der VAETER.blog

lebe deinen Traum!

Hänsel und Gretel 2.0

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 19. März 2007

Spiegel Online erzählt heute eine Geschichte, die leider kein Märchen ist.

Wie aus einer Szene bei „Hänsel und Gretel„: Weil sie ihr Zimmer nicht aufgeräumt hatten, sind zwei kleine Mädchen im baden-württembergischen Uttenweiler von ihren Eltern im Wald ausgesetzt worden.

Es handele sich um eine „einigermaßen intakte“ Familie, sagte der Polizeisprecher. Allerdings seien die 29-jährige Mutter und ihr 24-jähriger Lebensgefährte … deutlich überfordert.

Die ausgesetzten Kinder hätten sich „total gefreut“, als sie ihre Familie wieder gesehen hätten, die Eltern umgekehrt ebenso. Die Mutter hatte ihren vier und sieben Jahre alten Töchtern nach den Ermittlungen der Polizei angedroht: „Wenn ihr nicht aufräumt, kommt ihr in den Wald.“

Kurz darauf habe sie diese Drohung mit ihrem Lebensgefährten auch wahr gemacht. Der 24-Jährige fuhr die Mädchen zu einem einige Kilometer entfernten Waldgebiet, wo er die Kinder mit einer Decke und Spielsachen absetzte und davonfuhr.

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Trainingslager für den Kreißsaal

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 19. März 2007

‚Im Kreißsaal wird so mancher Mann zur Maus’ behauptet Focus Online. Das muss aber keineswegs so sein: mit speziellen Geburtsvorbereitungskursen für werdende Väter lässt sich das ändern.

Nach Schätzungen des Berufsverbandes der Frauenärzte begleiten heute rund 80 Prozent der werdenden Väter ihre Partnerinnen in den Kreißsaal. „Vielen ist aber nicht wirklich klar, was sie dort sollen, was medizinisch passiert und wie sie ihre Frau unterstützen können“, sagt Michael Abou-Dakn, der Chefarzt am Berliner St. Joseph- Krankenhaus. Entweder fühlten sich die Väter überflüssig oder sie versuchen, den Oberaufpasser zu geben. Für die Harmonie der Geburt sei das nicht förderlich.

Albtraum Kreißsaal

Allein unter Frauen im Kreißsaal, mit Hebamme, Krankenschwestern und Ärztinnen rundherum – allein das sei ein Albtraum für viele Männer, berichtet der Gynäkologe. Darum gibt es im St. Joseph- Krankenhaus inzwischen Kurse für werdende Väter. „Es geht darum, unter Männern über Ängste und Rollenverständnisse zu sprechen“, erläutert der Chefarzt. Fragen lauten zum Beispiel: Wie habe ich meinen Vater erlebt und wie will ich selbst als Vater sein?

Im Berliner St. Josef Krankenhaus findet übrigens am kommenden Wochenende eine internationale Fachtagung zum Thema ‚Die Bedeutung des Vaters rund um die Geburt‘ statt.

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Wir müssen unser Land auch für die Väter verändern

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 18. März 2007

Am Montag erscheint unter dem Titel „Wir müssen unser Land für die Frauen verändern“ ein Gesprächsband mit Ursula von der Leyen. In den Gesprächen, die Maria von Welser mit der Familienministerin geführt hat, werden Horizonte aufgerissen, die man zur Kenntnis nehmen sollte, um sich in der aktuellen Krippen-Schlacht nicht unnötig zu verkämpfen, wie die FAZ meint.

Der Ministerin geht es um eine wirtschaftsorientierten Strategie, in der die Wirtschaft der Familie dient. In der familienbewusste Arbeitsstrukturen kein weiches Thema sind.

Als Familie die Wirtschaft umarmen

Eine in dem Buch geschilderte Anekdote verdeutlicht das Gemeinte: „Mir erzählte ein Vorstand eines großen, international agierenden Konzerns, der bereits heute Ingenieurarbeitsplätze nicht mehr besetzen kann, dass Ingenieurstudentinnen dort aktiv anrufen und fragen: ,Wie sind Ihre familienpolitischen Programme innerhalb des Unternehmens?‘

Spätestens von diesem Moment an habe er verstanden, dass das Thema familienbewusste Arbeitsstrukturen kein weiches Thema mehr sei. Ich bin hocherfreut, dass die jungen Frauen das tun, denn das macht den Arbeitgebern klar: ,Ich bewerbe mich nicht bei dir, wenn du nicht ein nachweisbares Konzept hast.‘

Ein Konzept für junge Frauen und junge Männer, die Fragen stellen nach betrieblicher Kinderbetreuung, flexiblen Arbeitszeitmodellen, Vaterzeit, Mutterzeit, Förderprogrammen und Wiedereinstiegsprogrammen nach einer Elternzeit. Dahin geht der Trend weltweit. An den jungen Ärztinnen, die unser Land verlassen und in England, Holland oder Skandinavien arbeiten und Kinder haben, sehen wir, dass junge Talente mobil sind.“

Das Paradox in diesem Sinne lautet: Je mehr Mann und Frau als Familie auf die Wirtschaft zugeht, desto mehr kommt die Wirtschaft unter Druck Weiterlesen »

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Struck wirft Union ideologisches Männerbild vor

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 17. März 2007

Im Kampf um Krippenplätze fährt SPD-Fraktionschef Struck heftige Attacken gegen die Union: Deren Männerbild sei schlicht antiquiert und der Kern des Streits. Familienministerin von der Leyen verteidigt derweil unbeeindruckt ihre Pläne gegen den Widerstand aus den eigenen Reihen.

„Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf setzt ein bestimmtes Männerbild voraus, das die Union nicht hat. Das ist der wahre Kern des Konflikts“, erklärte Struck der „Welt am Sonntag„. Die Union sei ideologisch blockiert. So wie die Fraktion von CDU und CSU das Thema Familienpolitik angehe, könne man nur von einer „Hinhaltetaktik“ sprechen.

Hintergrund des Streits ist unter anderem der heftige Gegenwind, der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit ihren Plänen für mehr Krippenplätze in Deutschland aus den eigenen Parteireihen entgegenschlägt. …

Um die Finanzierung der zusätzlichen Gratis-Krippenplätze hatte es allerdings heftigen Zoff gegeben. Struck sagte mit Blick auf den SPD-Vorschlag, auf die anstehende Kindergelderhöhung zu verzichten, die Väter wollten lieber einen Krippenplatz für ihre Kinder als zehn Euro mehr Kindergeld. „Das werden wir in der Koalition auch so durchsetzen.“ Der Koalitionspartner „kneift eindeutig“ bei dieser Frage.

So ähnlich lautete die Meldung in Spiegel Online, ich habe nur ‚Frauen’ durch ‚Männer’ und ‚Mütter’ durch ‚Väter’ ersetzt. Wenn da mal der Vorwurf nicht auch auf den Ankläger selbst zurückfällt.

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Das Private ist politisch

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 17. März 2007

Diese alte feministische Erkenntnis, der zufolge das Private politisch ist, hat jetzt auch die April Ausgabe von NEON erreicht.

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‚Das privateste Thema der Welt wird immer mehr auch ein politisches: das Kinderkriegen. Daran, dass sich die Generation NEON als »verantwortungsloses Pack« beschimpfen lassen muss, weil sie so wenig Kinder kriegt, hat sie sich gewöhnt – wie ungerecht die Vorwürfe im Einzelnen auch sind.

In jüngster Zeit kam noch der fiese Begriff »Gebärmaschinen« ins Gespräch; es ging um junge Frauen und Familien, die sich selbst entscheiden wollen, wie schnell sie nach einer Geburt wieder ins Berufsleben einsteigen. Wahlfreiheit ist der zentrale Begriff in dieser verbissenen Diskussion, die junge Menschen zwar oft extrem nervt, aber auch stark betrifft. Wahlfreiheit wird gefordert oder bekämpft – Wahlfreiheit, nach der Geburt erst mal zu Hause zu bleiben oder schnell wieder arbeiten zu gehen, abgesichert durch eine spürbare Erhöhung der Anzahl der Krippenplätze und gesellschaftliches Wohlwollen.

Den meisten jungen Menschen kommt diese Auseinandersetzung mit zäher Ideologie der Fünfzigerjahre-Familie schon zu den Ohren raus. Doch selbst wer von alledem nichts mehr hören will, steht am Ende vor einer ganz einfachen Frage: Wann ist in meinem Leben wohl der beste Zeitpunkt für ein Kind? Hier wird die gesellschaftliche Debatte wieder privat, konkret und spannend. Denn jeder Einzelne muss für sich klären: Habe ich den richtigen Partner dafür? Will ich meine Ausbildung, meinen Beruf erst mal aufgeben?‘

Interessant sind in in diesem Zusammenhang auch die Ergebnisse der NEON.de-Umfrage, in der mehr als zweitausend User berichten, was die wirklichen Gründe für ihre bisherige Kinderlosigkeit sind. Bei allem Druck und aller Kinderliebe ist nämlich eines auch völlig in Ordnung: zu sagen »Ich will (noch) keins, ich habe gerade andere Pläne.«

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Karriere trotz Pflege

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 16. März 2007

Das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird bislang vorrangig unter dem Aspekt der Betreuung von Kindern betrachtet. Die Welt erweitert heute in dem Beitrag ‚Karriere trotz Pflege’ den Blickwinkel.

Die Sorge um die Alten könnte schon bald mehr Arbeitnehmer beschäftigen als die Betreuung des Nachwuchses. Schließlich hat jeder Mensch zwei Eltern, aber längst nicht mehr jeder Erwachsene Kinder. Das werden auch die Unternehmen zu spüren bekommen – womöglich mehr, als viele Vorstände und Firmenlenker heute denken.

Immer mehr Arbeitnehmer sind schon heute neben ihrem eigentlichen Beruf mit der Pflege eines Angehörigen beschäftigt. „Betriebe müssen sich dringend damit auseinandersetzen, Beruf und Pflege besser zu vereinbaren“, sagt Tillmann Knittel vom Prognos-Institut, der für die Hertie-Stiftung einen Praxisleitfaden mit konkreten Tipps für Firmen verfasst hat. „Daran führt künftig kein Weg mehr vorbei.“

Der Leitfaden stellt eine ganze Reihe von Maßnahmen vor, die das Miteinander von Beruf und Pflege erleichtern. Sie ermöglichen, dass betroffene Beschäftigte die Erwerbstätigkeit nicht als zusätzliche Belastung sehen, sondern am Arbeitsplatz hoch motiviert sind, weil er ihnen einen Ausgleich und eine emotionale Entlastung von der Pflegetätigkeit bietet.

Umgekehrt gelingt es Unternehmen, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im betrieblichen Ablauf zu halten, sie vor Überlastungen und Krankheit zu schützen und ihre Zufriedenheit, Motivation und Leistungsfähigkeit trotz der Doppelbelastung aufrecht zu erhalten.

‚Eltern pflegen – So können Arbeitgeber Beschäftigte mit zu pflegenden Angehörigen unterstützen‘ können Sie hier downloaden.

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Öffentliche Anhörung zum Thema Kinderlärm

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 16. März 2007

Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages hat in dieser Wahlperiode eine Reihe von Anfragen zum Thema „Kinderlärm“ erhalten und sich in diesem Zusammenhang mit der hierzu ergangenen Rechtsprechung befasst. Bau- und Verkehrslärm scheint eher akzeptiert zu sein als lautes Spielen.

Dies verstößt gegen Artikel 31 der UN – Kinderrechtskonvention, wonach Kinder unter anderem ein Recht auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung haben.

Vor diesem Hintergrund will sich die Kinderkommission mit dem Thema „Kinderlärm“ in einer öffentlichen Anhörung am 21. März befassen. Hierzu hat die Kommission Dr. Regine von der Haar (Stadt Langenhagen), Peter Apel (Deutsches Kinderhilfswerk), Dr. Franzjosef Feldmann (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit) sowie eine Vertreterin aus dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung eingeladen.

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Lebe dein ganzes Leben

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 16. März 2007

In einem aktuellen Beitrag des Online Magazins changeX setzt sich Ulf D. Posè mit der Trennung von Beruf und Privatleben auseinander und kommt zu dem Ergebnis, dass diese Unsinn ist und dramatische Folgen hat:
‚… Leider gilt es in unserer Kultur als erstrebenswert, Privat- und Berufsleben strikt voneinander zu trennen. Man ist stolz darauf, wenn es gelingt. Über die tragischen Folgen für das „Seelenheil“ wird aber viel zu wenig nachgedacht, denn es gelingt wohl selten, einen Lebensbereich geordnet und den anderen Lebensbereich ungeordnet zu leben. Beides, Berufs- und Privatleben sollten Zufriedenheit bringen.

Ein Beruf soll nicht nur Lebenszeit kosten, sondern auch Leben spenden. Hier sind nun beide angesprochen, Mann und Frau. Die Überzeugung, die strikte Trennung von Berufs- und Privatleben sei gesellschaftlich richtig, ist für mich auch eine Ursache für die derzeitige öffentliche Diskussion. Es fehlt an der Selbstverständlichkeit der Verbindung von beidem.

Nur so ist es zu verstehen, dass jemand, der Kinder erzieht, für die andere Welt, die Berufswelt, keine Zeit haben darf. Dabei ist der Beruf ein Ort des emotionalen und sozialen Entfaltens. Menschen, die mit ihrem Beruf nichts anfangen können, wissen wahrscheinlich auch mit ihrem Privatleben nichts Rechtes anzufangen. Wer sich im Beruf nicht ausreichend sozial und emotional entfalten kann, wird dies außerhalb des Berufs nicht nachholen können. Und diejenigen, die sich ins Private flüchten, leben nur ihr halbes Leben und werden zum sozialen Krüppel! … ‚
Den ganzen Beitrag können Sie hier lesen.

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Väter sind Zukunft

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 16. März 2007

Auf diese Themenwoche müssen wir noch ein wenig warten. Aber vom 14. bis zum 21. April bringt das Erste unter der Überschrift ‚Kinder sind Zukunft‘ im Radio, TV und bei ARD.de eine Fülle von Angeboten rund um die Fragen:

Wie kann Deutschland kinderfreundlicher werden? Warum gibt es immer weniger Kinder? Wie schützen wir Kinder in Not?

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Hintergrundinformationen und Hinweise zum Programm finden Sie hier.

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Die Hauptstadt der Tagesväter …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 15. März 2007

… ist Hamburg.

Hamburgs Männer sind spitze – zumindest, was die Kindererziehung betrifft, meint das Hamburger Abendblatt. Denn mit 102 von bundesweit 795 gemeldeten Tagesvätern arbeiten fast 13 Prozent in der Hansestadt: Das ist deutscher Städterekord, so das Statistische Bundesamt.

Auch in Hamburg zeigt sich aber, dass trotz der steigenden Zahl an Tagesvätern die professionelle Kinderbetreuung fast ausschließlich eine Frauendomäne ist. So gibt es in Deutschland 30.400 Tageselternteile, davon sind aber nur 795 Männer. 46 Prozent der Tagesväter, so das Statistische Bundesamt, sind zwischen 35 und 49 Jahre alt. Jeder fünfte hat einen fachpädagogischen Berufsabschluss – beispielsweise Erzieher. 20 Prozent haben einen Kurs für Kindertagespflege absolviert.

Im direkten Vergleich der Bundesländer liegt das bevölkerungsreiche Nordrhein-Westfalen vorn: 204 Männer arbeiten als Tagesväter. Auf Platz zwei folgt bereits das vergleichsweise kleine Hamburg mit 102 Tagesvätern. Hamburg nimmt aber nicht nur bei den Tagesvätern einen Spitzenplatz ein. So zeigt der neue Bundesvergleich des Statistischen Bundesamts, dass 21,1 Prozent aller Hamburger Kinder unter 3 Jahren entweder in Tageseinrichtungen (70.705 Kinder = 79 Prozent) oder in der Tagespflege (2.093 = 21 Prozent) betreut werden.

Zum Vergleich: Der Durchschnitt der westdeutschen Bundesländer liegt bei 7,8 Prozent. Die neuen Bundesländer liegen deutlich vorn, Beispiel Sachsen-Anhalt: In dem Bundesland wird jedes zweite Kind in einer Tagespflege oder -einrichtung betreut.

Quelle

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