

‚Das Feindbild Feminismus verstellt den Blick auf legitime Forderungen der Frauen und der Männer. Das sieht auch das gerade im Entstehen begriffene „Bundesforum Männer“, dessen Organisator, Jens Janson, im Podium saß. Er erklärte, dass Gender Mainstreaming zum Beispiel für ihn bedeutet, die Vereinbarungsproblematik nicht nur als Frauenfrage einzuordnen, sondern sie auch explizit für Männer zu stellen. Das aber ist nur möglich, wenn dialogisch – zum Beispiel mit dem Deutschen Frauenrat, deren Vertreterin Ulrike Helwerth da zustimmte – gearbeitet wird. …

Es gibt durchaus in der Männerbewegung kritische Kräfte, die Vernunft und Kooperation das Wort reden. So hat die Männerarbeit der EKD eindeutig und klar gegen den Geschlechterforscher Gerhardt Amendt Position bezogen, der alle Frauenhäuser als Orte des Hasses schließen wollte und das Leiden von Frauen mit Gewalterfahrung lächerlich machte. Die Männer der EKD distanzierten sich deutlich von den evangelikalen Strömungen in den eigenen Reihen.

Gibt es eine „braune Ecke“? Nein, aber es gibt Tendenzen. Ohnehin wird zunehmend konstatiert, dass manch rechtes Gedankengut eher der Mitte der Gesellschaft entspringt, als in Springerstiefeln herumrennt. Da liegt die Gefahr – auch in den Geschlechterauseinandersetzungen.

Flogen sie nun die Fetzen? Nicht wirklich. Allerdings gab es ein paar süffisante Anmerkungen, zum Beispiel fragte ein Teilnehmer sich und das Publikum, wie es möglich sei, dass fast alle Leserbriefschreiber zu politischen und wirtschaftlichen Themen männlich seien. Aber ansonsten hielt sich alles in Grenzen. …

Also es flog nichts. Hinter mir saß Heinz Olaf Henkel, der ehemalige BDI-Chef. Der schüttelte immer mal wieder den Kopf, aber zu Wort hat er sich nicht gemeldet. Er war glaube ich auch mehr männlicher Begleiter. … Es ist vieles in Bewegung. Die Männerbewegung sollte sich tänzerischer bewegen und nicht so brachial.

Wenn die Gesellschaft so ins Wanken gerät, wie in der Gegenwart, erschüttert das auch die Geschlechterverhältnisse und Schuldige werden gesucht. Besser wäre es, gemeinsam die Probleme zu schultern, aber ich sehe ein, dass dies eine zu versöhnliche – nette Forderung ist. Also – STREITEN: Ja. KLOPPEN: Nein.’

Was die Lösungsstrategie angeht, würde ich die Schwerpunkte ein wenig verschieben: Eine Auseinandersetzung um die neuen Geschlechterverhältnisse ist notwendig, wie sie aussehen, darüber muss sicherlich auch mal ‚heftiger’ gestritten werden, aber an einem geht kein Weg dran vorbei, eine zufriedenstellende Gestaltung ist nur gemeinsam und nicht gegeneinander möglich.

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