der VAETER.blog

lebe deinen Traum!

Und die Männer …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 8. März 2007

… stehen heute im Mittelpunkt zahlreicher Kommentare zum internationalen Frauentag.

Die Financial Times Deutschland titelt ihre Presseschau mit einem Zitat aus der Allgemeinen Zeitung:

„Männer müssen sich warm anziehen“ und schreibt ‚nette Grußadressen aus Politik und Wirtschaft reichten nicht aus.’ Stimmt! Aus diesem Grunde schreibt Jutta Kramm in der Berliner Zeitung  an diesem Tag auch über die Männer.

Jahrzehntelang konnte sich ein Mann darauf verlassen, dass sich sein Leben nicht bloß deswegen verändern würde, weil seine Frau ein Kind bekam. Er konnte arbeiten gehen, sich Geld und Ansehen erwerben, den Feierabend genießen. Das Leben blieb wie es war, der Nachwuchs bereicherte es sogar. Er behielt seine Unabhängigkeit.

All das ist nicht mehr: Ein junger Mann, der sich heute mit seiner Partnerin dafür entscheidet, ein Kind zu zeugen, kann mit viel Lebensfreude rechnen. Aber er muss auch davon ausgehen, dass es vorbei ist mit seiner großen Freiheit. Denn immer seltener sind die jungen Frauen bereit, für ein Kind ihr Leben vollständig umzukrempeln.

Die meisten Frauen sind viel zu gut ausgebildet, viel zu erfolgreich und viel zu selbstbewusst, als dass sie sich ihre Unabhängigkeit einfach wegnehmen lassen würden. Im Job sind sie längst eine ernstzunehmende Konkurrenz für den Mann, und zu Hause erwarten sie genauso seine gleichwertige Mitarbeit. Kinder haben, eine partnerschaftliche Beziehung eingehen – das bedeutet also viel stärker als noch vor wenigen Jahrzehnten auch für die Männer etwas abzugeben, es bedeutet mehr Verantwortung.

Es heißt Windeln wechseln, nachts den kleinen Schreihals trösten, am Elternnachmittag Ostereier färben, nach Dienstschluss noch die Hausaufgaben kontrollieren, nebenbei womöglich ein gutes Abendessen kochen – eben all das, was mit Kindern Spaß macht und manchmal auch nicht, was aber auf jeden Fall Zeit raubt, die Freiheit einschränkt. Es bedeutet Pflichten haben … . Der Vaterschaft kann man sich viel weniger entziehen als früher.

Es spricht viel dafür, dass die Paare und vor allem das einst sogenannte starke Geschlecht mit dieser anderen Rolle, mit den neuen emotionalen und zeitlichen Herausforderungen nicht zurechtkommen. Doppelbelastung, wer wüsste das besser als die Frauen, will schließlich gelernt sein. Die Frauen haben sich die Emanzipation erkämpft, sie sind dabei gut vorangekommen. Nun müssen sie wohl ein wenig warten, bis die Männer damit zurechtkommen.

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20 Jahre Frauenministerium – 21 Jahre neue Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 7. März 2007

Gestern trafen sich die erste (Rita Süssmuth) und die aktuelle Frauenministerin von der Leyen gemeinsam mit der Kanzlerin und den anderen Ministerinnen des Kabinetts, um das 20-Jährige Bestehen des Frauenministeriums zu feiern.

Spiegel Online berichtete über die Begegnung unter der Überschrift ‚Die Herrschaft der Alphatiere ist nicht vorbei‘. Einen großen Raum nahmen bei dieser Veranstaltung die Männer und die neuen Väter ein: „… Gleichberechtigung“, sagt die Kanzlerin, „wird es ohne ein verändertes Rollenverhalten der Männer nicht geben“. Es müsse Schluss sein mit der Einstellung, dass ein Vollzeitberuf „der persönliche Luxus“ einer Frau sei, damit, dass die Eltern-Auszeit eines Vaters einer „Mutprobe“ gleichkomme, und damit, dass in Firmen eine Familiengründung als „Störfaktor“ angesehen wird.

Die ’neuen Väter‘ sind sogar ein Jahr älter als das Ministerium. 1986 erschien ‚Der Mann – Die Brigitte Studie‚ von Sigrid Metz-Göckel und Ursula Müller. Zwei Jahre später, im November 1988 berichtete die Zeitschrift Brigitte im Rahmen der Initiative ‚Kind und Beruf‘ über das Thema:

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‚Junge Väter übernehmen Versorgungsaufgaben, die noch in ihrer Elterngeneration allein der Mutter zufielen, sie verbringen ihre Freizeit fast ausschließlich daheim und mit den Kindern, wollen sich soweit als möglich an deren Erziehung beteiligen. „Diese starke Familienorientierung ist neu,“ heißt es in der Brigitte-Studie. Neu und gut.

Andererseits: Weiterlesen »

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Wut und Liebe

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 6. März 2007

3sat-Reihe „Söhne & Väter“

Mit vier Spielfilmen und einem Kurzfilm widmet sich 3sat vom 6. bis zum 9. März 2007 dem oft spannungsreichen Verhältnis von Söhnen zu ihren Vätern. Im Vordergrund steht weniger eine objektivnüchterne Beobachtung der komplexen Verhältnisse, sondern die betont subjektive Perspektive der Söhne.

Die Filme handeln von den dramatischen und komischen Seiten dieser Beziehung, von der Auflehnung der Söhne, von Wut, aber auch von Nachsicht und nachgetragener Liebe.

„Söhne & Väter“ – die Filmreihe im Überblick

Dienstag, 6. März 2007, 21.45 Uhr  Frohe Ostern 

Dienstag, 6. März 2007, 22.55 Uhr  Das Alphabet des Lebens 

Mittwoch, 7. März 2007, 22.25 Uhr  Netto 

Donnerstag, 8. März 2007, 22.25 Uhr  Liebe deinen Vater 

Freitag, 9. März 2007, 22.30 Uhr  Der Gejagte 

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Mehr Kinder durch weniger Kindzentrierung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 6. März 2007

Bei der Suche nach einer Antwort auf die Frage, ‚Wie machen die das bloß, die Gallierinnen?‘ kommt Trutz von Trotha in seinem Beitrag zur Familienkultur in  der Frankfurter Rundschau zu einer interessanten Antwort.

… In der Familienpolitik hat die Kindzentrierung in den letzten dreißig Jahren zu einer Familienmitgliederpolitik geführt, welche die Deinstitutionalisierung der Familie und die Individualisierung ihrer Mitglieder stützt und vorantreibt, worauf jüngst der Regensburger Familienrechtler Dieter Schwab zu Recht hingewiesen hat.

Besonders macht die Kindzentrierung in den Problemen der zeitgenössischen Familie auf sich aufmerksam. Unter den vielfältigen Problemen sind die vermutlich wichtigsten die Überforderung des Kindes und der Mutter, zu der sich nun noch die Überforderung des Vaters gesellt. …

Frankreich, wo Familie und Verwandtschaft im sozialen Leben wesentlich stärker verankert sind als in Deutschland, hat die zugespitzte bürgerliche und postbürgerliche Kindzentrierung nicht mitgemacht … . Das ist sogar messbar. Die Erwerbstätigkeit von Müttern mit einem Kind unter drei Jahren ist mit 80 Prozent in Frankreich deutlich höher als in Deutschland. Sie sinkt erst bei der Geburt des dritten Kindes auf 56 Prozent, eine Zahl, welche in etwa auf dem Niveau deutscher Mütter liegt – und anders als die deutsche hält die Mehrheit der französischen Mütter nichts von Teilzeitarbeit.

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Kinder von aktiven Vätern entwickeln sich besser

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 6. März 2007

Der Guardian berichtet heute über die Millennium Cohort Study (MCS), (a survey of 30,000 parents of 19,000 children born in 2000/01) und den ‚State of the Modern Family‘ report der Equal Opportunities Commission (EOC) in Großbritannien. Die Ergebnisse könnten der hiesigen Diskussion um die Vätermonate und flexiblere (Lebens-)Arbeitszeiten für Väter wichtige Impulse geben.

For fathers, though, early involvement is linked to positive development once a child is three. The EOC points to a „social revolution in fatherhood“, in which fathers are increasingly involved with their children’s upbringing and feel confident as carers, yet 63% felt they did not spend enough time with their new baby.

But the EOC says that, even allowing for recent reforms including the introduction of statutory paid paternity leave and the right to request flexible working for parents of young children, there remains a clear parenting divide between the „have and have nots“.

In 2001, 81% of fathers in professional careers had access to flexible working arrangements compared with only 46% of their low-skilled counterparts, and poorer fathers were also less likely to take leave around the child’s birth. …

Though fathers have equal access to the right to request flexible working, introduced in 2003, they are less likely to use it and more likely to have their request rejected. Since 2003, one in 10 fathers have approached their boss about changing their hours compared with one in five mothers, but 14% have been refused compared with 10% of women.

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Solo für Adam

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 6. März 2007

Über die besonderen Herausforderungen und Rollenfallen bei Karrierepaaren berichtet heute Carina Frey im Manager Magazin Online:

… Richtig kompliziert wird es, wenn Kinder ins Spiel kommen. Dann lassen sich Fernbeziehungen kaum aufrechterhalten. Und einer der Partner muss beruflich zurückstecken – zumindest für einige Zeit. „Es sind hauptsächlich Frauen, die ihr berufliches Engagement zurückfahren und auf Karriere verzichten“, sagt der Soziologe Norbert Schneider.

Frauen, die dazu nicht bereit seien, verzichteten meist auf Kinder: „Erfolgreiche Männer leben häufig in traditionellen Familienverhältnissen, in denen die Frau die Kinder versorgt. Erfolgreiche Frauen leben dagegen allein oder zumindest kinderlos.“

Denn die Option, dass der Mann die Kinderbetreuung übernimmt, scheinen Paare häufig kaum in Betracht zu ziehen – was nicht nur an männlichen Rollenvorstellungen liegt. „Auch wenn Frauen zunächst klare Karrierepläne haben und in sie investieren, werden viele in ihrem Standpunkt diffus, sobald es um Kinder geht“, sagt Limmer.

Dann komme von Männern das Argument: „Wenn Du eh aussetzt, ist es doch besser, wenn ich die Karriere mache!“, wovon sich einige Frauen schnell überzeugen ließen. „Viele Frauen haben die Erwartung an sich selbst, für ihre Kinder da zu sein“, sagt Limmer. Statt andere Optionen in Betracht zu ziehen, etwa dass er die Kinderbetreuung übernimmt, fügten sie sich in die traditionelle Rollenverteilung.

Und tatsächlich müssen Männer nach wie vor mit größeren Problemen rechnen, wenn sie für die Kindererziehung vorübergehend aus dem Beruf ausscheiden. „Das wird in vielen Branchen als mangelndes Engagement gewertet“, sagt Schneider. Bei Frauen sei es akzeptierter, dass sie eine Familienpause einlegen. Für die Karriere ist es danach aber oft zu spät.

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Von den Vätern war im Streit um die Kinderkrippen bisher nicht die Rede …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 5. März 2007

da liegt das Problem, meint Iris Radisch in ihrem Zeit Beitrag vom 1. März. In dem Artikel nehmen ‚Väter‘ allerdings auch keinen umfangreichen Raum ein, die Schlussfolgerungen treffen meiner Meinung nach aber den Kern des ‚Problems‘.

Die Moderne lässt sich nicht rückgängig machen. Interessanter ist die Frage: Woher neue Familienmodelle nehmen? Und woher die dazugehörigen Bilder von dem, was eine Mutter, was ein Vater heute ist? Darauf brauchen wir dringend eine Antwort. … Gute Kinderbetreuung ist familienlebenswichtig. Wie übrigens auch bezahlbare Mieten in den deutschen Großstädten, um größere Familien nicht weiterhin buchstäblich zu marginalisieren. Aber genauso dringend brauchen Mütter und Väter heute Familienzeit, die diesen Namen verdient. Sie brauchen eine neue innovationsfähige, kinderfreundliche Arbeitskultur, frei von unnötigen Präsenzritualen und eingefahrenen Abläufen.

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Väter bei Fritz und Fränzi

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 5. März 2007

Die letzte Ausgabe von ‚Fritz und Fränzi‘, dem Schweizer Magazin für Eltern schulpflichtiger Kinder, war unter anderem den Vätern gewidmet. Unter dem Titel „Konkurrenzkampf zwischen Familie, Beruf und dem Ich“ wird über die gestiegenen Anforderungen, welche heute an Väter gestellt werden und die häufig als Überforderung wahrgenommen werden, berichtet.

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Aber ist Vatersein wirklich nur anstrengend und mit Problemen behaftet? Nein! Aktives Vatersein macht auch unheimlich Spaß und ist unabhängig vom Alter der Kinder ein Gewinn. Für den Mann, die Kinder und letztlich für die ganze Familie.

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Ansturm auf Elterngeld

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 5. März 2007

Die ersten Zahlen liegen vor, das neue Elterngeld stößt (zumindest in Baden-Württemberg) auf große Resonanz – auch bei Vätern.

Wie die Stuttgarter Zeitung am vergangenen Freitag berichtete, hat sich die Zahl der Förderanträge in den ersten beiden Monaten im Vergleich zum alten Bundeserziehungsgeld fast verdoppelt. Bis Ende Februar gingen bei der landeseigenen Förderbank 5577 Anträge von Eltern neugeborener Kinder ein. Gegenüber dem Erziehungsgeld, das nur an ärmere Familien gezahlt wurde, sei dies eine Steigerung von 84 Prozent.

Auf Grund der neuen Regelung beim Elterngeld, seit Januar 2007 Verdienstausfälle bis zu einer Höhe von 1.800 Euro pro Monat ersetzt, sind offenbar nun auch viele Väter bereit, zu Gunsten der Kinderbetreuung zeitweise beruflich kürzer zu treten. Der Männeranteil bei den Anträgen im Land beträgt 15,3 Prozent und ist damit etwa achtmal höher als beim Erziehungsgeld.

Baden-Württembergs Sozialministerin Monika Stolz (CDU) sprach in diesem Zusammenhang von einem „großen Schritt in Richtung Chancengleichheit“. Die Zahlen zeigten, „dass das Elterngeld einen echten Anreiz für eine Familienpause für das Kind setzt“, so Stolz.

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Man wird nicht als Mann geboren…

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 3. März 2007

Ein Dokumentarfilm, Frankreich / Belgien 2004, deutsche Erstausstrahlung, Regie: Agnes Bert

In den Bergen Nordalbaniens ist das Leben der Menschen noch von der mittelalterlichen Gesetzessammlung „Kanun“ bestimmt. Das mündlich überlieferte Gewohnheitsrecht aus dem 16. Jahrhundert wurde 1913 schriftlich festgehalten und gilt für Christen und Muslime gleichermaßen. Das Ehren- und Blutrecht unterwirft das Leben des Einzelnen von Geburt an strengen Regeln. Der Alltag und die gesellschaftlichen Beziehungen werden von ihm beherrscht.

Nach dem „Kanun“ können Familien, die Vater und Sohn verloren haben und so ohne Familienoberhaupt dastehen, ein Mädchen als Stellvertreterin bestimmen. Diesen Status können auch junge Mädchen erlangen, die nicht heiraten wollen. Voraussetzung ist, dass sie Jungfrauen bleiben und ein unwiderrufliches Keuschheitsgelübde ablegen.
Um ihrem Schicksal als Frau zu entgehen, verpflichten sich manche Mädchen bereits mit zehn Jahren, wie Jungen erzogen zu werden. Als Erwachsene werden diese Mann-Frauen hoch geachtet und haben in der Familie großen Einfluss.

Die in der Dokumentation porträtierten Männer entpuppen sich allesamt als Frauen. So ist ein alter Bauer mit zerfurchtem Gesicht zu sehen, der mit langsamen Bewegungen in seinem Garten ein Huhn schlachtet. Doch dieser männlich und bärbeißig wirkende Alte ist eine Frau. Auch ein Schlosser, ein Fahrer und ein Schäfer erweisen sich als Frauen, die Männer sein wollten, um nicht „wie die Frauen zu leiden“.

Der Film wird am 8. März um 22.10 Uhr bei arte zu sehen sein.

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