der VAETER.blog

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Neue Regelungen für bezahlte Elternzeit in Australien

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 3. Januar 2011

Ab Anfang diesen Jahres steht australischen Müttern und ab dem 1. Juli auch den Vätern eine bezahlte Elternzeit von 18 Wochen zu. Die Reform der Regelung zum Elterngeld wurde von Australiens Premierministerin Julia Gillard und ihrer Labor Regierung als historisch bezeichnet. Die 18 Wochen lange bezahlte Elternzeit soll dafür sorgen, dass Familien besser finanziell unterstützt werden. Die Geburt eines Kindes stellt Familien und besonders junge Väter und Mütter oft vor große finanzielle Herausforderungen.

Die berufliche Karriere steht meist noch am Anfang und es konnten noch keine hohen Rücklagen gebildet werden. Wurde bislang eine längere Auszeit genommen um das Kind zu Hause zu betreuen, musste der Wegfall des Gehalts hingenommen werden. Das Elterngeld soll den Ausfall des Gehalts überbrücken.

Mit dem neuen familienpolitischen Programm der australischen Regierung kommen aber noch weitere Verbesserungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Flexible Regelungen beim Elterngeld sollen dafür sorgen, dass australische Väter und Mütter nicht den Anschluss an ihren Beruf verlieren. So können während der bezahlten Elternzeit Fortbildungen und Kurse absolviert und Rücksprache mit dem Arbeitgeber gehalten werden. Der Anspruch auf Elterngeld verfällt durch diese berufsbezogenen Aktivitäten nicht. Auch für selbstständig Berufstätige wurden flexible Regelungen getroffen.

Wer das neue Elterngeld nicht nutzen möchte, dem stehen als Alternative ein Baby Bonus oder spezielle Steuererleichterungen für Familien zur Verfügung, soweit bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Die australische Regierung will durch das neue Programm Familien und Wirtschaft gleichermaßen fördern.

Väter und Mütter bekommen Zeit für die Kinderbetreuung, ohne sich Sorgen über ihre finanzielle Situation machen zu müssen. Anschließend können sie schnell wieder in ihren Beruf einsteigen. Die Wirtschaft profitiert von gut gebildeten Fachkräften, die nicht den Anschluss an die aktuelle Entwicklung verloren haben.

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Kinder sind wählerische und moralische Helfer

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 3. Januar 2011

Schon kleine Kinder nehmen nicht nur das Verhalten anderer, sondern auch deren Absichten wahr. Das haben jetzt Forscher aus Leipzig gezeigt. Wer selbst hilfsbereit ist, kann auf die Hilfe von Kindern zählen – und das sogar, wenn er unbeabsichtigt anderen geschadet hat.

Dagegen müssen Menschen mit unlauteren Motiven auf die Unterstützung der Kleinen verzichten: Die Hilfsbereitschaft von Kindern sinkt, wenn sie beobachten, dass jemand anderen mutwillig schadet. Schon wenn derjenige nur böswillige Absichten hegt, zeigen sich Kleinkinder weniger entgegenkommend.

Die Beobachtungen werfen ein neues Licht auf die Entstehung von Moralvorstellungen und deren Bewertungen bei Kindern, berichtet das Forscherteam um Amrisha Vaish vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie im Fachjournal „Child Development„.

Die Wissenschaftler konfrontierten in zwei Studien 100 Dreijährige mit unterschiedlichen Szenarien. So beobachteten die Kleinen beispielsweise, wie hilfsbereite Erwachsene eine Zeichnung zusammenklebten, die ein Dritter zuvor mutwillig zerfetzt hatte. In einem anderen Test mussten die Kinder mit ansehen, wie jemand absichtlich die Arbeit eines anderen zerfledderte. Außerdem beobachteten die Kleinen Erwachsene, die offensichtlich ein bemaltes Blatt Papier zerreißen wollten, das aber nicht schafften. Und schließlich sahen sie Personen zu, die aus Versehen die Zeichnung eines anderen zerstörten. Weiterlesen »

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Neulich im ‚Väter Forum’ bei netmoms

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 2. Januar 2011

‚Hey kennt jemand ne Seite für Väter die gut ist? …

… Da gibt es keine, darum sind ja so viele Väter hier. Sorry, ich meinte es gibt Seiten für Väter, aber die kannste vergessen!’

Das kann nicht so stehen bleiben! Ich werde an dieser Stelle in den kommenden Wochen, die Seiten für Väter im Netz mit ihren Stärken und Schwächen vorstellen. Was Mann den Damen auf netmoms aber neidlos zugestehen muss, ein aktives ‚Väterforum’ gibt es außerhalb der bekannten Mütterportale leider nicht. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren.

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Antrags-, Fristen- oder Widerspruchslösung? Sorgerechtsreform lässt auf sich warten

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 1. Januar 2011

In der Silvesterausgabe des ‚Hamburger Abendblatts’ hat Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ihre Eckpunkte der geplanten Sorgerechtsreform vorgestellt, die ledigen Vätern nach dem Urteil des EGMR zu mehr Rechten verhelfen sollen.

“Ich kann mir eine Regelung vorstellen, die der Mutter bei der Geburt des Kindes zunächst das alleinige Sorgerecht gibt. Erklärt der Vater allerdings, dass er mit der Mutter gemeinsam die Sorge ausüben will, soll das gemeinsame Sorgerecht gelten – es sei denn, die Mutter legt innerhalb einer Frist von acht Wochen Widerspruch ein.“

Dann müsse ein Familiengericht entscheiden, ob das gemeinsame Sorgerecht dem Kindeswohl entspreche oder nicht. Leutheusser-Schnarrenberger hob den Wert der geplanten Fristenlösung hervor. “Von der Mutter kann in einer für die ganze Familie so entscheidenden Frage erwartet werden, dass sie sich innerhalb von acht Wochen eine Meinung bildet“, sagte sie. “Lässt die Mutter die Frist verstreichen, halte ich es für gerechtfertigt, dass dann automatisch die gemeinsame elterliche Sorge entsteht.“

In dieser Frage gebe es allerdings “noch keine vollkommene Übereinstimmung mit der Union – obwohl wir dem Koalitionspartner bereits erhebliche Zugeständnisse gemacht haben“. Die Justizministerin bezeichnete ihren Vorschlag als Kompromiss, der den Urteilen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und des Bundesverfassungsgerichts Rechnung trage.

‚Fristenlösung’

Mit dieser Bezeichnung verschleiert die Justizministerin, Weiterlesen »

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Kinder statt Krise

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 31. Dezember 2010

In einem Kommentar für die Rheinische Post setzt sich Gregor Mayntz mit dem Phänomen der gestiegenen Geburtenzahlen auseinander:

‚Neun Monate nach einem Stromausfall werden mehr Kinder geboren. Das zeigen Statistiken aus New York seit Jahrzehnten: Wenn der Fernseher verstummt, wächst offenbar der Wunsch auf Nachwuchs. Je dunkler die Gegenwart, desto optimistischer die Familienplanung?

Die Erfahrungen in den neuen Bundesländern widersprechen dem. Als dort die Betriebe in die Pleite gingen, sackte die Geburtenrate in den Keller. Schrumpfende Städte und überalterte Gemeinden gibt es auch im Westen.

Es ließ deshalb schon vor einiger Zeit aufhorchen, dass laut Umfragen die heutige Jugend den Kinderwunsch mehr und mehr in den Mittelpunkt stellt. Die Bestätigung liefern die Statistiker. Danach ist dieses Jahr ein lange nicht gekannter Baby-Boom zu verzeichnen. Mit einem Höhepunkt ausgerechnet im September! Also neun Monate nach der Untergangsstimmung von Ende 2009. … Über eine Million junger Mütter und Väter haben darauf eine lebendige und optimistische Antwort gegeben.’

Jetzt stehen wir wieder vor einem Jahreswechsel und die wirtschaftlichen Aussichten für das kommende Jahr werden positiver dargestellt. Gleichzeitig werden aber die Kosten der Krise jetzt zunehmend in den Geldbörsen der Familien spürbar. Kommunen schränken Angebote ein und erhöhen die Gebühren für ihre Leistungen.

Väter und Mütter, die sich in dieser Situation für das ‚Armutsrisiko’ Familie entschieden haben, brauchen jetzt ein nachhaltiges Signal, das sie nicht im Regen stehen gelassen werden. Ausreichende Kinderbetreuungsangebote und eine Anerkennungskultur für Väter und Mütter in den Betrieben und weniger Ankündigungen und Sonntagsreden sind da wirkungsvolle Hebel.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern und Leserinnen des Väterblogs einen guten Auftakt im neuen Jahr.

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Schlechte Bedingungen für Teilzeit studierende Väter und Mütter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 30. Dezember 2010

Wenn die Eltern als Sponsoren ausfallen, dann kommt für viele angehende Akademiker ein Vollzeit-Studium nicht in Frage. Auch wer während des Studiums eine Familie gründet, taucht im Hörsaal seltener auf als jene KommilitonInnen, die ihren Bachelor oder Master in der vorgesehenen Semesterzahl schaffen. Viele Teilzeitstudierende müssen gravierende Nachteile in Kauf nehmen, obwohl sie an den Hochschulen keineswegs eine Randerscheinung sind.

Nach Angaben des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft absolviert mehr als ein Viertel der zwei Millionen deutschen Studierenden sein Studium faktisch in Teilzeit. Das Studienangebot der Hochschulen trage dem allerdings kaum Rechnung. Deshalb hat der Stifterverband Politik und Hochschulen aufgefordert, die „heterogene Lebenswirklichkeit der Studierenden ernst zu nehmen und endlich entsprechende Angebote zu formulieren“, sagt Volker Meyer – Guckel, Mitglied der Geschäftsleitung im Stifterverband.

27 % aller Studierenden arbeiten laut Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks im Erststudium nebenher mehr als 17 Stunden pro Woche. Doch die Zahl der Teilzeitstudiengänge liegt bei unter fünf Prozent. Nur 355 der insgesamt 8517 grundständigen Studiengänge sind laut Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) für ein Teilzeitstudium geeignet

Der Mangel führt nach Einschätzung des Stifterverbands zu bekannten Problemen: Weil das Studium mit Kindern oder die Verbindung von Studium und Beruf schwierig ist, verlängern sich die Studienzeiten und es erhöhen sich die Abbrecherquoten. Die Bologna-Reform hat es den de facto Teilzeit-Studierende nicht leichter gemacht, da viele Studiengänge heute deutlich verschulter sind als früher. Auch bei der Studienfinanzierung haben Teilzeit-Studierende große Nachteile, weil sie kein Bafög bekommen.

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‚Frühe Kindheit’ – Väter in neuer Verantwortung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 30. Dezember 2010

Mit dem Themenschwerpunkt „Väter in neuer Verantwortung“ ist die neue Ausgabe der Zeitschrift „frühe Kindheit“ erschienen. Sie dokumentiert die gleichnamige Jahrestagung der Deutschen Liga für das Kind am 15. und 16. Oktober 2010 in München.

Das Heft enthält ein Grußwort von Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder und Beiträge von

  • Lore Maria Peschel-Gutzeit „Die Veränderung der Stellung des Vaters im Recht. Wer profitiert davon?“
  • Dieter Thomä „Der Streit um die Väter in Deutschland nach 1945“
  • Katharina Braun und Katja Seidel „Väterliche Fürsorge: Erkenntnisse aus der Neurobiologie“
  • Michael Abou-Dakn und Achim Wöckel „Die Rolle des Vaters rund um die Geburt“
  • Tanja Merkle „Eltern unter Druck – Väter unter Druck“
  • Michael Tunç „Alles fremd und doch auch ähnlich? Väter mit Migrationshintergrund“ sowie ein Interview mit
  • Klaus Hurrelmann „Es geht darum, Jungen und junge Männer aus dem bisherigen Rollengefängnis zu befreien“

Außerdem werden die Preisträger des Präventionspreises Frühe Kindheit 2010 vorgestellt. Das Heft kann bei der Geschäftsstelle der Deutschen Liga für das Kind zum Preis von 4,50 Euro zzgl. Versandkosten bestellt werden.

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In Deutschland kommen wieder mehr Kinder zur Welt

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 29. Dezember 2010

Nachdem in den vergangenen Wochen die KritikerInnen des Elterngeldes die weiterhin sinkenden Geburtenzahlen als Argument gegen die bezahlte Elternzeit, insbesondere von Vätern angeführt haben, ‚schlägt’ die Statistik jetzt zurück.

Die Zahl der Geburten in Deutschland ist in den ersten neun Monaten des Jahres 2010 stark gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kamen zwischen Januar und September insgesamt etwa 510.000 Kinder zur Welt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur 492.000 Kinder. Das entspricht einem Plus von 3,6 %. Ein derart großer Zuwachs war im gesamten letzten Jahrzehnt nicht feststellbar.

Dieser Anstieg kann unter zwei Bedingungen zu einer deutlich höheren Geburtenrate führen. Erstens muss der Trend der ersten neun Monate des Jahres 2010 im verbleibenden Vierteljahr stabil bleiben. Zweitens handelt es sich bei den Zahlen um sogenannte „vorläufige Angaben“ des Statistischen Bundesamtes. Diese Zahlen können noch nach oben oder unten korrigiert werden. In den vergangenen Jahren zeigte sich allerdings, dass diese Daten die endgültigen Aufwärts- oder Abwärtstrends der Geburtenzahlen relativ gut wiedergeben.

Der Geburtenzuwachs, den die Daten signalisieren, ist erstaunlich, weil die Zahl der potenziellen Mütter seit langem kontinuierlich sinkt. Jedes Jahr gehören etwa 300.000 Frauen weniger zur Gruppe der 15- bis 45-Jährigen, die aufgrund ihres Alters überhaupt Kinder bekommen können. Wenn nun im Jahr 2010 sogar die absolute Zahl der Geburten in Deutschland wächst, markiert dies eine doppelte Veränderung: Es gibt zwar weniger potenzielle Mütter, doch diese wenigen Frauen bekommen mehr Kinder.

Falls sich das Wachstum als stabil erweist, wird das die Geburtenrate deutlich nach oben treiben. Sie liegt seit einigen Jahren ohne große Veränderungen zwischen 1,36 und 1,38 Kindern pro Frau. … Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes für 2010 deuten auf einen höheren Zuwachs in Höhe von fast 20.000 Geburten hin. Dies könnte die Geburtenrate also noch stärker beeinflussen. Wie viele der neugeborenen Kinder von Frauen mit Migrationshintergrund zur Welt gebracht werden, geht aus der Statistik nicht hervor.

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Väter sind anders als Mütter, und das ist gut so

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 29. Dezember 2010

Internationale Untersuchungen belegen, dass engagierte Väter zunehmend zu einfühlsamen Bezugspersonen werden, die den sozialen, sprachlichen und emotionalen Entwicklungsweg ihres Nachwuchses nachhaltig prägen.

„Es ist eine neue Vätergeneration herangewachsen, die ihre Rolle als emotionaler Begleiter, sensibler Spielkamerad, warmherziger Freund, Beschützer oder Kumpel viel ernster nimmt“, erklärt Prof. Dr. Michael Lamb, Psychologe, Sozialwissenschafter und Väterforscher an der Universität Cambridge. Er streut der neuen Väter – Generation generell Rosen: Väter verfügen eindeutig über Fähigkeiten, die man früher nur Müttern zugeschrieben hat.

Männer sind nachweislich ebenso gut in der Lage, Signale ihrer Kinder wie Hunger, Schmerz, Aufregung, Unsicherheit oder Angst richtig zu interpretieren. Auch die körperliche Reaktion von Mann und Frau, wenn sie ihr Neugeborenes sehen, ist identisch. Pulsschlag, Hauttemperatur und Atmung verändern sich.

Experimente haben auch höchst anschaulich die tiefe seelische Verbundenheit bewiesen: So können Väter mit verbundenen Augen ihr Baby durch das Berühren mit den Händen von anderen Neugeborenen unterscheiden.

Andere Studien wiederum belegen, dass sich Söhne und Töchter von überdurchschnittlich engagierten Vätern besser entwickeln: Sie sind wesentlich selbstbewusster intelligenter, verfügen über hohe soziale Kompetenz. Sogar die sprachliche Entwicklung verläuft dynamischer, wenn der Papa mehr als nur ein ,,Wörtchen“ mitredet.

Männer konfrontieren ihren Nachwuchs nämlich wesentlich häufiger mit unbekannten Wörtern oder komplexeren Satzkonstruktionen, als dies Mütter tun. „Für die Kleinen ist das anregend. Die Sprachentwicklung wird gefördert. Das väterliche Sprachverhalten beeinflusst somit mehr als das mütterliche“, so Prof. Michael Lamb. Weiterlesen »

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Väter in Bewegung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 28. Dezember 2010

Immer mehr Väter nehmen Elterngeld in Anspruch. Am 1. Dezember wurde eine neue Rekordzahl gemeldet. Für Kinder, die im 1. Halbjahr 2009 geboren wurden, haben 23 % der Väter Elterngeld beantragt. Verglichen mit dem früheren Bundeserziehungsgeld, das 2006 an nur 3,5 % der Väter ausbezahlt wurde, sind diese Zahlen sehr hoch. Was ist da passiert? Was hat sich bei den Männern verändert?

Der Verband Berufstätiger Mütter (VBM) sprach dazu mit Hans-Georg Nelles, Organisationsberater und Coach für Unternehmen, Familien und Väter zu allen Väter-relevanten Themen. Nelles ist außerdem Gründer des Väter-Experten-Netzwerks VEND e.V., das auch das neue Bundesforum Männer mit auf den Weg brachte.

Herr Nelles, 1984 sang Herbert Grönemeyer „Wann ist der Mann ein Mann?“ Wissen die Männer darauf mittlerweile eine Antwort?

Das muss schon jeder Mann für sich beantworten. Allerdings fällt die Suche nach dem Selbstbild, danach, wie Männer ihr Leben gestalten möchten, was ihnen wichtig ist, wie sie Familie leben wollen, heutzutage bewusster aus als noch vor 25 Jahren. Es ist sogar so, dass die Männer die Suche an sich als Thema entdeckt haben. Und dabei lassen sich die Männer von heute nicht von überlieferten Rollenbildern aufhalten und brechen auch in traditionelle Frauendomänen ein.

So wie Kindererziehung? Laut Elterngeldstatistik scheint hier ja einiges in Bewegung zu sein. Was darf man aus der wachsenden Väterbeteiligung in Bezug auf das Elterngeld schließen?

Das Elterngeld wäre nicht innerhalb von nur drei Jahren eine feste Größe geworden, wenn die Männer nicht vorher schon in diese Richtung gedrängt hätten. Mit dem Elterngeld wird der Veränderungsprozess ja nur nach außen sichtbar. Bereits 1988 tauchte in Brigitte im Zusammenhang mit der Initiative „Kind und Beruf“ der Begriff des neuen Vaters auf. Es ist schon lange klar, dass Männer eine größere Teilhabe an der Kindererziehung wollen. Aber es waren noch keine Strukturen vorhanden, die dies ermöglicht hätten.

Warum hat das alles so lange gedauert?

Eingefahrene Rollenmuster lassen sich nicht von heute auf morgen ändern. Schauen wir in andere Länder, die als Vorbild für die Familienpolitik dienen können. In Schweden z.B. gibt es die gesellschaftliche Diskussion um Rollenmuster schon seit den 50er Jahren, in Deutschland erst seit den Siebzigern. Aber auch in Schweden ist noch nicht alles erreicht. Gesellschaftlicher Wandel ist eben ein lange andauernder Prozess. …

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