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Archiv für Oktober, 2019

Gesundheit und Wohlbefinden von Männern im digitalen Zeitalter – Ist die Zukunft männersensibler Prävention digital?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 9. Oktober 2019

… ist das Thema der am 21. Januar 2020 von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) veranstalteten 5. Männergesundheitskonferenz in Berlin.

Die stärkere Sensibilisierung von Männern für Gesundheit ist nach wie vor ein relevantes Thema. Dabei spielen die Herausforderungen des digitalen Wandels eine zentrale Rolle und werden in Zusammenhang mit der Gesundheitsförderung von Männern lebhaft diskutiert. Was mit der Vermittlung von Gesundheitsinformationen durch „neue Medien“ begann, hat sich zu fundamental neuen Handlungsoptionen für Männer zur aktiven Gestaltung der eigenen Gesundheit entwickelt.

Diskutieren Sie auf der 5. Männergesundheitskonferenz mit Expertinnen und Experten anhand aktueller nationaler und internationaler gesundheitspolitischer Entwicklungen und Strategien Fragen zum Thema Chancen und Risiken von digitalen Gesundheitsangeboten. Zudem vermitteln am Nachmittag Beispiele Guter Praxis anschauliche Ansätze wie Gesundheits-Websites, Gesundheits-Apps sowie Beratung per Mail oder Chat konkret realisiert werden können.

Ebenfalls sollen die Chancen und Perspektiven der WHO-Strategie zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Männern in der Europäischen Region bei der Konferenz vorgestellt und diskutiert werden. Beispiele Guter Praxis vermitteln anschauliche Ansätze wie Gesundheits-Websites, Gesundheits-Apps sowie Beratung per Mail oder Chat konkret realisiert werden können.

Weitere Informationen, das vollständige Programm sowie eine Anmeldemöglichkeit finden Sie hier.

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Partnerschaftliche Aufgabenteilung erhöht die Lebenszufriedenheit von Vätern

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 8. Oktober 2019

Dank der zunehmenden Freiheit zwischen Elternschaft und Erwerbstätigkeit zu wählen und die Kinderbetreuung individuell zu gestalten sind Mütter und Väter heute zufriedener mit ihrem Leben als vor 20 oder 30 Jahren. Das zeigt eine Studie auf Basis von Daten der für Deutschland repräsentativen Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel am DIW Berlin, die eine Forschungsgruppe um den Schweizer Soziologen Klaus Preisner erstellt hat.

 „Während in der Öffentlichkeit in den letzten Jahren vermehrt thematisiert wurde, dass Eltern unter großen Belastungen stehen oder ihre Elternschaft sogar bedauern, zeigen unsere Analyse das Gegenteil“, sagt Klaus Preisner. In den 1980er-Jahren gaben Mütter bei Befragungen mehrheitlich an, weniger zufrieden mit ihrem Leben zu sein als kinderlose Frauen. Das ‚Glücksversprechen Kind‘ – auch eine Folge des damaligen Tabus, kritisch über die Mutterschaft zu sprechen – wurde damals nicht eingelöst. „Mit zunehmenden Freiheiten, sich für oder gegen ein Kind zu entscheiden und die Elternschaft zu gestalten, ist der sogenannte maternal happiness gap verschwunden. Heute finden wir keine Unterschiede mehr in der Lebenszufriedenheit von Müttern und kinderlosen Frauen“, so Preisner.

Lebenszufriedenheit beider Elternteile hat zugenommen

Für die Männer gilt: Im Unterschied zu Frauen wurde von Vätern früher nicht erwartet, sich an der Kinderbetreuung zu beteiligen, Elternzeit zu nehmen oder die Erwerbsarbeit zumindest zeitweise einzuschränken. Den Freuden der Vaterschaft standen also kaum häusliche Verpflichtungen entgegen und Männer mit Kindern waren genauso zufrieden wie Männer ohne Kinder. Obwohl sich die Erwartungen an Väter geändert haben, hat sich ihre Lebenszufriedenheit dadurch kaum verändert. Väter sind heute nach wie vor genauso zufrieden wie kinderlose Männer. „Der Grund dafür liegt darin, dass Väter, die den neuen Erwartungen gerecht werden, heute mit viel privater und öffentlicher Anerkennung für ihr Engagement belohnt werden“, sagt Preisner.

Moderne Familienpolitik nützt sowohl Eltern wie auch Kindern

Mit den veränderten normativen Erwartungen seien auch neue familienpolitische Massnahmen wie etwa die Elternzeit nach der Geburt eines Kindes sowie die Schaffung von Betreuungsmöglichkeiten außerhalb der Familie möglich geworden, erklären die AutorInnen. So könnten Mütter und Väter freier entscheiden, wie sie ihre Elternschaft im Hinblick auf Eigen- und Fremdbetreuung gestalten wollen. Darüber hinaus seien die Rollen und Aufgaben zwischen Müttern und Vätern heute weniger ungleich verteilt. Beides wirke sich positiv darauf aus, wie zufrieden Eltern mit ihrem Leben sind. „Diese familienpolitischen Maßnahmen sind nicht nur im Sinne der Gleichstellung von Frauen und Männern von großer Bedeutung. Ebenso wichtig sind sie im Hinblick auf die Lebenszufriedenheit der Eltern und damit letztlich auch der Kinder“, sagt Klaus Preisner.

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Später Vater, glücklicher Vater?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 6. Oktober 2019

Wie ist das, wenn man sich nach einem erfolgreichen Berufsleben im Ruhestand noch den Wunsch nach einem Kind erfüllt? Radikale Selbstverwirklichung oder eine große Verantwortung in einer Lebensphase, in der andere nach Ruhe suchen? Wie ist er, der späte Vater: überfordert oder ganz besonders zugewandt? Und wie ist der Blick, der deutlich jüngeren Frau und des Kindes auf den Partner und Vater im Rentenalter?

75 Jahre liegen zwischen der einjährigen Lauren und ihrem Vater Bernhard. Der hat die ganze Welt gesehen, frönte ausgefallenen Hobbys und lebte die meiste Zeit allein. Ein Kind war nie sein Plan, bis er in Afrika die Frau traf, für die er sein Leben radikal auf den Kopf stellte. Wie ist das, wenn man sich mit 75 Jahren auf ein schreiendes Kleinkind einstellen muss, das gerade Zähne bekommt? Jetzt trägt Bernhard plötzlich für eine Kleinfamilie die volle Verantwortung. Wie geht es ihm damit?  Sind das zu viele Aufgaben und Verpflichtungen für einen 76-jährigen?

Roland war 66, als seine Tochter Wilma auf die Welt kam. Er und seine Freundin Elena kannten sich da noch nicht allzu lange. Von einem Kind war in ihrer Beziehung nie die Rede gewesen. Wilma war nicht geplant. Jetzt ist sie da und wird heiß geliebt. Aber das  „Entspannt-in-den-Tag-hineinleben“, geht zu Ende. Der Musiker Roland geht mit seiner Band wieder auf Tournee und Elena beginnt ein Studium in einer anderen Stadt. Wie kriegen sie das hin? Konzerte, Studium, das aufreibende Leben mit einem Kleinkind, der eine 67, die andere Ende 20.

Auch Lisa, Petra und Gary stehen vor großen Aufgaben: Erst vor wenigen Jahren hat die Familie im Westerwald einen Reiterhof gekauft. Der wird jetzt renoviert. Alle packen mit an: die 17-jährige Lisa, ihre Mutter Petra und Gary. Der passionierte Westernreiter ist schon 82 und steht immer noch mitten im Leben: Stallarbeit, neue Koppeln anlegen, Reitstunden. Als Lisa auf die Welt kam, war er 64. Gary zeigt Lisa, wie man Traktor fährt. Das ist ihm wichtig. Denn es könnte ja sein, dass sie und ihre Mutter eines Tages noch mehr Verantwortung übernehmen müssen… Wie sieht das Mädchen ihren Vater? Was teilen Sie? Hat sie auch manchmal Angst ihn bald zu verlieren?

Drei ungewöhnliche Väter. Alle Männer stehen mitten im Leben. Noch im Alter sind sie stark gefordert. Die späten Väter liegen im Trend. Jedes zwanzigste Kind hat heute einen Vater über 50 bei seiner Geburt. Die Tendenz ist steigend. Eine große Herausforderung für alle Beteiligten… 

„Menschen hautnah“ am 10. Oktober um 22.40 Uhr

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Mehr väterliche Fürsorge, weniger Kosten

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. Oktober 2019

Geborgenheit, Nähe und Unterstützung sind wesentliche Faktoren, die zu einer sicheren und zuverlässigen Bindung zwischen Kindern und ihren Eltern beitragen. Welche finanziellen Konsequenzen eine fehlende oder schwache Eltern-Kind-Bindung hat, untersucht erstmals Professor Dr. Dr. Christian Bachmann aus der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/ Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm in der Studie „The cost of love: financial consequences of insecure attachment in antisocial youth“. Die Studie wurde am ersten Oktober im Journal of Child Psychology and Psychiatry veröffentlicht.

Gemeinsam mit Kolleg*innen der London School of Economics und des Institute of Psychiatry, Psychology & Neuroscience, London hat der Ulmer Kinder- und Jugendpsychiater herausgefunden, dass eine sichere Bindung zwischen Kindern und Eltern mit signifikant geringeren gesamtgesellschaftlichen Kosten – wie schulische Fördermaßnahmen, außerhäuslicher Unterbringung oder Krankenhausaufenthalten – verbunden ist. Die elterliche Fürsorge im Kindesalter wirkt sich positiv auf die soziale Entwicklung der Kinder aus und führt zu geringeren Kosten für das Gesundheitswesen.

Noch ausgeprägter als bei der Mutter ist der Effekt bei der Bindung an den Vater und bleibt auch nach der Kontrolle von Einflussfaktoren wie Geschlecht, Alter oder sozioökonomischem Status bestehen.

Die Ergebnisse der Studie sind auch im Hinblick auf die Frage der Frühbetreuung von Kindern und der dafür erforderlichen Personalschlüssel in Kindergärten und Kinderkrippen interessant. „Aus unserer Sicht liefern die Ergebnisse der Studie ein Argument für die Förderung guter Bindungsqualität bereits im Baby- und Kleinkindalter, da in diesem Alter die Grundlagen für das zukünftige Bindungsverhalten gelegt werden“, sagt Professor Dr. Dr. Christian Bachmann.

An der Untersuchung auf Basis zweier hochwertig randomisierter und kontrollierter Langzeitstudien beteiligten sich 174 Familien aus Großbritannien mit Kindern im Alter von neun bis 17 Jahren.

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Ein (zu) kleiner Schritt für uns – aber ein großer für die Schweiz

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 2. Oktober 2019

Anlässlich des Beschlusses, das Volksbegehren zur Einführung eines vierwöchigen Vaterschaftsurlaubs abzusagen, damit die vom Bundesrat beschlossenen 10 Tage wirksam werden zu lassen erklärt Markus Gygli, Präsident von männer.ch:

„Das Initiativkomitee hat heute – gegen das überzeugte Engagement der männer.ch-Vertretung – beschlossen, die Initiative für 20 Tage Vaterschaftsurlaub zurückzuziehen. Wenn kein Referendum folgt, tritt der Gegenvorschlag in Kraft und die Schweiz hat zum ersten Mal in der Geschichte einen Vaterschaftsurlaub. Zumindest von 10 Tagen.

Dank dem Engagement von männer.ch werden in naher Zukunft 80’000 frisch gebackene Väter in der Schweiz neu 10 Tage für ihre Familie da sein können. Dank männer.ch investiert die Schweiz jährlich 200 Millionen Franken in väterliches Engagement. 

Das ist ein extremer Sprung gegenüber der heutigen Situation, in der Väter am Tag nach der Geburt zurück im Büro erwartet werden, so als sei nichts geschehen. Das ist nach der erfolgreichen Revision des Sorgerechts und des Unterhaltsrechts der dritte grosse politische Erfolg unserer Organisation. Und doch… 

Ich muss natürlich ehrlich zugeben: Es gelingt mir erst in gewissen Momenten, mich über diesen Erfolg zu freuen. Zu schwer wiegt die Enttäuschung darüber, dass männer.ch allein auf verlorenem Posten kämpfte, als wir heute den Rückzug unserer Volksinitiative für 20 Tage Vaterschaftsurlaub diskutiert haben. Alle drei Mitträger der Initiative – TravailSuisse, Pro Familia Schweiz und Alliance F – haben andere Prioritäten gesetzt: Zu gross war die Befürchtung, dass ein Scheitern an der Urne das Ringen um eine vernünftige Elternzeit in der Schweiz um Jahre zurückwerfen könnte. Zu wenig vermochten wir mit unserem Kernargument durchzudringen, dass es zuerst eine bewusste Massnahme braucht, um Väter zurück in die Familien zu bringen, bevor eine Elternzeit auch wirklich die versprochene Gleichstellungswirkung haben kann. Es gibt nichts schönzureden: Auch wenn wir uns mit aller Kraft dafür eingesetzt haben, dass sich die Schweizer Bevölkerung zum Vaterschaftsurlaub äussern kann – wir sind als Organisation zu klein und progressive Männer als Wählergruppe (noch) zu unbedeutend, als dass wir im politischen Powergame die entscheidenden Trümpfe zücken könnten.

Aus meiner Sicht stehen jetzt zwei Dinge an: 

Erstens müssen wir mit frischem Elan darum besorgt sein, dass ein künftiges Elternzeitprojekt die Väter paritätisch mit einbezieht. Denn aus internationalen Erfahrungen wissen wir: Damit sie für Väter attraktiv ist, muss Elternzeit relativ hoch entschädigt werden und einen exklusiven Anteil für Väter vorsehen. Sonst schlägt die Traditionsfalle zu – und die Mütter bleiben noch länger weg vom Arbeitsmarkt als heute. 

Zweitens sollten wir die Erfahrung zum Anlass nehmen, uns in der Tugend zu üben, uns über Erreichtes zu freuen statt Verpasstes zu betrauern. Natürlich dürfen wir unserer Enttäuschung Raum geben. Aber wir sollten uns nicht so von ihr einnehmen lassen, dass wir vergessen, Freude und vielleicht sogar etwas Stolz zu verspüren. Denn seien wir auch da ehrlich: Ohne unsere Volksinitiative hätte das Parlament niemals zumindest diese 10 Tage Vaterschaftsurlaub gewährt. Und vielleicht noch wichtiger: Ohne unsere Volksinitiative wäre es im politischen Diskurs nicht so schnell so uncool geworden, die Notwendigkeit und Bedeutung alltagsnaher väterlicher Präsenz in Frage zu stellen.  In diesem Sinn: Stossen wir mit unseren halbvollen Gläsern an und freuen uns. Für uns ist es ein (zu) kleiner Schritt – für die Schweiz ist es ein grosser.

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