der VÄTER Blog

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Archiv für August, 2012

Väter in Ostdeutschland sind seltener verheiratet

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 31. August 2012

Im Jahr 2011 lebten in 54 % der ostdeutschen Familien mit minderjährigen Kindern die Eltern als Ehepaare zusammen. 1996 lag dieser Anteil noch bei 72 %. Im Vergleich dazu waren in Westdeutschland Eltern in rund 75 % der Familien mit minderjährigen Kindern verheiratet. Vor 15 Jahren betrug dieser Anteil 84 %. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Grundlage der Ergebnisse des Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland und Europa, mit.

Bei rund einem Viertel (26 %) der Familien in Ostdeutschland (neue Länder einschließlich Berlin) war 2011 die Mutter oder der Vater alleinerziehend, 1996 lag der Anteil bei 18 %. In jeder fünften ostdeutschen Familie (20 %) lebten 2011 die Eltern ohne Trauschein als Lebensgemeinschaft zusammen. Dieser Anteil hat sich ebenfalls erhöht: vor 15 Jahren lag er noch bei 10 %.

Auch in Westdeutschland (früheres Bundesgebiet ohne Berlin) gibt es heute mehr Alleinerziehende und Lebensgemeinschaften mit minderjährigen Kindern. 2011 war in 18 % der Familien im Westen die Mutter oder der Vater alleinerziehend (1996: 13 %) und in 7 % der Familien lebten die Eltern als unverheiratete Paare in einem Haushalt zusammen (1996: 3 %).

Zu den Familien zählen im Mikrozensus alle Eltern-Kind-Gemeinschaften, das heißt Ehepaare, nichteheliche (auch gleichgeschlechtliche) Lebensgemeinschaften sowie alleinerziehende Mütter und Väter mit ledigen Kindern im Haushalt. Einbezogen sind in diesen Familienbegriff – neben leiblichen Kindern – auch Stief-, Pflege- und Adoptivkinder.

Das Sorgerecht muss diesen Lebenswirklichkeiten von Familien und nicht veralteten Vorstellungen von der Ehe gerecht werden.

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Ein Vaterschaftsurlaub zahlt sich aus

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 30. August 2012

In einer Analyse für die Basler Zeitung weist Thomas Ley nach, dass sich der von Bundesrätin Sommaruga geplante Vaterschaftsurlaub auszahlt: „Wenn es ums Kinderkriegen geht, sind die Schweizer die Amerikaner von Europa: Familiengründung ist Privatsache. So was machen wir hierzulande nebenher, in der Freizeit, nach Feierabend und mit eigenem Geld. Meistens machen es ohnehin die Frauen. Wenn sie sich das nicht Vollzeit als Hausfrauen leisten können – ein Hausschlüssel an der Halskette hat noch keinem Kind geschadet. …

Zwei Drittel der Schweizer sind … überzeugt, dass ein Kind sich negativ auf die Karriere einer Frau auswirke. Bei den Frauen sind sogar 89 Prozent dieser Meinung. Umgekehrt glauben nur 18 Prozent der Männer, dass sie ein Kind am beruflichen Fortkommen hindert. …

Ein tödliches politisches Klima für die Idee eines Vaterschaftsurlaubs. Darum wird es weitergehen mit der unsäglichen Verschwendung weiblicher Fähigkeiten. Immerhin gibt die öffentliche Hand heute jährlich über 15 Milliarden Franken aus für die Bildung von Frauen und Mädchen. Konsequenterweise müssten Gegner eines Vaterschaftsurlaubs diese Gelder reduzieren oder streichen lassen.

Sogar die Industrieländer-Organisation OECD, nicht bekannt als sozialistischer Club, befand vor zehn Jahren, familienfreundliche Politik habe «eine Reihe von Nutzen für die Gesellschaft», und nannte als Erstes «sicherere Einkommen» und erst dann Gleichberechtigung und Kindesentwicklung.

Auch derzeit gewinnt man mit rein gesellschaftlichen Argumenten keinen Blumentopf. Dieselben Kreise, die gern über die Wichtigkeit traditioneller Familienstrukturen predigen, wenn es darum geht, Single-Mütter abzukanzeln oder homosexuellen Paaren eine Adoption zu verwehren, ignorieren die Rolle des Vaters, sobald es kostet. Obwohl eine wachsende Zahl von Studien die Folgen dessen beleuchtet, was der Psychoanalytiker Horst Petri «Das Drama der Vaterentbehrung» nannte.

Lassen wir also das Drama. Handfeste Vorteile sollten reichen – und die sind erheblich. «Es gibt Berge von Studienmaterial, das den Nutzen einer väterfreundlichen Personalpolitik belegt», sagt Markus Theunert, Präsident von Männer.ch, dem Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisation: «Mehr Output, mehr Effizienz, weniger Fehltage, weniger Fluktuation und generell höhere Loyalität dem Betrieb gegenüber.»

Aber nicht nur Firmen fahren im Vergleich besser mit einer guten Familienpolitik, auch Länder verschaffen sich einen Vorteil, wie ein Vergleich der OECD zeigt. Die Staaten mit den weltweit längsten Mutterschafts-, Vaterschafts- oder Elternauszeiten gehören zu den reichsten der Welt: Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark. Die USA, in denen nur einzelne Bundesstaaten über Elternzeit-Regelungen verfügen, gleichen dieses Manko immerhin mit großzügiger Subvention von Krippenplätzen aus.

Nur: Solange Väter, aus Angst oder Unwille, nicht mitziehen, entstehen für Frauen neue Probleme. Der OECD-Vergleich zeigt, dass Elternzeit, die praktisch nur von der Mutter wahrgenommen wird, die skandinavischen Frauen in ihrer Stellung auf dem Arbeitsmarkt zurückwirft. …‘

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Kann Mann als ganzer Kerl für die Quote sein?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. August 2012

Ich meine ja, da sprechen eine Menge guter Gründe dafür:

  • Ich habe viel Zeit und Geld in die gute Ausbildung meiner Kinder investiert und möchte, dass sich dies für meine Töchter genauso auszahlt wie für meinen Sohn.
  • Eine höherer Frauenanteil bei Führungspositionen wird die einseitige Zuschreibung von ‚Führungseigenschaften‘ wie Rücksichtslosigkeit und Durchsetzungsvermögen an Männer beenden und ihnen dadurch neue Handlungsmöglichkeiten und Entwicklungsperspektiven eröffnen.
  • Die Antworten auf die Frage der Fragen, ‚Wann ist der Mann ein Mann?‘ werden bunter und es kommt mehr und vor allem ein längeres Leben ins Männerleben.
  • Die typisch deutsche Sichtweise, ‚Du musst dich entscheiden, Kinder oder Karriere!‘ und die damit verbundene ‚Rush Hour‘ des Lebens wird sich in Wohlgefallen auflösen …

Klingt gut, oder? Aber von nichts kommt nichts und auch mit Quote muss selbstverständlich weiter über die Art und Weise wie wir arbeiten wollen, mit und ohne Familie oder Kinder, diskutiert und gestritten werden. Die Diskussion um die Quote, vor allem unter dem Blickwinkel, ‚was bringt sie eigentlich den Männern?‘ ist dazu ein guter Einstieg.

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Aber normal ist es noch nicht

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. August 2012

Gestern berichtete die Wirtschaftswoche die ‚Über-Daddys‘ und Karriereväter, die scheinbar mit links Elternzeit und nebenbei den MBA machen. In der FAZ porträtiert Yolanda Graf heute 2 Väter und ihre Erfahrungen mit der Elternzeit.

Lentje ist viereinhalb Monate alt, und seit fünf Wochen bestimmt sie Micha Mangolds Leben. Drei Monate lang hat sich der 51Jahre alte Bauingenieur gemeinsam mit seiner Frau Christina um die Kleine gekümmert. Das sei einfacher gewesen, „man hat das Staffelholz mal abgeben können“. Nun ist Mangold allein verantwortlich. Viel weniger anspruchsvoll habe er sich das alles vorgestellt, sagt er. Als Projektkoordinator war Verkehrsplanung sein Beruf – nun besteht sein Alltag aus Windeln, Fläschchen und Babyliedern. Mangold ist der erste leitende Angestellte in dem Frankfurter Planungsbüro, der eine längere Babypause einlegt. Ein Jahr Elternzeit wurde ihm genehmigt, über den Antrag auf Teilzeit für ein weiteres Jahr könne noch nicht entschieden werden, hieß es vom Arbeitgeber. …

Thorsten Würsig ist in Frankfurt in einer Kanzlei beschäftigt. Der 34 Jahre alte Anwalt hat sich Anfang dieses Jahres zwei Monate Auszeit von der Arbeit gegönnt, um sich gemeinsam mit seiner Frau Tanja um Töchterchen Johanna zu kümmern. Er sei der erste Mann in der Kanzlei gewesen, der Elternzeit genommen habe, erzählt er. Freudensprünge habe seine Chefin nicht gemacht, die Reaktion der Vorgesetzten sei aber „im Großen und Ganzen okay“ gewesen. Die Arbeitskollegen hätten alle sehr positiv reagiert – Nachahmer habe es aber noch nicht gegeben. Auf die Frage, woran das liege, zuckt er mit den Achseln. Viele hätten eine diffuse Angst, dass sich eine Auszeit nachteilig auf die Karriere auswirken könne, sagt er dann vorsichtig. Das habe er allerdings nicht feststellen können, auch seine Mandanten hätten aufgeschlossen reagiert. Mehr als zwei Monate aber hätte auch er nicht zu nehmen getraut, „das wäre zu lang gewesen“. Zum einen wegen der Lohneinbußen. Aber die Kulanz der Kanzlei habe er auch nicht überstrapazieren wollen. …

Normalität sieht anders aus und Ermutigung täte gut. Aber da ist auch der Bericht der Wirtschaftswoche ernüchternd: In Deutschland gibt jedes sechste Unternehmen an, Väter zu mehr Familienengagement zu ermuntern. In Großbritannien sind es 61 % und in Schweden 55 %.

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Die Windeln wechseln und darüber reden

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. August 2012

Die Wirtschaftswoche berichtet in der aktuellen Ausgabe über einen neuen Trend, der immer mehr Väter, insbesondere mit Entwicklungsambitionen erfasst. Die Karriereväter, die Windeln wechseln, Elternzeit in Anspruch nehmen und Arbeitszeiten reduzieren und das auch offensiv im Unternehmen kommunizieren.

‚Auf den Firmenfluren und in Führungszirkeln outen sich Manager inzwischen regelmäßig als engagierte Familienväter – und punkten damit für den Aufstieg. Väter, die das Schulfest ihrer Kids in den Outlook-Kalender ihrer Abteilung eintragen. Die sich demonstrativ zum Martins-Laterne-Basteln in der Kita verabschieden. Oder mitten im Teammeeting verschwinden, weil sie pünktlich zum Klaviervorspiel ihres Sohnes oder zum Tennisturnier ihrer Tochter kommen wollen.

Unter Deutschlands Managervätern ist der Wettbewerb um die beste Work-Wickeltisch-Balance ausgebrochen. Die PR-Strategie der Über-Daddys ist simpel: ‚Wechsle Windeln und rede darüber.‘ Keine Frage: ‚Im Gegensatz zu Frauen können Männer mit Kindern für ihre Karriere punkten,‘ … Das Image als verantwortungsvoller Vater zahlt direkt auf das Karrierekonto der neuen Väter ein. Schließlich gelten soziale Fähigkeiten als wichtige Fahrkarte in die Führungsetage. Warum also das familiäre Engagement verschweigen? …‘

Dafür gibt es in der Tat keinen guten Grund. Dem Trend, an dessen Entfaltung ich seit mehr als 10 Jahren mitwirke, stehen die besten Zeiten noch bevor. Was mich an dem Beitrag dennoch ein wenig stört, ist die ‚Überhöhung‘ der Väter, die sich für Kinder und Familie engagieren. Solange sie ‚Über-Daddys‘ sind, ist ihr Verhalten eben noch keine Normalität. Ich erlebe bei meinen Gesprächen mit Vätern in Unternehmen immer wieder, dass selbst die Bezeichnung ‚Neue Väter‘ schon auf Ablehnung stößt. Die Väter möchten, dass ihr Engagement in der Familie als völlig normal betrachtet wird, insbesondere auch im Anschluss an die Phase, in der es ums ‚Windeln wechseln geht.

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Die biologische Uhr der Väter tickt schneller als gedacht

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 26. August 2012

Männer kommen nicht in die Wechseljahre. Jedenfalls nicht in dem Sinn, dass ihre Fruchtbarkeit irgendwann endet. Wenn sie gesund sind, können sie ihr Leben lang immer neue Spermien bilden und Nachwuchs zeugen. Und das hat wohl zu dem verbreiteten Irrtum geführt, die biologische Uhr würde nur bei den Frauen ticken.

Aber: Das Gegenteil ist richtig. Betrachtet man die Zahl der Mutationen, also der Veränderungen im Erbgut von Eizellen und Spermien, dann altern die Gene, die der Mann zum Nachwuchs beisteuert, weitaus schneller. Das belegt eine Studie, die in dieser Woche im britischen Wissenschaftsmagazin nature erschienen ist. Ein Beitrag von Marieke Degen.

Die Sendung in der Reihe SWR2 Campus vom Samstag, den 25. August, mit dem Beitrag von Marieke Degen kann hier als mp3 heruntergeladen werden.

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Mehr Väter nehmen Elternzeit in Anspruch

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 25. August 2012

Der Anteil der Väter, die sich unterstützt durch das Elterngeld an der Kinderbetreuung beteiligen, ist wie die ‚Bild-Zeitung‘ gestern berichtete, erneut angestiegen. Laut bislang unveröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes (destatis) haben 26,1 Prozent der Väter von Kindern, die im 1. Quartal 2011 geboren wurden, Elterngeld in Anspruch genommen.

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) sagte dem Blatt: „Kaum eine politische Maßnahmen hat in so kurzer Zeit so viel bewirkt.” Seit der Einführung des Elterngeldes vor fünf Jahren ist die Väter-Beteiligung kontinuierlich angestiegen: 2007 lag sie bei rund 18 Prozent, 2008 bei 20,8 Prozent, 2009 bei 23,6 Prozent und 2010 bei 25,3 Prozent.

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Zeit mit Papa 2013 – Ein Familienplaner und eine Einladung für ein ganzes Jahr

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 24. August 2012

Wortraum Kalender 2012

Wortraum Kalender 2012

Im Oktober 2012 erscheint in Kooperation mit väterzeit.de ein Kalender, der mittlerweile im 8. Jahr das Thema „Väter und ihre Kinder“ in Bildern dokumentiert.

Wir möchten mit dem Kalender zeigen, dass Vater-Kind-Gespanne ebenso natürlich schön aussehen können, wie das bei Müttern und ihren Kindern der Fall ist. Wir möchten Väter animieren, sich Zeit für ihre Kinder zu nehmen. Der Kalender ist daher auch ein Familienplaner: es gibt ausreichend Platz für die Verabredungen und Planungen für die Zeit mit Papa. Einige Termine im Sinne von Vorschlägen haben wir wieder für Sie vor-recherchiert. Lassen Sie sich überraschen!

Falls Sie sich mit einem Foto um einen der 13 Bildplätze in dem Kalender bewerben möchten, können Sie diese noch bis zum 15. September schicken an: wortraum@gmx.de. Bei dem Bild ist es wichtig, dass die Rechte für die Verwendung des Fotos freigegeben sind, und die Erziehungsberechtigten der abgebildeten Kinder einer Veröffentlichung zustimmen.

Als Dank für ein im Kalender veröffentlichtes Foto erhalten Sie einen Kalender sowie einen Abzug Ihres Fotos zugeschickt. Der Vater-Kind-Kalender und Familienplaner „Zeit mit Papa“ ist eine Idee von Andreas Gerts, wortraum Berlin.

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Väterarbeit ist Pionierarbeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 24. August 2012

Im Interview mit dem neukoellner.net spricht Mohammed Nasser über die Angst im Umgang mit behinderten Kindern und über Väter, die einen Kindergarten noch nie von innen gesehen haben.

‚neukoellner.net: Herr Nasser, Sie engagieren sich ehrenamtlich für Väterarbeit, haben den Verein HUDA für Väter mit behinderten Kindern gegründet und arbeiten für das soziale Projekt „Mitreden in Neukölln“, das Eltern mit Migrationshintergrund helfen und motivieren soll, sich selbst ehrenamtlich zu engagieren etwa in Schulgremien. Woher nehmen Sie Ihre Motivation und Kraft für die vielen Projekte?

Mohammed Nasser: Durch meine Tochter ist mir aufgefallen, wie wichtig es ist, dass die Menschen wissen, was mit ihren Kindern los ist, was für eine Behandlung ansteht. Ich habe gerne den Leuten geholfen, die mit der Sprache nicht zurechtgekommen sind …

Der Fokus Ihres sozialen Engagements richtet sich vor allem auf die Väter. Haben Väter denn einen speziellen Nachholbedarf?

Ja, das ist traurig, aber allein in der KITA bei uns in der Ecke war ich schon ein besonderer Fall. Ich war mitunter einer der ersten Väter, den die Erzieher je gesehen haben. Da hatte ich mich auch schon gefragt: Mensch, gibt es keine Väter, die ihre Kinder gerne mal in die KITA bringen und abholen? Für mich war das immer schön, gerade das Abholen. Wenn man die Freude sieht, wie die Kinder angerannt kommen.

Was haben Sie anders gemacht?

Ich glaube, es kommt darauf an, ob man gerne oder zwangsweise Papa geworden ist. Ich wollte gerne Papa werden. Ich hab gesagt, dass ich vor 30 nicht heirate, in der Hoffnung, dass wenn ich selbst erwachsen bin, ich dann auch Kinder haben will. Ich habe meine Kinder gerne, ich habe mich darauf gefreut, dass ich endlich Kinder kriege. Am liebsten hätte ich sie manchmal gar nicht in den Kindergarten geschickt, um die paar Stunden Zeit nicht zu verlieren. Aber das ist ja auch wichtig für die Erziehung und die Entwicklung der Kinder.

Und dann ist Ihnen aufgefallen, dass Sie der einzige Mann sind, der seinen Fuß in die KITA setzt.

Ich habe angefangen, Mütter dort darauf anzusprechen. Leider sind viele Eltern geschieden und die Kinder leben bei nur einem Elternteil. Aber damit hat es angefangen. Sonst heißt es immer: ‚Was soll ich da, da sind doch nur Frauen.‘ Und natürlich freuen sich die Frauen, wenn sie irgendwo einen Mann sehen, der seinen Kindern die Schuhe anzieht und sich die Zeit nimmt. Da können sie dann nach Hause gehen und Druck ausüben. Und so hat sich das ein bisschen entwickelt. Als meine älteste Tochter in die Schule kam, ist mir das auch dort aufgefallen, dass manche Väter immer draußen bleiben, das Schulgelände erst gar nicht betreten.

Hat sich die Lage mittlerweile gebessert? Weiterlesen »

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Diskussion um den Gesetzesentwurf zum Sorgerecht

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 23. August 2012

Nach einem Gesetzesentwurf sollen nichtverheiratete Väter demnächst leichter das Sorgerecht für ihr Kind bekommen. Doch die geplante Neuregelung hat viele Kritiker.

plusminus_Sorgerecht

Ein Beitrag der ARD Sendung plusminus.

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