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Archiv für die 'Gesundheit' Kategorie

Herausforderung Corona – Informationen für Kinder, Jugendliche, Väter und Mütter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. April 2020

Wie erkläre ich meinem Kind am besten die aktuelle Situation? Diese Frage stellen sich aktuell viele Väter und Mütter. „Wir bekommen mit, dass Kinder beispielsweise durch die Fernsehbilder von Menschen in Schutzkleidung oder auch durch eine gewisse Besorgtheit ihrer Bezugspersonen verunsichert sind“, sagt Tanja Hechler, Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Universität Trier. Daher haben sie und ihr Team auf der Website der Abteilung Links mit geprüften Informationen für Kinder, Jugendliche und Eltern zusammengestellt.

Informationen für Kinder und Jugendliche

Kindgerechte Informationen zur Gefährdungslage Corona finden Sie hier:

Informationen für Eltern

Die Schließungen der Kindergärten, Schulen und die Einschränkungen von sozialen Kontakten stellen Eltern und Kinder vor besondere Herausforderungen.

Die folgenden Tipps umfassen u.a. die Beibehaltung eines regelmäßigen Tagesablaufs und die Kommunikation über die Gefährdungslage Corona innerhalb der Familie.
Um Schule und Bildungsangebote informiert das Bildungsministerium ihres Landes. Hier finden sie aktuelle Nachrichten und Ideen zur Lernförderung in diesen besonderen Zeiten.

Informationen für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/innen und Psychologische Psychotherapeut/innen

Die Bundesvereinigung für Verhaltenstherapie im Kindes- und Jugendalter (BVKJ) hat einen Sondernewsletter zur Gefährdungslage Corona herausgegeben mit wertvollen Tipps und Hinweisen für Psychotherapeut/innen.

Den Sondernewsletter der BVKJ finden Sie HIER: Sondernewsletter

Englischsprachige Informationen

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Corona-Pandemie – Die DGGG empfiehlt, Väter bei der Geburt zuzulassen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 26. März 2020

Experten sehen momentan keine Veranlassung, Väter von der Geburt auszuschließen, sofern keine Covid-Erkrankungssymptome vorliegen.

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) weist darauf hin, dass die World Health Organisation (WHO) und die europäischen gynäkologischen Fachgesellschaften keine Evidenz dahingehend sehen, die PartnerInnen von gebärenden Frauen von der Geburt auszuschließen, sofern sie nicht positiv auf SARS-CoV-2 getestet sind oder Krankheitssymptome haben.

„Gleichzeitig appellieren wir aber auch an das Verantwortungsbewusstsein der Schwangeren und ihrer PartnerInnen, vorhandene Symptome nicht zu verschleiern. Das würde andere Familien und auch das Krankenhauspersonal unnötig in Gefahr bringen“, warnt DGGG-Präsident Prof. Dr. Anton J. Scharl in Anbetracht der anhaltend hohen Infektionszahlen.

Die PartnerInnen im Kreißsaal erfüllen wichtige Funktionen unter der Geburt. Nicht zuletzt leisten sie in diesem besonders vulnerablen Moment essentiell wichtigen mentalen Beistand für die Gebärenden. Die DGGG empfiehlt daher Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und den Landesministerien, dies bei Ihren Erlassen und Verordnungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu berücksichtigen.

Unsere Empfehlung

  • Die DGGG ruft alle Verantwortlichen des Bundes und der Länder dazu auf, die wichtige Funktion der PartnerInnen der Gebärenden im Kreißsaal zu unterstützen.
  • Die DGGG empfiehlt den Kliniken, dafür Sorge zu tragen, dass die Gebärenden im Kreißsaal durch ihre PartnerInnen während der Geburt unterstützt werden können und entsprechende Regelungen zu schaffen, die gleichzeitig den Schutz aller im Kreißsaal Tätigen unter diesen Bedingungen gewährleisten.

Empfehlungen zu Maßnahmen für die geburtshilfliche Versorgung in deutschen Krankenhäusern und Kliniken sowie Hinweise für Schwangere im Zusammenhang mit dem Coronavirus finden Sie auf www.dggg.de. Bitte beachten Sie zudem die tagesaktuellen Warnhinweise des Robert-Koch-Instituts.

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Gesundheit und Wohlbefinden von Männern im digitalen Zeitalter – Ist die Zukunft männersensibler Prävention digital?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 9. Oktober 2019

… ist das Thema der am 21. Januar 2020 von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) veranstalteten 5. Männergesundheitskonferenz in Berlin.

Die stärkere Sensibilisierung von Männern für Gesundheit ist nach wie vor ein relevantes Thema. Dabei spielen die Herausforderungen des digitalen Wandels eine zentrale Rolle und werden in Zusammenhang mit der Gesundheitsförderung von Männern lebhaft diskutiert. Was mit der Vermittlung von Gesundheitsinformationen durch „neue Medien“ begann, hat sich zu fundamental neuen Handlungsoptionen für Männer zur aktiven Gestaltung der eigenen Gesundheit entwickelt.

Diskutieren Sie auf der 5. Männergesundheitskonferenz mit Expertinnen und Experten anhand aktueller nationaler und internationaler gesundheitspolitischer Entwicklungen und Strategien Fragen zum Thema Chancen und Risiken von digitalen Gesundheitsangeboten. Zudem vermitteln am Nachmittag Beispiele Guter Praxis anschauliche Ansätze wie Gesundheits-Websites, Gesundheits-Apps sowie Beratung per Mail oder Chat konkret realisiert werden können.

Ebenfalls sollen die Chancen und Perspektiven der WHO-Strategie zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Männern in der Europäischen Region bei der Konferenz vorgestellt und diskutiert werden. Beispiele Guter Praxis vermitteln anschauliche Ansätze wie Gesundheits-Websites, Gesundheits-Apps sowie Beratung per Mail oder Chat konkret realisiert werden können.

Weitere Informationen, das vollständige Programm sowie eine Anmeldemöglichkeit finden Sie hier.

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Focus Männergesundheit – Vater-Kind-Kur

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 17. Dezember 2018

Viele Männer fühlen sich zerrissen zwischen dem Anspruch, die Familie zu ernähren, gleichzeitig aber ein guter Vater zu sein. Insbesondere (aber nicht nur) bei alleinerziehenden Männern kann dieser Dauerstress zu Gereiztheit führen. Die Beziehung zu den Kindern leidet. Eine spezielle Vater-Kind-Kur kann hier helfen.

Die Broschüre gibt es als PDF oder per Bestellformular.

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Daddy Blues – Depressionen vor und nach einer Geburt angehen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 24. November 2018

Perinatale Positivity nutzt Stimmen und Erfahrungen von Frauen und Männern, die in der Zeit der Schwangerschaft, der Geburt und darüber hinaus psychische Probleme hatten. Der Videoclip soll Väter und Mütter dabei unterstützen, sich emotional auf die Geburt vorzubereiten und bei Bedarf Hilfe zu finden.

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Väter vernachlässigen Selbstfürsorge – Andreas Eickhorst im Gespräch

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 18. Oktober 2018

Im Kurzinterview mit der Redaktion von „Väter in Niedersachsen“ skizziert Andreas Eickhorst Eckpunkte für eine landesspezifische Väterpolitik und –forschung.

Frage: Was beinhaltet der Begriff „aktive Vaterschaft“ bzw. „aktive Vaterrolle“ aus wissenschaftlicher Sicht?

„Aktive Vaterschaft“ bedeutet zunächst einmal Engagement für die Kinder. Dabei gibt es durchaus deutlich unterschiedliche Ansätze und Methoden, was darunter genau zu verstehen ist. Klassische Zeitbudgetstudien (die auch heute durchaus noch durchgeführt werden) schauen dabei auf die reine Zeit, die ein Vater mit seinem Kind verbringt und finden dabei in der Regel eine stetige Zunahme im Laufe der Zeiten bis heute. Wesentlich komplexer und auch fundierter ist dann allerdings die Frage, WAS die Väter in dieser Zeit mit den Kindern machen, also nach der Qualität der Beschäftigung. Und bereits im inzwischen als Standard anerkannten und mittlerweile auch erweiterten Modell des Vaterforschers Michael Lamb spielte die von den Vätern wahrgenommene Verantwortung (auch ohne direkten Kontakt mit dem Kind) neben den bereits erwähnten Komponenten eine Rolle.

Frage: Welche wesentlichen Aussagen zur Situation der Väter in Familien lassen sich aus Ihrer Sicht treffen?

Klar ist: das Vereinbarkeitsdilemma ist inzwischen auch bei den Vätern angekommen! Nur eine Minderheit der Väter ist der Meinung, ausreichend Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Und dennoch wollen oder können sie diese Zeit nicht wesentlich ausbauen – aufgrund einer Vielzahl von Gründen, worunter finanzielle Entscheidungen ebenso wie die (manchmal auch nur vermuteten) Einstellungen von Partnerin und Arbeitgeber fallen.

Es ist aber ein großer Erfolg, dass Väter sich heute in Wissenschaft und Gesellschaft als bedeutsam und unterstützenswert wahrnehmen können – das war ja nicht immer so. Welche Rolle sie aber dabei wahrnehmen wollen, etwa als „neue Väter“ oder aber ganz bewusst auch als arbeitende Väter, die trotzdem Zeit mit den Kindern verbringen möchten, kann sehr verschieden sein.

Leider ist es aber eine Sache, die in der Regel bei allen versuchten Vereinbarkeiten unter den Tisch fällt – die Selbstfürsorge.

Frage: Welche Unterstützung benötigen junge Familien und insbesondere junge Väter?

Da würde ich in der Tat eben die Selbstfürsorge ganz oben anstellen. Denn nur wer ausreichend mit sich selber im Reinen ist und sich psychologisch wie physiologisch wohl fühlt, kann seine (mit großer Wahrscheinlichkeit vorhandenen) Ressourcen an Motivation, Zeit und Kompetenzen abrufen.

Natürlich ist auch eine ausgebaute Förderung von Elternzeit, für das Thema affine Arbeitgeber sowie die Berücksichtigung der Belange der Väter in edukativen und psychosozialen Angeboten wichtig und ausbaufähig – diese Dinge dürften aber als potentielle Bedarfe in den Köpfen vieler EntscheiderInnen deutlich präsenter sein.

Frage: Welche Forschungsfragen lassen sich aus dem Handlungskonzept „Zukunftsorientierte Väterpolitik in Niedersachsen“ ableiten?
Das Konzept ist ja in erster Linie ein praktisches Konzept, das von der Umsetzung der dort beschriebenen ganz konkreten Projektideen lebt.

Zwei Forschungsvorhaben stehen auch drin:
A) Gründe für einen Rückfall von Vätern und Müttern in ein traditionelles Rollenmuster nach der Geburt eines Kindes und
B) Väter im Kontext „Rund um die Geburt“

Hier ist es sicherlich wichtig, rechtzeitig Forschungspartner zu finden, um zeigen zu können, dass diese Vorhaben auch tatsächlich in absehbarer Zukunft realisiert werden sollen.

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Papa im Babyblues

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 12. Oktober 2018

Eine postnatale Depression ist keineswegs eine Frauensache. Auch Männer können nach der Geburt in ein Stimmungstief fallen. Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass etwa 10 % der frischgebackenen Väter an einer postnatalen Depression erkranken. Knapp 18 % entwickeln irgendeine Form von Angststörung. Damit seien sie ähnlich häufig betroffen wie Mütter, berichtet der Psychologe Dr. Dan Singley vom Center for Men‘s Excellence in San Diego auf dem 126. Annual Convention Meeting der American Psychological Association.

Ging man bisher davon aus, dass hormonelle Veränderungen im Zuge von Schwangerschaft und Geburt für die Depression verantwortlich seien, trifft das angesichts der Fallzahlen nicht zu. Erklärungsansätze für diese Inzidenz gibt es viele.

Auch bei Männern verändert sich rund um die Geburt einiges. Zum Beispiel weisen sie je nach kulturellem Bindungsverhalten höhere Level von Prolactin und kurzzeitig niedrigere Testosteronspiegel auf. Hinzu kommt Schlafmangel, denn wenn der Nachwuchs nachts schreit, belastet das sicher auch die Väter. Zudem scheinen einige Männer mit Rollenklischees zu hadern.

Weil sich Hilfsangebote bis dato vor allem an die Mütter richten, fordern Psychologen ein Umdenken – und appellieren an Ärzte, auch bei Vätern auf depressive Symptome zu achten. Zudem kann ein stabiles soziales Netzwerk dazu beitragen, Belastungen im Elternalltag aufzufangen.

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Wie geht es Vätern, wenn das Baby zu früh auf die Welt kommt

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 1. Oktober 2018

Der Spiegel nimmt sich dieses bislang vernachlässigten Themas an und beschreibt, was Vätern und damit auch den frühgeborenen Kindern in dieser Situation hilft

Trinkt es, wächst es – überlebt es? Nach einer Frühgeburt kümmern sich alle erst mal um Baby und Mutter. Doch auch der Vater muss eine neue Rolle ausfüllen. Manche fühlen sich überflüssig, andere überfordert.

Am 29. Januar 2015 wurde Benjamin Peters Tochter mit nur 320 Gramm geboren. Der damals 32-Jährige fühlte sich ohnmächtig, er wollte alles tun, damit seine Tochter überlebte – aber er konnte kaum helfen. Anfangs durfte er sie nicht einmal in den Arm nehmen, dazu war sie viel zu klein und zart.

Als Vater eines Frühchens hatte Peters eine besondere und oft schwierige Rolle. Mutter und Kind bekamen natürlich alle Aufmerksamkeit, er fühlte sich, als stünde er in der zweiten Reihe, mitunter wie ein Zuschauer. Gleichzeitig bewegten ihn die immer neuen Fragen und Probleme genauso stark wie seine Frau, er fürchtete ebenso wie sie um das Leben der Tochter.

Eva Vonderlin, Leiterin des Bereiches Kinder und Familien an der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg, kennt dieses Problem: „Der Vater ist nach dem modernen Rollenmodell ebenso Bezugsperson für das Kind wie die Mutter und möchte darüber hinaus emotionale Unterstützung für seine Partnerin bieten.“ In der extremen Situation nach einer Frühgeburt wolle er dieser Rolle natürlich besonders gerecht werden. „Wenn das nicht gelingt, kann das zu einer Überforderung werden“, so Vonderlin.

Bei vielen Vätern wird der Druck während der Wochen und Monate nach einer Frühgeburt noch dadurch verschärft, dass der normale berufliche Alltag weiterläuft. „Es gibt Mutterschutz vor und nach der Geburt, aber keine ähnliche Schutzzeit für die Väter“, sagt Vonderlin. „Viele Männer müssen neben den Strapazen in der Klinik auch noch die Arbeit bewältigen.“

Austausch bei Facebook

Wenn sich alle vornehmlich um Mutter und Kind kümmern, braucht auch der Mann jemanden, mit dem er reden kann. Sebastian Behrens fehlte dieser Austausch. Erst zwei Jahre später wurde er auf einen Verein aufmerksam, in dem er sich mit Gleichgesinnten unterhalten konnte. Weil ihm das so gut tat, hat er eine Facebook-Gruppe gegründet. Obwohl erst vor wenigen Wochen ins Leben gerufen, hat sie bereits mehr als 90 Mitglieder. Behrens sagt:

Eva Vonderlin empfiehlt, zusätzlich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen: „In fast jeder neonatologischen Station in Deutschland gibt es auf Anfrage eine psychologische Beratung und einen Sozialdienst, der bei wichtigen Fragen hilft.“ Dabei könne bei allen möglichen Themen Unterstützung empfohlen werden – für die Geschwisterbetreuung, für das Kochen in den ersten Wochen zu Hause, für die bürokratischen Anforderungen wie die Beantragung von Kindergeld.

„Wer Hilfe annimmt, hat mehr Zeit für die Familie“, so Vonderlin. „Und wenn es gar nicht mehr anders geht und man stark unter dem Stress leidet, muss man sich für ein paar Tage krank schreiben lassen.“ Jeder müsse seine eigenen Grenzen kennenlernen.

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Wenn Väter abends arbeiten

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 2. Mai 2018

Abend- und Nachtarbeitsstunden von Vätern und Müttern haben negative Auswirkungen auf das Verhalten und die emotionale Stabilität ihrer Kinder. Die WZB-Forscher Jianghong Li und Till Kaiser haben zusammen mit Matthias Pollmann-Schult von der Universität Magdeburg Daten von 838 Kindern im Alter von sieben bis zehn Jahren ausgewertet. Sie können zeigen, dass Eltern mit familienunfreundlichen Arbeitszeiten zu mehr Strenge und negativem Kommunikationsverhalten wie Schelten oder Schreien neigen. Für Mütter wie Väter gilt: Der Erziehungsstil beeinflusst entscheidend das Wohlbefinden der Kinder.

Das Team um Jianghong Li griff auf Daten der Studie „Familien in Deutschland“ zurück, einer Erweiterung des vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung verantworteten Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). In den Jahren 2010 bis 2013 gaben Mütter und Väter Auskunft über die Entwicklung ihrer Kinder und über ihre jeweiligen Erziehungsstile. Die Untersuchung ist die erste, die beide Eltern, ihre Perspektiven und Arbeitszeiten, gleichzeitig in den Blick nimmt.

Weit folgenreicher als Wochenendarbeit sind Abend- und Nachtschichten der Eltern. Von den befragten Vätern arbeiten 23 Prozent regelmäßig nachts und 40 Prozent abends, unter den Müttern tun dies 11 beziehungsweise 28 Prozent. Die Auswirkungen auf die Kinder wurden in vier Bereichen gemessen: Hyperaktivität, emotionale Probleme, auffälliges Verhalten und Probleme mit Gleichaltrigen. Für alle Bereiche wurden negative Folgen der familienunfreundlichen Arbeitsstunden festgestellt, am deutlichsten im Bereich des kindlichen Verhaltens. „Das ist insofern bedeutsam, als Verhaltensstörungen in jungem Alter ein höheres Risiko späterer Straffälligkeit, Drogengefährdung oder schwieriger Bildungs- und Berufsverläufe mit sich bringen“, gibt das Autorenteam zu bedenken.

Wie komplex der Familienalltag ist, zeigt sich an einem interessanten Detail der Untersuchung: Abend- und Nachtarbeitszeiten des einen Elternteils führen auch beim anderen Elternteil zu einer Veränderung des Erziehungsstils. Insbesondere für Männer von Frauen mit familienunfreundlichen Arbeitszeiten lässt sich dieser „Spill-over-Effekt“ zeigen. Gleichzeitig hat der väterliche Erziehungsstil noch deutlichere Konsequenzen für die Entwicklung des Kindes.

Die Ergebnisse der Studie von  sind in dem Aufsatz „Evening and night work schedules and children’s social and emotional well-being“ in der Zeitschrift „Community, Work and Family“ veröffentlicht.

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Väter einbeziehen, von Anfang an

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 20. März 2018

Ein neues Video aus Polen wirbt für die Zusammenarbeit mit Vätern in Neugeborenen Stationen. Zu den Empfehlungen gehören:

1. Informieren Sie Väter und Mütter gemeinsam. Zwei Personen, die Fragen stellen, Informationen verarbeiten und diese dann gemeinsam diskutieren, führen zu einem besseren Verständnis führen.

2. Beziehen Sie Väter in alle Aufgaben ein. Befestigen Sie ein Aufgabenbrett am Bett, das die Aufgaben zeigt, die der Mutter, dem Vater und dem Gesundheitspersonal zugewiesen wurden.

3. Eröffnen Sie einen 24-Stunden-Zugang für Eltern, so dass berufstätige Väter unabhängig von ihrer Arbeitszeit kommen können.

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