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Archiv für die 'Arbeitszeiten' Kategorie

Partnerschaftliche Arbeitszeiten aus Kinder- und Elternsicht

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 24. August 2017

Zu arbeiten und Familie zu haben, ist heute Wunsch und Wirklichkeit für die meisten Mütter und Väter in Deutschland. Auch für einen Großteil der Kinder ist es selbstverständlich, dass beide Eltern berufstätig sind. Dass aber Mütter und Väter vollzeitnah arbeiten und ähnlich viel Zuwendungszeit für Kinder aufbringen, ist eher eine Seltenheit. Familien mit partnerschaftlichen Arbeitszeiten stehen im Mittelpunkt dieser Studie, und zwar aus Sicht der Kinder.

Wie erleben die Kinder ihre Eltern, die sich die Verantwortung für Kinder genauso teilen wie die Verantwortung, für das Auskommen der Familie zu sorgen? Wie leben und erleben sie ihre Eltern zwischen Familie und Beruf, ihre Arbeitszeiten und ihre Zeit für Familie? Wie erleben sie ihre Mütter und Väter als Bezugspersonen – und wie zufrieden sind sie damit?

Mit finanzieller Unterstützung des Bundesfamilienministeriums ist das Institut für sozialwissenschaftlichen Transfer (SowiTra) diesen Fragen in einem explorativen Forschungsprojekt nachgegangen und hat neue, erfrischende Einblicke gewonnen, die die Debatte um Vereinbarkeit bereichern.

Die in einem Kurzbericht vorgestellten Erkenntnisse aus Interviews mit Eltern und ihren Kindern machen die Erfahrungswelten der Kinder wie auch die der Eltern anschaulich. Kinder wie Eltern überzeugen in klarer, unmittelbarer Sprache von einer partnerschaftlichen Vereinbarkeit, die zu einem guten Aufwachsen von Kindern und zu stabilen Familien beiträgt. Der Bericht zeigt auch, was Eltern dabei unterstützt, die gewünschte Partnerschaftlichkeit umzusetzen: eine gut funktionierende Ganztagsbetreuung für Schulkinder, flexible Arbeitszeitoptionen über das “Entweder-Oder” von Voll- oder Teilzeitstellen hinaus und finanzielle Unterstützung, damit Zeit für Familie nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängt.

Den kompletten Projektbericht gibt es hier.

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Personalmanager sehen steigenden Bedarf für Teilzeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 6. Juli 2017

Der Bundesverband der Personalmanager (BPM) hat gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium 1500 Personalverantwortliche zu ihren Erfahrungen mit vollzeitnahen Teilzeitmodellen befragt. Die Umfrage zeigt, dass die vollzeitnahe Teilzeit bereits in vielen Unternehmen gelebt wird.

Die Ergebnisse belegen, dass die größte Gruppe der Unternehmen (40 Prozent) Arbeitsmodelle anbietet, bei denen die Arbeitszeit bei 50 bis 75 Prozent der vertraglichen Arbeitszeit liegt. Nur 11 Prozent der befragten Unternehmen nutzen Teilzeitmodelle, bei denen die Arbeitszeit zwischen 75 und 90 Prozent liegt. In Zukunft dürfte insbesondere dieser Anteil weiter steigen. Denn 55 Prozent der befragten Personalmanager geben an, dass ihre Unternehmen und Organisationen zukünftig genau solche Teilzeit-Modelle verstärkt anbieten wollen. Die Wochenarbeitszeit liegt hierbei zwischen 28 bis 36 Stunden (sogenannte vollzeitnahe Teilzeit).

„Mitarbeiter wollen zunehmend Arbeitszeiten, die sich den aktuellen Lebensumständen anpassen und nicht umgekehrt. Insbesondere Teilzeit-Modelle mit nur geringen Auswirkungen auf Arbeitszeit und Gehalt sind deshalb attraktiv. Denn sie geben den Mitarbeitern mehr Zeit, um sich um Kinder, pflegebedürftige Angehörige oder einfach um sich selbst zu kümmern. Und ihre Auswirkungen auf das Einkommen sind für die Mitarbeiter oft besser verkraftbar als Modelle, bei denen sich das Einkommen um die Hälfte oder mehr reduziert“, sagt Dr. Elke Eller, Präsidentin des Bundesverbandes der Personalmanager und Arbeitsdirektorin der TUI Group.

Als wichtigste Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung vollzeitnaher Arbeitsmodelle nennen die befragten Personalmanager die Akzeptanz durch die Führungskräfte (35 Prozent), eine flexible Organisationsstruktur (27 Prozent), den flexiblen Umgang mit Arbeitszeiten sowie Transparenz im Team (beide 22 Prozent). Arbeitsverdichtung wird von ihnen als eine der Herausforderungen genannt (86 Prozent), da eine Umverteilung von Aufgaben bei geringer Arbeitszeitverkürzung oft nicht möglich ist.

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Fachkräfte wünschen sich Rückkehrrecht auf Vollzeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 7. März 2017

Das ist Wasser auf die Mühlen von Andrea Nahles: Neun von zehn Beschäftigten in Deutschland wollen die Möglichkeit haben, aus der Teilzeitarbeit in eine Vollzeitstelle zurückzukehren. Damit ist ein solches Recht für Fachkräfte in Deutschland die wichtigste Maßnahme zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das hat die Online-Jobbörse StepStone in einer Befragung von rund 5.000 Fach- und Führungskräften herausgefunden. Die Studie zeigt auch: 28 Prozent der befragten Frauen haben fest vor, in Zukunft eine Führungsrolle zu übernehmen. Knapp 60 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten glauben, dass sie eine verantwortungsvolle Führungsposition auch mit reduzierter Stundenzahl angemessen ausfüllen können.

„Gerade hoch qualifizierte Frauen wollen im Job etwas bewegen – auch dann, wenn sie vorübergehend in Teilzeit arbeiten wollen oder müssen. Unsere Marktforschung hat ergeben, dass vier von zehn Frauen auf Vollzeit umsteigen würden, wenn sich die Kinderbetreuung optimal organisieren ließe. Die Bereitschaft, mehr zu arbeiten, ist damit im Vergleich zu unserer Vorjahresbefragung noch einmal um zehn Prozentpunkte gestiegen“, sagt Simone Reif, Geschäftsführerin bei StepStone.de. „Für die Wirtschaft sind das gute Nachrichten, denn in Zeiten knapper Fachkräfte sind Unternehmen auf diese Frauen angewiesen.“ Schätzungen von StepStone zufolge beläuft sich die Anzahl der Frauen, die unter den richtigen Voraussetzungen in Vollzeit arbeiten würden, allein unter Fach- und Führungskräften auf bis zu 1,5 Millionen.

Flexible Arbeitszeiten sind für 95 Prozent aller Befragten ein Muss. Frauen wünschen sich als Unterstützung vom Arbeitgeber Fortbildungen zur Vorbereitung auf eine Führungsposition sowie Maßnahmen zur gezielten Förderung von Teilzeitkräften. Knapp zwei Drittel der weiblichen Fachkräfte sahen sich nach der Rückkehr aus der Familienpause mit anderen Aufgaben konfrontiert – 28 Prozent üben seitdem weniger anspruchsvolle Tätigkeiten aus. Dass die Unterbrechung der Berufstätigkeit ihrer Karriere geschadet hat, meint mehr als die Hälfte der Frauen. Das hat auch finanzielle Folgen: 60 Prozent rechnen langfristig mit negativen Auswirkungen auf ihr Gehalt.

Stepstone hat im Frühjahr 2017 rund 5.000 Fach- und Führungskräfte in Deutschland zu ihrem Karriereverlauf befragt. Männer waren unter den Umfrageteilnehmern zu 54 Prozent und Frauen zu 46 Prozent repräsentiert. Die Studie liefert einen umfassenden Überblick über die Einstellung von Männern und Frauen zu den Themen Arbeitszeitmodelle, Personalverantwortung und Führung, Zusammenarbeit sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

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Der Weg in die Teilzeit darf keine Einbahnstraße sein!

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 21. Januar 2017

Die Familienorganisationen der AGF fordern eine gesetzliche Möglichkeit, die Arbeitnehmer/innen den Weg zurück in Vollzeit erleichtern soll, nachdem sie sich für eine Teilzeitarbeit entschieden haben. Anlässlich der Veröffentlichung der neuesten Daten zu Arbeitszeiten und Arbeitszeitwünschen vom Statistischen Bundesamt unterstützen die Organisationen die Gesetzesinitiative von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, den Weg in die Teilzeit auf Wunsch zu befristen.

„Wir unterstützen Frau Nahles in ihrem Bestreben, das Rückkehrrecht auf eine Vollzeitstelle nun möglichst schnell gesetzlich umzusetzen. Denn angesichts der Leistungen, die Familien bei dem täglichen Spagat zwischen beruflichen Anforderungen und familiärer Verantwortung erbringen müssen, braucht es dringend bessere Rahmenbedingungen“, so der Vorsitzende der AGF, Stefan Becker.

Die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu Arbeitszeiten und Arbeitszeitwünschen machen deutlich, dass viele Teilzeitbeschäftigte mit ihrem Arbeitsumfang unzufrieden sind: fast 15 Prozent der Arbeitnehmer/innen in Teilzeit sind „unterbeschäftigt“ und würden gern ihre Arbeitsstunden erhöhen. Gleichzeitig wünschen sich zahlreiche Personen, die in Vollzeit arbeiten eine Reduzierung ihrer beruflichen Wochenarbeitsstunden. …

Angesichts der Wünsche der Familien treten die Familienorganisationen für einen allgemeinen Anspruch auf Befristung der Teilzeit ein. Ziel sollte es sein, dass mit Auslaufen der Befristung automatisch ein Rückkehrrecht bis hin zum vorherigen Arbeitsumfang gilt. Im Fall widerstreitender Interessen sollen Beschäftigte mit minderjährigen Kindern oder zu pflegenden Angehörigen vorrangig berücksichtigt werden.

Eine solche Befristung sollte nach Vorstellungen der AGF innerhalb einer sechsmonatigen Frist vor Ablauf verlängert werden können. Diese Frist gilt auch für eine Rückkehr zu einem Arbeitsumfang mit einer geringeren als der ursprünglich gültigen Wochenstundenzahl. Ansonsten sollte nach Ablauf der befristeten Teilzeit wieder automatisch die ursprüngliche Wochenarbeitszeit gelten. Die Möglichkeit, leichter zwischen Voll- und Teilzeitbeschäftigung zu wechseln, könnte auch dazu beitragen, dass mehr Männer ihre Arbeitszeit vorübergehend reduzieren, um Sorgearbeiten innerhalb der Familie zu übernehmen.

Aus Sicht der AGF sind weitere grundsätzliche Änderungen am Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) notwendig: Die Ablehnung eines Teilzeitwunsches soll nur dann möglich sein, wenn dem „dringende betriebliche Gründe“ entgegenstehen. Zudem sollte Arbeitnehmer/innen die Aufstockung des Arbeitsumfangs erleichtert werden, insbesondere für Personen mit familiären Sorgeaufgaben.“

Aus der Sicht der Väter ist ein Rückkehrrecht aus der Teilzeit eine unabdingbare Voraussetzung, um die Möglichkeiten einer vorübergehenden Arbeitszeitverkürzung nutzen zu können.

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Väter haben durch Elternzeit keine Lohneinbußen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. November 2016

Wenn Väter Elternzeit nehmen, wirkt sich das nicht negativ auf die Entwicklung ihrer Löhne aus. Wählen Väter dagegen Teilzeit, um Beruf und Familie besser zu verbinden und mehr Zeit für ihre Kinder zu haben, müssen sie mit Lohneinbußen und Karrierenachteilen rechnen. Das fand Mareike Bünning, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Nachwuchsgruppe Arbeit und Fürsorge am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), in einer Studie heraus.

Die WZB-Wissenschaftlerin untersuchte erstmals für Deutschland, ob Männer, die Elternzeit in Anspruch nehmen, berufliche Nachteile in Kauf nehmen müssen, und verglich die Auswirkung einer Elternzeit mit den Folgen einer Teilzeitarbeit. Dafür analysierte sie Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) von 1991 bis 2013 und des Panels Familien in Deutschland (FiD) von 2010 bis 2013. Das Ergebnis: Weder im öffentlichen Dienst noch in der Privatwirtschaft ist Elternzeit für Väter mit Lohneinbußen verbunden, unabhängig davon, ob sie nur die beiden für sie reservierten Partnermonate oder eine längere Elternzeit in Anspruch nehmen. Das gilt für Väter mit Berufsausbildung wie für Väter ohne beruflichen Abschluss.

Anders sieht es bei der Teilzeitarbeit aus: Im Gegensatz zur Elternzeit ist Teilzeitarbeit mit Lohneinbußen verbunden. Mit jedem Monat, den Männer in Teilzeit statt in Vollzeit arbeiten, verringert sich ihr Stundenlohn um durchschnittlich 0,2 Prozent. Ein Jahr Teilzeitarbeit führt somit zu Lohneinbußen von etwa 3 Prozent. Das lässt sich möglicherweise darauf zurückführen, dass der Wunsch nach Teilzeitarbeit als Signal für mangelndes berufliches Engagement verstanden und entweder durch eine geringere Entlohnung oder durch das Ausbleiben einer Lohnerhöhung oder Beförderung sanktioniert wird, erklärt die Forscherin.

Die Studie ist gerade unter dem Titel Die Vereinbarkeitsfrage für Männer: Welche Auswirkungen haben Elternzeiten und Teilzeitarbeit auf die Stundenlöhne von Vätern? in der aktuellen Ausgabe der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie erschienen.

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1873 Väter haben Partnerschaftsbonus beantragt

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 5. August 2016

Zu viel Zeit im Job, zu wenig für die Kinder. Junge Mütter und Väter fühlen sich zunehmend überlastet und beklagen Zeitknappheit. Jeder zweite Vater und jede vierte Mutter in Deutschland würde gern weniger Zeit mit Erwerbsarbeit verbringen, um dafür mehr Zeit für Kinder und Familie zu haben. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor. 65 Prozent der berufstätigen Eltern geben an, sie könnten ihre Arbeitszeit entgegen ihren Wünschen nicht reduzieren, weil sie auf die Einkünfte angewiesen seien.

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Diese Angaben finden sich auch in auch in der AOK-Familienstudie: Auch dort äußert etwa die Hälfte aller Eltern, dass sie sich im Alltag zwischen Job und Familie durch Zeitmangel gestresst fühlen. 2010 lag der Anteil der überlasteten Eltern erst bei 40 Prozent.

Während Väter sehr häufig Vollzeit arbeiten, gehen die meisten erwerbstätigen Mütter einer Teilzeitbeschäftigung nach. Dies trifft den Zahlen der Regierung zufolge auch dann noch zu, wenn die Kinder bereits älter sind. Rund 2,5 Millionen vollzeiterwerbstätigen Vätern mit Kindern zwischen acht und 14 Jahren standen 2014 nur rund 700.000 vollzeittätige Mütter gegenüber, wie aus der Regierungsantwort hervorgeht. Auch Väter von Kindern zwischen drei und acht Jahren arbeiteten viermal häufiger Vollzeit als die Mütter. Dagegen war der Teilzeitanteil von Vätern der bis zu Dreijährigen im Vergleich zum Teilzeitanteil der Mütter gering: 500.000 teilzeitbeschäftigten jungen Müttern in Paarbeziehungen standen 21.000 Teilzeit-Väter gegenüber.

Mit wirklichen Zeitbedürfnissen hat das wenig zu tun, wie das Papier zeigt. 28 Prozent der erwerbstätigen Mütter wünschen sich mehr Zeit für den Job. Zwar wollen das nur sieben Prozent der Väter, aber 79 Prozent von ihnen hätten gern mehr Zeit für die Familie. “Gut 60 Prozent der Eltern, deren jüngstes Kind zwischen einem und drei Jahre alt ist, wünschen, dass beide Partner im gleichen Umfang erwerbstätig sind und sich gleichermaßen um Haushalt und Familie kümmern.” Auch 47 Prozent der Eltern älterer Kinder “würden idealerweise eine Konstellation wählen, in der beide Partner gleich oder annähernd gleich lange ihrem Beruf nachgehen”.

2015 wurde neben dem ElterngeldPlus ein Partnerschaftsbonus eingeführt: Eltern, die sich die Betreuung des Kindes teilen und beide mindestens 25 Wochenstunden arbeiten, bekommen vier zusätzliche Elterngeld-Monate. Doch bislang fruchtet das kaum: “Von den 42.772 Personen, die im vierten Quartal 2015 Elterngeld bezogen und Elterngeld plus beantragt haben, haben 1873 auch den Partnerschaftsbonus beantragt”, das sind 4,38 Prozent.

Die Grünen-Fraktionsvize Katja Dörner äußert zu der Antwort der Bundesregierung: „Eltern wollen mehr Zeit für ihre Kinder. Und sie wollen sich Erwerbs- und Familienarbeit gerecht untereinander aufteilen. Elterngeld und Elterngeld plus reichen nicht, um Eltern dies zu ermöglichen.” Sie plädiert dafür, die Subventionierung der Familienzeit deutlich auszuweiten und an die Bedürfnisse der Eltern anzupassen.

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‚Lieber wenig verdienen und viel bewegen als umgekehrt‘

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 14. Mai 2016

Im Interview mit Mathias Morgenthaler erklärt Andy Keel, Gründer des ‚Teilzeitmann‘ in der Schweiz, was ihm wichtig ist im Leben und warum er seine Entscheidungen nicht bereut:

„ …Bereuen Sie es manchmal, die Konzernkarriere frühzeitig abgebrochen zu haben?

Der Banker in mir provoziert manchmal den Unternehmer und wirft diesem vor, er sei nicht kreditwürdig, sondern wahnsinnig. Er reibt mir dann unter die Nase, welchen Preis ich für meinen Weg bezahlt habe. Grob gesagt verdiene ich heute einen Viertel von dem, was ich in Spitzenzeiten bei der Bank bekam. Rechnet man die Alimente mit hinein, lebe ich seit fünf Jahren am Existenzminimum. Die Kollegen von damals besitzen Häuser, Autos und anderen Luxus, ich lebe in Zürich-Wollishofen auf dem Campingplatz. Möchte ich deswegen mit ihnen tauschen? Auf keinen Fall!

Warum nicht?

Ich würde gar nicht mehr funktionieren in einem Konzern. Das wurde mir kürzlich wieder bewusst, als ich ehemalige Kollegen aus Bankerzeiten auf ein Bier traf. Sie verdienen zwar 200‘000 Franken und mehr, haben aber null Gestaltungsspielraum und grosse Angst vor Entlassung und Statusverlust. Sorgen machen sie sich hauptsächlich um die interne Positionierung. Oder um Grabenkämpfe zwischen verschiedenen Abteilungen. Wenn man sich selber gerade überlegt, wie man die Löhne der Angestellten bezahlen kann, wirkt das ziemlich befremdend. Dazu kommt etwas Zweites: Mein Anspruch, als Vater im Alltag präsent zu sein, liesse sich auch heute nicht mit einer anspruchsvollen Aufgabe in einem grösseren Unternehmen vereinbaren.

Damit sagen Sie auch: Das Projekt «Der Teilzeitmann» hat wenig verändert. Obwohl es vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann mit 500‘000 Franken dotiert wurde und mit über 1000 Medienbeiträgen innerhalb von zwei Jahren grosse Resonanz hatte.

Die Bilanz fällt für mich als Initiant zwiespältig aus. Seit 2012 hat sich der Anteil Teilzeit arbeitender Männer von 11 auf 16,3 Prozent erhöht. Allein im vergangenen Jahr haben sich in der Schweiz 40‘000 Männer für Teilzeitarbeit entschieden. Teilzeitarbeit entspricht also einem weit verbreiteten Bedürfnis und ist auf dem Vormarsch. Trotzdem gelang es uns nicht, für 2015 eine Anschlussfinanzierung durch Staat oder Stiftungen zu realisieren. Das Thema ist zwar gesellschaftlich und gleichstellungspolitisch relevant, aber es ist kein «Business Case». In den meisten Unternehmen dominieren nach wie vor patriarchale Führungsstrukturen, in denen hohe Präsenzzeit belohnt und Wissen monopolisiert wird. Teilzeit wird höchstens im 80- oder 90-Prozent-Pensum ausgeschrieben – wenn ein Kandidat 100 Prozent verfügbar ist, wird er bevorzugt. Dabei gibt es in allen Berufsgruppen hervorragende Leute, die gerne 50 oder 60 Prozent arbeiten würden. …“

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Gehört Papa samstags der Firma?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. November 2015

Im Jahr 2014 gaben in Deutschland über die Hälfte der vollzeittätigen Selbstständigen (53,0 %) an, gewöhnlich über 48 Stunden pro Woche zu arbeiten. Dies gilt nach internationaler Konvention als überlange Arbeitszeit. Unter den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Vollzeit betrug dieser Anteil lediglich 7,0 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Veröffentlichung des Berichts „Qualität der Arbeit – Geld verdienen und was sonst noch zählt“ mitteilt, lag damit im Jahr 2014 der Anteil der Vollzeiterwerbstätigen, die gewöhnlich mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten, bei 12,3 %. Der Anteil der Erwerbstätigen mit überlanger Arbeitszeit ist seit seinem Höchststand im Jahr 2012 (13,6 %) wieder etwas zurückgegangen.

Insbesondere Führungskräfte waren häufiger von überlanger Arbeitszeit betroffen: 37,6 % der Vollzeiterwerbstätigen in Führungsposition arbeiteten gewöhnlich mehr als 48 Stunden pro Woche. Dies ist jedoch zum Teil auch auf den überdurchschnittlich hohen Anteil Selbstständiger unter den Führungskräften (50,7 %) zurückzuführen. Während 63,9 % der selbstständigen Führungskräfte in Vollzeit Arbeitszeiten von mehr als 48 Stunden pro Woche aufwiesen, berichtete nur gut jeder vierte abhängig Beschäftigte in Führungsposition (26,4 %) von überlanger Arbeitszeit.

Vollzeiterwerbstätige Männer wiesen mit 15,0 % deutlich häufiger überlange Arbeitszeiten auf als Frauen (7,2 %). Dies lässt sich unter anderem darauf zurückführen, dass Frauen im Vergleich zu Männern deutlich seltener Führungspositionen ausüben.

Der Anteil der Teilzeiterwerbstätigen, die eigentlich eine Vollzeitstelle gesucht haben, lag im Jahr 2014 bei 13,6 %. Männer (18,5 %) waren häufiger betroffen als Frauen (12,4 %). Der Anteil der unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten hat sich seit 1992 (5,4 %) fast verdreifacht. Nach seinem Höchststand von 22,3 % im Jahr 2006 ist er seit 2009 jedoch wieder kontinuierlich gesunken.

Abend- und Nachtarbeit, wie auch überlange Arbeitszeiten können den Raum für private Aktivitäten einschränken und auch mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen einhergehen. Gut ein Viertel der Erwerbstätigen (25,7 %) arbeitete 2014 regelmäßig am Abend, das heißt von 18 bis 23 Uhr. Im Jahr 1992 hatte der Anteil mit 14,9 % auf einem deutlich niedrigeren Niveau gelegen. Im gleichen Zeitraum ist die Nachtarbeit (von 23 bis 6 Uhr) lediglich um 1,4 Prozentpunkte von 7,2 % auf 8,6 % gestiegen. Selbstständige (36,6 %) arbeiteten 2014 häufiger am Abend als Arbeitnehmer (24,4 %). Bei der Nachtarbeit zeigte sich ein umgekehrtes Bild: Während 5,2 % der Selbstständigen auch in der Nacht arbeiteten, lag der Anteil unter den Arbeitnehmern bei 9,2 %.

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Väter sind unter Druck

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 23. Oktober 2015

Die Mehrheit der Väter würde sich gern noch mehr für die Familie engagieren, kommt aber auf Grund langer Arbeitszeiten und beruflicher Belastung nicht so wie gewünscht dazu. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Deutschen Jugendinstituts, der „Väterreport“ von Dr. Claudia Zerle-Elsäßer und ihrer Kollegin Dr. Xuan Li.

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Danach arbeiten die meisten Väter unabhängig vom Alter ihrer Kinder in Vollzeit, während die Mütter meist in Teilzeit beschäftigt sind. Die Väter geraten deshalb zunehmend unter Druck. So macht Claudia Zerle-Elsäßer ein deutliches Missverhältnis zwischen den Arbeitszeitwünschen und der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit aus. Je mehr Arbeitsstunden die Mütter leisten, umso aktiver können die Väter in der Familie sein.

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Familie und Arbeitswelt – Die NEUE Vereinbarkeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 21. September 2015

… so lautet der Titel des Memorandums, das Familienministerin Manuela Schwesig am Montag gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gewerkschaften unterzeichnet hat.

Das Memorandum betont die Gleichwertigkeit von beruflichen und familiären Aufgaben.  In zehn Leitsätzen verpflichten sich Politik und Wirtschaft,  die partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, zum Beispiel durch flexible Arbeitszeitmodelle und qualitativ hochwertige Betreuungsangebote.

Vor rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden, Kammern und Unternehmen erläuterte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig die NEUE Vereinbarkeit: “Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands und damit für die Familien und die Wirtschaft. Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, mit Wirtschaft und Gewerkschaften einen bemerkenswerten Konsens für eine NEUE Vereinbarkeit zu erreichen. Mütter und Väter müssen die Möglichkeit haben Beruf und Familie tatsächlich zu vereinbaren. Dafür brauchen wir gute und verlässliche Kitas, Ganztagsschulen und eine neue Arbeitskultur, die auch Zeiten für Familien mitberücksichtigt, das heißt innovative Arbeitsmodelle und Rahmenbedingungen auf der Höhe der Zeit für alle: für Männer und Frauen als Eltern, Alleinerziehende, getrennt Lebende oder Pflegende.”

Unterzeichnet wurde das Memorandum neben Manuela Schwesig von der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundeswirtschaftsminister, Iris Gleicke, dem Präsidenten der Deutschen Arbeitgeberverbände, Ingo Kramer, dem Präsidenten des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer und der stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Elke Hannack. Erarbeitet wurde das Memorandum im Rahmen des Unternehmensprogramms “Erfolgsfaktor Familie”.

Den Worten und bedrucktem Papier müssen aber auch Taten folgen, insbesondere was die Zeit angeht, die Väter und Mütter (mehr) in und mit Familie verbringen wollen. Sonst wird es bald heißen: ‚Neue Vereinbarkeit, geht auch nicht!“

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