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FDP verlangt flexiblere Elternzeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. Juli 2009

Nach dem Willen der FDP-Fraktion sollen Mütter und Väter gleichzeitig je 14 Monate Elternzeit nehmen dürfen. In einem Gesetzentwurf fordert sie, Eltern, die vor der Geburt des Kindes ganztags gearbeitet haben, solle es möglich sein, während der Elternzeit mit geringerer Stundenzahl weiterzuarbeiten und die Elternzeit auszudehnen. Bisher sei es bestenfalls möglich, dass Mütter und Väter je sieben Monate Elterngeld bezögen.

Zur Begründung heißt es, seit Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 habe es Kritik an einzelnen Bestimmungen gegeben. Es sei nicht nur unmöglich, gleichzeitig mehr als sieben Monate Elternzeit zu nehmen. Oft sei es undenkbar, die Mindestzeit von zwei Monaten zu nutzen. Deswegen seien flexiblere Lösungen nötig. Das Verbot, mehr als 30 Stunden in der Woche zu arbeiten, benachteilige Selbständige. Aus diesem Grund müsse es aufgehoben werden.

Damit haben sich jetzt alle im Bundestag vertretenen Parteien zur Weiterentwicklung des Elterngeldes und der Elternzeit für Väter positioniert.

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The Daddy Shift

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 2. Juli 2009

… How Stay-at-Home Dads, Breadwinning Moms, and Shared Parenting are Transforming the American Family.

In seinem zum Vatertag erschienen Buch verarbeitet Jeremy Adam Smith eigene Erfahrungen und verbindet sie mit den Perspektiven einer partnerschaftlich aufgeteilten Elternschaft in der amerikanischen Gesellschaft.

Im Gespräch mit Liz Kofman und Astri von Arbin Ahlander erläutert er seine Ansichten und den Gewinn für Väter durch geteilte Elternschaft.

What are the benefits of shared parenting?

Smith: The benefits are different for women and men and children. Women get a chance to do things besides change diapers. Men learn how to be whole human beings. Children, the young ones, learn that they can survive without mommy; they gain independence, and they discover how much dad loves them.

What are the drawbacks of shared parenting?

S: That varies from couple to couple, I’d say. But mainly, for most, the drawbacks are inner conflict and confusion. Men and women are living their lives according to scripts that are hundreds, maybe thousands, of years old, scripts that are not terribly relevant to our twenty-first-century reality. Women worry that they are being bad mothers when they go off to work; dads worry that they are bad fathers when they don’t. Some moms feel responsible–sometimes in overcompensating, overbearing ways–for kids and housework, and blame caregiving dads when something seems to go wrong at home.

But I discovered, in examining my own experience and in interviewing parents around the country, that these drawbacks can be overcome. The happiest couples I interviewed were the ones who prize time with kids and are able to articulate what they are gaining through a reverse-traditional arrangement. They value work and care equally, and are grateful to each other for the contributions each makes to the household, and so they value each other.

What needs to change in our society for shared parenting to really take hold?

Smith: So much. We have very far to go. For dads, the most important thing we can do right now is tell stories; it’s very powerful for men to tell and hear stories about the first time they held or fed their children. That helps create a culture of care and a new image of the good father. For decades, fathers have been told they’re worthless, or violent, or absent. It’s time to provide the positive examples, to reflect what’s best in fatherhood back to men and boys.

What’s interesting about the United States is that the culture is changing in advance of public and workplace policies. Sweden, by contrast, has tried to legislate shared parenting into existence, with some success. But in America, employers and government have fought shared parenting tooth and nail. For example, only a tenth of fathers have access to paternity leave. Only California guarantees paid leave to parents, and it’s pretty paltry. Caregiving activities, such as the ability to take a sick child to the doctor, are not protected as well as they should be.

And yet American parents have been very resilient and creative, and have forged new roles for themselves. Fatherhood has evolved beyond breadwinning, to encompass a capacity for caregiving. That revolution has just started, but the evidence suggests that it will continue. Now public policy needs to catch up. We need to recognize that moms and dads alike have responsibilities at home as well as at work. That recognition will make America a better, more humane place. …

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Ein doppeltes Dilemma

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 1. Juli 2009

Wenn Paare sich trennen, stehen sie danach oft vor wirtschaftlichen Problemen. Besonders den dann Alleinerziehenden droht der soziale Abstieg. Aber auch die Unterhaltspflichtigen müssen in der Regel kürzer treten. Darüber hinaus haben bei der aktuellen Gesetzeslage beide Betroffenen wenige Anreize, ihre Einkommenssituation aus eigener Kraft zu verbessern. Das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW) hat einmal genau nachgerechnet. …

Bei der Berechnung des Unterhalts gilt ein Selbstbehalt des Zahlungspflichtigen von 1.000 Euro. Wer zum Beispiel 1.500 Euro netto verdient, während sein Ex-Partner kein Einkommen bezieht, müsste laut der Berechnungsformel 643 Euro Unterhalt leisten – aufgrund des Selbstbehalts sind es tatsächlich nur 500 Euro.

Diese Regelung ist vor allem dann problematisch, wenn der Ex-Partner selbst nicht arbeitet: Steigt das Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen – zum Beispiel weil er mehr arbeitet oder sich beruflich verbessert –, fließt unter Umständen das gesamte zusätzliche Einkommen in den Unterhalt. Für den Zahlenden selbst bleibt vom Zusatzverdienst nichts übrig.

Für den Unterhaltspflichtigen ist es beispielsweise vollkommen unerheblich, ob er 1.500 oder 2.700 Euro brutto im Monat bezieht, sein Nettoeinkommen liegt in beiden Fällen bei 1.000 Euro. …

Das Problem verschärft sich noch, wenn zusätzlich Kindesunterhalt gezahlt werden muss. Die mangelnden Anreize versucht die Rechtsprechung durch Zwang zu kompensieren: Das Konzept der „gesteigerten Erwerbsobliegenheit“ zwingt Unterhaltspflichtige gegenüber Kindern, im Bedarfsfall jede Arbeit anzunehmen – auch ergänzend zu einem bereits bestehenden Job, auch Hilfstätigkeiten, auch abseits des eigenen Wohnorts.

Dass sich der Betroffene wirklich um eine solche Zusatzstelle bemüht, muss er belegen. Ist das Gericht damit nicht zufrieden, kann es ein fiktives Einkommen als Berechnungsbasis festsetzen. Diese Anforderungen gehen weit über das hinaus, was Arbeitslosen bei der Arbeitssuche abverlangt wird.

Aber auch Unterhaltsberechtigten wird ein Besserverdienst nicht unbedingt schmackhaft gemacht. Denn der Unterhalt wird gekürzt, wenn ihr eigenes Einkommen steigt. Ein Unterhaltsempfänger, der selbst für 1.500 Euro brutto im Monat arbeitet und dessen Ex-Partner 3.000 Euro netto verdient, verfügt insgesamt über 1.741 Euro, nämlich 1.063 Euro Nettoeinkommen zuzüglich 678 Euro Unterhalt. Verdient er 1.000 Euro mehr, bringt ihm das unterm Strich nur ganze 220 Euro extra: Zwar klettert das Netto um 513 Euro, doch der Unterhaltsanspruch sinkt um 293 Euro.

Die Regelungen bewirken, dass mitunter selbst bei einem Bruttoeinkommen von 4.000 Euro nur 20 Cent von jedem zusätzlich verdienten Euro übrig bleiben.

Das Unterhaltsrecht führt mithin auf beiden Seiten dazu, dass die Beteiligten wenig oder sogar gar keine Anreize haben, ihr eigenes Erwerbseinkommen zu erhöhen.Die Konsequenz für das IW: Erforderlich ist eine Reform, mit der – ähnlich wie beim Arbeitslosengeld II – ein höheres Bruttoeinkommen auch zu bedeutend mehr verfügbarem Einkommen führt.

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Portal für Alleinerziehende gestartet

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 1. Juli 2009

die-alleinerziehendenAb heute ist das neue Community-Portal des Verbandes alleinerziehender Mütter (und Väter) VAMV die-alleinerziehenden.de‚ online: Allein erziehende Mütter und Väter haben jetzt eine weitere Chance, sich über alles auszutauschen, was sie bewegt. Visuell und inhaltlich möchte das Portal innovative Standards setzen.

Getragen von der Idee, den bundesweit 2,6 Millionen Alleinerziehenden eine Plattform der Kommunikation zu bieten, konzentriert sich das Portal auf die gängigen Themen: Wie leben Alleinerziehende? Wie kommen sie mit dem Alltag zurecht? Was sind ihre Interessen und wie können sie ihre Wünsche verwirklichen?

Die Vernetzung von Interessengruppen über das Internet ist weit verbreitet. Jung und alt trifft sich an verschiedenen virtuellen Plätzen, um Freundschaften zu pflegen, aktuelle Probleme wie zum Beispiel pubertierende Kinder zu diskutieren und hat die Möglichkeit, sich ein breites Spektrum an Meinungen einzuholen.

Das Portal fokussiert auf eine aktuelle Berichterstattung aus der politischen Großwetterlage, persönliche Lebensberichte und Themengruppen. Unterstützt wird der Austausch durch Prominente auf dem „Promithron“ und von Expert/innen aus unterschiedlichen Bereichen: Familienrecht, Steuerberatung, Erziehungsberatung, Psychologie, Verbraucherschutz, usw.

Mein erster Eindruck: Alles sehr ‚Muttilastig’, Bilder und Farbwelt sprechen Frauen an, Väter sind wohl nur mitgemeint.

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Männer wünschen sich kürzere Arbeitszeiten

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 30. Juni 2009

Bei den Arbeitszeiten klafft in Deutschland eine deutliche Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Vollzeitbeschäftigte Männer (von Vätern ist in dem Beitrag nicht die Rede, wohl aber von Müttern) wünschen sich kürzere Arbeitszeiten – pro Woche möchten sie mindestens vier Stunden weniger im Büro verbringen. Besonders unzufrieden mit ihren Arbeitszeiten sind vor allem ostdeutsche Frauen, die teilzeitbeschäftigt sind: Sie streben mit großer Mehrheit eine Vollzeittätigkeit an.

Zwischen 1993 und 2007 haben sich die durchschnittlichen Arbeitszeiten von Frauen und Männern in West- und Ostdeutschland zwar angenähert, mit den Wünschen der Beschäftigten stimmen sie allerdings noch nicht überein. Dies sind zentrale Ergebnisse einer jetzt vom DIW Berlin veröffentlichten Untersuchung.

Vollzeitbeschäftigte Männer wünschen sich kürzere Arbeitszeiten

Die durchschnittliche Arbeitszeit vollzeitbeschäftigter Männer lag 2007 bei rund 43 Wochenstunden – tatsächlich wünschten sie sich aber eine mindestens vier Stunden kürzere Arbeitszeit. Bei Frauen hat die Erwerbstätigkeit seit den frühen 90ern zwar stark zugenommen. Mit ihren durchschnittlichen Arbeitszeiten bleiben Frauen allerdings noch immer deutlich hinter den Männern zurück – und hinter dem, was sie eigentlich möchten.

Im Osten nichts Neues: Teilzeitbeschäftigte Frauen wollen mehr arbeiten

Frauen auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt sind besonders ambitioniert. Eine deutliche Mehrheit (60 %) von Ihnen wünscht sich eine Berufstätigkeit in Vollzeit oder auf sehr hohem Teilzeitniveau. Nur rund die Hälfte derer, die sich die 40-Stundenwoche wünscht, kann dieses Anliegen auch realisieren. Diese Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit zieht sich durch die letzten zehn Jahre und gibt einen deutlichen Hinweis auf eine starke Unzufriedenheit der ostdeutschen Frauen mit dem ausgeübten Teilzeitjob. Auch in Westdeutschland wünschen sich weibliche Vollzeitkräfte eine deutlich höhere Wochenarbeitszeit: 2007 lag ihre Präferenz bei 36,8 Wochenstunden (plus 2,4 Stunden im Vergleich zu 1993).

Abbau von Überstunden könnte die Wünsche beider Geschlechter annähern

Arbeitszeiten von mehr als 40 Wochenstunden sind sowohl bei Männern als auch bei Frauen unbeliebt. Im Jahr 2007 war gut die Hälfte der Männer mehr als 40 Wochenstunden tätig – obwohl nur knapp ein Fünftel dies wünschte. Bei den Frauen waren die Unterschiede weniger gravierend, aber ebenfalls vorhanden.

Wie ließen sich nun gewünschte und tatsächliche Arbeitszeiten besser in Einklang bringen? „Ein Weg wären weniger Überstunden“, sagte die DIW-Arbeitsmarktexpertin Elke Holst. „Häufig wird wesentlich mehr gearbeitet als vertraglich vereinbart. Wunsch und Wirklichkeit von Erwerbstätigen könnten näher zusammenrücken, wenn die vereinbarten Stunden eingehalten würden.“

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Eine trendsetzende Avantgarde sind die Väter in Elternzeit allemal

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 30. Juni 2009

Sie plädiert für Elternzeit und Familienbewusstsein – gerade in der Krise. Sofie Geisel ist alles andere als eine Vertreterin des sonst gängigen Konzepts vieler Unternehmen „Kosten runter, Köpfe weg“. Am Mittwoch, 8. Juli, referiert die Projektleiterin des Unternehmensnetzwerks „Erfolgsfaktor Familie“ bei der IHK in Wiesbaden über „Väterfreuden und Karriere – wie ist beides in Einklang zu bringen?“.

Immer mehr Väter kümmern sich um die Kinderbetreuung, was unter anderem auf die neuen Elterngeldregelungen zurückzuführen ist. „Sicherlich ist das noch kein Massenphänomen“, wie Sofie Geisel ergänzt. „Eine trendsetzende Avantgarde sind die Väter in Elternteilzeit jedoch allemal.“

Die studierte Politologin, Mutter dreier Kinder und Ehefrau eines Elternteilzeit-Manns, weiß aber auch: Redet sie von kinderbetreuenden Vätern, stößt sie ebenfalls auf folgende Vorbehalte: „Häufig werden Väter in Elternzeit unter Weichei-Verdacht gestellt und ihnen Karriere-Orientierung abgesprochen.“

Dem hält Geisel vehement dagegen: „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss aus der Frauenecke rauskommen. Nur so können wir wirklich was erreichen.“ Außerdem sei es auch ökonomisch sinnvoll, wenn zwei Einkommen eine Familie finanzieren. Das führe nicht nur zu mehr Sicherheit, sondern stelle auch eine Möglichkeit dar, lebenslanges Lernen für Kinder und Eltern zu finanzieren.

Sofie Geisel sieht in der Krise sehr wohl eine Chance, weiter an dem Elternzeit-Tabu für Väter, das es zweifellos in vielen Firmen immer noch gebe, zu kratzen. Die „Botschafterin“ der Elternzeit verweist auch gerne auf „clevere Chefs“, die in der Krise die Gelegenheit nutzen, ihre Teams auf neue Konzepte einzuschwören. So könnten sich Firmen schließlich für den bevorstehenden Aufschwung gut positionieren. „Maßnahmen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, so Sofie Geisel, „gehören einfach dazu“.

Das Verfahren erläutert Hans-Georg Nelles von „Väter & Karriere“. Der Vater dreier Kinder, der sich als Sozialwissenschaftler und Organisationsberater seit mehr als zehn Jahren beruflich in unternehmensbezogenen Väterfragen engagiert, spricht über „Elternzeit und Elterngeld – wie läuft es für Betriebe und Väter richtig?“.

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Anreize für Väter könnten noch größer sein

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. Juni 2009

In Österreich haben sich die Regierungsparteien offensichtlich auf ein einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld als vierte Variante des Kindergeldes geeinigt. Das neue Modell (unbestätigten Berichten zufolge 80 % des letzten Nettoverdiensts für 14 Monate – mindestens 1.000 und höchstens 2.000 Euro) soll zu einer höheren Väterbeteiligung führen.

Die Familien – Expertin der Arbeiterkammer in Wien, Ingrid Moritz, lobt die Pläne, die ihrer Ansicht nach einen größeren „Gestaltungsspielraum“ für Eltern bringen.

Im derStandard.at-Interview hebt sie besonders hervor „Das ist sicher ein Anreiz für eine höhere Väterbeteiligung.“

derStandard.at: Warum ist die zusätzliche Kindergeld-Variante notwendig?

Moritz: Der Vorteil ist, dass es einen höheren Einkommensersatz gibt. Der Lohnverlust ist ein geringerer. Das ist gerade für besser Qualifizierte ein Anreiz. Sicherlich führt das zu einer höheren Väterbeteiligung.

derStandard.at: Ist es nach wie vor so, dass die Väter aus Angst zu viel Geld zu verlieren, eher nicht zuhause bleiben?

Moritz: Ja, wir hören das aus den Beratungsstellen immer wieder, dass die Höhe des Kinderbetreuungsgeldes ein ganz gewichtiger Faktor ist. Die Familien sagen, wenn das nicht besser abgegolten wird, dann ist es finanziell günstiger, wenn die Frau zuhause bleibt und der Mann sich nicht an der Karenz beteiligt.

Die Einkommensschere ist nach wie vor sehr groß und das ist in der Anreizwirkung, wer zuhause bleibt, relevant. Wenn aber, wie beim einkommensabhängigen Kindergeld, der Verlust nicht zu groß ist, ist das ein Anreiz für mehr Väterbeteiligung. …

derStandard.at: Finden Sie es positiv, dass es vier verschiedene Modelle geben wird oder wären weniger besser?

Moritz: Nein, die steigende Wahlmöglichkeit ist sicher als Fortschritt zu sehen. Das ist ein Mehr an Gestaltungsspielraum, nicht an Komplexität. Die Eltern können flexibler agieren. Kompliziert ist nur die Zuverdienstgrenze (derzeit 16.200 Euro pro Jahr, Anm.), wie sie derzeit geregelt ist.

Die starre Zuverdienstgrenze ist gerade für die gutverdienenden oder besserqualifizierten ein Problem, weil es die Wirkung hat, dass man nur wenige Stunden arbeiten kann, damit man die Grenze nicht überschreitet. Das ist in der Praxis für die Besserverdienenden eine Erwerbsbarriere. …

derStandard.at: Die Regierung ist sich noch uneinig beim Kindergeld für AlleinerzieherInnen. Wie ist hier Ihre Position?

Moritz: Wir haben einen klaren Standpunkt, die AlleinerzieherInnen sollen nicht benachteiligt werden, sie sollen ebenso die Möglichkeit haben, das Kinderbetreuungsgeld mit längerer Bezugsdauer zu beziehen.

Der Anreiz für Väter könnte auch noch größer sein. Analog zum im Arbeitsrecht geregelten Anspruch auf drei Monate Väterkarenz fordern wir, dass die Bezugsdauer bei partnerschaftlicher Teilung auf von zwei auf drei Monate verlängert wird. Und damit Väter von Anfang an bei der Kinderbetreuung beteiligt sein können, fordern wir die Einführung des Papamonats. Wir haben es betriebsintern schon eingefüht, es revolutioniert nichts, aber es ist auf jeden Fall ein Anreiz für mehr Väterbeteiligung.

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Universität Koblenz-Landau fördert promovierende Mütter und Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. Juni 2009

Die Universität Koblenz-Landau geht bei der Förderung von NachwuchswissenschaftlerInnen neue Wege. Sie hat das Förderprogramm „Promovieren mit Kind“ aufgelegt. Damit unterstützt sie Promovierende, die neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit noch als Mütter oder Väter Kindererziehung und -betreuung zu leisten haben.

Diese besonders familiengerechte Form der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung sei bislang einmalig in Rheinland-Pfalz, erklärt Universitätspräsident Prof. Dr. Roman Heiligenthal. Die Universität wolle ihren Beitrag dazu leisten, dass wissenschaftliche Qualifizierung und familiäre Verpflichtungen besser miteinander vereinbart werden können.

Das Programm ist auf ausgesprochen positive Resonanz gestoßen. Zurzeit werden sechs promovierende Mütter und Väter unterstützt. Für ein Jahr wird ihnen eine studentische Hilfskraft mit einem Arbeitsvolumen von 156 Stunden finanziert, die sie zum Beispiel bei Recherchen oder Laborarbeiten unterstützt. Über die Verteilung der Arbeitsstunden kann die Doktorandin bzw. der Doktorand frei verfügen.

Initiiert wurde das neue Förderprogramm vom Interdisziplinären Promotionszentrum (IPZ) und den Frauenbüros der Universität. Es ist Bestandteil des umfangreichen Ziel- und Maßnahmenpakets im Rahmen der Zertifizierung der Universität als „Familiengerechte Hochschule“.

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Väter können das

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. Juni 2009

… ein Heimarbeitsplatz, den Väter und Kinder genießen können, zumindest vorübergehend

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eben gefunden via benniebunnie.

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Junge Manager beklagen Defizite bei Werteorientierung in Unternehmen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. Juni 2009

‚Werte wie Vertrauen und Ehrlichkeit werden für jüngere Führungskräfte in Deutschland immer wichtiger. Zugleich beklagt die Mehrheit von ihnen ein großes Defizit an werteorientierter Führung durch das Top-Management ihrer jeweiligen Unternehmen und eine mangelhafte Umsetzung der formal vorhandenen Wertesysteme. Dies sind zentrale Ergebnisse einer Studie der „Wertekommission – Initiative für Werte Bewusste Führung e. V.“ in Zusammenarbeit mit dem „Deutscher Managerverband e. V.“. Befragt wurden dafür bundesweit mehr als 500 Führungskräfte im Alter von 26 bis 40 Jahren. …

Bundesweit ist der Anteil der Unternehmen, die über einen formal festgelegten und intern kommunizierten Wertekanon verfügen, gegenüber der ersten Führungskräftebefragung der Wertekommission aus dem Jahr 2007 zwar weiter auf nunmehr fast 80 % gestiegen. In der Umsetzung klafft nach Wahrnehmung der Befragten allerdings eine große Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Mehr als zwei Drittel der jungen Führungskräfte erleben keine werteorientierte Führung durch das Top-Management. Immerhin fast 40 % der Befragten sagen, ihre Unternehmen bezögen sich nur aus Marketinggründen auf Werte.

werte_2009Die Skepsis bezieht sich insbesondere auf die Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit, mit der Unternehmensleitungen die Implementierung von Werten betreiben. Aus Sicht von mehr als der Hälfte der jungen Führungskräfte sind Managemententscheidungen nicht transparent, sauber dokumentiert und nachvollziehbar. Nur 16 % der Befragten geben an, Führungskräfte würden in ihrer Leistungsbeurteilung daran gemessen, wie sie die Unternehmenswerte umsetzen. Ganze 10 % erleben, regelmäßig auf die jeweiligen Unternehmenswerte aufmerksam gemacht zu werden. Werte als Maßstäbe in Konfliktfällen – darauf vertrauen in ihren Unternehmen lediglich 8 %. Durchgängig fehlen den Teilnehmern der Studie Strukturen für die Durchsetzung von Unternehmenswerten.

Als wichtigste Werte im Management mahnen junge Führungskräfte Vertrauen und Ehrlichkeit an. Daneben spielt auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gegenüber der ersten Befragung 2007 eine noch wichtigere Rolle. Die jungen Manager, das zeigt die Befragung, wollen immer weniger „Politik“ im Unternehmen; sie wollen nicht einen großen Teil ihrer Arbeitskraft an Ränke, Intrigen, Taktieren und das Rätseln über die Strategie des Unternehmens verschwenden. Werte sind für sie die Basis, auf der sie sich in Ruhe auf ihre Arbeit und ihr Geschäft konzentrieren können. …’

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