der VÄTER Blog

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Der Ausschluss von Vätern bei der Geburt schadet Müttern, Vätern und den Kindern

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. April 2020

Der Ausschluss eines Vaters vom Geburtsvorgang schadet seiner Bindung zu Mutter und Baby, argumentiert Dr. Andrew Mayers, ein Experte für perinatale psychische Gesundheit an der Universität Bournemouth (BU). Dies hat negative Auswirkungen auf die sich entwickelnde psychische Gesundheit des Säuglings und gefährdet auch die psychische Gesundheit beider Elternteile.

In den letzten Wochen während der Coronavirus-Krise Covid-19 gab es eine Reihe von Berichten über Krankenhäuser, die Vätern oder Partnern schwangerer Frauen verbieten bei der Geburt dabei zu sein. Es besteht kein Zweifel daran, dass diese Entscheidungen von Krankenhäusern, die sich darauf konzentrieren, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, ernst genommen und mit den besten Absichten getroffen werden. In der Tat wurde in Aussagen einiger Krankenhäuser darauf hingewiesen, wie schwierig dies für die Mutter ist. Doch die jüngste Forschung von Dr. Mayers zeigt, dass der Ausschluss des Vaters vom Geburtsvorgang sowohl der psychischen Gesundheit des Vaters als auch der Mutter und des Kindes schaden kann.

Diese neue Studie wurde kürzlich in BMC Schwangerschaft und Geburt veröffentlicht. Sie wurde von Dr. Mayers zusammen mit der BU-Kollegin Dr. Emily Arden-Close und Emily Daniels, einer ehemaligen Studentin der BU, auf deren Projektarbeit diese Studie basierte, verfasst.

Dr. Mayers: „Die Forschung hat gezeigt, dass Männer nach der Geburt eines Kindes genauso unter Depressionen leiden können wie Frauen unter postnatalen Depressionen. Es gibt Risikofaktoren für Depressionen, die mit einem Neugeborenen einhergehen können – wie eine Verringerung des Einkommens und eine veränderte Beziehung, die Väter dem Risiko einer Depression aussetzen. Unsere Erkenntnisse zeigen, dass das Erleben einer traumatischen Geburt ebenfalls ein bedeutender Risikofaktor ist und die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Männer eine schlechte psychische Gesundheit erleben“.

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Die Geburt eines Vaters

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. April 2020

Der erste Schweizer Dokumentar-Film über Väter rund um die Geburt kommt in die Deutschschweiz. Es ist ein Projekt der Waadländer Hochschule für Gesundheit (Haute Ecole de Santé Vaud, HESAV) in Zusammenarbeit mit dem Dachverband Schweizer Männer- und Väterorganisationen männer.ch, unterstützt durch Gesundheitsförderung Schweiz.

Es wird viel über «neue» Väter gesprochen – was aber, wenn sie selbst zu Wort kommen? Ein Forschungsteam sowie ein Filmemacher haben 18 Väter sowie 14 Fachpersonen interviewt. «Die Geburt eines Vaters» zeigt erstmals ungeschminkt, was werdende und frischgebackene Väter rund um die Geburt wirklich bewegt.

Aus den Interviews sind 5 Episoden von je 12 Minuten entstanden, die Einblick geben in die Gefühlswelten und Erlebnisse von Vätern rund um die Geburt – emotional berührend und wissenschaftlich fundiert:

  • Neun Monate, um Vater zu werden
  • Der Vater während der Geburt
  • Die Anfangszeit als Vater 
  • Vielfältiges Vatersein
  • Was Fachpersonen über (zukünftige) Väter zu sagen haben

Vaterwerden ist kein Selbstläufer

Der Film macht deutlich: Wie Männer das Vaterwerden erleben, ist vielfältig und facettenreich. Offensichtlich wird jedoch auch: Väter werden mit ihren Fragen und Bedürfnissen immer noch häufig «übersehen». Empfehlungen im Film zeigen auf, was es braucht, dass sich dies ändern. Und an den Online-Filmpremieren mit Live-Chat erfährst du mehr darüber, wie es gelingen kann, dass Väter von Beginn weg ihren Platz finden.  

Involvierte Väter und Co-Parenting von Anfang an ermöglichen

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Beteiligung von Männern/Vätern während der Schwangerschaft, bei der Geburt und nach der Geburt als vorrangiges Ziel erklärt. Denn wissenschaftliche Studien belegen mehr als deutlich: Männer, die vor, während und nach der Geburt eingebunden sind, tragen dadurch kurz-, mittel- und langfristig zur Verbesserung der Gesundheit der gesamten Familie bei.

Bei Elternpaaren, die partnerschaftlich unterwegs sind, sind nicht nur die Väter im Schnitt deutlich zufriedener, sondern auch die Partnerinnen und Mütter. Es lohnt sich also, sich den damit verbundenen Herausforderungen zu stellen und für einen guten gemeinsamen Start in die Familie zu sorgen. 

«Die Geburt eines Vaters» – nicht nur Dok-Film, sondern auch Forschungsprojekt

Der Dokumentar-Film zeigt nicht nur Stimmen von Väter und Fachpersonen, sondern bilanziert auch, wie Väter besser einbezogen werden können. Best-Practice-Erfahrungen sowie Studienergebnissen werden in 15 Empfehlungen zusammengefasst.  

Nächste Vorführungen

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Hebammenverband kritisiert Kreißsaalverbote für Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 25. April 2020

Der Deutsche Hebammenverband hat örtliche Kreißsaalverbote für werdende Väter zur Bekämpfung der Corona-Epidemie vehement kritisiert. „Eine Geburt ist für die ganze Familie ein existenzielles Ereignis“, betonte Präsidentin Ulrike Geppert-Orthofer. „Die Familie ist eine Einheit, deren Trennung während und nach der Geburt weitreichende Folgen für die Familienbindung und Familiengesundheit hat.“

Auch die Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes, Christiane Groß, urteilt: „Ist die Begleitperson nicht augenscheinlich mit Corona infiziert, überwiegt der Nutzen der Begleitung das minimale Risiko einer Infektion von ärztlichem und Pflegepersonal.“ Voraussetzung sei natürlich, dass die Klinik ausreichend mit Schutzausrüstung versorgt sei.

Die beiden Verbände verweisen auch darauf, dass Frauen unter der Geburt in vielen Kliniken nicht durchgängig von einer Hebamme betreut würden. „Da macht sich die prekäre Personalsituation ganz deutlich bemerkbar“, betonte Andrea Ramsell, Präsidiumsmitglied im Deutschen Hebammenverband. „Wir haben keine standardmäßige 1:1-Betreuung. Wir haben oft die Situation, dass eine Hebamme drei, vier Frauen gleichzeitig betreut. Die Frauen sind dann ohne Begleitung allein im Kreißsaal, das ist eine Zumutung.“

Im Zuge der Besuchsverbote zur Bekämpfung der Corona-Epidemie hatten bundesweit Kliniken auch werdenden Vätern den Zutritt verweigert. Viele davon hoben entsprechende Verbote inzwischen wieder auf. Andere lassen die Väter beziehungsweise andere Bezugspersonen zwar zur Geburt zu, verbieten aber anschließend Besuche auf der Wöchnerinnenstation. Wie viele Kliniken dies jeweils so handhaben, ist laut Deutscher Krankenhausgesellschaft nicht erfasst und ändert sich laut Hebammenverband nahezu täglich. (dpa)

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Aus der Väterforschung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 16. April 2020

Wer sich einen knapp halbstündigen Radiobeitrag auf Englisch anhören möchte, erfährt, was bei werdenden und frischgebackenen Vätern alles so passiert – kognitiv und hormonell. Denn auch Väter,  wenn sie physischen Kontakt zum Baby haben, schütten Bindungshormone wie Oxytocin aus, das zeigen Untersuchungen immer klarer.

Die Ankündigung von BBC 4: „Whilst most men become fathers, and men make up roughly half the parental population, the vast majority of scientific research has focused on the mother.

But studies have started to reveal the impact of fatherhood on both dads themselves and on their children. We’re seeing how fathers play a crucial role in children’s behaviour, happiness, and even cognitive skills.

Oscar Duke, a doctor, new dad and author of How To Be A Dad, discovers how pregnancy, birth and childcare affect the father, bringing about profound physiological and hormonal changes. Only 5% of mammal fathers invest in their offspring, and human males have evolved to undergo key changes when their children are born.

Involved fathers can expect their levels of the ‚love hormone‘ oxytocin to rise, nature’s way of helping parents bond with their children. At birth, a dad’s testosterone levels dramatically fall, increasing affection and responsiveness, and discouraging polygamy.

With more fathers taking on a hands-on role in bringing up their children, how can these new discoveries about the science of dad help support them, and inform social and healthcare policies?

Presented by Dr Oscar Duke and produced by Melanie Brown and Cathy Edwards”

Fazit: Die biologischen Voraussetzungen für engagierte Vaterschaft können es durchaus aufnehmen mit denjenigen der Mütter. Vielleicht setzt sich diese Erkenntnis ja eines Tages durch und wir sehen noch mehr Väter auf öffentlichen Spielplätzen.

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#DankeHebamme – Eine „Frau tv“-Mitmachaktion für Mütter und Väter in NRW

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 30. April 2018

Am 5. Mai ist Internationaler Hebammentag. Das WDR-Magazin „Frau tv“ nimmt den Tag zum Anlass, einfach mal „Danke“ zu sagen. Danke an alle Hebammen, die sich jeden Tag dafür einsetzen, dass Kinder sicher auf die Welt kommen, die den Müttern Mut zusprechen, den Vätern Sicherheit geben und in schweren Momenten einfach da sind. An drei Tagen im Mai sind „Frau tv“-Kamerateams in Köln, Aachen und Duisburg unterwegs, um Frauen und Männer zu treffen, die ihrer Hebamme „Danke“ sagen wollen.

Hebammen leisten viel und das oft unter schwierigen Arbeitsbedingungen. Dabei ist ihre Bezahlung schlecht –  und der Job so wichtig. „Frau tv“-Moderatorin Lisa Ortgies erinnert sich noch gut an die Geburt ihrer zwei Kinder, heute 11 und 15: „Bei der Geburt meiner Kinder war es schon wichtig, dass mein Mann dabei war. Aber wenn ich jetzt mal ganz ehrlich bin: noch wichtiger war, dass die Hebamme da war, die ganze Zeit. Und dass sie auch hinterher da war beim Stillen und mir Kohlblätter mitgebracht hat für die entzündeten Brüste. Alle Mütter wissen, wovon ich rede. Und jetzt möchte ich einfach mal sagen: Danke, danke, danke.“

Genauso geht es „Frau tv“-Moderatorin Sabine Heinrich, die sich bei der Geburt ihres ersten Kindes bei ihrer Hebamme sofort aufgehoben fühlte: „Ich möchte der Tina danken. Tina habe ich nur einmal im Leben getroffen und zwar unter der Geburt meines Kindes. Ich habe gerade den Laden zusammen geschrien, Tina kommt rein, guckt mir in die Augen und sagt mir damit: ‚Hier läuft alles nach Plan. Du kannst mir vertrauen!‘ – Das habe ich getan. Das würde ich jederzeit wieder tun. Und das werde ich nie vergessen. Danke, Tina!“

„Frau tv“ begleitet die Aktion #DankeHebamme auf dem Facebook-Kanal der Sendung und berichtet am Donnerstag, 17. Mai, ab 22.10 Uhr im WDR Fernsehen. Die Termine im Überblick:

  • Köln: 4. Mai, 15 bis 18 Uhr, Ecke Breite Straße / Auf dem Berlich
  • Aachen: 8. Mai, 15 bis 18 Uhr, vor dem Glaskubus, Holzgraben 4
  • Duisburg: 9. Mai, 15 bis 18 Uhr, vor dem Forum Duisburg, Königstraße 48

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Workshops für werdende Väter in Höxter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 6. März 2018

VaeterCrashkursSchon seit geraumer Zeit sind immer mehr Männer bei der Geburt ihrer Kinder im Kreißsaal anwesend, mittlerweile sind es rund 90 Prozent! Das männliche Geschlecht zeigt ein immer größeres Interesse rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach. Dieser Entwicklung möchte die Schwangerenberatungsstelle von donum vitae mit einem neuen Angebot begegnen.

Ab 17. März 2018 wird donum vitae sechs Mal im Jahr, samstags von 11 bis 15 Uhr, einen etwas anderen Geburtsvorbereitungskurs anbieten, „von Mann zu Mann“. Hierbei handelt es sich um ein spezielles Angebot, welches sich ausschließlich an werdende Väter im Kreis Höxter richtet. Auch die Kursleiter, ein Gynäkologe und ein Sozialpädagoge, sind ebenfalls Väter. Sie wissen, wovon sie sprechen – Männer sind sozusagen unter sich.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich das Rollenbild und Rollenverständnis von Männern und Vätern sehr gewandelt. Männer schieben den Kinderwagen, bringen sich zunehmend im Haushalt ein und nehmen in wachsender Zahl Elternzeit.

Der Wunsch nach einer intensiven Beziehung zum Kind wächst in der Schwangerschaft. Diese Zeit und auch die Geburt sowie die Zeit danach mit Kind sind spannende und gerade auch für Männer herausfordernde Ereignisse, die viele Fragen und Unsicherheiten beinhalten. Natürlich überwiegt die Vorfreude, doch die Sorge vielleicht etwas falsch zu machen ist bei werdenden Vätern ebenfalls da.

Bei dem Workshop von „Mann zu Mann“ werden aus einer männerspezifischen Sicht – Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vaterschaft/Elternschaft und Partnerschaft behandelt. Den werdenden Vätern wird so die Möglichkeit gegeben offen und zukunftsorientiert jene Aspekte des Themas- „Vater werden / Vater sein“ zu besprechen, die sie für sich als besonders wichtig erachten.

Der Workshop wird Männer darin unterstützen, ihren Platz im veränderten Familiengefüge zu finden. Wenn das eigene Empfinden reflektiert wird, kann es leichter gelingen. Gut vorbereitete und zufriedene Väter können zu einer zufriedenen Partner- und Elternschaft und damit zu einer insgesamt stabileren Familie beitragen. Gut für sich selber sorgen, sich mit anderen werdenden Vätern austauschen, den Alltag weniger stressig gestalten und sich damit befassen, wie man das neue Leben angehen möchte. All das ist ganz wichtig und kommt sowohl der Partnerschaft als auch der Beziehung zum Kind zu Gute.

Bei diesem Angebot bietet werdenden Vätern die Chance sich unbeobachtet mit anderen werdenden Vätern über die eigenen Unsicherheiten, Ängste, Sorgen, Erfahrungen und Vorfreuden auszutauschen. Alle anfallenden Fragen im Zusammenhang mit der anstehenden Geburt und der Zeit danach können in lockerer Atmosphäre thematisiert werden.

Eine Anmeldung ist erforderlich unter Tel. 05271/1070. Den Workshop leiten die Gynäkologen Dr. Josef Molitor oder Dr. Schulze und Uwe Börner, Sozialpädagoge, im Hebammenzentrum in Höxter.

Der Kostenbeitrag beträgt 10 Euro. Weitere Termine finden am 5. Mai, 23. Juni, 25. August, 27. Oktober und 1. Dezember statt.

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‚Men only‘ – werdende Väter im Kreißsaal

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 11. Februar 2018

Ein Infoabend für werdende Väter.

Neun Monate lang nehmen werdende Väter nur von „außen“ an der Entwicklung ihres Kindes teil – und plötzlich ist der große Moment da, in dem sie ihr Kind zum ersten Mal in den Armen halten können. Heutzutage stehen die meisten Männer ihrer Frau bei der Geburt zur Seite – aber wie, ist oft die Frage.

Professor Dr. Matthias Korell, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe und selbst dreifacher Vater, lädt werdende Väter zu einer lockeren Gesprächsrunde in den Kreißsaal ein. Er informiert unterhaltsam über die Rolle und die Aufgaben der Männer bei der Geburt und nimmt sich Zeit für Rückfragen. Die kostenfreie Veranstaltung findet statt am Mittwoch 14. Februar von 18:30 Uhr bis 20:00 Uhr im Johanna-Etienne-Krankenhaus und kann ohne vorherige Anmeldung besucht werden.

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Was ein Mann fühlt, wenn er Vater wird

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 15. Oktober 2015

Ben Aslimanesh ist 39 Jahre alt – und ist „schwanger“. Er erlebt bei sich Gefühle, die neu sind. „Wenn ich irgendwas zum Thema Geburt höre oder lese, dann habe ich einen leichten Kloß im Hals ….

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Väter auf die Geburt vorbereiten

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 24. April 2014

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Werdende Väter gut auf die Geburt vorzubereiten, ist wichtig: Informierte Männer können werdende Mütter besser unterstützen und sind selbst eher vor Stress und Überforderung geschützt. Die Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) richtet sich an Hebammen, Ärztinnen, Ärzte und andere Fachkräfte und regt dazu an, mit werdenden Vätern ins Gespräch zu kommen.

Welche Themen sind ihnen wichtig? Wie können ihnen im Rahmen der Geburtsvorbereitung geschlechtsspezifische Informationen angeboten werden? Und: Wie kann die Interaktion mit dem Mann während der Geburt gestaltet werden? Die Broschüre fasst außerdem den aktuellen Stand der Forschung zum Thema zusammen.

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Hurra ich werde Vater und brauche Unterstützung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 23. April 2014

Eine werdende Vaterschaft ist ein freudiges Ereignis, krempelt das Leben völlig um und ist mit zahlreichen Fragen verbunden, die in den Köpfen von Männern entstehen und mit denen sich werdende Väter zu häufig alleine auseinandersetzen (müssen). Es gibt zwar eine Fülle von Ratgebern, aber wenige Angebote zu einer kompetenten Geburtsvorbereitung für Väter.

In dieser Lücke möchte der kostenlose Ratgeber „Ich werde Vater! Hurra oder Hilfe?“ Vätern Informationen an die Hand geben, sie auf die Geburt vorbereiten und ihnen Möglichkeiten zur Unterstützung ihrer Partnerinnen aufzeigen.
Wie lässt sich meine Karriere und Vater sein vereinbaren? Ist ein Kind finanziell überhaupt zu stemmen? Was muss ich beim Einkauf von Lebensmitteln beachten? Wo und wie kann ich meine Frau in der Schwangerschaft unterstützen? Was kann im Vorfeld der Geburt bereits erledigt werden?

In der ersten Hälfte der Broschüre werden die Veränderungen während der Schwangerschaft und die Entwicklung des Babys beschrieben und Handlungsmöglichkeiten für die Väter benannt. „Geben Sie Ihrer Liebsten täglich das Gefühl, dass sie auch mit Babybauch und eventuellen Schwangerschaftsstreifen Ihre absolute Traumfrau ist!“ Diese sind verständlicherweise allgemein formuliert und spannende Themen wie Sex in der Schwangerschaft werden ausgespart. Väter werden auf die klassische Rolle des „Nestbauers“ verwiesen „Auch bei der Planung und Einrichtung des Kinderzimmers können Sie Ihre Liebste tatkräftig unterstützen, indem sie zum Beispiel nach der Arbeit gleich im Baumarkt vorbeifahren und Wandfarbe mitbringen.“

Im zweiten Teil geht es dann um Ernährungsfragen, das liebe Geld und die Rolle der Väter. Die Ernährungstipps sind sicherlich wertvoll, im Abschnitt „Das liebe Geld – bekommen wir das finanziell überhaupt hin?“ sind mir die Hinweise aber zu flach. Dort heißt es zum Beispiel. „Diese Bedenken sind ganz normal – auch wenn wir heute in einer emanzipierten Gesellschaft leben, sehen sich Männer nach wie vor in der „Versorgerrolle““. So weit so gut, aber anstatt erforderliche Aushandlungsprozesse zwischen Vater und Mutter zu thematisieren, werden lediglich staatliche Unterstützungsleistungen benannt und auf die Möglichkeit, Kindermöbel selbst zu bauen, verwiesen.

Ab Seite 23 wird es dann aber doch noch interessant. Es geht um das Thema Elternzeit und Karriere. Aber leider wird schon in der Überschrift auf die falsche Alternative „Elternzeit oder Karriere“ verwiesen. Im Text werden die gesetzlichen Möglichkeiten benannt, während oder nach der Elternzeit Arbeitszeiten zu reduzieren sowie die Motive der Arbeitgeber, sich darauf auch zunehmend einzulassen. Die erforderlichen Aushandlungsprozesse in der Partnerschaft werden aber leider auch hier nicht thematisiert.

Auch in den übrigen Kapiteln wird der werdende Vater gut auf eine „Assistentenrolle“ vorbereitet „Sie können sich und Ihre Partnerin entlasten, indem Sie schon ein oder zwei Tage vor ihrer Entlassung die Wohnung aufräumen, einkaufen gehen …“ eine aktive Vaterschaft sieht in meinen Augen aber anders aus.

Aber zur Vorbereitung darauf spielen Ratgeber in meinen Augen allenfalls eine Nebenrolle. Dazu braucht es Erfahrungen, persönlichen Austausch und vor allem aber Ermutigung.

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