der VÄTER Blog

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Archiv für die 'Vater werden' Kategorie

Väter, Ihr seid wichtig!

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 25. März 2019

unter dem Motto # Väter, Ihr seid wichtig lädt die Erzählcafé-Aktion zum Internationalen Tag der Hebamme am 5. Mai gezielt Väter und Großväter ein, über ihre Erfahrungen, Sorgen und Hoffnungen während der Schwangerschaft ihrer Partnerinnen und rund um die Geburt ihrer Kinder zu berichten.

Wann? Bundesweit werden am Internationalen Tag der Hebamme am 5.Mai spontane Mini–‐Erzählcafés stattfinden, in denen Väter und Großväter über ihre Erfahrungen, Sorgen und Hoffnungen während der Schwangerschaft ihrer Partnerinnen und rund um die Geburt ihrer Kinder berichten.

Warum? Wir möchten mit jedem Erzählcafé ein Zeichen setzen, die Erfahrungen hörbar machen und die Weichen der Geburtshilfe neu stellen. Im Sinne eines Bürgerdialogs sammeln und veröffentlichen wir alle Erfahrungen (natürlich anonym).

Wo? Im Lieblingscafé um die Ecke, auf einer Parkbank oder zuhause im Wohnzimmer, alle sind aufgerufen überall dort mitzumachen, wo sie an dem Tag sind.

Wer? Einladen können Frauen, Männer, Expert*innen und Institutionen. Sie entscheiden, welche Väter als Zeitzeugen berichten und ob Frauen und Männer oder nur Männer als Gäste eingeladen werden.

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Erwarten Frauen von Männern die Übernahme der Ernährer-Rolle?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 21. Januar 2019

Dies legt eine Studie des Zentrums für Gender-Studies an der Universität Basel nahe. Die Studienleiterin Andrea Maihofer erklärt das Dilemma und mögliche Auswege im Interview.

„Junge Männer distanzieren sich laut Ihrer Studie vom traditionellen Bild des «abwesenden Ernährer-Vaters». Was sind die Gründe dafür?
Es sind persönliche Erfahrungen, die zu dieser Änderung beitragen. Wir sehen auch in unseren Befragungen deutlich: Junge Männer nehmen die Abwesenheit ihrer eigenen Väter als problematisch wahr. Vielen fehlte eine starke, alltägliche emotionale Bindung zum Vater. Dies wollen sie selbst mit ihren Kindern anders machen. Sie wollen möglichst von Geburt an für ihre Kinder da sein.

Gleichzeitig sehen sich die Männer aber weiterhin als Ernährer der Familie. Männer wollen mehr Zeit mit den Kindern verbringen, aber gleichzeitig Karriere machen. Wie ist dieser Widerspruch erklärbar?
Es ist ein Widerspruch und gleichzeitig überraschend. Männer sehen immer noch ihre Hauptverantwortung darin, die Familie zu ernähren. Diese Rolle beziehen Frauen in ihre Planung mit ein. Viele Frauen gehen nach wie vor automatisch davon aus, dass Männer die finanzielle Verantwortung übernehmen. Das heisst: Männer wollen zwar mehr Zeit mit den Kindern verbringen, aber es wird von vielen Seiten die traditionelle Rolle von ihnen erwartet.

Was löst dieses Dilemma bei jungen Männern aus? Sind sie überfordert?
Die Männer wiederum glauben häufig, dass sie es am Ende doch nicht schaffen, mehr Zeit für die Kinder zu haben. Dies, weil es oft nicht möglich erscheint, Teilzeit zu arbeiten. Viele ringen mit diesem Problem.

Frauen auf der anderen Seite möchten heute beruflich aktiv und damit unabhängig sein. Zugleich erachten sie es immer noch als ihre Hauptaufgabe, für die Kinder zu sorgen. Sind sie nicht auch im Dilemma?
Ja. Frauen wollen im Beruf aktiv bleiben. Sie haben heute häufig ebenfalls eine Berufsidentität entwickelt. Aber gleichzeitig möchten sie auch die Hauptverantwortung für die Familie übernehmen. Sie stellen sich ein 40- bis 60-Prozent-Pensum als Ideal vor. So müssen sie nicht ganz auf ihre berufliche Selbstverwirklichung verzichten und können trotzdem noch genug für die Kinder da sein. Aber: Es bleibt ein Dilemma: Frauen sehen in ihren Überlegungen, dass sie Karriere und Kinder nicht unter einen Hut bringen. Dies erfüllt sie oft mit Sorge. …

Welche Tipps geben sie jungen Paaren, damit sie moderne Vorstellungen mit traditionellen vereinbaren können?
Ich finde, sie sollten etwas mutiger sein und auch die Politik in die Verantwortung ziehen. Beispielsweise braucht es mehr Kinderkrippen und mehr Möglichkeiten für Männer, Teilzeit zu arbeiten. …“

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alpha-thema Väter: Papa trau Dich

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 7. Dezember 2018

Wird der Arbeitgeber die Augenbrauen hochziehen, wenn Mann Elternzeit beantragt, werden die Kollegen lästern? Arne B. arbeitet als Mechatroniker bei Bosch. Sieben Monate nimmt er sich frei für sein Kind, danach wird er in die Firma zurückkehren. Selbst für ein Unternehmen wie Bosch, das als ausgesprochen familienfreundlich gilt, ist das eine Herausforderung. Immer mehr Väter wollen in die Elternzeit.

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Doch viele Männer haben auch Angst vor einem Karriereknick und Angst vor der Reaktion des Chefs. Väter brauchen offenbar Mut, um Elternzeit zu beantragen. Ingo S. verlor nach der Elternzeit seinen Job. Sein Chef fand, er kümmere sich zu viel um die Kinder und zu wenig um die Firma. Er habe doch schließlich eine Frau. Als Ingo S. eine Konferenz frühzeitig verließ, um sein krankes Kind aus der Kita abzuholen, folgte die Kündigung. Trotzdem bedauert es Ingo S. nicht, sich Zeit für seine Kinder genommen zu haben.

Inzwischen berichten Personalchefs, dass in Einstellungsgesprächen junge Leute nicht mehr von Dienstwagen und Sekretärin träumen, sondern abfragten, wie sie Familie und Beruf vereinbaren könnten. Immer mehr Firmen reagieren auf solche Wünsche, sogar in klassischen Männerdomänen.

In der Commerzbank gibt es diverse Elternzeitmodelle: Abteilungsleiter Gerd G. hat gerade seine Arbeitszeit auf fünfzig Prozent reduziert, weil er sich mehr um sein Kind kümmern will.

Die Firma VAUDE versucht, mit einer Kita auf dem Firmengelände und flexiblen Arbeitszeiten junge Fachkräfte in die Provinz zu locken und Baufirmen auf der Suche nach Facharbeitern erlauben ihren Maurern flexible Arbeitszeiten, damit die sich um ihre Kinder kümmern können. Bei Arne B. hat es geklappt mit der Elternzeit. Die Firma kann es sich nicht leisten, auf ihre Mechatroniker und Ingenieure zu verzichten. 5000 Patente werden bei Bosch jährlich angemeldet, 20 pro Arbeitstag. Das Wissen der Mitarbeiter soll nicht an der Wickelkommode enden. Was hat er in der Elternzeit gelernt? Mehr Geduld, Einfühlungsvermögen und Verständnis, sagt Arne B. und davon profitiere auch die Firma. Also: Papa trau dich!

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Vater sein heute – zwischen eigenen Vorstellungen und Ansprüchen von außen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 7. Dezember 2018

Der Fachbereich Erwachsenen- und Familienbildung der Ev. Kirche in Hessen und Nassau hat sein Portal ‚Digitale Elternbildung‘ um Angebote für Väter ergänzt:

Schwangerschaft und Geburt sind für Männer aufregende und herausfordernde Themen, die von Vorfreude und Zweifel, kulturellen Prägungen und auch Missverständnissen sowie vielen Fragen verbunden sind. Wie verhalte ich mich während der Schwangerschaft, welche Rolle nehme ich als Vater und Mann innerhalb der Erziehung ein? Welche neuen Aufgaben erwarten mich und kann ich all diesen Anforderungen gerecht werden? … oder überlasse ich einfach der Mutter des Kindes all diese Themen?

Die Rollen innerhalb der Familie haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Zu dem Modell: der Mann als Ernährer und Verdiener, die Frau zuständig für Kind und das Heim, haben sich viele andere Formen der Rollengestaltung entwickelt. Immer mehr Väter wünschen sich einen aktiveren Teil in der Erziehung, nehmen Elternzeit, reduzieren ihre Arbeit und übernehmen neue Rollen in der Familie und in einer gleichberechtigten Partnerschaft.

In den Modulen „Vater sein heute“ finden Sie Anregungen, Ideen und Standpunkte von Vätern, die ihre Rolle neu geordnet haben und sich mit Themen wie Elternzeit, Väternetzwerke, Väter im Kindergarten, Vereinbarkeit von Familie und Beruf u.v.m. auseinandergesetzt haben.

Die Beiträge behandeln u.a. folgende Themen:

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Die Rolle des Vaters ist ambivalent

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 6. Dezember 2018

In einem Beitrag für Focus-Online setzt sich Matthias Stiehler, Autor des Buches ‚Vaterlos‘, mit der Rolle und den Aufgaben von Vätern auseinander:

„… Väter wollen nicht mehr nur Versorger sein, sondern aktiv die Beziehung zu ihren Kindern gestalten. Doch mit der Familie verbrachte „Quality time“ ist nicht alles. Und ein Papa muss nicht die bessere Mama sein. Wir brauchen ein geschärftes Bewusstsein über die wichtigen Aufgaben von „Väterlichkeit“.

In unserer Gesellschaft spielt das Thema der sogenannten „aktiven Vaterschaft“ eine zunehmend wichtige Rolle. Väter sollen sich nicht mehr nur als Versorger ihrer Familie verstehen, sondern aktiv die Beziehung zu ihren Kindern gestalten. Und immer mehr Männer wünschen sich das auch. Sie wollen als Väter in der Familie präsent sein. …

Die Rolle des Vaters ist von Beginn an ambivalent: Er entlastet Mutter und Kind vom ausschließlichen gegenseitigen Zugriff. Doch er irritiert die Beziehung auch, er stört sie. Ich warne davor, diese Konstellation als gering oder gar unbedeutend abzutun. Für ein Kleinstkind spiegelt sich hier die Gesamtheit der Welt wider. Die Erfahrungen, die es macht, werden das gesamte Leben weiterwirken. Und wir erkennen an dem Kontrollverhalten, das Mütter gegenüber ihren Partnern bei der Kinderbetreuung oft an den Tag legen, und an den Rückzügen der Männer, wie schwer es ist, die triadifizierende Funktion des Vaters in einer Partnerschaft anzuerkennen und umzusetzen.

Das Prinzip „Väterlichkeit“, das seinen Ursprung in der frühen Sozialisation eines Kindes findet, lässt sich als herausfordernd, störend, befreiend, vorantreibend, begrenzend beschreiben. Es ist damit das Gegenstück zum Prinzip „Mütterlichkeit“, das fürsorglich, bewahrend, versorgend ausgerichtet ist. Doch auch wenn es sich um gegensätzliche Prinzipien handelt, sind sie doch aufeinander bezogen. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen beiden ist erforderlich. Oft genug geht es bei scheinbarer „liebevoller Zugewandtheit“ mehr darum, vom Kind gut gefunden zu werden, als wirklich dem Kind das zu geben, was es braucht. …“

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Jetzt auch in Augsburg – Papa-Laden

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 26. November 2018

Für Mütter gibt es viele Möglichkeiten sich auszutauschen, Angebote für Väter sind da eher rar. Der Verein „Papagen“ in Augsburg bietet seit vier Jahren eine solche Anlaufstelle für Erziehungsfragen, rechtliche Probleme und gemeinsame Aktivitäten.

Krabbelkurse, Mama-Fit-Kurse oder Babyschwimmen – für Mütter gibt es viele Möglichkeiten, sich zu treffen und auszutauschen. Aber was ist mit den Vätern? Die sind zwar seit der Einführung der Elternzeit auch immer mehr gefragt, aber für sie gibt es viel weniger Angebote.

papagen

Austausch und Beratung

Das Modell „Papa“ hat in den letzten Jahren weitreichende Veränderungsprozesse durchlaufen: Väter gehen in Elternzeit, unterstützen ihre berufstätige Frau oder kommen auch vermehrt als alleinerziehender Papa klar. Das alles ist nicht immer einfach zu stemmen, sagt Helga Holland. Sie ist Gründungsmitglied des Vereins „Papagen“ und war früher in der Beratungsarbeit tätig. Dort hat sie festgestellt, dass es nur wenig spezielle Beratungs- oder Hilfsangebote für Männer gibt.

Mit und ohne Kinder

Seit fast fünf Jahren bietet der Verein Aktivitäten, Austausch und Unterstützung für Väter in und um Augsburg. „Papagen“ will ein Angebot machen für Väter, die am Wochenende Spielgefährten für die Kinder suchen, die neu in der Stadt sind oder deren Bekannte keinen Nachwuchs haben. Neben Radltouren, Kanufahrten oder gemeinsamem Kochen gibt es für die Väter aber auch einen monatlichen Stammtisch.

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Daddy Blues – Depressionen vor und nach einer Geburt angehen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 24. November 2018

Perinatale Positivity nutzt Stimmen und Erfahrungen von Frauen und Männern, die in der Zeit der Schwangerschaft, der Geburt und darüber hinaus psychische Probleme hatten. Der Videoclip soll Väter und Mütter dabei unterstützen, sich emotional auf die Geburt vorzubereiten und bei Bedarf Hilfe zu finden.

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Erfahrungen von Vätern im Kreißsaal

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 18. November 2018

Die meisten Männer sind mittlerweile bei der Geburt ihrer Kinder dabei. Wie haben Sie als werdender Papa diesen Moment erlebt?

Die Geburt des eigenen Kindes erleben die werdenden Mütter und Väter als einen enorm emotionalen und starken Moment. Während der Fokus in Geburtsvorbereitungskursen vielfach auf den werdenden Müttern liegt, bleiben Väter oft mit ihren Fragen allein.

Seit fast 40 Jahren sind Männer im Kreißsaal Normalität. Sie begleiten ihre Partnerinnen, unterstützen sie, teilen die Freude. Über ihre Bedürfnisse, Ängste und Wünsche im Zusammenhang mit der Geburt ist wenig bekannt. Aus diesem Grund etablieren sich sogenannte Väterabende in Geburtskliniken. Dort haben die werdenden Papas die Möglichkeit, sich auszutauschen und ihre Fragen zu stellen.

Im STANDARD-Forum zum Artikel „Was macht Papa eigentlich im Kreißsaal?“ haben Väter von ihren Erfahrungen im Kreißsaal berichtet:

„Ich war von der ersten bis zur letzten Minute dabei, hab Händchen gehalten, versucht als Ruhepool die Stimmung entspannt zu halten, kalten Waschlappen alle zwei Minuten erneuert und ALLES gesehen, was es zu sehen gibt. Dann hab ich die Nabelschnur durchgeschnitten, zwei-drei Fotos vom frisch geschlüpften Nachwuchs gemacht und bei meiner Frau im Krankenhaus übernachtet. …“

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Papa im Babyblues

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 12. Oktober 2018

Eine postnatale Depression ist keineswegs eine Frauensache. Auch Männer können nach der Geburt in ein Stimmungstief fallen. Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass etwa 10 % der frischgebackenen Väter an einer postnatalen Depression erkranken. Knapp 18 % entwickeln irgendeine Form von Angststörung. Damit seien sie ähnlich häufig betroffen wie Mütter, berichtet der Psychologe Dr. Dan Singley vom Center for Men‘s Excellence in San Diego auf dem 126. Annual Convention Meeting der American Psychological Association.

Ging man bisher davon aus, dass hormonelle Veränderungen im Zuge von Schwangerschaft und Geburt für die Depression verantwortlich seien, trifft das angesichts der Fallzahlen nicht zu. Erklärungsansätze für diese Inzidenz gibt es viele.

Auch bei Männern verändert sich rund um die Geburt einiges. Zum Beispiel weisen sie je nach kulturellem Bindungsverhalten höhere Level von Prolactin und kurzzeitig niedrigere Testosteronspiegel auf. Hinzu kommt Schlafmangel, denn wenn der Nachwuchs nachts schreit, belastet das sicher auch die Väter. Zudem scheinen einige Männer mit Rollenklischees zu hadern.

Weil sich Hilfsangebote bis dato vor allem an die Mütter richten, fordern Psychologen ein Umdenken – und appellieren an Ärzte, auch bei Vätern auf depressive Symptome zu achten. Zudem kann ein stabiles soziales Netzwerk dazu beitragen, Belastungen im Elternalltag aufzufangen.

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Wie geht es Vätern, wenn das Baby zu früh auf die Welt kommt

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 1. Oktober 2018

Der Spiegel nimmt sich dieses bislang vernachlässigten Themas an und beschreibt, was Vätern und damit auch den frühgeborenen Kindern in dieser Situation hilft

Trinkt es, wächst es – überlebt es? Nach einer Frühgeburt kümmern sich alle erst mal um Baby und Mutter. Doch auch der Vater muss eine neue Rolle ausfüllen. Manche fühlen sich überflüssig, andere überfordert.

Am 29. Januar 2015 wurde Benjamin Peters Tochter mit nur 320 Gramm geboren. Der damals 32-Jährige fühlte sich ohnmächtig, er wollte alles tun, damit seine Tochter überlebte – aber er konnte kaum helfen. Anfangs durfte er sie nicht einmal in den Arm nehmen, dazu war sie viel zu klein und zart.

Als Vater eines Frühchens hatte Peters eine besondere und oft schwierige Rolle. Mutter und Kind bekamen natürlich alle Aufmerksamkeit, er fühlte sich, als stünde er in der zweiten Reihe, mitunter wie ein Zuschauer. Gleichzeitig bewegten ihn die immer neuen Fragen und Probleme genauso stark wie seine Frau, er fürchtete ebenso wie sie um das Leben der Tochter.

Eva Vonderlin, Leiterin des Bereiches Kinder und Familien an der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg, kennt dieses Problem: „Der Vater ist nach dem modernen Rollenmodell ebenso Bezugsperson für das Kind wie die Mutter und möchte darüber hinaus emotionale Unterstützung für seine Partnerin bieten.“ In der extremen Situation nach einer Frühgeburt wolle er dieser Rolle natürlich besonders gerecht werden. „Wenn das nicht gelingt, kann das zu einer Überforderung werden“, so Vonderlin.

Bei vielen Vätern wird der Druck während der Wochen und Monate nach einer Frühgeburt noch dadurch verschärft, dass der normale berufliche Alltag weiterläuft. „Es gibt Mutterschutz vor und nach der Geburt, aber keine ähnliche Schutzzeit für die Väter“, sagt Vonderlin. „Viele Männer müssen neben den Strapazen in der Klinik auch noch die Arbeit bewältigen.“

Austausch bei Facebook

Wenn sich alle vornehmlich um Mutter und Kind kümmern, braucht auch der Mann jemanden, mit dem er reden kann. Sebastian Behrens fehlte dieser Austausch. Erst zwei Jahre später wurde er auf einen Verein aufmerksam, in dem er sich mit Gleichgesinnten unterhalten konnte. Weil ihm das so gut tat, hat er eine Facebook-Gruppe gegründet. Obwohl erst vor wenigen Wochen ins Leben gerufen, hat sie bereits mehr als 90 Mitglieder. Behrens sagt:

Eva Vonderlin empfiehlt, zusätzlich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen: „In fast jeder neonatologischen Station in Deutschland gibt es auf Anfrage eine psychologische Beratung und einen Sozialdienst, der bei wichtigen Fragen hilft.“ Dabei könne bei allen möglichen Themen Unterstützung empfohlen werden – für die Geschwisterbetreuung, für das Kochen in den ersten Wochen zu Hause, für die bürokratischen Anforderungen wie die Beantragung von Kindergeld.

„Wer Hilfe annimmt, hat mehr Zeit für die Familie“, so Vonderlin. „Und wenn es gar nicht mehr anders geht und man stark unter dem Stress leidet, muss man sich für ein paar Tage krank schreiben lassen.“ Jeder müsse seine eigenen Grenzen kennenlernen.

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