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lebe deinen Traum!

Archiv für Februar, 2009

Sie rotzen, sie motzen, sie rasen und sie mobben …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. Februar 2009

maennerzeitung_1-2009_klein… junge Männer machen Schlagzeilen. Grund genug für die Männerzeitung auf Spurensuche zu gehen: Wo sind die jungen Männer? Wer macht sich für sie stark?

Junge Männer sind im Clinch: Traditionell männliche Sozialisation fordert von Jungen und Männern eine einseitige Orientierung an äußeren Leistungsmaßstäben unter gleichzeitiger Ausblendung emotionaler, sozialer und spiritueller Bedürfnisse.

Genauer Hinschauen tut Not: Barbara Ingenberg von der Opferberatungsstelle für gewaltbetroffene Jungen und Männer wendet sich gegen stereotype Denkmuster. Auf Die Frage, ob Gewalt typisch männlich ist, meint sie: „Die Vorstellung, dass Männer Täter sind und Frauen Opfer, entspricht nicht der Realität. Die Wirklichkeit ist viel differenzierter. Gewalt hat kein Geschlecht.

Die Zahlen zur Jugendgewalt sind nicht eindeutig. Sie zeigen weniger eine breite Zunahme der Gewalt, als eine Zunahme an Meldungen und Anzeigen. Die Gesellschaft reagiert sensibel auf jugendliche Regelverstösse. Der Kampf gegen Regelverstösse allein genügt jedoch nicht. Junge Männer brauchen Perspektiven und Vorbilder. Sie brauchen reelle Chancen auf eine Lehrstelle und einen Arbeitplatz. Und sie brauchen männliche Vorbilder: Väter, Lehrer, Fussballtrainer, ältere Kollegen. Keine Dauerhelden, aber lebensfreudige Menschen, die ihnen Mut machen

So kommt die Männerzeitung zum Fazit: Junge Menschen brauchen Menschen um sich herum, die ihnen zeigen können, wie das Leben geht. Real, alltäglich und unspektakulär. Sie brauchen Erwachsene, die ihnen den Sinn für diejenigen Risiken schärfen, für die es sich lohnt, allen Mut zusammen zu nehmen: Das Risiko, sich selbst zu sein.

Die Ausgabe 1-2009 der Männerzeitung erscheint am 6. März.

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Die Männerzeitung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. Februar 2009

Die Schweizer Männerzeitung erscheint seit 2001 vier Mal jährlich in einer Auflage von 4000 Exemplaren. Jede Nummer beleuchtet ein Schwerpunktthema aus den Bereichen Arbeit, Familie, Gesundheit, Sexualität, aus Männersicht. Zielpublikum sind engagierte Männer, die sich kreativ mit ihrem Mannsein auseinandersetzen, interessierte Frauen sowie Männer und Frauen, die beruflich mit Männern zu tun haben.

Die Zeitung will «Männerwirklichkeiten ungeschminkt abbilden» und so Männer zu einer Auseinandersetzung mit ihrer Geschlechterrolle und ihrem Beitrag zum Gleichstellungsprozess ermutigen. Gleichstellung wird als Prozess betrachtet, der von Frauen und Männern gemeinsam getragen und vorwärts gebracht werden muss. Ziel ist die Chancengleichheit: Die Zeitung liefert auf Männerseite einen Beitrag, dass (mehr) Männer in diesen Prozess einsteigen und dabei den potenziellen Gewinn (von Lebensqualität, Gesundheit und Autonomie) stärker gewichten können als den potenziellen Verlust (von Status und Macht).

Das Projekt Männerzeitung hat sich in den acht Jahren seines Bestehens sehr erfreulich entwickelt. Die Zeitung ist im Bereich der professionellen und ehrenamtlichen Männer- und Väterarbeit breit abgestützt. Sie ist die zentrale Vernetzungs-, Veranstaltungs- und Informationsplattform der «zukunftsorientierten» Männer und Väter. Sie arbeitet eng mit „männer.ch“, dem Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen zusammen.


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Elternjobs.de …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 26. Februar 2009

… ist ein Serviceangebot für Mütter, Väter und Menschen, deren private Situation „mehr Flexibilität“ erfordert, weil Sie z.B. Familienangehörige pflegen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine große Herausforderung für Eltern, die sowohl Spaß an Beruf und Karriere, aber auch an Ihrem Familienleben haben. Noch bieten nicht alle Arbeitgeber die Voraussetzungen, die es Vätern und Müttern ermöglicht, diese Wünsche zu realisieren und Karriere und Kinder scheinen unvereinbar.

Beruf + Kinder = Motivation

Das muss nicht so bleiben, Elternjobs.de möchte zusammen bringen, was zusammen gehört: Arbeitswillige und motivierte Eltern und Unternehmen mit familienorientierter Personalpolitik, die vom Mehrwert arbeitender Eltern für Ihren Betrieb und für die Gesellschaft überzeugt sind.

Unternehmen + Eltern = Erfolg

Elternjobs.de hat sich zum Ziel gesetzt, Arbeitsplätze zu vermitteln, die Karrieren von Müttern und Vätern fördern und möchte dazu beitragen, dass es „normal“ und möglich wird, als beide Eltern sich sowohl das Geldverdienen, wie auch die Familienarbeit aufteilen können. Sei es dass Väter und Mütter Voll- und/oder Teilzeit arbeiten, sich einen Job teilen, oder einer die Ernährer- der andere die Versorgerrolle übernimmt. Wichtig ist, dass die Rahmenbedingungen Flexibilität ermöglichen.

Auf der Plattform können familienbewusste Unternehmen motivierte Mitarbeiter rekrutieren und vom Wettbewerbsvorteil als innovatives Unternehmen profitieren.

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Immer mehr Berliner Väter gehen in den Papaladen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 25. Februar 2009

Männerunde im Papaladen in Berlin

Männerunde im Papaladen in Berlin

Schon jeder fünfte Vater lässt seine Arbeit ruhen und verzichtet auf Geld, um für sein Kind da zu sein. Der Grund dafür: Die Einführung des Elterngeldes im Januar 2007. Bis zum Juni 2008 sind laut Statistischem Bundesamt 28 742 Anträge in Berlin bewilligt worden. 20,4 % werden inzwischen von Vätern eingereicht. Die Zahl hat sich mehr als verdoppelt (Mitte 2007 noch 11,1 %)!

Das Elterngeld ermöglicht Vätern und Müttern insgesamt 14 Monate Babypause. Dabei werden 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens vom Staat gezahlt – bis maximal 1800 Euro. Das lohnt sich: In Berlin bekommen Väter durchschnittlich 806 Euro (Frauen: 594 Euro).

Und: In den zwei Jahren seit der Einführung der Elternzeit werden auch wieder mehr Babys geboren! 2008 wurden in Berlin 35 153 Geburten gezählt, 3979 mehr als 2007. 2006 waren es noch 29 628.

Allein in Mitte kamen im vergangenen Jahr 5164 Kinder zur Welt: Das ist Spitze in Berlin!

Väter mit Kinderwagen – auf den Straßen der Stadt keine Seltenheit mehr. In der Marienburger Straße gibt es sogar einen Papaladen. Mitbegründer Marc Schulte:

„Die meisten Väter teilen sich heute die Betreuung des Kindes mit ihren Frauen. Ein Großteil davon sind Akademiker in Festanstellung, die im Durchschnitt acht Monate Elterngeld beziehen!“

Quelle

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Väter länger erwerbstätig – Mütter immer kürzer

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 24. Februar 2009

Väter von heute übernehmen mehr Verantwortung für die Kindererziehung. Eine aktuelle Auswertung zeigt jedoch, dass sie auch länger arbeiten, je mehr Kinder sie haben.

Die Kluft zwischen den Arbeitszeiten von Männern und Frauen in Deutschland nimmt – aller politischen Ziele zum Trotz – weiter zu. Je mehr Kinder ein Mann hat, desto länger sind seine Arbeitszeiten. Je mehr Kinder eine Frau hat, desto kürzer arbeitet sie. Das zeigt eine aktuelle Sonderauswertung des Mikrozensus und der Europäischen Arbeitskräftestichprobe, die das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung erstellt hat.

Danach arbeiteten Frauen mit Kindern im Jahr 2006 deutlich kürzer, als dies noch 2001 der Fall war. Keine andere Personengruppe hat einen vergleichbar starken Rückgang in den Arbeitszeiten zu verzeichnen. Deutschland geht hier im Vergleich mit anderen europäischen Ländern einen Sonderweg, heben die IAQ-ArbeitszeitforscherInnen hervor.

Die auf Vollzeitstellen umgerechnete Beschäftigungsquote von Frauen ist in den letzten Jahren unter den EU-Durchschnitt gesunken. Die Arbeitszeiten von Frauen (Vollzeit und Teilzeit zusammengenommen) sind die zweitkürzesten in Europa, bei den Teilzeitbeschäftigten sogar die kürzesten.

Zwar sind immer mehr Frauen in Deutschland erwerbstätig, auf Vollzeitstellen umgerechnet stagniert die tatsächliche Arbeitszeit jedoch seit Beginn des Jahrzehnts, weil vor allem durch den Minijob-Boom die Arbeitszeit pro Person abnimmt, stellen die ForscherInnen fest.

Damit nimmt die Kluft zwischen den Arbeitszeiten von Männern und Frauen in Deutschland weiter zu: 2001 arbeiteten Männer 8,8 Stunden länger als Frauen, fünf Jahre später waren es bereits 9,3 Stunden. Trotz aller öffentlichen Debatten über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wirke sich eine Elternschaft negativ auf die Arbeitszeiten von Frauen aus – diese Entwicklung hat sich in den letzten Jahren weiter verstärkt.

Frauen, die eigentlich mehr arbeiten wollen, beschränken sich aus familiären und persönlichen Gründen auf Minijobs und Teilzeitarbeit. „Trotz größerer Integration in den Arbeitsmarkt gelangen viele Frauen noch nicht über eine Rolle als Hinzuverdienerin im Haushalt hinaus und bleiben damit finanziell abhängig vom Ehemann. Von einer gleichberechtigten Arbeitsaufteilung zwischen den Geschlechtern ist Deutschland noch weit entfernt“, kritisieren die IAQ-ArbeitszeitforscherInnen.

Die vollständigen Daten finden Sie im IAQ-Report „Immer mehr Frauen sind erwerbstätig – aber mit kürzeren Wochenarbeitszeiten“.

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Halt an. Wo läufst du hin?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 24. Februar 2009

„Halt an. Wo läufst du hin?“ Unter diesem Motto stehen die diesjährigen E-Mail-Fastenimpulse speziell für Männer, angeboten von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB), der Katholischen Glaubensinformation (kgi) und der Kirchlichen Arbeitsstelle für Männerseelsorge. Zu den Fastensonntagen und den besonderen Tagen der Fastenzeit erhalten die Teilnehmer einen kurzen Text zugemailt, der zum Innehalten und Nachdenken einlädt.

„Wir Männer sind meistens unterwegs. Zur Arbeit, zum Erfolg usw. Manchmal mit hängender Zunge, außer Atem.“ So Dr. Hans Prömper, Leiter der katholischen Erwachsenenbildung in Frankfurt und Mitinitiator des Projekts. Deshalb gelte es, das Tempo herauszunehmen. „Halt an. Wo läufst du hin?“, schrieb im 17. Jahrhundert der Mystiker Angelus Silesius zu Recht.

Die elf Impulse vom Aschermittwoch bis zum Ostermontag orientieren sich am jeweiligen Tagesevangelium. Davon ausgehend schreiben Männer für Männer, was sie mit dem Text verbinden und welche Fragen sich ihnen stellen. Unter den Autoren sind Praktiker aus der Männerarbeit, aber etwa auch der HR-Kirchenfunkredakteur Klaus Hofmeister und der Erzbischof von Bamberg, Dr. Ludwig Schick.

Die Briefe in der Regel am Vorabend bzw. bei den Sonntagen am Freitag verschickt.

Anmeldung

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‚Ruckzuck steckt man im Schlamassel’

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 23. Februar 2009

Im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt äußert sich Lisa Ortgies, Fernsehmoderatorin über neue Väter und ihre persönlichen Erfahrungen.

‚… Abendblatt: Hat es die heutige Frauengeneration denn nicht leichter?

Ortgies: Die Einstellungen verändern sich leider nicht so schnell wie die gesetzlichen Bedingungen. Wir haben eine Familienministerin, die unglaubliche, schnelle Fortschritte realisiert hat. Dabei wird aber vergessen, dass die versprochenen Krippenplätze im Moment nur auf dem Plan stehen, dass wir in einer Interimszeit leben, die besonders anstrengend ist. … Der neue Vater wird ausgerufen, tatsächlich aber zeigen Umfragen wie die Bertelsmann-Studie, dass die meisten sich nach wie vor als Alleinverdiener sehen. Andererseits finden die Männer, die jetzt Elternzeit wollen, fast luxuriöse Bedingungen vor. Gleichstellung wäre aber fifty-fifty, nicht zwei Monate und zehn Monate.

Abendblatt: Wie haben Sie das geregelt?

Ortgies: Indem wir uns abgewechselt haben. Mein Mann ist fest angestellter Unternehmensberater, er hat bei beiden Kindern mehr als zwei Monate Elternzeit genommen und in der „Emma“-Zeit war er in Teilzeit.

Abendblatt: Haben Sie ihn dazu überreden müssen?

Ortgies: (lacht) Nein, meiner hat sich das Etikett „neuer Vater“ wirklich verdient. Aber dahinter steht auch eine erprobte Verhandlungs- und Streitkultur. Wenn man ständig um Lebenspläne verhandelt und aufpassen muss, dass beide am Ball bleiben mit ihren beruflichen Plänen – dann ist das im Alltag sehr anstrengend. Aber es gibt in meinen Augen keine Alternative. Und unabhängig von meinem Beispiel gibt das neue Unterhaltsrecht ja die Richtung vor: Eine Frau, die sich von einem Hauptverdiener abhängig macht und beruflich zurücksteckt, geht ein enormes Risiko ein. …’

Ich denke, die Väter, die den Allein Ernährer abgeben und familiär zurückstecken, gehen ebenfalls ein hohes Risiko ein: sie sind in ihren Möglichkeiten eingeschränkt und ein Scheitern der Partnerschaft ist wahrscheinlicher als bei einer beide Seiten zufriedenstellenden Aufteilung der anfallenden Arbeiten und Aufgaben.

Quelle

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Immer mehr Väter nehmen Elternzeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 22. Februar 2009

Die gute Nachricht zum Wochenbeginn: Immer mehr Väter in Deutschland nehmen Elternzeit. „Heute pocht fast jeder fünfte Vater auf seine eigenen Monate mit dem Baby. Tendenz: weiter steigend“, sagte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) der Zeitschrift „Super Illu„. Vor der Einführung des Elterngeldes Anfang 2007 hätten dagegen nur „gerade mal 3,5 Prozent der jungen Väter“ Elternzeit beantragt.

Die CDU-Politikerin betonte zugleich, dass die Nutzung des Elterngeldes der weiteren beruflichen Laufbahn von Männern nicht im Wege stehe. Die meisten, die Elterngeld in Anspruch nähmen, seien vielmehr „gut ausgebildete Nachwuchskräfte, denen eine Karriere im Betrieb zugetraut wird und die Verantwortung übernehmen“.

Quelle

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‚Zur Hölle mit der Disziplin’

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 21. Februar 2009

Unter dieser Überschrift hat der Familientherapeut Wolfgang Bergmann im Gespräch mit Martin Zips in der Süddeutschen Zeitung mit den Ansichten der Bestsellerautoren Michael Winterhoff und Bernhard Bueb abrechnet:

SZ: Herr Bergmann, Bücher wie „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ des Jugendpsychiaters Michael Winterhoff und „Lob der Disziplin“ des ehemaligen Leiters des Eliteinternats Salem, Bernhard Bueb, sind derzeit sehr erfolgreich. Eine These der beiden Autoren: Eltern müssen ihren Kindern wieder mehr Grenzen setzen. Wie erklären Sie sich den Erfolg Ihrer Kollegen?

Bergmann: Sie scheinen einen Nerv getroffen zu haben. Und auch wenn ich damit offensichtlich derzeit recht alleine stehe: Ich habe etwas gegen diesen disziplinarischen Jargon, der auf eine unterdrückte, verkrampfte, verklemmte Art und Weise daherkommt. Dieser Bürokratenkram, dieses halb verfehlte Psychologendeutsch ödet mich zutiefst an. Die Welt ist zu komplex für die einfachen Antworten von Bueb und Winterhoff. Ihre reaktionären Thesen können, wenn es schlecht geht, die Hölle in einer Familie anrichten. Davor muss man die Familien schützen. …

SZ: Aber während Sie davon ausgehen, dass die meisten Eltern grundsätzlich in der Lage sind, Erziehungsdinge zu reflektieren, erklärt Winterhoff, dass es diese Art von Eltern immer weniger gibt.

Bergmann: Wie kommt der darauf?

SZ: Winterhoff spricht von 30 Prozent auffälligen Kindern und sagt, dass durch den immensen Wohlstand in den neunziger Jahren immer mehr Menschen damit begannen, sich um sich selbst zu drehen.

Bergmann: In dieser Form ist das doch Kneipengewäsch. Das Problem hat mit der globalisierten Welt zu tun. Es hat damit zu tun, dass ein gut ausgebildeter Ingenieur nicht mehr über sein Leben verfügt. Wo Unternehmen zerschlagen werden und die Finanzkrise wütet, da kann kein Vater seinen Kindern mehr garantieren, dass sie ihr eigenes Kinderzimmer behalten dürfen. Die Werte der Väter gehen verloren. Wenn man gleichzeitig sieht, wie fragil die Familien heute sind, so hat dies eine tiefe Unsicherheit der Kinder zur Folge. Diese Verfassung moderner Familien ist eine wesentliche Ursache für die Zunahme von ADS oder Selbstverletzungen von Kindern. Wenn der Vater nicht mehr das Gefühl hat, er habe alles im Griff, dann hat es sein Sohn auch nicht. Gleichzeitig müssen diese Kinder noch eine glückliche Familie repräsentieren und sich gegen Konkurrenz beweisen. Hinzu kommt vielleicht noch eine Patchwork-Situation und die Schule, die Kinder schon früh in Hauptschüler und Gymnasiasten selektiert. Man kann dieses komplizierte System nicht auflösen, indem man sagt: Unsere Kinder sind zu verwöhnt oder bekommen nicht genügend „Gegenwehr“, deshalb werden sie zu Tyrannen. Ein Kind liebt Vater und Mutter. Mit dieser Liebe kann man fast jedes Problem lösen.

SZ: Aus Liebe schenken manche Eltern ihren Kindern zum Beispiel teure Markenklamotten.

Bergmann: Wer seinen Kindern Markenklamotten kauft, obwohl es die gleichen Klamotten auch ohne Firmenzeichen woanders wesentlich günstiger gibt, der muss sich nicht wundern, wenn er von seinen Kindern nicht für voll genommen wird. Erklärt man dem Kind jedoch, warum man als Vater nicht bereit ist, so viel zu bezahlen, so mault das Kind zwar. Insgeheim aber ist es stolz, dass sein Vater eine klare Haltung einnimmt. …

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Der Vater mit dem Kindergesicht – alles nur gelogen?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 20. Februar 2009

alfie-vater-mit-13Das Medienspektakel geht in die nächste Runde: Die Geschichte von Alfie, der letzte Woche mit 13 Jahren Vater geworden sein soll, beruht möglicherweise auf einer Lüge. Britische Medien berichten, dass die Eltern der 15-jährigen Mutter Chantelle den Jungen nur vorschieben, weil sich das Thema mit seinem Baby-Gesicht lukrativer habe vermarkten lassen.

Es ist schwer vorstellbar, dass die kleine Maisie eine Parabel für die schmutzigen und chaotischen Verhältnisse sein mag, in denen sie womöglich entstanden ist. Doch die jüngste Wende in dem Fall macht Maisies Geschichte schockierender, als sie es ohnehin schon war. Nach neuen Informationen sollen die Eltern der Teenagermutter darauf bestanden haben, dass Chantelle den wahren Kindsvater verschweigt und stattdessen Alfie benennt. Auf diese Weise wollten die Steadmans aus Essex angeblich so viel Geld wie möglich aus der Geschichte schlagen.

Das klingt abwegig, entspricht aber andererseits den Motiven, die junge Väter und Mütter mit der Geburt verbinden. Das britische ‚Fatherhood Institute’ hat gerade gestern die Veröffentlichung von Materialien zu dem Thema angekündigt und schreibt dazu:

Many – though by no means all – have grown up in difficult circumstances, are on low incomes or benefits, have few academic qualifications and relatively poor career prospects. Some are homeless, or live in cramped, temporary accommodation.

Yet most have something in common – something they also share with the young mothers of their children: an overwhelming wish for a better life for the children they adore.

Sadly, it is common for health and other services to ignore young dads, and/or make negative assumptions about them – effectively pushing them away from the close involvement with their children that almost all crave, and that could be harnessed in hugely beneficial ways.

Das gilt ja für diesen Fall nicht, vor allem wenn es gelingt aus dem Medienspektakel einen gesellschaftlichen Diskurs zu machen. Das lohnt sich in jedem Fall.

Positively involved young dads can be a hugely important resource for their children and also for the mothers of their children. Research shows that young mothers who feel supported by their baby’s father adjust better to motherhood and behave more positively towards their children – for whom a good relationship with “my dad” proves protective in face of other disadvantage.

Quelle

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