der VÄTER Blog

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‚Nachteilige Auswirkungen der Vaterzeit auf die Karriere gibt es tatsächlich nicht‘

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 30. September 2017

„… ZEIT: Im Väterreport steht, dass ein Fünftel der Väter darauf verzichten, Elternzeit zu nehmen, weil sie Angst um ihre Karriere haben.

Schürmann: Das kann ich nicht nachvollziehen. Nicht bei drei Monaten. Ich finde, das ist kein allzu langer Zeitraum.

ZEIT: Nachteilige Auswirkungen der Vaterzeit auf die Karriere gibt es tatsächlich nicht. Im Gegensatz zur Teilzeit – die haben Sie auch gemacht.

Schürmann: Ja. Nach der Elternzeit habe ich jeweils wieder Vollzeit gearbeitet. Als meine zweite Tochter drei war, bin ich dann aber in Teilzeit gegangen, für viereinhalb Jahre. Und ich wurde während meiner Teilzeit zum Senior-Partner befördert. Das hatte Signalwirkung in der Firma.

ZEIT: Wie sah denn Ihre Teilzeit aus?

Schürmann: Ich habe 80 Prozent gearbeitet, vier Tage die Woche, am Montag war ich zu Hause. Meine Frau hatte sich damals selbstständig gemacht als Coach. Sie hat Termine angeboten, während ich die Kinder in Kindergarten und Schule gebracht und abgeholt habe. Ich habe gekocht, geputzt, Reparaturen erledigt.

ZEIT: Und die Arbeit in der Firma blieb liegen?

Schürmann: Meine Frau war zum Glück so flexibel, dass ich ab und zu mal einen Tag tauschen konnte, etwa wenn ich unbedingt in eine Vorstandssitzung musste. Dadurch konnte ich normal weiterarbeiten. Ich betreute statt fünf oder sechs Projekten natürlich nur drei oder vier. Nach viereinhalb Jahren bin ich dann wieder auf hundert Prozent gegangen.

ZEIT: Wieso?

Schürmann: Ich habe die europaweite Verantwortung für mein Team übernommen, und das war eine Aufgabe, die wollte ich wirklich. Hätte ich es auch anders regeln können? Ja. Aber ich wollte es ebenso machen. …

ZEIT: Was haben Sie sich schwieriger vorgestellt in Ihren Auszeiten?

Schürmann: Bei der Teilzeit hatte ich mir die Kommunikation mit Kunden schwieriger vorgestellt. Dass es Probleme gibt, wenn ich sage: Am Montag kann ich nicht. Aber das hat einige Kundenbeziehungen sogar intensiviert. Plötzlich wurde diese sachliche Arbeitsbeziehung etwas menschlicher.

ZEIT: Und was haben Sie sich leichter vorgestellt?

Schürmann: Die Komplexität von zwei Jobs gleichzeitig. Auch an Montagen kamen E-Mails rein, während ich mit den Kindern Lego-Steine zusammensteckte. Ich hatte oft das Gefühl: Ich bin nicht so konzentriert bei den Kindern, wie ich es gern wäre, und erledige meine Aufgaben bei der Arbeit nicht so perfekt, wie ich es gern täte. …”

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Personalmanager sehen steigenden Bedarf für Teilzeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 6. Juli 2017

Der Bundesverband der Personalmanager (BPM) hat gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium 1500 Personalverantwortliche zu ihren Erfahrungen mit vollzeitnahen Teilzeitmodellen befragt. Die Umfrage zeigt, dass die vollzeitnahe Teilzeit bereits in vielen Unternehmen gelebt wird.

Die Ergebnisse belegen, dass die größte Gruppe der Unternehmen (40 Prozent) Arbeitsmodelle anbietet, bei denen die Arbeitszeit bei 50 bis 75 Prozent der vertraglichen Arbeitszeit liegt. Nur 11 Prozent der befragten Unternehmen nutzen Teilzeitmodelle, bei denen die Arbeitszeit zwischen 75 und 90 Prozent liegt. In Zukunft dürfte insbesondere dieser Anteil weiter steigen. Denn 55 Prozent der befragten Personalmanager geben an, dass ihre Unternehmen und Organisationen zukünftig genau solche Teilzeit-Modelle verstärkt anbieten wollen. Die Wochenarbeitszeit liegt hierbei zwischen 28 bis 36 Stunden (sogenannte vollzeitnahe Teilzeit).

„Mitarbeiter wollen zunehmend Arbeitszeiten, die sich den aktuellen Lebensumständen anpassen und nicht umgekehrt. Insbesondere Teilzeit-Modelle mit nur geringen Auswirkungen auf Arbeitszeit und Gehalt sind deshalb attraktiv. Denn sie geben den Mitarbeitern mehr Zeit, um sich um Kinder, pflegebedürftige Angehörige oder einfach um sich selbst zu kümmern. Und ihre Auswirkungen auf das Einkommen sind für die Mitarbeiter oft besser verkraftbar als Modelle, bei denen sich das Einkommen um die Hälfte oder mehr reduziert“, sagt Dr. Elke Eller, Präsidentin des Bundesverbandes der Personalmanager und Arbeitsdirektorin der TUI Group.

Als wichtigste Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung vollzeitnaher Arbeitsmodelle nennen die befragten Personalmanager die Akzeptanz durch die Führungskräfte (35 Prozent), eine flexible Organisationsstruktur (27 Prozent), den flexiblen Umgang mit Arbeitszeiten sowie Transparenz im Team (beide 22 Prozent). Arbeitsverdichtung wird von ihnen als eine der Herausforderungen genannt (86 Prozent), da eine Umverteilung von Aufgaben bei geringer Arbeitszeitverkürzung oft nicht möglich ist.

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Fachkräfte wünschen sich Rückkehrrecht auf Vollzeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 7. März 2017

Das ist Wasser auf die Mühlen von Andrea Nahles: Neun von zehn Beschäftigten in Deutschland wollen die Möglichkeit haben, aus der Teilzeitarbeit in eine Vollzeitstelle zurückzukehren. Damit ist ein solches Recht für Fachkräfte in Deutschland die wichtigste Maßnahme zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das hat die Online-Jobbörse StepStone in einer Befragung von rund 5.000 Fach- und Führungskräften herausgefunden. Die Studie zeigt auch: 28 Prozent der befragten Frauen haben fest vor, in Zukunft eine Führungsrolle zu übernehmen. Knapp 60 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten glauben, dass sie eine verantwortungsvolle Führungsposition auch mit reduzierter Stundenzahl angemessen ausfüllen können.

„Gerade hoch qualifizierte Frauen wollen im Job etwas bewegen – auch dann, wenn sie vorübergehend in Teilzeit arbeiten wollen oder müssen. Unsere Marktforschung hat ergeben, dass vier von zehn Frauen auf Vollzeit umsteigen würden, wenn sich die Kinderbetreuung optimal organisieren ließe. Die Bereitschaft, mehr zu arbeiten, ist damit im Vergleich zu unserer Vorjahresbefragung noch einmal um zehn Prozentpunkte gestiegen“, sagt Simone Reif, Geschäftsführerin bei StepStone.de. „Für die Wirtschaft sind das gute Nachrichten, denn in Zeiten knapper Fachkräfte sind Unternehmen auf diese Frauen angewiesen.“ Schätzungen von StepStone zufolge beläuft sich die Anzahl der Frauen, die unter den richtigen Voraussetzungen in Vollzeit arbeiten würden, allein unter Fach- und Führungskräften auf bis zu 1,5 Millionen.

Flexible Arbeitszeiten sind für 95 Prozent aller Befragten ein Muss. Frauen wünschen sich als Unterstützung vom Arbeitgeber Fortbildungen zur Vorbereitung auf eine Führungsposition sowie Maßnahmen zur gezielten Förderung von Teilzeitkräften. Knapp zwei Drittel der weiblichen Fachkräfte sahen sich nach der Rückkehr aus der Familienpause mit anderen Aufgaben konfrontiert – 28 Prozent üben seitdem weniger anspruchsvolle Tätigkeiten aus. Dass die Unterbrechung der Berufstätigkeit ihrer Karriere geschadet hat, meint mehr als die Hälfte der Frauen. Das hat auch finanzielle Folgen: 60 Prozent rechnen langfristig mit negativen Auswirkungen auf ihr Gehalt.

Stepstone hat im Frühjahr 2017 rund 5.000 Fach- und Führungskräfte in Deutschland zu ihrem Karriereverlauf befragt. Männer waren unter den Umfrageteilnehmern zu 54 Prozent und Frauen zu 46 Prozent repräsentiert. Die Studie liefert einen umfassenden Überblick über die Einstellung von Männern und Frauen zu den Themen Arbeitszeitmodelle, Personalverantwortung und Führung, Zusammenarbeit sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

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Väter haben durch Elternzeit keine Lohneinbußen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. November 2016

Wenn Väter Elternzeit nehmen, wirkt sich das nicht negativ auf die Entwicklung ihrer Löhne aus. Wählen Väter dagegen Teilzeit, um Beruf und Familie besser zu verbinden und mehr Zeit für ihre Kinder zu haben, müssen sie mit Lohneinbußen und Karrierenachteilen rechnen. Das fand Mareike Bünning, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Nachwuchsgruppe Arbeit und Fürsorge am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), in einer Studie heraus.

Die WZB-Wissenschaftlerin untersuchte erstmals für Deutschland, ob Männer, die Elternzeit in Anspruch nehmen, berufliche Nachteile in Kauf nehmen müssen, und verglich die Auswirkung einer Elternzeit mit den Folgen einer Teilzeitarbeit. Dafür analysierte sie Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) von 1991 bis 2013 und des Panels Familien in Deutschland (FiD) von 2010 bis 2013. Das Ergebnis: Weder im öffentlichen Dienst noch in der Privatwirtschaft ist Elternzeit für Väter mit Lohneinbußen verbunden, unabhängig davon, ob sie nur die beiden für sie reservierten Partnermonate oder eine längere Elternzeit in Anspruch nehmen. Das gilt für Väter mit Berufsausbildung wie für Väter ohne beruflichen Abschluss.

Anders sieht es bei der Teilzeitarbeit aus: Im Gegensatz zur Elternzeit ist Teilzeitarbeit mit Lohneinbußen verbunden. Mit jedem Monat, den Männer in Teilzeit statt in Vollzeit arbeiten, verringert sich ihr Stundenlohn um durchschnittlich 0,2 Prozent. Ein Jahr Teilzeitarbeit führt somit zu Lohneinbußen von etwa 3 Prozent. Das lässt sich möglicherweise darauf zurückführen, dass der Wunsch nach Teilzeitarbeit als Signal für mangelndes berufliches Engagement verstanden und entweder durch eine geringere Entlohnung oder durch das Ausbleiben einer Lohnerhöhung oder Beförderung sanktioniert wird, erklärt die Forscherin.

Die Studie ist gerade unter dem Titel Die Vereinbarkeitsfrage für Männer: Welche Auswirkungen haben Elternzeiten und Teilzeitarbeit auf die Stundenlöhne von Vätern? in der aktuellen Ausgabe der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie erschienen.

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Kinder statt Karriere – Immer noch die falsche Frage

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 1. Juli 2015

Kinder betreuen statt Karriere machen: 62 Prozent der Männer in der Schweiz finden die Familie wichtiger als den Beruf. Gerade junge Männer möchten Teilzeit arbeiten, um mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen. Diesen Wunsch setzen bislang aber nur Wenige in Tat um.

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Der Teilzeitmann – Das Buch

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 12. November 2014

Teilzeitarbeit liegt im Trend. Doch nicht nur in der Schweiz wird das Modell bis heute überwiegend von Frauen praktiziert. Neun von zehn Männern würden zwar dies auch gerne erfahren, aber nur einer von sieben tut es.

Hier setzt ‹Der Teilzeitmann› an. Vor zwei Jahren hat ein kleines Team unter Leitung von Andy Keel das Projekt lanciert und sich zum Ziel gesetzt, Teilzeitarbeit salonfähig zu machen. Vor allem Männer sollen ermutigt werden. Es ist ja nicht so, dass sie nicht möchten. Viele junge Väter wollen nicht lediglich stiller Ernährer ihrer Familie sein, sondern auch eine aktive Beziehung mit ihren Kindern pflegen. Doch der Weg zur Teilzeitarbeit ist voll von Hindernissen.

Manche Firmen sind skeptisch, weil die flexiblen Modelle meist mit höherem Aufwand verbunden sind. Und auch in der Familie spielt ein Teilzeitmann eine andere Rolle, welche mit der Partnerin ausgehandelt werden will. Dieses Buch ist ein Handbuch auf dem Weg in die neue flexible Arbeitswelt. Es zeigt in einem kleinen Einmaleins Widerstände auf, die es zu überwinden gilt. Verschiedene Interviews, Porträts und Geschichten aus allen Schichten und Berufen zeigen, was es braucht, damit alle mit den Einschränkungen glücklich sein können: der Teilzeitmann, seine Liebsten und der Chef. Denn Teilzeit lohnt sich – auch für Unternehmen. Und die Statistik zeigt: Immer mehr Männer setzen ihren Teilzeitplan auch in die Tat um.

Das Buch macht Männern Mut, ihre traditionelle Ernährerrolle aufzubrechen und sich den Herausforderungen von heute zu stellen. Ein informativer und vergnüglicher Leitfaden für Männer und ihre Familien. ‚Teilzeit wirkt antidepressiv, maximiert den Lebensgenuss und stärkt erst noch das Immunsystem.‘ Y. H., Arzt ‚Das Leben bietet doch so viel mehr als nur den Job. Teilzeit ist ein Stück Vogelfreiheit, die sehr viel Stress wegnimmt.‘ F. H., Direktor ‚Das Leben wird vielfältiger und intensiver. Man spürt Kräfte, die man sich vorher nicht zugetraut hat.‘ T. P., Berufsmusiker.

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… im schlimmsten Fall den Arbeitgeber wechseln

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 17. Oktober 2014

Jörg Wiler berichtet im Interview mit dem Schweizer Radio SRF über seine Erfahrungen mit Teilzeit und der Kampagne Teilzeitmann in der Schweiz

„… Ist es denn heute schwierig für Männer, ihre Arbeitgeber von den Vorteilen der Teilzeit zu überzeugen?

Teils. Großunternehmen haben dieses Thema ins Auge gefasst. Sie müssen ihr Personal auch auf dem internationalen Arbeitsmarkt suchen. Da muss man etwas bieten können. Weniger Resonanz haben wir bei mittelgroßen Unternehmen oder bei kleinen.

Es kann natürlich heikel sein, sein Interesse beim Arbeitgeber anzumelden. Bei Chefs, die schon Erfahrungen mit Teilzeit haben – ob privat oder beruflich –, sind die Türen weit offen. Aber wo das Leistungsethos noch anders gelagert ist, gibt’s viel zu tun. Wir empfehlen den Männern, hartnäckig zu sein und wiederholt anzuklopfen. Oder im schlimmsten Fall den Arbeitgeber zu wechseln.

Macht Teilzeitarbeit aus Ihrer Sicht in jedem Fall zufriedener?

Ja. Ich habe 33 Berufsjahre. Davon habe ich 23 Teilzeit gearbeitet. Meine Lebensqualität hat massiv zugenommen. Das Leben wird nicht einfacher, aber sicher viel reicher. Weil man auch verschiedene Kompetenzen erwerben kann. Und man ist auch leistungsfähiger im Beruf. Aus betriebswirtschaftlicher Perspektive lohnt sich Teilzeit für ein Unternehmen. Das zeigen zwei Schweizer Studien ganz klar.

Sind Sie damals noch großen Vorurteilen begegnet, als Sie mit Teilzeit-Arbeit begonnen haben?

Vor allem im Sportclub kamen süffisante Sprüche wie: Der Freizeit-Techniker macht am Freitag frei und lehnt sich zurück. Es geht immer um dieses Leistungsethos. In urbanen Zentren ist das weniger der Fall. Aber je weiter man aufs Land kommt, desto mehr gilt: Wer nicht 100prozentig oder mehr arbeitet, ist kein richtiger Mann. Zum Teil drückt natürlich auch Eifersucht durch, wenn man selber nicht mehr Luft hat oder mit der Familie sein kann.

Dass der Bund die Kampagne überstützt, wurde mit dem Argument kritisiert, dass es in der Schweiz in vielen Bereichen einen Fachkräftemangel gibt.

Je mehr Männer Teilzeit arbeiten – auch in Führungspositionen –, desto mehr Frauen können das Gleiche tun. Rund ein Drittel der Mütter von Kindern unter sechs Jahren bleiben nach einer Schwangerschaft zuhause. Das macht rund 50‘000 Hausfrauen in der Schweiz, die eine Hochschule oder eine höhere Berufsbildung absolviert haben. Hier liegt viel Potential brach.

Wenn Frauen nicht mehr in den Arbeitsmarkt zurückgeben, dann hat das einerseits strukturelle Probleme, Stichwort mangelnde Krippenplätze. Aber auch, dass zu wenig qualifizierte Teilzeit -Stellen zur Verfügung stehen. Das Argument «Es ist schlecht für die Wirtschaft» finde ich ein Affront gegen die Frauen, dass sie diese Lücke nicht füllen können.

Und das Thema Gesundheit wird bei der Kritik an der Kampagne nicht erwähnt. Teilzeit-Arbeit kann auch Entspannung und Erholung bedeuten. Damit macht das auch volkswirtschaftlich Sinn. Es kommt weniger zu Burnout oder depressiven Erschöpfungszuständen. Dadurch sinken die Kosten.

Wenn wirklich die große Mehrheit der Männer Teilzeit arbeiten möchte, wie das aus einer Untersuchung hervorging, weshalb scheitern dann so viele an der Umsetzung?

Ich denke, es wollen es sehr viele. Aber wenn es dann konkret wird, dann wird es schwierig. Es ist ein Prozess, auch mit der Partnerin oder dem Partner. Das muss man aushandeln: Was verliert der Mann? Was gewinnt die Partnerschaft? Und auch die Frau muss finanzielle Vorteile oder die Definitionsmacht im Haus abgeben können. …“

Ende Oktober 2014 erscheint im Zytglogge Verlag das Buch ‚Der Teilzeitmann‘, das er gemeinsam mit Claudio Zemp verfasst hat.

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Väter arbeiten Teilzeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 22. August 2014

Mehr Zeit für den Nachwuchs – das bedeutet meistens, weniger Zeit für den Beruf einzuräumen. Doch dieser Verzicht auf berufliches Engagement ist in Deutschland immer noch hauptsächlich Frauensache. Denn berufstätige Väter nehmen hierzulande viel weniger Teilzeitangebote in Anspruch als Mütter. Das zeigen Daten des Statistischen Bundesamtes, die Statista für ZEIT ONLINE in der unten stehenden Infografik aufbereitet hat.

Von den erwerbstätigen Vätern mit minderjährigen Kindern waren danach im Jahre 2012 rund 94 % in Vollzeit beschäftigt und nur sechs Prozent in Teilzeit. Dagegen arbeitet die überwiegende Mehrheit der Mütter in Teilzeit. Mit 69 % sind es sogar mehr als zwei Drittel. Nur 31 % der Frauen mit minderjährigen Kindern gingen einer Vollzeit-Beschäftigung nach.

Diese Arbeitszeitpräferenzen bedingen sich gegenseitig und was fehlt ist eine gesellschaftliche Wertschätzung für teilzeitarbeitende Männer. Daran kann man arbeiten wie eine Kampagne in Basel zeigt:

Foto: zVg

Foto: zVg

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Trend zur Teilzeit – Bestandsaufnahme und Auswirkungen für Beruf und Familie

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 6. Juli 2014

Teilzeitarbeit ist ein Phänomen, das in Österreich in den letzten zwanzig Jahren das Erwerbsleben grundlegend verändert hat. Dies hat aber auch weitreichende Konsequenzen für die individuellen, sozialen und familiären Lebensumstände. Ein neues Working Paper bietet nun eine differenzierte Darstellung über die Entwicklung und das Ausmaß von Teilzeitarbeit und behandelt im Detail folgende Fragen:

  • Reduzieren Personen ihre Arbeitszeit von Vollzeit auf Teilzeit oder ist Teilzeit ein Schritt in die Erwerbstätigkeit?
  • Arbeiten Personen dauerhaft in Teilzeit oder wechseln sie ihr Arbeitszeitarrangement?
  • Ist Teilzeit eine Notlösung, da keine Vollzeitstelle gefunden wurde oder waren persönliche Gründe für die Wahl ausschlaggebend?

Darüber hinaus werden internationale Vergleichsdaten zur Bedeutung, zur Häufigkeit und zur Motivation für Teilzeitarbeit in anderen Ländern präsentiert.

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Väter arbeiten Teilzeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 25. April 2014

Väter arbeiten zwar immer noch deutlich weniger Teilzeit als Mütter, jedoch hat sich die Schere zwischen 2003 und 2013 verkleinert. Der Anteil der teilzeiterwerbstätigen Väter nahm von 5,8 auf 9,3 % zu. Dies geht aus der am Freitag publizierten Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung 2013 des Bundesamts für Statistik (BFS) hervor. Männer, die mit sehr kleinen Kindern – jünger als sieben Jahre – im selben Haushalt leben, arbeiteten im vergangenen Jahr sogar in 10,5 % der Fälle Teilzeit.

Auch über die gesamte Bevölkerung gesehen, gewinnt die Teilzeitarbeit in der Schweiz an Bedeutung. Die Zahl der Teilzeiterwerbstätigen ist mehr als dreimal so rasch angestiegen wie jene der Vollzeiterwerbstätigen (+24,5 % gegenüber +7,1 %).

Im europäischen Vergleich weist die Schweiz mit 36,5 % nach den Niederlanden den zweithöchsten Anteil an Teilzeiterwerbstätigen auf. Mehr als jeder dritte Erwerbstätige arbeitet Teilzeit – bei den Frauen sind es 61,1 %, bei den Männern 15,5 %.

Während der Anteil der teilzeiterwerbstätigen Männer in den vergangenen zehn Jahren um 43,7 % gestiegen ist, nahm der Anteil der Frauen, die Teilzeit arbeiten, um 19,9 % zu.

Die Gründe für die boomende Teilzeitarbeit sind vielseitig. Fast jede zweite Teilzeitarbeitskraft gibt familiäre Gründe an. Für gut jede zehnte Person ist das Absolvieren einer Ausbildung der Grund für die Teilzeitarbeit.

Rund 7 % der Teilzeitarbeitenden geben an, keine Vollzeitarbeit gefunden zu haben, weitere 7 % üben eine Nebentätigkeit aus. 3,3 % der teilzeiterwerbstätigen Bevölkerung arbeiten aus gesundheitlichen Gründen nicht Vollzeit. Fast jede zehnte Person hat gar kein Interesse an einer Vollzeiterwerbstätigkeit.

Deutliche Unterschiede bestehen nach hierarchischer Stellung: Bei den Arbeitnehmenden mit Vorgesetztenfunktion liegt der Anteil der Teilzeiterwerbstätigen bei rund 22 %. Bei den Arbeitnehmenden ohne Vorgesetztenfunktion ist der Anteil doppelt so hoch.

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