Der Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V (VNB). sucht für den Projektstandort Göttingen
einen engagierten Mann als Trainer / Pädagogen in Vollzeit für die Mitarbeit in dem europäischen Modellprojekt:
„WakeUp – neue Wege für junge Männer“
Die Stelle ist auf Grund des Förderzeitraumes befristet auf die Zeit vom 1.2.2012 – 31.12.2014.
Wir suchen diesen Trainer für eine zupackende Jungen-/Männerarbeit mit Gefühl, Hand und Hirn im Rahmen einer beruflichen Qualifizierungs- und Vermittlungsmaßnahme.
Wir erwarten:
Erfahrungen in der Jungen- und Männerarbeit bzw. Jugendsozialarbeit (insbesondere männliche Jugendliche)
Abschluss als Diplom-Sozialpädagoge, oder vergleichbare Ausbildung bzw. Fähigkeiten und Erfahrungen – Quereinsteiger sind ausdrücklich zur Bewerbung aufgefordert
Kreativität und Spontaneität und die Fähigkeit zu selbständigem Arbeiten
Organisationstalent, hohes Maß an Flexibilität
kreative, musische, erlebnispädagogische, theaterpädagogische und sportliche Fähigkeiten
sicheres und kompetentes Auftreten gegenüber der Zielgruppe, deren Familien sowie Ämtern und Behörden
Erfahrungen in den Bereichen Sucht-, Drogen und Schuldenproblematik, Straffälligenhilfe sowie Persönlichkeitsentwicklung, Sozialisationsprozesse und der Entstehung von Rollenerwartungen in Peergroups
Rollenklarheit als Mann, Reflektion über die eigene männliche Biographie
Wir bieten:
Mitarbeit und Entwicklungsmöglichkeiten in einem innovativen Pilotprojekt
regelmäßige Supervision und fachliche Fortbildung
angemessene Bezahlung
Die Zielgruppe des Projekts sind arbeitslose junge Männer Weiterlesen »
Der in der Zeitschrift ‚Journal of Population Economics‘ erschienene Aufsatz ‚Political regimes and the family: how sex-role attitudes continue to differ in reunified Germany’ von Stefan Bauernschuster und Helmut Rainer, steht momentan frei zur Verfügung. Schon die in der Einleitung aufgestellten Thesen sind geeignet, die aktuelle Quotendiskussion vom Kopf auf die Füße zu stellen und von der Symbolpolitik zu einer nachhaltigen Bearbeitung der bestehenden Ungleichheiten zu kommen:
‚Attitudes and beliefs concerning appropriate roles for men and women in the family and the workplace influence economic outcomes. First, there is evidence of a strong negative correlation between traditional or antiegalitarian views and female employment.
Second, differences in beliefs about appropriate sex roles across geographically differentiated groups turn out to have significant explanatory power for the work and fertility behavior of women.
Third, gender differences in labor market outcomes are not just the result of discrimination but also partially reflect women’s own beliefs about appropriate gender roles.
Finally, parental sex-role attitudes appear to play a significant role in shaping the attitudes and behavior of children. For example, whether a man’s wife works is positively associated with whether his mother worked, which could be explained by the idea that men with working mothers have more egalitarian views of sex roles.’
In Europa werden so viele uneheliche Kinder geboren wie nie zuvor. Der Anteil an unehelichen Geburten hat in den 27 EU-Staaten inzwischen den Rekordwert von 37,4 % erreicht – das ist mehr als doppelt so viel wie vor zwanzig Jahren. Das geht aus dem neuen Jahrbuch der europäischen Statistikbehörde Eurostat hervor. 1990 erblickten nur 17,4 % der Neugeborenen außerhalb einer Ehe das Licht der Welt.
In Deutschland wurde 2009 fast jedes dritte Baby außerhalb einer Ehe geboren (32,7 %). EU-weit ist der Anteil in Estland am höchsten (59,2 %), am niedrigsten in Griechenland (6,6 %). Die Erklärung aus Europa für diese Entwicklung:
‘Family is a shifting concept: what it means to be a member of a family and the expectations people have of family relationships vary with time and space, making it difficult to find a universally agreed and applied definition. Legal alternatives to marriage, like registred partnership, have become more widespread and national legislation has evolved to confer more rights to unmarried couples.’
Das stimmt grundsätzlich, aber nicht verheiratete Väter in Deutschland warten nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) jetzt schon 25 Monate vergeblich auf eine gesetzliche Regelung ihrer Rechte.
… Nach anderthalb Stunden und zwei Zugaben verabschiedet sich Keith Jarrett mit knapper Verbeugung, so
lakonisch wie bei der Begrüßung. Das Publikum erwacht, pfeift, brüllt, tobt, dann strömt es hinaus in die laue, warme Nacht, benommen und glücklich. Noch vom Flughafen ruft Jarrett seinen Produzenten Manfred Eicher an und sagt in dem ihm eigenen Understatement: „Ich glaube, wir haben da was“.
Ja, da haben wir wirklich etwas Großartiges und ich wünsche allen Vätern, dass sie im kommenden Jahr nicht nur die Zeit und Muße haben, sich diese Scheibe anzuhören, sondern auch die Zeit finden, die ihre Kinder und Partnerinnen mit ihnen verbringen möchten.
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat zum Fünfjährigen ein positives Fazit der Vätermonate beim Elterngeld gezogen und weitere Maßnahmen angekündigt, um noch mehr Väter für die Elternzeit zu gewinnen. Es gebe „starke Verunsicherungen“ bei beiden Elternteilen, da für Väter genauso wie für Mütter die zeitliche Inanspruchnahme durch die Kinderbetreuung ein „Knackpunkt“ sei. Darauf müsse die Politik reagieren, sagte die Ministerin.
„Der Schlüssel liegt darin, die Arbeitszeiten zu verbessern durch mehr Teilzeit, zum Beispiel eine Reduzierungsmöglichkeit auf 80 %“, sagte Schröder. Dazu gehöre auch „mehr praktische Anerkennung“ für Elternzeit.
Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer plädiert dafür, das Elterngeld künftig deutlich länger als bisher zu zahlen. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa schlug sie eine Zeitspanne von künftig 24 statt heute 14 Monaten vor. Sobald es finanziell möglich sei, sollten die sogenannten Partnermonate zeitlich ausgedehnt werden, sagte sie.
„Ideal wäre es, wenn wir insgesamt wieder auf eine zweijährige finanzielle Abfederung kämen, wie das vor der Einführung des Elterngeldes mit dem Bundeserziehungsgeld der Fall war.“ Nach Haderthauers Vorstellungen sollten beide Elternteile die 24-monatige Auszeit dann gleichberichtigt untereinander aufteilen.
Gleichberechtigung nach Kassenlage? Da bietet sich doch eher an, das ‚Betreuungsgeld‘ einzustampfen und die Mittel hier einzusetzen.
… so soll es sein – auch heute in einer Zeit familiärer Umbrüche. Die Ernst-Freiberger-Stiftung hat diesen Wandel in einem internationalen Forschungsprojekt zum Thema „Familie, Bindungen und Fürsorge“ analysieren lassen. Die Ergebnisse von 35 Wissenschaftlern aus aller Welt sind in einer Publikation zusammengefasst worden, die jetzt erschienen ist. Sie räumt – zum Teil radikal – mit alten Denkmustern auf.
Finanzmarktkrisen, Staatsverschuldung, Währungsdebatten: Die Welt ist derzeit in „Unordnung“, die Menschen sind verunsichert. Der Rückzug in die Familie gibt Halt. „Doch was ist, wenn selbst die kleinste Zelle unserer Gesellschaft krankt?“ fragt sich Unternehmer Ernst Freiberger angesichts des zunehmenden Auseinanderbrechens von Familien.
Nach umfangreichen Forschungen zu sozial- und wirtschaftspolitischen Themen wie der Arbeitslosigkeit, der Rolle der Weltreligionen und der Wachstumsfrage widmete sich der Ameranger Disput der Ernst-Freiberger-Stiftung in den vergangenen zwei Jahren intensiv dem familiären Wandel. Projektleiter Professor Dr. Hans Bertram, renommierter Familiensoziologe an der Humboldt Universität Berlin, gewann Wissenschaftler aus Europa, USA, Vorderasien, Japan, China und Afrika für vergleichende Studien. Auf 746 Seiten haben sie ihre Erkenntnisse, Forschungsergebnisse und Analysen veröffentlicht.
Projektleiter Bertram fordert in seiner Auswertung der Studien und Aufsätze zum Wandel der Familie in aller Welt deshalb, mit Konventionen zu brechen und neue Denkmuster für die Familienpolitik der Zukunft zu entwickeln. Weiterlesen »
Deborah Cobb-Clark und Erdal Tekin sind mit Hilfe von Daten der US-amerikanischen National Longitudinal Study of Adolescent Health der Frage nachgegangen, wie sich das Fehlen der Vaterfigur auf den Werdegang von Kindern und Jugendlichen auswirken kann.
Dabei zeigte sich, dass das Aufwachsen ohne männliches Rollenvorbild für Jungs einen Risikofaktor für delinquentes Verhalten darstellen kann. Das Resume der AutorInnen: ‘Our results suggest that the presence of a father figure during adolescence is likely to have protective effects, particularly for males, in both adolescence and young adulthood.’ Die Studie gibt es als pdf zum Download.
Diese Frage wird angesichts enormer gesellschaftlicher Veränderungen in der Machtbalance zwischen Männern und Frauen immer intensiver debattiert. Ist das ehemals starke Geschlecht tatsächlich in einer „Umorientierungs-Übergangs-Aufbruchphase“? Claus Räfle beobachtete für die Serie Männersache bei br-alpha Männer verschiedener Generationen.
Da ist der 34-jährige „metrosexuelle“ Großstadt-Mann, der feminin und verständnisvoll auf Kuschelkurs ist. Er möchte von den Frauen lernen und hält alle vermeintlich typisch männlichen Eigenschaften für überholt. Warum müssen Männer mutiger sein als Frauen? Schafft nicht die Gleichberechtigung für den neuen Mann ein enormes Stück Entlastung? Er kann sich ausprobieren, er darf sich schön machen und das Leben frei von überholten Rollenzwängen genießen.
Ganz anders sieht Marc, 23, aus Ost Berlin das. Er geht mehrmals die Woche zum Bodybuilding, Gewichte stemmen, Eisen pumpen. Er wirkt in seinen Posen wie ein Macho, unbehelligt von den Veränderungen zwischen den Geschlechtern. Für ihn ist die Emanzipation viel zu weit gegangen. Bei ihm an der Uni – er hat gerade begonnen Jura zu studieren – ist die Mehrheit der Kommilitonen weiblich. Er empört sich darüber, dass seiner Meinung nach Frauen bevorzugt werden, in der Erziehung, in der Schule, in der Ausbildung und im Job, dass Frauen sich gesellschaftlich „hochnörgeln“, dass sie ständig das Argument der Gleichbehandlung missbrauchen würden.
Vor allem aber ärgert ihn, dass diese ständig konkurrierenden Wesen kaum Mütterlichkeit signalisieren. Bei seinen Freunden aus einfacheren Kreisen im ehemaligen Ost Berlin registriert er, dass die Frauen ihre Partner dominieren und bei Bedarf abschütteln. Der Mann ist als Versorger der Familie überflüssig geworden. Das prägt die jüngeren Frauen, die Männer nur noch als notwendiges Übel oder Sexualpartner betrachten, so seine bittere Beobachtung.
Völlig anders sieht das Michael aus München, der sich gerade anschickt seinen Job für ein Jahr ruhen zu lassen, um sich für eine Übergangszeit ganz für Familie und Kindeserziehung zu engagieren. Der Automobilingenieur nutzt die Elternzeit, da seine Frau einen besser bezahlten Job hat und nach der anstehenden Geburt des dritten Kindes gleich weiterarbeiten kann. Der Hausmann hat nicht das Gefühl irgendwelche Kompetenzen als „bread-winner“, als Versorger verloren zu haben. Er genießt es, seine Töchter beim Heranwachsen begleiten zu können und – allein unter Frauen – zu Kaffeerunden eingeladen zu werden.
Väter gehen in Elternzeit, tragen ihre Babys in Tüchern um den Bauch und backen Brot. Wen es in manchen Stadtvierteln der Republik umtreibt, der könnte meinen, die schöne gleichgestellte Welt sei da. Doch spätestens zu Weihnachten werden auch emanzipierte Schöngeister in die harte Realität von Lillifee und Star Wars zurückgeworfen. Wenn sie nämlich die Wunschzettel ihrer Kleinen in die Finger bekommen.
Was da drauf steht, spiegelt sich beim Blick in die echten und virtuellen Kaufhäuser wieder. Unter dem Suchwort «Spielzeug» listet Amazon in den beliebtesten Kategorien ganz oben «Spielzeug für Jungen» und «Spielzeug für Mädchen», MyToys bietet «Jungen-» und «Mädchenwelten». In diesen leben Actionhelden, Werkbank und Piraten, in jenen «Bindeez», «Lalaloopsy», Küchen und Pferde.
Was ist da schief gelaufen? Wofür diskutieren wir denn jahrelang, wenn ganz unten, am Anfang des Menschenlebens, alles schon so dermaßen schief läuft? Melitta Walter kämpft seit 40 Jahren für Frauen, Mädchen und natürlich auch Jungs. Sie macht sich keine Illusionen. „Eins hat doch mit dem anderen gar nichts zu tun. Die theoretischen Plattformen sind reines Geplänkel, das schlägt sich im Alltag gar nicht wieder. Gleichwertigkeit als Selbstverständlichkeit ist noch gar nicht angekommen.“
„Die Unterschiedlichkeit ist doch gerade der Charme zwischen den Geschlechtern“, findet sie sogar. Wie passt das zusammen? Nun, der Grad ist schmal, aber eigentlich ist es ganz einfach: Jedes Kind muss seinen Anlagen gemäß gefördert werden. «Das ist eine sehr große Bandbreite. Wenn man 100 Mädchen und 100 Jungen nimmt, hat man eine unglaubliche Vielfalt an Anlagen», erklärt Walter.
„Entscheidend ist, dass beide erst mal ihre Geschlechsidentität finden», sagt Melitta Walter. Alles andere wäre wider die Natur. Erst dann lässt sich zeigen, dass verschiedene Geschlechter dennoch alle Möglichkeiten haben. Und genau da läuft es schief. Melitta Walter arbeitet viel mit Kindergärten und den noch immer meist weiblichen Erzieherinnen zusammen. Und schickt sie auf Bauteppiche und in Playmobilschlachten, denen sie sich normalerweise entziehen. «Das erweitert das Rollenbild der Kinder.»
Es geht um ergänzen, nicht um verbieten. Wenn die Tochter auf Rosa steht – „lassen Sie sie das ausleben, solange sie will. Wie viele erfolgreiche Frauen haben als Kinder mit Barbie gespielt und sind trotzdem nicht magersüchtig. Da müssen sie durch, erst dann sind sie stabil.“
‚… Sie haben am siebten Familienbericht der Bundesregierung mitgearbeitet. Jetzt ist der achte Bericht erschienen. Hatten Ihre Vorschläge und die der anderen Familienforscher irgendwelche Folgen?
Ja. Die Familienpolitik hat das einkommensabhängige Elterngeld eingeführt und umgesetzt. Insofern gab es da sicherlich einen direkten Einfluss. Aber all die anderen Dinge, die wir angeregt haben, sind in der Politik nicht angekommen. Wir hatten vorgeschlagen, die typische männliche Berufsbiografie zugunsten der eher diskontinuierlichen weiblichen Lebensverläufe durch gesetzliche Maßnahmen zu verändern. Jetzt läuft es genau in die andere Richtung. Die Bundesregierung versucht, die weiblichen Lebensverläufe den männlichen anzupassen, und das war nicht die Botschaft unseres Familienberichts.
Wie meinen Sie das?
Die männliche Berufsbiografie folgt der klassischen Dreiteilung, die seit Bismarck gilt: In der Jugend wird gelernt, im Erwachsenenalter arbeitet man, und dann darf man sich erholen. In diesem Lebenslauf gibt es keine Zeit für Fürsorge. Wir haben uns gefragt: Wie kann ich eigentlich in diesen typischen Lebenslauf mehr Zeit für Fürsorge einbauen? Unser Vorschlag eines einkommensabhängigen Elterngelds verkörperte die Idee, dass Fürsorge genauso wichtig ist wie der Beruf. Es ging darum, den Lebensverlauf so zu organisieren, dass man immer wieder Zeiten für Fürsorge oder Zeiten für Bildung einbauen kann.
Es gibt eine Berufsgruppe in Deutschland, die ist ein wunderbares Beispiel, nämlich die jungen Offiziere. Die dürfen das. Sie machen zunächst eine akademische, dann eine militärtechnische Ausbildung, darauf folgen sieben Jahre Dienst und danach noch einmal zwei Jahre einer Ausbildung nach eigenem Wunsch – und zuletzt gehen sie ganz woanders hin. Anders gesagt: Es gibt in der Bundesrepublik durchaus Muster, wie man Lebensverläufe anders organisieren kann.
Haben die Offiziersehen dann, statistisch gesehen, auch mehr Kinder als der Durchschnitt?
Ja, aber das hängt möglicherweise auch damit zusammen, dass sie eine sehr sichere Lebensperspektive haben. Für den Rest gilt das Gegenteil, vor allem für die Frauen, aber auch für die jungen Männer. Von ihnen erwarten wir ein extrem hohes Maß an Flexibilität. Wir fordern förmlich von der nachwachsenden Generation, dass sie mit höchster Qualifikation und höchstem Einsatz beruflich tätig wird. Aber dieses Berufsmuster folgt eigentlich dem klassischen männlichen Modell. Und das war nicht die Botschaft des siebten Familienberichts. Wir haben offenbar die klassische, über hundert Jahre alte Vorstellung des männlichen Lebenslaufs kollektiv verinnerlicht und können uns gar nicht vorstellen, dass man das Leben ja auch anders nutzen könnte. Weiterlesen »