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Dialogtagung des Bundesforum Männer – Beschneidung von Jungen am 24. Juni 2013 in Berlin

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 15. Mai 2013

Das Urteil des Kölner Landgerichts zur Beschneidung vom 7. Mai 2012 hat eine gesellschaftliche Auseinandersetzung zu diesem Thema in Gang gesetzt. Mit der Bundestagsentscheidung vom 12. Dezember 2012 gibt es zwar wieder Rechtssicherheit für die Religionsgemeinschaften, die Debatte über die Beschneidung geht aber weiter.

Dabei erleben wir, wie Juristen, Mediziner_innen, Kinderrechtlerinnen und Religionsvertreter aneinander vorbeireden, weil sie jeweils die eigene Perspektive für die wichtigste halten und die Positionen der anderen nicht wahrnehmen.

Das Bundesforum Männer will mit dieser ersten Dialogveranstaltung einen Prozess anstoßen, in den Religionsgemeinschaften ebenso wie bei den Beschneidungsgegnern, und die jeweiligen Positionen nachvollziehbar machen.

Wir knüpfen dabei an die Äußerungen von Stephan Kramer (Generalsekretär des Zentralrats der Juden) an: „Ich finde, wir können, ja wir müssen über vieles reden. Insofern könnte man der Debatte sogar etwas Positives abgewinnen, weil noch nie so viel über das Thema Beschneidung – auch in der jüdischen Gemeinschaft – gesprochen wurde. Aber wir kommen ja gar nicht dazu, darüber in Ruhe miteinander zu diskutieren …“ (ZEIT-Interview im Oktober 2012)

Dialog ist für uns eine Form des Gesprächs, in dem nicht nur Argumente ausgetauscht, sondern in erster Linie Horizonte eröffnet werden. Ein Dialog bietet die Chance, Neues zu entdecken – keine Garantie, Altes zu bewahren. Folgende Kompetenzen unterstützen diesen Prozess:

Eine Lernende Haltung: Nicht als Wissende auftreten und Interesse an neuen Sichtweisen zeigen, die tradierte Denkmuster in Frage stellen. Radikaler Respekt: Die Gesprächs-partner_innen in ihrem ‚So-sein‘ akzeptieren und versuchen, sie aus ihrer Perspektive zu sehen. Von Herzen sprechen: Das sagen, was mir wirklich wichtig ist und auf Belehrungen verzichten. Aktiv und empathisch zuhören: Durch innere Teilnahme einen Raum schaffen, in dem die oder der Sprechende sich entdecken kann. Reaktionen in der Schwebe halten: Sich die eigenen Annahmen und Bewertungen bewusst machen und von Beobachtungen unterscheiden.

Ablauf der Veranstaltung

10:30 Ankommen und Registrieren.

11:00 Begrüßung
Hans-Georg Nelles, Interims-Geschäftsführer Bundesforum Männer

11:10 Einstimmung in den Tag durch die Moderatoren
Willibald Walter, Mediator und Ausbilder BM, Geschäftsführer inmedio Berlin
Stefan Beier, Vorstand Agentur für Männer

11:25 Akteure und Diskurse – Blick auf die Debatte seit dem Kölner Urteil
Martin Rosowski, Geschäftsführer der Männerarbeit der EKD / Vorsitzender Bundesforum Männer.

Ansichten: Authentische Positionen von Pro und Contra.

11:55 Impulsvortrag: Sinn und Essenz der Beschneidung im Judentum
Dr. Edna Brocke, Judaistin, ehemalige Leiterin der Alten Synagoge Essen.

12:15 Impulsvortrag: Beschneidung ist ein genitales Trauma
Prof. Matthias Franz, Psychotherapeut, Universität Düsseldorf.

12:35 Werkstattgespräch
Serdar Arslan, Abiturient, Muslim aus Kassel, Alexander Bachl, Betroffener, MOGiS e.V., sowie Dr. Edna Brocke u. Prof. Matthias Franz.

13:25 Kurzer Austausch in Publikum.

13:40 Mittagspause.

14:40 Dialogischer Perspektivwechsel
Aus der Sicht der ‚Anderen’ – Publikum und Expert_innen in Interaktion.

Einsichten: Entstehungsgeschichte des Rituals und die Konstruktion von Männlichkeit.

15:30 Kleines ‚Fishbowl’-Gespräch
Michael Ingber, Judaist, Lehrbeauftragter an diversen Universitäten, Hans-Joachim Lenz, Sozialwissenschaftler und Männlichkeitsforscher, Forsche Männer & Frauen, Freiburg i. Br., Dr. Andreas Ruffing, Leiter der Kirchlichen Arbeitsstelle für Männerseelsorge und Männerarbeit in den deutschen Diözesen.

16:10 Großes ‚Fishbowl’-Gespräch
Vertiefung und Erforschung neuer Pfade – Expert_innen im Dialog mit dem Publikum.

17:00 Dialogorientierte Zusammenführung zum Abschluss der Tagung.

18:00 Ende der Veranstaltung

Bitte melden Sie sich bis spätestens 10. Juni 2013 per Mail an info@bundesforum-maenner.de
mit folgenden Angaben an: Vorname, Name, Institution und Anschrift. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung. Die Teilnahmegebühren in Höhe von 30 Euro enthalten die Kosten für Getränke und Mittagessen und sind am Tagungsort zu bezahlen.

Quelle

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Ein Kommentar zu “Dialogtagung des Bundesforum Männer – Beschneidung von Jungen am 24. Juni 2013 in Berlin”

  1. mm sagt:

    Das Bundesforum Männer hat sich immer wieder als zahnloser Tiger erwiesen.
    Im Zweifel wirkt es stark gegen die Interessen von Jungen un Männern.

    Dialog? Einfühlsames, empathisches Zuhören?
    Durch „innere Teilnahme einen Raum schaffen“? WTF? Wie soll das helfen.

    Währenddessen werden weiterhin männliche Babies verstümmelt.

    Sie sind so windelweich, mein Lieber.
    Absolut unmännlich und ohne positive Wirkung.

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