der VAETER.blog

lebe deinen Traum!

Weniger Elterngeld als erwartet …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 6. Januar 2007

… bekommen diejenigen, die das ‚Kleingedruckte‘ der neuen gesetzlichen Regelungen zum Elterngeld nicht gelesen haben.

Darauf weist auch Focus Online heute in einer Meldung hin. ‚Der Grund ist ein bislang kaum beachteter Passus im Gesetz, der die neue Leistung zunächst mit dem Mutterschaftsgeld verrechnet. Arbeitnehmerinnen erhalten dadurch in der Regel erst ab dem dritten Monat Elterngeld, da die Mutterschutzleistungen ihres Arbeitgebers und ihrer Krankenkasse in den ersten beiden Monaten nach der Geburt zumeist höher sind. Anschließend hätten sie nur noch höchstens zehn Monate Anspruch auf Elterngeld, bestätigte das Bundesfamilienministerium auf FOCUS-Anfrage.‘ Zwei weitere Monate sind, und das ist allerdings hinlänglich diskutiert worden, für den Partner reserviert.

Die Bezieher von Elterngeld müssen sich nach Berechnungen des Steuerzahlerbundes auch auf spürbare Steuernachzahlungen einstellen. Das Elterngeld erhöht den Steuersatz für das übrige Einkommen. Der Staat hole sich auf diesem Weg „einen Teil des Elterngeldes zurück“  

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Bischof hat nichts gegen Hausmänner

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 4. Januar 2007

Eigentlich träumt der Kölner Bischof vom Beruf ‚Mutter‘, hat aber nichts gegen Hausmänner.

In einem Beitrag von Focus Online heißt es ‚Meisner wies darauf hin, dass die katholische Kirche nichts dagegen habe, wenn in einer Familie die Frau arbeiten gehe und der Mann zu Hause bleibe und die Kinder versorge. Nur während der ersten drei Lebensjahre des Kindes sei es besser, wenn die Mutter daheim sei. „Das Kind hat schließlich neun Monate unter dem Herzen der Mutter – und nicht des Vaters – gelebt“, sagte Meisner. Dadurch entstehe eine ganz besondere Bindung, die auch von Hirnforschern nachgewiesen sei. Im Übrigen wisse auch er, dass es heute oft eine wirtschaftliche Notwendigkeit sei, dass Vater und Mutter arbeiteten: „Die Eltern machen das ja nicht zum Spaß.“ ‚

Ich denke, da irrt der Kirchenmann zweifach: Erstens wollen immer mehr Mütter und Väter Beides, Beruf und Familie, auch wenn es manchmal keinen Spaß macht. Zweitens ist es wichtig, dass Väter unmittelbar nach der Geburt eine eigenständige Beziehung zu ihren Kindern aufbauen und nicht erst nach drei Jahren. Dies ist nicht nur wichtig für ihr Verhältnis zu den Kindern aber auch für eine gelingende Partnerschaft.

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Neue Väter – neue Kinder

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 4. Januar 2007

An der Studie beteiligten sich über 1.500 Väter von Grundschulkindern aus dem Rhein-Main-Gebiet und nahmen in einem Fragebogen Stellung zu traditionellen Rollenklischees, aber auch zu ihrer emotionalen Kompetenz, ihrem Einfühlungsvermögen gegenüber ihrem Kind und dem Erleben der Partnerschaft. Darüber hinaus wurden sie befragt, wie sie sich innerhalb der Familie engagieren, welche Position sie dort einnehmen und wie sicher sie sich in ihrer väterlichen Rolle fühlen.

Auch die Einstellung der Väter zur Herkunftsfamilie wurde untersucht.

„Es ist heute nicht mehr selbstverständlich, die elterliche Rolle nach bestimmten gesellschaftlichen Normen und Wertvorstellungen zu gestalten. Die Pluralisierung der familialen Lebensformen bedeutet für den Einzelnen nicht nur eine Zunahme an Optionen, sondern auch den Verlust alter Selbstverständlichkeiten und neue Zwänge, sich mit möglichen Formen der eigenen Lebensgestaltung auseinander zu setzen“, erläutert Andrea Bambey; und ihr Kollege Hans-Walter Gumbinger fügt hinzu: „Auch die innerfamiliale Arbeitsteilung – wer macht was, wer ist wofür zuständig – ist nicht mehr so klar vorgezeichnet wie noch in der Elterngeneration, und heutige Eltern müssen individuell nach neuen und differenzierteren Antworten und Entwürfen der Lebensführung suchen.“

Der Vater als Ernährer der Familie hat noch immer nicht ausgedient, aber längst gibt es eine breite Vielfalt von Vatertypen, die sich mit den gesellschaftlichen Erwartungen an den „neuen“ Vater auf sehr unterschiedliche Weise auseinander setzen. Diese Erwartungen sind hoch: Er soll sich aktiv, kompetent und emotional in der Kindererziehung engagieren und partnerschaftlich agieren. Am Frankfurter Institut für Sozialforschung haben die Soziologen Andrea Bambey und Hans-Walter Gumbinger untersucht, wie sich die Rolle des Vaters gewandelt hat und wie sich dies auf die Familienkonstellation auswirkt.

Zu den drei ausgewählten Typen: Der „egalitäre“ Vater unterscheidet sich deutlich von allen anderen und bildet unter den Befragten mit über 28 % die größte Gruppe. Diese Väter nehmen sich als partnerschaftlich, dem Kind zugewandt, geduldig und als von der Partnerin hoch akzeptiert wahr. Traditionelle Rollenklischees lehnen die egalitären Väter ab, und sie fühlen sich in ihrer Rolle sicher.

Sie sind bestrebt, ein Konzept von Vaterschaft zu realisieren, das von emotionaler Kompetenz und reflexiver Auseinandersetzung mit der väterlichen Rolle getragen ist. Die Erziehung des Kindes wird als ein in der Partnerschaft gemeinsam und in egalitärer Aufgabenteilung gestaltetes Projekt aufgefasst. Die Beziehung zum Kind ist für den Vater von hoher Bedeutung – auch für das eigene Selbstverständnis. In der Praxis ließ sich dies jedoch nicht immer konsequent durchhalten, was die Befragten mit beruflichen oder finanziellen Zwängen erklärten.

Der „fassadenhafte“ Vater, den fast 25 % der befragten Väter repräsentieren, distanziert sich von einem traditionellen Rollenverständnis; sein Verhältnis zum Kind schätzt er positiv ein, und er sieht sich von der Partnerin hoch akzeptiert. Er hat sich meist erst nach einigem Zögern zur Vaterschaft entschieden und oftmals eine sehr klischeehafte und idealisierte Vorstellung von Familie. Da ihm nicht so recht klar ist, wie er als Vater sein will, fühlt er sich in Erziehungsfragen oft überfordert und hat keine hinreichenden Lösungen, um Alltagsprobleme zu bewältigen. Hinter der Fassade des fürsorglichen, überlegenen und gewissenhaften Vaters zeigt er sich eher hilflos.

„Randständige“ Väter (etwa 10 % der Befragten) fühlen sich in der Dreier-Beziehung „Vater, Mutter, Kind“ wenig akzeptiert. Sie wollen sich mehr in der Familie engagieren, stoßen damit aber bei seiner Partnerin auf Unbehagen. Mit ihrem traditionellen Rollenverständnis erleben sie ihre Versuche als Eingriff in ihren Kompetenzbereich. Dieser Vater-Typus ist davon überzeugt, dass seine Partnerin seinen erzieherischen Kompetenzen misstraut, und seiner Wahrnehmung nach möchte die Mutter ihn aus der Beziehung zum Kind sogar tendenziell ausschließen. Er geht ohnehin davon aus, dass die Beziehung zum Kind für seine Partnerin wichtiger ist als die Paarbeziehung.

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Familien – Revolution von oben

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 3. Januar 2007

So titelt die Welt heute einen Kommentar von Matthias Kamann zur neuen Familienpolitik, die im neuen Jahr in der medienwirksamen Gestalt des Elterngeldes daherkommt.

Das revolutionäre Moment sieht Kamann in der Tatsache, ‚dass wegen der Einkommensabhängigkeit dieser Leistung der Staat zum ersten Mal signalisiert, die materiellen Bedürfnisse und Hoffnungen akzeptieren zu wollen, die von den Eltern vor der Schwangerschaft gehegt wurden. Bisher galt ja: Sobald Paare zu Eltern werden, gehen sie in einen anderen ökonomischen Aggregatzustand über und werden eine Wirtschaftsgemeinschaft sui generis, die mit der in den Zeiten ihrer Kinderlosigkeit nichts mehr zu tun hat. Und der Staat begnügt sich mit der Abfederung besonderer Härten sowie der (unzulänglichen) Erstattung jener Kosten, die von den Eltern für die Gesellschaft erbracht werden.‘

Es sei aber eine ‚eine Revolution von oben: Im Rahmen eines … steuerlichen Umverteilungssystems tritt der Staat in Vorleistung, er nimmt auf dem Weg von Transferzahlungen einen Wandel vorweg, den die Gesellschaft in weiten Teilen erst noch zu vollziehen hat. Dieser Wandel besteht darin zu akzeptieren, dass die Gründung einer Familie mit Kindern nicht mehr darin bestehen kann, mit dem bisherigen Leben und seinen finanziellen oder beruflichen Mustern mehr oder weniger zu brechen. Statt dessen sollen nun die Berufstätigkeit der Frau, die Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern sowie das Einkommensniveau das gleichsam Vorgängige sein, in das Kinder immer nur hinein geboren werden.‘

Transfer von der linken in die rechte Tasche, noch nicht akzeptierter Wandel. Da wird ein kleiner Trippel – Schritt schon zu einer Revolution, oder wie das Heidelberger Familienbüro behauptet, zur Konterrevolution gegen die Familien hochstilisiert.

Das ist nur möglich in einem Land, in dem sich junge Familien nach der Geburt eines Kindes in den 50er Jahren wiederfinden, verglichen zum Beispiel mit den skandinavischen Ländern.

Revolution, das wäre eine Aufteilung der Elternzeit zu gleichen Teilen zwischen Müttern und Vätern und eine höhere Wert – Schätzung der Erziehungsleistungen in der Währung die zählt, dem Euro.

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Ein kleiner Schritt – der Familie zuliebe

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 31. Dezember 2006

Seiner Frau und seinen vier Töchtern zuliebe moderiert Günther Jauch zum ersten Mal nicht die Vierschanzentournee im Fernsehen. Jahrelang hatte er seine Familie vertröstet und nicht mit ihnen Silvester gefeiert – zum großen Ärger der fünf Damen.

„Meine Frau und meine Kinder haben rebelliert. Seit Jahren bitten sie mich, einmal Silvester mit ihnen zu feiern“, sagte Jauch laut dem Sender RTL. Für die Moderation der Vierschanzentournee habe er sonst schon am zweiten Weihnachtsfeiertag die Koffer gepackt. „Jahr um Jahr habe ich sie vertröstet, im vergangenen Jahr ist es mir dann zum wirklich allerletzten Mal gelungen“, betonte Jauch, der seit 2000 die Skisprung-Übertragungen moderiert.

Die Fernsehzuschauer werden es verkraften, Jauchs Familie wird es genießen. Ihnen und allen Lesern und Leserinnen dieses Blogs wünsche ich einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr.

Quelle 

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‚Generation Praktikum’ meist kinderlos

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 30. Dezember 2006

Matthias Armborst machte in der gestrigen Ausgabe der Netzzeitung auf den Zusammenhang von sozialer Unsicherheit und (Nicht-) Umsetzung des Kinderwunsches aufmerksam.

Eigentlich haben sie alles richtig gemacht: Sie sind Mitte 20, haben einen Uni-Abschluss in der Tasche und sind hoch motiviert. Doch statt im Beruf durchzustarten, arbeiten Zehntausende Uni-Absolventen als Dauer-Praktikanten. Und das in einem Alter, in dem viele eigentlich Kinder möchten.

Der Traum von der eigenen Familie wird sich für viele nicht erfüllen können: «Vom Gefühl her wäre es genau die richtige Zeit. Aber die Angst vor der Zukunft ist einfach größer.» So geht es Zehntausenden von Jung-Akademikern aus der «Generation Praktikum» – ein Schlagwort, das bei der Wahl zum Wort des Jahres 2006 ganz weit vorne landete.

‚Fast die Hälfte aller Praktikumsplätze für Hochschulabsolventen seien in Wirklichkeit getarnte Vollzeitjobs, schätzt der Deutsche Gewerkschaftsbund. Die für Vollzeitarbeit fälligen Löhne und Sozialabgaben würden vier von zehn Praktikanten mit Uni-Abschluss vorenthalten.‘

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Mehr Kinderwagen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 28. Dezember 2006

In der taz buchstabiert Cosima Schmitt heute das Alphabet zum neuen Elterngeld aus. Unter ‚U‘ ist dort zu lesen:

U wie Unternehmenskultur. Wie praxistauglich die Idee der „Papamonate“ ist, muss sich erst noch erweisen. Zwar schätzen laut einem aktuellen „Unternehmensmonitor“ im Auftrag der Regierung drei Viertel der Befragten Familienfreundlichkeit als wichtig für ihren Betrieb ein. Doch vielfach bleibt es bei der Theorie. Noch nehmen gerade einmal 5 Prozent der Väter Elternzeit. Dass sich dies schlagartig ändert, ist nicht zu erwarten – auch weil Väter, die um der Kinder willen das Büro verlassen, stärker als Frauen mit Unverständnis und Spott rechnen müssen.‘

Dazu passt dann auch der letzte im Alphabet:

Z wie Zukunftsaussichten. Kommt jetzt der Babyboom? Sind Deutschlands Frauen bald gebärfreudig wie seit Jahren nicht mehr? Der Blick ins Elterngeld-erprobte Skandinavien erlaubt keine klare Prognose. Es gibt allerdings Hinweise, dass Elterngeld die Bereitschaft fördert, über das erste Kind hinaus weitere Kinder in die Welt zu setzen. Die Geburtenrate wird das Elterngeld aber nur dann deutlich steigern, wenn Frauen Job und Kind insgesamt leichter vereinbaren können – etwa weil die Väter sich mehr ums Kind kümmern und die Betreuung außer Haus besser organisiert ist.‘

Dazu fällt mir dann Z wie Zirkelschluss ein, siehe unter ‚U‘ wie auch unsichere Väter, unklare Rollenvorstellungen und Unterstellungen von allen Seiten. Aber Männers, die Zukunft fängt Morgen an, nicht erst am 1. Januar.

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Bestrafte Zukunftshoffnung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 27. Dezember 2006

‚Der Stall in Bethlehem. Maria und Josef, und das Kind. Weihnachten ist das Fest der Familie, die wieder auf vielen Kanzeln und in unzähligen Weihnachtsbriefen beschworen wird. Noch einmal lebt die Institution Familie auf; für Dreiviertel aller Deutschen, sagen Umfragen, ist sie an Weihnachten das Allerheiligste. Welch eine Heuchelei. Bei Licht und nicht nur bei Kerzenschein betrachtet zählt Familie nur an Festtagen, oder anlässlich einer zufälligen Begegnung beim Waldspaziergang: Seht nur, wie nett und wie drollig die lieben Kleinen dahin stolpern!‘

In seinem Kommentar in der Weihnachtsausgabe der Süddeutschen Zeitung setzt sich Marc Beise kritisch mit der sogenannten Familienpolitik auseinander und legt seine Finger in die Wunden. Trotz aller Rhetorik der letzten Jahrzehnte werden Familien an den Rand der Gesellschaft gedrängt und Kinder sind das Armutsrisiko Nummer 1.

Von der Familienförderung, die sich unser Land in diesem Jahr angeblich 184 Milliarden € hat kosten lassen, müssen mindestens 120 Milliarden € als Fehlbuchung abgezogen werden. Die Zuschüsse des Staates für die Witwenrente hat nichts mit der Förderung von Familien zu tun und die Ausgaben für Bildung sind die Zukunftsinvestition unserer Gesellschaft. So lautet doch eine andere Phrase der Politik.

Am Ende seines Kommentars stellt Beise die Frage der Fragen:

‚Wie aber erklärt sich die Lethargie der Politiker, obwohl ihnen doch bekannt ist, dass und wie sehr Kinder die Schicksalsfrage jeder Gemeinschaft sind?‘ Weiterlesen »

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‚Echte Kerle sind gute Väter‘

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 26. Dezember 2006

und ‚Alles außer schwanger‘ so lauten die Überschriften des FR:PLUS Politik zum Thema ’neue Väter‘ vom 21. Dezember.

Im ersten Teil wird am Beispiel von Dänemark der gesellschaftliche und der individuelle Rollenwandel von Männern und Vätern skizziert. Kenneth Reinicke vom Zentrum für Gleichstellungsforschung geht auf die individuellen Bedürfnisse von Vätern ein: ‚Viele haben erkannt, dass die traditionellen Geschlechterrollen nicht in ihrem Interesse sind und das sie sich selbst betrügen, wenn sie sich vom Familienleben abkoppeln.‘

Kinderbetreuung als Frauensache zu bezeichnen, ist in Skandinavien schlechter Stil, äußert der Soziologe Henrik Dahl, als Vater abwesend zu sein,, verstoße gegen die soziale Norm. ZUr ‚wahren‘ Gleichstellung ist zwar auch in Skandinavien noch ein weiter Weg zurückzulegen, aber die Entwicklung geht voran und wird durch Initiativen aus Politik und Unternehmen befördert.

Der Staat kann lenkend eingreifen: Wenn diejenigen, die sich um die Kinder kümmern viel Geld verlieren, ist das nicht nur ein finanzielles Problem. ‚Ausreichende ökonomische Kompensation bedeutet viel für die Legitimität.‘ Und wenn die Rahmenbedingungen und die Kultur stimmen, dann kann dies ansteckend wirken. ‚Richtige Männer sind gute Väter.‘ Die deutsche Diskussion ums Elterngeld und die Vätermonate weisen hier in die richtige Richtung, ist aber auf halbem Wege stecken geblieben.

Bei Glitnir werden junge Väter nicht nur ermuntert sich aktiv an der Erziehung ihrer Kinder zu beteiligen, die Bank zahlt den Vätern die Differenz zwischen dem Elterngeld und ihrem Verdienst. Die Motive des Unternehmens erläutert die Personalchefin Viborg Lofts. ‚ Mitarbeiter mit stabilen Familienverhältnissen sind bessere Mitarbeiter, und in der Väterzeit können sie soziale Kompetenzen entwickeln, die sie später auch im Berufsleben nutzen können.‘

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Väter bleiben auf Teilzeit …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 20. Dezember 2006

… zumindest was ihr Engagement in Familie und Haushalt betrifft. Diese Ansicht vertritt Cosima Schmitt in ihrem Kommentar zum gestern veröffentlichten Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit in der taz. Ihrer Meinung nach hat die Studie vor allem die Funktion, die Darstellung der Unternehmen in der öffentlichen Meinung zu beeinflussen.

‚Mit der Wirklichkeit haben diese Bekundungen des guten Willens wenig gemein. Die Studie belegt vor allem eins: Firmen betrachten es mittlerweile als gut für ihr Image, wenn sie sich als familienpolitischer Musterbetrieb präsentieren. Dass die Angebote auch tatsächlich umgesetzt werden – dass massenhaft Firmenkitas entstünden und Väter Teilzeit arbeiten -, lässt sich indes nicht feststellen.

Zu gegenwärtig sind jene Daten, die ein anderes Bild zeichnen: Nach wie vor arbeiten Männer eher mehr als weniger, wenn sie Vater werden. Noch immer werden Männer, die nachmittags aus dem Büro gen Kita entschwinden, oft als Drückeberger angefeindet. Zudem verbirgt sich hinter manchem „familienfreundlichen Teilzeitjob“ nichts anderes als der Wunsch der Firma, Personalkosten zu sparen. Und viele Mütter arbeiten vor allem deshalb Teilzeit, weil sie gar keinen Vollzeitjob gefunden haben.‘

Das wahre Problem ist nach Ansicht von Schmitt, dass Chefs nur die Nachwuchskräfte befördern, die bis abends spät im Büro ausharren – selbst wenn dieselbe Arbeit auch am heimischen Computer erledigen werden könnte. Und dass noch zu viele Männer ganz zufrieden mit einem Dasein als Feierabendvater sind.

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