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innovative Unternehmen nutzen die Potenziale aktiver Vaterschaft

Archiv für die 'Kinder' Kategorie

Väter können bei Schulnoten gelassen bleiben

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 24. Januar 2012

Keine Einsen, keine Zweien – der Drittklässler bringt nur Dreien nach Hause. „Mein Fehler!”, denken viele, besonders studierte Eltern mit schlechtem Gewissen. Weshalb dies stimmt nicht, erklärt Professor Detlef H. Rost, Psychologe und Intelligenzforscher an der Universität Marburg, im großen Dossier “Wir. Sind. Nicht. Schuld!” in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift ELTERN FAMILY.

Denn nicht in jedem Fall hätten intelligente Eltern “automatisch” intelligente Kinder, berichtigt Prof. Rost einen weitverbreiteten Mythos: “Gute Noten werden nicht vererbt. Intelligenz setzt sich vermutlich aus mehr als hundert Genen zusammen. Bei der Vererbung können daraus unzählige unterschiedliche Kombinationen entstehen. Außerdem gibt es das Phänomen der ‘Regression zur Mitte’. Sehr intelligente Eltern haben im Schnitt nicht ganz so intelligente Kinder. Das gilt auch andersherum: Eltern mit geringer Intelligenz haben im Schnitt etwas schlaueren Nachwuchs.”

Der Experte empfiehlt betroffenen Müttern und Vätern in Sachen Noten mehr Gelassenheit: “Es ist keine Katastrophe, wenn ein Kind keine Gymnasialempfehlung bekommt! Und mit Schuld hat das nichts zu tun. Starker Leistungsdruck führt oft zu Überforderung und zu emotional unstabilen Kindern bis hin zu späterem Versagen… Man kann ein Pferd nur zum Brunnen führen, trinken muss es selbst.”

Im Übrigen liege es nicht immer an der Intelligenz, wenn ein Kind Schulschwierigkeiten habe: “Intelligenz ist zwar wichtig für Leistungen in der Schule. Aber es gibt weitere wichtige Faktoren: Ist mein Kind motiviert zu lernen und dem Unterricht zu folgen? Ist es bereit, sich anzustrengen? Hat es ein gutes Arbeitsverhalten, und macht der Lehrer einen interessanten Unterricht?”

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Die Suche nach Identität und Wahrheit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 23. Dezember 2011

„Als ich erfuhr, dass ich nicht der leibliche Vater meines Sohnes bin, war für mich eine Welt zusammengebrochen.“ Das war für Max Kuckucksvater aber auch der Ausgangspunkt für seinen Blog kuckucksvater. Kurz vor Weihnachten begrüßt er dort eine neue Autorin, die im Blog über ihre Suche berichten wird.

Kuckucksvaterblog: Du bist ein Kuckuckskind und wirst hier im Blog als neue Co-Autorin von Deiner Suche nach Identität und Wahrheit berichten. Herzlich willkommen im Team und warum machst Du das?

Marta Pandora: Kuckuckskinder sind die Regel, nur es redet kaum einer darüber.  Deswegen berichte ich darüber, damit andere in meiner Situation meine Geschichte lesen können und sehen, dass sie eben nicht allein sind.  Auch denen, die nicht betroffen sind, möchte ich dadurch sagen: ‘Seht, wie es mir und vielen anderen ergeht, wenn man seiner wahren Identität beraubt wurde!’ Das Schweigen um meine Herkunft breche ich auch dafür, dass die Öffentlichkeit den Identitätsraub nicht mehr weiter duldet.
Danke auch für die Aufnahme, es ist schön willkommen zu sein.

Kuckucksvaterblog: Warum veröffentlichst Du Deine Geschichte ausgerechnet im Kuckucksvaterblog, wäre die nicht besser woanders untergebracht?

Marta Pandora: Ich habe mich im Kuckucksvaterblog sofort wiedergefunden, Geschichten von Menschen mit dem „K-Faktor“ gelesen. Also Kuckuckskinder, mit denen ich mich sofort identifizieren konnte und Kuckucksvätern, die mir Einblicke in ihre Welt der Scheinväter gaben. Letztendlich sind die Kuckucksväter und Kuckuckskinder die Betrogenen. Ich fühle mich mit ihnen verbunden. Das hat mir Mut gemacht, von mir hier zu erzählen.

Kuckucksvaterblog: Wo fandest Du Hilfe, als Du erfuhrst, dass Du nicht das Kind Deines sozialen Vaters bist?

Marta Pandora: Nirgends, ich habe es mit mir alleine ausgemacht, Hilfe von meiner sozialen Familie hatte ich nicht bekommen, es wurde geschwiegen!

Kuckucksvaterblog: Ist Deine Situation jetzt endgültig geklärt?

Marta Pandora: Nein, es ist noch lange nicht alles geklärt. Weiterlesen »

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Teilhabe von Eltern am Arbeitsleben entscheidend für Wohlbefinden der Kinder

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 17. Dezember 2011

Eltern, die selbst ihren Unterhalt bestreiten, und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, vermitteln ihren Kindern am ehesten das Vertrauen, die Zukunft zu meistern. Zu diesem Ergebnis kommt der UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland, der am Freitag in Berlin vorgestellt wurde. Laut UNICEF wachsen 14 % der Kinder in Deutschland in „relativer Armut“ auf.

„Für die Selbstachtung und das Selbstvertrauen der Kinder ist es von zentraler Bedeutung, dass ihre Eltern den Lebensunterhalt selbst bestreiten können“, erklärte Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF-Deutschland. Er betonte, dass eine gute Förderung in Kindertagesstätten und Schulen Defizite aufgrund mangelnder Teilhabe der Eltern nur begrenzt ausgleichen könne.

Für die Studie wertete UNICEF bestehende Untersuchungen aus, darunter den Mikrozensus 2008 und die Pisa-Studie. Dabei lag der Fokus unter anderem auf dem materiellen Wohlbefinden, Gesundheit und Sicherheit, Bildung und Ausbildung sowie dem subjektive Wohlbefinden. UNICEF ermittelte dabei „deutliche Unterschiede innerhalb Deutschlands”. Diese seien teilweise größer als zwischen einzelnen OECD-Staaten.

Die meisten Kinder sagen laut dem UNICEF-Bericht, dass sie sich subjektiv gut fühlen. Je nach Bundesland schätzen jedoch zwischen 11 und 17 Prozent der Kinder ihr schulisches Wohlbefinden als schlecht ein.

Als negative Einflüsse auf das Wohlbefinden nennt UNICEF zum Beispiel hohe Arbeitslosigkeit, einen Mangel an Ausbildungsplätzen sowie ein unfriedliches Schulklima. Auch ein hoher Anteil an Armut und an Alleinerziehenden werden als einschränkend empfunden.

Um die Situation von Kindern in Deutschland zu verbessern, empfehlen die Autoren der Politik, nicht nur auf Kinderbetreuung und Bildung zu schauen. Weiterlesen »

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… jeder dieser Väter hat seine Arbeitszeit reduziert

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 25. November 2011

Gene, Namenswahl, Stillen, Kita, TV-Konsum: Es gilt viel zu beachten, will man sein Kind auf den richtigen Weg bringen. Ob Eltern tatsächlich so viel falsch machen können, wie ihnen häufig suggeriert wird, analysiert Inka Schmeling in ihrem Buch “Erziehungsquatsch. Worauf Eltern Einfluss haben – und worauf nicht“. Im Gespräch mit der Berliner Morgenpost erklärt sie, warum sie dieses Buch geschrieben hat.

‚Berliner Morgenpost: Bücher über Kindererziehung gibt es viele. Was war der Anlass für Sie, sich dem Thema zu widmen?

Inka Schmeling: Ich schlug morgens die Zeitung auf und sah einen Artikel, in dem es darum ging, was man in der Schwangerschaft darf und was nicht. Wahrscheinlich wieder irgendetwas mit Rohmilchkäse. Auch ich habe mich in meiner ersten Schwangerschaft davon verunsichern lassen. Das hat mich später geärgert. Bei der Recherche für mein Buch habe ich die Arbeiten vieler Experten gelesen, die oft sehr gegensätzlicher Meinung sind. Herausgekommen ist die Zusammenfassung ihrer Streitpunkte, quasi die Essenz. Das erspart Müttern eine Menge Arbeit. …

Berliner Morgenpost: Wie sehen Sie die Rolle der Väter? Nehmen sie heutzutage mehr Einfluss auf das Leben ihrer Kinder?

Inka Schmeling: Wenn ich mein Umfeld betrachte, ist es definitiv so. In unserer Krippengruppe gab es kein einziges Kind, das nicht regelmäßig auch vom Vater abgeholt wurde. Das heißt, dass jeder dieser Väter seine Arbeitszeit reduziert hat. Und diese Väter haben auch kein Problem damit, einmal ein Wochenende aufzupassen, wenn die Mutter etwas unternehmen möchte. …

Berliner Morgenpost: Wie stark müssen Eltern für das Wohl Ihrer Kinder zurückstecken? Nehmen wir die Wahl des Wohnortes.

Inka Schmeling: Anders als andere Eltern wollen mein Mann und ich auch mit Kindern in der Stadt wohnen bleiben. Wenn wir in der Vorstadt wohnen würden, dann wären wir nicht glücklich. Für unseren Sohn macht das einen geringeren Unterschied als für uns. Wer will, kann auch in der Stadt dörfliche Strukturen finden. Wir haben jetzt zum Beispiel auch einen Schrebergarten. Natürlich verändern wir unser Leben für unsere Kinder, um sie so viel wie möglich einzubeziehen. Aber Kinder haben absolut nichts von Märtyrereltern. Und wie sagt der dänische Familientherapeut Jesper Juul so schön: Der Kinderstuhl ist nicht der Thron.

Berliner Morgenpost: Was ist also der ideale Weg?

Inka Schmeling: Manchmal muss man sich auch als Mutter und Vater etwas rausnehmen. Zum Beispiel einen Babysitter bestellen, um ins Kino zu gehen, wenn einem danach ist. Man soll doch die Freude behalten und nicht ständig überlegen, was man aufgeben musste. Wir tun ohnehin wahnsinnig viel für unsere Kinder. Deswegen empfinde ich auch die Experten als angenehm, denen es wichtig ist, dass beide Seiten glücklich sind: Kinder und Eltern.’

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Das Leben als Kita-Protokollant

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 15. Oktober 2011

Der Rheinische Post Redakteur Philipp Holstein erzählt bei RP Plus Geschichten über sein Leben als Vater:

‘Ich wusste das alles, aber was mir niemand gesagt hat ist dieses: dass meine Freundin und ich zu Konkurrenten werden. David ist drei, er geht nun in den Kindergarten. Wir haben uns für eine Elterninitiative entschieden, einen Kinderladen. Man bestimmt dort selbst, in welchem Umfeld das Kind spielt, wie es erzogen wird. Man muss sich allerdings sehr viel stärker engagieren als in klassischen Kindergärten. Es begann mit der Elternfahrt, drei Tage Jugendherberge, zu siebt in einem Zimmer, und als die Kinder am ersten Abend im Bett waren, setzten die Großen sich zusammen. Jeder musste ein Amt übernehmen, es gibt Väter, die sich um Essensbestellungen kümmern und Mütter, die den Garten verschönern. Es gibt Hausmeister und Ausflugs-Organisatoren. Ich bin Protokollant.

Das hört sich leicht an: Bei allen Besprechungen mitschreiben, was verhandelt und entschieden wird. Stift und Zettel, notieren, dann zuhause in eine Email kopieren und an alle versenden, fertig. In Wirklichkeit ist das Protokollamt komplex wie wenige andere. An jenem ersten Abend zum Beispiel diskutierten wir von 20 bis 0.30 Uhr, ob es ethisch vertretbar ist, dass sich eine Elterninitiative eine Putzfrau nimmt. Es ging hin und her, und nach Mitternacht wurde die Entscheidung auf den nächsten “Orga-Abend” vertagt. Neben jährlichen Eltern- und Vattifahrten gibt es nämlich auch monatliche Organisations- sowie Pädagogiktreffen. Dazu jeweils Zusammenkünfte vor Ausflügen und die traditionellen Feiern zu Nikolaus, Weihnachten etc, die ihrerseits geplant werden müssen. …“

Erinnert mich irgendwie an meine Geschichte im Kinderladen. 10 Jahre mit drei Kindern, die vor 14 Jahren zu Ende gegangen sind und die ich trotz allem nicht missen möchte.

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Väter stellen hohe Ansprüche an ihre Kindererziehung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 26. August 2011

Zwei Drittel der Väter in Deutschland wollen Erzieher ihrer Kinder sein und nicht mehr nur ihre Haupternährer. Dieser Rollenwandel, der sich in den letzten Jahren auch in der steigenden Zahl der von Männern in Anspruch genommenen Elternzeit ablesen lässt, wirft neue Fragen auf. Wird Kindererziehung männlicher? Verändern sich auch die Werte in der Kindererziehung? Richten sich Männer nach den Maßstäben der Mütter oder entwickeln Väter eigene und andere Vorstellungen für die Kindererziehung?

Um diese Fragen ging es in einer Umfrage der hessenstiftung – familie hat zukunft und der IGS Organisationsberatung GmbH mit dem Titel: „Wertvolle Väter“, deren Ergebnisse am 21. August von den Initiatoren vorgestellt wurde.

Die Umfrage, an der rund 800 Männer teilgenommen haben, richtete sich bewusst an die Väter der „gesellschaftlichen Mitte“, von denen andere Studien aussagen, sie stünden in Familie und Beruf „unter Druck“. Mit der Form der Online-Befragung wurde die Zielgruppe gut erreicht, wie unter anderem aus dem Akademikeranteil von 60% sowie den Einkommensangaben ersichtlich ist. 80% der Väter liegen dabei über dem sogenannten Medianeinkommen. Mehr als 60% verfügen über ein Netto-Haushaltseinkommen von über 3000,- €.

Dass fast 30% der befragten Väter Elternzeit in Anspruch genommen haben, ist insofern von Bedeutung, als ein erkenntnisleitendes Interesse die Frage war, ob sich erziehende Väter in ihren Erziehungszielen den Müttern angleichen oder sich unterscheiden.

Die befragten Väter machen deutlich, dass sie ihren Kindern durch ihre Erziehung sehr viele Eigenschaften vermitteln wollen, die möglichst alle ähnlich hoch ausgeprägt sind.
Dabei ist den Vätern sowohl bei Söhnen als auch bei Töchtern als Eigenschaft das Selbstbewusstsein am wichtigsten und den Gehorsam am wenigsten wichtig.

Die Reihenfolge anderer Eigenschaften, wie emotionaler Stabilität, Neugier und Hilfsbereitschaft, variiert gering bei Töchtern und Söhnen. Auffällig ist, dass die Eigenschaften generell im Durchschnitt bei Töchtern geringer ausgeprägt sein sollen.
Vergleicht man die Eigenschaften, die Väter den Kindern vermitteln wollen, mit den Eigenschaften, von denen die Väter glauben, dass sie die Mütter den Kindern vermitteln möchten, zeigt sich folgendes Bild:

Die Väter nehmen an, dass auch die Mütter das Selbstbewusstsein am wichtigsten und den Gehorsam am wenigsten wichtig ansehen. Hilfsbereitschaft, Einfühlungsvermögen und Partnerschaftlichkeit stehen auf der Liste der Mütter unter den ersten zehn wichtigsten Eigenschaften bei Söhnen und Töchtern, auf der Liste der Väter aber nicht.
Zudem beachten fast 75% der befragten Väter die Arbeitsmarktfähigkeit des Kindes in der Erziehung.

Väter möchten mit Ihrer Erziehung vor allem die Werte Selbstvertrauen, Liebe, Selbstständigkeit, Menschlichkeit, Toleranz und Respekt vermitteln. Im Vergleich mit den erfahrenen Werten aus ihren Herkunftsfamilien, wird eine Veränderung deutlich. Väter erfuhren bei Ihren Eltern vor allem die Werte Verantwortung, Anstand, Selbstständigkeit, Ordnung und Gerechtigkeit.

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Acht Kinder und glücklich!

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 21. August 2011

Wie funktioniert das Familienleben mit acht Kindern? 45 Min hat eine Familie in ihrem Alltag und im Urlaub begleitet. Die NDR Dokumentation ist schon vor ein paar Monaten gelaufen, aber immer noch sehenswert! (Einfach Bild anklicken)

Wieso entscheidet sich heutzutage ein Paar für so viele Kinder? “Es lief gut, die Kinder waren toll – irgendwann konnte man dann nicht richtig aufhören”, meint Paul schmunzelnd. Und Monika ergänzt: “Dass es jetzt prompt acht sind, habe ich mir vielleicht nicht vorgestellt oder dass es zweimal Zwillinge sind. Aber ich finde mein Leben sehr erfüllt und bin damit sehr glücklich.”

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So leben Kinder in Deutschland

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 4. August 2011

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus lebten im Jahr 2010 rund 13,1 Millionen minderjährige Kinder in Deutschland. Vor zehn Jahren war diese Zahl noch um 2,1 Millionen höher. Der rückläufige Trend wird sich weiter fortsetzen.

Diese und weitere Ergebnisse hat Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes (Destatis), gestern auf einer Pressekonferenz in Berlin zur Lebenssituation von Kindern in Deutschland vorgestellt.

Er betonte die unterschiedlichen Entwicklungen im Westen und Osten Deutschlands. In Westdeutschland sei die Zahl der Kinder zwischen 2000 und 2010 um etwa 10 % auf 11,0 Millionen Kinder gesunken. „Noch gravierender war der Rückgang in Ostdeutschland: Im Jahr 2010 gab es hier knapp 29 % weniger Kinder als zehn Jahre zuvor.“

Auch hinsichtlich der Familienstrukturen unterscheiden sich West- und Ostdeutschland: Während 2010 in Westdeutschland 79 % der minderjährigen Kinder bei ihren verheirateten Eltern lebten, betrug der entsprechende Anteil in Ostdeutschland nur 58 %. Hier war der Anteil der Kinder in Lebensgemeinschaften mit 17 % fast drei Mal so hoch wie im Westen (6 %). 24 % der ostdeutschen Kinder wohnten bei einem alleinerziehenden Elternteil, im früheren Bundesgebiet waren es 15 %.

Weitere Themen, die die Situation von Kindern in Deutschland aus Sicht der Statistik beschreiben waren unter anderem:

  • Bei 51 % der minderjährigen Kinder in Paarfamilien in Deutschland gingen beide Elternteile einer beruflichen Tätigkeit nach, bei 38 % war nur ein Elternteil berufstätig und 11 % der Kinder lebten in Paarfamilien, bei denen keiner der beiden Elternteile aktiv erwerbstätig war. Je jünger Kinder sind, desto häufiger geben insbesondere Mütter ihre Erwerbstätigkeit vorübergehend auf: So waren nur noch bei 28 % der Kinder unter drei Jahren beide Elternteile berufstätig.
  • Das Angebot an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren in einer Kindertageseinrichtung oder durch eine Tagesmutter beziehungsweise einen Tagesvater ist in den letzten Jahren gestiegen. 2006 betrug die Betreuungsquote noch 14 %, am 1. März 2010 bereits 23 %. Um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, bis 2013 insgesamt 750 000 Betreuungsplätze für unter 3-Jährige zur Verfügung zu stellen, müssen bis dahin noch rund 280 000 Plätze zusätzlich geschaffen werden.
  • Die wirtschaftliche Lage von Kindern hängt in erster Linie davon ab, welche Einkommen ihre Eltern beziehen. Bei 92 % der minderjährigen Kinder in Paarfamilien ist das Erwerbseinkommen eines oder beider Elternteile Quelle des überwiegenden Lebensunterhaltes. Auch bei mehr als der Hälfte der Kinder von Alleinerziehenden (57 %) war das Erwerbseinkommen des Elternteils die Haupteinkommensquelle. Für rund 33 % der Kinder von Alleinerziehenden stellten jedoch Transferleistungen die Haupteinkommensquelle der Familie dar.
  • Kinder sind in Deutschland nicht stärker armutsgefährdet als der Durchschnitt der Bevölkerung. Nach der Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen waren im Jahr 2008 in Deutschland 15,5 % der Bevölkerung armutsgefährdet. Für Kinder unter 18 Jahren lag die Quote bei 15,0 %.

In Scheidungsverfahren wird immer seltener über das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder gestritten: immer häufiger bleibt es daher zunächst bei einem gemeinsamen Sorgerecht der geschiedenen Eltern.

Vätern wird in einem isolierten Verfahren, das heißt zu einem Zeitpunkt nach einer Scheidung, eher das alleinige Sorgerecht zugesprochen als im Scheidungsverfahren selbst. 2010 haben die Familiengerichte in 15% der isolierten Sorgerechtsverfahren, aber nur in 7% der Scheidungsverfahren zugunsten des Vaters entschieden.

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Ohne Gutenachtgeschichte geht die Mimi nicht ins Bett

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. Juli 2011

Ohne Gutenachtgeschichte geht in deutschen Kinderzimmern kaum jemand schlafen. Wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag von “BABY und Familie” ergab, lesen fast alle Mütter und Väter von Kindern im Alter zwischen vier und sechs Jahren (90 %) ihren Sprösslingen vor dem Schlafengehen noch etwas vor.

Auch ein Großteil der jüngeren Kinder unter vier Jahren kommt in Deutschland den Angaben ihrer Eltern zufolge in den Genuss dieses traditionellen Rituals (71 %). Und selbst der Nachwuchs, der schon selbst lesen kann, will auf eine Gutenachtgeschichte von Mama und Papa offenbar nicht verzichten:

Sechs von zehn Müttern und Vätern (60 %) mit Kindern zwischen sieben und zwölf Jahren erzählen ihren Sprösslingen der Studie zufolge vor dem Schlafengehen noch eine Geschichte. Deutlich seltener ist im Vergleich dazu das gute alte Schlaflied. Nicht einmal mehr jeder Zweite wiegt seinen Nachwuchs mit einem Liedchen ins Reich der Träume (mit bis 3-jährigem Kind im Haushalt: 43 %; mit 4-6-jährigem Kind im Haushalt: 36 %).

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Elternsein heute – Ein Mutmachbuch für eine abenteuerliche Lebensform

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. Juli 2011

Es macht Spaß, das neue Buch Melitta Walter, ‚Elternsein heute – Ein Mutmachbuch für eine abenteuerliche Lebensform’ zu lesen, gerade wenn man schon viele Abenteuer erlebt hat. Die Autorin hält nicht nur ein, was der Titel verspricht sondern teilt die Fülle ihrer Erfahrungen mit den Lesern und Leserinnen.

Dieser Schatz kommt aber an keiner Stelle mit einem erhobenen Zeigefinger daher. Angehende Eltern, die vor der Entscheidung stehen, diese lebenslange Abenteuerreise zu buchen oder von der Natur geschenkt bekommen, werden von der ersten Seite mit ins Boot geholt und in die Lage versetzt, sich ihre Insel einmal mit ein paar Metern Abstand zu betrachten.

Apropos angehende Eltern, oft wird von Eltern geschrieben, Väter sind im besten Falle aber nur mitgedacht. Melitta Wagner bezieht die männliche, die Sichtweise des (angehenden) Vaters von Anfang an mit ein. Erklärt die unterschiedlichen Betroffenheiten im Moment der ersten Information über die Schwangerschaft, die Position des Vaters bei einem möglichen Schwangerschaftskonfliktberatungsgespräch oder im Kreißsaal und allen weiteren schönen und weniger schönen Lebenssituationen.

Dies gelingt ihr sehr einfühlsam, vor allem, weil sie die Ressourcen der Väter in den Vordergrund stellt und nicht die vielleicht vorhandene Differenz zwischen dem Wollen und dem tatsächlichen Handeln. Die Autorin setzt sich auch kritisch mit den neuen Väterbildern auseinander. Zu Beginn des Kapitels, ‚Wie soll er denn sein – der Super–Papa?’ stellt sie die Erkenntnis, das jede Generation neue Väter hervorbringt, die sich an den jeweiligen gesellschaftlichen Erwartungen abarbeiten, genau wie sich die Söhne an und mit ihren Vätern reiben. Weiterlesen »

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