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Archiv für die 'Gesundheit' Kategorie

Jungenbeschneidung in Deutschland

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. Januar 2017

Am 8. Mai veranstalten das Klinische Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie zusammen mit der Sektion Kinder- und Jugendpsychosomatik der DGPM und der Betroffenenorganisation MOGiS e.V. anlässlich des fünften Jahrestages des “Kölner Beschneidungsurteils” eine wissenschaftliche Fachtagung zur Jungenbeschneidung in Deutschland. Das Kölner Landgericht bewertete in seinem Urteil eine medizinisch nicht-indizierte operative Vorhautentfernung an nicht-einwilligungsfähigen Jungen als eine strafbare Körperverletzung. Der Gesetzgeber gestattete Eltern jedoch schon wenige Monate später im dafür neu geschaffenen §1631d BGB, aus jeglichem Grunde in eine medizinisch nicht notwendige Genitalbeschneidung ausschließlich ihres Sohnes rechtswirksam einzuwilligen.

Zahlreiche Jungen und Männer leben in Deutschland mit den Folgen einer im Kindesalter erlittenen medizinisch nicht indizierten Beschneidung. Oft spielen religiöse oder kulturelle Motivationen der Eltern eine Rolle. Häufig erfolgen auch angeblich medizinisch notwendige Beschneidungen ohne Vorliegen einer objektiv bestehenden medizinischen Indikation. Die Beschneidung und ihre möglichen negativen körperlichen, sexuellen und psychosomatischen Auswirkungen werden auch heute noch häufig als vermeintlicher “kleiner Schnitt” ohne Folgen bagatellisiert und stehen aus unterschiedlichen Gründen auch nicht im diagnostischen Fokus des ärztlichen Gespräches. Die möglichen Komplikationen dieser irreversiblen Verletzung des männlichen Genitales sind jedoch erheblich.

Die Fachtagung am Universitätsklinikum Düsseldorf möchte deshalb aus unterschiedlichen Fachbereichen auf aktuellem Wissens- und Forschungsstand informieren. Sie soll für dieses kontroverse, mit Tabus und Ängsten besetzte Thema eine Plattform des sachlich fundierten und respektvollen Dialogs schaffen. Neben Referenten aus den Fachbereichen der Urologie, Kinderchirurgie, Psychosomatik und der Rechtswissenschaften werden auch internationale Referierende aus den Bereichen der Kultur- und Religionswissenschaften sowie auch leidvoll von ihrer Beschneidung Betroffene vortragen.

Die Tagung findet von 9:00 bis 18:00 Uhr im Universitätsklinikum Düsseldorf statt, die Kosten betragen 60,00 Euro. Alle weiteren Informationen und eine Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

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AOK Familienstudie untersucht Belastungen und Bewältigungsstrategien von Vätern und Müttern

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 2. August 2016

Väter sind traditionell erwerbstätig. Seit vielen Jahren steigt auch der Anteil der erwerbstätigen Mütter. Die zuverlässige und nachhaltige finanzielle Absicherung eines Haushaltes ist heute nur noch durch die Erwerbstätigkeit beider Eltern möglich. Zudem ist jungen Frauen inzwischen eine berufliche Karriere fast genauso wichtig wie vielen jungen Männern. Hierdurch ergeben sich neue Herausforderungen für die Organisation des Familienalltags. Mütter und Väter müssen die Ansprüche von Hausarbeit und Kinderbetreuung mit denen von Beruf und Karriere in Vereinbarung bringen.

Die Studie kommt zu vier wichtigen Ergebnissen:

1. Der größte Anteil von Müttern und Vätern ist heute erwerbstätig, wobei in Paarfamilien der Anteil bei den Vätern deutlich höher als bei den Müttern. Mütter bevorzugen Erwerbstätigkeit in Teilzeit, Väter in Vollzeit. Auch Alleinerziehende sind mehrheitlich erwerbstätig. Alle beruflich aktiven Eltern, sowohl die aus Paarfamilien als auch die Alleinerziehenden, stehen ihrer Erwerbstätigkeit positiv gegenüber und betrachten sie als einen wichtigen Bestandteil ihrer Lebensführung.

2. Die befragten Eltern sehen deutlich die Belastungen, die durch ihre Erwerbstätigkeit für das Familienleben und besonders die Betreuung und Erziehung der Kinder entstehen. An erster Stelle werden zeitliche Belastungen genannt, gefolgt von finanziellen, psychischen, gesundheitlichen, körperlichen und partnerschaftlichen. Die zeitlichen Engpässe werden demnach heute als ganz besonders belastend empfunden. Die Belastung der Frauen in Paarfamilien ist dabei noch um einiges größer als die der Männer in Paarfamilien.

3. Besonders stark ist die Belastung auf allen untersuchten Ebenen bei den Alleinerziehenden. Bei ihnen fallen auch die finanziellen Belastungen stärker ins Gewicht als bei den Paarfamilien. Stehen Alleinerziehende unter zeitlichen Belastungen, dann wirken sich bei ihnen auch alle anderen Ausprägungen von Belastung stärker aus.

4. Zur Bewältigung ihrer Belastungen greifen die befragten Mütter und Väter vor allem auf regenerative Strategien zurück: „Sport treiben“ und „Hobbys nachgehen“ stehen an erster Stelle, gefolgt von Auszeiten. Ansätze der strukturellen Bewältigung der Herausforderungen, wie etwa eine Verbesserung der Haushaltsorganisation oder des Angebotes von außerfamiliärer Kinderbetreuung, werden hingegen wenig genannt. Konkrete mentale Stressbewältigungsstrategien werden nicht berichtet. Daraus lässt sich schließen, dass die Eltern die Belastungen, die sich aus der von ihnen befürworteten Erwerbstätigkeit ergeben, in erster Linie durch eine Regulierung und Kontrolle der persönlichen Stressreaktion zu mildern versuchen. Darüber hinaus stellen sie sich gewissermaßen persönlich der Verantwortung, die sie mit ihrer Entscheidung für die Gestaltung des Familienlebens getroffen haben.

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie veranschaulichen, dass die heutige junge Generation von Eltern nicht nur vor neuartigen, sondern vermutlich auch vor größeren Anforderungen an die Bewältigung des Familienalltags steht als frühere Generationen. Im Prinzip werden heute alle Entscheidungen des Familienlebens in die Verantwortlichkeit der Eltern gelegt, ohne dass die strukturellen Bedingungen hierfür im gleichen Ausmaß verbessert werden.

Für die aktuelle AOK Familienstudie hat das Forschungsinstitut produkt + markt 1.000 Eltern von Kindern im Alter von vier bis siebzehn Jahren befragt. Die Befragten waren im Durchschnitt 42,6 Jahre alt und stammten zu etwa 80 Prozent aus Paarfamilien, ein Anteil von knapp 20 Prozent waren Alleinerziehende.

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Das Erbe der Kriegseltern

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 15. Februar 2016

Die Kriegserlebnisse unserer (Groß-) Väter und Mütter beinflussen Wahrnehmung und Gefühle ihrer Kinder und Enkel.

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Der erste weltweite Statusbericht über Väter – The first ever State of the World’s Fathers

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 12. Juli 2015

Väter, die sich an Hausarbeit und Kinderbetreuung beteiligen, tragen dazu bei, glücklichere und besser ausgebildete Kinder großzuziehen. Außerdem tun sie damit etwas für die eigene körperliche und mentale Gesundheit.

Das alles steht im ersten „State of the World’s Fathers“, einem 288 Seiten langen Bericht, für den die Autoren weltweit fast 700 Studien zum Thema ausgewertet haben. Herausgekommen ist der „weltweit erste Bericht, der einen globalen Überblick darüber bietet, wie sich Männer bei Kinderbetreuung und -erziehung einbringen“

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Die gesundheitliche Lage der Männer in Deutschland

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 16. Dezember 2014

Männer und Frauen unterscheiden sich in Bezug auf Gesundheit und Krankheit. Neben unterschiedlichen Erkrankungshäufigkeiten gibt es auch zahlreiche geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Wahrnehmung und Kommunikation von Symptomen, im gesundheits­relevanten Verhalten und bei der Inanspruchnahme von Versorgungsangeboten.

Aus diesem Grund hat die Gesundheitsberichterstattung des Bundes am Robert Koch-Institut in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt und Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis umfassende Daten und Informationen zur Männergesundheit zusammengetragen und in einem Bericht veröffentlicht.

Die gesundheitlichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen, aber auch innerhalb der Gruppe der Männer werden für ausgewählte Themen aus den Bereichen Gesundheitsstatus, Gesundheitsverhalten, Arbeitswelt, Lebensformen/Familie sowie Prävention beschrieben und interpretiert.

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Den meisten Familien geht es gut, sie leiden aber unter Zeitstress

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 8. März 2014

Eltern und Kindern in Deutschland geht es größtenteils gut. Dies geht aus der am 6. März vorgelegten AOK-Familienstudie 2014 hervor. Zwei Drittel aller Väter und Mütter fühlen sich demnach gesundheitlich gut oder sogar sehr gut. Bei den Kindern liegt dieser Wert Angaben ihrer Eltern zufolge sogar bei 80 Prozent. Doch es gibt einen Haken: Eltern leiden vermehrt unter Zeitstress, der sich nachweislich auf die Gesundheit der ganzen Familie auswirken kann.

Zum dritten Mal nach 2007 und 2010 hat die AOK die Familienstudie in Auftrag gegeben. Die Studie basiert auf einer bundesweiten Repräsentativbefragung mit 1.503 Personen, die im Haushalt die Haupterziehungsfunktion haben (1.138 Mütter und 365 Väter). Der zentrale Befund ist ausgesprochen positiv. Neben dem gesundheitlichen Wohlbefinden geben 93 % der Eltern an, mit ihrem Familienleben zufrieden zu sein.

Auf Basis der Studienergebnisse hat die AOK in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern Empfehlungen entworfen, mit deren Hilfe die Kindergesundheit bewahrt und sogar verbessert werden kann. Eine davon lautet: Väter und Mütter sollten sich mehr Zeit für sich und ihre Partnerschaft nehmen. AOK-Chef Jürgen Graalmann dazu: “Unsere Studie zeigt, wie wichtig die Gesundheit der Eltern und ein entspannter Familienalltag für ein gesundes Aufwachsen der Kinder sind. Kindergesundheit hängt direkt vom Elternwohl ab. Eltern selbst, aber auch die Gesellschaft sollten diese Botschaft berücksichtigen.” Die Studie belegt, dass Eltern, die mit ihrem Leben zufrieden sind und sich zeitlich weniger belastet fühlen, seltener Kinder mit gesundheitlichen Beschwerden haben.

Um die Familien weiter zu entlasten, empfiehlt Prof. Ulrike Ravens-Sieberer vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) zwei weitere Ansatzpunkte: “Flexible Arbeitszeiten können sich positiv auswirken. Eltern, die zeitlich und örtlich flexibel arbeiten können, fühlen sich oft gesünder. Wichtig ist auch die Verfügbarkeit eines sozialen Netzwerks und verlässlicher Kinderbetreuung, insbesondere durch Familienmitglieder.” Denn die Studie belegt auch: Eine verlässliche Kinderbetreuung durch den Partner oder eine Institution kann positiv auf die Gesundheit der Eltern wirken.

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Nacht- und Wochenendarbeit von Vätern und Müttern sind für Kinder nachteilig

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 2. Dezember 2013

Elterliche Arbeitszeiten am Abend, in der Nacht und an Wochenenden haben vielfältige negative Auswirkungen auf Kinder. Das zeigt eine systematische Auswertung von Studien über die letzten drei Jahrzehnte durch ein internationales Forscherteam, das von Jianghong Li, Forscherin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, geleitet wird.

Die Autoren sind sich bewusst, wie schwierig es ist, die einzelnen Einflussfaktoren von ungewöhnlichen Arbeitszeiten auf das kindliche Wohlbefinden zu bestimmen. Viel hängt von der individuellen Familiensituation ab. Aber 21 der 23 analysierten Untersuchungen in entwickelten Ländern zeigten eine deutliche Tendenz: Arbeit außerhalb der üblichen Zeiten hat ungünstige Folgen für die soziale und emotionale Situation der betroffenen Kinder. Verhaltensauffälligkeiten, schlechtere kognitive Leistungen (Sprechen, Lesen und Mathematik) und Fettleibigkeit sind unter Kindern, deren Eltern zu diesen Zeiten arbeiten, weiter verbreitet als bei Kindern, deren Eltern überwiegend während der Normalarbeitszeit erwerbstätig sind.

Zu den Gründen gehören depressive Symptome der Eltern, eine schlechtere Wahrnehmung der Erziehungsaufgaben, ein verminderter Austausch zwischen Eltern und Kindern, ein Verlust an Eltern-Kind-Nähe und der allgemeine Mangel an Unterstützung in der Familie. Wenn Eltern am Wochenende und in den Abend- und Nachtstunden arbeiten, geht es besonders Kindern aus sozial benachteiligten Familien schlechter, nämlich ärmeren Familien, Familien mit nur einem Elternteil und Familien, in denen Eltern in Vollzeit in der Nacht und am Wochenende arbeiten.

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Zahlreiche junge Väter leiden an Depressionen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 9. Oktober 2013

Die Geburt eines Kindes kann nicht nur bei der Mutter, sondern auch beim Vater Depressionen auslösen. Laut einer neuen Studie des Karolinska-Instituts in Stockholm könnten in Schweden jährlich bis zu 15.000 frisch gebackene Väter davon betroffen sein.

Die Untersuchung umfasste insgesamt 3.600 Männer in der Provinz Stockholm, die gerade Familienzuwachs erhalten hatten. 15 % der Befragten hatten demnach Symptome von Depressionen. Rechnet man diese Zahl auf das gesamte Land hoch, ergibt sich eine ähnliche Anzahl an betroffenen Vätern wie Müttern.

Die hohen Werte haben selbst die Leiterin der Studie, Magdalena Carlberg, überrascht, wie diese gegenüber dem Schwedischen Rundfunk zugab. Während jedoch das Gesundheitswesen im gesamten Land bereits darauf eingestellt ist, deprimierten Müttern zu helfen, fehlt es derzeit noch an der Routine, die Symptome auch bei betroffenen Vätern zu entdecken und diesen Hilfe anzubieten.

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Dialogtagung des Bundesforum Männer – Beschneidung von Jungen am 24. Juni 2013 in Berlin

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 15. Mai 2013

Das Urteil des Kölner Landgerichts zur Beschneidung vom 7. Mai 2012 hat eine gesellschaftliche Auseinandersetzung zu diesem Thema in Gang gesetzt. Mit der Bundestagsentscheidung vom 12. Dezember 2012 gibt es zwar wieder Rechtssicherheit für die Religionsgemeinschaften, die Debatte über die Beschneidung geht aber weiter.

Dabei erleben wir, wie Juristen, Mediziner_innen, Kinderrechtlerinnen und Religionsvertreter aneinander vorbeireden, weil sie jeweils die eigene Perspektive für die wichtigste halten und die Positionen der anderen nicht wahrnehmen.

Das Bundesforum Männer will mit dieser ersten Dialogveranstaltung einen Prozess anstoßen, in den Religionsgemeinschaften ebenso wie bei den Beschneidungsgegnern, und die jeweiligen Positionen nachvollziehbar machen.

Wir knüpfen dabei an die Äußerungen von Stephan Kramer (Generalsekretär des Zentralrats der Juden) an: „Ich finde, wir können, ja wir müssen über vieles reden. Insofern könnte man der Debatte sogar etwas Positives abgewinnen, weil noch nie so viel über das Thema Beschneidung – auch in der jüdischen Gemeinschaft – gesprochen wurde. Aber wir kommen ja gar nicht dazu, darüber in Ruhe miteinander zu diskutieren …“ (ZEIT-Interview im Oktober 2012)

Dialog ist für uns eine Form des Gesprächs, in dem nicht nur Argumente ausgetauscht, sondern in erster Linie Horizonte eröffnet werden. Ein Dialog bietet die Chance, Neues zu entdecken – keine Garantie, Altes zu bewahren. Folgende Kompetenzen unterstützen diesen Prozess:

Eine Lernende Haltung: Nicht als Wissende auftreten und Interesse an neuen Sichtweisen zeigen, die tradierte Denkmuster in Frage stellen. Radikaler Respekt: Die Gesprächs-partner_innen in ihrem ‚So-sein‘ akzeptieren und versuchen, sie aus ihrer Perspektive zu sehen. Von Herzen sprechen: Das sagen, was mir wirklich wichtig ist und auf Belehrungen verzichten. Aktiv und empathisch zuhören: Durch innere Teilnahme einen Raum schaffen, in dem die oder der Sprechende sich entdecken kann. Reaktionen in der Schwebe halten: Sich die eigenen Annahmen und Bewertungen bewusst machen und von Beobachtungen unterscheiden.

Ablauf der Veranstaltung

10:30 Ankommen und Registrieren. Weiterlesen »

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Entscheidende Faktoren für das Wohlergehen von Kindern

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. April 2013

Das Bildungsniveau von Vätern und Müttern hat einen stärkeren Einfluss auf das Wohlergehen von Kindern als die Höhe des Familieneinkommens. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die Forscher der Ruhr Universität Bochum im Auftrag des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ)durchgeführt haben. Auch die gesundheitliche Situation der Kinder wirkt sich deutlich auf ihre gesamte Entwicklung aus. Weitere entscheidende Faktoren sind die Zufriedenheit der Mütter mit ihrer Wohnsituation sowie ihre allgemeine Lebenszufriedenheit.

Die Bochumer Psychologen und Sozialwissenschaftler geben in der heute veröffentlichten Studie erstmals Antworten auf eine brennende Frage der Familien- und Sozialpolitik: Welchen Einfluss haben ehe- und familienbezogene Leistungen auf das Wohlergehen von Kindern? Die Ergebnisse zeigen, dass dem Angebot an Kinderbetreuung eine entscheidende Bedeutung zukommt. Nutzen Eltern eine Einrichtung zur Kinderbetreuung, so ergeben sich positive Effekte auf verschiedene Entwicklungsaspekte wie Alltagsfertigkeiten, Motorik, soziale Kompetenzen und Sprache. Das vermindert mögliche Effekte geringen Einkommens.

Bei Familien, deren finanzielle Lage infolge fehlender regelmäßiger Erwerbseinkünfte oder hoher Mietkosten im untersten Bereich liegt, zeigt sich ein leicht verringertes Wohlergehen der Kinder. Auch ist deren Gesundheitszustand schlechter als bei den Familien mit mittlerem oder höherem Einkommen – und der Gesundheitszustand der Kinder wirkt sich ebenfalls negativ auf das Gesamtwohlergehen aus.

Allerdings weisen die Bochumer Forscher nach, dass eine schwierigere finanzielle Lage der Familie sich wenig oder gar nicht auf die Indikatoren des Wohlergehens von Kindern auswirkt, wenn die Mütter täglich Zeit mit kindbezogenen Aktivitäten wie Singen oder Vorlesen verbringen oder ein Angebot der Kinderbetreuung nutzen. Auch bei Kindern mit Migrationshintergrund ergeben sich in den meisten Altersstufen die gleichen Wohlergehenswerte wie bei Kindern ohne Migrationshintergrund. Ob und in welchem Umfang die Mutter erwerbstätig ist, hat ebenfalls weder positive noch negative Auswirkungen auf das Wohlergehen des Kindes.

Auch wenn die finanzielle Situation nicht der alles entscheidende Knackpunkt ist, so zeigt die RUB-Studie doch deutlich: Die Verlässlichkeit der staatlichen Unterstützung hat für Eltern einen hohen Stellenwert. Weiterlesen »

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