der VÄTER Blog

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Archiv für die 'Vätergruppen' Kategorie

Wie geht es Vätern, wenn das Baby zu früh auf die Welt kommt

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 1. Oktober 2018

Der Spiegel nimmt sich dieses bislang vernachlässigten Themas an und beschreibt, was Vätern und damit auch den frühgeborenen Kindern in dieser Situation hilft

Trinkt es, wächst es – überlebt es? Nach einer Frühgeburt kümmern sich alle erst mal um Baby und Mutter. Doch auch der Vater muss eine neue Rolle ausfüllen. Manche fühlen sich überflüssig, andere überfordert.

Am 29. Januar 2015 wurde Benjamin Peters Tochter mit nur 320 Gramm geboren. Der damals 32-Jährige fühlte sich ohnmächtig, er wollte alles tun, damit seine Tochter überlebte – aber er konnte kaum helfen. Anfangs durfte er sie nicht einmal in den Arm nehmen, dazu war sie viel zu klein und zart.

Als Vater eines Frühchens hatte Peters eine besondere und oft schwierige Rolle. Mutter und Kind bekamen natürlich alle Aufmerksamkeit, er fühlte sich, als stünde er in der zweiten Reihe, mitunter wie ein Zuschauer. Gleichzeitig bewegten ihn die immer neuen Fragen und Probleme genauso stark wie seine Frau, er fürchtete ebenso wie sie um das Leben der Tochter.

Eva Vonderlin, Leiterin des Bereiches Kinder und Familien an der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg, kennt dieses Problem: “Der Vater ist nach dem modernen Rollenmodell ebenso Bezugsperson für das Kind wie die Mutter und möchte darüber hinaus emotionale Unterstützung für seine Partnerin bieten.” In der extremen Situation nach einer Frühgeburt wolle er dieser Rolle natürlich besonders gerecht werden. “Wenn das nicht gelingt, kann das zu einer Überforderung werden”, so Vonderlin.

Bei vielen Vätern wird der Druck während der Wochen und Monate nach einer Frühgeburt noch dadurch verschärft, dass der normale berufliche Alltag weiterläuft. “Es gibt Mutterschutz vor und nach der Geburt, aber keine ähnliche Schutzzeit für die Väter”, sagt Vonderlin. “Viele Männer müssen neben den Strapazen in der Klinik auch noch die Arbeit bewältigen.”

Austausch bei Facebook

Wenn sich alle vornehmlich um Mutter und Kind kümmern, braucht auch der Mann jemanden, mit dem er reden kann. Sebastian Behrens fehlte dieser Austausch. Erst zwei Jahre später wurde er auf einen Verein aufmerksam, in dem er sich mit Gleichgesinnten unterhalten konnte. Weil ihm das so gut tat, hat er eine Facebook-Gruppe gegründet. Obwohl erst vor wenigen Wochen ins Leben gerufen, hat sie bereits mehr als 90 Mitglieder. Behrens sagt:

Eva Vonderlin empfiehlt, zusätzlich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen: “In fast jeder neonatologischen Station in Deutschland gibt es auf Anfrage eine psychologische Beratung und einen Sozialdienst, der bei wichtigen Fragen hilft.” Dabei könne bei allen möglichen Themen Unterstützung empfohlen werden – für die Geschwisterbetreuung, für das Kochen in den ersten Wochen zu Hause, für die bürokratischen Anforderungen wie die Beantragung von Kindergeld.

“Wer Hilfe annimmt, hat mehr Zeit für die Familie”, so Vonderlin. “Und wenn es gar nicht mehr anders geht und man stark unter dem Stress leidet, muss man sich für ein paar Tage krank schreiben lassen.” Jeder müsse seine eigenen Grenzen kennenlernen.

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Papapool bündelt Angebote für Väter und Kinder

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. Juni 2018

Dass Familie auch heute oft noch „ein Frauending” ist, Väter im Rahmen von Angeboten gar nicht angesprochen werden, das soll laut Ulrich Kuther von der Hessenstiftung „Familie hat Zukunft” künftig durch die Einführung der Internet-Plattform Papapool geändert werden. „Hier wollen wir Angebote für Väter und Kinder hessenweit bündeln”, erklärte er. Dazu zählten die Bereiche Vater-Bildung, Vater-Kind-Aktivitäten, Informationsveranstaltungen zu den unterschiedlichen Kindesaltern sowie Themen rund um Vaterschaft und Familienleben mit nützlichen Tipps und Hintergrund-Informationen. Der Startschuss für die Internet-Plattform fiel am Sonntag, bei dem durch die Hessenstiftung initiierten „Hessischen Vätertag”.

Die Intention von Papapool zielt nach Angaben der Organisatoren vor allem darauf ab, Vätern mehr Möglichkeiten zu bieten, in Kontakt mit ihren Kindern zu kommen. Dabei ist es egal, ob die Väter Teil eines Elternpaars oder alleinerziehend sind.

Kuther betonte, es sei wichtig für Väter, ihre Kinder zu unterstützen und Dinge mit ihnen gemeinsam zu unternehmen. Reißer ist der Meinung, mögliche Termine mithilfe von Papapool künftig direkt angezeigt zu bekommen, sei gerade für Väter hilfreich, denen aus verschiedenen Gründen die Zeit fehle. „Das gab es vor 20 Jahren noch nicht”, resümierte er.

Papaseiten

Die neue Internet-Plattform startete zeitgleich auch in Dresden. Getragen wird Papapool von Papaseiten im VSP Dresden – finanziert mit Mitteln der Landesdirektion Sachsen des Ministeriums für Gleichstellung und Integration und der Hessenstiftung.

Das sächsische und das hessische Angebot machten im Konzept von Papapool den Anfang der bundesweiten Plattform, die nun nach und nach weitere Regionen erschließen werde, so die Initiatoren. Die Hessenstiftung als Regional-Administratorin für Hessen ruft weitere Einrichtungen, Vereine und Verbände auf, sich mit ihren väterspezifischen Angeboten zu beteiligen.

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Ein Vatertag, der Kindern hilft

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 26. Mai 2018

Die hessenstiftung – familie hat zukunft hat den „Hessischen Vätertag“ am 17. Juni unter das Motto „Angebote für Väter“ gestellt. Viele Einrichtungen und Organisationen haben die Zielgruppe der Väter neu in den Blick genommen. Schließlich weiß man inzwischen, welche tiefgreifende Bedeutung ein Vater für die emotionale und soziale Entwicklung des Kindes hat. Trotz dieser Erkenntnis zielen immer noch die meisten Programme für Eltern in der Regel vorrangig oder gar allein auf Mütter.

Der Geschäftsführer der Hessenstiftung Ulrich Kuther sagte dazu: „Die Väter frühzeitig in Bildung und Beratung, auch in die Frühen Hilfen einbinden, erschließt den Kindern eine weitere Ressource. Gezielte Väterarbeit ist ein wichtige Präventionsansatz für die Kinder. Teurer ist es immer, später die Schäden reparieren zu müssen, als früh deren Auftreten verhindert zu haben.“ Deswegen freue er sich auch, dass einige der Verantwortlichen für die Aktionen sich auch in den Reihen derer wiederfinden, die derzeit die Gründung einer Landesarbeitsgmeinschaft Väter vorantreiben.

Die zehn prämierten Aktionen stehen beispielhaft für Möglichkeiten, Väter gezielt anzusprechen und mit ihnen sinnvolle Aktivitäten für und mit den Kindern zu entwickeln. Im Mehrgenerationenhaus „Kinder im Zentrum Gallus“ wurden Väter eigens befragt, um Angebote an den Wünschen und Bedürfnissen der Papas zu orientieren. „Papa[plus]“ hat sich dort zum Ziel gesetzt, die Kind-Papa-Beziehung positiv zu begleiten. Dabei steht das plus zunächst einmal für die Kinder, aber auch für jede positive Motivierung eines glücklichen Zusammenlebens. Passend zur Fußball-WM heißt die Sport- und Spielaktion am Hessischen Vätertag „Der Ball ist rund – die Welt auch!“ Die Erfahrung von Spielregeln wird in einem anschließenden Erziehungsworkshop reflektiert und auf Erziehungsregeln übertragen.

Das Mütterzentrum Fulda macht schon viele Jahre regelmäßige Väterangebote. Der Vätertag wird 2018 genutzt, um eine Fotoaktion durchzuführen, in die auch die Festgäste zum 30jährigen Jubiläum eingebunden werden. Klassisches Naturerleben steht im Mittelpunkt die KiTa Wichtelburg in Burg-Hohenstein. In Weilburg gibt es eine inklusive Väteraktion.-Im Kindergarten der Lebenshilfe treffen sich Väter mit Kindern mit und ohne Behinderungen, um ein Hochbeet zu bauen und zu bepflanzen. Mobil zu Kindertagesstätten unterwegs ist seit einigen Jahren das feuerrote Papamobil der Evangelischen Kirche Kurhessen Waldeck. Am Hessischen Vätertag machen sie Station in der katholischen KiTa in Sontra.

Wenn in den Städten jede zweite Ehe geschieden wird und davon Kinder zu Zigtausenden betroffen sind, ist entscheidend, dass eine den Kindern zugewandte Eltern- und Vaterschaft auch nach der Trennung aktiv gelebt werden kann. Hier ist ein wichtiger Förderpartner der Väteraufbruch für Kinder, der mit einer Aktion in Frankfurt dabei ist. Dass Vatersein manchmal auch unter erschwerten Bedingungen gelebt sein will, zeigt auch die Aktion der Justizvollzugsanstalt Weiterstadt. Ein „Familiennachmittag“ erlaubt es inhaftierten Vätern, eine verlängerte Besuchszeit mit ihren Kindern zu verbringen.

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Vatertag der Vielfalt in Köln

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 15. April 2018

VdV-Plakat

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‚Achtung – Väter – Los’ – Fortbildungen und interkulturelle Väterarbeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 4. März 2018

Das Projekt des Landes Niedersachsen „Achtung – Väter – Los” wird mit thematisch gezielten Angeboten zur Väterarbeit in 2018 neu aufgelegt. Durch Teamfortbildungen werden Fachkräfte sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren unterstützt, die Väterarbeit in ihrer Einrichtung konzeptionell verankern möchten. Unter dem Titel “Baba, Dad und Papa – vielfältige Begegnungen zwischen Vätern mit unterschiedlichen Wurzeln” können auch interkulturelle Väterabende als direkte Form der Väterarbeit im Rahmen des Projekts gebucht werden. “Achtung – Väter – Los” ist ein Projekt von mannigfaltig e.V. – Institut für Jungen -und Männerarbeit, und wird gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

Die Angebote des Projekts “Achtung – Väter – Los”:

Baba, Dad und Papa – vielfältige Begegnungen zwischen Vätern mit unterschiedlichen Wurzeln

Immer wieder wird betont und beschrieben, dass Familien aus verschiedenen Heimatregionen dieser Welt unterschiedliche Vorstellungen haben. Ist das wirklich so? An einem Abend der Begegnung wird es um die Männer(welten), insbesondere um die der Väter gehen. Mit welchen Bildern von Väterlichkeit sind wir als jetzige Väter groß geworden? Was haben unsere Väter uns beigebracht, was haben sie uns vorgelebt? Was ist uns davon heute noch wichtig? Wie hat sich mein eigenes Vaterbild verändert? Welche Entscheidungen habe ich für mein Vater-Sein getroffen? Miteinander ins Gespräch kommen, sich annähern und Gemeinsamkeit entdecken, ist das Anliegen eines Väterabends im Projekt.

Fortbildungen für Teams oder Multiplikatorinnen und Multiplikatoren

Die Teamfortbildungen richten sich an Hebammen, Kita-Leiterinnen und -leiter bzw. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Tätige in Beratungsstellen und Bildungseinrichtungen, Personalverantwortliche, Väterbeauftragte, Gleichstellungsbeauftragte, Kommunen, Schulen, Universitäten, Verbände, Vereine und Kirchen.

  • Wie wird meine Organisation, meine Einrichtung, meine Firma väterbewusster?
    Die Rolle des Mannes als Vater wird unterschätzt. In Bildungseinrichtungen und Firmen wird der Vater oft wenig wahrgenommen. Hier setzt die Fortbildung an: Es sollen die Lebenssituationen der Väter fokussiert und die besonderen Herausforderungen in speziellem Arbeitsumfeld thematisiert werden. Was macht Väter zu einer Zielgruppe? Was macht meine Einrichtung für Väter attraktiv? Was fehlt mir am Arbeitsplatz zu einer gelingenden Väterarbeit?
  • Wie kann ich Anliegen von Vätern konzeptionell verankern?
    Sie haben schon Ansätze von Väterarbeit, suchen aber noch ein geschlechterbezogenes Gesamtkonzept für ihre Einrichtung. Sie wünschen sich ein eigenständiges Profil und wollen es nach innen und außen kommunizieren. Die Fortbildung begleitet diesen Prozess und gibt neue Impulse für die konkrete Situation vor Ort.

Durchgeführt werden die Veranstaltungen von mannigfaltig e.V. – Institut für Jungen- und Männerarbeit. Bewerbungen müssen bis zum 6. April 2018 dort eingegangen sein. Auch nach dem ersten Bewerbungsschluss können noch Bewerbungen abgegeben werden, um weitere Angebote später zu realisieren.

Pro gebuchtem Angebot ist eine pauschale Kostenbeteiligung von 50 Euro bei bis zu drei Stunden und eine Kostenbeteiligung von 100 Euro bei mehr als drei Stunden zu zahlen. Im Rahmen des Projektes werden die Kosten für den Dozenten vom Projektträger übernommen. Die Einrichtung vor Ort ist verantwortlich für Raum, Material und Verpflegung.

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Web-App für Väterbildung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 8. Februar 2016

die hessenstiftung – familie hat zukunft ist Finalist bei der Google Impact Challenge Deutschland 2016 und könnte 10.000,- € erhalten zur Realisierung ihres Projekts Web-App für Väterbildung. Mit Hilfe aller, die bis zum 24.02.2016 für das Projekt der Hessenstiftung abstimmen, können wir eine Web-Lösung für ziel- und passgenaues Auffinden von Angeboten der Familienbildung anbieten, die auch zur Bewertung und Verbesserung der Angebote beitragen kann.

Die Web-App Väterbildung und Väterberatung der hessenstiftung soll Vätern und Anbietern von Väterkursen helfen. Anstatt einer Vielzahl von Programmheften unterschiedlicher Träger der Familienbildung soll die App eine orts- und zielgruppenspezifische Bündelung und Auswahl der Angebote zur Väterbildung und Väterberatung bieten. Den (werdenden) hessischen Vätern mit Kindern im Alter von 0 bis 18 Jahren soll damit eine Orientierung über die verschiedenen Möglichkeiten der Kompetenzerweiterung geboten werden.

Zu den Zielen der Web-App sagte der Geschäftsführer der hessenstiftung – familie hat zukunft Dr. Ulrich Kuther : „Wir wollen erreichen, dass in drei Jahren insgesamt mehr Männer die für sie passenden Väterkurse und Väterberatungen finden, besuchen und bewerten. Damit können die hessischen Träger und Anbieter von Väterkursen und Väterberatungen ihre Angebote besser an die Bedarfe der Väter anpassen und höhere Buchungszahlen ihrer Kurse und Beratungen mit geringerer Ausfallquote erreichen.“

Hier geht es zur Abstimmung.

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Praxisforschung für nachhaltige Entwicklung interkultureller Väterarbeit in NRW

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 5. Februar 2016

Die pädagogischen Angebote für Väter mit Migrationshintergrund entwickeln sich in NRW bereits seit längerer Zeit sehr positiv: Unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales (MAIS) NRW existiert seit 2008 die Arbeitsgruppe „Väter mit Migrationshintergrund“, die seit 2013 in einen „Facharbeitskreis für interkulturelle Väterarbeit NRW“ umgewandelt wurde. Die Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI) koordiniert den Facharbeitskreis seit 2014.

Obwohl sich ressourcenorientierte Väterangebote zunehmend etablieren, ist ihre Zahl noch gering. Bis zu einer flächendeckenden Versorgung mit fachlich guten Väterangeboten bleibt noch viel zu tun. Dennoch machen die Ergebnisse der Arbeit des Facharbeitskreises und die dokumentierten Beispiele guter Praxis deutlich, dass es gute Chancen für weitere Schritte der Professionalisierung und der nachhaltigen Sicherung dieses Handlungsfeldes gibt.

In dem Evaluationsprojekt „Praxisforschung für nachhaltige Entwicklung interkultureller Väterarbeit in NRW“ untersuchte das ZfTI, inwiefern die beteiligten Väterprojekte ihre Ziele erreichen und wie die Ansätze weiter entwickelt werden können. Die Ergebnisse dieses Evaluationsprojektes werden im Rahmen eines Pressegespräches in Anwesenheit der Mitglieder des Facharbeitskreises für interkulturelle Väterarbeit in NRW vorgestellt.

Das Pressegespräch findet am Donnerstag, 11. Februar 2016, um 11:00 Uhr in den Räumlichkeiten des ZFTI in der Altendorfer Str. 3, 45127 Essen statt.

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Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit in NRW gegründet

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 8. Januar 2016

IMG_1607„Eine ressourcenorientierten Förderung von Vätern in Erziehung, Arbeitswelt, sozialem Engagement, Gesundheit und Bildung als unverzichtbare Voraussetzung für geschlechtergerechte Verhältnisse.“ Das ist ein Ziel der Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit in Nordrhein Westfalen, die am 8. Januar von 35 Männer und Frauen aus 21 Organisationen in Düsseldorf gegründet wurde.

Hans-Georg Nelles (Väterexpertennetz Deutschland) als Vorsitzender, Stephan Buttgereit (Sozialdienst Katholischer Männer) als stellv. Vorsitzender sowie Erol Celik (Elternnetzwerk NRW), Jürgen Haas (Ev. Kirche von Westfalen) und Jürgen Kura (Väter in Köln) als Beisitzer bilden den Gründungsvorstand. Durch ihr Wirken möchte die LAGV die Akteure der Väterarbeit in NRW vernetzen und Männer ermutigen, ihre Rolle als fürsorgliche Väter wahrzunehmen und als positive Vorbilder und verlässliche Bezugspersonen für Jungen und Mädchen zur Verfügung zu stehen.

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… in der Väter-Bäckerei

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 7. Dezember 2014

Aufnahmen vom letzten Papa-Sonntag des Väter in Köln e.V.

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Ein Labor guter Väterlichkeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 4. April 2014

Marc Schulte erinnert sich noch gut an die zwei Männer: Beide Handwerker, sie kamen an einem Wochenende in den Papaladen, und sie waren mürrisch. Sie wollten an einer Vater-Kind-Reise teilnehmen. Doch die Herren gaben sich misstrauisch. Sie nahmen eine Abwehrhaltung ein, als wollten sie sagen: „Was ist das für eine Veranstaltung – Vater-Kind-Wochenende? Müssen wir jetzt etwa von unseren Gefühlen erzählen?”

Der Papaladen ist Teil des Berliner Väterzentrums, eine Anlaufstelle für Männer mit Kindern. Er bietet Beratung etwa zum Sorgerecht, aber eben auch Freizeitaktionen wie die Vater-Kind-Ausflüge. Er befindet sich im Prenzlauer Berg, dort, wo Leiter von Grundschulen berichten, dass die deutliche Mehrheit ihrer Schüler Kinder von getrennt lebenden Eltern sind.

Und wenn diese Schüler nach Hause kommen, werden sie meist von ihrer Mutter erwartet: Wenn Eltern sich trennen, ist es meist der Vater, der auszieht. Und seine Kinder seltener sieht.

Marc Schulte ist der Geschäftsführer der Einrichtung. Über die beiden Handwerker sagt er: „Sie waren später die Stars der Kinder auf der Fahrt.” Sie nahmen sich Zeit, hatten ein großes Herz – und wussten spontan, wie man ein Zelt aufbaut. Auch ohne Hammer und mit verbogenen Heringen. Freiwillig allerdings hätten sie nie einen Fuß in den Papaladen gesetzt. „Ihre Frauen hatten sie für die Väterfreizeit angemeldet”, berichtet Schulte. Die Männer sollten mit ihren Kindern mal etwas unternehmen, hätten sich die Mütter gedacht. Also schickten sie die Väter zum Papaladen.

Was Schulte und sein Kollege Eberhard Schäfer die ganze Zeit ahnten, hat er jetzt sozusagen amtlich: Mann braucht Hilfe bei Erziehung und Trennung – aber sie soll, bitteschön, am besten nicht so heißen. Das hat eine neue Studie ergeben. Demnach kommen 14 % der Männer, weil ihre Frauen sie geschickt haben.

Der Senat von Berlin, der die Einrichtung fördert, hat den Papaladen evaluieren lassen. Solche Gutachten riechen immer nach einer bestellten Rechtfertigung eigener Investitionen, doch die Studie des Soziologen Stefan Reuyß sagt mehr über die Männer aus als über den Laden.

„Vielen Vätern fällt nach wie vor der Schritt nicht leicht, bewusst in eine solche Einrichtung zu gehen”, schreibt Reuyß vom privaten Forschungsinstitut SowiTra. Es gebe eine regelrechte Hemmschwelle.

Sie kommt von den Vorurteilen der Männer, was und wer sie in einem Papaladen erwarten könnte. „Zu esoterisch” sei die Stimmung da, denken viele. Sie misstrauen dem „Softie-Betroffenen-Laden”. Das haben Teilnehmer in qualitativen Interviews berichtet. Das Vorurteil löste sich bei den Befragten auf. Die Männer „fühlten sich dort aufgehobener und weniger von Frauen ‘belauscht und beobachtet’”, gaben sie zu Protokoll. Der Papaladen sei für sie eine Begegnungsstätte, wo „alle gleich sind, wo es keinen Status mehr gibt”.

Quelle

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