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Archiv für die 'Kinder' Kategorie

Trennungskinder und ihre Familien – Wirtschaftliche und soziale Lage

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 7. März 2017

Die hessenstiftung veranstaltet gemeinsam mit dem Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Landesverband Hessen, dem Väteraufbruch für Kinder e.V., Bundesverband, dem Deutschen Kinderschutzbund / Landesverband Hessen e.V. und der Katholische Erwachsenenbildung Bildungswerk Frankfurt am 17. März 2017,  von 9:30 bis 17:00 Uhr in Frankfurt am Main, im Haus am Dom, einen Fachtag zur Situation von Trennungskindern und ihren Familien.

Wenn sich Eltern als Paar trennen, ist die Familie noch lange nicht zu Ende. Eltern und Kinder bleiben in ihren familiären, aber auch in ihren wirtschaftlichen Beziehungen, miteinander verbunden. Die Kinder sind von diesem Übergang, der sich häufig als Bruch darstellt, besonders betroffen. Wirtschaftlich bestehen für getrennte Familien weiterhin hohe Abhängigkeiten. Eltern bleiben über die bestehenden Unterhaltsregelungen hinaus so lange miteinander verbunden, bis die Kinder ihren eigenen Lebensunterhalt sichern können.

Bei der Tagung soll der Blick auf das gerichtet werden, was für Kinder wirtschaftlich und sozial geschieht, wenn sich die Eltern trennen. Das neu zu strukturierende Familienleben erfordert einen wesentlich höheren Aufwand. Plötzlich sind zwei Mieten zu bezahlen und zwei Haushalte zu finanzieren. Der Synergieeffekt, den das bisherige gemeinsame Haushalten mit sich brachte, fällt weg. Damit Trennung nicht zum Beziehungsabbruch zu den Kindern führt, braucht es einen großen Aufwand zur Aufrechterhalten der Beziehungen: zwischen den Eltern und von den Kindern zu beiden Eltern. Oft sind weite Entfernungen in unterschiedlichen Orten zu überwinden. Die Kinderbetreuung muss völlig neu organisiert werden. Notwendige berufliche Veränderungen sowie eine eingeschränkte Gesundheit – oft eine Trennungsfolge – können ebenfalls zu einer Verschlechterung der Lebenslage führen.

Wirtschaftlich gesehen ist jede Elterntrennung ein Desaster. Der erhöhte Aufwand wird durch keine Unterstützungsleistung wirklich kompensiert. Die eintretende „Familienarmut“ führt zur Kinderarmut.

In einem ersten Fachbeitrag wird Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe, Justus-Liebig-Universität Gießen, die wirtschaftlichen Veränderungen anhand verschiedener Rechnungen für unterschiedliche Haushaltstypen darstellen. Kinder sind doppelt betroffen. Leiden sie zunächst unter dem Familienkonflikt, der Trennung und häufig unter einem Beziehungsabbruch, so führt die wirtschaftliche Situation ihrer Familie verschärfend zu einem Armutsdasein mit allen negativen Folgen in einer Wohlstandsgesellschaft. Wie leben Trennungskinder in einem Armutsszenario? Welche Lebensbedingungen erwarten sie? Welche Resilienzfaktoren helfen ihnen, sich trotz aller Widrigkeiten gut zu entwickeln? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Danijela Galic, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Mitautorin der Studie “Kinder.Armut.Familie.”), in ihrem Beitrag.

In vier Workshops soll anschließend nach möglichen Wegen zur Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Lebenslagen von Trennungskindern und ihren Familien gesucht werden. Sie sind herzlich eingeladen, Ihre Ideen und Vorschläge einzubringen. In einer Schlussrunde werden die aufgeworfenen Fragen und Forderungen mit Sozial- und Familienpolitiker/innen aus Hessen diskutiert, die für den Deutschen Bundestag kandidieren.

Eine Anmeldung ist hier möglich.

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Guter Papa, böser Papa

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 11. Februar 2017

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Er wurde als Junge geschlagen, als Jugendlicher gewalttätig, nun hat er selbst vier Söhne. Was muss passieren, damit Väter, die in kaputten Familien aufgewachsen sind, die erlebte Gewalt nicht an ihre Kinder weitergeben?

Wenn Manuel erzählt, wie der Lebenspartner seiner Mutter ihn als Kind geschlagen hat, dann zeigt er auf drei Stellen an seinem Körper: auf den Schädel, die Wangen und die Brust. Er sagt: “Grün und blau.”

Manuel war 8, als es losging. Mit 14 schickte ihn das Jugendamt in eine betreute Wohngemeinschaft, von dort in eine Pflegefamilie und wieder zurück zur Mutter. Bald begann Manuel selbst zu prügeln. Mit 15 saß er zum ersten Mal in Jugendhaft, später, volljährig, weitere zwei Male im Gefängnis. Seine Taten: Volksverhetzung, Beamtenbeleidigung, Körperverletzung. Der Achtjährige von damals hatte sich gemerkt, wie man draufhaut.

Manuel, der in Wirklichkeit anders heißt, ist heute 32 Jahre alt. Sein Kopf ist kahl rasiert, in einem schwarzen Kapuzenshirt sitzt er am Küchentisch in seiner Wohnung und raucht. Im Spülbecken hinter ihm stehen die Müslischalen der Kinder vom Frühstück.

Manuel lebt mit seiner Frau in einer kleinen Stadt am Rande des Ruhrgebiets. Er hat vier Söhne, zwei eigene und zwei aus der ersten Beziehung seiner Frau. Viele Jahre lang wuchsen die Jungs woanders auf; das Jugendamt brachte sie in Pflegefamilien unter. Zurzeit wohnen die beiden älteren Kinder wieder zu Hause. Was war geschehen? Hat Manuel zugeschlagen? Geht es für seine Söhne so weiter wie damals für ihn?

Ein Bericht über ein spannendes Projekt an der TH Dortmund.

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5 Strategien, moralische und liebenswerte Kinder zu erziehen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 11. Dezember 2016

Richard Weissbourd und das Making Caring Common Project machen Vorschläge, wie Kinder zu fürsorglichen, respektvollen und verantwortlichen Erwachsenen werden können

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Neues Programm für Väter startet in Marzahn-Hellersdorf

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 22. Mai 2016

Seit dem 9. Mai macht das Projekt „Väterarbeit“ regelmäßige Angebote für Väter im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Neben einem Beratungsangebot für Väter wird es u.a. eine Krabbelgruppe für Väter geben. Zudem treffen sich im wöchentlichen Wechsel am Montag eine Gruppe werdende Väter und eine Gruppe „Väter in Regenbogenfamilien“. Auch ein Aktionsnachmittag wird es zweiwöchentlich geben. Weitere Programmpunkte sind: PapKi – Kochen, Spielen Essen, Papa-Brunch und Papa-Kind-Tobe-Nachmittage. Veranstaltungsorte sind das FamilienHaus Kastanie (Kastanienallee 55, 12627 Berlin) und das Haus am Akaziengrund (Allee der Kosmonauten 77, 12681 Berlin).

Über gemeinsame Aktivitäten mit ihren Kindern sowie den Austausch mit anderen Vätern und Experten und Expertinnen sollen Handlungsmöglichkeiten für Väter aufgezeigt werden. Mit einem niedrigschwelligen Angebot sollen Väter zu einer aktiven Vaterschaft ermutigt werden. Bisher fehlt dieser Ansatz im Bezirk, da meistens Frauen und Mütter bei Fragen der Erziehung angesprochen werden. Mit dem Programm soll diese Lücke geschlossen werden.

Das Programm trägt dabei der Vielfalt von Vaterschaft durch sein diverses Angebot Rechnung. Kinder in unterschiedlichen Altern haben unterschiedliche Bedürfnisse, ebenso deren Väter. Gleichzeitig lässt sich Vaterschaft anhand sozio-ökonomischer Faktoren unterscheiden. Angebote am Vormittag, Nachmittag und Abend tragen dem Rechnung. So sollen möglichst viele Väter die Möglichkeit erhalten, teilzunehmen.

Das Programm wird von dem Projekt „Väterarbeit“ der pad gGmbH organisiert. Nach einem erfolgreichen Start im letzten Jahr, folgt nun eine Fortsetzung, die sich verstärkt an den Bedürfnissen der Väter orientiert.

Projektleiter „Väterarbeit“, bei der pad gGmbH ist Philipp Günther, Telefon 0176 – 97 441685 vaeterarbeit@pad-berlin.de.

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Der Blick auf Vater und Mutter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. April 2016

Das Kinder Eltern, Väter und Mütter brauchen ist heute unbestritten. Auf die Fragen, wie sie Aufwachsen in Familie und anderen Einrichtungen erleben, geben Erwachsene auf der Grundlage ihrer Maßstäbe Antworten, die wiederum die von ihnen beschriebenen Rahmenbedingungen beeinflussen. Mit dem Sammelband „Der Blick auf Vater und Mutter, Wie Kinder ihre Eltern erleben“ stellen die Herausgeber Johannes Huber und Heinz Walter diese Perspektive auf den Kopf und rücken das kindliche Erleben in den Mittelpunkt. Dabei setzen sie sich auch intensiv mit der Frage auseinander, wie diese Kinderperspektive von fragenden und forschenden Erwachsenen zu erschließen ist und welche Wege gangbar sind ohne schon durch die Fragen selbst die Kinder durch den Blick der Erwachsenen zu beeinflussen. „Die Kindersicht ist in ein Korsetterwachsener Vorprogrammierung gespannt: Erwachsenen wählen Aspekte der vermeintlichen kindlichen Lebenswelt aus, konkretisieren sie über vermeintlich geeignete Formulierungen in Form von Feststellungen oder Fragen, erwarten Stellungnahmen der Kinder mithilfe vorgegebener Reaktionsmodi.“

Aber wann sind Kinderaussagen Kinderaussagen? Die Herausgaben nähern sich dieser Frage behutsam an und beschreiben die Herausforderungen und Schwierigkeiten. Dabei gehen sie davon aus, dass kindliche Interaktionen vor allem dann nicht verstanden werden, wenn sie an den restriktiven Bedingungen formalisierter Erwachsenenkommunikation gemessen werden. „Will man Aussagen >aus der Perspektive vom Kinde aus< treffen, quasi die passenden Schlüssel für das Aufsperren der verborgenen Kinderwelt finden, so gilt es, sich zunächst der generationalen Differenz von Erwachsenen und Kindern – als ein strukturelles Merkmal innerhalb der Kind-Erwachsenen-Beziehung – bewusst zu werden und diese anzuerkennen.“ Das Annähern an und das Verstehen von kindlichen Erlebniswelten können nur vor diesem Hintergrund und einer selbstreflexiven Haltung gelingen. „Denn der Versuch, etwas über das Wesen des Kindes zu erfahren, ist zugleich mit dem Paradoxon konfrontiert, an eine >Perspektive des Kindes< anknüpfen zu müssen, die man doch eigentlich erst erforschen bzw. kennenlernen will.“

Ein besonders krasses Beispiel dafür, wie Forschung an Kindern vorbeireden kann, ist der vom Kinderhilfswerk UNICEF vorgelegte Befund, dass deutsche Kinder eine einmalige Diskrepanz aufweisen: „Während sie im Bereich objektiver Indikatoren des Wohlbefindens mit dem 6. Platz in der Spitzengruppe aller Länder liegen, stürzen sie in der subjektiven Selbsteinschätzung auf den 22. Platz ab.“

Nach der erkenntnistheoretischen Grundlegung ihres Perspektivenwechsels führen Huber und Walter verschiedene historische Beispiele für den kindzentrierten Ansatz an. Beeindruckend ist das Wirken der Schweizer Forscherin Margrit Erni, die Mitte der 1960er Jahre die Diskussion um die „Vaterkrise“ aufgriff und in 84 Schulklassen 252 männliche und 1217 weibliche Jugendliche umfassend und wertschätzend interviewte. Das Ziel ihrer Untersuchungen war, den Vätern aufzuzeigen, was die Jugend von ihnen erwartet.

In den folgenden vier Abschnitten „Aus der Praxis für die Praxis“, „Forschungszugänge – eine Auswahl“, „Zur Psychodynamik des Einzelfalls im therapeutischen Setting“ und „Sensibilisierung für eine Kinderperspektive als präventive Maßnahme“ werden 14 weitere Zugänge beschrieben. Diese reichen von dem Versuch, sich durch Vätergeschichten dem Vater erzählend zu nähern, bis hin zu dem Grundrecht der „Kindesanhörung“ zum Beispiel bei Trennung und Scheidung der Eltern. Einem Thema, das auch in der aktuellen Diskussion um das Wechselmodell eine große Rolle spielt.

Der vorliegende Band und insbesondere auch die vielfältigen Beispiele machen deutlich, dass der Perspektivenwechsel überfällig ist und leistet einen grundlegend wertvollen Beitrag dazu, Kindeswohl und –interessen nicht nur als Lippenbekenntnis zu formulieren sondern tatsächlich zu erkennen und zu berücksichtigen.

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Betreuung der Kinder erleichtert Vätern die Vereinbarkeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 9. September 2015

Wie erleben Volksschulkinder in Österreich ihre außerhäusliche Betreuung? Dieser Fragestellung widmete sich eine quantitativ-qualitativ orientierte Studie mit Kindern im Alter zwischen 8 und 10 Jahren. Kinder und ihre Eltern wurden gefragt, welche Betreuungsarrangements sie aktuell nutzen und wie sie diese beurteilen.

Im Rahmen dieser Untersuchung wurden die Eltern auch gefragt, inwieweit ihnen die “Nachmittagsbetreuung die Vereinbarkeit von Familie und Erwerb erleichtert”. Dieses Statement sollten sie in einer vierpoligen Skala (”stimme voll zu” bis “stimme gar nicht zu”) für ihre Situation bewerten.

Insgesamt sagen rund zwei Drittel (64,5%), dass ihnen die Vereinbarkeit damit sehr erleichtert wird (”stimme sehr zu”). Ein weiteres Viertel stimmt “eher zu” (25%). Aber auch etwa jeder zehnte Befragte gibt an, dass die Nachmittagsbetreuung “eher” oder “gar nicht” die Vereinbarkeit von Familie und Erwerb erleichtere (aggregierte 10,5% “stimme voll zu” + “stimme eher zu”).

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Wenn man einen Blick auf die verschiedenen Subgruppen wirft, zum Beispiel was die Familienform, das Einkommens- und Bildungsniveau sowie die Geschlechtervariable angeht, zeichnet sich das folgende Bild ab: Besonders positiv – im Sinne einer erfahrenen Entlastung – antworten hier Alleinerziehende, Eltern mit (nur) einem Kind und Personen höherer Bildungsschichten (mindestens Matura). Jedoch antworten nicht Mütter, sondern Väter zustimmender, was die Vereinbarkeit angeht.

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Die Bedeutung des Vaters für die frühkindliche Entwicklung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 30. September 2014

Die Rolle der Väter hat sich in den letzten Jahrzehnten spürbar verändert. Viele Väter wollen Erziehungsverantwortung bewusst und aktiv wahrnehmen. In der Reihenfolge der Rangordnung von Lebensbereichen nimmt die Familie für Männer den ersten Platz ein.

Neben der Veränderung im Vaterschaftskonzept von Männern hat sich auch der Blick für die Bedeutung von Vätern im Sozialisationsprozess geweitet. So lässt sich beispielsweise wissenschaftlich belegen, dass eine positive frühe Vater-Kind- Beziehung positive Auswirkungen auf die Freundschaftsbeziehungen und das Selbstvertrauen von Kindern hat.

Die Männerarbeit der Ev. Kirche von Westfalen und die Männerarbeit in der Rheinischen Landeskirche bieten seit vielen Jahren in enger Kooperation mit Kindertageseinrichtungen, Gemeinden und Familienzentren Vater-Kind-Angebote an, um väterliches Engagement zu unterstützen. Zudem ist erkennbar, dass zunehmend mehr Einrichtungen im Bereich der Kindertageseinrichtung Väterarbeit als eine wichtige Säule von Elternarbeit entdecken und sich auf die Suche begeben nach konzeptionellen Begründungen und tragfähigen Konzepten.

Im Rahmen des Abendforums am 6. November, im Haus Villigst, in Iserlohn, soll ausgehend von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, der Frage nachgegangen werden, welche Bedeutung Väter für Kinder gerade im Kontext der frühkindlichen Entwicklung haben.

Wie lässt sich zu dem die Vater-Kind-Beziehung fördern und unterstützen?

Welchen Beitrag können Institutionen im Kontext von Kindertageseinrichtung und Gemeinden hierzu leisten?

Als Referent wird Prof. Dr. Matthias Franz von der Universität in Düsseldorf, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychoanalytiker, gewonnen werden, der sich vielfältig mit dem Thema beschäftigt hat, mit einem Impulsreferat in das Themenfeld einführen und für Fragen zur Verfügung stehen.

Nähere Informationen und eine Anmeldemöglichkeit finden Sie hier.

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Ganz kleine Jungs bevorzugen auch Puppen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 19. Dezember 2013

Neue Forschungsergebnisse der University of Western Sydney zeigen, dass kleine Jungs Gegenstände mit Gesichtern lieber mögen als Maschinen, was die Theorie der angeborenen Vorliebe von Babys für „mädchenhafte“ oder „Macho“- Spielzeuge in Frage stellt.

Forscher des MARCS Institut Babylab an der University of Western Sydney haben die Vorlieben von vier und fünf Monate alten Babys getestet, indem sie ihnen Bilder von männlichen und weiblichen Personen und Puppen sowie von Autos und Öfen gezeigt haben. Die Forscher maßen dann, wie lange der Blick der Babys auf die jeweiligen Gegenstände gerichtet war und berechneten daraus die Vorlieben der Babys.

Die Studie, die im Journal of Experimental Child Psychology veröffentlicht wurde, kam zu dem Ergebnis, dass sich Jungs genau wie Mädchen im Babyalter lieber mit Puppen als mit Autos beschäftigen.

„So überraschend sich dies auch anhören mag, obwohl es eigentlich üblich ist, Puppen für Mädchen und Autos für Jungs zu kaufen, deuten die Studienergebnisse darauf hin, dass kleine Jungs eigentlich Puppen lieber mögen“, sagt die Leiterin der Studie, Dr. Paola Escudero.

„Jeder kauft gerne Puppen für kleine Mädchen und Autos und Lkw für kleine Jungs, das ist einfach gang und gebe.“ „Dies wird durch vorherige Studien unterstützt, denen zufolge 3-jährige Jungs lieber mit Transport- und Bauspielzeugen spielen, wohingegen Mädchen Puppen vorziehen.“

„Mit der neusten Eye-Tracking-Technologie konnten wir jedoch feststellen, dass es diese geschlechtsspezifischen Unterschiede bei fünf Monate alten Babys noch nicht gibt. Das zeigt, dass diese Unterschiede das Ergebnis von physiologischen Veränderungen (z.B. des Hormonspiegels), kognitiver Entwicklung oder sozialem Druck sind.“

Während Dr. Escuderos Forschung neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur natürlichen Verbindung von Jungs zu Puppen bringt, wird die Debatte darüber, was die geschlechtsspezifischen Veränderungen bei älteren Kindern auslöst, weiterhin heiß geführt.

Es bedarf wohl weiterer Forschung, um die Lücke zwischen fünf Monaten und drei Jahren zu schließen und festzustellen, welche Einflüsse das Interesse kleiner Jungs an Spielzeugautos, Lkw und anderen typisch männlichen Spielzeugen weckt.

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Nacht- und Wochenendarbeit von Vätern und Müttern sind für Kinder nachteilig

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 2. Dezember 2013

Elterliche Arbeitszeiten am Abend, in der Nacht und an Wochenenden haben vielfältige negative Auswirkungen auf Kinder. Das zeigt eine systematische Auswertung von Studien über die letzten drei Jahrzehnte durch ein internationales Forscherteam, das von Jianghong Li, Forscherin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, geleitet wird.

Die Autoren sind sich bewusst, wie schwierig es ist, die einzelnen Einflussfaktoren von ungewöhnlichen Arbeitszeiten auf das kindliche Wohlbefinden zu bestimmen. Viel hängt von der individuellen Familiensituation ab. Aber 21 der 23 analysierten Untersuchungen in entwickelten Ländern zeigten eine deutliche Tendenz: Arbeit außerhalb der üblichen Zeiten hat ungünstige Folgen für die soziale und emotionale Situation der betroffenen Kinder. Verhaltensauffälligkeiten, schlechtere kognitive Leistungen (Sprechen, Lesen und Mathematik) und Fettleibigkeit sind unter Kindern, deren Eltern zu diesen Zeiten arbeiten, weiter verbreitet als bei Kindern, deren Eltern überwiegend während der Normalarbeitszeit erwerbstätig sind.

Zu den Gründen gehören depressive Symptome der Eltern, eine schlechtere Wahrnehmung der Erziehungsaufgaben, ein verminderter Austausch zwischen Eltern und Kindern, ein Verlust an Eltern-Kind-Nähe und der allgemeine Mangel an Unterstützung in der Familie. Wenn Eltern am Wochenende und in den Abend- und Nachtstunden arbeiten, geht es besonders Kindern aus sozial benachteiligten Familien schlechter, nämlich ärmeren Familien, Familien mit nur einem Elternteil und Familien, in denen Eltern in Vollzeit in der Nacht und am Wochenende arbeiten.

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Kinder wollen eine gerechtere Welt für alle

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 16. November 2013

Die 3. World Vision Kinderstudie hat nun schon zum dritten Mal mit einem repräsentativen Sample von 2500 Kindern die Perspektiven der 6-11jährigen Kinder in Deutschland auf ihre Lebenswelten untersucht. Neben den bewährten Themen Familie, Schule, Freunde und Freizeit war das Schwerpunktthema der diesjährigen Studie das Thema Gerechtigkeit.

Die Kinder wurden befragt, was Gerechtigkeit für sie überhaupt ist und ob und wo sie sich gerecht oder ungerecht behandelt fühlen. Erhoben wurden die Antworten zum einen wieder über eine quantitative Studie, bei der die Kinder von Interviewerinnen und Interviewern einen Fragebogen mit 60 Fragen vorgelegt bekamen, den sie in etwa 30 Minuten beantworteten. Dies ist der erste Teil der Studie. Zum anderen gab es wieder einen qualitativen Teil, in dem 12 Kinder in Tiefeninterviews und mit kindgerechten Methoden zu ihren Lebenswelten befragt wurden. Daraus entstanden 12 Kinderporträts, die den zweiten Teil der Studie füllen.

Die 3. World Vision Kinderstudie stellt erneut das subjektive Wohlbefinden von Kindern und damit die Erlebniswelt der Kinder aus ihrer Sicht in den Mittelpunkt. Wohlbefinden ist mehr als Wahrung der Kinderrechte und Beachtung des (rechtlich verstandenen) Kindeswohls. Die Kinderstudie dokumentiert erneut, dass Kinder kompetent und authentisch über ihre eigene Lebenssituation Auskunft geben können; sie sind Spezialisten ihrer eigenen Erlebniswelt. Zudem verleiht die Studie den Kindern in Deutschland eine Stimme, die gehört zu werden verdient, nicht nur von Eltern und Pädagogen, sondern auch von Wissenschaftlern und Politikern.

Im Bereich ‚Familie und Erwerbstätigkeit‘ gaben die Kinder u.a. folgende Auskünfte:

Bei 35 % der Kinder arbeitet ein Elternteil Vollzeit und der andere in Teilzeit, oder aber es sind beide teilzeiterwerbstätig. Rückläufig ist demgegenüber mit aktuell 32 % die „klassische“ Einverdiener-Familie. Beide Elternteile in Vollzeit trifft bei 13 % der Kinder zu, alleinerziehend und dabei in Vollzeit oder Teilzeit erwerbstätig auf 12 %, arbeitslos auf 4 % der Familien der befragten Kinder und Sonstiges, wie zum Beispiel im Studium, in Ausbildung oder aber Hausfrau oder Hausmann ohne Erwerbsbeteiligung in der Familie, auf nach wie vor 4 %.

Die Kinder wurden erneut nach ihrer Zufriedenheit befragt, was die Zuwendung ihrer Eltern anbelangt. Im Trend betrachtet, beklagen nach wie vor Kinder dann am häufigsten Zuwendungsdefizite („Beide Elternteile haben zu wenig Zeit oder ein Elternteil hat zu wenig Zeit, der andere mal so, mal so“), wenn die Eltern alleinerziehend und erwerbstätig (32 %) oder aber arbeitslos oder aus sonstigen Gründen nicht erwerbstätig sind (29 %). Am geringsten ist der Anteil der Kinder mit Zuwendungsdefiziten dort, wo beide Elternteile erwerbsbeteiligt sind, entweder einer in Vollzeit und der andere in Teilzeit oder beide in Teilzeit (konstant 8 %).

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