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Archiv für die 'Krise' Kategorie

Guter Papa, böser Papa

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 11. Februar 2017

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Er wurde als Junge geschlagen, als Jugendlicher gewalttätig, nun hat er selbst vier Söhne. Was muss passieren, damit Väter, die in kaputten Familien aufgewachsen sind, die erlebte Gewalt nicht an ihre Kinder weitergeben?

Wenn Manuel erzählt, wie der Lebenspartner seiner Mutter ihn als Kind geschlagen hat, dann zeigt er auf drei Stellen an seinem Körper: auf den Schädel, die Wangen und die Brust. Er sagt: “Grün und blau.”

Manuel war 8, als es losging. Mit 14 schickte ihn das Jugendamt in eine betreute Wohngemeinschaft, von dort in eine Pflegefamilie und wieder zurück zur Mutter. Bald begann Manuel selbst zu prügeln. Mit 15 saß er zum ersten Mal in Jugendhaft, später, volljährig, weitere zwei Male im Gefängnis. Seine Taten: Volksverhetzung, Beamtenbeleidigung, Körperverletzung. Der Achtjährige von damals hatte sich gemerkt, wie man draufhaut.

Manuel, der in Wirklichkeit anders heißt, ist heute 32 Jahre alt. Sein Kopf ist kahl rasiert, in einem schwarzen Kapuzenshirt sitzt er am Küchentisch in seiner Wohnung und raucht. Im Spülbecken hinter ihm stehen die Müslischalen der Kinder vom Frühstück.

Manuel lebt mit seiner Frau in einer kleinen Stadt am Rande des Ruhrgebiets. Er hat vier Söhne, zwei eigene und zwei aus der ersten Beziehung seiner Frau. Viele Jahre lang wuchsen die Jungs woanders auf; das Jugendamt brachte sie in Pflegefamilien unter. Zurzeit wohnen die beiden älteren Kinder wieder zu Hause. Was war geschehen? Hat Manuel zugeschlagen? Geht es für seine Söhne so weiter wie damals für ihn?

Ein Bericht über ein spannendes Projekt an der TH Dortmund.

Quelle

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Crash

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 11. März 2013

Die aktuelle Ausgabe der Männerzeitung beschäftigt sich mit Unfällen, Traumas, Katastrophen und wie man danach weiterleben kann. In seinem Editorial schreibt Ivo Knill:

‚… Ich sitze mit Martin im Restaurant. Er erzählt vom Unfall, den er überlebte, bei dem er aber seinen Bruder verlor. Das Gespräch führt an Wesentliches heran: Leben, weiterleben, zum Leben zurückfinden, trotz allem. Gefallen an den alltäglichen Sachen finden, zum Beispiel an der Musik, die man früher mochte. Solche Geschichten brauchen Zeit, sie können nicht in wenigen Worten erzählt werden. Man muss viele behutsame Wege zwischen dem zurückliegenden «Crash» und dem Leben im Hier und Jetzt gehen, bis die innere Ökonomie wieder zur Ruhe kommt.

«Crash»: Die Nummer fächert Geschichten von Unfällen, Katastrophen und plötzlichen Wendepunkten auf. Wir wollten nicht zu viel deuten oder verklären. Diskutiert haben wir viel in der Redaktion: Sind Krisen Chancen? Das würde heißen: Ein guter Geist oder eine weise Kraft hat sie uns gesandt. Es würde heißen: Selbst Schlimmes lässt sich zumindest als Chance zum Lernen packen. Ich bin skeptisch. Nicht jede Krise wendet sich dann doch einmal zum Guten. Nicht alles geht gut aus. Mit manchen Dingen muss man irgendwie zurechtkommen. Man muss manchmal, ohne viel klüger geworden zu sein, irgendwie weiterleben. Den Geschmack am Leben wieder finden, das Glück des Momentes, der Sinne wieder finden, ja! Aber es bleibt die Einsicht, dass nicht alles gut, nicht alles perfekt ist. …‘

In dem Heft gibt es unter anderem folgende Beiträge:

«Wir haben das Recht, unser Leben neu zu erfinden.» Interview mit Traumafroscher Urs Honauer. Paul Hasler, Ivo Knill

Mit dem Trotti auf Cello-Crash Mistgabeln, Stimmbruch und andere Katastrophen. Samuel Steiner

Teilzeit: Der Gewinn geht unter die Haut Die Kampagne von männer.ch will Männer zur Teilzeitarbeit motivieren. Jürg Wiler

«Am besten arbeitet man zusammen ein Budget aus.» Der Paar- und Familientherapeut Friedemann Haag im Interview mit Anna Miller.

Quelle

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Familien Sleepover im Zuccotti Park

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 13. November 2011

Warum Väter und Mütter die Occupy Bewegung unterstützen:

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Männer unter Druck

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 15. Oktober 2010

Der Aufschwung ist da und die Wirtschafts- und Finanzkrise scheint im Wesentlichen überwunden. So ist seit kurzem zu hören. Doch Studien und Straßenumfragen belegen nach wie vor einen enormen Druck, der sich vielfach zeigt: bei Managern und Hartz-IV-Empfängern, in Beratungsstellen und Arztpraxen, bei Familien wie Singles.

Vor diesem Hintergrund, und im Licht aktueller Männerstudien, richtet der Fachtag den Blick darauf, wie speziell Männer in verschiedenen Lebenskontexten und Milieus mit zunehmendem Druck und Lebenszumutungen umgehen. Mit Experten wollen dabei wir folgende Fragen diskutieren:

Wie werden solche akuten Lebensbelastungen von Männern jeweils erlebt und verarbeitet, so unterschiedlich die Lebenslagen auch im Einzelnen sein mögen?

  • Welche Ressourcen stehen bestimmten Männern/Männlichkeiten zur Verfügung?
  • Wo sind die Grenzen von Bewältigungsressourcen?
  • Wie können Männer mit ihren spezifischen Drucksituationen (Burnout bei Hochqualifizierten, Perspektivlosigkeit beim abgehängten Prekariat, Bildungsmüdigkeit von Jugendlichen …) umgehen?
  • Bieten sich gerade in diesen Drucksituationen auch Chancen neuer Orientierungen?
  • Oder haben heutige „Männer“ auch im historischen Vergleich zu früheren Männergenerationen letztlich nichts anderes gelernt, als noch mehr (stillen) Druck auszuhalten?

Eingeladen zum Fachtag sind Männer und Frauen, die in ihrem politischen, beruflichen und persönlichen Umfeld mit diesen Fragen konfrontiert und auf der Suche nach neuen Antworten sind.

Die Veranstaltung ‘Männer unter Druck‘ findet am Mittwoch, den 10.11.2010, von 10 bis 17 Uhr, im Haus am Dom, in Frankfurt am Main statt.

Quelle

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