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Der neue Vater – eine eierlegende Wollmichsau?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 4. Februar 2010

Was Väter so alles drauf haben müssen zeigt ein kurze Befragung von Jürgen Kura in einer Kölner Einkaufsstraße

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Männerdiskriminierung – gefühlt oder gemessen?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 3. Februar 2010

Das Thema Diskriminierung von Jungen und Männern ist dieser Tage nicht nur eines der Medien. Im Februar findet in Düsseldorf ein Männerkongress ‚Neue Männer – muss das sein?’ statt, im vergangenen Dezember hat sich in Berlin der Verein Agens gegründet, der in seinem Berliner Mannifest unter anderem schreibt ‚Es darf nicht länger nur der feministische Mann der politisch „erlaubte“ Mann sein’ und ‚die wachsenden Bildungsdefizite der Jungen mit Folgen einer Kriminalisierung und/oder Radikalisierung erfordern eine identitätsbildende männliche Solidarität’.

Ivo Knill Chefredakteur der Schweizer Männerzeitung und Lehrer an einer Berufsschule hat sich dem Thema gemeinsam mit denen angenähert, die von anderen leichtfertig zu Verlierern gemacht werden. Im aktuellen Medienspiegel der männerzeitung beschreibt er eine Begebenheit aus seinem Unterricht:

‚Als moderner Mann bin ich auch ein balancierender Mann. Zwischen meinem Beruf als Lehrer und dem als Redaktor gibt es befruchtende Wechselwirkungen, weil meine Schüler zur Hauptsache junge Männer sind. So habe ich einen sehr eindrücklichen Einblick in die Sichtweise von heutigen jungen Männern.

Kürzlich habe ich mit einer Klasse von angehenden Informatikern ein Interview von Walter Hollstein diskutiert, das diesen Januar im Tagesanzeiger und im Bund erschienen ist. Männer seinen diskriminiert, hält Hollstein fest, und zwar bei ‚bei der Gesundheit, im Sorgerecht, bei der AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung) oder dem Militärdienst. Dem Zeitgeist entsprechend ist das Weibliche heute mehr wert als das Männliche.’

Ich fragte die Schüler: Männer arbeiten ein Jahr länger bis zur Pensionierung, sie sterben früher, sie leisten ein Jahr Zwangsarbeit im Militär und bei der Scheidung bezahlen sie die Rechnung – sind Männer also diskriminiert? Die Antworten kommen zögernd. So richtig diskriminiert will sich niemand fühlen. So etwas tut man doch nicht als Mann, das ist doch feige. Der Mann, auch wenn er ein hartes Leben hat, trägt das doch.

Ich finde, in dieser Grundhaltung steckt das Bild vom Mann, der trägt, schützt und stark ist. Das ist achtenswert. Zu lernen ist aber für uns Männer vielfach noch, dass wir stärker sein können, wenn wir uns mit dem auseinandersetzen, was unseren Möglichkeiten im Weg steht. Um unserer Stärke willen müssen wir dafür sorgen, dass Beziehungen halten, dass Väter beim Sorgerecht nicht am kürzeren Hebel sitzen, Männer ihren Job nicht mit der Gesundheit bezahlen und der Dienst am Vaterland nicht ohne Anerkennung bleibt. Werde ich den Schülern nächste Woche hinter die Ohren schreiben.’

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Männer an den Start

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 3. Februar 2010

maenner_an_den_startEine Broschüre über Väter und solche, die es werden wollen, ist der Titel einer neuen Veröffentlichung der Stadt Ludwigsburg in Zusammenarbeit mit dem Kreis Ludwigsburg und der Ludwigsburger Kreiszeitung. In elf Kapiteln bildet die Broschüre Aspekte des Themas Vaterschaft und hiermit verbundene Rollenbilder und -erwartungen sowie deren Veränderungen ab.

Im Einzelnen befassen sich die Kapitel mit den Themenbereichen „Vater werden“, „Vatersein und Elternzeit“, „Vatersein in Führungsposition“, „Vatersein in Teilzeit“, „Vatersein und Arbeitslosigkeit“, „Vatersein und Ehrenamt“, „Vater mit Migrationshintergrund“, „Vater und Hausmann“, „Tagesvater“, „Vatersein nach Trennung und Scheidung“ sowie „Vatersein im historischen Wandel“.

Neben Porträts und Fotos von Vätern aus Stadt und Kreis Ludwigsburg finden sich themenbezogene Infokästen, die rechtliche Aspekte und statistische Daten sowie Hinweise auf weiterführende Literatur und Internetseiten enthalten. Ein Adressteil zu Angeboten in Stadt und Kreis Ludwigsburg vervollständigt die Broschüre.

„Heute äußern zunehmend auch Männer den Wunsch, Anforderungen in Beruf und Familie partnerschaftlich zu teilen“, so die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ludwigsburg Susanne Brückner. „In der praktischen Umsetzung hapert es aber noch häufig. Neben familienbezogenen Leistungen, flexiblen Arbeitszeitmodellen und dem Ausbau der Kinderbetreuungsangebote bedarf es vor allem auch männlicher Rollenvorbilder, die alternative Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Hier kann die vorliegende Broschüre Denkanstöße liefern.“

Die Broschüre steht als pdf Datei zum Download bereit.

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‚Viele sind skeptisch, weil ich ein Mann bin’

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 2. Februar 2010

Ernst S. ist alleinerziehender Vater, einer fast 47.000 in Österreich, das sind 15 % der Alleinerziehenden insgesamt. Im Jahr 2003 ließ sich der heute 37-jährige Büroangestellte von seiner Frau scheiden – sehr zum Leidwesen des damals fünfjährigen Sohnes Paul. Die Scheidung, an deren Ende Herr S. die alleinige Obsorge für Paul erstritten hatte, dauerte fünf lange Jahre.

Aber was danach geschah, hat S. noch einmal weit zurückgeworfen: privat, als die Mutter vier Jahre lang auf ihr Besuchsrecht verzichtete – und beruflich, als der in derselben Firma wie die Geschiedene Tätige regelrecht gemobbt wurde. Noch heute, wo die Wogen wieder halbwegs geglättet scheinen, will S. seine Geschichte nicht mit vollem Namen in der Zeitung wissen.

Anonym schildert er dem Standard seine Erlebnisse: „Meine Vorgesetzten waren gewohnt, dass ich sehr flexibel war.“ Das ging plötzlich nicht mehr: In der Früh kam Herr S. später, weil er Paul noch in die Schule bringen musste, in den Ferien hatte er ein „ziemliches Problem“ mit der Kinderbetreuung. Die Reaktion der Firma: „Ich habe mir von meinen damaligen Chefs anhören müssen, ich hätte ja nicht um das Sorgerecht kämpfen müssen.“

Was folgte, war ein „ziemlicher Existenzkampf“, denn als Alleinerzieher auch noch arbeitslos zu werden, hätte die ohnehin nicht einfache Situation weiter zugespitzt. Herr S. behielt seinen Job, zog aber eine Schlussfolgerung aus dem Kampf um den Arbeitsplatz: Einer Alleinerzieherin werde mehr Verständnis entgegengebracht als einem Mann.

Das sei aber auch schon der einzige Unterschied. Darüber hinaus habe er die gleichen finanziellen Probleme wie Alleinerzieherinnen, die gleichen Hausarbeitspflichten, die gleichen Freuden und Sorgen mit dem Kind. Wenn ihm trotzdem Bewunderung zuteil wird, findet S. das „eigentlich übertrieben“. Er kennt aber auch die andere Seite: „Viele sind skeptisch, weil ich ein Mann bin. Da heißt es dann, ein Mann kann so etwas ja gar nicht.“

Neben der Plattform für Alleinerziehende (öpa), die sich als Interessenvertretung für alleinerziehende und getrennte Mütter/ Väter und ihre Kinder versteht unterstützt der Patchwork-Familien-Service, Verein für Elternteile und Familien im Wandel, in Trennung befindliche Paare, Alleinerziehende, Besuchselternteile sowie Patchworkfamilien in Konflikt-und Krisensituationen. In Wien gibt es zudem die Kontaktstelle für Alleinerziehende, die unter anderem regelmäßige Treffen für Single Väter anbietet.

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Zeit ist wichtiger als Geld – Was sich junge Eltern wünschen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 1. Februar 2010

Viele Mütter und Väter denken und verhalten sich anders, als allgemein erwartet wird. Ihre Lebensvorstellungen unterscheiden sich in wesentlichen Dingen (Finanzen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, gemeinsame Zeit für Kinder) von denen der Elterngeneration. In anderen Dingen (Arbeitsteilung im Haushalt, Aufteilung der Berufszeit) bewegen sich heutige Eltern vielfach in traditionellen Bahnen und sind keineswegs unzufrieden damit.

Die Einkommenshöhe ist für junge Familien weniger wichtig als gemeinhin angenommen. Dennoch steigt die Zufriedenheit mit Einkommen und Gesundheit. Großeltern spielen eine wichtige Helferrolle für die junge Familie – eine unerwartete Erkenntnis. Die meisten Kinder können in mehreren Haushalten des familiären Netzwerks „aufwachsen“. All dies ergab die erste Auswertung des „Ravensburger Elternsurvey“, eine repräsentative Analyse des „Elterlichen Wohlbefindens“ in Deutschland.

Die Auswertung der repräsentativen 70-minütigen Befragung von 1.000 Müttern und 1.000 Vätern – die mindestens ein Kind unter 6 Jahren haben – informiert nun umfassend über die familiäre und berufliche Situation von Eltern in Deutschland, ihre subjektiven und objektiven Zukunftserwartungen an Politik und Gesellschaft sowie ihre Grundprinzipien und Werte. Eine Veröffentlichung mit den gesamten Ergebnissen soll Ende 2010 erscheinen. Die Wissenschaftler präsentierten in Berlin die wichtigsten Erkenntnisse des Projekts:

Junge Mütter und Väter wünschen sich ein dynamisches Modell für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Weiterlesen »

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Geisterstunde mit den Ewiggestrigen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 31. Januar 2010

Die Älteren unter uns werden sich vielleicht noch an sie erinnern: Christa Mewes, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin und bis 2006 Mitherausgeberin der Wochenzeitung Rheinischer Merkur. Bereits vor 35 Jahren veröffentlichte Klaus Reblin, Pfarrer in Hamburg und damaliger Generalsekretär des Deutschen Evangelischen Kirchentags, einen Artikel über Meves in der ZEIT. Reblin fragte: ‚Für wen schreibt diese Frau? Wer liest die Bücher, die unter ihrem Namen erscheinen? Nach allem, was ich von Meves gelesen habe, können es nur Menschen voller Ressentiments gegenüber der Moderne sein. Menschen, die eine Bestätigung ihrer Vorurteile gegenüber allem Neuen brauchen – schwarz auf weiß.’

Diesem Ruf ist sich Meves treu geblieben, in der ‚freien Welt’ dem Internet Sprachrohr der Ewiggestrigen lässt sie sich über die Elternzeit für Väter aus:

‚Die Väterzeit soll um mehrere Monate verlängert werden, heißt es. Nun gewiss, die jungen Väter haben sich in Bezug auf die zwei Monate Väterzeit mehr als brav erwiesen, ebenso wie, nur leise knurrend, die Betriebe auf deren achtwöchigen Ausfall. Aber gerade die Betriebe des Mittelstandes, die Zugpferde unserer Republik, stehen meist schwer ringend um ihre Existenz in der sich verteuernden Zeit.

Mehrmonatlicher Ausfall der Väter muss oft genug Einsatz von Zusatzkräften oder Minderung der betrieblichen Leistung hervorrufen. Darüber hinaus muss doch gefragt werden: Hat sich die mehrmonatliche Väterzeit denn eigentlich bewährt? Die geringe Zahl der Väter, die die Möglichkeit in Anspruch nahmen, ihr Baby hauptamtlich durch deren erstes Lebensjahr hindurch zu pflegen – es waren lediglich 4%! – erweckt doch keineswegs Hoffnungen.

Ein Anreiz zur Vermehrung der Geburten lässt sich daraus jedenfalls nicht konstruieren. Nachdenkliche Bürger geraten darüber ins Sinnen. Sind die Maßnahmen vielleicht deshalb erfolglos, weil sie – statt sich nach den wesensmäßigen Grundgegebenheiten des Menschen auszurichten – einer Ideologie anhängen, der feministischen Ideologie, die Männinnen will, aber keine Mütter?

Babys brauchen ihre Mütter, wenn sie später seelisch gesunde stabile Menschen werden sollen, weiß mittlerweile die Forschung. Väter lassen sich für vieles abrichten, also auch zum Windelnwechseln und Haushaltführen – aber niemals mit der gleichen Intensität, mit der gleichen Schnelligkeit und der gleichen Perfektion wie die Frauen.

Das liegt – wie die Hormonforscher es uns jetzt beweisen – an der vorgegebenen Begabung von Frauen für Mütteraufgaben. Und – wie es ebenso angeborenerweise hormonell bedingt ist – gibt es spezielle höchst wichtige Väterbegabungen. Aber in deren Mittelpunkt stehen vorrangig andere so z. B. schutz- und zielgebende Aufgaben, und die werden umso wichtiger, je älter die zu erziehenden Kinder sind.’

Und da beklagt sich Volker Kauder über die patriarchalischen Strukturen in türkischen Familien.

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Zeitweise voller Lohnausgleich für Väterzeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 30. Januar 2010

Die skandinavischen Länder (und Frankreich) haben in Europa die höchsten Geburtenraten. Schon seit den 80er-Jahren gibt es dort Modelle bezahlter Elternzeit. Die derzeitigen Regelungen im Überblick

  • Schweden 480 Tage Elternzeit, davon sind je 60 reserviert für Vater und Mutter, den Rest können beide aufteilen. Elterngeld: 80 % des Einkommens bis etwa 3 300 Euro im Monat. 69 % der Väter nehmen Elternzeit. Allerdings im Schnitt nur 34 Tage.
  • Dänemark 24 Wochen Elternzeit gesetzlich vorgeschrieben, der Vater kann 10 nehmen. Danach 8 bis 52 Wochen Betreuungszeit, die aufgeteilt werden kann. In den ersten 14 Wochen laut Tarif meist voller Lohn, dann 60 % vom Arbeitslosengeld.
  • Norwegen 54 Wochen mit 80 % des Lohns oder 44 Wochen mit vollem Lohn. Der Vater muss zumindest sechs Wochen nehmen.
  • Finnland Die Mutter hat 105, der Vater 18 Tage, danach können 158 Tage aufgeteilt werden. Elterngeld: 70 bis 90 % des Gehalts.
  • Island Je drei Monate Elternzeit für Vater und Mutter sowie drei Monate, die aufgeteilt werden können, bei vollem Lohn oder Tagegeld.

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Von seiner Väterzeit profitiert Martin Reckweg heute noch

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 29. Januar 2010

Da habe ich am Montag in einem Beitrag über die Livestyle Machos in den deutschen Medien berichtet und nun präsentiert die ZEIT Martin Reckweg, Chefredakteur von Radio Bremen, der vor 18 Jahren als einer der ersten Männer beim NDR Elternzeit nahm.

Im Gespräch mit Tina Groll erzählt er, wie seinen Wunsch damals durchgesetzt hat und welche Erfahrungen er gemacht hat:

‚ … ZEIT ONLINE: Und wie haben Ihre Vorgesetzten und Kollegen reagiert? Immerhin waren Sie der erste Mann, der für zumindest ein halbes Jahr den Abteilungsleiterjob hat sein lassen und sein Kind in den Mittelpunkt seines Lebens gestellt hat.

Reckweg: Es gab keine Vorbilder und ich hatte eine Vorgesetzte ohne Kinder, die meinen Wunsch nicht verstehen konnte. Sagen wir, er kam mindestens überraschend für sie. Es sorgte tatsächlich für Aufsehen, dass ich als Mann Elternzeit nehmen wollte. Aber es hat sich eine breite Unterstützerschaft für mich unter den Kollegen und – was noch viel wichtiger ist – auf Führungsebene gebildet, die alle dafür votierten, es zu probieren. Ein wenig war meine Elternzeit auch ein Experiment für andere Väter beim NDR.

ZEIT ONLINE: Wie haben Sie die Zeit mit Ihrem Kind erlebt?

Reckweg: Es war eine wunderschöne Zeit, die zu den schönsten in meinem Leben gehört. Der intensive Kontakt mit meinem Kind war für mich sehr bereichernd. Ich muss sogar sagen, dass ich bis heute von dieser Zeit profitiere. Ich habe es genossen, die Rolle zu wechseln, und sicher habe ich auch neue Qualifikationen in dieser Zeit erworben. Die Reaktionen aus der Umwelt waren durchweg positiv, selbst wenn ich der einzige Vater auf dem Spielplatz war. Langeweile ist auch nicht aufgekommen, jeden Tag passiert ja etwas Neues mit einem kleinen Kind. Außerdem habe ich die ganze Elternzeit über den Kontakt in die Redaktion gehalten und wurde beispielsweise weiterhin in Personalentscheidungen miteinbezogen. Das war entscheidend: Sowohl mein Ausstieg als auch mein Wiedereinstieg waren von vornherein sehr gut und gründlich vorbereitet, so dass es auch gedanklich nie ein ganzer Ausstieg aus dem Beruf war.

ZEIT ONLINE: Haben Sie Veränderungen nach der Elternzeit bemerkt?

Reckweg: Ja, diese Zeit hat mich verändert. Ich habe seitdem eine andere Perspektive auf die Probleme oder Bedürfnisse von Kollegen, die Eltern sind. Und ich nutze meine Leitungsfunktion dafür, um die Kollegen dabei zu unterstützen, Familie und journalistischen Beruf besser zu vereinbaren. …’

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Mutterschutz, Väterzeit und Gleichstellung im Europaparlament

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 28. Januar 2010

In der Serie ‚Post aus Brüssel’ schreibt die grüne Europaabgeordnete Franziska Brantner im Blog Mädchenmannschaft:

‚In dieser Woche ging es bei uns in Brüssel um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. … Im Rahmen der “EU Roadmap for equality between women and men 2006-2010″, bei der eine der sechs Prioritäten die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist, brachte die Kommission eine Revision dieser Richtlinie ein und schlug im Oktober 2008 vor, die gesetzliche Grundlage für die Richtlinie zu erweitern – um den Gleichberechtigungsartikel 141. Ansonsten wollte sie den Mutterschutz von 14 auf 18 Wochen erweitern.

Die sozialdemokratische Berichterstatterin im Parlament sah dann vor, das Anrecht auf eine bezahlte Vaterschaftszeit von zwei Wochen hinzuzufügen – keine Verpflichtung. Dies wurde von den Konservativen im Parlament hart bekämpft, mit der Begründung, die Väter hätten in der Richtlinie nichts zu suchen. Damit unterlagen sie zwar im Frauenrechtsausschuss, aber schafften es, die Abstimmung im Plenum zu verschieben – und damit von der letzten Legislaturperiode zu dieser. Nun sind die Mehrheiten anders, aber die Debatte die gleiche.

Im Grunde wäre es natürlich besser, wenn es eine weitreichende EU-Elternzeit-Richtlinie gäbe. Aber diese Möglichkeit wurde leider gerade verpasst: Die Elternzeitrichtlinie wird von den Sozialpartnern verhandelt und wenn diese sich einigen, nimmt der Ministerrat die Einigung als Gesetz an – so hat das Europäische Parlament nichts zu sagen. …

Wenn das Parlament aber ein klares Zeichen setzen will für Väter, dann kann es das nur jetzt tun, im Rahmen der erweiterten Mutterschutzrichtlinie. Deswegen kämpfe ich mit meiner Fraktion nun dafür, dass Väter das Recht auf zwei Wochen (!) Elternzeit haben, in der sie nicht ganz auf ihr Gehalt verzichten müssen. Nur dann bewegt sich etwas – das haben wir in Deutschland gesehen.

Nachdem das Thema im Jahr 2009 schon einmal im Europäischen Parlament behandelt und trotz positiver Abstimmung im Frauen- und Gleichstellungsausschuss wieder von der Tagesordnung des Plenums genommen wurde, hat die portugiesische Abgeordnete Edite Estrela im November 2009 erneut einen Bericht vorgelegt. Darin fordert sie eine Verlängerung der Mutterschutzzeit auf zwanzig Wochen und eine Einbindung einer zweiwöchigen “Vaterschaftszeit”. Am 23. Februar wird über ihren Vorschlag im Frauenausschuss abgestimmt, im Sozialausschuss wurden in dieser Woche die Väter wieder aus dem Entwurf rausgenommen. … Weiterlesen »

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In Berlin ist Kinderlärm ab sofort gesetzlich zumutbar

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 28. Januar 2010

Kinder in Berlin dürfen Krach machen. Mit den Stimmen von SPD, Linken und Grünen nahm das Abgeordnetenhaus diesen Passus ins Berliner Immissionsschutzgesetz auf. Kinderlärm sei „Ausdruck selbstverständlicher kindlicher Entfaltung“.

Laut SPD- Fraktion hat Berlin als erstes Bundesland Kinderlärm von Verkehrs- und Gewerbelärm unterschieden. FDP und CDU kritisierten das Gesetz als wirkungslose Symbolpolitik. Nachbarn waren gerichtlich gegen Lärm von Kitas vorgegangen, Einrichtungen mussten deshalb umziehen.

Ja, das ist Symbolpolitik und zwar hochwirksame. Für alle Kinder in Berlin und für die dortige CDU und FDP Opposition, die sich selber als äußerst kinder- und familienfeindlich entlarven.

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