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Archiv für die 'aktive Vaterschaft' Kategorie

Neue Väter brauchen neue Mütter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 9. August 2018

Väter werden immer häufiger von Zaungästen zu Beteiligten an der Erziehungsarbeit: Sie bereiten sich zusammen mit der Partnerin auf die Geburt des Kindes vor und sind bei den Kontrollen und auch im Kreißsaal dabei. Sie wechseln zu jeder Tag- und Nachtzeit Windeln, gehen zum Vater – Kind Turnen und drehen ihre Runden auf den Spielplätzen. Doch mit den neuen Aufgaben wächst auch der Druck auf die Väter, ihren verschiedenen Rollen gerecht zu werden, Familie und Karriere gut unter einen Hut zu bringen. Margrit Stamm stellt die neuen Herausforderungen, denen sich die Väter von heute gegenübersehen, in einen gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang und zeigt, dass neue Väter nur Verantwortung übernehmen können, wenn die Mütter loslassen.

„… Wann ist ein Mann ein guter Vater?
Gemessen an der politischen Diskussion in der Schweiz hat man das Gefühl, ein Mann sei schon ein guter Vater, wenn er zwei Wochen Vaterschaftsurlaub nimmt. Andere sind überzeugt davon, dass Männer, die Teilzeit arbeiten, gute Väter sind. Manchmal gelten auch Männer als gute Väter, die Windeln wechseln können und am Freitagnachmittag frei nehmen.

Was sagen Sie?
Dass die Präsenzzeit überbewertet wird. Unserer Studie, auf der das Buch basiert, zeigte, dass vollzeitberufstätige Männer sehr intensive, emotionale und zugewandte Väter sein können und dass sich nicht alle Väter, die Teilzeit arbeiten, besonders intensiv in der Familie engagieren. Ein guter Vater ist, wer sich auf die Familie einlassen und eine für beide Seiten befriedigende Partnerschaft leben kann.

Wenn nicht die Quantität, sondern die Qualität der Zeit entscheidend ist, dann ist ein gesetzlich verankerter Vaterschaftsurlaub unnötig?
Der Vaterschaftsurlaub ist ein wichtiges Signal, zumal unser Staat die Bedeutung der Familie derart betont. Der Vaterschaftsurlaub würde den Männern die Möglichkeit geben, wenn sie Väter werden, beruflich innezuhalten und sich voll auf die neue Situation einzulassen. Im internationalen Vergleich ist die Schweiz ein Entwicklungsland. Dass wir überhaupt über den Vaterschaftsurlaub diskutieren müssen, ist lächerlich. In Deutschland und Österreich haben Väter und Mütter bis zu zwei Jahre Elternzeit.

In Deutschland aber nutzen die meisten Männer die Elternzeit nicht.
Stimmt. Aber der Anteil der Väter, die Elternzeit beantragen, steigt. Interessant ist die Frage, weshalb die Möglichkeit der Elternzeit bei den Männern keine Lawine an Anträgen ausgelöst hat.

Weshalb nicht?
Weil die meisten Männer als Buben immer noch so sozialisiert worden sind, dass sie später einmal eine Familie ernähren müssen. Paare sind ja nicht nur eine Liebes-, sondern auch eine Wirtschaftsgemeinschaft. Weil Frauen oft die tieferen Löhne haben als Männer, setzen viele Paare auf die Karriere des Mannes, wenn die Kinder da sind. Wenn dieser dann noch einen Chef alter Schule hat, der ihm sagt, dass der Elternurlaub seine Aufstiegschancen schmälern könnte, dann ist die Chance gross, dass der Mann auf den Urlaub verzichtet oder ihn nur sehr zurückhaltend bezieht. …“

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Was Kinder brauchen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 4. August 2018

Im Gespräch mit Claudia Landolt erläutert der Schweizer Kinderarzt Cyril Lüdin was Kinder brauchen, um stark zu sein:

„… Kinder brauchen eine verlässliche Bindung an primäre Bezugspersonen, in der Regel Mutter und Vater. Werden sie zudem im Umfeld von verlässlichen Personen umsorgt, erlangen sie eine gute soziale Kompetenz, zeigen eine adäquate Stressresistenz und neigen weniger zu psychischen Erkrankungen.

Sie haben den Zusammenhang zwischen früher Bindung und dem Einfluss auf die Hirnstruktur des Kindes erkundet. Welches sind Ihre wichtigsten Erkenntnisse?

Wir wissen aus den Erkenntnissen der pränatalen Psychologie und aus der Hirnforschung, dass ein ungeborenes Kind mit seinen Sinnen alles aufnimmt und speichert. Es spürt, wenn die Eltern in Verbindung mit ihm stehen. Gefühlserfahrungen während der Schwangerschaft, sowohl positive wie auch negative, werden im Gehirn als emotionale Muster abgelegt. Das ungeborene Kind möchte anerkannt werden. Es ist hilflos, wenn sich die Mutter oder der Vater seelisch verschliessen.

«Kinder spüren jede Stimmung von uns Erwachsenen – egal wie alt die Kinder sind.»

Sie sagen, Berührung, Bewegung und Sprache seien die wichtigsten Elemente für ein gesundes Gedeihen der Kinder.

Als soziale Wesen reagieren Kinder auf körperliche wie auf emotionale Einflüsse. Schon der direkte Körperkontakt in den Wochen nach der Geburt vermittelt Sicherheit und Geborgenheit. Berührung ist ganz essenziell für die Sicherheit und das Wohlbefinden in einer Eltern-Kind-Beziehung. Bewegung fördert die Entwicklung der motorischen, geistigen und sprachlichen Fähigkeiten. Schon in der Schwangerschaft setzt die Bewegung des Babys Reize für die Entwicklung des Gehirns ungeborene Kind möchte anerkannt werden. Es ist hilflos, wenn sich die Mutter oder der Vater seelisch verschliessen.

Auch wenn das Kind schon älter ist?

Ja. Erinnern Erlebnisse in der frühen Kindheit an vorgeburtliche negative Muster, so können sie irrationale Ängste auslösen. Solche Ängste sind ein Risikofaktor für spätere Lernstörungen, Aggressionen und asoziales Verhalten. …

Wie wichtig ist Kommunikation und Sprache zwischen Kind und Eltern?

Kommunikation ist das A und O. Sie bedeutet Wahrnehmung, Interaktion und Anregung. Sie funktioniert nur in der Beziehung. Im Kontakt zum Kind müssen wir emotional und gedanklich dabei sein. Hantieren wir am Smartphone, sind wird nicht wirklich verfügbar. So fehlt schon dem Kleinkind die sprachliche Auseinandersetzung und damit die kommunikative Kompetenz. Zum Lernen braucht es persönliche Beziehungen. Geschichten vorlesen und erzählen hilft den Kindern, Ruhe zu finden und sich zu konzentrieren. …“

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Mehr Mut zur Leidenschaft – von Paschas und Papas

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. Juli 2018

… schon etwas älter aber immer noch sehr aktuell.

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Papapool bündelt Angebote für Väter und Kinder

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. Juni 2018

Dass Familie auch heute oft noch „ein Frauending” ist, Väter im Rahmen von Angeboten gar nicht angesprochen werden, das soll laut Ulrich Kuther von der Hessenstiftung „Familie hat Zukunft” künftig durch die Einführung der Internet-Plattform Papapool geändert werden. „Hier wollen wir Angebote für Väter und Kinder hessenweit bündeln”, erklärte er. Dazu zählten die Bereiche Vater-Bildung, Vater-Kind-Aktivitäten, Informationsveranstaltungen zu den unterschiedlichen Kindesaltern sowie Themen rund um Vaterschaft und Familienleben mit nützlichen Tipps und Hintergrund-Informationen. Der Startschuss für die Internet-Plattform fiel am Sonntag, bei dem durch die Hessenstiftung initiierten „Hessischen Vätertag”.

Die Intention von Papapool zielt nach Angaben der Organisatoren vor allem darauf ab, Vätern mehr Möglichkeiten zu bieten, in Kontakt mit ihren Kindern zu kommen. Dabei ist es egal, ob die Väter Teil eines Elternpaars oder alleinerziehend sind.

Kuther betonte, es sei wichtig für Väter, ihre Kinder zu unterstützen und Dinge mit ihnen gemeinsam zu unternehmen. Reißer ist der Meinung, mögliche Termine mithilfe von Papapool künftig direkt angezeigt zu bekommen, sei gerade für Väter hilfreich, denen aus verschiedenen Gründen die Zeit fehle. „Das gab es vor 20 Jahren noch nicht”, resümierte er.

Papaseiten

Die neue Internet-Plattform startete zeitgleich auch in Dresden. Getragen wird Papapool von Papaseiten im VSP Dresden – finanziert mit Mitteln der Landesdirektion Sachsen des Ministeriums für Gleichstellung und Integration und der Hessenstiftung.

Das sächsische und das hessische Angebot machten im Konzept von Papapool den Anfang der bundesweiten Plattform, die nun nach und nach weitere Regionen erschließen werde, so die Initiatoren. Die Hessenstiftung als Regional-Administratorin für Hessen ruft weitere Einrichtungen, Vereine und Verbände auf, sich mit ihren väterspezifischen Angeboten zu beteiligen.

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Die 50 besten Arbeitgeber für Väter in den USA

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 20. Juni 2018

In diesem Jahr hat Fatherly bereits zum vierten Mal das jährliche Ranking „50 Best Places to Work to Work for New Dads” erstellt. In dieser Zeit wurden bei den erfolgreichsten amerikanischen Unternehmen eine ermutigende Anzahl positiver Änderungen an den Unterstützungsangeboten für Eltern vorgenommen. Dies hat zu einer Reihe von Änderungen und Ergänzungen in der Liste geführt. Diese Änderungen sind auch das Ergebnis von Anpassungen der Beurteilungskriterien, die nun besser darauf ausgerichtet ist, die Erfahrungen neuer Väter widerzuspiegeln und nicht mehr nur die Anzahl der Vergünstigungen. Was bedeutet das? Kurz gesagt, dass dieses Ranking den Vaterschaftsurlaub berücksichtigt, aber auch Unternehmen mit Wiedereinstiegsangeboten, flexiblen Arbeitszeiten und, noch wichtiger, Kinderbetreuungsangeboten hervorhebt.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass alle Unternehmen auf dieser Liste ihren Mitarbeitenden außergewöhnliche Angebote machen und sich sehr um die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter und deren Familienangehörigen bemühen. Es ist auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Tatsache, dass diese Unternehmen diese Angebote machen, auf das Fehlen einer national bezahlten Elternurlaubspolitik und den Mangel an Vaterschaftsvergünstigungen für amerikanische Arbeitnehmer zurückzuführen ist.

Diese Liste ist auch ein Grund zur Hoffnung. Die meisten der auf dieser Liste aufgeführten Unternehmen haben in den Jahren 2017 und 2018 ihre Sozialleistungspakete für neue Väter oder Mütter aktualisiert. Die Erfahrungen von Fatherly zeigen, dass auch viele Unternehmen, die es nicht auf die Liste geschafft haben, Vätern Angebote machen. Es ist ein kultureller Wandel im Gange und das ist eine gute Nachricht für berufstätige Väter.

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Ein Vatertag, der Kindern hilft

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 26. Mai 2018

Die hessenstiftung – familie hat zukunft hat den „Hessischen Vätertag“ am 17. Juni unter das Motto „Angebote für Väter“ gestellt. Viele Einrichtungen und Organisationen haben die Zielgruppe der Väter neu in den Blick genommen. Schließlich weiß man inzwischen, welche tiefgreifende Bedeutung ein Vater für die emotionale und soziale Entwicklung des Kindes hat. Trotz dieser Erkenntnis zielen immer noch die meisten Programme für Eltern in der Regel vorrangig oder gar allein auf Mütter.

Der Geschäftsführer der Hessenstiftung Ulrich Kuther sagte dazu: „Die Väter frühzeitig in Bildung und Beratung, auch in die Frühen Hilfen einbinden, erschließt den Kindern eine weitere Ressource. Gezielte Väterarbeit ist ein wichtige Präventionsansatz für die Kinder. Teurer ist es immer, später die Schäden reparieren zu müssen, als früh deren Auftreten verhindert zu haben.“ Deswegen freue er sich auch, dass einige der Verantwortlichen für die Aktionen sich auch in den Reihen derer wiederfinden, die derzeit die Gründung einer Landesarbeitsgmeinschaft Väter vorantreiben.

Die zehn prämierten Aktionen stehen beispielhaft für Möglichkeiten, Väter gezielt anzusprechen und mit ihnen sinnvolle Aktivitäten für und mit den Kindern zu entwickeln. Im Mehrgenerationenhaus „Kinder im Zentrum Gallus“ wurden Väter eigens befragt, um Angebote an den Wünschen und Bedürfnissen der Papas zu orientieren. „Papa[plus]“ hat sich dort zum Ziel gesetzt, die Kind-Papa-Beziehung positiv zu begleiten. Dabei steht das plus zunächst einmal für die Kinder, aber auch für jede positive Motivierung eines glücklichen Zusammenlebens. Passend zur Fußball-WM heißt die Sport- und Spielaktion am Hessischen Vätertag „Der Ball ist rund – die Welt auch!“ Die Erfahrung von Spielregeln wird in einem anschließenden Erziehungsworkshop reflektiert und auf Erziehungsregeln übertragen.

Das Mütterzentrum Fulda macht schon viele Jahre regelmäßige Väterangebote. Der Vätertag wird 2018 genutzt, um eine Fotoaktion durchzuführen, in die auch die Festgäste zum 30jährigen Jubiläum eingebunden werden. Klassisches Naturerleben steht im Mittelpunkt die KiTa Wichtelburg in Burg-Hohenstein. In Weilburg gibt es eine inklusive Väteraktion.-Im Kindergarten der Lebenshilfe treffen sich Väter mit Kindern mit und ohne Behinderungen, um ein Hochbeet zu bauen und zu bepflanzen. Mobil zu Kindertagesstätten unterwegs ist seit einigen Jahren das feuerrote Papamobil der Evangelischen Kirche Kurhessen Waldeck. Am Hessischen Vätertag machen sie Station in der katholischen KiTa in Sontra.

Wenn in den Städten jede zweite Ehe geschieden wird und davon Kinder zu Zigtausenden betroffen sind, ist entscheidend, dass eine den Kindern zugewandte Eltern- und Vaterschaft auch nach der Trennung aktiv gelebt werden kann. Hier ist ein wichtiger Förderpartner der Väteraufbruch für Kinder, der mit einer Aktion in Frankfurt dabei ist. Dass Vatersein manchmal auch unter erschwerten Bedingungen gelebt sein will, zeigt auch die Aktion der Justizvollzugsanstalt Weiterstadt. Ein „Familiennachmittag“ erlaubt es inhaftierten Vätern, eine verlängerte Besuchszeit mit ihren Kindern zu verbringen.

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Sind Kinder eine Karrierebremse?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 20. Mai 2018

Christian Kempe, vierfacher Vater, Blogger bei Papi redet mit und Erzieher hat die Frage in einem Beitrag für die Huffington Post eindeutig beantwortet: ‚Nicht die Kinder bremsen uns aus, sondern wir uns selbst‘:

‚… Es ist gar nicht lange her, da fragte ich meinen 33 Jahre alten Kumpel Thomas, der mit seiner Freundin noch keine Kinder hat: “Und, wie schaut es bei euch mit Kindern aus?“. Er antwortete in einer gebetsmühlenartigen Weise, wie ich es schon oft gehört hatte: “Ich muss erst einmal einen guten Job finden, Karriere machen und Geld bei Seite packen. Ich möchte meinen Kindern etwas bieten können.“

Ich finde diese Auffassung völlig okay, aber aus mir schoss heraus: “Wann hat man schon Geld? Geld hast du ohne Kinder nicht und mit Kindern nicht“.

Ich weiß, das ist nur die halbe Wahrheit. Aber mal Hand aufs Herz: Gibt es überhaupt einen richtigen Zeitpunkt, um Kinder zu bekommen? Ich denke, nein! Denn immer steht irgendetwas im Weg. Doch was im Weg steht, das kann ich beiseite räumen. Jedenfalls, wenn ich das wirklich möchte. Und das ist der springende Punkt. Nicht die Kinder bremsen uns aus, sondern wir uns selbst.

Der Karriereknick beginnt bereits im Kopf. Ich sage mir immer: “Christian, geh positiv an die Sache heran. Such nicht danach, warum es nicht funktioniert. Konzentriere dich darauf, wie es funktionieren kann.”

‘Kinder und Karriere, das funktioniert nicht.’ Ich kann Sprüche dieser Art nicht mehr hören. Sehr wohl funktionieren Kinder und Karriere zusammen, das zeigen immer mehr Mütter, die schon kurz nach der Geburt ihres Kindes wieder ins Berufsleben einsteigen.

Manche erfinden sich sogar völlig neu und machen sich selbstständig. Sicher, es ist nicht leicht. Vieles muss sich im Berufsleben noch familienfreundlicher gestalten, aber es ist machbar. Okay, Karriere macht man leider eben nicht mal so nebenbei. Karriere erfordert Zeit und Energie. Doch woher Zeit und Energie nehmen, wenn man zwei ganz kleine Kinder hat, wie ich?

Ich sage euch, mit der Zeit ist das ja so ein Ding. Je mehr Zeit man hat, umso mehr Zeit vertrödelt man. Heute, wo ich als Familienvater wenig Zeit für mich selbst habe, nutze ich jede freie Minute, die sich mir bietet und schaffe mehr als je zu vor. …‘

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Väteraktionstage in Freiburg

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 6. Mai 2018

Vom 4. bis zum 18. Mai finden an verschiedenen Orten in Freiburg Veranstaltungen rund um das Thema „Vatersein“ statt. Veranstalter ist das Freiburger Bündnis für Familie. Die Koordinatorin der Aktionstage, Christine Kimpel, spricht im Interview mit der Badischen Zeitung über die Beweggründe:

BZ: Warum braucht Freiburg die Väter-Aktionstage?

Kimpel: Man kann beobachten, dass ein Rollenwandel stattfindet. So wie Frauen am Erwerbsleben teilnehmen, wollen Männer eine aktive Rolle im Leben ihrer Kinder spielen und nicht nur der Wochenend-Papa sein. Da tut sich was. Wir wollen sichtbar machen, dass es bereits viele Angebote gibt und den Vätern den Zugang dazu ermöglichen. Ursprünglich waren die Aktionstage für zwei oder drei Tage angedacht, doch durch die breite Kooperation ist ein 14-tägiges Programm daraus geworden. Daran sieht man, dass ein großes Interesse für dieses Thema da ist.

BZ: „Väter. Eine gesellschaftliche Rolle im Wandel” lautet der Titel der Auftaktveranstaltung am 4. Mai. Sind wir bereits am Ziel oder ist noch mehr Veränderung nötig?

Kimpel: Wir sind noch nicht am Ziel. Es ist zwar ganz klar, dass sich was getan hat, zum Beispiel sieht man viel mehr Väter mit ihren Kindern auf der Straße und es nehmen auch bedeutend mehr Väter Elternzeit. Aber da ist noch ganz viel Luft nach oben. Damit der Wandel weitergeht, braucht es Angebote und Strukturen für Mütter und Väter, die Erwerbsleben und Familie vereinbar machen. Und auch bei der Rollenverteilung im Haushalt bleibt noch einiges zu tun. Wir brauchen familien- und väterfreundliche Politik in Unternehmen. Da gibt es meiner Meinung nach noch sehr viel Spielraum, und nicht nur Spielraum, sondern konkreten Bedarf.

Informationen und Programm finden Sie hier.

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Dresden bietet die besten Bedingungen für Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. Mai 2018

Männer, die aus Überzeugung Windeln wechseln und stolz den Kinderwagen schieben, sind schon lange kein Randphänomen mehr. Und wenn es nach den Vorstellungen moderner Väter ginge, würden sie am liebsten noch viel mehr für ihre Familie tun. Nach den Ergebnissen der Global Family Survey von Betreut.de streben 82 Prozent der deutschen Väter unter 50 Jahren eine gleichberechtigte Partnerschaft an. Die meisten verstehen darunter, Kindererziehung, Hausarbeit und Erwerbstätigkeit gerecht unter den beiden Elternteilen aufzuteilen und vor allem: genügend Zeit mit den Kindern zu verbringen. Doch die Realität sieht anders aus. Entgegen ihren eigenen Wünschen sind Väter nach der Familiengründung weiterhin mehrheitlich die Hauptverdiener und verbringen viele Stunden mit Erwerbsarbeit. Zwar ist das Elterngeld eine große Errungenschaft, um die Arbeit zugunsten der Familie zu reduzieren oder zu unterbrechen, doch belassen es die meisten Väter (79 Prozent) nur bei einem Bezug von bis zu zwei Monaten. Diverse Studien bestätigen, dass viele Väter eine längere Elternzeit beanspruchen würden, sich jedoch nicht trauen, zum Beispiel aus Angst vor beruflichen Nachteilen, oder es sich aufgrund ihrer Einkommenssituation schlichtweg nicht leisten können. Unflexible Arbeitgeber erschweren die Umsetzung dieses Vorhabens zusätzlich. Nur 14 Prozent der Eltern können das Modell einer partnerschaftlichen Aufteilung auch tatsächlich verwirklichen.

Wo können Väter ihren Wunsch nach einer aktiven Vaterrolle am besten umsetzen?

Um diese Frage zu beantworten, hat das Team von Betreut.de alle kreisfreien Städte in einer Datenanalyse unter die Lupe genommen und hinsichtlich der wichtigsten Bedingungen für die Väterbeteiligung miteinander verglichen. Die erste Komponente bilden dabei familienfreundliche Arbeitgeber. Studien zufolge ist eine partnerschaftliche Vereinbarkeit am ehesten möglich, wenn Arbeitgeber Familienfreundlichkeit mit Gleichstellungszielen verbinden und sowohl Frauen als auch Männern anbieten, Voll- und Teilzeitmodelle ohne Karrierenachteile nach ihren Bedürfnissen nutzen zu können. Flexible Arbeitszeiten und Home-Office-Lösungen werden ebenfalls von vielen Vätern als Erleichterung erlebt. Des Weiteren stellen Vorbilder am Arbeitsplatz eine wichtige Komponente dar. Wo Väter als Führungskräfte selbst Elternzeit in Anspruch nehmen, ist der Anteil der männlichen Beschäftigten in Elternzeit fünfmal so hoch wie in Unternehmen ohne Vorbilder. Daher wurden die Elterngeldbezugsquote und -dauer durch Väter sowie die Quote teilzeitarbeitender Männer in die Analyse einbezogen. Weitere Analysefaktoren, die eine ausgeglichene partnerschaftliche Aufteilung positiv begünstigen, sind die Erwerbstätigkeit der Frauen sowie das lokale Kinderbetreuungsangebot.

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Vater sein – verpass nicht die Rolle deines Lebens

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 21. April 2018

Der Katholische Familienverband in Österreich (KFÖ) will ein starkes Zeichen für die Beteiligung der Väter an der Kindererziehung setzen: Anfang Mai wird die Kampagne „Vater sein – verpass nicht die Rolle deines Lebens” gestartet – zugleich Slogan des Jahresthemas des Verbandes. 10.000 Plakate und Postkarten mit diesem Appell sollen in Pfarren, Gemeinden und Geburtskliniken unter die Leute gebracht werden, heißt es in einer Ankündigung.

„Mehr Teilhabe der Väter in der Kindererziehung ist der Schlüssel zu mehr Gleichberechtigung und einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf”, ist KFÖ-Präsident Alfred Trendl überzeugt. „Vor allem aber sind uns die Väter selbst ein großes Anliegen. Ich bin selbst Vater und weiß durch meine jetzt schon erwachsenen Kinder, wie schnell die Zeit verfliegt.” Der Familienverband wolle Väter bewusst dazu animieren, ihre Vaterschaft aktiv zu gestalten und präsent zu sein. “Das ist ein Gewinn für die ganze Familie – besonders aber für den Vater selbst”, so Trendl.

Begleitet wird die Imagekampagne von einem „virtuellen Väterstammtisch”: Die neue Website soll pünktlich zum Vatertag online gehen. „Es gibt bereits viele Angebote und Informationen für Väter, allerdings richten sich diese meist an werdende und ganz junge Väter”, erklärte Trendl. Die vom Katholischen Familienverband betriebene Website richte sich auch an Väter in anderen Lebensphasen, solle informieren und zum Austausch anregen. Aufgebaut sei die Website nach dem Alter und der Entwicklungsstufe der Kinder, zahlreiche Blogbeiträge sollen informieren und Freude am Vatersein vermitteln.

„Wir wollen uns ein Jahr aktiv mit dem Thema Vaterschaft auseinandersetzen und hoffen, damit nicht nur das Bewusstsein für die große Bedeutung eines aktiven und präsenten Vaters zu stärken”, kündigte Trendl an. Und noch viel wichtiger sei es, Männer zu motivieren, „ihre Vaterrolle zu finden, ernstzunehmen und aktiv zu leben“

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