der VÄTER Blog

innovative Unternehmen nutzen die Potenziale aktiver Vaterschaft

Archiv für die 'Elterngeld' Kategorie

Papa in Karenz an Board – Aktion für mehr Väter in Karenz

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 19. August 2010

Unter dem Motto ‚Papa packt das’ starteten die SPÖ Bundesfrauen gemeinsam mit den Kinderfreunden Österreich ihre Aktion für mehr Väter in Karenz. Bei der Auftakt – Veranstaltung am 18. August war auch ein Vater in Karenz mit seinen Kindern anwesend, die mit dem präsentierten Aufkleber ihr Auto beklebten.

“Wir möchten mit unserer Aktion auf die derzeitige Situation von Vätern aufmerksam machen”, so Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz. “Derzeit gehen knapp 5 % der Männer in Karenz. Wir sehen es deshalb als unsere Aufgabe, mit einer Imagekampagne Väter zu motivieren, in Karenz zu gehen und für eine aktive Vaterschaft zu werben”, so Mautz.

Der Aufkleber kann unter frauen@spoe.at bestellt werden.

Quelle

Abgelegt unter Elterngeld, Elternzeit, Politik | Keine Kommentare »

Viel Lärm um nichts?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 17. August 2010

… Der Einfluss der Elterngeldreform auf die Inanspruchnahme von Elternzeit durch Väter”. Unter diesem Titel haben Kerstin Pull und Ann-Cathrin Vogt vom Lehrstuhl für Personal und Organisation der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen die Ergebnisse einer Online-Befragung noch einmal als Zeitschriftenbeitrag veröffentlicht. Bei der im Jahr 2008 durchgeführten und im Frühjahr 2010 veröffentlichten Studie haben insgesamt 1290 Väter Auskünfte über ihre Entscheidung pro oder contra Elternzeit vor oder nach der Reform, die Dauer eventueller Elternzeit und die Hintergründe ihrer Entscheidung im beruflichen, sozialen und familiären Umfeld gegeben.

Diese Überschrift gilt auch für den Aufhänger der Presseerklärung: Die Reform des Elterngelds habe dazu geführt, dass Väter zwar eher in Elternzeit gehen. Dafür übernähmen sie diese Rolle aber kürzer. Mit der Begründung, ‚zum einen nehmen die Väter im Wesentlichen die zwei Vätermonate in Anspruch. Zum anderen sind nach der Reform Elterngeld-Bezugsdauern von mehr als 14 Monaten, die vorher durchaus vorkamen, nicht mehr möglich. Für beide Aussagen gibt es keine nachvollziehbare Begründung. Dafür weisen die Ergebnisse der Studie auf andere, nachhaltige Veränderungen hin:

Hat nun die Reform die Entscheidungen der Väter verändert? Drei Kriterien haben vor der Reform die Entscheidung eines Vaters für die Elternzeit deutlich befördert und tun dies heute nicht mehr: wenn sein Einkommen geringer war als das der Partnerin, wenn die Partnerin vor einem Karriereschritt stand und wenn der Vater keine besonders extrovertierte Persönlichkeit hatte. Nach der Reform ist die Entscheidung des Vaters nun von diesen Kriterien unabhängig.

Kerstin Pull: “Hier hat die Reform offenbar durchaus etwas bewegt.” Stattdessen werden nun andere Dinge wichtiger. Ein Vater entscheidet sich heute deutlich weniger häufig für die Elternzeit, wenn er sich stark mit seinem Arbeitgeber identifiziert und seine berufliche Belastung hoch ist, und er entscheidet sich häufiger dafür, wenn er stark an der Familie orientiert ist. Großes Gewicht für eine positive Entscheidung zur Elternzeit haben nach wie vor eine Partnerin mit höherem Bildungsstand, die Teilnahme an der Hausarbeit auch vor der Entscheidung über Elternzeit, die Modernität des Geschlechterrollenverständnisses und eine geringere Sorge, sich ein Karrierehindernis zu schaffen. Weiterlesen »

Abgelegt unter Elterngeld, Elternzeit | Keine Kommentare »

Fünf Prozent der Kindergeld – Bezieher in Österreich sind Männer

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 5. August 2010

Knapp 5 % aller Elternteile, die im Juli Kinderbetreuungsgeld bezogen haben, sind Männer. Der höchste Männeranteil findet sich dabei mit rund 23,7 % in der Berufsgruppe der Selbstständigen, wie aus einer aktuellen Statistik des Familienministeriums hervorgeht. Gemessen an den Kindergeldbeziehern im jeweiligen Bundesland sind in Wien mit 9,3 % die meisten Väter in Karenz.

Insgesamt gab es im Juli exakt 149.041 Kindergeldbezieher, 7.330 davon, also rund 4,9 %, waren Männer. Die längste der insgesamt fünf Varianten des Kindergeldes, 30+6 Monate (436 Euro/Monat, jeweils bei Beteiligung beider Partner), war im Juli mit rund 106.300 Beziehern mit Abstand am beliebtesten – nur knapp 4.500 oder 4,2 % davon waren allerdings Männer.

Die Hoffnung auf einen höheren Männeranteil liegt in den erst kürzlich eingeführten Kurzvarianten. Die Variante 12+2 (1.000 Euro) hat laut der Statistik einen Männeranteil von 6,8 %, beim einkommensabhängigen Kindergeld (maximal 12+2 Monate, 80 % des letzten Nettoeinkommens, höchstens 2.000 Euro), das rund 4.500 Bezieher aufwies, war die Väterbeteiligung mit 4,1 % geringer.

Familienstaatssekretärin Marek will bei den neuen Varianten mittelfristig eine Väterbeteiligung von 20 % erreichen. Sie zeigte sich optimistisch, dass man dieses Ziel nach dem Vollausbau – also dem ersten “Durchgang” von 14 Monaten – auch erreichen werde. Väter würden nämlich tendenziell die ihnen zustehenden Monate erst gegen Ende des Kindergeldbezuges in Anspruch nehmen und somit noch nicht in der aktuellen Statistik erscheinen.

Quelle

Abgelegt unter Elterngeld, Elternzeit, aktive Vaterschaft | Keine Kommentare »

Große regionale Unterschiede beim Elterngeldbezug von Vätern

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. August 2010

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, bezogen bundesweit 21% aller Väter eines im Jahr 2008 geborenen Kindes Elterngeld. Dabei gab es große regionale Unterschiede. Die höchsten Väterbeteiligungen hatten mit jeweils rund 27% Bayern, Berlin und Sachsen, die niedrigste das Saarland mit etwa 12%.

Bei einer tieferen regionalen Betrachtung ist besonders die hohe flächendeckende Väterbeteiligung in Bayern auffällig. In 75 der 96 bayerischen Kreise lag der Anteil der Väter, die Elterngeld bezogen, bei mindestens 25%. Zum Vergleich: deutschlandweit erreichten 112 der insgesamt 412 Kreise einen solch hohen Wert. Die Kreise mit der höchsten Väterbeteiligung lagen jedoch nicht in Bayern:  dies waren die thüringische Stadt Jena (43%), gefolgt von der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam (39%). Die Kreise mit der geringsten Inanspruchnahme des Elterngeldes von Vätern waren mit jeweils 9% die Stadt Gelsenkirchen und der Landkreis Olpe (beide Nordrhein-Westfalen) sowie der niedersächsische Landkreis Nienburg/Weser mit 8%.

Die Höhe des Elterngeldes ist entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen abhängig vom bisherigen Verdienst der Mütter beziehungsweise Väter. Es beträgt grundsätzlich 67% des wegfallenden monatlichen durchschnittlichen Nettogehaltes der letzten zwölf Monate vor der Geburt des Kindes; mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro. Der Mindestbetrag in Höhe von 300 Euro wird auch gezahlt, wenn vor der Geburt des Kindes kein Einkommen erzielt wurde. Der durchschnittliche Elterngeld­anspruch von Vätern, die vor der Geburt des Kindes erwerbstätig waren, lag im ersten Bezugsmonat bundesweit bei 1.131 Euro. Er war damit rund ein Drittel höher als der ver­gleichbare Anspruch von Müttern (844 Euro).

Bei der durchschnittlichen Höhe des Elterngeldanspruchs erwerbstätiger Väter und Mütter gab es deutliche regionale Unterschiede. Weiterlesen »

Abgelegt unter Elterngeld, Elternzeit | Keine Kommentare »

Eindrücke aus einem Paradies für Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 30. Juli 2010

Antje Schrupp, Journalistin und Politologin aus Frankfurt, berichtet in ihrem Blog über eine Reise nach Norwegen und ihre Eindrücke aus einem ‚Frauenparadies’.

‚… Besser als in Deutschland scheint allerdings die Verteilung der Erziehungsarbeit auf Männer und Frauen zu klappen. „Hier streiten sich Eltern sogar vor Gericht darüber, wer Erziehungsurlaub nehmen darf“, informierte mich meine Freundin. Kein Bedarf offenbar für große propagandistische Anstrengungen in dieser Hinsicht. In der Tat hatte ich den Eindruck, dass nahezu alle Kinder, die mir auf der Straße begegneten, in der Begleitung von Männern unterwegs waren.

In einem 2007 erschienenen Reiseführer las ich: „Die Elternzeit für Mütter beträgt acht Monate bei voller Lohnfortzahlung, ein ganzes Jahr bei etwa 80 Prozent, Väter können sechs Wochen „Papa-Urlaub“ nehmen, was knapp drei von vier Vätern tun.“ Meine Freundin meinte, das Gesetz sei inzwischen dahingehend geändert worden, dass Väter oder Mütter die Elternzeit gleichermaßen nehmen können, aber genau wusste sie es nicht.

Der Anteil von Vätern, die eine Erziehungsauszeit von der Erwerbsarbeit nehmen, ist also eklatant höher als in Deutschland, und das, obwohl die Gesetzgebung die Mütter bevorzugt. Ohnehin scheint mir diese Debatte in Norwegen weniger von männerrechtlichen oder väterrechtlichen Tendenzen beeinflusst zu sein als hierzulande, wo es ja leider oft auf eine Konkurrenz der Eltern um Rechte über das Kind hinausläuft. …’

Quelle

Abgelegt unter Elterngeld, Elternzeit, Politik, aktive Vaterschaft | Keine Kommentare »

Elterngeld konsequent als Lohnersatzleistung umgebaut

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 16. Juli 2010

… und Grundsicherung für alle Kinder beschlossen. So könnten zwei Schlagzeilen zu Beginn der politischen Sommerflaute lauten. Stattdessen greift der ‚Un- bzw. Irrsinn’ um sich. Es geht nicht mehr um Menschen, Kinder, Väter und Mütter sondern um Zahlen, die eingespart werden sollen bzw. müssen.

Die Süddeutsche meldet, ‚die Pläne der Bundesregierung, das Elterngeld für Hartz-IV-Empfänger zu streichen, gehen weiter als bislang bekannt. Mit einem geringeren staatlichen Zuschuss müssen auch Mini-Jobber und Paare rechnen, die den sogenannten Kinderzuschlag erhalten. Dies geht aus dem Referentenentwurf des Bundesfamilienministeriums hervor, der der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Wer wegen seines geringen Verdienstes zusätzlich vom Staat Hartz-IV-Leistungen erhält und so sein Einkommen aufstockt, wird genauso wie alle Hartz-IV-Bezieher bis zu 300 Euro weniger Elterngeld bekommen.’

Familienpolitiker aus der Koalition zeigen sich überrascht und die FDP lässt die soziale Ader durchschimmern. “Ausgerechnet die zu bestrafen, die sich anstrengen und für wenig Geld arbeiten gehen, ist Unsinn.” Äußert deren Vizefraktionschefin Miriam Gruß.

Eine Sprecherin des Ministeriums sprach laut Spiegel vor der Bundeskonferenz von “Gerüchten”, die sie nicht kommentieren könne. Auf Nachfragen räumte die Sprecherin allerdings ein, dass es im Rahmen des Sparpakets in ihrem Hause verschiedene Papiere gebe, “die ausgetauscht und diskutiert werden”.

Das Hauen und Stechen wird also noch ei paar Tage weiter gehen. Statt sozialpolitische Erfordernisse und Unterstützung für Familien konsequent von einem familienpolitischen Instrument zu trennen wird munter weiter in den Töpfen gerührt, Sozialneid geschürt und davon geredet, dass der Politik die Kinder unterschiedlich viel wert sind.

Der Eindruck kann in der Tat aufkommen und das Beste dagegen ist eine eigenständige Kindergrundsicherung. Vorschläge dazu, haben die Sozialverbände bereits gemacht.

Abgelegt unter Dumpfbacken, Elterngeld, Elternzeit, Politik | 1 Kommentar »

Online Elternzeitberatung startet

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 8. Juli 2010

Eberhard_Schäfer_väterzeit-deväterzeit.de, das Internetportal für Väter, bietet eine kostenlose Online-Beratung zu den Themen Elternzeit und Elterngeld an. Einmal in der Woche beantwortet Eberhard Schäfer vom Väterzentrum Berlin Fragen und gibt Tipps. Ratsuchende können ab sofort ihre Fragen posten und in einem Katalog bereits beantworteter Fragen nach Lösungen suchen. Die erste Beratung findet am Fr., 16. 7. 2010 von 10-11 Uhr statt.

Schäfer: „Das Elterngeld ist ein Renner, jeder fünfte Vater nimmt es in Anspruch. Doch bei der Antragstellung gibt es Fallstricke. Darum sollte sich jeder Vater, der Elterngeld in maximaler Höhe beziehen will, vorher gut informieren.“ Karsten Knigge, Geschäftsführer von väterzeit.de: „Wir freuen uns, dass wir mit Eberhard Schäfer einen wirklichen Experten für die Beratung gewonnen haben. Vätermonate sind eines der ganz großen Themen in unserem jungen Portal. Uns erreichen dazu viele Fragen, die nun kompetent beantwortet werden.“

väterzeit.de ist ein Internetportal für Väter. Neben Themen rund um Elternzeit und Elterngeld finden sich Beratungs- und Informationstexte zu Themen wie „Familienauto“, „Sandkasten selber bauen“ oder „Paarbeziehung mit Kind“. Lokale Informationen aus den geburtenstarken Regionen Deutschlands runden das Angebot ab. Herausgeber ist der kidsgo Verlag.

Das Väterzentrum Berlin hat mit dem “Papa-Cafe” für Väter in Elternzeit einen in Deutschland einzigartigen Treffpunkt, wo sich Väter über ihre Erfahrungen in der Elternzeit austauschen können.

Abgelegt unter Elterngeld, Elternzeit, aktive Vaterschaft | Keine Kommentare »

Sparen, streiten und der Koalition das Ende bereiten

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 19. Juni 2010

Der Kompromiss ist keine zwei Wochen alt, da entdeckt die FDP die ‚Gerechtigkeit’ als neues Thema und fordert weitere Kürzungen beim Elterngeld. FDP-Fraktionsvize Miriam Gruß forderte in der Bild Zeitung den Höchstsatz beim Elterngeld von 1800 Euro auf 1500 Euro zu kürzen. “Wer Hartz-IV-Empfängern die 300 Euro Elterngeld streicht, muss auch beim Maximalbetrag entsprechend kürzen. Das wäre sozial gerecht und spart im Bundeshaushalt rund eine halbe Milliarde Euro.“ Aber der Vorstoß aus der FDP für weitere Einsparungen beim Elterngeld stößt auf heftige Kritik in der Union

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder wies den Vorstoß zurück und warf der FDP vor, das von der Koalition geschnürte Sparpaket in Frage zu stellen. “Wir stehen zu den mit Beteiligung der FDP-Führung getroffenen und für uns schmerzhaften Beschlüssen der Haushaltsklausur.

Vor diesem Hintergrund sind solche Vorschläge, die die Ergebnisse insgesamt in Frage stellen, ein klarer Rückschritt – sowohl für die Sparanstrengungen als auch für das Elterngeld an sich”, erklärte Schröder am Freitag in Berlin. “Wer den Höchstsatz kürzen will, hat zu verantworten, dass dann vor allem viele Väter das Elterngeld nicht mehr nutzen”, warnte Schröder.

Quelle

Abgelegt unter Elterngeld, Elternzeit, Politik | Keine Kommentare »

Anteil der Väter in Elternzeit wird auf 20% begrenzt!

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 17. Juni 2010

anlässlich des internationalen Vätertags am kommenden Sonntag hat der Vorstand des Väter-Experten-Netz-Deutschland VEND-eV folgende Erklärung zur aktuellen Diskussion um das Elterngeld verabschiedet:

Anteil der Väter in Elternzeit wird auf 20% begrenzt!

Das ist eine Konsequenz der in der vergangenen Woche beschlossenen Einsparungen beim Elterngeld. Die Eckdaten, 1.800 Euro Maximalbetrag und 300 Euro Mindestelterngeld bleiben zwar erhalten, mit der Deckelung des Budgets auf dem jetzigen Niveau kann eine weitere Erhöhung des Väteranteils aber nicht mehr finanziert werden.

Die geplanten Einsparungen beim Elterngeld und vor allem die Nichteinführung des Teilelterngeldes sind ein Rückschritt bei den Bemühungen eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit zwischen Vätern und Müttern zu erreichen. Die Streichung des Elterngeldes für Hartz 4 Empfänger trifft vor allem die Kinder, die in Deutschland nach wie vor keine Lobby haben.

Das Väter-Experten-Netz-Deutschland (VEND-eV), ein Zusammenschluss von Experten, die in verschiedenen Feldern daran arbeiten, dass Väter ihre Belange äußern, ihre Wünsche und Forderungen verwirklichen können und Zeit für Ihre Kinder haben, kritisiert die Pläne der Bundesregierung. Der internationale Vätertag am kommenden Sonntag ist eine passende Gelegenheit, diese Positionen öffentlich zu machen.

Beim Elterngeld für Väter geht es nicht um eine beliebige Sozialleistung, die gestrichen werden kann, sondern genau wie bei der Bildungspolitik um Investitionen in die Zukunft unseres Landes.

Die von Destatis in der vergangenen Woche veröffentlichten Zahlen sprechen für sich. Trotz, oder vielleicht auch gerade wegen der wirtschaftlichen Krise hat sich der Anteil der Väter an der Elternzeit auf durchschnittlich 19,9% erhöht. Wir sehen dies als Erfolgsbeleg für eine konsequente familien- und väterorientierte Politik der letzten 4 Jahre. Diese Politik bewirkt eine ‚leise Revolution’ und einen Kultur- und Mentalitätswandel in der Gesellschaft und vor allem in den Unternehmen.

Diese Entwicklung ist in unseren Augen aber noch kein ‚Selbstläufer’ und bedarf weiterer Impulse, die im Vorfeld der letzten Bundestagswahl auch fast einmütig von allen Parteien gefordert wurden: Die Einführung eines Teilelterngeldes und die Ausweitung der Vätermonate. Genau diese Ermöglichung einer partnerschaftlichen Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit auch schon während der Elternzeit wurde von der Ministerin noch im April selbst in Aussicht gestellt.

Dieser Ansatz ist in unseren Augen der entscheidende Hebel, um den Anteil der Väter an der Elternzeit weiter zu erhöhen und eine partnerschaftliche Aufgabenteilung zu erreichen. Und das, was während der Elternzeit erprobt wird, kann anschließend zur Normalität werden.

Das diese Investitionen in die Zukunft sich auszahlen macht eine soeben veröffentlichte Untersuchung der Universität Greifswald deutlich. Das 2007 eingeführte Elterngeld hat vor allem in einkommens- und bildungsstarken Familien für einen Zuwachs an Geburten gesorgt.

Wir fordern die Bundesfamilienministerin deshalb auf, die Sparbeschlüsse bezüglich des Elterngeldes zu überdenken und das angekündigte Teilelterngeld einzuführen.

Abgelegt unter Elterngeld, Politik | Keine Kommentare »

Elterngeld führt zu mehr Geburten, bei Einkommensstärkeren

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 11. Juni 2010

Das 2007 eingeführte Elterngeld hat einer Studie zufolge vor allem in einkommens- und bildungsstarken Familien für Zuwachs gesorgt. Das geht aus einer Studie von Forschern der Greifswalder Universität hervor.

Demnach hat sich der Anteil von Frauen mit Hochschulabschluss, die ihr erstes Kind bekamen, nach Einführung der Hilfe um 30 % erhöht, wie der Chef des Instituts für Community Medicine, Wolfgang Hoffmann, sagte.

Die stärksten Effekte gebe es bei Frauen, deren Haushaltseinkommen bei über 2.500 Euro lag. In dieser Gruppe entschieden sich 70 % mehr für ein Kind. Frauen, die aus Angst um Job oder Karriere entmutigt gewesen seien, hätten sich für ein erstes oder weiteres Kind entschieden. Auch in der Gruppe der Frauen mit Arbeitsstelle habe sich der Anteil derer, die sich für ein zweites oder drittes Kind entschieden, um 30 % erhöht. “Die Ergebnisse sind eine Bestätigung für das Elterngeld”, sagte der Sozialmediziner und Epidemiologe Hoffmann.

Insgesamt stieg die Anzahl der Babys aber nicht. Dies führte Hoffmann auf den allgemeinen Trend sinkender Geburtenraten zurück. Zudem seien die Auswirkungen des Elterngeldes gering, weil der kleinen Gruppe der einkommensstarken Familien die größere Gruppe der einkommensschwächeren gegenüberstehe. Elterngeld sei deshalb aber nicht sozial ungerecht. “Das Elterngeld hat einer Gruppe der Frauen genützt und keiner geschadet”, sagte Hoffmann.

Die Untersuchung ist nach Angaben der Forscher die deutschlandweit erste soziodemografische Untersuchung zum Elterngeld. Im Rahmen der Studie Survey of Neonates in Pommerania (SNiP) wurden alle Mütter befragt und deren soziale Daten erhoben, die zwischen Mitte 2003 und Ende 2008 Kinder in den Krankenhäusern Greifswald, Anklam und Wolgast geboren hatten. Insgesamt gingen die Daten der Mütter von 3.358 Geburten in die Untersuchung ein.

Interessant sind die Schlussfolgerungen der Studie, so empfehlen die AutorInnen unter anderem:

Our results indicate that future changes in policy should focus on primigravidae, as these women have not been reached by the new policy so far. The legislation also aims to increase opportunities and incentives for men to be “active fathers,” and it attempts to make a mother’s return to her job an easier transition.’

Ohne die Einbeziehung der Väter sind also keine weiteren Fortschritte zu erzielen.

Quelle

Abgelegt unter Demografisches, Elterngeld, Elternzeit, aktive Vaterschaft | Keine Kommentare »