Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 5. Mai 2013
Doppelspitzen, Topsharing oder Tandem-Führung – neue Arbeitszeitmodelle im Management werden in den Medien häufig diskutiert. Die Realität sieht anders aus: Nur wenige Chefs und Chefinnen in Europa reduzieren ihre Arbeitszeit. Dies geht aus einer Studie über Management und Teilzeitarbeit von Lena Hipp und Stefan Stuth vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) hervor.
Der Vergleich von 19 Ländern zeigt: Innerhalb Europas und innerhalb der Branchen gibt es große Unterschiede. In einigen Ländern sind Führungskräfte eher in der Lage, ihre Teilzeitwünsche zu realisieren als in anderen. Während in Deutschland nur 5 % aller Managerinnen und Manager in Teilzeit, d.h. weniger als 30 Stunden pro Woche arbeiten, sind es in Großbritannien 8 und in den Niederlanden 12 %. „Manager reduzieren eher in den Ländern ihre Arbeitszeit, in denen Teilzeiterwerbstätigkeit von Beschäftigten ohnehin weitverbreitet ist“, erklären Lena Hipp und Stefan Stuth.
Frauen in Managementpositionen arbeiten viel häufiger Teilzeit als Männer. In Deutschland sind es 14,6 % der Frauen, aber nur 1,2 % der Männer. In den Niederlanden haben dagegen 31,5 % der Frauen und 4,1 % der Männer im Management ihre Stundenzahl reduziert. Besonders selten kommt Teilzeitarbeit in den Führungsebenen großer Unternehmen und bei Selbstständigen vor. Auch die branchenspezifischen Unterschiede sind beachtlich: Während Teilzeitmanager in Deutschland am häufigsten in den Bereichen Bildung, Gesundheit und öffentliche Verwaltung vertreten sind (9,3 %), sind teilzeitarbeitende Managerinnen und Manager im verarbeitenden Gewerbe mit 1,2 % die Ausnahme.
Wunsch und Wirklichkeit klaffen in vielen Ländern auseinander. In Tschechien, Luxemburg, Österreich und Griechenland möchten zwischen 25 und 35 % der Managerinnen und Manager ihre Arbeitszeiten um mindestens fünf Wochenstunden reduzieren. In Deutschland sieht es jedoch anders aus: Hier wollen dies nur 5 %.
Die Gründe, weshalb Teilzeitarbeit in Europa im Management wenig verbreitet ist, liegen nach Ansicht der beiden Wissenschaftler vor allem in der Arbeitskultur und in den Erwartungen an die Führungskräfte. In Ländern wie Litauen und Griechenland, in denen traditionelle Geschlechternormen vorherrschen, reduzieren Führungskräfte ihre Arbeitszeiten seltener als in Ländern, in denen die Erwerbstätigkeit von Müttern und die Haus- und Familienarbeit von Vätern selbstverständlicher ist, wie etwa in Belgien.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 4. Mai 2013
„Auch mein Chef war zweimal sechs Monate in Elternkarenz“, sagt Jonas Ekströmer, Fotograf bei der Fotoagentur Scanpix und Vater von drei Kindern im Alter von fünf Jahren bis acht Monaten. Ab August wird auch er wieder für fünf Monate Elternkarenz in Anspruch nehmen. So wie Ekströmer gehen in Schweden rund 90 % der Väter in Karenz und kümmern sich um Kinder und Haushalt. In Deutschland sind es rund 28 % und in Österreich ca 8 % der Väter. Nachteile für seine berufliche Karriere befürchtet Ekströmer nicht, weil in Schweden jeder – auch Führungskräfte – in Karenz geht.
Von Arbeitgeberseite werde der Wunsch der Väter nach Elternzeit akzeptiert und auch unterstützt, sagt Finanzexpertin Annika Creutzer. „Denn kein Unternehmen will als altmodisch gelten“, sagt sie. Außerdem sei es durchaus üblich, dass der Arbeitgeber zum Kindergeld noch etwas dazuzahlt. Schwieriger könne es für Väter werden, die ihr Recht auf Elternzeit erst in Anspruch nehmen, wenn das Kind bereits älter als zwei Jahre sei, gibt Creutzer zu.
Zwar werde von den wenigen Vätern, die nicht auf Elternzeit gehen, das Nicht-leisten-Können als Argument gebracht, doch das sei meist nur ein Vorwand, sagt Ulrika Hagström, Senior Researcher bei TCO, einer gewerkschaftlichen Organisation. „Mittlerweile ist die Väterkarenz gesellschaftlich so anerkannt, dass nur wenige Väter es wagen würden, sie nicht in Anspruch zu nehmen“, so Hagström.
Das Verhältnis zwischen den beiden Elternteilen bei der Verteilung der Elternzeit ist auch in Schweden noch nicht ausgewogen, aber immerhin werden mittlerweile rund ein Viertel der möglichen Tage von Vätern beansprucht. „Die Elternzeit des Vaters nimmt zwar kontinuierlich zu, von einer gleichen Verteilung ist Schweden aber noch weit entfernt“, sagt Niklas Löfgren von der schwedischen Social Insurance Agency. Mit einem Gender-Equality-Bonus soll diese Dynamik beschleunigt werden. Für jeden Tag, den der andere Elternteil mehr als die 60 Tage übernimmt, wird zusätzlich ein Bonus von rund 300 Euro pro Monat ausgezahlt.
Gleichzeitig werden auch immer mehr Stimmen laut, die eine Fünfzig-zu-fünfzig-Aufteilung fordern, allen voran die NGO Men for Gender Equality. Neben der gesellschaftspolitischen Einflussnahme organisiert die NGO auch Gesprächsgruppen und unterstützt Väter bei den Herausforderungen der Kinderbetreuung. Wahrscheinlicher sei es aber, dass es bei der Elternzeit zu einer Drittellösung kommen werde, meint Creutzer. Jeweils ein Drittel wäre für jeden Elternteil reserviert und ein Drittel würde frei aufgeteilt werden können.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 3. Mai 2013
… und welche Unterstützung haben die Väter erfahren?
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 2. Mai 2013
Mein Kollege Walter Lochmann hat die April-Ausgabe der WSI-Mitteilungen mit dem Schwerpunktthema „Vom Ernährerlohn zum Familieneinkommen?“ rezensiert und legt den Finger dabei auch an die Stellen, die beim Engagement um gleichen Lohn für gleiche Arbeit gemeinhin verschwiegen werden.
Im Wesentlichen werden Erkenntnisse aus dem Projekt der Hans-Böckler-Stiftung „Was kommt nach dem Familienlohn?“ vorgestellt, mit reichlich statistischem Material unterfüttert. Es wird auf einige Entwicklungen aufmerksam gemacht, die die -eher westdeutsch- geprägte Vorstellung vom „Facharbeiter, der seine Familie ernähren kann“ um weitere empirisch fundierte Lebenssituationen ergänzen.
Vor allem die Tatsachen, dass im Osten der Republik rund ein Vierter der Familien von „Familienernährerinnen“ finanziert werden, dass in industriellen Kernsektoren der Metall- und Automobilbranche seltener einen „Ernährerlohn“ realisieren können als Beschäftigte im Banken- und Versicherungsbereich und dass der Anteil der Beschäftigten mit Ernährerlohn auf 33% (Westdeutschland) bzw. 9% (Ostdeutschland) zurückgeht. Die regionale und „gegenderte“ Darstellung kann mit Gewinn gelesen werden. Dass Frauen noch immer weitaus seltener einen „Ernährerlohn“ erwirtschaften können, ist auch die Folge der langjährig stabilen Tarif- und Sozialpolitik, die am „Alleinverdiener“ sich orientiert hat.
Dass die Zunahme von Niedriglohnbereichen und die Veränderungen von Familie ein neues Leitbild erfordern, wird mit diesen WSI-Mitteilungen gut belegt. Eine „Übersetzung“ der wissenschaftlichen Erkenntnisse, insbesondere der reichhaltigen statistischen Belege mit Login-Regression, würde der Lesbarkeit für die eher im betrieblichen Alltag Tätigen erleichtern und den notwendigen Veränderungsprozess wahrscheinlich effektiver anstoßen. Dennoch eine lohnende Ausgabe der WSI-Mitteilungen.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 1. Mai 2013
… unter diesem Motto steht das in Köln bislang einmalige Fest zum „Vatertag der Vielfalt“. Auf dem großen Spielplatz zwischen Glasstraße und Wissmannstraße im Kölner Stadtteil Ehrenfeld wird viel geboten für Väter und Kinder. Alles – außer Bier.
„Die Väter von heute müssen Multi-Talente sein“, so die Veranstalter von Väter in Köln e.V. „Sie jonglieren zwischen Beruf und Familie und müssen alles drauf haben.“ Vor allem aber sollen und wollen sie viel Zeit mit ihren Kindern verbringen. Was nicht immer ganz leicht ist, wenn man unter großem Arbeitsdruck steht. Aber am Vatertag gibt es keine Ausreden mehr. Diesen Tag können Väter ganz ihrer Familie widmen. Eingeladen sind auch Väter mit internationalen Wurzeln.
Damit das Fest auch richtig Spaß macht, gibt es auf dem Ehrenfelder Spielplatzgelände viele Attraktionen. Rául Jarrin und Fabiola Prado begleiten Kinder und Väter auf der Slackline und auf der Kletterspinne auf eine abenteurliche Weltreise. Ein großer grüner Frosch aus dem „Mascarat Theater“ spaziert durchs Getümmel und inspiriert zu lustigen Spielen. Der „Kölner Spielecircus“ lädt zu artistischen Experimenten ein. Das „Jugendfreizeitwerk“ bastelt Türschilder und der „Kölner Appell gegen Rassismus“ malt mit den Kindern Bilder. Und dann wird auch noch die Feuerwehr mit einem Löschfahrzeug kommen! Zu essen gibt es Würstchen, Waffeln und italienische Spezialiäten. Bier und Bollerwagen wird man dagegen vergeblich suchen.
Zu den Mitveranstaltern zählen neben „Väter in Köln e.V.“ auch das „Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e.V.“, das einen Väterclub hat, sowie die Offene Tür St. Anna. Selbstverständlich seien auch Mütter, Omas und Opas eingeladen, sagen die Veranstalter, die auf schönes Wetter hoffen.
Das Fest findet am 9. Mai von 11 bis 17 Uhr auf dem Spielplatz Glasstraße/ Wissmannstraße statt.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 30. April 2013
Die Elternzeit für Väter ist ein Erfolgsmodell. Doch ein genauer Blick auf die Landkarte zeigt regionale Unterschiede: So ist zum Beispiel für Väter im Osten die Inanspruchnahme der Elternzeit weniger wichtig. Dies belegt eine aktuelle Meinungsstudie, die YouGov im Auftrag der Babynahrungsmarke Aptamil durchgeführt wurde. Offenbar handhaben ostdeutsche Männer Familie und Beruf anders und kombinieren vielleicht geschickter. Aber was macht den Unterschied?
Im direkten Regionen-Vergleich schneiden die Ost-Väter schlecht ab. Weniger als 50 % sprechen sich für die Elternzeit aus. Die Väter im Rest der Bundesrepublik sind anderer Meinung. Im Norden, Süden und Westen räumen die Männer der Elternzeit mehr Bedeutung ein. Die Zustimmung, dass eigentlich jeder Mann Vaterzeit nehmen sollte, liegt immer über 50, im Norden und Westen sogar bei knapp 60 %.
Doch der erste Eindruck täuscht, denn die unterschiedliche Bewertung der Elternzeit hängt mit dem sozialistisch geprägten Lebensstil zusammen. Die Gleichstellung von Mann und Frau und die Eingliederung von Frauen in den Erwerbssektor haben im Osten Deutschlands eine lange Tradition und bestimmen heute noch Partnerschaft, Familie und Beruf. Auch durch gute Kinderbetreuungsmöglichkeiten sind Job und Elternrolle zeitgleich zu realisieren, die Doppelrolle wird nicht in Frage gestellt, sondern auch von Vätern eher als selbstverständlich wahrgenommen. Ganz anders sehen das die Väter im Süden. Sie hegen große Selbstzweifel und scheitern oftmals an der Vereinbarkeit von Familie und Beruf: 55 % glauben, dass sie zuwenig Zeit mit ihren Kindern verbringen (im Norden nur 34 %), 38 % finden es sehr schwierig, Familie und Beruf zu vereinen (im Westen nur 29 %) und 24 % haben Angst, Erziehungsfehler zu machen (im Norden nur 11 %).
Ein Grund für die ungleiche Wertung ist das Rollenverständnis der Ost-Väter. Wenn sich Nachwuchs ankündigt, bleiben in der Regel beide Elternteile im Beruf und teilen sich die aktive Elternrolle – aus Tradition. Denn Erwerbstätigkeit von Frauen ist seit DDR-Zeiten Normalfall. Weil die Alternative „Mutter in Vollzeit“ nicht der angestrebten Familienpolitik entsprach, ist auch die gesellschaftliche Toleranz berufstätiger Frauen in Ostdeutschland tiefer verankert. Unabhängig von Generation, Alter und Geschlecht herrscht eine moderne Einstellung: Männer gelten nicht als die alleinigen Versorger der Familie.
Im Unterschied zu den meisten Regionen spielt z.B. die berufliche Etablierung weniger eine Rolle, wenn es um Familiengründung geht. Vielmehr sind die Gleichstellung der Partner sowie eine gute Familienbereuungsinfrastruktur von zentraler Bedeutung. Es hat also historische Gründe, dass Ost-Väter weniger Bedarf für die Elternzeit sehen. Die traditionelle Rolle der Väter ist im Süden weiterhin dominierend. Eine Balance zwischen Beruf und Familie in einer Doppelrolle findet weniger Anklang. Wenn überhaupt, dann geht es um eine „entweder-oder-Entscheidung“.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 29. April 2013
Das Bildungsniveau von Vätern und Müttern hat einen stärkeren Einfluss auf das Wohlergehen von Kindern als die Höhe des Familieneinkommens. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die Forscher der Ruhr Universität Bochum im Auftrag des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ)durchgeführt haben. Auch die gesundheitliche Situation der Kinder wirkt sich deutlich auf ihre gesamte Entwicklung aus. Weitere entscheidende Faktoren sind die Zufriedenheit der Mütter mit ihrer Wohnsituation sowie ihre allgemeine Lebenszufriedenheit.
Die Bochumer Psychologen und Sozialwissenschaftler geben in der heute veröffentlichten Studie erstmals Antworten auf eine brennende Frage der Familien- und Sozialpolitik: Welchen Einfluss haben ehe- und familienbezogene Leistungen auf das Wohlergehen von Kindern? Die Ergebnisse zeigen, dass dem Angebot an Kinderbetreuung eine entscheidende Bedeutung zukommt. Nutzen Eltern eine Einrichtung zur Kinderbetreuung, so ergeben sich positive Effekte auf verschiedene Entwicklungsaspekte wie Alltagsfertigkeiten, Motorik, soziale Kompetenzen und Sprache. Das vermindert mögliche Effekte geringen Einkommens.
Bei Familien, deren finanzielle Lage infolge fehlender regelmäßiger Erwerbseinkünfte oder hoher Mietkosten im untersten Bereich liegt, zeigt sich ein leicht verringertes Wohlergehen der Kinder. Auch ist deren Gesundheitszustand schlechter als bei den Familien mit mittlerem oder höherem Einkommen – und der Gesundheitszustand der Kinder wirkt sich ebenfalls negativ auf das Gesamtwohlergehen aus.
Allerdings weisen die Bochumer Forscher nach, dass eine schwierigere finanzielle Lage der Familie sich wenig oder gar nicht auf die Indikatoren des Wohlergehens von Kindern auswirkt, wenn die Mütter täglich Zeit mit kindbezogenen Aktivitäten wie Singen oder Vorlesen verbringen oder ein Angebot der Kinderbetreuung nutzen. Auch bei Kindern mit Migrationshintergrund ergeben sich in den meisten Altersstufen die gleichen Wohlergehenswerte wie bei Kindern ohne Migrationshintergrund. Ob und in welchem Umfang die Mutter erwerbstätig ist, hat ebenfalls weder positive noch negative Auswirkungen auf das Wohlergehen des Kindes.
Auch wenn die finanzielle Situation nicht der alles entscheidende Knackpunkt ist, so zeigt die RUB-Studie doch deutlich: Die Verlässlichkeit der staatlichen Unterstützung hat für Eltern einen hohen Stellenwert. Weiterlesen »
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 28. April 2013
Immer mehr Männer wünschen sich eine bessere Vereinbarung von Beruf und Familie. Von zuhause aus arbeiten, das Büro in den eigenen vier Wänden haben – das gilt vielen als Königsweg. Väterzeit.de beschreibt in einem Beitrag, für wen das Home Office eine günstige Alternative ist und welche Regeln dabei zu beachten sind.
‚… Matthias Lindner, Ressortkoordinator Bildung und Wissenschaft bei der Gewerkschaft ver.di „Das Home-Office ist eine gute Lösung für Büroangestellte, die sowohl mit den Strukturen am Arbeitsplatz als auch mit denen der Familie in Kontakt bleiben möchten.“ Kaum vereinbaren lässt sich diese Lösung allerdings mit Schichtdienst oder häufigen persönlichen Kundenkontakten.
Wer zumindest einen Teil seiner Arbeitszeit in die eigenen vier Wände verlagern möchte, sollte sich vorher beraten lassen. In vielen Firmen, vor allem in großen Unternehmen, gibt es Betriebsvereinbarungen, die den Anspruch auf Home-Office regeln. Diese sind beim Betriebsrat einzusehen. Lindner empfiehlt, unbedingt Erfahrungen aus dem Kollegenkreis einzuholen. „Dann hat man Anhaltspunkte, wie die Vorgesetzten reagieren und wie man darstellen kann, dass man trotzdem verlässliche Arbeit leistet.“
Aber auch aus einem anderen Grund sei das Gespräch mit den Kollegen wichtig: Wer zeigt, dass er niemandem Mehrarbeit aufbürdet und die Kommunikation auch von Zuhause aus aufrechterhalten kann, könne meist auf die Unterstützung der direkten Mitarbeiter zählen. Dies zu betonen sei im Gespräch mit den Vorgesetzten ein Vorteil. So könne man nachweisen, dass dem Betrieb kein Nachteil entstehe.
Aber auch mit der Familie muss das Home-Office besprochen werden: Lindner empfiehlt, mit der Partnerin und den Kindern klare Regeln und Absprachen zu treffen. Schließlich sei die Heimarbeit kein Urlaub: „Wenn du schon Zuhause bist, kannst du ja das Bad putzen, kochen und die Kinder bespaßen – solche Ansinnen nehmen nicht wahr, dass Home-Office Arbeit für den Arbeitgeber bedeutet.“ Allerdings lassen sich aufgrund der höheren zeitlichen Flexibilität Kinderbetreuung und Erwerbsarbeit zuhause leichter verbinden. …‘
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 27. April 2013
Mit dem Themenschwerpunkt „Umgang nach Trennung und Scheidung“ ist die neue Ausgabe der Zeitschrift „frühe Kindheit“ erschienen. Das Heft enthält unter anderen Beiträge von
- Monika Czernin („Nestmodell? Wechselmodell? Was wäre ein kindgerechtes Modell?“),
- Rainer Balloff („Umgang des Kindes mit den Eltern und allen anderen bedeutsamen Bezugspersonen, zu denen das Kind Bindungen hat“),
- Undine Krebs („Das Umgangsrecht in der Rechtsprechung – Eine Zusammenfassung“),
- Lore Maria Peschel-Gutzeit („Das Kind im Mittelpunkt – Kindliche Gründe und der rechtliche Umgang mit dem ‚Umgangsboykott‘“),
- Marc Bauer und Gabriele Scholz („Wenn Sozialarbeit und Recht an Grenzen stoßen – Der Internationale Sozialdienst als zentrale Anlaufstelle in grenzüberschreitenden Kindschaftskonflikten“),
- Andreas Hornung („Kindesanhörungen im familienrechtlichen Verf ahren – Teil 1: Rechtliche Vorgaben“),
- Birgit Kaufhold („Kindesanhörungen im familienrechtlichen Verfahren – Teil 2: Psychologisches und pädagogisches kindgerechtes Vorgehen bei der Anhörung“),
- Reinhard Prenzlow („Umgang bei Trennung und Scheidung – Die Situation des Kindes im Elternstreit und ihre Interessenvertretung durch den Verfahrensbeistand“),
- Michael Grabow („Möglichkeiten und Grenzen der Mediation bei Umgangskonflikten“), sowie ein Interview mit
- Heike Mundzeck, Journalistin und Filmemacherin („Eltern sollten das Kind auf keinen Fall als Verhandlungsobjekt instrumentalisieren und stets daran denken, dass die kleine Seele so wenig Schaden nehmen darf wie möglich“).
Außerdem enthält das Heft folgende Praxisbeiträge: „Dem Wohl des Kindes verpflichtet – Kindzentrierte Angebote von Zusammenwirken im Familienkonflikt e.V“, „Besuchsprogramm fü r Trennungseltern Flechtwerk 2+1 – das bundesweite Netzwerk für Kinder mit zwei Elternhäusern“, „Der begleitete Umgang – ein Drahtseilakt mit dem Kindeswohl: Der Verein für betreuten Umgang e.V.“.
Das Heft kann bei der Geschäftsstelle der Deutschen Liga für das Kind zum Preis von 6,- Euro (zzgl. Versandkosten) bestellt werden.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 26. April 2013
Leibliche Väter erhalten in Deutschland erstmals ein Umgangsrecht mit ihrem Kind – auch wenn die Mutter den Nachwuchs gemeinsam mit einem anderen Mann großzieht. Ein entsprechendes Gesetz verabschiedete der Bundestag am gestern einstimmig. Bislang konnte der biologische Vater nur dann einen Kontakt gegen den Willen der Mutter und des sogenannten rechtlichen Vaters erzwingen, wenn er bereits eine enge persönliche Beziehung zu seinem Kind aufgebaut hatte.
Künftig soll hingegen entscheidend sein, ob der Umgang dem Kindeswohl dient und ob erkennbar ist, dass der leibliche Vater tatsächlich Verantwortung für den Nachwuchs übernehmen will. Davon sollen vor allem leibliche Väter profitieren, die wegen der Weigerung der rechtlichen Eltern keine Vater-Kind-Beziehung aufbauen konnten. Sie sollen ferner ein Auskunftsrecht zu den Lebensverhältnissen des Kindes bekommen.
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hatte leiblichen Vätern zuletzt in mehreren Entscheidungen das grundsätzliche Recht eingeräumt, ihre Kinder zu sehen. Bislang waren biologische Väter im deutschen Recht jedoch gar nicht vorgesehen.
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