Wer dachte, das Thema 2. Weltkrieg sei mittlerweile ausreichend erforscht und die wesentlichen Fragen seien beantwortet, wurde in Münster eines Besseren belehrt. In der Akademie des Franz Hitze-Hauses beleuchteten über 300 Teilnehmende bei der Tagung „Kindheit im 2. Weltkrieg in Europa“ bisher wenig beachtete Spätfolgen.
In Lesungen, Filmen und Diskussionen schilderten Zeitzeugen sowie Kinder der Kriegskinder ihre Erfahrungen. Und Historiker, Literaturwissenschaftler, Psychotherapeuten und Gerontologen stellten in 18 Symposien die Ergebnisse ihrer interdisziplinären Zusammenarbeit vor.
Die kriegstraumatisierten Kinder waren später als Erwachsene oft recht erfolgreich, hatten sie doch gelernt unter schwierigsten Bedingungen zu funktionieren. Nach 1945 wurde das Erlebte kollektiv verdrängt und blieb auch in den Familien weitgehend unausgesprochen. Bei vielen Kriegstraumatisierten melden sich erst im Alter die Gespenster der Vergangenheit.
Eine lebenslang schmerzende Wunde ist für viele Kriegskinder der frühe Verlust des Vaters. Über „Söhne ohne Väter“ gibt es schon länger Untersuchungen, relativ neu sind die Forschungen zu vaterlos aufgewachsenen Töchtern. Mit ihnen haben sich die Psychologin Prof. Insa Fooken von der Universität Siegen und die Historikerin Prof. Barbara Stambolis von der Universität Paderborn beschäftigt. Dazu befragten sie 120 Frauen. Sie alle berichten von einer lebenslangen Vatersehnsucht – und viele von konfliktreichen Beziehungen zu ihren früh verwitweten Müttern. Häufig fühlten die Töchter sich gegängelt, stark kontrolliert, mussten oft noch mehr als die Söhne funktionieren in der schweren Kriegs- und Nachkriegszeit. Erst mit zunehmendem Alter setzen sich viele Frauen bewusst mit dem fehlenden Vater auseinander, so Prof. Insa Fooken:
„Dazu gehört dann eben auch, dass sich für viele der Kreis geschlossen hat, wenn sie bei den vermissten Vätern die Gräber gefunden haben, dass sie sich manchmal auch zum ersten Mal im Alter noch mal darauf einlassen, war mein Vater wirklich so ein guter, toller Mensch oder, was hat der eigentlich gemacht im Krieg? Das war ja mit sehr viel Ambivalenz verbunden. Auch wie Mütter den Vater darstellten, war sehr unterschiedlich, es gibt auch beschwiegene Väter, die sozusagen in der Versenkung verschwanden.
Zunehmend geraten inzwischen die Langzeitfolgen von Vaterlosigkeit in den Blick. Und es ergeben sich neue, bislang vernachlässigte Sichtweisen. Denn eine ganze Reihe dieser vaterlosen Söhne und Töchter des 2. Weltkriegs hatten ja Eltern, Großeltern, die vaterlos im 1. Weltkrieg geworden sind. Also insofern können wir diese Generationenreihe weiter zurückverfolgen und dann sagen, was macht das, wenn wir so eine Langzeitperspektive mitberücksichtigen.
Väter sollen nicht nur Geld verdienen, sondern sich auch um die Familie kümmern: So stellen sich viele Jugendliche den Wunsch-Papa vor. Über die Rolle der Väter diskutierten Jugendredakteure der Gemünder Tagespost mit der Gleichstellungsbeauftragten Ingrid Krumm und Hansjürgen Meinhardt vom Bündnis für Familie Ostwürttemberg.
Väter sind heute nicht nur dafür zuständig, die Brötchen zu verdienen. „Sie sollten sich auch in der Gefühlswelt ihrer Kinder auskennen und deren Sorgen und Nöte ernst nehmen.“ Das sagt Jugendredakteurin Lisa Reuter. So wünsche sie sich ihren Vater, so stelle sie sich aber auch einmal den Vater ihrer Kinder vor.
Auch Jugendredakteurin Laura Petralito spricht sich für eine gleichberechtigt organisierte Erziehung aus. „Eine Frau sollte nicht als Rabenmutter hingestellt werden, nur weil sie nach der Babypause wieder mit dem Arbeiten weitermachen will.“
Einige Jugendredakteure wünschten sich mehr gemeinsame Unternehmungen mit ihren Vätern, einen lockeren und nicht spießigen Umgang miteinander und dass die Väter sie so akzeptierten, wie sie sind.
„Ich empfinde meinen Vater als Vorbild, obwohl er immer in Vollzeit gearbeitet hat und meine Mutter zuhause bei uns Kindern war“, sagt hingegen Jugendredakteur Tobias Kolb. Er findet es schade, wenn Kleinkinder von Tagesmüttern anstelle der Mutter aufgezogen werden. Zu seinem Vater habe er – wie zu seiner Mutter – eine enge Verbindung, weil er viel mit den Kindern unternehme.
… an der Volkshochschule in Linz. Die Lust am Filmemachen entdecken! Einführung in die Kameraarbeit, Interviewtechnik, Schnitt und Nachbearbeitung.
Die Themen im Film:
Wie geht es dir in deiner Rolle als Vater?
Welche Herausforderung, welche Freuden bringt diese Aufgabe mit sich?
Welche Ideale hast du – und wie sieht die Realität aus?
Das ‚Vater-Sein‘ wird im wahrsten Sinne des Wortes beleuchtet und es wird ein kurzer Filmbeitrag produziert. Zielgruppe sind Väter, mit und ohne filmische Vorkenntnisse. Kursleiter Gerhard Mayrhofer wird mit einer Gruppe von 4 – 12 Personen am Samstag, den 9. März 2013, von 9:00 bis 17:00 Uhr, arbeiten. Wer den fertigen Film mit nach Hause nehmen möchte, sollte einen USB-Stick mit mindestens 2 GB Kapazität mitbringen.
Es ist ein Klischee, aber offensichtlich für die Kinder von Vorteil. Väter spielen besonders gerne mit ihren Kindern und finden großen Gefallen an den Tollereien. Besonders am Wochenende gehen die Väter in ihrer Rolle richtig auf. Mehr als 65 % der Männer spielen regelmäßig mit ihren Kindern und am Wochenende sogar häufiger als die Mütter.
Der Nachwuchs profitiert besonders vom Spiel mit dem Vater. Im Gegensatz zu den Müttern, die eher beruhigender spielen und vorsichtiger sind, geht es bei den Vätern gerne hoch her. So sind Väter herausfordernder gegenüber ihrem Nachwuchs und setzten eher auf körperliche und wilde Spiele, die die Fantasie anregen.
Dabei gehen die Väter auch selber im Spiel auf. So sind Carrera-Bahnen oder Baumhäuser nicht nur was für sie Kinder, sondern können auch dem Vater Spaß bereiten. Wo Mütter an der Seite stehen und aufpassen, dass den Kleinen nichts passiert, stürzen sich die Väter mit dem Nachwuchs ins Bällebad und haben selber Freude am Raufen. Kinder profitieren von den verschiedenen Spielweisen von Vätern und Müttern, die sich optimal ergänzen.
Unter dem Motto „Hallo Papa“, startet am 13. März 2013 eine Veranstaltungsreihe für Klagenfurts Väter. „Wir wollen, dass sich Familien in Klagenfurt wohlfühlen“, bringt es FamilienreferentinAndrea Wulz auf den Punkt. Mit den halbjährlich in einer Broschüre erscheinenden Elternbildungsangeboten ist man in Österreich einzigartig, freut sich Wulz. „Ziel der Broschüre ist es, uns zu vernetzen und Doppelangebote zu vermeiden.“
„Hallo Papa“ ist ein spezielles Produkt, das aus dem Elternbildungsangebot entstanden ist. „Vor allem junge Väter möchten zunehmend aktiv am Familienleben teilhaben. Wir möchten Väter in ihrer Rolle unterstützen und ihre Bedeutung in der Familie hervorheben“, so Wulz.
Die Leiterin des Familienservices Klagenfurt, Daniela Obiltschnig, verweist auf ein noch immer aktuelles Sprichtwort – „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein hingegen schwer“ -, dass an Aktualität bis heute nichts eingebüßt hat. „Wir wollen das positive Bild des Vaters in den Vordergrund stellen. Kinder brauchten Väter, vor allem Buben brauchen männliche Vorbilder“, betont Obiltschnig, der die Unterstützung und Vernetzung der Väter ein Anliegen ist. „Väter sind am Spielplatz oft alleine unter Müttern. Unser Programm baut auf Austausch auf.“
Wolfgang Unterlerchervom Katholischen Familienwerk: „Leider gehen durch Trennungen viele Väter verloren. Es gibt Wochenendväter, alleinerziehende Väter und vieles mehr: Unser Programm richtet sich an alle.“
Parallel zum „Hallo Papa“-Programm läuft derzeit eine Umfrage unter Klagenfurts Vätern. „Wir möchten erfahren, wo bei den Vätern der Schuh drückt und was sie sich wünschen“, erklärt Obiltschnig. „Wir haben schon einige Rückmeldungen erhalten, aus denen hervorgeht, dass sich Väter in erster Linie mehr Zeit für ihre Familie wünschen. Leider hindert sie oft der große berufliche Druck daran.“
Väter der Klamotte war eine Klamauk-Sendereihe, die stumme Kurzfilmkomödien der 1910er- und 1920er-Jahre mit neuen, von Hanns Dieter Hüsch oder Hans Michael Rehberg gesprochenen deutschsprachigen Kommentaren und Dialogen präsentierte. Sie wurde vom 5. Oktober 1973 bis zum 31. Mai 1986 im Zweiten deutschen Fernsehen ausgestrahlt.
Mit der Gegenüberstellung der Bilder von Vater Karl und Sohn Nikolaus Heidelbach hat das Bilderbuchmuseum in Schloss Wissem ein ungewöhnliches Konzept für eine Ausstellung erdacht
Nikolaus Heidelbach freut sich sehr, dass Arbeiten seines Vaters noch einmal öffentlich zu sehen sind. Die Stadt Köln, wo die Familie seit 1968 lebt, habe es weder zu Karl Heidelbachs 80. noch zum 90. Geburtstag für nötig gehalten, seine Bilder zu zeigen. „Ich bin ein großer Bewunderer meines Vaters“, sagt er unumwunden.
Es sei schwierig gewesen, sich gegen ihn durchzusetzen, räumt er ein. „Da malt man immer hinterher.“ Umso wichtiger sei es gewesen, eigene Wege zu gehen. Heute ist der Sohn einer der erfolgreichsten deutschen Bilderbuchillustratoren. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Deutschen Jugendliteraturpreis für „Königin Gisela“.
Immer wieder hätten sein Vater und er sich ihre Arbeiten gezeigt und sie besprochen. Dabei habe er gelernt, dass man „mit Respekt, aber ohne Vorbehalte“ über Bilder reden kann. Weniger sei es dabei um Technik gegangen, eher um einen bestimmten Blick auf die Welt und auf „Details, die etwas erzählen“.
Sonntag, den 17. März 2013, beantwortet der Illustrator im Rahmen der Ausstellung Fragen zu seinem Werk, aber auch zu seinem (künstlerischen) Verhältnis zwischen Vater und Sohn.
Katja Kipping, Parteivorsitzende der Linken, 35 Jahre alt, ist der Ansicht, dass es nicht nur für Frauen schwierig ist, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, sondern vor allem auch für Männer. Dem Familienmagazin Nido sagt sie in der aktuellen Ausgabe:
„Ich finde, dass es junge Väter im Berufsleben oft schwerer haben als Mütter. Wenn Väter mal früher gehen wollen, hören sie sofort den Satz: Muss das denn sein?“ Frauen hätten immerhin eine Mutterschutzzeit. „Für junge Väter gilt das nicht. Sie werden somit faktisch gezwungen, wichtige Phasen der Familienarbeit nach der Geburt zu schwänzen.“
Mit ihrem Mann teile sie sich die Arbeit hälftig, so Kipping. „Dabei geht es nicht um exakt abgesteckte Arbeitsbereiche, sondern vielmehr darum, sich genau abzusprechen: Wer holt unsere Tochter an welchem Tag ab? Oder wer bleibt an welcher Impfstrecke dran?“
Der Bonner Kinderpsychiater und Bestsellerautor Dr. Michael Winterhoff hat bei der Kölner Bildungsmesse didacta einen Vortrag zum Thema „Lasst Kinder wieder Kinder sein!“ gehalten. Im Interview mit dem WDR wiederholte er seine Kernthesen erläuterte was Kinder brauchen:
‚… Winterhoff: Kinder brauchen eine Mutter und einen Vater, die in sich ruhen. Eltern, die ein Gespür dafür haben, wann ein Kind Aufmerksamkeit oder Anleitung braucht und wann nicht. Sie lernen nur an den Reaktionen der Erwachsenen, was gerade angemessen ist und was nicht. Immer mehr Erwachsene wollen aber partout von ihrem Kind geliebt werden, sie können ihr Kind deshalb nicht warten lassen und später nur schwer „Nein“ sagen. Wenn man Kleinkindern etwas verwehrt, werden sie wütend und trotzig. Viele Eltern halten das nicht aus, deshalb geben sie immer nach. Kinder lernen so, Erwachsene zu steuern, sie können gleichzeitig eine wichtige Erfahrung nicht machen: Nämlich, dass ihren Bedürfnissen nicht automatisch Folge geleistet wird – so lernt man Frustrationstoleranz.
WDR.de: Was sollten Eltern stattdessen tun?
Winterhoff: Wichtig ist, dass sie die Hebelwirkung erkennen: Zwischen ihrem eigenen Druck und dem Verhalten gegenüber ihren Kindern. Nur über die Eltern kann man den betroffenen Kindern helfen. Wenn es Vater und Mutter gelingt, aus dem Hamsterrad auszubrechen, können sie auch wieder über ihre Intuition verfügen und werden sich ihren Kindern gegenüber mit natürlichem Gespür verhalten. Dafür brauche ich selbst regelmäßige ausgedehnte Spaziergänge durch den Wald, zu Fuß, ohne Hund oder Handy. Wenn man sich darauf einlässt, hat man zwei bis drei Stunden lang sehr viele Gedanken, dann verschwindet der Druck, man ruht in sich und spürt sich wieder. Andere erreichen diesen Zustand über Yoga. …‘