der VÄTER Blog

lebe deinen Traum!

Archiv für Mai, 2013

Die Arbeit an den Bedürfnissen von Vätern und Müttern ausrichten

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 31. Mai 2013

Die Berufswelt nimmt wenig Rücksicht auf Mütter und Väter. Die Grünen-Politikerin Franziska Brantner schreibt in einem Gastbeitrag für die ZEIT darüber, was neben einer qualitaiv guten Kinderbetreuung in Sachen ‚Verenbarkeit‘ noch größere Bedeutung hat

‚Die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird in Deutschland meistens mit dem Ruf nach flächendeckender und besserer Betreuung der Kleinen beantwortet. Die Debatte zeigt auch Wirkung. Trotzdem bleibt noch viel zu tun, denn selbst mit dem besten Betreuungssystem der Welt wird das Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht gelöst. Was noch immer fehlt, ist das gesellschaftliche Zugeständnis, dass sich die Arbeit in erster Linie nach der Situation der Betreuenden richten muss – nicht umgekehrt. …

Wo sind die Grenzen der Verfügbarkeit im Arbeitsleben? Welche Ansprüche und Gewohnheiten sind wir bereit aufzugeben, um eine echte Vereinbarkeit zu ermöglichen? Und wollen wir wirklich, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Chefs oder auch Politikerinnen Kinder haben, um die sie sich auch kümmern können? Wenn wir das so wollen, dann müssen wir unsere Erwartungen an sie ändern! …

In unseren Institutionen und Arbeitswelten glaubt man immer noch, dass derjenige am meisten oder am effizientesten arbeitet, der am längsten im Büro ist. Auch dieser Irrglaube trägt zur Unvereinbarkeit von Familie und Beruf bei. Dass es auch anders geht, zeigt zum Beispiel Dänemark. In der Regel verlassen alle das Büro, wenn die Kita schließt. Dem Vater, der um sieben Uhr noch im Büro sitzt, kann es passieren, dass ihn Kollegen fragen, ob ihm seine Familie nicht wichtig sei. …‘

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Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist,

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 30. Mai 2013

… und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Im Editorial zur 50 Ausgabe der Männerzeitung greift Ivo Knill ein Zitat von Friedrich Schiller auf, für den das Spiel ein Übungsfeld der Freiheit darstellt.

‚Im Spiel sind wir frei zu wählen. Bettler oder Fürst, Bösewicht oder Heiliger, wir wählen und schulen unser Gespür dafür, dass wir sind, was wir aus uns machen. Im Spiel erfindet sich der Mensch ständig neu. Im Spiel ist er frei und insofern sollte er das Leben als Spiel begreifen.

Ob Schiller uns beide gemeint hat, Paul-Otto und mich, die im Rausch von Sieg und Niederlage die Nacht im Spiel feierten? Ich weiss es nicht. Ob er, wie wir, dieses Gefühl kennen gelernt hat: Seine Freiheit im Spiel verjubeln, sich dem unsicheren Glück in die Arme werfen, sich abhängig machen vom Zufall der Würfel, untergehen im zufälligen Los des Daseins? Ja, ich bin sicher: Er hat es. Und was ist aus Paul-Otto und mir geworden? Ich bin zwischenzeitlich Spielmuffel geworden. Zu viel zu tun, keine Zeit für Spielchen. Zu viele schlechte Verlierer (ich gewinne immer, wenn nicht in Zahlen, so doch in Worten). …‘

Folgende Beiträge der aktuellen Ausgabe sind online verfügbar.

«Ich finde meine Ernährerrolle furchtbar!» Sven Broder will mehr Zeit zum Töffliflicken. Interview: Anna Miller

Und was spielen wir heute? Es ist Sonntagnachmittag und Sie wissen nicht was tun? Samuel Steiner

Das Ende des Nettseins Warum SM ein interessantes Spiel sein kann. Paul Hasler

«Das Sorgerecht ist mutterzentriert» Interview mit der Familienrechtsprofessorin Hildegund Sünderhauf-Kravets

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Jeder Zweite möchte, aber nur jeder Zehnte macht es

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. Mai 2013

… weniger arbeiten. Rinaldo Dieziger setzt sich im heutigen Papablog mit der Frage auseinander, wo Erklärungen und Gründe für diesen Widerspruch liegen könnten.

‚… Warum bieten bei derart rosigen Aussichten auf Effizienz- und letztendlich auch Gewinnsteigerung nicht mehr Unternehmen Teilzeitstellen an? Ist Teilzeit am Ende gar keine Frage der Wirtschaftlichkeit, sondern der Unternehmenskultur? Oder der Politik?

Weder noch. Der Hund liegt in unserem eigenen Garten begraben. Wir sind Angsthasen oder haben gelogen. Der Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen hat mehrere Hundert Männer bei der UBS befragt. 78 Prozent gaben an, konkret über Teilzeit nachzudenken. Klingt wie ein Witz. Aber diese hohen Werte bestätigen die Ergebnisse der repräsentativen Studie im Kanton St. Gallen aus dem Jahre 2011 sowie zweier Befragungen, die nach der Lancierung des Projekts «Der Teilzeitmann» durchgeführt wurden. Gemäss einer Umfrage der «Coopzeitung» befürworten 62 Prozent Teilzeitarbeit, bei den 30- bis 49-Jährigen ziehen gar 78 Prozent eine Teilzeitstelle vor.

Wie zum Teufel kann es sein, dass trotzdem nur einer von zehn Männern zugunsten der Familie beruflich kürzer tritt? Weil sie nicht wollen. Jedenfalls nicht wirklich. Wahrscheinlich würden sie sogar, wenn sie könnten. Aber sie können nicht. Weil sie zwar still und heimlich bei ein paar Bier darüber sinnieren, aber nie beim Arbeitgeber nachfragen. …

Fragen kostet nichts. Ausser eine verdammt gute Vorbereitung. Clevere Arbeitnehmer mutieren in einem solchen Gespräch zum Arbeitgeber. Geben ist nun mal seliger denn Nehmen. Unternehmer schenken ungern einem Arbeitnehmer Gehör, der noch mehr (frei) nehmen will. Deshalb lohnt es sich, darüber nachzudenken, was Mann als Arbeitnehmer geben kann. Wie der Chef konkret von Teilzeitarbeit profitiert. Ich empfehle, eine Lösung gespickt mit schlagenden Argumenten für Steigerung von Effizienz und Gewinn zu präsentieren. Und kein Problem. Denn Probleme haben Arbeitgeber genug. Ich weiss das, weil ich selbst Unternehmer bin. Und 80 Prozent arbeite.‘

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Aufgabenteilung in der Familie ist Verhandlungssache

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. Mai 2013

Diese Auffassung vertritt Christian Beuker, Koordinator des Väternetzes Niedersachsen, Sozialpsychologe und Pädagoge, im Interview mit der Nordwestzeitung

Frage: Immer mehr Väter beziehen Elterngeld – spricht das für ein sich wandelndes Rollenbild?

Beuker: Das Elterngeld war im Grunde der Auslöser dafür. Ein sich wandelndes Bild in der Rollenverteilung gab es schon vorher, aber durch den Rechtsanspruch haben sich immer mehr Männer getraut, auch tatsächlich zu Hause zu bleiben.

Frage: Welche Rolle spielt denn der ökonomische Gedanke beim Thema Elterngeld?

Beuker: Die Frage ist: „Was will ich?“ Es gibt Familien, da bleibt der Vater der Haupternährer und die Frau findet’s ganz toll. Das ist das klassische Bild. Es geht natürlich auch andersherum. Die Paare müssen für sich entscheiden – wie wollen wir leben und was brauchen wir als Familie? Da kann es auch sein, den Lebensstandard an die Familienzeit und das Einkommen anzupassen.

Frage: Wie kann man Vätern noch weiter Mut machen, ihren Anteil an der Elternzeit wahrzunehmen?

Beuker: Wichtig ist, das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen der Väter zu stärken. Es können immer wieder Krisen entstehen, wenn der Mann in seiner Betreuungsrolle verunsichert wird. Das geschieht durch das klassische Kontrollbild, wenn Mütter oder Großmütter auf dem Spielplatz genau hinschauen, ob der Vater sich in ihren Augen richtig verhält. Für so etwas gibt es Vater-Kind-Seminare, in denen Väter die Möglichkeit bekommen, sich auszuprobieren und auszutauschen.

Frage: Was ist in Ihren Augen eine moderne Rollenverteilung in der Familie?

Beuker: Modern bedeutet für mich, dass Partner untereinander aushandeln, welche für sie die beste Lösung ist. Es geht nicht darum, sich die Elternzeit einfach in zwei gleichwertige Hälften zu teilen – das ist nur eines von vielen Modellen. Für eine moderne Rollenverteilung sollten sich die Paare fragen: „Wie wollen wir die Zeit gemäß unseren Begabungen gestalten?“

Frage: Ist die moderne Rollenverteilung bei jungen Eltern eher verbreitet als bei Paaren, die in höherem Alter Kinder kriegen?

Beuker: Das hängt auch von der beruflichen Situation ab. Habe ich noch die Möglichkeit, einen Schritt weiterzukommen, oder stecke ich vielleicht sogar noch in Studium oder Ausbildung. Das ist situationsbedingt. Allerdings überwiegt bei jüngeren Paaren die Unsicherheit in ihrer Elternrolle.

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Väterbeteiligung beim Elterngeld mit 27,3 % auf neuem Höchststand

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. Mai 2013

Der Anteil der Väter, die Elterngeld in Anspruch nehmen, hat einen neuen Höchststand erreicht. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben Väter von 181 000 der insgesamt rund 663 000 im Jahr 2011 geborenen Kinder Elterngeld bezogen. Dies entspricht einer Väterbeteiligung von 27,3 %. Damit ist die Väterbeteiligung gegenüber dem Vorjahr noch einmal deutlich um 2 Prozentpunkte angestiegen. Mütter bezogen in durchschnittlich 95 % der Fälle Elterngeld.

Die höchste Väterbeteiligung gab es wie schon in den letzten Jahren in Bayern (35,8 %) und Sachsen (35,6 %). Sie war dort somit mehr als doppelt so hoch wie im Saarland, das mit 17,5 % nach wie vor das Schlusslicht bildet.

Auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte wies die thüringische Stadt Jena mit 47,2 % die höchste Väterbeteiligung auf, gefolgt vom bayerischen Landkreis Cham (46,2 %). In mehr als jedem dritten Kreis (in 143 von insgesamt 402 Landkreisen und kreisfreien Städten) lag die Väterbeteiligung mittlerweile über 30 %. Die geringsten Werte gab es in den nordrhein-westfälischen Städten Hagen und Gelsenkirchen mit jeweils rund 10 %.

Veränderungen bei der Dauer der Inanspruchnahme gab es hingegen kaum. Nach wie vor bezogen etwas mehr als drei von vier Vätern (77 %) Elterngeld für maximal zwei Monate. Nur knapp 7 % der Väter nimmt die Leistung für zwölf Monate in Anspruch. Mütter bezogen weiter in neun von zehn Fällen das Elterngeld für zwölf Monate.

Der durchschnittliche Elterngeldanspruch von Vätern, die vor der Geburt des Kindes erwerbstätig waren, lag im ersten Bezugsmonat bundesweit bei 1 204 Euro und war damit nach wie vor mehr als ein Drittel (39 %) höher als der vergleichbare Anspruch von Müttern (868 Euro).

Dabei gibt es jeweils deutliche regionale Unterschiede. So betrug der durchschnittliche Elterngeldanspruch von Vätern, die vor der Geburt des Kindes erwerbstätig waren, in den meisten süddeutschen und westdeutschen Kreisen über 1 200 Euro. Die Kreise, in denen der Anspruch niedriger als 1 000 Euro war, liegen hingegen fast ausnahmslos in den ostdeutschen Bundesländern. Bei den Müttern zeigt sich ein ähnliches Bild: Auch hier lag der Elterngeldanspruch insbesondere in den west- und süddeutschen Kreisen deutlich über dem in den ostdeutschen Landkreisen und kreisfreien Städten.

Detaillierte Ergebnisse der Elterngeldstatistik für im Jahr 2011 geborene Kinder sind im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes abrufbar. Dort stehen auch die Ergebnisse zu allen 402 Landkreisen und kreisfreien Städten zur Verfügung.

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‚Papa ist auf Montage‘ – Väter in der JVA Bützow halten engen Kontakt zu ihren Familien

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 26. Mai 2013

„Mit dem Start des Modellprojekts „Papa ist auf Montage“ ist die Justizvollzugsanstalt Bützow am 31. Mai 2012 neue Wege im Strafvollzug gegangen. 20 inhaftierte Männer mit ihren Kindern und Kindesmüttern nahmen seitdem teil. Vor wenigen Tagen startete ein neuer Kurs mit weiteren zehn Männern und ihren Familien“, so Justizministerin Kuder.

Die Kurse beinhalten Seminare und ein Vätertraining. So lernt der Gefangene sein Kind verstehen und stärkt seine Erziehungskompetenz. Zusätzliche Besuchszeiten in einem separaten Raum in der JVA gehören dazu. Es ist eine gute Sache, im Strafvollzug den Blick auf die Verantwortung, die sie nach der Haftentlassung für das Kind wieder wahrnehmen sollen, zu behalten“, sagte die Ministerin.

Sie hob auch die Wichtigkeit des Projektes für die Kinder hervor, die oft gar nichts von der kriminellen Vorgeschichte des eigenen Vaters wissen. „Für Kinder bis zu zehn Jahren ist das Fernbleiben des Vaters oft besonders traumatisch. Beide Seiten sollten sich auch nicht voneinander entfremden. Wenn jedoch die Resozialisierung schon in der JVA beginnt, kann sich der inhaftierte Vater auf seine künftige Rolle nachhaltig vorbereiten. Parallel werden die betroffenen Mütter ebenfalls von der JVA unterstützt.“

In dem ersten Jahr haben sich bereits mehrere Anstalten für „Papa ist auf Montage“ interessiert. „Das zeigt, dass wir in Bützow mit dem familienfreundlichen Vollzug weit vorn sind. Ich danke der JVA für ihr Engagement und wünsche weiterhin viel Erfolg“, sagte Justizministerin Kuder.

Mit dem Projekt werden unter anderen folgende Ziele verfolgt:

  • Nachhaltige Stärkung der Familien und insbesondere der Vater-Kind Beziehung.
  • Die Handlungskompetenzen von Vätern werden stabilisiert, entwickelt und gefördert, so dass diese in der Lage sind, die Mütter in der Lebens- und Berufswegplanung zu unterstützen.
  • Aufrechterhaltung der familiären/sozialen Bindungen bis zum Haftende und darüber hinaus.
  • Kinder sind in der Lage mit der Situation des inhaftierten Vaters umzugehen.
  • Väter und Mütter verfügen über Schlüsselkompetenzen zur nachhaltigen Lösung von familiären Konflikten – auch über die Haftzeit hinaus.

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Väter und Söhne, eine prägende Beziehung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 25. Mai 2013

Ob präsent oder abwesend, strafend oder liebevoll – der Vater bleibt eine prägende Figur, auch wenn das Kind längst erwachsen ist. Für Björn Süfke ist die innere Auseinandersetzung mit dem Vater eine wichtige Lebensaufgabe – unabhängig davon, ob er noch lebt oder schon gestorben ist. Denn die Prägung durch den Vater wird an die eigenen Kinder – oft unbewusst – weitergegeben. Das weiß Björn Süfke aus eigener Erfahrung.

Studiogast des SWR 2 Tandems am 23. Mai war der Psychologe Björn Süfke. Die Sendung zum Nachhören

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Väterliches Fürsorgeverhalten wird vererbt

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 24. Mai 2013

Väterliche Fürsorge zahlt sich aus – generationsübergreifend. Mäuse, die als Jungtiere von ihren Vätern liebevoll umsorgt werden, werden später auch selbst fürsorgliche Väter.

Eine US-amerikanische Studie zeigt, dass Väter ähnlich wie Mütter das spätere Verhalten ihres Nachwuchses beeinflussen. Wie im Fachblatt “Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences” beschrieben, sei das Verhalten nicht direkt in den Genen festgeschrieben. Allerdings verändere es das Erbgut auf eine Weise, die ähnlich wie Gene an die Nachkommen weitergereicht werden könne.

Erin Gleason und Catherin Marler von der University of Wisconsin-Madison hatten das Verhalten der Mäuse-Väter experimentell verändert, indem sie einen Teil von ihnen nach der Geburt des Nachwuchses kastrierten. Dadurch sinkt der Testosteron-Spiegel der Väter und genau dieses Hormon steuert das fürsorgliche Verhalten maßgeblich. Dies bestätigten die anschließenden Beobachtungen der Forscher: Sie sahen, dass die kastrierten Väter ihre Kinder deutlich weniger umsorgten als die Vergleichsmäuse, die nur zum Schein operiert wurden. Sie kuschelten sich zum Beispiel seltener an die Kleinen und widmeten sich auch seltener der Fellpflege.

Das eigentliche Ergebnis ihrer Studie brachte der zweite Teil der Studie: Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Söhne dieses nachlässigere Verhalten später auch bei ihrem eigenen Nachwuchs zeigten. Sie kümmerten sich weniger um ihre Kinder, wenn die Mutter abwesend war. Sie packten die Kleinen auch deutlich häufiger am Nacken und trugen sie im Käfig von einem Ort zum anderen. Früheren Studien zufolge gilt dieses Verhalten bei Mäusen als eher rau und scheint den Nachwuchs später aggressiver werden zu lassen. Umgekehrt waren Mäuse, die von einem nicht kastrierten – also fürsorglichen – Vater aufgezogen worden waren, später selbst fürsorglicher.

Die Forscher schreiben, dass das väterliche Verhalten auf epigenetischem Weg an den Nachwuchs weitergereicht werde. Die Epigenetik umschreibt Veränderungen des Erbgutes, die nicht direkt die Sequenz der DNA umfassen. Stattdessen wird die Aktivität bestimmter Gene verändert, indem das Erbgut chemisch modifiziert wird. Forscher glauben heute, dass auf diesem epigenetischen Weg Umwelteinflüsse das Erbgut verändern und damit auch nachfolgende Generationen beeinflussen.

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Vater, Teilzeitmann, Chef

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 22. Mai 2013

„Als ich vor fünf Jahren Vater einer Tochter wurde, stand für mich außer Frage, dass ich meinen Beitrag an die Kinderbetreuung leisten wollte. Meine Partnerin und ich entschieden uns, die Erziehung zu teilen. Mindestens einen Tag pro Woche wollte ich zuhause zuständig sein und meine Tochter aufwachsen sehen. Auch für meinen Arbeitgeber, eine Bank, war ein Papa-Tag unproblematisch. Ich war nicht der erste im Team, der 80 Prozent arbeitete: Dass Präsenz auch von zu Hause aus funktioniert, musste ich niemandem mehr beweisen. So stand meinem Glück eigentlich nichts im Weg. Doch es kam alles anders.

Ari Byland – Teilzeitmann from Teilzeitmann on Vimeo.

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Manche Väter haben bis zu vier Wochen Vaterschaftsurlaub – andere nur zwei Tage

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 21. Mai 2013

Während in der Schweiz in klassischen Industriebetrieben oft noch das gesetzlich Minimum von einem Tag Vaterschaftsurlaub gilt, gewähren Unternehmen heute schon zwischen zwei und vier Wochen. Nun will der Bundesrat das Thema aufnehmen.

Die Zeiten, da die Väter bei der Geburt ihres Kindes gerade Mal einen Tag bezahlten Urlaub bekommen haben, scheinen definitiv zu Ende zu gehen. Eine breit angelegte Umfrage des ‘Tages-Anzeigers’ unter 50 Arbeitgebern hat ergeben, dass davon nur noch drei (Georg Fischer, Ruag und Schindler) mit dem gesetzlichen Minimum von einem Tag operieren. Am oberen Ende der Skala bewegen sich Alternative Bank und Mobility mit je 20 Freitagen. Drei Wochen Vaterschaftsurlaub erhalten die Mitarbeiter bei Clariant, Raiffeisen oder der Stadt Bern. Mit zwei Wochen folgen BASF, die Bundesverwaltung, Ikea, McDonald’s, Migros, SRG, Stadt Zürich, Swiss Re, Swisscom und UBS in besagter Umfrage auf den weiteren Rängen.

Firmen, die die Wende hin zum freiwilligen Vaterschaftsurlaub noch nicht mitgemacht haben, geraten zunehmend unter Druck. So etwa die Post, die ihren werdenden Vätern nur zwei Tage gönnt. Genauso wie Denner. Nicht sonderlich gut schneidet in der Umfrage auch die Berner Kantonsverwaltung mit ihren zwei Tagen ab.

Vermutlich nach den Sommerfeiern diskutiert der Bundesrat darüber, ob er nach dem Mutterschaftsurlaub von heute vier bis sechs Monaten auch einen Vaterschaftsurlaub vorschreiben soll. Bei einem Vaterschaftsurlaub von drei Wochen rechnet man in der Landesregierung mit Mehrkosten von rund 200 Millionen Franken jährlich. Das Bundesamt für Sozialversicherungen erarbeitet derzeit einen Bericht, der verschiedene Modelle von Elternurlaub und deren Finanzierung aufzeigen soll.

Bei der Leserumfrage der Aargauer Zeitung sprachen sich 79 % der Befragten für eine Erhöhung der Vaterschaftstage und 21 % dagegen aus.

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