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Archiv für die 'Partnerschaft' Kategorie

Bericht zur Beteiligung von Vätern an Familienarbeit in Europa

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 13. April 2018

Vaeter_PartnerschaftlichkeitDie familienpolitische Debatte in Deutschland ist aktuell von der Frage geprägt, wie eine partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestaltet werden kann. Das Ziel, Väter stärker in Familienarbeit einzubinden und ihnen „mehr Zeit für Familie“ zu ermöglichen, steht auch europaweit vermehrt auf der politischen Tagesordnung. Nicht zuletzt setzt sich die EU dies zum Ziel in ihrem sogenannten Vereinbarkeitspaket als ersten Umsetzungsschritt einer Europäischen Säule sozialer Rechte. Es geht dabei grundsätzlich um eine Neuverteilung der Familienarbeit zwischen den Partnern: Einerseits wird eine aktive Beteiligung von Vätern an Familienarbeit gefördert und auch gefordert, andererseits werden Mütter bei Familienarbeit entlastet und können vermehrt einer Erwerbstätigkeit nachgehen.

Ein neuer Bericht der Beobachtungsstelle für gesellschaftspolitische Entwicklungen in Europa befasst sich mit der Beteiligung von Vätern an der Familienarbeit in acht europäischen Ländern (Deutschland, Estland, Island, Norwegen, Österreich, Schweden, Slowenien, Tschechische Republik). Die leitende Fragestellung lautete: Welche Maßnahmen und Instrumente fördern wirksam eine stärkere Beteiligung von Vätern an der Familienarbeit und welche Instrumente haben die untersuchten Staaten bereits eingeführt?

Der Bericht zeigt unter anderem auf, dass für eine partnerschaftliche Neuverteilung von Familienarbeit zwischen den Partnern verschiedene Faktoren eine Rolle spielen: finanzielle Ressourcen, Werte und Normen sowie politische Rahmenbedingungen. Für Väter reservierte Elternzeiten könnten dabei als Türöffner dienen, da sie an einer entscheidenden Stelle im Lebensverlauf ansetzen: Der Geburt des (ersten) Kindes, mit dem die Familienarbeit schlagartig ansteigt und ab der an häufig die Mütter in einen Großteil der Familienarbeit übernehmen, während Väter weiter erwerbstätig sind. Viele Staaten hätten Elemente von Väterzeiten eingeführt und damit gute Erfahrungen gemacht. Weitere Informationen unter:

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Angst vor Karrierenachteilen ist unbegründet

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. März 2018

Daniel Jagar, Senior Manager bei KPMG in Frankfurt, einem der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen in Deutschland berichtet in einem Interview für den Blog der Initiative ‚Memorandum für Frauen in Führung‘ über seine viermonatige Elternzeit und sein selbstbewusstes Vatersein:

„Elternzeit bei Vätern wird immer beliebter, allerdings nehmen die meisten … zwei Monate Elterngeld in Anspruch. Wie kam es, dass Sie länger zu Hause geblieben sind?

Ich habe auch ein bisschen herumgefragt und es hat mich wirklich verblüfft, dass niemand länger als zwei Monate zu Hause geblieben ist. Bei vielen mag das finanzielle Gründe haben. Bei uns war es so, dass meine Frau, die auch bei KPMG arbeitet, gerne im Winter vor Beginn der Busy Season wieder einsteigen wollte, um den Kontakt zu ihren Kunden zu halten – da habe ich die restliche Zeit bis zum Kitastart überbrückt und vier Monate Elternzeit genommen. Und festgestellt, dass ein Projekt auch mal ohne mich funktioniert und meine Teamkollegen diese Monate dankenswerter Weise gut überbrückt haben. Man meint ja immer, man sei in so viele Dinge involviert, dass gar nichts mehr ohne einen gehen würde. Aber klar geht das. …

Welche Befürchtungen hatten Sie vor Karrierenachteilen durch die Elternzeit?

Ich glaube, die Zeiten sind vorbei. Auch in der Beraterbranche kann man zum Kunden offen sagen: Wir sind ein großes professionelles Team, Ihre Belange werden immer erfüllt und es ist immer jemand für Sie erreichbar – auch wenn das von 16 bis 19 Uhr nicht immer ich sein werde.

Wie haben Sie Ihre Elternzeit im Unternehmen und mit Ihren Kunden kommuniziert?

Im Team habe ich ganz offen gesagt, dass ich plane, vier Monate weg zu sein, aber eine ordentliche Übergabe mache und telefonisch erreichbar bleibe. Das wurde durchweg positiv aufgenommen. Kollegen, mit denen ich seltener in Kontakt bin, habe ich proaktiv eine E-Mail geschrieben und meine Kunden habe ich angerufen. Ich wollte nicht, dass sie eine Abwesenheitsnotiz erhalten und nicht wissen, ob ich krank bin, verreist oder ins Ausland versetzt wurde. Die meisten haben sich gefreut, manche waren verblüfft, aber alle fanden es gut.

Was raten Sie Vätern, die gerade vor der Entscheidung stehen, ob und wie lange sie Elternzeit nehmen sollen?

Auf jeden Fall machen. Es lohnt sich. Mein Tipp ist, selbstbewusst damit umzugehen und offen kommunizieren, wann und wie lange eine Elternzeit geplant ist. Die Angst vor Karrierenachteilen ist unbegründet. Ich mag nicht ausschließen, dass es im Einzelfall noch so ist, aber bei modernen Arbeitgebern sind diese Zeiten vorbei.

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… in Deutschland wird es Vätern schwergemacht

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 26. März 2018

Im Interview mit Carolin Würfel spricht die Schwedin Malin Elmlid in der ZEIT über ihre Erfahrungen während ihrer Schwangerschaft in Berlin, die sie auch in dem Buch „Mein persönlicher Mutterpass” verarbeitet hat:

„ … In Deutschland muss man sich entscheiden. Entweder Karriere oder Mutterschaft. Beides geht nicht. Das ist zumindest mein Eindruck. Deshalb wollte ich lange keine Kinder und deshalb ist die Geburtenrate in Deutschland lange Zeit dramatisch gesunken. Frauen wollten keine Kinder mehr, weil sie wussten, dass ihre hart erkämpften Karrieren darunter leiden würden. Die Politik hat diese Signale zwar verstanden und versucht, die Situation zu verbessern, aber in der Realität ist es trotzdem so, dass man als Schwangere von seinem Umfeld vor allem darauf vorbereitet wird, was nach der Geburt alles nicht mehr geht. Was sich verändern wird, was man aufgeben und zurückstellen muss. Und das Erste, was zurückgestellt werden muss, ist der Beruf. Die wenigsten Frauen mit Kindern arbeiten Vollzeit, während die Väter weiter Fünfzigstundenwochen absolvieren. In keinem anderen OECD-Land tragen Frauen mit Kindern so wenig Geld zum Familienhaushalt bei wie in Deutschland. Das schafft Abhängigkeiten und führt dazu, dass Frauen im Alter möglicherweise unzureichend abgesichert sind. Das kann doch niemand wollen.

ZEIT ONLINE: … Werden Väter in Deutschland nicht in ihre Pflicht genommen?

Elmlid: Sagen wir es so: Es wird ihnen schwer gemacht, sich gleichberechtigt um ihre Kinder zu kümmern. In Deutschland wird immer noch vom Mutterinstinkt gesprochen, als hätten Frauen von vornherein mehr Ahnung als Männer. Das ist natürlich totaler Quatsch. Instinkt, … ist ein Zeichen von Liebe für dein Kind. Ich liebe mein Kind und fühle, was ihm guttut, aber diesen Instinkt hat der Vater auch. Er liebt sein Kind ja nicht weniger. Mütter und Väter müssen nach der Geburt erst mal eine Bindung zu ihrem Kind aufbauen, das passiert nicht automatisch. Deshalb ist die Elternzeit auch so wichtig und eine gute Zeit, um das Kind kennenzulernen. Mein deutscher Mann ist nach der Geburt unseres Sohnes beispielsweise die ersten vier Monate mit mir zu Hause geblieben, damit wir gemeinsam von null starten konnten. Und danach sind wir für einige Zeit nach Finnland gezogen, weil es ihm nicht möglich war, in Berlin eine familienfreundliche Anstellung zu finden. …“

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Hochstrittige Elternkonflikte

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 21. März 2018

FT_HochstrittigkeitAm 14. Dezember 2017 fand der 4. Fachtag des Papaladens Berlin, diesmal zum Thema ‚Hochstrittige Elternkonflikte‘ im Rathaus Pankow statt. Die mit rund 120 Fachleuten ausgebuchte Veranstaltung gab Impulse für die Unterstützung von betroffenen Kindern und Eltern und thematisierte notwendige Haltungen von Beraterinnen und Berater.

Der Fachtag widmet sich einem schwierigen Thema – schwierig für Kinder, Väter und Mütter, sowie für Beraterinnen und Berater. Das Vorbereitungsteam war sich über die Notwendigkeit einig, sich auch diesem herausfordernden Thema zu widmen, und so kam das Tagungsprojekt auf den Weg, in kollegialer Kooperation von Regionalem Sozialen Dienst des Jugendamtes Pankow, der Erziehungs- und Familienberatung Pankow, des Jugendhilfeträgers SEHstern e.V. und dem Väterzentrum Berlin.

Der Väterzentrum e.V. als Veranstalter setzt damit eine Serie von Fachtagen fort, die 2013 begonnen wurde mit dem Fachtag ‚Väterfreundliches Pankow‘. Es folgten die Themen ‚Väter in den Frühen Hilfen‘ sowie ‚Das Wechselmodell – zwischen Wunsch und Wirklichkeit‘ im Jahr 2015. Die Wahl des Themas ‚Hochstrittige Trennungskonflikte‘ traf offenbar die Bedürfnisse vieler Kolleginnen und Kollegen in der Beratungsarbeit. Innerhalb kürzester Zeit war der Fachtag mit 120 interessierten Fachleuten ausgebucht.

Eine der dramatischen Folgen von hochstrittigen Trennungskonflikte ist die Umgangsverweigerung von Kindern zum nicht betreuenden Elternteil. Was Kinder bewegt und dazu bringt den Umgang zu einem Elternteil zu verweigern, dazu referierte Mike Lehmann, Psychologe und Sachverständiger vom Berliner Institut für lösungsorientierte Arbeit BILOA.

Was fördert in diesen herausfordernden Situationen unsere Kompetenz als Beraterinnen und Berater, und was stärkt unsere emotionale Kraft, unsere Belastbarkeit? „Der Humor ist eine Waffe der Seele im Kampf um ihre Selbstachtung“ so der Psychiater und Begründer der Logotherapie Viktor E. Frankl. Anders gesagt: gerade in kritischer Lage hilft Humor gegen das Gefühl der Machtlosigkeit. – Oder: Humor kann helfen!

Wie man mit einer humorvollen Haltung in der Beratung mit hochstrittigen Eltern arbeiten kann, erklärt Dr. Alexander Lohmeier, Leiter der Erziehungs- und Familienberatungsstelle der Caritas in Traunstein. Die Workshops vertieften die Inhalte der Vorträge und erschlossen praxisnah weitere Aspekte zum Thema Hochstrittigkeit. Hier geht zur Dokumentation

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Workshops für werdende Väter in Höxter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 6. März 2018

VaeterCrashkursSchon seit geraumer Zeit sind immer mehr Männer bei der Geburt ihrer Kinder im Kreißsaal anwesend, mittlerweile sind es rund 90 Prozent! Das männliche Geschlecht zeigt ein immer größeres Interesse rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach. Dieser Entwicklung möchte die Schwangerenberatungsstelle von donum vitae mit einem neuen Angebot begegnen.

Ab 17. März 2018 wird donum vitae sechs Mal im Jahr, samstags von 11 bis 15 Uhr, einen etwas anderen Geburtsvorbereitungskurs anbieten, „von Mann zu Mann“. Hierbei handelt es sich um ein spezielles Angebot, welches sich ausschließlich an werdende Väter im Kreis Höxter richtet. Auch die Kursleiter, ein Gynäkologe und ein Sozialpädagoge, sind ebenfalls Väter. Sie wissen, wovon sie sprechen – Männer sind sozusagen unter sich.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich das Rollenbild und Rollenverständnis von Männern und Vätern sehr gewandelt. Männer schieben den Kinderwagen, bringen sich zunehmend im Haushalt ein und nehmen in wachsender Zahl Elternzeit.

Der Wunsch nach einer intensiven Beziehung zum Kind wächst in der Schwangerschaft. Diese Zeit und auch die Geburt sowie die Zeit danach mit Kind sind spannende und gerade auch für Männer herausfordernde Ereignisse, die viele Fragen und Unsicherheiten beinhalten. Natürlich überwiegt die Vorfreude, doch die Sorge vielleicht etwas falsch zu machen ist bei werdenden Vätern ebenfalls da.

Bei dem Workshop von „Mann zu Mann“ werden aus einer männerspezifischen Sicht – Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vaterschaft/Elternschaft und Partnerschaft behandelt. Den werdenden Vätern wird so die Möglichkeit gegeben offen und zukunftsorientiert jene Aspekte des Themas- „Vater werden / Vater sein“ zu besprechen, die sie für sich als besonders wichtig erachten.

Der Workshop wird Männer darin unterstützen, ihren Platz im veränderten Familiengefüge zu finden. Wenn das eigene Empfinden reflektiert wird, kann es leichter gelingen. Gut vorbereitete und zufriedene Väter können zu einer zufriedenen Partner- und Elternschaft und damit zu einer insgesamt stabileren Familie beitragen. Gut für sich selber sorgen, sich mit anderen werdenden Vätern austauschen, den Alltag weniger stressig gestalten und sich damit befassen, wie man das neue Leben angehen möchte. All das ist ganz wichtig und kommt sowohl der Partnerschaft als auch der Beziehung zum Kind zu Gute.

Bei diesem Angebot bietet werdenden Vätern die Chance sich unbeobachtet mit anderen werdenden Vätern über die eigenen Unsicherheiten, Ängste, Sorgen, Erfahrungen und Vorfreuden auszutauschen. Alle anfallenden Fragen im Zusammenhang mit der anstehenden Geburt und der Zeit danach können in lockerer Atmosphäre thematisiert werden.

Eine Anmeldung ist erforderlich unter Tel. 05271/1070. Den Workshop leiten die Gynäkologen Dr. Josef Molitor oder Dr. Schulze und Uwe Börner, Sozialpädagoge, im Hebammenzentrum in Höxter.

Der Kostenbeitrag beträgt 10 Euro. Weitere Termine finden am 5. Mai, 23. Juni, 25. August, 27. Oktober und 1. Dezember statt.

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Am Puls der Zeit? Väter sind kein Top-Thema der Lokalen Bündnisse

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. Februar 2018

Lokale Bündnisse für Familie setzen sich bundesweit vielfältig für familienpolitische Themen vor Ort ein. Die Befragung “Die Familienexperten” 2017 zeigt, dass die Lokalen Bündnisse die Zahl ihrer Projekte vor Ort deutlich erhöht haben. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist weiterhin das Kernthema der Bündnisarbeit. Etwa jedes vierte der befragten Bündnisse bietet Beratungs- und Unterstützungsangebote explizit für Väter an oder setzt sich für väterfreundliche Personalpolitik ein.

TopThemen

Insgesamt 221 Lokale Bündnisse haben an der Befragung teilgenommen und wichtige Zukunftsthemen für ihre Standorte benannt. Das Thema Vereinbarkeit hat sich als nachhaltiger Arbeitsschwerpunkt etabliert. 84 Prozent der Lokalen Bündnisse engagieren sich für eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dabei konzentrieren sich die Lokalen Bündnisse unter anderem auf die Unterstützung Alleinerziehender (53 Prozent), die verstärkte Kooperation mit Unternehmen (49 Prozent) und die Förderung familienfreundlicher Personalpolitik (43 Prozent).

Daneben setzen sich 83 Prozent der Lokalen Bündnisse für eine kommunale Familienpolitik und einen familienfreundlichen Standort ein. Hierbei stehen vor allem familiengerechte Freizeitangebote (63 Prozent) im Vordergrund. Schließlich verzeichnet die Kinderbetreuung mit 80 Prozent die dritthöchste Beteiligungsquote unter den Bündnissen mit Maßnahmen wie etwa Nachmittags-, Randzeiten und Notfallbetreuung (69 Prozent).

Diese und weitere Ergebnisse der Befragung finden Sie in der Ergebnispräsentation.

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Wie ich das alles schaffen kann …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 26. Februar 2018

… vor gut einem Jahr gedreht, jetzt endlich online und sogar Thema des Monats auf der Startseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Hinweise und Tipps für werdende und junge Väter und Mütter zum Start in die neue Lebensphase.

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Cornelia Spachtholz ist Vorstandsvorsitzende des Verbandes berufstätiger Mütter. Hans-Georg Nelles ist Vorsitzender des Väterexperten-Netzwerks Deutschland. Vor dem Hintergrund ihrer Erfahrung werfen sie jeweils einen „mütterlichen“ und einen „väterlichen“ Blick auf das Thema.

Was kann werdenden Eltern im Hinblick auf die künftige Organisation der Familien- und Erwerbsarbeit empfohlen werden? Cornelia Spachtholz und Hans-Georg Nelles berichten von guten Ideen für beide Partner.

Bei der Familiengründung gibt es verschiedene „Fallen“, die werdende Mütter und Väter im Blick haben sollten. Sonst kommt es möglicherweise anders, als man es sich gewünscht hat.

Der Tag hat 24 Stunden – oft zu wenig, um alles hineinzupacken, was in Beruf und Familie erledigt werden soll. Wie lässt sich noch Zeit für sich selbst und die Partnerschaft finden? Cornelia Spachtholz und Hans-Georg Nelles wissen Rat.

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Zurück in die 50er? – Die Arbeitsteilung von Paaren

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 21. Februar 2018

AufgabenteilungPaarViele Paare leben heutzutage gleichberechtigt und die Aufgaben im Haushalt werden meistens gerecht geteilt. Doch nach der Geburt eines Kindes landen viele Paare wieder in den klassischen Geschlechterrollen. Wie kommt es dazu?

Nach der Geburt des ersten Kindes ändert sich die Aufgabenverteilung bei Paaren. Männer arbeiten häufiger als ihre Partnerinnen in bezahlten Berufen. Frauen hingegen verwenden mehr Zeit für den Haushalt und die Kinderbetreuung. Paare mit Kindern fallen also in traditionelle Geschlechterrollen zurück. Selbst, wenn sie vorher noch großen Wert auf eine gerechte Aufteilung gelegt haben. Das hat eine Studie zur Arbeitsteilung bei Paaren basierend auf Daten des Statistischen Bundesamtes ergeben.

2015 haben immer noch 60 Prozent der Deutschen der Aussage voll beziehungsweise eher zugestimmt, dass das Familienleben leidet, wenn die Mutter einen Vollzeitjob hat. – Christina Boll

Tatsächlich wünschen sich die meisten Paare aber eine gleichmäßige Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit. Doch ist die traditionelle Aufgabenteilung erst einmal etabliert, bleibt sie oft so, auch wenn die Kinder älter werden.

Das liegt sowohl an ökonomischen Gründen als auch an fehlenden positiven Rollenvorbildern. Gerade für Väter ist es oft noch sehr schwierig, länger Elternzeit zu nehmen oder anschließend Teilzeit zu arbeiten. Sie befürchten, dass es ihrer Karriere schadet, vor allem wenn Arbeitgeber der Elternzeit skeptisch gegenüber stehen. Das ist problematisch. Denn oft sind Partner gerade dann bereit, die klassischen Rollen aufzulösen, wenn die Väter auch eine Zeitlang alleine mit Kind zu Hause bleiben und die Mütter nach der Geburt wieder erwerbstätig sind.

Warum Paare mit Kind in die klassischen Geschlechterrollen zurückfallen, wieso das Problem vor allem in Westdeutschland auftritt und was man dagegen tun kann, das hat detektor.fm-Moderatorin Isabel Woop mit Volkswirtin Christina Boll besprochen. Sie hat die Studie „Die Arbeitsteilung im Paar“ geleitet und ist Forschungsdirektorin am Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI). Die Sendung können Sie nachhören.

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Was unterscheidet Väter und Mütter und warum?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 16. Februar 2018

25 Jahre nach der Veröffentlichung des Bestsellers „Men are from Mars, Women are from Venus” ist die Debatte darüber, wie und warum Männer und Frauen unterschiedlich sind und was das für ihre Rolle in der Gesellschaft bedeutet, noch lange nicht entschieden. Eine neue Pew Research Center Umfrage fand heraus, dass die Mehrheit der Amerikaner sagen, Männer und Frauen sind grundsätzlich unterschiedlich in der Art und Weise, wie sie ihre Gefühle, ihre körperlichen Fähigkeiten, ihre persönlichen Interessen und ihre Annäherung an die Erziehung zum Ausdruck bringen. Es gibt jedoch keinen öffentlichen Konsens über die Ursachen dieser Unterschiede. Während Frauen, die Unterschiede wahrnehmen, diese in der Regel auf gesellschaftliche Erwartungen zurückführen, weisen Männer eher auf biologische Unterschiede hin.

Die Öffentlichkeit sieht auch sehr unterschiedliche Erwartungen an Männer und Frauen, was ihre Rolle und Aufgaben in der Gesellschaft angeht. Eine große Mehrheit sagt, dass Männer unter großem Druck stehen, ihre Familie finanziell zu unterstützen (76%) und in ihrem Beruf oder ihrer Karriere erfolgreich zu sein (68%); viel kleinere Anteile sagen, dass Frauen in diesen Bereichen einem ähnlichen Druck ausgesetzt sind. Gleichzeitig sind Frauen, so sagen sieben in zehn oder mehr, starkem Druck ausgesetzt, ein engagiertes Elternteil zu sein (77%) und körperlich attraktiv zu sein (71%). Weitaus weniger sagen, dass Männer mit solchen Belastungen konfrontiert sind, und das gilt insbesondere, wenn es darum geht, sich körperlich attraktiv zu fühlen: Nur 27% sagen, dass Männer in dieser Hinsicht unter großem Druck stehen.

Auf die offene Frage, welche Eigenschaften die Gesellschaft bei Männern und Frauen am meisten schätzt, sind die Unterschiede ebenfalls auffällig. Die wichtigsten Antworten zu Frauen bezogen sich auf die physische Attraktivität (35%) oder die Pflege und Empathie (30%). Bei den Männern verwies ein Drittel auf Ehrlichkeit und Moral, während etwa jeder Fünfte auf beruflichen oder finanziellen Erfolg (23%), Ehrgeiz oder Führungsqualitäten (19%), Stärke oder Zähigkeit (19%) und eine gute Arbeitsmoral (18%) hinwies. Weitaus weniger nennen diese als Beispiele dafür, was die Gesellschaft an Frauen am meisten schätzt.

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In der Partnerschaft auf Augenhöhe bleiben

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 5. Februar 2018

In Punkto Familie und Beruf finden sich immer noch klare Rollenzuweisungen – und das obwohl Generation Y lauthals nach Gleichberechtigung schreit. Während Mütter-Karrieren unter Windelbergen verschwinden, werden Väter in die der Rolle des Workaholic-Alleinverdieners gedrängt.

Aber warum ist das noch so? Immerhin wollen 66 % der Väter ihre Kinder viel öfter sehen. Martin Drechsler von der Väter gGmbH berichtet im Gespräch mit kununu, mit welchen Problemen und Vorurteilen Teilzeit-Väter auf dem deutschen Arbeitsmarkt konfrontiert werden.

kununu: Worin sehen Sie momentan noch das größte Problem bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie?

Martin Drechsler: Die Herausforderung liegt oft im Unternehmen bzw. bei den direkten Vorgesetzten. Meist sind diese noch nicht auf die Vereinbarkeitsbedürfnisse von Vätern eingestellt und können sich damit nicht identifizieren, dass ihre männlichen Mitarbeiter auch den Wunsch haben gleichberechtigt am Familienleben teilzuhaben. Und auch mal Nachmittags früher zu gehen, bei Krankheit des Kindes zu Hause zu bleiben oder auch mal eine Zeit lang nur vier Tage zu arbeiten.

Warum ist es immer noch so selten?

Das hat meiner Ansicht nach drei Gründe: In Deutschland wird Vätern suggeriert, dass ihre Elternzeit nur zwei Monate beträgt, die sogenannten „Väter-Monate“. Da gibt es ein Kommunikationsproblem, das bis heute nicht gelöst ist! Die Partnerschaftsmonate im Rahmen der Elternzeit oder die Möglichkeit mit dem ElterngeldPlus-Modell eine längere Zeit nur vier Tage zu arbeiten, ist bei vielen Vätern noch nicht bekannt. Unternehmen kommunizieren diese Modelle aber auch nicht oder werden als Best Practicemodelle aufgegriffen und veröffentlicht.

Der zweite Grund ist der äußerliche Rahmen: Väter haben besonders hohe finanzielle Einbußen während der Elternzeit, da Sie meistens die Hauptverdiener in der Familie sind und sich die Familie eine längere Elternzeit nicht leisten kann.

Außerdem haben Väter ihre Kollegen im Blick und nehmen Rücksicht, wenn sie in Elternzeit gehen, da es für ihre Elternzeit oft keine Vertretung gibt. Und natürlich spielt auch die eigene Sorge eine Rolle, wie der Vorgesetzte reagiert und wie es sich auf das berufliche Fortkommen auswirkt.

Sie können zu einer besseren Transparenz in Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei! Gemeinsam mit care.com und den Kooperationspartnern families@work, kununu, XING und nextexitfuture, hat die Väter gGmbH eine Umfrage gestartet. Sie setzt sich mit dem Thema auseinander: Vereinbarkeit verhandeln – Wie handeln Eltern berufliche und familiäre Aufgaben in der Partnerschaft aus? Teilnehmen können Sie bis zum 14. Februar 2018 und helfen, ein Gesamtbild der aktuellen Situation aufzuzeigen. Wie meistern Paare mit Kindern berufliche und familiäre Entscheidungen? Welche Lösungen haben Sie für Ihre Partnerschaft gefunden und welche Auswirkungen haben diese Entscheidungen für Ihre beruflichen Entwicklungen?

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