der VÄTER Blog

innovative Unternehmen nutzen die Potenziale aktiver Vaterschaft

Archiv für die 'Visionen' Kategorie

Väter und Mütter brauchen flexibel nutzbare (Aus-) Zeiten

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 22. Juli 2010

Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) äußert sich die EU Justizkommissarin Vivian Reding über Die Rolle von Frauen in der Wirtschaft, die Quote und die notwendigen Anreize für Väter, mehr Verantwortung in Familie zu übernehmen.

‚ … Ein Grund für die schlechtere Entlohnung der Frauen ist offenbar, dass sie schlechter bezahlte Stellen annehmen und sich eher um die Familie kümmern als Männer.

Deshalb müssen wir ja daran arbeiten, Beruf und Familie von Frauen – wie Männern – besser vereinbar zu machen. Wir brauchen mehr Krippenplätze. Deutschland hat unabhängig davon unter Familienministerin Ursula von der Leyen mit dem Elterngeld gute Schritte gemacht. Was haben die Gegner über das „Wickelvolontariat“ für die Väter gelästert. Dennoch nehmen immer mehr Väter die Elternzeit in Anspruch.

Schafft die Elternzeit nicht eher den Anreiz, länger aus dem Berufsleben auszusteigen?

Man darf es natürlich nicht übertreiben. Vielleicht müssen wir auch eher darüber nachdenken, ob die Eltern nicht flexibler nutzbare Auszeiten brauchen, um Kinder in späteren, schwierigen Phasen zu betreuen. Ein gesundes Baby lässt sich indes leicht managen.

Also ist doch alles auf dem besten Wege? Weiterlesen »

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Ohne Worte weiter kommen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 4. Juni 2010

Sonntags reden, Montags Meeting, das neue Buch von Erich Feldmeier. Angelegt als Innovations- und Karriere-Führer und geschrieben aus der MINT -Perspektive (Mathematiker, Ingenieure/Informatiker, NaturWissenschaftler, Techniker/Tüftler), eignet sich dieses Buch für jedermann und jede Frau.

Ein leidenschaftliches Plädoyer für Individualisten und Querdenker, auf deren Innovationen die Menschheit nicht länger verzichten kann – wenn wir von Fortschritt und nachhaltigem Wirtschaften reden. Entscheidungen in Wirtschaft und Gesellschaft werden oft entgegen unserem gesunden Menschenverstand getroffen. Monokausale Erklärungsansätze greifen zu kurz. Themen wie (Organisations-)Psychologie, Philosophie, Entscheidungsverhalten und Neurobiologie und noch mehr:

Eine interdisziplinäre Herangehensweise wird bereits in der Ausbildung und in den Lehrplänen vernachlässigt. „Soziale“ Probleme werden dem Menschen bereits mit in die Wiege gelegt und brechen als „unerklärliche“ Symptome hervor. Die vielschichtigen Angelegenheiten werden mit wohlbekannten alltäglichen Beispielen illustriert – “Vormachen Statt Nachäffen”.

Das kleine SonntagsReden-abc – eine Idealisten/Rationalisten-Übersetzungshilfe. Realismus ist der goldene Mittelweg zwischen Utopismus und Zynismus, fälschlicherweise oft mit Pessimismus verwechselt.

Anthroposophie: Irren Ist Affig
Alltag: ist unbestechlich
Belehrung der Masse(n): kurzfristig & kurzsichtig erfolgreich, langfristig hoffnungslos gescheitert
Cato: Die Macht des Arguments
Charisma: ist (nicht) alles
Cocktail-Gossip: nein danke!
‘Die Anderen’: sind und bleiben anders
Dilemma-Situationen: werden im Alltag spiel-’theoretisch’ vorhersagbar ‘gelöst’
Diversity: Gleich, Gleicher, Am Gleichesten
Eigen-Artig: INF & INT
Effektiv: Hau Ihn Um
Erfolgreich: aus dem Nichts
Extrovertiert: kann nicht schaden
Fachidiot: zudem introvertiert
Frauen: längst effektiv, wegen besserem Stil
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Kölner Väter wollen einen echten Vatertag!

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 11. Mai 2010

Logo_Vaeter-in-Koeln„Wir wollen einen Vatertag, der den Namen zu Recht trägt!“, sagen Kölner Väter jetzt. Sie haben die Nase voll von betrunkenen Männern mit Bollerwagen und Fässchen, die ohne Familie unterwegs sind.

Doch es gibt sie: die neuen Väter, die den Vatertag mit ihren Töchtern und Söhnen verbringen. Sie werden nur viel zu selten gewürdigt, sagen die aktiven Väter, die sich in einem neuen Verein zusammen getan haben.

Deswegen werden sie eine besondere Vatertags-Aktion starten: Bekleidet mit orangefarbenen T-Shirts verteilen die aktiven Väter an Väter im Kölner Rheinpark Papiertaschentücher. Für die Rotznasen und Tränen der Kinder – und als kleine Anerkennung für eine fürsorglich ausgefüllte Vaterrolle.

Väter in Köln e.V. hat noch mehr vor: Der Vatertag in Köln soll im nächsten Jahr zu einem einzigartigen Vater-Kind-Tag werden – mit Aktionen und Spielen. Momentan suchen die orangefarbenen Väter Mitstreiter und Mitglieder. Sie bieten Vernetzung, Beratung und Freizeitgestaltung an. Und träumen von einem Väterzentrum mit einem Café für Papas, die „allein unter Müttern“ etwas fremdeln…

Treffpunkt für die Vatertags-Aktion: 13.Mai 2010, 14:00 Uhr, Rheinpark-Eingang Zoobrücke.

Und ab 13. Mai ist die neue Homepage online: www.kölnerväter.de

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Der neue Mann

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. Februar 2010

… ist das Schwerpunktthema in der aktuellen Ausgabe der männer zeitung. In seinem Editorial schreibt Ivo Knill:

‚Der neue Mann, das ist einer, der selbstbestimmt, partnerschaftlich, frei und verantwortungsvoll lebt. Neue Männer wollen Frauen auf Augenhöhe und Sex mit Lust. Sie wollen Kinder nicht nur haben, sondern auch erleben. Sie wollen in der Arbeit aufgehen, aber nicht untergehen. Die Sorge für sich und die Sorge für andere gibt ihrem Leben Sinn und Gehalt. Sie nehmen ihr Leben ernst und vergessen darüber das Spiel nicht.

Wo ist der neue Mann zu finden? Ist er die Ausnahme, auf die wir noch lange warten? Einerseits ja: Nur fünf von hundert Vätern können sich dank Teilzeitarbeit mehr Zeit für ihre Kinder nehmen, wenn diese klein sind. Der neue Mann lebt im Zeitalter der Emanzipation, aber er lebt noch weitgehend dasselbe Ernährermodell wie sein Vater.

Anderseits zeigen aktuelle Studien und Umfragen, dass der neue Mann mental schon längst die Regel und nicht die Ausnahme ist: Die überwiegende Mehrheit der Männer strebt einen gleichberechtigten und partnerschaftlichen Lebensentwurf an. Sie und ihre Partnerinnen scheitern nicht an einer überholten Denkweise, sondern an einer rückständigen Familienpolitik.

Wenn die Rolle der Männer neu werden soll, braucht es neue gesellschaftliche Rahmenbedingungen: Teilzeitarbeit, Steuerentlastung, Elternschaftsurlaub. Der neue Mann ist ein Programm, das noch weit von seiner Erfüllung entfernt ist.’

Im Einzelnen gibt es in der neuen männer zeitung folgende Beiträge zum Schwerpunkt:

Skizzenbuch: Fiktive, reale, poetische und nüchterne Entwürfe zum modernen Mann. Mann, Geld, Familie und Rolle Weiterlesen »

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Familie darf nicht ein Privatproblem von Vätern und Müttern bleiben

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 17. Januar 2010

Professor Dr. Ulrich Mückenberger, der an der Universität Hamburg die Forschungsstelle Zeitpolitik leitet, erläutert im Interview mit dem Bulletin des Deutschen Jugendinstituts (DJI), ‚Experiment Familie. Der globale Wandel und die Folgen: Wie Mütter, Väter und Kinder den Alltag bewältigen’ vor welchen Herausforderungen eine neue gesellschaftliche Zeitpolitik steht und wie er die Bereitschaft der Politik einschätzt, sich diesen Herausforderungen zu stellen:

‚Welche Veränderungen sind aus zeitpolitischer Perspektive erforderlich?
Zeitpolitik setzt ganzheitlich bei den Lebenslagen der Menschen an. Thematisiert werden die strukturellen Merkmale des alltäglichen Lebens, die bei der bisherigen Vereinbarkeitspolitik außen vor bleiben. Alles ist in Deutschland darauf ausgerichtet, dass ein Familienmitglied tagsüber, zumindest halbtags, frei verfügbar ist. Eine Vollzeittätigkeit beider Eltern ist deshalb nur schwer zu realisieren. Die Kinderbetreuung stellt dabei das größte Problem dar: kurze Öffnungszeiten, mangelnde Flexibilität in der Lage der angebotenen Zeiten und unzureichende Qualität. Spätestens wenn das Kind in die Schule kommt, erweist sich, dass ganztägige Angebote fehlen. Und die Notwendigkeit, die Arbeitswelt zugunsten einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf umzugestalten, ist in Deutschland nicht ausreichend identifiziert.

Dank des technischen Fortschritts können einige Eltern arbeiten, wann und wo sie wollen. Das ist doch ein großer Vorteil für Familien.
Allerdings nur dann, wenn sich Arbeitszeit und -ort tatsächlich an den Bedürfnissen und Lebenslagen der Menschen orientieren. Die Flexibilisierung der Berufswelt folgt heutzutage aber meist einer streng betriebswirtschaftlichen Logik, die andere Gesellschaftsbereiche überschwemmt. …

… und in den Zeitlücken, die übrig bleiben, sollen Eltern dann maximale emotionale Profite in der Familie erwirtschaften.
Genau. Aber das kann nicht gelingen, denn Familienleben und Kindererziehung verlangen Empathie und lassen sich nur bedingt planen, schon gar nicht »bewirtschaften«. Stattdessen müsste die Familie den Takt im Alltag angeben. Denn ohne eine auch privat organisierte Fürsorge für andere kann eine Gesellschaft nicht bestehen.

Wie sieht eine familienfreundliche Arbeitswelt aus?
In Schweden haben nicht nur beide Elternteile den Anspruch darauf, weniger Zeit am Arbeitsplatz zu verbringen, solange ihre Kinder klein sind. Darüber hinaus wird ihnen gesetzlich zugesichert, dass sie später wieder Vollzeit arbeiten können. In Deutschland scheut sich die Politik bis heute, den Unternehmen solche verbindlichen gesetzlichen Auflagen zu machen. Unser Recht kennt zwar einen Teilzeitanspruch, aber nicht den Rückkehranspruch in Vollzeit. Wenn man Eltern zubilligen würde, ihre Arbeitszeit vorübergehend zu reduzieren, um später wieder mehr oder insgesamt länger zu arbeiten, wäre das Problem der Vereinbarkeit viel geringer. Das wäre im Übrigen auch vernünftig angesichts der steigenden Lebenserwartung.

Inwiefern?
Zeit ist nicht nur zwischen Frauen und Männern oder zwischen gesellschaftlichen Gruppen höchst ungleich verteilt, Weiterlesen »

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Charité in Berlin ernennt ersten Väterbeauftragten

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 23. Januar 2009

Dr. Jakob Hein, Schriftsteller und Arzt, ist erster Väterbeauftragter der Charité und damit bundesweit Vorreiter für diese Position. Das hat die Berliner Universitätsklinik beim Neujahrsempfang am vergangenen Montag bekannt geben. Der Väterbeauftragte ist die Anlaufstelle für alle männlichen Mitarbeiter, die erwägen, zur Betreuung ihres Kindes in Elternzeit zu gehen.

Hier können sie sich über rechtliche und vertragliche Rahmenbedingungen informieren, aber vor allem auch Fragen stellen und moralische Unterstützung für die Durchsetzung ihres Vorhabens bekommen. „Ich spreche aus eigener Erfahrung, da ich selbst fünf Monate in Elternzeit war“, erläutert Hein.

In seiner neuen Position hofft er, zwischen werdenden Vätern und ihren Vorgesetzten vermitteln und beide von der Wichtigkeit zufriedener Eltern im Beruf überzeugen zu können. Auch die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Charité, Christine Kurmeyer, freut sich über die Ernennung von Dr. Hein: „Das ist für alle Beteiligten ein Gewinn: für die Väter, die Kinder und nicht zuletzt auch für die Frauen.“

Quelle

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Was bewegen Sie im neuen Jahr?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 1. Januar 2009

Welcher Trend zieht Sie an?

Das Trendbüro aus Hamburg skizziert in seinem Silvester Newsletter die wichtigsten Trend, die wir in 2009 mit gestalten können. Ich habe die sechs der vierzehn Trends ausgewählt, die meiner Ansicht nach am meisten mit dem Themen dieses Blogs zu tun haben:

‚Silver Sex – Zweite Pubertät statt Midlife-Crisis

… Die Sache hat freilich einen Haken. Man wird trotz aller Anti-Aging-Parolen auch in Zukunft älter. Die alterslose Gesellschaft bleibt eine Sehnsucht der Konsumenten und ein Marketing-Märchen zugleich. Spätestens wenn man anfängt, zu den neuen Alten zu gehören, begreift man das. Es geht also um die individuelle und aktive Gestaltung eines längeren Lebens und der Chancen, länger zu lieben, und sei es, sich selbst.

Kidults – Die selbstbewusste Art, unreif zu bleiben

Erwachsensein nach bisherigen Vorstellungen besitzt keine Attraktivität mehr. … Wohin sollten sich Mittdreißiger auch flüchten, wenn über 60-Jährige ihr Junggebliebensein demonstrieren und Verbindlichkeiten immer seltener werden: Frauen heiraten durchschnittlich mit 33, Beziehungen fallen flexiblen Arbeitsbedingungen zum Opfer, Kinder werden später gezeugt, und 50 Prozent der 21- bis 25-Jährigen leben in Deutschland noch bei ihren Eltern. Was früher abwertend als „kindisch“ bezeichnet wurde, ist heute ein Gesellschaftsphänomen von beträchtlichem Ausmaß.

Prokrastination – Verschiebetaktik: „Ich will mich definitiv nicht entscheiden“

Die multioptionale Gesellschaft leidet unter Entscheidungsdruck. Von der Generation Praktikum bis zum Kurzzeitmanager liegt im Aufschieben von Entscheidungen die Taktik: immer bereit, auf Unvorhergesehenes zu reagieren, hoffend, dass nötige Informationen noch eintreffen, die die Lage wieder anders beleuchten, oder sich das Problem durch neue Umstände von selbst aus der Welt schafft. Die Verschiebetaktik suggeriert, alle Optionen für die Zukunft aufrechtzuerhalten. … In der Gesamtheit verstärkt diese Aufschiebetaktik jedoch die allgemeine Ungewissheit. Einziges Mittel gegen die Verschiebetaktik: Vertrauen, die richtige Wahl getroffen zu haben.

Female Shift – Frauen werden das starke Geschlecht

Unsere Gesellschaft wird weiblicher. Frauen sind selbstbewusster und unabhängiger als je zuvor, was in direkter Konsequenz auch veränderte Ansprüche an Partnerschaften mit sich bringt. Frauen treffen 80 Prozent der Kaufentscheidungen und werden künftig auch in der Berufswelt wesentlich stärker auf Mitspracherecht drängen. … Das lässt beide Geschlechter ihre jeweiligen Positionen neu ausloten und eröffnet Frauen wie Männern neue Perspektiven und eine noch individuellere Lebensführung. Weiterlesen »

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ICH AUCH …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 7. September 2008

Die Kritiker der neuen Familienpolitik nörgeln: Das Elterngeld sei ein staatliches Freizeitprogramm für Besserverdiener. Genauso ist es. Und das ist wunderbar!

Eine persönliche Bilanz, die sehr ansteckend wirkt, zieht Horst von Buttlar in der Financial Times Deutschland.

‚Langsam sickert es durch. Man hört diese ganzen wunderbaren Geschichten, von Monaten ungeahnter Freiheit, von Flucht mit der Familie, von Abenteuern. Von kleinen Ewigkeiten zu Hause, einer Auszeit im Ausland, … vom Ausklinken an schönen Orten mit Menschen, die einem am liebsten sind.

Geschichten sind das, die wir vor Jahren nie gewagt hätten zu träumen, geschweige denn sie zu erzählen. Und je mehr Väter sie erzählen – Väter, die plötzlich etwas sein konnten, was sie nie waren: nämlich nur Väter -, je mehr also diese neue Spezies die Geschichten von den Vätermonaten erzählt, desto mehr sickert es durch. Es wird Normalität, setzt sich in unseren Köpfen fest.

Knapp zwei Jahre nach dem Start des Elterngelds lautet die Frage nicht mehr: Warum? Sondern: Warum nicht? Über 100.000 Väter haben sich diese Frage gestellt, und das ist erst der Anfang. …

In uns allen wird es nagen, brüten und brodeln, denn in unserem Leben, das so vorgezeichnet schien, ist plötzlich ein kleiner Abzweiger. Wir werden an unseren Schreibtischen sitzen, an dem wir seit Jahren fünf, sechs Tage die Woche und zehn Stunden am Tag hocken, und uns immer wieder fragen, was uns da Neues reizt, wieso es plötzlich eine Option gibt, die unser Koordinatensystem leise verschiebt. Bei vielen werden am Ende zwei Worte hängen bleiben: ICH AUCH. …

Mit dem Elterngeld hat die Regierung, ganz unbewusst, eine kleine Revolution in Gang gesetzt. Bei den aufstrebenden Kohorten der jungen Generation zwischen 25 und 40 werden sich die Werte nachhaltiger verschieben, als wir heute ahnen.

Das klingt zunächst nach einer gewagten Überschätzung dieser Sozialleistung. Und es stimmt ja, machen wir uns nichts vor: Das Elterngeld ist weder Allheilmittel für demografisch zerrüttete Nationen, noch schreibt es Biografien um. Die zwei Monate, auf die sich die Väter mehrheitlich beschränken, sind eine kosmetische Erziehungszeit, ein Klacks, eine Kür am Wickeltisch.

Und doch ist es etwas Großes, mehr, als wir anfangs vermuten. Es kommt also dieser Tag, an dem man von hundert auf null runterfährt, wobei es sich gar nicht wie null anfühlt Weiterlesen »

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Auswirkungen des neuen Elterngeldes

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 25. August 2008

Über die mittel- und langfristigen (Aus-) Wirkungen des Elterngeldes und erforderliche Veränderungen macht sich Thomas Gesterkamp in der taz Gedanken.

‚ … Väterzentren liegen im Trend, nicht nur in Berlin. Forciert hat diese Entwicklung das neue Elterngeld, das mit der Zahlung einer Lohnersatzleistung von 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens Männern erstmals ein auch finanziell attraktives Angebot macht, sich um ihre Kinder zu kümmern.

Trotz Babypause können sie weiterhin Wesentliches zum Familieneinkommen beitragen, müssen ihre Versorgerrolle nicht vollständig aufgeben. Dabei sind sie bereit zu monetärem Pragmatismus: Leichter als frühere Vätergenerationen können sie ertragen, zeitweise weniger zu verdienen als ihre Partnerinnen.

Die einst als “Windelvolontariat” geschmähten Papamonate will Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen jetzt sogar verlängern – wegen der großen Nachfrage. Fast 20 Prozent der Anträge stellten im zweiten Quartal 2008 Väter – das ist nahezu sechsmal mehr als beim früheren Erziehungsgeld.

Vielerorts haben Männer dennoch Schwierigkeiten, Gleichgesinnte zu finden. Stillcafes für Mütter finden sich selbst in Kleinstädten, Treffpunkte für Väter fehlen bisher weitgehend. …

Die Debatte um die Vaterrolle beschränkt sich bisher weitgehend auf die Phase nach der Geburt. Die heutigen Pioniere der Papamonate werden bald merken, dass Kinderaufziehen nicht ein paar Monate, sondern zwanzig Jahre dauert.

Längere Babypausen für Väter sind eine gute Idee, entscheidender aber ist eine Unternehmenskultur, die weniger geprägt ist durch Anwesenheitszwang und beliebige Verfügbarkeit. Zumindest einzelne Firmenchefs haben verstanden: Auch Männer suchen ein berufliches Umfeld, das Freiräume bietet für ihre privaten Interessen.’

Quelle

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Worte statt Taten II

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 8. Juli 2008

‘Aus meiner Sicht ist es sehr wichtig, dass Kinder nicht nur mit Frauen in Verbindung gebracht werden. Die Mütter sind wichtig, aber die Väter eben auch. Wenn unsere Gesellschaft eines Tages so sein wird, dass der Mann gefragt wird, warum er eigentlich keine Vätermonate nimmt, dann werden wir wieder ein ganzes Stück geschafft haben.

Denn nur, wenn auch der männliche Teil der Gesellschaft das Leben mit Kindern als etwas ganz Normales betrachtet, wird die Gesellschaft insgesamt noch kinderfreundlicher werden. 80 Prozent der Bevölkerung sagen schon, dass sie gerne mit Kindern zusammenleben. Wenn das noch ein bisschen mehr werden sollte, wäre das gut.’

Auszug aus einer Rede von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel auf der Abschlussveranstaltung zum zweiten Teil der Kampagne “Du bist Deutschland” am 3. Juli 2008 in Berlin.

Quelle

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