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Archiv für die 'Elternzeit' Kategorie

In diesen Ländern gibt eine bezahlte Elternzeit für Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 25. April 2018

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… schlechte Performance?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. April 2018

Der Beitrag von Katja Lewina und Tina Epking in der ZEIT hat einigen Wirbel ausgelöst: „Warum wir keine Elternzeit genommen haben“ Die Autorinnen lassen drei Väter zu Wort kommen, die Arbeit und berufliche Entwicklung und ihre Rolle als Familienernährer in den Vordergrund stellen und sich als Väter in die dritte Reihe stellen:

„… Jetzt, wo die Kinder älter sind, spiele ich eine viel größere Rolle für sie als früher. Darum glaube ich auch, dass das erste Jahr, in dem die Kinder allein schon durch das Stillen sehr viel mehr auf die Mutter angewiesen sind, nicht das allergeeignetste für die väterliche Elternzeit ist. Jetzt kann ich meine Frau viel besser entlasten, indem ich zum Beispiel auch mal übers Wochenende mit den Jungs wegfahre. …“

„… Ich habe eine eigene Firma, die so klein ist, dass ich an der Spitze stehe und meine Kunden direkt betreue. … Sie haben meine Mobilnummer und melden sich zu jeder Uhrzeit. Oft geht es um akute Schadensfälle, um die man sich sofort kümmern muss und die keinen Aufschub dulden. Da ist es egal, ob es Wochenende oder spätabends ist oder ich gerade ein Kind bekommen habe. …“

„… Kurz bevor sich die Zwillinge ankündigten, hatte ich das Unternehmen gewechselt und eine neue Führungsposition übernommen. Ich war also gerade aus der Probezeit raus und meine Verantwortlichkeiten wurden nach und nach ausgebaut. In dieser Situation für längere Zeit auszusteigen, hätte mir das Gefühl gegeben, dass ich illoyal gegenüber meinem Arbeitgeber bin. …“

Sind das drei krasse Ausnahmen oder stehen sie stellvertretend für die 65 % Väter, die die Möglichkeit der Partnermonate noch nicht nutzen? Ich denke schon, dass ihre Motive, sich als Väter für die Absicherung der wirtschaftlichen Existenz der Familie verantwortlich zu zeigen, von der überwiegenden Anzahl der Väter, auch derer, die Elternzeit nehmen, geteilt wird. Diese Erwartung wird ja nach wie vor an Männer gerichtet.

Was es braucht ist erstens eine breite Diskussion und einen gesellschaftlichen Konsens darüber, dass Väter von Anfang an Bedeutung für die Entwicklung ihrer Kinder haben und eine Bindung aufbauen können. Und zweitens eine Vereinbarkeitsberatung für junge Paare und werdende Eltern, die die Konsequenzen dieser traditionellen Arbeitsteilung, nicht nur im Trennungs- oder Scheidungsfall, deutlich macht und Wege aufzeigt, wie eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit realisiert werden kann.

Die im Gleichstellungsbericht geforderten ‚Papawochen‘ sind neben der Elternzeit und einer ausreichenden Anzahl von qualitativ hochwertigen Betreuungsplätzen genauso notwendige Voraussetzung wie (Familien-) Arbeitszeiten und berufliche Entwicklungspfade, die niemanden vor die Alternative ‚Beruf oder Familie‘ und ‚Kinder oder Karriere‘ stellt.

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Angst vor Karrierenachteilen ist unbegründet

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. März 2018

Daniel Jagar, Senior Manager bei KPMG in Frankfurt, einem der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen in Deutschland berichtet in einem Interview für den Blog der Initiative ‚Memorandum für Frauen in Führung‘ über seine viermonatige Elternzeit und sein selbstbewusstes Vatersein:

„Elternzeit bei Vätern wird immer beliebter, allerdings nehmen die meisten … zwei Monate Elterngeld in Anspruch. Wie kam es, dass Sie länger zu Hause geblieben sind?

Ich habe auch ein bisschen herumgefragt und es hat mich wirklich verblüfft, dass niemand länger als zwei Monate zu Hause geblieben ist. Bei vielen mag das finanzielle Gründe haben. Bei uns war es so, dass meine Frau, die auch bei KPMG arbeitet, gerne im Winter vor Beginn der Busy Season wieder einsteigen wollte, um den Kontakt zu ihren Kunden zu halten – da habe ich die restliche Zeit bis zum Kitastart überbrückt und vier Monate Elternzeit genommen. Und festgestellt, dass ein Projekt auch mal ohne mich funktioniert und meine Teamkollegen diese Monate dankenswerter Weise gut überbrückt haben. Man meint ja immer, man sei in so viele Dinge involviert, dass gar nichts mehr ohne einen gehen würde. Aber klar geht das. …

Welche Befürchtungen hatten Sie vor Karrierenachteilen durch die Elternzeit?

Ich glaube, die Zeiten sind vorbei. Auch in der Beraterbranche kann man zum Kunden offen sagen: Wir sind ein großes professionelles Team, Ihre Belange werden immer erfüllt und es ist immer jemand für Sie erreichbar – auch wenn das von 16 bis 19 Uhr nicht immer ich sein werde.

Wie haben Sie Ihre Elternzeit im Unternehmen und mit Ihren Kunden kommuniziert?

Im Team habe ich ganz offen gesagt, dass ich plane, vier Monate weg zu sein, aber eine ordentliche Übergabe mache und telefonisch erreichbar bleibe. Das wurde durchweg positiv aufgenommen. Kollegen, mit denen ich seltener in Kontakt bin, habe ich proaktiv eine E-Mail geschrieben und meine Kunden habe ich angerufen. Ich wollte nicht, dass sie eine Abwesenheitsnotiz erhalten und nicht wissen, ob ich krank bin, verreist oder ins Ausland versetzt wurde. Die meisten haben sich gefreut, manche waren verblüfft, aber alle fanden es gut.

Was raten Sie Vätern, die gerade vor der Entscheidung stehen, ob und wie lange sie Elternzeit nehmen sollen?

Auf jeden Fall machen. Es lohnt sich. Mein Tipp ist, selbstbewusst damit umzugehen und offen kommunizieren, wann und wie lange eine Elternzeit geplant ist. Die Angst vor Karrierenachteilen ist unbegründet. Ich mag nicht ausschließen, dass es im Einzelfall noch so ist, aber bei modernen Arbeitgebern sind diese Zeiten vorbei.

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… in Deutschland wird es Vätern schwergemacht

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 26. März 2018

Im Interview mit Carolin Würfel spricht die Schwedin Malin Elmlid in der ZEIT über ihre Erfahrungen während ihrer Schwangerschaft in Berlin, die sie auch in dem Buch „Mein persönlicher Mutterpass” verarbeitet hat:

„ … In Deutschland muss man sich entscheiden. Entweder Karriere oder Mutterschaft. Beides geht nicht. Das ist zumindest mein Eindruck. Deshalb wollte ich lange keine Kinder und deshalb ist die Geburtenrate in Deutschland lange Zeit dramatisch gesunken. Frauen wollten keine Kinder mehr, weil sie wussten, dass ihre hart erkämpften Karrieren darunter leiden würden. Die Politik hat diese Signale zwar verstanden und versucht, die Situation zu verbessern, aber in der Realität ist es trotzdem so, dass man als Schwangere von seinem Umfeld vor allem darauf vorbereitet wird, was nach der Geburt alles nicht mehr geht. Was sich verändern wird, was man aufgeben und zurückstellen muss. Und das Erste, was zurückgestellt werden muss, ist der Beruf. Die wenigsten Frauen mit Kindern arbeiten Vollzeit, während die Väter weiter Fünfzigstundenwochen absolvieren. In keinem anderen OECD-Land tragen Frauen mit Kindern so wenig Geld zum Familienhaushalt bei wie in Deutschland. Das schafft Abhängigkeiten und führt dazu, dass Frauen im Alter möglicherweise unzureichend abgesichert sind. Das kann doch niemand wollen.

ZEIT ONLINE: … Werden Väter in Deutschland nicht in ihre Pflicht genommen?

Elmlid: Sagen wir es so: Es wird ihnen schwer gemacht, sich gleichberechtigt um ihre Kinder zu kümmern. In Deutschland wird immer noch vom Mutterinstinkt gesprochen, als hätten Frauen von vornherein mehr Ahnung als Männer. Das ist natürlich totaler Quatsch. Instinkt, … ist ein Zeichen von Liebe für dein Kind. Ich liebe mein Kind und fühle, was ihm guttut, aber diesen Instinkt hat der Vater auch. Er liebt sein Kind ja nicht weniger. Mütter und Väter müssen nach der Geburt erst mal eine Bindung zu ihrem Kind aufbauen, das passiert nicht automatisch. Deshalb ist die Elternzeit auch so wichtig und eine gute Zeit, um das Kind kennenzulernen. Mein deutscher Mann ist nach der Geburt unseres Sohnes beispielsweise die ersten vier Monate mit mir zu Hause geblieben, damit wir gemeinsam von null starten konnten. Und danach sind wir für einige Zeit nach Finnland gezogen, weil es ihm nicht möglich war, in Berlin eine familienfreundliche Anstellung zu finden. …“

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Reservierte Elternzeit für Väter – die Konsequenzen von ‚Väter – Quoten‘

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 23. März 2018

Um Väter zu motivieren, Elternzeit zu nehmen, haben zahlreiche Länder ihre Elternzeitprogramme reformiert, die Lohnersatzleistungen erhöht und Elternzeittage für Väter reserviert. Obwohl die Akzeptanz zugenommen hat, ist bislang unklar, wie Väter auf finanzielle Anreize oder die „Nur – Vater”-Etiketten reagieren. Auch wenn der Vaterschaftsurlaub vorübergehende Veränderungen in der Arbeitsteilung im Haushalt erleichtern kann, ist wenig darüber bekannt, ob diese Effekte auch in späteren Jahren anhalten.

Ankita Patnaik untersucht in der Studie „Reserving Time for Daddy: The Consequences of Fathers’ Quotas“ diese Fragen anhand des „Quebec Parental Insurance Program“ (QPIP), einer wegweisenden Reform des Elternurlaubs in Kanada, die die Leistungen für alle Eltern erhöht und einige Wochen für Väter reserviert hat.

Alle Analysen deuten darauf hin, dass QPIP die Teilnahmequoten der Väter um 250% und die Nutzungsdauer um 3 Wochen erhöht hat. Außerdem zeigen die Ergebnisse, dass Väter nicht nur auf die höheren Leistungen im Rahmen von QPIP reagierten, sondern auch auf das Etikett „nur für Väter”, das mit der Quote verbunden ist. Eine Kombination dieser beiden Faktoren führte zu einem dramatischen Anstieg der Beteiligung von Männern am Elternurlaub. Diese Studie liefert somit auch den Beleg dafür, dass Papa-Quoten eine starke Kennzeichnungswirkung haben können, wenn sie mit einem erhöhten Nutzen einhergehen.

Auch die Untersuchung der langfristigen Auswirkungen auf die Haushaltsdynamik liefert den Beweis dar, dass die Inanspruchnahme des Vaterschaftsurlaubs einen großen und anhaltenden Effekt auf die Arbeitsteilung im Haushalt haben kann: Haushalte, die das QPIP nutzen konnten, sind deutlich weniger auf eine traditionelle Arbeitsteilung ausgerichtet.

Die Forschungsergebnisse geben auch Aufschluss darüber, wie Elternzeitregelungen gestaltet werden können, um Väter zur Teilnahme zu bewegen, und sie deuten darauf hin, dass kleine Veränderungen in der anfänglichen Erziehungserfahrung nachhaltige Auswirkungen auf das Verhalten der Eltern haben können. Sie machen auch deutlich, dass die Menschen auf eine Kombination von Labels und finanziellen Anreizen reagieren – und dass das Verhalten, das zu Beginn der Elternzeit gelernt wurde, in späteren Jahren tendenziell anhält. Die Ergebnisse legen nah, dass es keinen Kompromiss zwischen Geschlechtergleichstellung und Elternzeit mit Kindern geben muss: Vaterschaftsurlaub kann die Verantwortung für die Haushaltsarbeit gleichmäßiger verteilen und die Zeit, die Väter mit ihren Kindern verbringen, erhöhen.

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Share the joy – Kampagne zur Aufteilung der Elternzeit in Großbritannien

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 17. Februar 2018

Mit der neuen Kampagne möchte die britische Regierung Eltern darauf hinweisen, dass sie die Elternzeit im ersten Lebensjahr ihres Kindes gemeinsam nutzen und ihre berufliche Entwicklung mit dem „Shared Parental Leave“ fortsetzen können. Rund 285.000 Paare pro könnten dies machen, im Moment liegt die Inanspruchnahme aber bei lediglich 2%. Die Kampagne ist Teil der Verpflichtung der Regierung, das Bewusstsein für die Rechte der Arbeitnehmer zu schärfen, um die Arbeitszufriedenheit und Produktivität im Rahmen der modernen Industriestrategie und der Strategie für gute Arbeit zu steigern.

Dass der zuständige Minister, Andrew Griffiths, der im Mai selbst Vater wird, den „Shared Parental Leave“ nicht nutzen kann, ist nicht der einzige Makel der Kampagne. “Unfortunately, as a minister, I’m not allowed … Ministers are not allowed to take shared parental leave,” äußerte Griffiths in einem Interview.

Ein weiterer Stolperstein besteht in der finanziellen Ausstattung des Angebots für Väter. Wenn Vätern genauso viel angeboten würde wie Müttern und beide absolut frei und unter gleichen Bedingungen wählen könnten, dann würden Väter in großer Zahl Elternzeit in Anspruch nehmen

Eine Frau mit einem durchschnittlichen Jahreslohn von £27.000 bekommt im ersten Jahr sechs Wochen staatliches Mutterschaftsgeld von £466 (90% des Lohnes) plus 33 Wochen bei £141, was insgesamt £7.449 ergibt. Ein Vater bekommt zwei Wochen lang £141 also insgesamt £282. Väter bekommen also 26 mal weniger – ein geschlechtsspezifisches Lohngefälle von 96%.

Würde der Staat Mütter und Väter gleich behandeln und ihnen den gleichen Anspruch bieten, wären teure Werbekampagnen überflüssig. Männer, die im ersten Jahr Elternzeit nehmen, würden innerhalb von ein oder zwei Jahren zu einer sozialen Norm werden, genau wie Männer, die an der Geburt eines Babys teilnehmen. Diese Aufassung vertritt Duncan Fisher, Gründer von ‚Fathers Direct‘  und Manager für Politik und Innovation der Family Initiative“.

Ein britischesUnternehmen, Aviva, hat eine Politik der Gleichbehandlung von Müttern und Vätern unter seinen Mitarbeitern eingeführt. Es kann aber auch nicht von den Arbeitgebenden erwartet werden, dass sie die Differenz von 7.200 Pfund bezahlen, den die Regierung zwischen Müttern und Vätern macht.

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Antrieb Familie – Väter in Elternzeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 14. Februar 2018

Kind oder Karriere?

Ein Ultimatum, das auch Männer treffen müssen, wenn sie mehr Zeit für die Erziehung ihrer Kinder haben wollen. Jörg Asmussen, ehemaliger Spitzenökonom im EZB-Direktorium, riskierte damit seine Karriere. Er ist nicht der Einzige.

So wird der Beitrag von Ute Schneider in der Deutschen Welle‘ angekündigt. Die Dramatik ist meines Erachtens, dass es dieses ‚Ultimatum‘ immer noch gibt bzw. die ‚deutsche Frage‘ du musst dich entscheiden, Kind oder Karriere‘ immer noch gestellt wird. Und zwar nicht nur den Vätern.

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In der Partnerschaft auf Augenhöhe bleiben

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 5. Februar 2018

In Punkto Familie und Beruf finden sich immer noch klare Rollenzuweisungen – und das obwohl Generation Y lauthals nach Gleichberechtigung schreit. Während Mütter-Karrieren unter Windelbergen verschwinden, werden Väter in die der Rolle des Workaholic-Alleinverdieners gedrängt.

Aber warum ist das noch so? Immerhin wollen 66 % der Väter ihre Kinder viel öfter sehen. Martin Drechsler von der Väter gGmbH berichtet im Gespräch mit kununu, mit welchen Problemen und Vorurteilen Teilzeit-Väter auf dem deutschen Arbeitsmarkt konfrontiert werden.

kununu: Worin sehen Sie momentan noch das größte Problem bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie?

Martin Drechsler: Die Herausforderung liegt oft im Unternehmen bzw. bei den direkten Vorgesetzten. Meist sind diese noch nicht auf die Vereinbarkeitsbedürfnisse von Vätern eingestellt und können sich damit nicht identifizieren, dass ihre männlichen Mitarbeiter auch den Wunsch haben gleichberechtigt am Familienleben teilzuhaben. Und auch mal Nachmittags früher zu gehen, bei Krankheit des Kindes zu Hause zu bleiben oder auch mal eine Zeit lang nur vier Tage zu arbeiten.

Warum ist es immer noch so selten?

Das hat meiner Ansicht nach drei Gründe: In Deutschland wird Vätern suggeriert, dass ihre Elternzeit nur zwei Monate beträgt, die sogenannten „Väter-Monate“. Da gibt es ein Kommunikationsproblem, das bis heute nicht gelöst ist! Die Partnerschaftsmonate im Rahmen der Elternzeit oder die Möglichkeit mit dem ElterngeldPlus-Modell eine längere Zeit nur vier Tage zu arbeiten, ist bei vielen Vätern noch nicht bekannt. Unternehmen kommunizieren diese Modelle aber auch nicht oder werden als Best Practicemodelle aufgegriffen und veröffentlicht.

Der zweite Grund ist der äußerliche Rahmen: Väter haben besonders hohe finanzielle Einbußen während der Elternzeit, da Sie meistens die Hauptverdiener in der Familie sind und sich die Familie eine längere Elternzeit nicht leisten kann.

Außerdem haben Väter ihre Kollegen im Blick und nehmen Rücksicht, wenn sie in Elternzeit gehen, da es für ihre Elternzeit oft keine Vertretung gibt. Und natürlich spielt auch die eigene Sorge eine Rolle, wie der Vorgesetzte reagiert und wie es sich auf das berufliche Fortkommen auswirkt.

Sie können zu einer besseren Transparenz in Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei! Gemeinsam mit care.com und den Kooperationspartnern families@work, kununu, XING und nextexitfuture, hat die Väter gGmbH eine Umfrage gestartet. Sie setzt sich mit dem Thema auseinander: Vereinbarkeit verhandeln – Wie handeln Eltern berufliche und familiäre Aufgaben in der Partnerschaft aus? Teilnehmen können Sie bis zum 14. Februar 2018 und helfen, ein Gesamtbild der aktuellen Situation aufzuzeigen. Wie meistern Paare mit Kindern berufliche und familiäre Entscheidungen? Welche Lösungen haben Sie für Ihre Partnerschaft gefunden und welche Auswirkungen haben diese Entscheidungen für Ihre beruflichen Entwicklungen?

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Väter in Kalifornien nutzen ihre Chance, bezahlte Elternzeit zu nehmen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 4. Februar 2018

Ungefähr 85.000 Männer nahmen in Kalifornien im vergangenen Jahr eine bezahlte Elternzeit in Anspruch, damit hat sich die Zahl der Inanspruchnahme des Vaterschaftsurlaubs seit 2009 verdoppelt. Die Zahl der Frauen, die in diesem Zeitraum bezahlten Mutterschaftsurlaub nehmen, stieg um bescheidene 6 Prozent.

PaudLeave

Im Rahmen eines kalifornischen Programms können Frauen nach einer Geburt bis zu 12 Wochen lang Zahlungen für Arbeitsunfähigkeit erhalten. Nach 2004 konnten auch Frauen und Männer bis zu sechs Wochen bezahlten Familienurlaub in Anspruch nehmen. Der Staat zahlt die Leistungen über die Beiträge der staatlichen Erwerbsunfähigkeitsversicherung (SDI). Arbeitnehmer können auch in einen freiwilligen Plan einzahlen; Arbeitgeber zahlen nicht.

Kalifornien ist einer von nur einer Handvoll Staaten, die bezahlten Familienurlaub für Männer und Frauen anbieten. Die meisten Staaten bieten stattdessen unbezahlten Urlaub an. Die bezahlte Elternzeit verringert den Druck auf die Männer, weiter zu arbeiten, nachdem ein Kind geboren wurde, um das Einkommen zu sichern.

Vor einem Jahrzehnt wurden weniger als 25 Prozent der Ansprüche auf Familienurlaub in Kalifornien von Männern eingereicht; im vergangenen Jahr stieg diese Zahl auf fast 40 Prozent. Väter nehmen in zunehmendem Maße die Väterzeit, nachdem Mütter zurück zur Arbeit gehen, um die Zeitspanne zu verlängern, die ein Neugeborenes mit einem Elternteil zu Hause ist.

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Job und Familie vereinbaren – klappt das?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 11. Januar 2018

Das Tagesgespräch im WDR 5 thematisierte heute den am 10. Januar vorgelegten Zwischenbericht der Bundesfamilienministerin Barley über die Auswirkungen der Regelungen zum ElterngeldPlus und der Leiter der Fachstelle Väterarbeit in NRW Hans-Georg Nelles war als Experte Gast im Studio. Nach dem Intro der Moderatorin Sabine Brandi:

“Frauen können wieder stärker in den Beruf einsteigen, Väter nehmen sich mehr Zeit für ihre Kinder”, sagt Bundesfamilienministerin Katarina Barley und freut sich darüber, dass seit der Einführung von ElterngeldPlus immer mehr Eltern die Leistung in Anspruch nehmen. Im dritten Quartal 2017 hätten sich 28 Prozent der Eltern, die Elterngeld beantragt haben, für das Modell entschieden. Damit hat sich die Zahl der Anträge seit 2015 verdoppelt.

Kritiker sagen, dass die Eltern insgesamt zu kurz unterstützt würden. Vor allem die erste gemeinsame Zeit mit dem Baby müsse für Mütter und Väter länger sein. Gleichzeitig befürchten viele, dass eine größere Auszeit Probleme beim Wiedereinstieg in den Job machen könnte und die Karriere behindern würde.

Wie regeln Sie die Kinderbetreuung? Klappt das partnerschaftlich und welche Rolle spielen für Sie dabei staatliche Angebote? War es schwierig, dem Arbeitgeber Ihre Auszeit schmackhaft zu machen? Und wie kam Ihr Wunsch bei den KollegInnen an? Was erhoffen Sie sich von der neuen Bundesregierung in Sachen Familie? Zurück in den Job und gleichzeitig Zeit für das Kind haben: Das ElterngeldPlus wird immer beliebter. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Diskutieren Sie mit!“

… kamen insgesamt acht Hörer und Hörerinnen zu Wort, die sehr detailliert berichteten, wie sie die neuen Regelungen genutzt haben um sich partnerschaftlich Erwerbs- und Familienarbeit zu teilen. Es waren schöne Beispiele dafür, dass die 2015 eingeleitete Weiterentwicklung des Elterngeldes Wirkung zeigen und die Veränderungen von den Vätern ausgehen, die diese Möglichkeiten nutzen.

Falls Sie die Sendung verpasst haben, hier können sie diese nachhören.

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