der VÄTER Blog

lebe deinen Traum!

Vater werden – 280 Tage, die das Leben verändern

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 6. Juli 2020

Ein bisschen schwanger geht doch …

Vater werden ist nicht schwer …, dichtete einst Ernst Busch, aber heutzutage kommen die Kinder nicht einfach so. Werdende Väter, für die das Vaterwerden in erster Linie eine Kopfgeburt ist, machen sich jede Menge Gedanken und haben Fragen, auf die sie zunächst keine Antworten haben:

  • Ist JETZT der richtige Zeitpunkt für mich, Vater zu werden?
  • Wie sehr schränkt ein Kind mein Leben, meine Freiheit ein?
  • Wird mein Kind gesund sein und sich normal entwickeln?
  • Werden meine Partnerin und das Kind die Schwangerschaft und die Geburt gut überstehen?
  • Wie wird sich meine Partnerin als Mutter verhalten?

Vater werden – Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Sicherlich tauschst du dich mit deiner Partnerin über deine Gedanken zur Vaterschaft aus, aber da gibt es doch Dinge, über die man besser mit anderen Männern redet. Du kannst den Austausch mit Männern, die bereits Vater sind suchen oder wenn es passt, mit deinem Vater darüber sprechen, wie er deine Geburt damals empfunden hat.

Die Wartezeit nutzen – gute Geburtsvorbereitung für werdende Väter 

Und dann gibt es ja noch die Geburtsvorbereitungskurse, die in der Regel von Hebammen oder in Familienbildungsstätten angeboten werden. Sie bieten Informationen über Schwangerschaft und Geburt, die Gelegenheit Gebärpositionen und Möglichkeiten der Schmerzverarbeitung kennenzulernen und gemeinsam zu üben, bieten wertvolle Tipps zum Wochenbett, fürs Stillen und die erste Zeit mit dem Kind Zudem sind sie ein gutes Forum, um Kontakt mit anderen werdenden Eltern zu knüpfen und bieten im Idealfall Raum für „Väterthemen“.

Und diese „Väterthemen“ oder Fragen rund ums Vaterwerden kommen dann am besten zum Zuge, wenn werdende Väter unter sich sind und diese Phase auch von einem erfahrenen Mann und Vater betreut wird:

  • Welche Wünsche und Befürchtungen habe ich für die Geburt?
  • Will ich bei der Geburt dabei sein? Was will ich sehen, was nicht?
  • Was ist mir wichtig für die erste Zeit zuhause?
  • Wie wird das Kind unsere Paarbeziehung verändern?
  • Wie hat sich die Sexualität mit meiner Partnerin seit Beginn der Schwangerschaft verändert? Wie gehe ich damit um? Wie kann sie sich nach der Geburt entwickeln?
  • Was möchte ich als Vater meinem Kind mitgeben?
  • Werde ich die finanziellen Herausforderungen (alleine) stemmen können? Wie viel Elternzeit können/ wollen wir uns leisten?

Welche Erwartungen habt ihr als Paar ans Elternwerden?

Über den Geburtsvorbereitungskurs hinaus ist es wichtig, dass du dich gemeinsam mit deiner Partnerin auf das Vater- und Muttersein vorbereitest und ihr euch gemeinsam über Erwartungen, Vorstellungen und Lebenskonzepte austauscht. Setzt euch in einer ruhigen Stunde zusammen und schaut euch eure Kinderfotos an. Wie hast du deinen Vater damals erlebt? Woran erinnerst du dich gerne, woran weniger gern? Stelle dir vor, du bist der Vater auf dem Bild, wie möchtest du als Vater sein? Was wird sich dein Kind von dir wünschen? Tausche dich mit deiner Partnerin darüber aus, welche Gedanken und Vorstellungen euch bei dem Blick in die Fotoalben in den Kopf gekommen sind.

Von Anfang an dabei – Väter bei der Geburt im Kreißsaal

Der beste Start ins Familienleben ist ein gemeinsamer. Während vor 40 Jahren ein Mann bei der Geburt des Kindes nichts zu suchen hatte, sind heute sind mehr als 90% der werdenden Väter dabei und stehen bzw. sitzen ihrer Partnerin zur Seite. Dies hat für alle Beteiligten positive Wirkungen. Die Art, wie Väter vor, während und nach der Geburt einbezogen werden, ist der wichtigste Impuls für den Mann auf dem Weg zum Vaterwerden. Er verringert beim Vater das Risiko einer nachgeburtlichen Depression. Der Mutter hilft es psychologisch, denn sie hat weniger das Gefühl, alleine und dem Geschehen „ausgeliefert“ zu sein. Die Einbeziehung der Väter beeinflusst den Geburtsverlauf und trägt dazu bei, mögliche Komplikationen zu verringern.

Vater werden wie ist das eigentlich?

Lerne deine eigenen Grenzen kennen – Welche Sorgen hast du vor der Geburt?

  • Was an der Geburt macht dir Angst?
  • Was möchtest du sehen, was nicht?
  • Auch wenn du Angst hast, gehe mit zur Geburt und nehmen dir gegebenenfalls Auszeiten
  • Spreche mit deiner Partnerin über deine Befürchtungen

Ergebnisse der Väterforschung zeigen, dass Väter, die bei der Geburt dabei sind, mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. Sie wickeln ihre Kinder häufiger, tragen sie mehr am Körper und sind  mehr mit ihnen an der frischen Luft unterwegs. Sie sind sicherer im Umgang mit dem Kind sind und haben mehr Spaß an der gemeinsamen Zeit. Davon profitiert auch die Partnerschaft!  Denn aus der Sicht der Mutter ist das väterliche Engagement ein entscheidender Faktor für die Partnerschaftsqualität. Und die wiederum – in einer Exceltabelle  stünde jetzt „Zirkelbezug“, ist für Männer der entscheidende Treiber für ihr Engagement in Familie.

Vater werden, Vater bleiben – Vaterschaftsanerkennung und was tun bei einer Trennung

An dieser Stelle ist es wichtig zu wissen, dass in Deutschland der Mann, der mit einer werdenden Mutter verheiratet ist, automatisch der Vater ist, auch wenn er es im biologischen Sinne gar nicht ist. Bei unverheirateten Paaren muss der leibliche Vater seine Vaterschaft anerkennen. Dies kann er vor oder nach der Geburt auf dem Standesamt, Jugendamt, Amtsgericht oder beim Notar beurkunden lassen. Anschließend kann er mit Zustimmung der Mutter beim zuständigen Jugendamt das gemeinsame Sorgerecht beantragen. Wenn die Mutter dem nicht zustimmt, hat der Vater eine Klagemöglichkeit. 

Mit einer Klage ist auch die Beendigung einer Ehe verbunden. Mehr als 30 Prozent der Ehen, in großen Städten fast die Hälfte, werden geschieden. Im siebten Monat nach der Geburt des ersten Kindes gibt es einen sogenannten “Scheidungspeak”. Wenn du im Falle einer Trennung als Vater präsent bleiben möchtest, lebe und liebe scheidungskompatibel. Pflege von Anfang so viel Kontakt zu deinen Kindern, wie dir lieb ist. Der Scheidungsrichter schenkt dir keine Minute mit den Kindern, die du nicht vorher schon mit ihnen gelebt hast. Baue also vom ersten Tag an eine eigene Beziehung zu den Kindern auf und teile die ökonomische Verantwortung für die Familie partnerschaftlich mit deiner Frau.

Was es bedeutet Vater zu werden!

Wir werden eine Familie: 1 + 1 = 3 Eltern werden, Partner bleiben

Für das beginnende Leben zu Dritt stellen sich drei entscheidende Fragen, die am besten zu einem frühen Zeitpunkt, wenn ihr beide (noch) erwerbstätig arbeitet, gemeinsam beantwortet werden:

  • Wer macht was? Wer stellt die Finanzen sicher und wer die Arbeit in der Familie (Care-Arbeit)?
  • Wie teilen wir uns die Elternzeit auf, wer betreut wann die Kinder?
  • In welchem Umfang wird die erwerbstätige Arbeit von wem ausgeführt? Vollzeit, vollzeitnahe Arbeitszeiten oder geringfügige Tätigkeit?

Die Entscheidungen, die hier getroffen werden, beeinflussen die Lebens- und Partnerschaftsqualität der nächsten Jahre und stellen für dich als Vater die Weichen, in welchem Umfang du Zeit und unbezahlte Arbeit mit den Kindern verbringen kannst oder ob du die traditionelle Rolle als Familienernährer wahrnimmst.

Auch wenn es wahrscheinlich anders kommt, als ursprünglich geplant: es ist in jedem Fall leichter einen neuen Plan zu machen, wenn Erwartungen und Wünsche schon ausgesprochen sind. Zumal die erste Zeit nach der Geburt erschwerte Bedingungen mit sich bringt, die sich zum Beispiel in durchgemachten Nächten und zu wenig Zeit für die Partnerschaft ausdrücken.

Apropos Zeit, lasst euch von Freunden und Verwandten zur Geburt Zeit schenken, Zeit zu zweit in Form von Gutscheinen fürs Babysitting. Damit du und deine Partnerin diese und andere Zeiten ruhigen Gewissens genießen könnt, habe ich 5 Tipps für dich:

  1. gewöhnt euer Kind frühzeitig an weitere Bezugspersonen, die euch ab und zu vertreten
  2. nehmt Kontakt zu Eltern mit etwa gleichalten Kindern in der Nähe auf und passt abwechselnd auf eure Kinder auf 
  3. richtet euch einen festen Paarabend in der Woche ein, der von Hausarbeit frei bleibt
  4. nutzt hin und wieder einen Lieferservice und investiert die Zeit in eure Beziehung
  5. richtet euch einen Raum ein, der zur babysachenfreien Zone erklärt wird

Und wenn der Start ins Vatersein geklappt hat, bist du auch gut auf die weiteren Situationen vorbereitet, die dein Leben als Vater und Mann verändern.

Abgelegt unter Geburt, Vater werden | Keine Kommentare »

Der Klassiker der Papa-Handbücher in neuer Auflage

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 2. Juli 2020

Das Papahandbuch von Robert Richter und Eberhard Schäfer begleitet werdende und gewordene Väter seit 15 Jahren in den neuen Lebensabschnitt in einer Familie zu Dritt und der Erfahrungsschatz der beiden Autoren ist heute genauso wertvoll wie in der ersten Auflage

Sie ermutigen Väter von Anfang an dabei zu sein und sich gemeinsam mit ihrer Partnerin vorzubereiten. Dazu geben die Beiden den werdenden Vätern in zahlreichen Checklisten wertvolle Hinweise und bereiten sie auch darauf vor, dass es anders kommen kann als geplant.
Worauf es für Väter im Kreißsaal ankommt und warum sie wichtig sind, beschreibt der wohl erfahrenste Gynäkologe in Deutschland, Prof. Abou Dakn im Gespräch mit den Autoren: ‘Insbesondere die, ein ‘Ruhepol’ für die Frau zu werden. Männer, die ihre Frau in ihrer Autonomie bestärken – das heißt, sie einfach nr positiv unterstützen -, helfen, das Geburtserlebnis zu verbessern und weniger Interventionen notwendig zu machen.’

Die 18 Euro für das Handbuch sind in jedem Fall eine lohnende Investition für den Start ins Familienleben, die ich jedem nur wärmstens empfehlen kann

Abgelegt unter Geburt, Vater werden | Keine Kommentare »

Die Geburt eines Vaters

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 25. Juni 2020

Es wird viel über Väter gesprochen – was aber, wenn sie selber zu Wort kommen? Der erste Schweizer Dokumentar-Film über Väter rund um die Geburt ist jetzt online. Nach den vier öffentlichen Filmpremieren mit anschließenden Live-Chats gibt es die fünf Episoden jetzt auf YouTube zu sehen.

Quelle

Abgelegt unter Geburt, Vater werden | Keine Kommentare »

Das sind Frühe Hilfen …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. Juni 2020

Der dreiminütige Kurzfilm erklärt anschaulich, was Frühe Hilfen sind und wie Schwangere und Familien mit Unterstützungsbedarf die Angebote erhalten können.

Er richtet sich neben Eltern auch an Fachkräfte, die Mütter und Väter begleiten und beraten.

Der Film und eine Suche nach Frühen Hilfen stehen ebenfalls auf der Seite elternsein.info zur Verfügung.

Weitere Informationen: Grundlagen der Frühen Hilfen

Quelle

Abgelegt unter Vater werden | Keine Kommentare »

Der Ausschluss von Vätern bei der Geburt schadet Müttern, Vätern und den Kindern

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. April 2020

Der Ausschluss eines Vaters vom Geburtsvorgang schadet seiner Bindung zu Mutter und Baby, argumentiert Dr. Andrew Mayers, ein Experte für perinatale psychische Gesundheit an der Universität Bournemouth (BU). Dies hat negative Auswirkungen auf die sich entwickelnde psychische Gesundheit des Säuglings und gefährdet auch die psychische Gesundheit beider Elternteile.

In den letzten Wochen während der Coronavirus-Krise Covid-19 gab es eine Reihe von Berichten über Krankenhäuser, die Vätern oder Partnern schwangerer Frauen verbieten bei der Geburt dabei zu sein. Es besteht kein Zweifel daran, dass diese Entscheidungen von Krankenhäusern, die sich darauf konzentrieren, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, ernst genommen und mit den besten Absichten getroffen werden. In der Tat wurde in Aussagen einiger Krankenhäuser darauf hingewiesen, wie schwierig dies für die Mutter ist. Doch die jüngste Forschung von Dr. Mayers zeigt, dass der Ausschluss des Vaters vom Geburtsvorgang sowohl der psychischen Gesundheit des Vaters als auch der Mutter und des Kindes schaden kann.

Diese neue Studie wurde kürzlich in BMC Schwangerschaft und Geburt veröffentlicht. Sie wurde von Dr. Mayers zusammen mit der BU-Kollegin Dr. Emily Arden-Close und Emily Daniels, einer ehemaligen Studentin der BU, auf deren Projektarbeit diese Studie basierte, verfasst.

Dr. Mayers: „Die Forschung hat gezeigt, dass Männer nach der Geburt eines Kindes genauso unter Depressionen leiden können wie Frauen unter postnatalen Depressionen. Es gibt Risikofaktoren für Depressionen, die mit einem Neugeborenen einhergehen können – wie eine Verringerung des Einkommens und eine veränderte Beziehung, die Väter dem Risiko einer Depression aussetzen. Unsere Erkenntnisse zeigen, dass das Erleben einer traumatischen Geburt ebenfalls ein bedeutender Risikofaktor ist und die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Männer eine schlechte psychische Gesundheit erleben”.

Quelle

Abgelegt unter Geburt, Vater werden | Keine Kommentare »

Die Geburt eines Vaters

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. April 2020

Der erste Schweizer Dokumentar-Film über Väter rund um die Geburt kommt in die Deutschschweiz. Es ist ein Projekt der Waadländer Hochschule für Gesundheit (Haute Ecole de Santé Vaud, HESAV) in Zusammenarbeit mit dem Dachverband Schweizer Männer- und Väterorganisationen männer.ch, unterstützt durch Gesundheitsförderung Schweiz.

Es wird viel über «neue» Väter gesprochen – was aber, wenn sie selbst zu Wort kommen? Ein Forschungsteam sowie ein Filmemacher haben 18 Väter sowie 14 Fachpersonen interviewt. «Die Geburt eines Vaters» zeigt erstmals ungeschminkt, was werdende und frischgebackene Väter rund um die Geburt wirklich bewegt.

Aus den Interviews sind 5 Episoden von je 12 Minuten entstanden, die Einblick geben in die Gefühlswelten und Erlebnisse von Vätern rund um die Geburt – emotional berührend und wissenschaftlich fundiert:

  • Neun Monate, um Vater zu werden
  • Der Vater während der Geburt
  • Die Anfangszeit als Vater 
  • Vielfältiges Vatersein
  • Was Fachpersonen über (zukünftige) Väter zu sagen haben

Vaterwerden ist kein Selbstläufer

Der Film macht deutlich: Wie Männer das Vaterwerden erleben, ist vielfältig und facettenreich. Offensichtlich wird jedoch auch: Väter werden mit ihren Fragen und Bedürfnissen immer noch häufig «übersehen». Empfehlungen im Film zeigen auf, was es braucht, dass sich dies ändern. Und an den Online-Filmpremieren mit Live-Chat erfährst du mehr darüber, wie es gelingen kann, dass Väter von Beginn weg ihren Platz finden.  

Involvierte Väter und Co-Parenting von Anfang an ermöglichen

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Beteiligung von Männern/Vätern während der Schwangerschaft, bei der Geburt und nach der Geburt als vorrangiges Ziel erklärt. Denn wissenschaftliche Studien belegen mehr als deutlich: Männer, die vor, während und nach der Geburt eingebunden sind, tragen dadurch kurz-, mittel- und langfristig zur Verbesserung der Gesundheit der gesamten Familie bei.

Bei Elternpaaren, die partnerschaftlich unterwegs sind, sind nicht nur die Väter im Schnitt deutlich zufriedener, sondern auch die Partnerinnen und Mütter. Es lohnt sich also, sich den damit verbundenen Herausforderungen zu stellen und für einen guten gemeinsamen Start in die Familie zu sorgen. 

«Die Geburt eines Vaters» – nicht nur Dok-Film, sondern auch Forschungsprojekt

Der Dokumentar-Film zeigt nicht nur Stimmen von Väter und Fachpersonen, sondern bilanziert auch, wie Väter besser einbezogen werden können. Best-Practice-Erfahrungen sowie Studienergebnissen werden in 15 Empfehlungen zusammengefasst.  

Nächste Vorführungen

Quelle

Abgelegt unter Geburt, Partnerschaft, Vater werden | Keine Kommentare »

Hebammenverband kritisiert Kreißsaalverbote für Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 25. April 2020

Der Deutsche Hebammenverband hat örtliche Kreißsaalverbote für werdende Väter zur Bekämpfung der Corona-Epidemie vehement kritisiert. „Eine Geburt ist für die ganze Familie ein existenzielles Ereignis“, betonte Präsidentin Ulrike Geppert-Orthofer. „Die Familie ist eine Einheit, deren Trennung während und nach der Geburt weitreichende Folgen für die Familienbindung und Familiengesundheit hat.“

Auch die Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes, Christiane Groß, urteilt: „Ist die Begleitperson nicht augenscheinlich mit Corona infiziert, überwiegt der Nutzen der Begleitung das minimale Risiko einer Infektion von ärztlichem und Pflegepersonal.“ Voraussetzung sei natürlich, dass die Klinik ausreichend mit Schutzausrüstung versorgt sei.

Die beiden Verbände verweisen auch darauf, dass Frauen unter der Geburt in vielen Kliniken nicht durchgängig von einer Hebamme betreut würden. „Da macht sich die prekäre Personalsituation ganz deutlich bemerkbar“, betonte Andrea Ramsell, Präsidiumsmitglied im Deutschen Hebammenverband. „Wir haben keine standardmäßige 1:1-Betreuung. Wir haben oft die Situation, dass eine Hebamme drei, vier Frauen gleichzeitig betreut. Die Frauen sind dann ohne Begleitung allein im Kreißsaal, das ist eine Zumutung.“

Im Zuge der Besuchsverbote zur Bekämpfung der Corona-Epidemie hatten bundesweit Kliniken auch werdenden Vätern den Zutritt verweigert. Viele davon hoben entsprechende Verbote inzwischen wieder auf. Andere lassen die Väter beziehungsweise andere Bezugspersonen zwar zur Geburt zu, verbieten aber anschließend Besuche auf der Wöchnerinnenstation. Wie viele Kliniken dies jeweils so handhaben, ist laut Deutscher Krankenhausgesellschaft nicht erfasst und ändert sich laut Hebammenverband nahezu täglich. (dpa)

Quelle

Abgelegt unter Geburt, Vater werden | Keine Kommentare »

Aus der Väterforschung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 16. April 2020

Wer sich einen knapp halbstündigen Radiobeitrag auf Englisch anhören möchte, erfährt, was bei werdenden und frischgebackenen Vätern alles so passiert – kognitiv und hormonell. Denn auch Väter,  wenn sie physischen Kontakt zum Baby haben, schütten Bindungshormone wie Oxytocin aus, das zeigen Untersuchungen immer klarer.

Die Ankündigung von BBC 4: „Whilst most men become fathers, and men make up roughly half the parental population, the vast majority of scientific research has focused on the mother.

But studies have started to reveal the impact of fatherhood on both dads themselves and on their children. We’re seeing how fathers play a crucial role in children’s behaviour, happiness, and even cognitive skills.

Oscar Duke, a doctor, new dad and author of How To Be A Dad, discovers how pregnancy, birth and childcare affect the father, bringing about profound physiological and hormonal changes. Only 5% of mammal fathers invest in their offspring, and human males have evolved to undergo key changes when their children are born.

Involved fathers can expect their levels of the ‘love hormone’ oxytocin to rise, nature’s way of helping parents bond with their children. At birth, a dad’s testosterone levels dramatically fall, increasing affection and responsiveness, and discouraging polygamy.

With more fathers taking on a hands-on role in bringing up their children, how can these new discoveries about the science of dad help support them, and inform social and healthcare policies?

Presented by Dr Oscar Duke and produced by Melanie Brown and Cathy Edwards”

Fazit: Die biologischen Voraussetzungen für engagierte Vaterschaft können es durchaus aufnehmen mit denjenigen der Mütter. Vielleicht setzt sich diese Erkenntnis ja eines Tages durch und wir sehen noch mehr Väter auf öffentlichen Spielplätzen.

Quelle

Abgelegt unter Radio, Vater werden | Keine Kommentare »

#DankeHebamme – Eine „Frau tv”-Mitmachaktion für Mütter und Väter in NRW

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 30. April 2018

Am 5. Mai ist Internationaler Hebammentag. Das WDR-Magazin „Frau tv” nimmt den Tag zum Anlass, einfach mal “Danke” zu sagen. Danke an alle Hebammen, die sich jeden Tag dafür einsetzen, dass Kinder sicher auf die Welt kommen, die den Müttern Mut zusprechen, den Vätern Sicherheit geben und in schweren Momenten einfach da sind. An drei Tagen im Mai sind „Frau tv”-Kamerateams in Köln, Aachen und Duisburg unterwegs, um Frauen und Männer zu treffen, die ihrer Hebamme „Danke” sagen wollen.

Hebammen leisten viel und das oft unter schwierigen Arbeitsbedingungen. Dabei ist ihre Bezahlung schlecht –  und der Job so wichtig. „Frau tv”-Moderatorin Lisa Ortgies erinnert sich noch gut an die Geburt ihrer zwei Kinder, heute 11 und 15: „Bei der Geburt meiner Kinder war es schon wichtig, dass mein Mann dabei war. Aber wenn ich jetzt mal ganz ehrlich bin: noch wichtiger war, dass die Hebamme da war, die ganze Zeit. Und dass sie auch hinterher da war beim Stillen und mir Kohlblätter mitgebracht hat für die entzündeten Brüste. Alle Mütter wissen, wovon ich rede. Und jetzt möchte ich einfach mal sagen: Danke, danke, danke.”

Genauso geht es „Frau tv”-Moderatorin Sabine Heinrich, die sich bei der Geburt ihres ersten Kindes bei ihrer Hebamme sofort aufgehoben fühlte: „Ich möchte der Tina danken. Tina habe ich nur einmal im Leben getroffen und zwar unter der Geburt meines Kindes. Ich habe gerade den Laden zusammen geschrien, Tina kommt rein, guckt mir in die Augen und sagt mir damit: ‘Hier läuft alles nach Plan. Du kannst mir vertrauen!’ – Das habe ich getan. Das würde ich jederzeit wieder tun. Und das werde ich nie vergessen. Danke, Tina!”

„Frau tv” begleitet die Aktion #DankeHebamme auf dem Facebook-Kanal der Sendung und berichtet am Donnerstag, 17. Mai, ab 22.10 Uhr im WDR Fernsehen. Die Termine im Überblick:

  • Köln: 4. Mai, 15 bis 18 Uhr, Ecke Breite Straße / Auf dem Berlich
  • Aachen: 8. Mai, 15 bis 18 Uhr, vor dem Glaskubus, Holzgraben 4
  • Duisburg: 9. Mai, 15 bis 18 Uhr, vor dem Forum Duisburg, Königstraße 48

Quelle

Abgelegt unter frauTV, Geburt, Vater werden | Keine Kommentare »

Workshops für werdende Väter in Höxter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 6. März 2018

VaeterCrashkursSchon seit geraumer Zeit sind immer mehr Männer bei der Geburt ihrer Kinder im Kreißsaal anwesend, mittlerweile sind es rund 90 Prozent! Das männliche Geschlecht zeigt ein immer größeres Interesse rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach. Dieser Entwicklung möchte die Schwangerenberatungsstelle von donum vitae mit einem neuen Angebot begegnen.

Ab 17. März 2018 wird donum vitae sechs Mal im Jahr, samstags von 11 bis 15 Uhr, einen etwas anderen Geburtsvorbereitungskurs anbieten, „von Mann zu Mann“. Hierbei handelt es sich um ein spezielles Angebot, welches sich ausschließlich an werdende Väter im Kreis Höxter richtet. Auch die Kursleiter, ein Gynäkologe und ein Sozialpädagoge, sind ebenfalls Väter. Sie wissen, wovon sie sprechen – Männer sind sozusagen unter sich.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich das Rollenbild und Rollenverständnis von Männern und Vätern sehr gewandelt. Männer schieben den Kinderwagen, bringen sich zunehmend im Haushalt ein und nehmen in wachsender Zahl Elternzeit.

Der Wunsch nach einer intensiven Beziehung zum Kind wächst in der Schwangerschaft. Diese Zeit und auch die Geburt sowie die Zeit danach mit Kind sind spannende und gerade auch für Männer herausfordernde Ereignisse, die viele Fragen und Unsicherheiten beinhalten. Natürlich überwiegt die Vorfreude, doch die Sorge vielleicht etwas falsch zu machen ist bei werdenden Vätern ebenfalls da.

Bei dem Workshop von „Mann zu Mann“ werden aus einer männerspezifischen Sicht – Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vaterschaft/Elternschaft und Partnerschaft behandelt. Den werdenden Vätern wird so die Möglichkeit gegeben offen und zukunftsorientiert jene Aspekte des Themas- „Vater werden / Vater sein“ zu besprechen, die sie für sich als besonders wichtig erachten.

Der Workshop wird Männer darin unterstützen, ihren Platz im veränderten Familiengefüge zu finden. Wenn das eigene Empfinden reflektiert wird, kann es leichter gelingen. Gut vorbereitete und zufriedene Väter können zu einer zufriedenen Partner- und Elternschaft und damit zu einer insgesamt stabileren Familie beitragen. Gut für sich selber sorgen, sich mit anderen werdenden Vätern austauschen, den Alltag weniger stressig gestalten und sich damit befassen, wie man das neue Leben angehen möchte. All das ist ganz wichtig und kommt sowohl der Partnerschaft als auch der Beziehung zum Kind zu Gute.

Bei diesem Angebot bietet werdenden Vätern die Chance sich unbeobachtet mit anderen werdenden Vätern über die eigenen Unsicherheiten, Ängste, Sorgen, Erfahrungen und Vorfreuden auszutauschen. Alle anfallenden Fragen im Zusammenhang mit der anstehenden Geburt und der Zeit danach können in lockerer Atmosphäre thematisiert werden.

Eine Anmeldung ist erforderlich unter Tel. 05271/1070. Den Workshop leiten die Gynäkologen Dr. Josef Molitor oder Dr. Schulze und Uwe Börner, Sozialpädagoge, im Hebammenzentrum in Höxter.

Der Kostenbeitrag beträgt 10 Euro. Weitere Termine finden am 5. Mai, 23. Juni, 25. August, 27. Oktober und 1. Dezember statt.

Quelle

Abgelegt unter Geburt, Partnerschaft, Vater werden | Keine Kommentare »