der VAETER.blog

lebe deinen Traum!

Author Archiv

Mütter und Väter im Unternehmen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. September 2006

Familienpolitische und unternehmerische Herausforderungen, so lautete der Titel des 19. Wirtschaftsethischen Forums, das am 26. September im Heizkraftwerk von Vattenfall Europe in Berlin stattfand.

Der Gastgeber Klaus Schmid, Mitglied des Vorstands und dort zuständig für Personal machte bereits in der Begrüßungsrede klar, dass es sich bei dem Titel der Tagung nichtz um Etikettenschwindel handelt. Bei einem Männeranteil von 75% bei Vattenfall sind 12% der Teilzeitbeschäftigten männlich. Schmid berichtete ausführlich übere seine Erfahrungen mit den (Vorstands-) Kollegen aus Schweden. Dort habe Familie eine viel höhere Bedeutung und auch in Führungskreisen eine hohe Akzeptanz. Das Management definiere sich nicht über lange Anwesenheitszeiten und der ‚Tatsache‘ alle Fäden in der Hand zu halten, sondern durch eine effektive Delegation von Aufgaben, die es auch den Chefs erlaube, sich um 17:00 Uhr um Kinder und Familie zu kümmern.

Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln nannte als Grund für Unternehmen, familienfreundlich zu werden, deren originäres Bestandsinteresse. Die Veränderungen in den Strukturen der Wertschöpfung und die diskontinuierlichen Lebensläufe der Beschäftigten erforderten ein neues ‚Reputationsmanagement‘ zur Bindung der Beschäftigten an das Unternehmen. Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit biete zusätzliche Spielräume für eine familienfreundliche Personalpolitik. Die Sorgen der Väter, bei einem stärkeren Engagement für die Familie berufliche Nachteile zu erleiden müsse durch die Kommunikation von guten Beispielen in den Unternehmen begegnet werden.

Hans Bertram von der Humboldt Universität in Berlin bezeichnete die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Männerthema, nicht zuletzt, weil Männer über die Fragen der Vereinbarkeit entscheiden. Er beklagte, das es kein positives Leitbild gäbe, wie sich ein ‚aktiver Vater verhalten könne. Die Rolle sei bis dato als Verliererrolle definiert: Männer sollen ihre Ernährerfunktion aufgeben und zu Hause als Assistenten arbeiten. Am Arbeitsplatz erlitten die aktiven Väter die gleichen Nachteile wie bislang schon die Frauen. Den Versuch, das klassische Modell am Leben zu erhalten oder gar das Rad der Emanzipation zurückzudrehen, verglich er mit den Bemühungen, die Kohleförderung in Deutschland mit Milliardenbeträgen dauerhaft aufrecht zu erhalten.

Die Subvention der Kohleförderung endet bekanntlich im Jahr 2018. Es sollte vorher gelingen, ein neues Familienmodell, in dem Fürsorge für Kinder und bedürftige Eltern als Aufgabe von Männern und Frauen eine zentrale Rolle spielt, zu etablieren.

Thomas Huber, Personalleiter des mittelständischen Textilunternehmens Rösch in Tübingen betonte mehrfach, dass Rösch sich seine familienfreundliche Personalpolitik nicht leiste, weil es dem Betrieb so gut gehe, das Gegenteil sei der Fall, die Beschäftigten ständen auch in Krisenzeiten aufgrund der glaubwürdigen Personalpolitik zum Unternehmen. Die Fluktuation sei seit Jahrzehnetn gleich Null.
Er wünschte sich aber von seinen Führungskräften, dass sie win oder zwei Mal im Jahr um 15:00 Uhr den Arbeitsplatz verließen um mit den Kindern Geburtstag zu feiern oder ihnen bei einer Aufführung im Kindergarten zuzusehen, ohne dabei von den Kollegen und Kolleginnen belächelt zu werden. Hier gebe es trotz der mehr als 10-Jährigen Tradition familienfreundlicher Maßnahmen und mehrfacher Auszeichnung des Unternehmens noch Entwicklungsbedarf.

Abgelegt unter Unternehmen, Visionen | Keine Kommentare »

Wider die Lebenslüge der Kolumnisten und Anchormen …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. September 2006

Matthies, Claus und Konsorten. Diese nutzen jede Gelegenheit, die ‚Vätermonate‘ schlecht zu reden und zu schreiben.

Das Denkmuster ihrer Beiträge sieht ungefähr so aus: Fürsorge für Kinder und ältere Menschen, Erziehung sei keine Arbeit, Männer die hier aktiv werden, ‚verkrümeln‘ sich von ihrer wahren Bestimmung. Auch die übrigen Aufgaben im Haushalt und in der Familie seien genuin weiblich und für echte Männer eine Überforderung. Führungskräfte, die sich in diesem Bereich engagierten ünterminierten als ‚Kinderversteher‘ ihre Autorität.

Deshalb rät Matthies im Tagesspiegel, die strittige Überforderungsklausel der Gesundheitsreform auf die neue Elterngeldregelungen zu übertragen.
So nicht meine Herren! Was es dringend braucht sind neue, partnerschaftliche Rollenmuster für Väter und Mütter. Novelliert werden müssen allenfalls die Denkschablonen der herrschenden Alt-Männerriege in den Chefredaktionen.

Abgelegt unter Dumpfbacken | Keine Kommentare »

Väter und Mütter von morgen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 25. September 2006

Etwas weniger spektakulär als mit der Ankündigung eines ‚Kriegs der Geschlechter‘ setzt sich die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Sonntagsausgabe unter der Überschrift ‚Die Männer und Frauen von morgen‘ mit den Ergebnissen der Shell Jugendstudie im Hinblick auf die Geschlechterfrage auseinander und zitiert den Verfasser der Studie mit Handlungsempfehlungen, deren Realisierung seit Jahren überfällig sind.

Denn die Töchter der Frauenbewegung sind in der Lage, mit den verschiedenen Facetten von Weiblichkeit zu spielen, während für die männliche Jugend gilt „Es fehlt eine Männerbewegung, die Männer darin stärkt, über ihre Rolle nachzudenken: Wer sind wir eigentlich? Was wollen wir? Und welche Position haben wir in der Gesellschaft?“

Die Mehrheit der potentiellen Ehemänner und Väter reagiert verunsichert, wiegelt ab – und verzichtet mittelfristig womöglich lieber auf Familie und Kinder, weil sie dafür ihr traditionelles, berufsfixiertes Männerbild in Frage stellen müßte. „Das ist eine wirkliche Spannung“, sagt Hurrelmann. Schon jetzt ist der Studie zufolge der Kinderwunsch bei jungen Frauen größer als bei männlichen Jugendlichen (69 zu 57 Prozent).

Sowohl die wirtschaftliche Verunsicherung als auch die in Deutschland typischerweise schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf stehen der Umsetzung dieses Wunsches zusätzlich im Weg. Nachwuchs sei in Deutschland nach wie vor ein Karriererisiko, so Hurrelmann. Folglich würden die jetzigen Jugendlichen später wohl noch weniger Kinder haben als die heutigen Erwachsenen – „und sie sind entmutigt durch die geringe Unterstützung, die von außen kommt“

Mit dem Projekt ‚Väter & Karriere‘ gibt es jetzt einen Ansatz, Männer und Väter und ihre Unternehmen zu ermutigen Rollenkonflikte zu thematisieren und neue Möglichkeiten zu erproben.

Abgelegt unter Jugend, Zukunft | Keine Kommentare »

Über das ‚Korsett der Männlichkeit‘ …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 24. September 2006

… schreibt Walter Hollstein in der Wochenend Ausgabe der Neuen Züricher Zeitung. Ausgehend von den Unfall, Suizid- und Haftzahlen von  ‚Buben und Männern‘ in der Schweiz weist er die feministische Kritik an der prinzipiellen Unterprivilegierung der Frauen und der Überprivilegierung der Männer zurück und bezeichnet Ihre weitere Aufrechterhaltung als ‚Ideologie-Stabilisierung statt Realitätseinsicht‘. Richtig ist seiner Meinung nach, ‚von einer männlichen Hegemonie im Sinne einer partiellen Vorherrschaft von Männern zu sprechen. Männer besetzen noch immer die meisten Machtpositionen in Wirtschaft, Politik, Kultur, Verwaltung, Kirche und Freizeitindustrie.

Obwohl die weibliche Erwerbsquote nach wie vor steigt, liegt sie noch immer unter derjenigen der Männer. Auch das weibliche Arbeitsvolumen ist geringer als das männliche. Dementsprechend niedriger fällt gesamtgesellschaftlich das weibliche Einkommen im Vergleich zum männlichen aus. Ein entscheidender Grund dafür ist die ungelöste Problematik der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.‘ Nicht nur in der Schweiz ‚gilt es noch immer als Aufgabe der Frauen, die unterschiedlichen Lebenswelten von Familie und Erwerbstätigkeit zusammenzubringen.

Dass Männer als Väter hier ebenso sehr gefordert wären, wird selten zum Thema. Das traditionelle Arrangement fördert nach wie vor die Erwerbskarriere von Männern, die sich auf den emotionalen und reproduktiven Rückhalt ihrer Frauen und Familien verlassen können. Hier wäre endlich ein Perspektivenwechsel notwendig, der die Männer in die Vereinbarkeitsfrage ebenso einbezieht wie die Frauen.‘ In der Familienpolitik sollte die traditionelle Arbeitsteilung der Geschlechter grundsätzlich überdacht werden. …

‚Der Leistungs- und Erfolgsaspekt ihrer Männlichkeit hindert Männer auch selber daran, der eigenen Schwierigkeiten und Probleme gewahr zu werden. Es entspricht inzwischen dem Zeitgeist, Männlichkeit nur noch mit den negativen Assoziationen von Gewalt, Krieg, Naturzerstörung, sexueller Belästigung und Missbrauch zu verbinden. Auch einstmals positive Qualitäten von Mannsein werden mittlerweile gesellschaftlich umgedeutet. Männlicher Mut wird als männliche Aggressivität denunziert, aus Leistungsmotivation wird Karrierismus, aus Durchsetzungsvermögen männliche Herrschsucht, aus sinnvollem Widerspruch männliche Definitionsmacht und das, was einst als männliche Autonomie durchaus hochgelobt war, wird nun als die männliche Unfähigkeit zur Nähe umgedeutet … mit verheerenden Folgen für die männliche Identitätsbildung von jungen Männern. ‚

Am Ende seines Artikels verweist Hollstein auf die Politik der skandinavischen Länder, die den Männern neue Wege aufzeigen, die sie gehen können. ‚Dementsprechend wird in den skandinavischen Staaten seit mehr als zwanzig Jahren eine Gleichstellungspolitik gemacht, die sich auch so nennen darf, weil sie beide Geschlechter einbezieht, fördert und unterstützt. Diese Praxis soll nun – unter der finnischen Ratspräsidentschaft – für alle Länder der Europäischen Union verbindlich gemacht werden. Zu diesem Zweck findet im kommenden Oktober in Helsinki die EU-Konferenz «Men and Gender Equality» (Männer und Geschlechtergerechtigkeit) statt.‘

Abgelegt unter Zukunft | Keine Kommentare »

‚Krieg der Geschlechter‘?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 22. September 2006

Vera Gaserow berichtet heute in der Frankfurter Rundschau über Einzelheiten der gestrigen Übergabe der Shell Jugendstudie. So habe der mit der Studie befasste Professor Klaus Hurrelmann von einem sich abzeichnenden ‚Krieg der Geschlechter‘ gesprochen, der dadurch zustande käme, dass die Frauen bald die neue Bildungselite stellen würden. Dies habe zurecht den Widerspruch der Ministerin von der Leyen ausgelöst.

Auch an anderer Stelle hätte dieser öffentlich formuliert werden können. So legt die Studie offen, dass der Kinderwunsch bei jungen Frauen nur noch 62% beträgt, bei den Männern sind es nochmal 6% weniger. ‚Das Auseinanderdriften der Geschlechter bringt … für die vorwärts drängenden jungen Frauen Konflikte. Denn ihre privaten Lebensentwürfe sind schwer kompatibel mit der beruflichen Realität.‘

Diese Konflikte haben doch aber auch die 56% Männer, zu deren Lebensentwürfen Kinder gehören. Und die übrigen 40% der Frauen und Männer, die keine Kinder mehr wollen, sehen sie ihre berufliche ZUkunft realistischer und sparen Kinder in ihren Lebensentürfen aus?

An einer anderen ‚Front‘ gibt es laut Studie Entspannungsmeldungen: der ‚Krieg der Generationen‘ ist abgesagt, ‚Das Problem des demografischen Wandels ist den Jungen zwar durchaus bewusst. 70 Prozent der 2500 Befragten unter 25 -Jährigen halten die zunehmende Alterung der Gesellschaft für ein großes Problem und fast die Hälfte der Jungen bezeichnet das Verhältnis zur älteren Generation als angespannt. Doch die gegenwärtige Verteilung des Wohlstandes zwischen den Generationen empfinden die meisten Jungen derzeit als gerecht.‘

Das auch Krisen durchaus entspannend wirken können, berichtet heute die Rheinische Post unter der Überschrift ‚RWE spendiert Begrüßungsgeld für Stromausfall-Babys‘. Während des Schneechaos im Münsterland im vergangenen Jahr sind wohl deutlich mehr Kinder gezeugt worden als üblich. 370 Eltern mit 380 Schee – Kindern, die zwischen dem 10. und 25 August geboren wurden, erhalten jetzt jeweils 300 € ‚Begrüßungsgeld‘.

Das könnte doch der Schalter bzw. die Sicherung des demografischen Wandels werden, oder nicht?

Abgelegt unter Absurdistan, Demografisches | 1 Kommentar »

Shell Jugendstudie 2006 sieht gewachsene Bedeutung der Familie

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 21. September 2006

Die Shell Jugendstudie 2006 zeigt, dass Jugendliche deutlich stärker besorgt sind, ihren Arbeitsplatz zu verlieren beziehungsweise keine Beschäftigung finden zu können. Waren es in 2002 noch 55 %, die darüber besorgt waren, sind es 2006 bereits 69 %. Auch die Angst vor der schlechten wirtschaftlichen Lage und vor steigender Armut nahm in den letzten vier Jahren von 62 % auf 66 % zu. Angesichts dieser Einschätzung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland erklärt sich, warum sowohl der Optimismus in Bezug auf die persönliche Zukunft als auch in Bezug auf die gesellschaftliche Zukunft inzwischen abgenommen hat.

jugendstudie2006_cover.jpg

Bedeutungszuwachs der Familie

Jugendliche schreiben der Familie eine besonders hohe Bedeutung zu. Entgegen der These von der Auflösung von Ehe und Familie lässt sich bei den Jugendlichen eine starke Familienorientierung feststellen, die in den vergangenen vier Jahren sogar noch etwas angestiegen ist. 72 % der Jugendlichen sind der Meinung, dass man eine Familie braucht, um wirklich glücklich leben zu können (2002: 70 %). Angesichts der relativ schlechten Wirtschaftslage sind junge Männer und Frauen vielfältigen Anforderungen in Ausbildung und Beruf ausgesetzt. Trotz aller Leistungsanstrengungen können sie keiner garantiert sicheren Zukunft entgegensehen. Der Rückhalt im privat-familiären Bereich ihrer Herkunftsfamilie bietet den Jugendlichen die Möglichkeit eines Spannungsausgleichs. Die Familie kann Sicherheit, sozialen Rückhalt und emotionale Unterstützung bringen.

Mädchen und junge Frauen sind im Vergleich zu Jungen und jungen Männern weiterhin stärker familienorientiert (76 % zu 69 %), wünschen sich häufiger Kinder (69 % zu 57 %), kommen häufiger sehr gut mit ihren Eltern aus (41 % zu 35 %) und befinden sich früher in festen Partnerschaften. Mädchen werden früher als Jungen selbständig und ziehen eher aus ihrem Elternhaus aus (33 % zu 24 %).

Gleichzeitig wächst die Zahl junger Erwachsener in Deutschland, die auf die Realisierung von Kindern und Familie verzichten. Ein Wunsch nach eigenen Kindern existiert vor allem aus emotionalen Gründen. Ungünstige gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Beruf und familie können die Erfüllung des Kinderwunsches bei vielen jungen Menschen jedoch verhindern.

Herausforderung demografischer Wandel

Der demografische Wandel stellt eine Herausforderung dar, die den Alltag der heutigen jungen Generation in Zukunft ebenfalls nachhaltig mitprägen wird. Die heutigen Jugendlichen verfügen diesbezüglich bereits über ein ausgeprägtes Problembewusstsein. Prägend ist auf der einen Seite ein Altersbild, das mit Hochachtung vor allem vor der Leistung der Älteren verbunden ist. Das positive Verhältnis zu den eigenen Eltern bestimmt hierbei maßgeblich die Sichtweise auf die ältere Generation. Auf der anderen Seite werden aber auch Sorgen bezüglich der zukünftigen Entwicklung artikuliert. 70 % der Jugendlichen halten das Altern der Gesellschaft für ein großes oder sogar sehr großes Problem.

Abgelegt unter Jugend, Zukunft | 1 Kommentar »

In Führung gehen …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 20. September 2006

… möchte Heiner Brand mit der Handballnationalmannschaft bei der nächsten Weltmeisterschaft im Januar 2007 in Deutschland. In einem Interview erläutert der Handballexperte, wie er seine junge Mannschaft auf die Weltmeisterschaft im eigenen Land vorbereitet. Fingerspitzengefühl sei dabei ebenso gefragt wie professionelle Analyse der Motiv- und Antriebsstruktur der Sportler.

foto_profil_brand.jpg
In Führung gehen ist eine Aktion anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens der Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft. Seit Februar gibt es unter diesem Motto Gespräche mit Führungspersönlichkeiten aus den verschiedensten Bereichen. So zum Beispiel im März mit dem Chef der Drogeriemarktkette dm Götz Werner und im April mit Bischöfin Maria Jepsen.

Neben den Interviews bietet die Seite weitere Informationen, Studien und Zitate rund um das Thema Führung.

‚In America, anyone can become president. That’s one of the risks you take.‘ Adlai E. Stevenson (1900 – 1965)

Interaktive Elemente runden das Angebot ab. In einem Forum können sich die LeserInnen zu den Interviews austauschen und in einem Online Survey geht es um Fragen wie: ‚Führen Frauen wirklich anders als Männer?‘ ‚Sind Führungskraft und Autorität Synonyme?‘ ‚Scheuen sich heute zu viele Führungskräfte vor Verantwortung?‘

Abgelegt unter Führung | Keine Kommentare »

‚Social drinking builds social capital‘

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 19. September 2006

So lautet, auf den Punkt gebracht, das Ergebnis einer Studie der San Jose State University, über die das Journal of Labor Research‚ berichtet.

„Social drinkers are out networking, building relationships, and adding contacts to their BlackBerries that result in bigger pay checks.“ sagt Edward Stringham, an economics professor at San Jose State University and co-author of the study with fellow researcher Bethany Peters.

social_drinking.jpg Photograph: Jan Theron

Aber auch im Geldbeutel macht sich der Barbesuch bemerkbar: Trinker verdienen 10% bis 14% mehr als Abstnenzler. „Drinkers typically tend to be more social than abstainers.“

Interessant ist hierbei auch der Genderaspekt: The researchers found some differences in the economic effects of drinking among men and women. They concluded that men who drink earn 10 percent more than abstainers and women drinkers earn 14 percent more than non-drinkers.

Da Frauen jedoch in der Regel nicht die Bars besuchen fragt sich Jochen Mai  im JoBlog ‚wo trinkt frau dann?‘

Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare »

Affentheater, Rat Race, Hamsterräder und andere tierische Karrieremuster

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 17. September 2006

‚Der Weg vom Urwald ins Büro ist gar nicht weit‘ schreibt der Wissenschaftsjournalist Richard Conniff in seinem Buch ‚Was für ein Affentheater‘. Das könnte, zumindest vorübergehend, eine Erklärung für ein ansonsten kaum erklärbares Verhalten sein.

Am vergangenen Freitag war ich bei der IHK zu Köln bei der Veranstaltuing ‚Standortvorteil: Familienbewusste Unternehmenspolitik zu Gast. Im Workshop 3 ‚Männer im Spannungsfeld zwischen Job und Familie‘ referierte Marcus Schmitz die Ergebnisse der von IGS durchgeführten Online Umfrage ‚Väter zwischen Karriere und Familie‘.

Ein Ergebnis unter anderen: 80% der Väter arbeiten mehr als die tarifvertragliche Arbeitszeit und 23% nehmen weniger Urlaub als ihnen zusteht. Auf der anderen Seite möchten 82% mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. Sie tun es aber nicht.

Woran liegt’s? Daran, dass sie das Verhalten des ‚Oberaffen‘ imitieren? Oder wie es Jürgen Goldfuss etwas differenzierter im Handelsblatt formulierte:

‚Es gibt einige, die die abendliche Ruhe im Büro dem Familienstress zu Hause vorziehen und dem Partner bereitwillig die alleinige Abwicklung der Erziehungsaufgaben überlassen. Solche Menschen nutzen den Arbeitsanfall im Büro als willkommene und sozial akzeptierte Ausrede. „Schatz, es wird heute leider wieder spät, Geschäftsessen mit Kunden, du weißt schon.“ Gerade dieser Typus zeigt an der Bar dann besonders stolz die Fotos von Junior beim Fußballtraining herum. Und viele kokettieren geradezu: „Ich bin soo beschäftigt.“ Dahinter steht die unausgesprochene Angst: Wer zu zivilen Zeiten nach Hause kommt, zählt im Geschäftsleben nichts. Sie genießen und pflegen den Nimbus des Unentbehrlichen, ohne den nichts läuft.‘ und einige Abschnitte weiter der Tipp:

karriere_laufrad.jpg

‚Jede Führungskraft im Hamsterrad sollte ab und zu innehalten und sich daran erinnern: Arbeit ist zwar ein ganz wichtiger Teil des Lebens – aber nur ein Teil und nicht das Ganze. Jeder sollte sich klar machen: Eine funktionierende Familie ist durch keinen materiellen Gegenwert zu ersetzen. An solche Basics werden künftig immer mehr Führungskräfte unfreiwillig erinnert – spätestens dann, wenn sich mit der nächsten Kündigungswelle die Firma von ihnen trennt.

Wer allerdings einen Chef hat, der als Negativbeispiel noch spät abends am Schreibtisch rührig ist, der sollte sich dessen mangelnde Managementfähigkeiten nicht zum Vorbild nehmen. Denn wer dort abends noch rumsitzt, ist lediglich ein guter Sachbearbeiter, dem die Fähigkeit zu managen – das heißt eben auch: zu delegieren – fehlt.‘

Die Versuchung, am Rat Race teilzunehmen ist jedoch groß, wenn im Unternehmen die Anwesenheitskultur vorherrscht. So ist in der Washington Post zu lesen:

‚The focus on hours sets up a rat race at many companies, where most people want to work shorter hours, but no one is willing to step forward to ask for them, because the first person to make such a move will be branded as insufficiently committed to his or her job…. It’s your classic dilemma, everyone knows what the answer is, but no one wants to be the guinea pig.‘

Was heißt ‚guinea pig‘ auf Deutsch? Weichei !?

Abgelegt unter Karriere | Keine Kommentare »

Anruf von der Redaktion

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 17. September 2006

Eigentlich hatte ich mir ja geschworen hier nichts mehr über Frau Herrmann zu schreiben. Aber am vergangenen Mittwoch erhielt ich den Anruf der Redaktion eines angesehenen TV Nachrichtenmagazins. Man wolle den Medienhype, den ihre Äußerungen im Moment verursachen zum Anlass nehmen, sich noch einmal ernsthaft mit dem Thema Geschlechterrollen auseinanderzusetzen.
Frank Plaßberg
hatte zu diesem Zeitpunkt sein ‚Evaloo‘ noch nicht erlebt. Nach Ansicht einiger Bekannter und Freunde ist es allein dem Auftritt von Armin Laschet zu verdanken, dass etliche Fernseher und Fensterscheiben nicht zu Bruch gegangen sind.
‚Ich wäre doch mit dem Thema befasst, ob ich nicht Väter oder Unternehmen kenne, die bereit wären zu einem kurzen Dreh, ca. 30 Minuten. So gegen 15:00 Uhr sei die Wochenkonferenz, da würden die Themen für die nächste Woche festgeklopft. 4 Stunden, das seien in der Medienbranche fast eine halbe Ewigkeit. Ob ich denn auch zu einem kurzen Interview …‘
Nach einem kurzen Fachgeplenkel sagte ich zu, mich bei den mir bekannten väterfreundlichen Unternehmen umzuhören, ob sie kurzfristig bereit seien, sich an dem Vorhaben zu beteiligen.

Nach anderthalb Stunden, der Prokurist des einen Unternehmens, auch ein junger Vater, musste erst im Urlaub angerufen werden, konnte ich dem Redakteur zwei Unternehmen nennen, die bereit waren, ihre Ansichten zum Thema ‚aktive Väter, ein Gewinn für Unternehmen!‘ öfffentlich darzustellen.
Dem Readkteur reichte das noch nicht, ob ich denn nicht auch noch einen Vater, der im Moment Verantwortung für Familie und Haushalt …

Also nochmal ans Telefon und nach eiteren 30 Minuten konnte ich wieder ‚Vollzug melden‘. Ich würde dann auch informiert wie es weiter geht.

Funkstille!

Am Freitag treffe ich den kaufmänniscchen Leiter des anderen Unternehmens bei einer IHK Veranstaltung in Köln, nein, man habe (noch) nichts von der Redaktion gehört. Ein Anruf bei dem aktiven Vater ergab die Auskunft, dass er nach Ansicht des Redakteurs wohl nicht so ganz ins Profil (welches Profil?) gepasst habe.

Fuck! Jetzt muss ich meinem Ärger doch mal Raum verschaffen. Ob es richtig war, das Thema als Antithese zu Frau H. aufzustellen, da hatte ich von Anfang an Bauchschmerzen. Mir war es daher auch wichtig, dass engagierte Unternehmen und glaubwürdige Vorgesetzte etwas zu dem Thema sagen, denn wie lautete zum Beispiel das Resümme der 2. Tagung des ‚Aktionsforums Männer und Leben‘ ‚Kinder machen Väter‘ im Januar beim Hessischen Rundfunk: ‚Engagierte Väter scheitern an ihrem Chef‘.
Für den Redakteur (und viele andere JournalistInnen) sah das Profil des gesuchten Vaters wohl so aus: Angesichts der Lektüre des oben erwähnten Buchs und dem Konsum der fünften Sendung mit bzw. über Frau H. entschließt sich Vater spontan und im Vorgriff auf die kommende Elterngeldregelung, die Geschlechterrollen zu tauschen, den Kinderwagen zu schieben und den Apfelkuchen zu backen.

Mit derartig individualisierten Sichtweisen auf das Thema dauert es noch länger bis sich was verändert.

Abgelegt unter Allgemein, Elternzeit, TV | Keine Kommentare »