der VÄTER Blog

innovative Unternehmen nutzen die Potenziale aktiver Vaterschaft

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Karenz ist (un)männlich

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 5. Januar 2012

Viele Männer, die in Elternzeit gehen, bekommen Probleme mit dem Arbeitgeber. Diese reagieren beleidigt, wenn Männer sie für ein Kind ‚im Stich lassen‘ – und degradieren die Väter.

An Aufforderungen für Väter, mehr Zeit mit ihrem Nachwuchs zu verbringen, fehlt es nicht. Auch Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer und Gewerkschaft versuchen Männer für die Karenz zu begeistern. Sie wenden sich dabei an die falschen Adressaten.

Väter müssen gar nicht mehr überzeugt werden: Denn nach langen Jahren, in denen der Anteil der Väter auf Kinderpause bei ca. 4 % dahindümpelte, stieg die Zahl der männlichen Kindergeldbezieher im Vorjahr stark und weit in den zweistelligen Prozentbereich an. Vor allem das einkommensabhängige Kindergeld erweist sich als überaus attraktiv für Männer.

Das Problem scheint vielmehr bei Unternehmen zu liegen, die in Verhaltensmustern aus den sechziger Jahren verharren: Viele Männer, die in Karenz gehen, werden gemobbt, degradiert oder schnellstmöglich gekündigt. Eine absurde Variante von Gleichberechtigung, die niemand wollte – wenn Väter genauso schlecht behandelt werden wie Mütter.

Arbeiterkammer und Gleichbehandlungsanwaltschaft wissen von vielen Fällen zu berichten, in denen sich Karenz als Karriereaus erwies. Harald Zeiner ist ein Paradebeispiel dafür, welche Schwierigkeiten echte Männer bekommen können.

Der 34-jährige Ökonom wird heute noch zornig, wenn er sich an seinen schnellen Auf- und noch rasanteren Abstieg erinnert. “Ich habe immer 170 Prozent gearbeitet“, erzählt er, oft nachts, häufig an Wochenenden. Kein Wunder, dass er sich rasch zum Chef der neuen Stabsstelle Strategie in einem Wiener Vertriebsunternehmen hocharbeitete. Er sei stets das “Liebkind“ des Geschäftsführers gewesen, sagt er. “Er hat mich oft angerufen und in viele Entscheidungen eingebunden.“

Die Begeisterung nahm allerdings ab, als Zeiner sich entschloss, sechs Monate in Väterkarenz zu gehen. “Ich war der erste Mann im Unternehmen.“ Der Geschäftsführer reagierte zuerst mit blankem Unverständnis. “Karenz ist unmännlich“, tönte er, wartete mit Gehässigkeiten im Kollegenkreis à la “Der steht unter der Fuchtel seiner Frau“ auf und war für Zeiner nicht mehr zu sprechen. Auch der Führungskräftevertrag von Zeiner, den dieser unterschrieben in der Geschäftsführung abgegeben hatte, war plötzlich unauffindbar. Doch das war erst der Anfang. …

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Gehalt ist nicht so wichtig wie Balance von Arbeit und Leben

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 22. Dezember 2011

Wie lassen sich gute Mitarbeiter im Unternehmen halten? Was kann das Unternehmen tun, damit seine Mitarbeiter lange fit und gesund bleiben und nicht ausbrennen? Der Personaldienstleister Hays gibt in seinem HR-Report 2011 mit dem Schwerpunkt Mitarbeitergewinnung Antworten auf diese und weitere Fragen.

Die Studie zeigt, wie sich die befragten Unternehmen zu den relevanten Personalthemen aufstellen. Darin sind unter anderem Anregungen dazu zu finden, wie das eigene Unternehmen nachhaltig attraktiv gestaltet werden kann.

Die Karriereperspektiven sind für 60 % aller Mitarbeiter das wichtigste Argument dafür, bei einem Unternehmen zu bleiben. Ältere Arbeitnehmer bevorzugen deutlich Beschäftigungssicherheit und Förderprogramme, die individuell abgestimmt werden.

Bei den jüngeren Mitarbeitern stehen flexible Arbeitszeitmodelle und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben mit Zustimmungswerten von jeweils rund 100 % ganz vorne. Letzteres hat gerade für die junge Generation eine enorme Bedeutung. Ihr ist bewusst, dass sie in Anbetracht einer verlängerten Lebensarbeitszeit „in Balance” sein muss. Insgesamt spielen bei den Befragten nicht-monetäre Faktoren eine deutlich größere Rolle als eine gute Bezahlung.

Noch bis vor wenigen Jahrzehnten waren die beiden entscheidenden Sphären im Leben vieler Menschen – Beruf und Privatleben – klar voneinander abgegrenzt. Dieses Bild existiert für die Mehrzahl der heutigen Arbeitnehmer nicht mehr: Die alte Balance kippt im Zuge einer zunehmend gleichberechtigten Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern und einer „Entgrenzung“ von Arbeit und Freizeit. Heute ist in der Regel nicht mehr ohne weiteres auszumachen, inwieweit „Work“ oder „Life“ den Einzelnen be- oder entlasten. Wo, wann und in welchem Maße der Einzelne Belastung empfindet und im Gegenzug „auftankt“, hängt in hohem Maße von der persönlichen Situation in Beruf und Privatleben, von Neigungen und individuellen Einschätzungen ab.

Das Hinwirken auf eine in dieser Form definierte Work-Life-Balance ist angesichts zentraler Trends und Entwicklungen in der Arbeitswelt ein Muss auf der Agenda zukunftsgerichteter Unternehmen. Weiterlesen »

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Teilhabe von Eltern am Arbeitsleben entscheidend für Wohlbefinden der Kinder

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 17. Dezember 2011

Eltern, die selbst ihren Unterhalt bestreiten, und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, vermitteln ihren Kindern am ehesten das Vertrauen, die Zukunft zu meistern. Zu diesem Ergebnis kommt der UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland, der am Freitag in Berlin vorgestellt wurde. Laut UNICEF wachsen 14 % der Kinder in Deutschland in „relativer Armut“ auf.

„Für die Selbstachtung und das Selbstvertrauen der Kinder ist es von zentraler Bedeutung, dass ihre Eltern den Lebensunterhalt selbst bestreiten können“, erklärte Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF-Deutschland. Er betonte, dass eine gute Förderung in Kindertagesstätten und Schulen Defizite aufgrund mangelnder Teilhabe der Eltern nur begrenzt ausgleichen könne.

Für die Studie wertete UNICEF bestehende Untersuchungen aus, darunter den Mikrozensus 2008 und die Pisa-Studie. Dabei lag der Fokus unter anderem auf dem materiellen Wohlbefinden, Gesundheit und Sicherheit, Bildung und Ausbildung sowie dem subjektive Wohlbefinden. UNICEF ermittelte dabei „deutliche Unterschiede innerhalb Deutschlands”. Diese seien teilweise größer als zwischen einzelnen OECD-Staaten.

Die meisten Kinder sagen laut dem UNICEF-Bericht, dass sie sich subjektiv gut fühlen. Je nach Bundesland schätzen jedoch zwischen 11 und 17 Prozent der Kinder ihr schulisches Wohlbefinden als schlecht ein.

Als negative Einflüsse auf das Wohlbefinden nennt UNICEF zum Beispiel hohe Arbeitslosigkeit, einen Mangel an Ausbildungsplätzen sowie ein unfriedliches Schulklima. Auch ein hoher Anteil an Armut und an Alleinerziehenden werden als einschränkend empfunden.

Um die Situation von Kindern in Deutschland zu verbessern, empfehlen die Autoren der Politik, nicht nur auf Kinderbetreuung und Bildung zu schauen. Weiterlesen »

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Man sollte auch die Männer einbeziehen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. Dezember 2011

Susanne Ruoff, 53, wird ab September 2012 neue Konzernchefin der Schweizer Post. Im Interview mit der Sonntagszeitung äußert sie sich zu ihrem beruflichen Werdegang und ihrem Führungsstil.

‚… Warum sind Sie einst Lehrerin geworden und wollten es dann nicht mehr sein?

Für mich war schon als Kind klar, dass ich einmal Lehrerin werde. Nach sieben Jahren, in denen ich als Primarlehrerin unterrichtet hatte, reizte mich aber eine neue Herausforderung.

Hat Ihnen der Schulbetrieb nicht mehr zugesagt?

Nein, ich bin einfach ein sehr neugieriger Mensch und möchte auch beruflich immer wieder Neues kennen lernen. Als die Informatik aufkam, wollte ich dieses Wirtschaftsumfeld entdecken. Und so fasste ich den Entschluss, zu IBM zu gehen.

Anders als bei IBM wird Ihnen bei der Post künftig jeder dreinreden – schließlich gehört die Post irgendwie jedem Schweizer.

Auch das kenne ich noch vom Schulbetrieb her, da sind auch viele der Meinung, sie wüssten besser als die Lehrkräfte, wie der Unterricht funktionieren sollte. Und obwohl die Pädagogen die Fachleute sind, hat auch jeder das Recht, bei der Strategie der öffentlichen Schulen mitzureden.

Viele wollen gar keine neue Post-Strategie.

Auch die Post muss sich anpassen. Aber es gibt sicherlich keine Veränderungen um der Veränderungen willen. …

Als junge Mutter haben Sie bei IBM früher Teilzeit gearbeitet. Ist es möglich, eine Führungsposition ohne Vollzeitpensum auszuüben?

Natürlich geht das. Es ist ein volkswirtschaftlicher Unsinn, dass wir so viele Frauen ausbilden und dann deren Wissen nicht nutzen. Ich fördere Teilzeitarbeit ganz bewusst – übrigens auch bei Männern. Man sollte nicht immer nur von Frauenförderung sprechen, sondern auch die Männer einbeziehen. …’

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Bochumer Väter nutzen Elterngeld wegen finanzieller Sorgen seltener

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 21. November 2011

Jeder fünfte Vater in Bochum nutzt das Elterngeld, um sich einige Monate um seinen Nachwuchs zu kümmern. Finanzielle Gründe und Angst vor Nachteilen im Job schrecken viele Männer ab, Elternzeit in Anspruch zu nehmen.

Die Beteiligung der Väter an der Elternzeit steigt in Deutschland stetig an. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts haben 18 % der Bochumer Väter für im Jahr 2009 geborene Kinder Elterngeld bezogen. Damit liegt Bochum im NRW-Durchschnitt, aber unter dem deutschlandweiten Mittel von 24 %. In den Nachbarstädten bezogen noch weniger Väter das Elterngeld.

Die Eltern orientierten sich am höheren Gehalt, sagt Ursula Kersting-Otte von der Beratungsstelle Pro Familia. Und das beziehen meist die Männer. Bei den Beratungen höre sie leider auch, „dass Arbeitgeber ihnen das negativ auslegen, wenn sie in Elternzeit gehen“.

Wenn die Väter sich für eine Elternzeit entscheiden, dann meist nur für die Mindestzeit von zwei Monaten. Das zeigt auch die Statistik: Mehr als zwei Drittel der Väter (71 %) in NRW entschieden sich so. Die Väter, die sich bei Pro Familia beraten ließen, hätten das Gefühl, dass zwei Monate Auszeit bei ihrem Arbeitnehmer gerade noch akzeptiert seien, so Kersting-Otte.

Gerade bei befristeten Arbeitsverträgen gehe es oft um die Existenz. Seien die Väter bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt, müssten sie sich oft gegen die Elternzeit entscheiden. „Das ist auch ein gesamtgesellschaftliches Problem“, sagt die Beraterin.

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‚Mein Vater steht für Werte, die die Gesellschaft heute braucht’

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 7. November 2011

Audi-Chef Rupert Stadler äußert sich im Interview mit dem Magazin brandeins über den veränderten Blick auf Arbeit von jungen Arbeitnehmern, das Verhältnis zu seinem Vater und die Frage, warum er zu Hause wenig zu melden hat.

‚… Wie entscheidend ist heute der Ruf eines Unternehmens, wenn es hochkarätige Bewerber gewinnen will?

Er wird immer wichtiger. Ein Beispiel aus dem Unternehmen: Wir fahren mit unseren Rennwagen das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Hier in Ingolstadt haben die Mitarbeiter parallel einen 24-Stunden-Lauf durchs Werksgelände initiiert und dabei Geld für einen karitativen Zweck gesammelt. Vermutlich hat der verschärfte Blick aufs Soziale viel mit der Maslow’schen Bedürfnispyramide zu tun …

… derzufolge erst die Grundbedürfnisse eines Menschen erfüllt sein müssen, bevor er sich um Selbstverwirklichung bemüht.

Genau. Wir alle stehen in dieser Pyramide weit oben. Die Organisation bewegt sich und entwickelt sich weiter. Junge Leute wollen zum Beispiel oft keine starren Arbeitszeiten mehr. Mal powern sie zwei Wochen auf einem Projekt, dann wollen sie aber auch eine längere Pause. Ich kann das verstehen, ich muss nach anstrengenden Phasen auch immer mal wieder runterkommen.

Sie haben einmal gesagt, Sie bewunderten Ihren Vater, der seinen Traum, Lehrer zu werden, aufgab, um den elterlichen Bauernhof zu übernehmen, auf dem Sie auch aufgewachsen sind. Was genau bewunderten Sie – die Pflichterfüllung, das Hintanstellen der eigenen Interessen, die Disziplin?

Genau diese drei Dinge. Für ihn war es als Landwirt kein Zuckerschlecken, dennoch hat er mit Fleiß und Ausdauer viel Gutes auf den Weg gebracht, unter anderem vier Kinder, aus denen etwas geworden ist und die heute eigene Familien haben. Er hat auf diese Weise sein inneres Lebensglück gefunden. Mein Vater steht für Werte, die die Gesellschaft heute braucht: Bodenständigkeit, Aufrichtigkeit, Anstand, Leistung aus Überzeugung.

Ihre Frau hat Ihnen, als Sie vor vier Jahren Audi-Chef wurden, das Buch “Ich bin dann mal weg” von Hape Kerkeling geschenkt. Eine Anspielung auf den künftig noch häufiger abwesenden Gatten?

Ja, das war tatsächlich ironisch gemeint.

Ist es ein gutes Modell, bei Mitarbeitern mehr präsent zu sein als bei den eigenen Kindern?

Ich weiß nicht, ob es ein gutes Modell ist. Und wenn ich mir Vorwürfe mache, dann deswegen. Weiterlesen »

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Moderne Frauen suchen sich ganze Männer

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. November 2011

Aktive Väter sind nach Ansicht von Christine Haderthauer keine Softies, sondern ganze Männer. “Moderne Frauen suchen sich ganze Männer”, sagte Haderthauer anlässlich des Welttages des Mannes.

“Die Zeiten, in denen der Mann die Familie ernährte und die Frau die Familienarbeit leistete, sind zum Glück vorbei”, sagte Haderthauer gestern in München. Viele moderne Väter hätten dieses alte Rollenbild aufgebrochen und erkannt, dass sie für ihre Kinder unersetzbar und nicht austauschbar seien. “Sie wollen nicht mehr nur Gast im Familienleben zu sein, sondern Familienglück und -alltag persönlich erleben und ihre eigenen Spuren in Kopf und Herzen ihrer Kinder hinterlassen – und zwar nicht nur auf dem Fußballplatz. Wickeln, Basteln, Vorlesen und zum Elternabend gehen, auch mal eine Träne trocknen – all das ist genauso wichtig, um den eigenen Kindern zu einem erfolgreichen Start ins Leben zu verhelfen.

Für mich ist klar: Aktive Väter sind ganze Männer! Und moderne Frauen sind auf der Suche nach ganzen Männern. Dabei ist der Macho ebenso out wie der Softie. Frauen ist wichtig, dass ihr Mann als gleichverantwortlicher Partner in allen Lebensfragen auftritt und sie gemeinsam die Balance zwischen Karriere und Kinderwagen finden. Leider werden Männer hierzulande allzu oft noch belächelt, wenn sie wegen eines Elternabends oder eines Arztbesuchs ihres Kindes mal früher nach Hause gehen.

Dann kommt dann oft: ‘Ist Deine Frau denn nicht zuhause?’. Hier müssen auch die Unternehmen endlich mal umdenken: Wenn sie jungen Eltern nicht individuelle Lösungen am Arbeitsplatz und eine familiengerechte Arbeitsorganisation ermöglichen, werden sie morgen in die Röhre schauen. Denn gute Fachkräfte suchen sich ihre Arbeitgeber schon lange nicht mehr allein nach dem Gehalt aus. Hier können wir uns ein Beispiel an Skandinavien nehmen. Dort wird auch von Führungskräften verlangt, dass sie sich ausgiebig um ihre Familien kümmern. Sonst gelten sie als Minderleister – und als Risiko für die Firma!”

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Väter können Führungsqualitäten entwickeln

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 30. Oktober 2011

Anlässlich der Veranstaltung ‚Berufliche Potenziale von alltags- und Familienkompetenzen’ im Haus des Lebenslangen Lernens in Dreieich am vergangenen Mittwoch, habe ich der Zeitschrift Lob, dem Magazin für berufstätige Väter und Mütter’ drei Fragen beantwortet:

Was qualifiziert Eltern für Führungspositionen?

Eltern, und insbesondere Väter, die ihre Erziehungsverantwortung ernst nehmen, erfahren die Bedeutung von Kompetenzen wie Einfühlungsvermögen, konstruktiver Konfliktlösung und wertschätzendem Zuhören täglich und haben mit ihren Kindern Sparringpartner, die ihnen direktes und ehrliches Feedback geben. Diese und andere ‚soziale’ Kompetenzen gewinnen in einer Arbeitswelt, in der die Grenzen zwischen privatem und dienstlichem zunehmend verwischen, an Bedeutung. Eltern, die auch die anderen Qualifikationen für eine Führungsaufgabe mitbringen, sind für diese Position also bestens gerüstet

Sollten mehr Väter Elternzeit nehmen? Und wenn ja, warum?

In allen Befragungen, die in den letzten Jahren durchgeführt worden sind, äußern mehr als 50 Prozent der Männer den Wunsch, Elternzeit in Anspruch nehmen zu wollen. Die Frage für mich lautet an dieser Stelle, was hält sie davon ab? Es geht vor allem darum. Väter zu ermutigen, ihre Vorstellungen in die Tat umzusetzen und rechtzeitig in den Dialog mit ihrer Partnerin, aber auch mit den Vorgesetzten zu gehen. Die Erfahrungen, die sie in den zwei, vier oder mehr Monaten machen sind unersetzlich, festigen die Beziehung zum Kind und ermöglichen Erfahrungen, die auf keiner Schulung zu erwerben sind.

Wie kann ein Unternehmen, seine Väter dazu bewegen, in Elternzeit zu gehen?

Indem es offen mit diesem Thema umgeht, Elternzeiten und andere Phasen in denen Väter und Mütter, Söhne und Töchter Verantwortung übernehmen, nicht als Auszeiten bezeichnet, sondern als Lebensabschnitte innerhalb der Erwerbsbiografie ansieht, in denen die Beschäftigten auch für das Unternehmen wichtige Erfahrungen machen und Kompetenzen erwerben. Dazu bräuchte es gute Beispiele und Vorbilder, am besten auf der Führungsebene, die ebenfalls offensiv kommuniziert werden.

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Drei Viertel aller Väter klagen über Zeitdruck

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. Oktober 2011

Mehr als 40 % der Eltern mit minderjährigen Kindern leiden nach eigener Schilderung unter Zeitdruck. Das geht aus dem achten Familienbericht hervor, der am Freitag in Berlin an Bundesfamilienministerin Kristina Schröder übergeben wurde. 63 % der Väter und 37 % der Mütter geben demnach an, zu wenig Zeit für ihre Kinder zu haben. Bei alleinerziehenden Müttern ist das fast jede zweite.

In ihrem Bericht fordert die Expertenkommission von der Politik deshalb mehr Anstrengungen für eine familienfreundliche Zeitpolitik. Dazu gehört demnach eine bessere Koordinierung von Arbeitszeiten und Öffnungszeiten der Kindergärten. Das Zeitmanagement der Eltern werde erheblich dadurch eingeschränkt, dass Schulen und Betreuungseinrichtungen “keine Rücksicht auf die Arbeitszeiten von Eltern nehmen”.

Die Sachverständigen fordern zudem den weiteren Ausbau der Ganztagsbetreuung und kürzere Ferienschließzeiten. Zwar sei der Anteil der Ganztagsgrundschüler zwischen 2004 und 2008 von sieben auf 19 % gestiegen. In Westdeutschland sei aber immer noch die Halbtagsschule die Regel. Dies und 14 Wochen Schulferien im Jahr stellten berufstätige Eltern “vor beinahe unlösbare Probleme, kritisieren die Experten.

Von der Wirtschaft fordern die Experten mehr familienfreundliche Arbeitszeitmodelle. Die von vielen Müttern gewünschte Teilzeitarbeit im Umfang von 30 Stunden werde bisher noch nicht in ausreichendem Maße angeboten, während Väter dagegen oft mehr arbeiteten als sie wünschten. Dadurch bleibe Vätern oftmals nicht viel Familienzeit. Weiterlesen »

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Väter bekommen weniger Anerkennung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. Oktober 2011

Im FOCUS-Online-Interview beschreibt Raphael Schwiertz, nach dem ‚Rücktritt’ von Jakob Hein, Deutschlands einziger Väterbeauftragter, seine Erfahrungen mit dieser Aufgabe und den Vätern, die zu ihm kommen.

FOCUS Online: Herr Schwiertz, ihr Job ist – um es vorsichtig auszudrücken – nicht ganz alltäglich. Wie fühlt es sich das an, Deutschlands einziger Väterbeauftragter zu sein?

Raphael Schwiertz: Für mich ist das eigentlich weniger spektakulär als es vielleicht für Außenstehende klingt. Ich bin ja auch nicht der erste. Es gab schon mal einen Väterbeauftragten an der Charité in Berlin. Seit der seine Stelle gewechselt hat, ist die Stelle, soweit ich weiß, unbesetzt.

FOCUS Online: Haben Sie gezögert, als Sie gefragt wurden, ob sie den Posten an der Essener Uniklinik übernehmen wollen?

Schwiertz: Gezögert habe ich schon. Ich bin ja kein Fachmann für das Thema, sondern einfach nur Kinderarzt und ich war vor einiger Zeit selbst ein Jahr in Elternzeit. Aber ich habe mir gedacht: Wenn ich es nicht mache, macht es vielleicht keiner. Und das hätte ich sehr schade gefunden.

FOCUS Online: Was genau ist Ihre Aufgabe?

Schwiertz: Ich bin Ansprechpartner für Mitarbeiter der Uniklinik Essen, die demnächst Vater werden oder schon Vater sind. Die kommen zum Beispiel mit Fragen zu den Vätermonaten oder zum Elterngeld. Es geht dann vor allem um praktische Dinge – wann muss ich das beantragen oder wie funktioniert das mit dem Bereitschaftsdienst, wenn ich Teilzeit arbeite. Ich versuche das, so gut es geht, zu beantworten. Manches muss ich aber erst recherchieren. Viele Fragen könnte sicherlich auch die Gleichstellungsbeauftragte beantworten, aber mein Eindruck ist, dass Männer sich scheuen da hinzugehen. Sie fragen lieber einen Mann, der selbst schon in Elternzeit war.

FOCUS Online: Also haben Sie gut zu tun?

Schwiertz: Ich mache das seit gut einem Jahr und bisher ist die Resonanz eher verhalten. Es meldet sich vielleicht alle zwei Wochen mal jemand. Ich gehe aber davon aus, dass das noch mehr werden wird. Es spricht sich teilweise erst jetzt herum, dass es einen Väterbeauftragten gibt, die Uniklinik ist ja weit verzweigt. Mein Posten ist nur eine von vielen Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die die Uniklinik Essen ins Leben gerufen hat. Auch die Kinderbetreuung und die Pflege von Angehörigen sollen erleichtert werden, das wurde teils auch schon verbessert. …’

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