der VÄTER Blog

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Archiv für Februar 27th, 2007

Aus der Tasche der Eltern

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. Februar 2007

Wer kennt sie nicht, die Taschenspielertricks, die die Zuschauer zunächst in Erstaunen versetzen.

Christian Füller findet heute in der taz klare Worte für die Finanzierungstricks der SPD, mit der sie Ursula von der Leyen die Hauptrolle in der „Krippen Show“ stehlen wollten.

‚Getreu ihrem neuen Leitbild vom vorsorgenden … Sozialstaat wollen die Sozialdemokraten jedem bessere Chancen geben. Dazu soll der Unterbau des Bildungssystems gefestigt werden, sodass in Zukunft allen Kids schon ab dem 1. Geburtstag hochwertige Einrichtungen zur Verfügung stehen. So weit, so gut. Nur läuft die Finanzierung der Sozialdemokraten auf eine ordinäre Umverteilung hinaus…. Denn die SPD will den Ausbau der frühkindlichen Bildung komplett aus dem Geldbeutel der Eltern finanzieren. Sie sollen auf eine Kindergelderhöhung verzichten; ihre Steuervorteile werden gekappt. Besonders dreist: Sogar ein Ausbildungsfreibetrag soll angeknapst werden, um eine bessere Ganztagskita-Versorgung für Kleinkinder aufzubauen.

Um das ganze Ausmaß dieses Betrugsmanövers zu erfassen, muss man sich ein paar andere Geldströme ansehen. Denn bei den öffentlichen Ausgaben für sein Bildungswesen liegt Deutschland im internationalen Vergleich weit hinten. Um das prozentuale Niveau der Spitzenreiter zu erreichen, müssten die Finanzminister von Bund und Ländern jährlich 50 Milliarden Euro mehr für Kitas, Schulen und Hochschulen investieren.‘

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Fürsorglichkeit kann auch männlich sein

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. Februar 2007

Im Rahmen der Berichterstattung über den ‚vergoldeten Käfig‘ und den deutschen Familienkrach hat Spiegel Online heute ein Interview mit dem Soziologen Hans Bertram veröffentlicht. Es geht darum unter anderem um die Entstehungsgeschichte und Entwicklungsperspektiven unseres Familienbildes.

Bertram: Das Modell der bürgerlichen Familie ist im 19 Jahrhundert entwickelt worden, damals entdeckte man die Frau als Erzieherin. Vorher waren es in der Regel die Männer, die die Kinder erzogen haben. … Die lebenslange Erwerbstätigkeit des Mannes und der alleinige Familienlohn des Mannes sind zunehmend obsolet geworden. Parallel hat sich eine Dienstleistungsgesellschaft entwickelt, die – um das ganz platt auszudrücken – auf das Potential der Frauen angewiesen ist. … Also muss man sich jetzt neue Modelle ausdenken, in denen Mann und Frau für die Fürsorge der Kinder und für die ökonomische Basis des Lebens gleichermaßen zuständig sind. … 

SPIEGEL: Wie wichtig sind die Väter bei diesen Veränderungen?

Bertram: Man sollte positiv hervorheben, dass die heutigen Väter sehr viel mehr im Haushalt tun als ihre Väter. Die durchschnittliche Arbeitszeit eines Vaters liegt heute bei 16 Stunden in der Woche, die einer Frau bei etwa 35 Stunden; in der Mitte der Sechziger war es ähnlich viel Zeit bei der Frau, aber nur eine Stunde beim Mann. Es ist längst ein Wechselprozess der Fürsorglichkeit zwischen Männern und Frauen in Gang. Deshalb sind diese Vätermonate wichtig, damit auch die Gesellschaft begreift, dass Fürsorglichkeit auch männlich sein kann.

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Der vergoldete Käfig

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. Februar 2007

So titelt der Spiegel in dieser Woche und bringt einen ausführlichen Beitrag zum Thema: ‚Wie der Staat die Frauen vom Beruf fernhält – und trotzdem nicht mehr Kinder geboren werden.

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Zum Schluss des Beitrags von Anke Dürr, Barbara Supp und Claudia Voigt kommen dann auch die Väter mit ins Spiel. Die Autorinnen präsentieren die ‚Musterfamilie Arlt‘.

‚Was er von den umstrittenen Vätermonaten hält? Grundsätzlich, sagt Arlt, … würde er das gern machen: „Bei den Kollegen wäre das kein Problem, die würden mir sogar auf die Schulter klopfen. Bei uns haben fast alle mindestens zwei Kinder.“ Den Antrag hat er trotzdem bisher nicht gestellt beim Amt. „Ich weiß doch jetzt noch nicht, welchen Kunden ich Anfang nächsten Jahres gerade zu betreuen habe“, sagt Arlt, „die Firma geht vor.“

Immerhin ermöglicht ihm sein Chef, Überstunden abzubummeln, etwa nach längeren Dienstreisen. So kann Arlt wochenweise ein sehr präsenter Vater sein – aber eben nur, wenn es die Auftragslage erlaubt.

Es ist nicht die vom Soziologen Ulrich Beck beschriebene männliche „verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre“, die viele Väter davon abhält, „neue Väter“ zu sein, es ist verbale Aufgeschlossenheit bei gefühlter prekärer Arbeitsmarktlage. Flexible Arbeitszeiten, globale Märkte in unterschiedlichen Zeitzonen stehen gegen feste Zubettgehzeiten der Kinder. Dieses Dilemma wird bleiben. …

Es gibt sie …, die „neuen Väter“, die Weiterlesen »

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