Erstellt von nelles am 20. Januar 2010
Groß war der internationale Aufschrei, als Afghanistan im letzten Jahr ein Ehegesetz verabschieden wollte, das Frauen dazu verpflichtet, die sexuellen Wünsche ihres Ehemanns zu erfüllen. Doch so modern, wie man gerne glauben will, sind auch wir noch nicht lange. Erst seit 1958 dürfen Frauen ohne Erlaubnis des Gatten den Führerschein machen, erst seit 1977 einen Arbeitsvertrag unterzeichnen. Erst 1997 wurde Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe gestellt.
Julitta Münch fragt in der Sendung Hallo Ü-Wagen am 23. Januar, ob es auch heute noch Lebensbereiche gibt, in denen von Gleichberechtigung keine Rede sein kann.
Gäste bei der Sendung in Oberhausen, Marktstraße/ Ecke Stöckmannstraße sind:
Prof. Gerhardt Amendt Soziologe, Institut für Geschlechter- und Generationsforschung, Uni Bremen
Friedhelm van den Mond Alt- Oberbürgermeister von Oberhausen
Dr. Barbelies Wiegmann Juristin, Mediatorin
Dr. Sibylle Plogstedt Autorin
Quelle
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Erstellt von nelles am 12. Januar 2010
Im Anschluss die Veranstaltung „Wissenschaftler und Vater?“ vom 10.11.2009 haben sich ein paar Männer bereit erklärt, gemeinsam mit der Stelle für Chancengleichheit von Frau und Mann zu überlegen, wie die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) in Zürich die Rahmenbedingungen für Leute mit Betreuungspflichten verbessern kann.
Es soll mit einer reinen Männergruppe gearbeite werden, da bisher das Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ vor allem und fälschlicherweise als „Frauenthema“ wahrgenommen worden ist. Die Beauftragten für Chancengleichheit sind überzeugt, dass sie durch eine Zusammenarbeit mit engagierten Vätern weiterkommen im Thema „Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie.“ Wenn das gelingen sollte, würden davon auch die Wissenschaftlerinnen mit Familie profitieren.
Ein erstes Treffen findet am 1. Februar 2010 statt. Interessierte Väter sollen sich umgehend mit der Stelle für Chancengleichheit in Verbindung setzen. Eine Anmeldung ist erforderlich!
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Erstellt von nelles am 4. Januar 2010
dass der andere einem die Großartigkeit widerspiegeln möge, die man in sich selbst verspürt.’
Im Gespräch mit Andrea Seibel und Judith Luig äußert sich der Soziologe Gerhard Amendt in der heutigen Ausgabe der Welt über Männer, Frauen, Feminismus und Opferkategorien.
‚ … Die Welt: Was ist denn der Unterschied zwischen Feminismus und Frauenbewegung?
Amendt: Die Frauenbewegung stand für zweierlei: die Selbstermächtigung der Frau, die Amerikaner sprachen von Empowerment, und für die streitbare Veränderung der Beziehungen zwischen Männern und Frauen. Der Feminismus steht für das Gegenteil: Er ordnet alle Frauen irgendeiner Haupt- oder Unterkategorie von Opfern zu. Macht wird ihnen abgesprochen. Die Männer hingegen werden letztlich einer kollektiven Henkerkategorie zugerechnet. …
Die Welt: Was ist das größte Missverständnis zwischen Mann und Frau?
Amendt: Dass Männer meinen, sie müssten weiterhin die Frauen so versorgen, wie sie das menschheitsgeschichtlich getan haben. Und das größte Missverständnis der Frauen ist, wenn sie meinen, der Mann könne die Väterlichkeit nur dann sinnvoll entwickeln, wenn er sich so verhält, wie sie als Mutter sich verhalten. An diesen Missverständnissen reibt sich vieles. Untersuchungen zeigen, dass Männer Frauen nicht diskriminieren wollen, sondern meinen, sie müssten sie beschützen. Wenn Frauen heute durch die Bank als Opfer beschrieben werden, setzt das paradoxerweise die tradierte Versorgermentalität der Männer abermals in Bewegung. Eine Frau, die als Opfer auftritt, ruft einen Mann auf, ihr zu Hilfe zu eilen. Und das ist genau das, was Frauen nicht brauchen. …
Die Welt: Wie definieren Sie Liebe? Weiterlesen »
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Erstellt von nelles am 16. Dezember 2009
Das Jugendamt der Stadt Nürnberg veranstaltete eine Tagung zum Thema „Weder Täter noch Sieger — Jungen, das vergessene Geschlecht?” Mit über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fand die Veranstaltung eine überraschend starke Resonanz.
Wieso kam es überhaupt zu einer Befassung mit dem vorliegenden Thema? Sollte, wie Teilnehmerinnen es formulierten, die Frauenbewegung provoziert werden? Oder versuchten es jetzt die Männer auf die „weinerliche Tour”?
Nein, der Veranstaltung lagen zwei Motivationen zugrunde, die im Wesentlichen aus Praxiserfahrungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter resultieren:
Viele sogenannte Jugendprobleme, wie z. B. „Spielsucht”, „Fußballfan – Szene”, Rechtsradikale Tendenzen”, „Alkoholmissbrauch”, „Unverantwortliches Verhalten im Straßenverkehr” usw. stellen sich bei näherer Betrachtung als Probleme männlicher Jugendlicher heraus. Vor dem Hintergrund dieser Tatsache erscheint es umso erstaunlicher, dass die pädagogische Diskussion der vergangenen Jahre sich fast ausschließlich auf die Lebensbedingungen von Mädchen konzentrierte. Jungen dagegen gerieten gar nicht erst ins Blickfeld. Bei all den berechtigten Bemühungen, Benachteiligungen von Mädchen abzubauen, wurde offensichtlich mehr oder weniger bewusst unterstellt, Jungen wüchsen in Freiheit und Zufriedenheit auf. Die Diskrepanz zwischen den erkennbaren Problemlagen männlicher Jugendlicher einerseits und ihrer Nichtbeachtung andererseits liegt auf der Hand.
In vielen offenen Einrichtungen Nürnbergs wird seit längerer Zeit eine engagierte „eigenständige Mädchenarbeit” betrieben. Dabei musste die Erkenntnis gewonnen werden, dass Weiterlesen »
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Erstellt von nelles am 8. Dezember 2009
Bei meinen Recherchen zu Einstellungsmustern von Führungskräften bin ich auf die noch unveröffentlichte SINUS Studie ‚ Brücken und Barrieren für Frauen zu Führungspositionen’ gestoßen. Der Autor, Carsten Wippermann, hat Kernaussagen daraus bei einer Tagung im September veröffentlicht und diese auch in einem ZEIT Interview erläutert.
‚ … ZEIT ONLINE: Spannend sind die Ergebnisse. Sie machen aus, dass bei Männern in Führungspositionen nur oberflächlich eine Offenheit für Frauen besteht. Aber unter der Oberfläche schlummern Chauvinisten, die lieber unter sich selbst bleiben wollen?
Wippermann: So drastisch würden wir das nicht ausdrücken. Aber Sie haben Recht. Wir haben ausgemacht, dass latent drei verschiedene Mentalitätsmuster mit ihrer je eigenen Logik laufen, die schwer zu enthebeln sind. Wird Frauen der Zugang zu Posten in Kontrollgremien geboten, schließen sich gleich wieder andere Türen. Die dominierenden Mentalitätsmuster wirken wie ein mehrfach abgeriegeltes System.
ZEIT ONLINE: Das müssen Sie genauer erläutern. Wie funktioniert das?
Wippermann: Alle 30 von uns befragten Manager konnte man einem Typus zuordnen. Der eine ist sehr konservativ. Bei ihm kann man eine kulturelle und funktionale Ablehnung von Frauen qua Geschlecht ausmachen. Zitate aus den Interviews sind: Frauen seien eine Irritation im inner circle und unerwünscht im Vorstand. Der andere Typus hat eine emanzipierte Grundhaltung und geht davon aus, dass Frauen chancenlos gegen die Machtrituale seien. Das Topmanagement verlangt Härte und das steht im Widerspruch zum Frauenbild in unserer Gesellschaft. Es fielen Formulierungen wie: Ein Vorstandsposten ist eine andere Sportart – und Frauen hätten nicht die Härte dafür. Frauen, die entsprechend auftreten, wirken dann nicht mehr authentisch – und für diesen Typus ist aber Authentizität ein sehr wichtiger Erfolgsfaktor. Der dritte Typus zeigt einen radikalen Individualismus. Diese Männer sagen, dass das Geschlecht eigentlich keine Rolle dabei spielt, wenn es um die Besetzung einer Führungsposition geht. Weiterlesen »
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Erstellt von nelles am 29. November 2009
Die Parlamentarische Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung aus Mecklenburg Vorpommern, Dr. Margret Seemann, fordert, Frauen und Männern die Möglichkeit zu geben, ihr Leben nach eigenen Wünschen zu gestalten. „Es genügt nicht, dass Frauen und Männer die gleichen Rechte haben – sie müssen ihre Rechte auch gleichermaßen in Anspruch nehmen können.
Durch Rollenbilder werden Erwartungen an die Menschen gerichtet, nach denen zum Beispiel eine Mutter ihre Arbeit unterbrechen muss, um ihre Kinder großzuziehen oder der Vater der Haupternährer der Familie sein muss und deshalb keine Elternzeit nehmen darf.
Diese Rollenbilder und Erwartungen dürfen nicht länger die freie Lebensgestaltung von Frauen und Männern behindern“, so Seemann. Dafür sei zum einen notwendig, im Rahmen der Geschlechterforschung zu zeigen, dass solche Geschlechterrollen nicht von der Natur vorgegeben sind. Zum anderen müssten die Kinder durch eine unvoreingenommene Erziehung abseits solcher Rollenbilder aufwachsen können.
Seemann äußerte diese Forderungen im Rahmen ihres Grußwortes zum Auftakt des Kolloquiums „Gender Generation Ageing“, das mit internationaler Beteiligung vom 26. bis 28. November an der Universität Rostock stattfand und sich mit den Rollenbildern der heutigen Gesellschaft beschäftigte.
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Erstellt von nelles am 24. November 2009
Karrierefrauen wollen auch im Haushalt die Oberhand behalten. Sie bezichtigen ihre Männer der Faulheit – um sich weiblicher zu fühlen. Dies erklärt Dr. Rebecca Meisenbach, Junior Professorin an der University of Missouri in der Studie „The Female Breadwinner“ die in der Zeitschrift Sex Roles veröffentlicht wird.
Berufstätige Mütter sind sich ihrer Meinung nach in der Regel vor allem in einer Sache einig: Ihre Partner bringen sich im Haushalt zu wenig ein. Laut Meisenbach werden den Männern diese Vorwürfe zu Unrecht gemacht: Berufstätige Mütter bemühen den Mythos vom „nutzlosen Mann“, um sich selbst weiblicher zu fühlen. „Berufstätige Frauen, die den größeren Teil zum Familieneinkommen beitragen, beschreiben sich selbst als diejenige, die ‘es sieht’, wenn im Haushalt Unordnung herrscht und etwas dagegen getan werden muss. Sie wollen damit ein Stück weit eine traditionelle weibliche Identität aufrecht erhalten“.
Meisenbach ist der Ansicht, dass die Entwicklung hin zu immer mehr beruflich erfolgreichen Frauen und parallel dazu mehr männlichen Faulenzern ein Märchen ist, das sich Frauen gegenseitig erzählen, um „überwältigende Schuldgefühle“ auszugleichen. Von diesen würden die meisten karrierebewussten Frauen geplagt, weil sie immer weniger die Rolle der Mutter und Ehefrau ausfüllen.
„Diese Frauen kämpfen mit dem Konflikt, der zwischen ihrem Status als arbeitende Frau, die das höhere Einkommen hat, und den traditionellen Erwartungen an ihr Geschlecht besteht“, so Meisenbach. „Indem sie betonen, dass sie ihren Männern sagen müssen, was diese im Haushalt zu tun haben, versuchen sie die Rolle der Ehefrau, die den Haushalt managt und die Kinder versorgt, zurückzuerobern, damit sie sich irgendwie innerhalb der klassischen Geschlechtergrenzen bewegen. Wenn sie die Hausarbeit, die ihr Mann erledigt, anordnen, dann bewahren sie sich das Gefühl, weiterhin die weibliche häusliche Domäne zu dominieren. So versuchen sie, sowohl zuhause als auch im Berufsalltag Kontrolle und Verantwortung zu übernehmen. Für berufstätige Mütter ist das vielleicht notwendig, um mit den beiden konkurrierenden Diskursen – auf der einen Seite die perfekte Frau im Beruf, auf der anderen die hingebungsvolle Mutter – klarzukommen.“
Quelle, Übersetzung
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Erstellt von nelles am 18. November 2009
Dass moderne Gleichstellungspolitik Männer nicht nur auf ein Mehr an Verpflichtungen reduzieren, sondern ihre Rechte und Bedürfnisse in Erfahrung bringen sollte, konstatiert auch die gerade im Budrich Verlag veröffentlichte Untersuchung ‚Männer: Rolle vorwärts, Rolle rückwärts? – Identitäten und Verhalten von traditionellen, modernen und postmodernen Männern’ und löst diesen Anspruch direkt ein.
Gleichstellung ist heute in allen gesellschaftlichen Gruppen eine prinzipiell akzeptierte Norm, hinter die niemand zurück will. Es gibt bei Männern und Frauen ein breites Spektrum an Vorstellungen über Gleichstellung, die mit den jeweiligen Lebens- und Partnerschaftsmodellen korrespondieren. Es zeigt sich aber immer noch eine große Kluft zwischen den mentalen Gleichstellungsidentitäten der Männer und ihrem praktizierten Verhalten.
Die Männer sind in ihren Einstellungen gleichgestellter als es die alltäglichen Strukturen zulassen, resümieren die Verfasser. Hier sei die Politik gefordert.
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse gibt es hier.
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Erstellt von nelles am 27. Oktober 2009
Wie steht es weltweit um die Gleichstellung von Mann und Frau? Der neue Bericht des Weltwirtschaftsforums, der ‚Global Gender Gap Index 2009’ wird 134 Länder der Welt mit diesem Focus in eine Reihenfolge bringen, Chancen von Männern und Frauen in Wirtschaft, Bildung und Politik vergleichen.
Und wo steht Deutschland? Schließlich haben wir eine Kanzlerin. Aber beeinflusst das auch die Arbeitsteilung an Windeleimer und Waschmaschine? Und wie lange noch bleibt die Unterschiedlichkeit von Mann und Frau automatisch mit Klischees und Stigmatisierung verbunden?
Erst wenn das vorbei ist, beginnt die Gerechtigkeit – sagt DER TAG auf HR2. Die Sendung können Sie hier nachhören.
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Erstellt von nelles am 20. Oktober 2009
Die Situation von Männern spielte in der Gleichstellungspolitik des Bundes bislang kaum eine Rolle. Das soll sich nun ändern. Künftig will das Bundesfamilienministerium gezielt Jungen und Männer unterstützen. Darauf haben sich die Familienpolitiker von Union und FDP in ihrer Koalitionsarbeitsgruppe geeinigt. Im Entwurf der AG heißt es:
“Wir wollen eine eigenständige Jungen- und Männerpolitik entwickeln und dabei insbesondere die Bildungs- und Entwicklungschancen von Jungen und Männern verbessern, ihre Lebensentwürfe erweitern und neue Perspektiven eröffnen.”
Eine “eigenständige Jungen- und Männerpolitik” – in dieser Deutlichkeit wurde das noch in keinem Koalitionsvertrag formuliert. “Männer- und Jungenförderung war in den vergangenen Jahren praktisch nicht existent”, sagt Miriam Gruß, jugendpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion und bayerische FDP-Generalsekretärin. “Das war längst überfällig.“
“Die Lebensentwürfe für Jungen und Männer erweitern”, wie es im Entwurf des Koalitionsvertrags steht, kann eine Menge bedeuten. Kommt jetzt ein großangelegtes Förderprogramm für Jungs? Eine Männerabteilung in der Regierung, ein bundeseigener Männerbeauftragter?
Keinesfalls, sagt Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer (CSU) “Die Jungen- und Männerpolitik ist keine neue Aufgabe, sondern beschreibt den selbstverständlichen Inhalt einer geschlechtergerechten Politik, wie sie natürlich schon immer im Bundesfamilienministerium gemacht wurde.” Von einem “Männer”-Zusatz im Ministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend könne keine Rede sein.
Natürlich? Schon immer? Diese Behauptung stimmt nicht. Vor ziemlich genau zwei ahren hat sich im Ministerium für alle außer … eine Arbeitsgruppe gebildet, die an der Vorbereitung dieser Absichtserklärung maßgeblich beteiligt war. Diese ist wichtig, weil es bislang eben nichts gibt. Auch keinen Ansprechpartner für die Politik auf der ‚Männerseite’ wie er mit dem Deutschen Frauenrat schon lange existiert.
Aber an dieser Stelle hat die Politik dem Koalitionsbeschluss schon vorgegriffen. Seit Anfang September gibt es das Vernetzungsprojekt zur Bildung eines Bundesforums Männer.
Quelle
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