Erstellt von Hans-Georg Nelles am 4. September 2006
Gestern wurde in der Bild am Sonntag exklusiv über die Ergebnisse der „Vorwerk Familienstudie 2006“ berichtet. Unter der Überschrift ‚So viel arbeiten Deutschlands Hausfrauen wirklich‘ wird an erster Stelle die mangelnde Wertschätzung der Arbeit im Haushalt dargestellt, immerhin 73% der von Allensbach befragten 2080 Männer und Frauen sind dieser Ansicht.
Jeder dritte Mann behauptet: Ich teile die Hausarbeit zur Hälfte mit meiner Partnerin. Die Wahrheit sieht aber offenbar ganz anders aus, denn 80 Prozent der Frauen sagen: Die Hausarbeit wird überwiegend von mir gemacht.
Dabei kommt den Männern, insbesondere in Familien mit Kindern eine wichtige Vorbildfunktion zu: „Väter sind Vorbilder: Je stärker sie selbst anpacken, desto häufiger tun dies auch die Kinder. Während im Durchschnitt 64 Prozent der Eltern sagen, ihre Kinder würden ihre häuslichen Aufgaben „gut“ oder „sehr gut“ erfüllen, sind es in Familien, die sich die Hausarbeit partnerschaftlich teilen, 78 Prozent.“
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 1. September 2006
meldet der Economist am 24. August in seiner Printausgabe und fährt fort – ‚if you are a marmoset‘.

Nun nicht jeder Vater ist ein Krallenaffe und umgekehrt, interessant sind die Ergebnisse der Neurobiologen aber allemal. „The nerve cells in the prefrontal cortex of fathers had more tiny projections, known as dendritic spines, than those of non-fathers. Because dendritic spines are the sites of connection between neighbouring nerve cells, the increased number may mean more activity in the fathers‘ brains than in those of the non-fathers.“
Zu der Frage der Übertragbarkeit dieser Ergebnisse auf die menschliche Spezies ist zu lesen: „What does this mean for human fathers? It is hard to tell. The attention of marmoset fathers makes them an extreme example of fatherhood. Human fathers do not usually get involved to anything like the same extent. That said, the scientists looked at the marmoset’s prefrontal cortex because earlier studies had shown that activity in the prefrontal cortex of human parents—male and female alike—increases when they see their own offspring. Thus the same brain region is active in parenting in both species.“
Die Unternehmen in den Vereinigten Staaten und in Schweden, die von angehenden Führungskräften den Nachweis aktiver Erziehungszeiten erwarten, müssen von den Forschungsergebnissen schon lange vor deren Veröffentlichung etwas geahnt haben.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 31. August 2006

Bis eben wusste ich es noch nicht, der 31. August ist BlogDay.
Hier geht es zur offiziellen Seite des ‚Festkomitees‘
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 31. August 2006
In der September Ausgabe des Manager-Magazins rechnet der Personalberater Hermann Sendele unter der Überschrift ‚Egofixiert und riskoscheu‘ mit der heute 40–Jährigen Führungselite ab:
„Einem Großteil der heute 40-Jährigen fehlt der Biss, sie sind nicht mehr ohne weiteres bereit, Risiko einzugehen oder ihr Privatleben für den Beruf hintanzustellen.“ … „Dies ist die erste Generation, die das Schlagwort von der „Work-Life-Balance“ bewusst in die Tat umsetzt.“
Auf den Website des Manager – Magazins ist dazu jetzt ein ‚Verwöhnten – Blog’ eingerichtet worden. Ich habe mir erlaubt, völlig willkürlich aber nicht ohne Hintergedanken, einige Zitate in einen neuen Zusammenhang zu stellen:
„… Wenn Herr Sendele glaubt, dass nur die Manager, welche bereit sind Privatleben hintanzustellen und ihre Ellenbogen zu gebrauchen, gute Manager seien – so irrt er! Im Gegenteil haben die Manager, die auch noch ein Privatleben haben und dieses pflegen, so – hoffentlich -noch Kontakt zu anderen „normalen“ Personen in ihrem privaten Umfeld und damit noch ein wenig „Bodenhaftung“. …“
„… Viele von uns haben sich … für die Karriere aufgerieben! Und dabei ist nicht nur unsere Energie auf der Strecke geblieben. Ich bin von geschiedenen, frustrierten Kollegen umgeben, die jede Menge Bekannte haben, die im Zuge von Restrukturierungswellen dem Arbeitsmarkt zugeführt wurden und dort gestrandet sind. Diejenigen, die noch eine Familie haben und den (meist bescheidenen) Wohlstand nicht aufs Spiel setzen wollen, vermeiden Fehler …“
„… Hat denn Herr Sendele keine Familie? Und eine Frau hat er wohl auch nicht, geschweige, denn eine Freundin, wenn er so etwas von sich gibt. So ein Müll kann auch nur von einem Personalberater kommen, der sich selbst nicht betroffen fühlt und gar nicht weiß was Arbeit heißt. …“
Auch Sie sind herzlich eingeladen einen Kommentar abzugeben.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 31. August 2006
Beim Guardian ist das Experiment, einen Tag mit den Kindern der Beschäftigten zu arbeiten, mit dem Ergebnis ‚everyone agreed that this bold experiment in work-life co-mingling had been such a grand success that it will never need to be repeated ever, ever again.‘ zu Ende gegangen. Die Berliner Redaktion der Zeit wagte vor 14 Tagen eine Wiederholung von der in der heutigen Ausgabe berichtet wird:
„Das Experiment war noch nicht gestartet, da lagen schon die ersten Ergebnisse vor: Es würde nicht nur um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gehen; die handeln Mütter und Väter Tag für Tag untereinander aus, unterstützt oder behindert durch ihren Arbeitgeber und das so genannte Betriebsklima. Es stand ein clash of cultures bevor, ein Konflikt zwischen ökonomischer Effizienz der Eltern und kindlicher Verspieltheit, eine womöglich kathartische Klärung der Frage, wie weit Arbeits- und Familienwelten heutzutage auseinander liegen, zumal in einer Zeit, in der die Berufsbilder abstrakter werden, die Arbeitszeiten länger und die Urlaubstage weniger. Die Väter unter uns, tagsüber ja eher kinderlos, waren fröhlich gespannt – die Mütter warnten, dass es »ganz schön anstrengend« werden könnte. Sie haben da mehr Erfahrung.“
Dokumentiert werden im Anschluss an die Reportage die Einschätzungen der Väter und Mütter, der kinderlosen Beschäftigten und natürlich auch die der Besucher:
‚Nina, 6: Was Papa genau arbeitet, weiß ich immer noch nicht so genau. Zeitung gemacht, wie er immer sagt, das haben die Leute in seinem Büro auf jeden Fall nicht. Die sind dafür aber netter, wie ich gedacht habe, und nicht so genervt.‘
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 30. August 2006
… ist kein entfernter Verwandter des Großvaters aller Kochsendungen und auch kein Wort bei der Serie ‚Neue Rechtschreibung‘ der Bildungshappen in der Zeit.
Es geht um ein schein – bar ernstes Problem. Während bei Schein – Schwangerschaften zwar vereinzelt Symptome aber keine Kinder auftauchen, enden oder besser gesagt beginnen die Schein – Vaterschaften der ‚Imbissväter‘ immer mit einem Sohn. Und das soll in Zukunft verhindert werden.
So meldet die Netzzeitung unter der Überschrift ‚Bund geht gegen Scheinvaterschaften vor‘: „Die Bundesregierung will künftig die Anfechtung so genannter «Scheinvaterschaften» ermöglichen. Es geht dabei vor allem um Männer, die Kinder aus taktischen Gründen ihre eigenen nennen. … So wurden wiederholt Fälle von ausländischen allein erziehenden Frauen bekannt, die mit kleinen Kindern in Deutschland leben und nach Ablauf ihrer Aufenthaltsgenehmigung eigentlich ausreisen müssten. Um das zu verhindern – so die Berichte – zahlten Frauen einem Obdachlosen mit deutscher Staatsangehörigkeit Geld dafür, dass er die Vaterschaft für ihren Sohn anerkennt. … Ihr «Lohn» wird von den Fachpolitikern auf 5000 Euro pro «Scheinvaterschaft» beziffert.“
Den Plänen der Bundesregierung widerspricht die FDP an gleicher Stelle heftig : „Leutheusser-Schnarrenberger wies darauf hin, dass es «keinen konkreten Fall» einer «Scheinvaterschaft» gebe, mit deren Hilfe sich eine ausländische Frau nachweislich zu Unrecht den Aufenthalt in Deutschland erschlichen habe. Mit dem am Dienstag im Kabinett verabschiedeten Gesetzentwurf nehme sich der Staat «allein aufgrund behaupteter Missstände» das Recht, Vaterschaften bis zum fünften Lebensjahr der Kinder anzufechten. «Hierbei spielt für den Gesetzgeber das Kindeswohl offensichtlich keine Rolle», kritisierte Leutheusser-Schnarrenberger. Es gehe nur darum, eine womöglich «gut integrierte Frau, aus Deutschland auszuweisen»“
Sachen gibts … aber es geht wohl hintergründig um die Frage, inwieweit sich der Staat in private Angelegenheiten einmischen darf oder nicht. Ich denke hier sollte er sich auf jeden Fall raus halten.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. August 2006
Eine Studie des University College in London untersucht den Einfluss eines Männer – Überschusses auf die soziale Stabilität von Gesellschaften und kommt dabei zu dem Ergebnis, dass die ledigen Männer an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, was zu erhöhter Aggressivität führen kann. Im Blick dieser Studie sind insbesondere Länder wie Indien und China, bei denen im Rahmen der ‚Ein – Kind Politik‘ männliche Nachkommen favorisiert werden.
Die Untersuchung der Publizisten Thomas Gesterkamp ‚Die Krise der Kerle‚ macht aber deutlich, dass sich diese Entwicklung nicht nur im fernen Osten im Rahmen einer aberwitzigen Geburtenpolitik, sondern auch inmitten unserer Gesellschaft, insbesondere in manchen Regionen der neuen Bundesländer volllzieht. Auch dort sind es die Frauen, die flexibler und mobiler sind. Zurück bleiben Männer ohne Aussicht auf Beschäftigung, ihrer Rolle als Ernährer beraubt und an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Die unmittelbaren Konsequenzen dieser Entwicklung haben Landtags- und Kommunalwahlen mit zweistelligen Ergebnissen für rechtsradikale Parteien gezeigt.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. August 2006
… aber Biolek, der ‚Vater‘ der Küchen- und Kochsendungen wird uns nach 12 Jahren verlassen. Wie die Netzzeitung heute berichtet, geht Alfredissimo nach Aufzeichnung der 459. Folge in Rente.
Männer am Herd und in der Küche, dass ist seit längerem nicht nur ein Thema für Life Style Magazine und den täglichen Knatsch um den Abwasch. Auch die Hersteller von Küchen und dem ganzen erforderlichen Zubehör haben Männer und Väter als Zielgruppe entdeckt. So schreibt die Rheinische Post ‚Wenn Männer gerne den Kochlöffel schwingen, hält High-Tech Einzug: „Männer sind bereit, für Küchen viel mehr Geld auszugeben als Frauen“, sagt Reinhold Metz, Präsident des Verbandes der Köche in Deutschland.‘
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. August 2006
Im Feulleton der Frankfurter Allgemeinen diskutieren heute der emeritierte Demograf Herwig Birg und der Publizist Albrecht Müller unter der Überschrift ‚Ist Deutschland noch zu retten?‚ über die Konsequenzen der demografischen Entwicklung. ‚Taktgeber‘ ist der Minimum Autor Frank Schirrmacher.
Birg versucht am Ende des Gesprächs eine Erklärung und macht zugleich einen provozierenden Vorschlag:
“ … Meine biographische Theorie der Fertilität erklärt diesen Zusammenhang im Detail. Die Lebensläufe in modernen Konkurrenzgesellschaften sind zu Hindernisläufen denaturiert. Das beste, billigste und wirksamste Gegenmittel wäre folgende Neuerung: Eltern erhalten Priorität bei der Besetzung von Arbeitsplätzen bei gleicher Qualifikation der Bewerber. Das würde auch gut in das Antidiskriminierungsgesetz passen. Dadurch erreichten wir – zusammen mit anderen Maßnahmen – vielleicht bis 2060 eine stabile demographische Basis. Vor 2060 – also zu Lebzeiten der jetzigen Entscheidungsträger – gibt es diese Lösung nicht.“
Dazu fällt mir ein, dass in einem der letzten Entwürfe der ‚Hartz – Gesetze‘ der Vorschlag eines Vermittlungsvorrangs für ‚arbeitslose Familienväter‘ stand. Dieser Akt patriarchaler Bevorzugung ist nach seinem bekanntwerden schnell gestrichen worden. Gut so!
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. August 2006
Laut einer Meldung des Manager Magazins hat der ‚Joghurt – Tycoon Theo Müller‚ seine Führungsriege geschockt.
Er teilte seiner Belegschaft mit, dass Christoph Weiß (50), bis dahin Vorsitzender des Konzernbeirats, zukünftig als geschäftsführender Gesellschafter fungieren wird. Da dieser auch noch Vorstandschef beim Werkzeughersteller TTS Tooltechnic Systems ist, wird er die Geschäfte bei Müller an zwei Tagen in der Woche führen.
Es geht also doch! Teilzeit in der Führungsetage, ich werde die Ergebnisse dieses Experiments verfolgen.
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