Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 20. Mai 2008
Sozioland präsentiert die Ergebnisse der Umfrage „Familie 2008“
Der demografische Wandel zwingt Europa zum Umdenken, doch wo genau liegen die Gründe für die verstärkte Kinderlosigkeit? Was bedeutet Familie im Jahre 2008?
Laut Umfrage ist der Begriff „Familie“ für 65% der Befragten eng mit Liebe verbunden, aber auch Geborgenheit (61%) und Zusammenhalt (52%) werden assoziiert. Negative Aspekte wie Stress, Streit oder finanzieller Aufwand hingegen stehen stark im Hintergrund.
Den Grund für das vielfache Nein zum Kind sehen die Teilnehmer/innen in der schlechten Vereinbarkeit von Familie und Karriere (55%) aber auch in der persönlichen finanziellen Unsicherheit (41%) begründet.
Dem heiß diskutierten Plädoyer Eva Hermans für eine Rückkehr zur klassischen Rollenverteilung als Konzept gegen den demografischen Wandel kann die Mehrheit der Befragten nicht viel abgewinnen. Statt auf Aufgabe der Karriere setzen die Teilnehmer/innen vielmehr auf Kleinkindbetreuung in Krippen, wobei für sie eine kinderfreundliche Atmosphäre und ein gutes pädagogisches Konzept wichtiger ist als die Ausstattung und Räumlichkeit der KiTas.
Die Umfrage machte außerdem deutlich, dass Väter in der allgemeinen Gesetzgebung bislang zu sehr vernachlässigt wurden: 62% der Befragten – unabhängig vom Geschlecht – sind der Meinung, Väter würden in Bezug auf ihre Kinder gesetzlich benachteiligt.
In der Umfrage äußerten sich knapp 2.000 Teilnehmer/innen unter anderem zu den Themen Kinderbetreuung, zu aktuellen Familienpolitischen Fragen und zur Bedeutung von Familie allgemein.
Weitere Ergebnisse der Umfrage in Form einer ausführlichen Studie, eines Tabellenbands (u.a. aufgeschlüsselt nach Alter, Geschlecht und Familienstand) sowie offene Kommentare zum Herunterladen finden Sie hier.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 19. Mai 2008
Im Rahmen der mehrteilige Serie ‚Werkstatt Familie’ hält Antje Schrupp im Publik Forum den ein Plädoyer für eine ‚Vaterschaft light’ und stellt einige, im Hinblick auf die Kinderfrage politisch unkorrekte Fragen.
‚Könnten wir es nicht begrüßen, wenn Frauen auch ohne Männer Kinder haben und großziehen – und zwar sowohl, wenn sie ganz ohne (männlichen) Partner leben als auch wenn sie einen Partner haben, der den Großteil seiner Zeit im Büro zubringt? Und darf ein Mann nur Vater sein, wenn er zu einem echten »Job-Sharing« mit der Mutter bereit und fähig ist, oder wären nicht auch verschiedene Varianten von »Vaterschaft light« akzeptabel, wenn sie den Wünschen von Frauen und Männern entsprechen?
Dies muss ja andere Väter überhaupt nicht davon abhalten, sich zu engagieren. Denn natürlich gibt es sie: Jene »neuen Väter«, die sich hauptverantwortlich um ihre Kinder kümmern, die genauso, wie es früher nur Mütter taten, Hausmänner sind oder sich trotz ihrer Berufstätigkeit für all die anfallenden Arbeiten zuständig fühlen, die die Betreuung kleiner Kinder erfordern. Väter, die selbstverständlich ihre beruflichen Termine sausen lassen, wenn die Kleinen krank sind, die zu Elternabenden gehen und sich als Schulvertreter wählen lassen, die Geburtstagsfeste ausrichten, die Kleinen zum Fußballtraining begleiten, ihre Wäsche waschen und die Klavierlehrerin aussuchen – kurz: für die bei der Verteilung ihrer Arbeitskapazitäten die Versorgung der Kinder höchste Priorität hat.
Aber machen wir uns nichts vor: Diese Väter sind die Ausnahme, in Zahlen gesprochen höchstens fünf Prozent. Die ganz überwiegende Mehrheit scheint eher so etwas wie einen Mittelweg anzustreben: Weiterlesen »
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 18. Mai 2008
Noch immer nutzen nicht alle Väter die Möglichkeit, in Elternzeit zu gehen. Kein Wunder: Wenn Väter sich in Vollzeit um ihre Kinder kümmern möchten, sind die Widerstände weiterhin groß. Viele Männer haben Angst um ihre Karriere – nicht immer ganz zu unrecht.
Der Rollenwechsel vom Brötchenverdiener zum aktiven Vater ist keine Kleinigkeit. Die Regelung zum Elterngeld, das nur dann 14 Monate lang gewährt wird, wenn auch der Vater mindestens zwei Monate aus dem Beruf aussteigt, hat daran wenig geändert.
Experten bescheinigen den Männern allerdings, nicht per se weniger geeignet für den Job zwischen Wickelkommode und Herd zu sein. Wenn sie den Schritt raus aus dem Büro oder weg von der Werkbank geschafft haben, seien sie zu derselben Fürsorge in der Lage wie Mütter, sagt Prof. Hartmut Kasten vom Institut für Frühpädagogik in München. „Und sie sind bei der Betreuung der Kinder genauso geschickt.“
Männer, die in Elternzeit gehen, seien auch in der Lage, alle Aufgaben zu bewältigen, die damit verbunden sind – also nicht nur Ballspielen mit den Kleinen, sondern auch Putzen, Kochen und Einkaufen.
Quelle
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 17. Mai 2008
Ich habe mir gerade noch einmal den GEO Artikel aus dem Jahr 2001 durchgelesen. Er ist jetzt über 7 Jahr alt, aber die dort beschriebenen Ergebnisse der Familien- und Bindungsforschung haben sich bis heute weder überall herum gesprochen noch als Voraussetzung einer neuen Familien- und Väterpolitik wirklich verankert.
‚Familienforscher haben herausgefunden: Die Wichtigkeit der Mutter bei der Kindererziehung wird reichlich überschätzt. Ohne Väter ist kein Nachwuchs richtig fit fürs Leben
Ein Psychologenteam um Karin Grossmann und Heinz Kindler von der Universität Regensburg hat wissenschaftliche Aufzeichnungen ausgewertet, die den Umgang verschiedener Väter mit ihren Kindern über viele Jahre hinweg dokumentieren. Die bisherigen Erkenntnisse der Forscher:
Die Feinfühligkeit des Vaters beim Spiel, etwa mit Zweijährigen, korreliert extrem stark und eindeutig mit dem Bindungsverhalten der Kinder noch im Alter von 16 und 22 Jahren. Je sensibler der Vater das Kleinkind behandelt, desto sicherer geht der junge Erwachsene mit emotionalen Bindungen um.
Mehr noch: Als Erwachsene reproduzieren die Kinder in ihren Beziehungen ziemlich genau jenes Verhalten, das die Väter ihnen gegenüber im Spiel gezeigt haben. Ist der Papa dem Kind gegenüber geduldig, aufmerksam und zugewandt, so sind es 22-Jährige ihren Partnern gegenüber auch; sie vertrauen ihnen mehr, sind offener, emotional erfüllter und wenden sich öfter an Mitmenschen um Hilfe und Zuspruch. Kinder von unsensiblen Vätern haben dagegen weit mehr Probleme in Partnerschaften, sind zugeknöpfter, misstrauischer. Und noch ein Ergebnis: Die Spiel-Feinfühligkeit der Mutter spielt nur eine untergeordnete Rolle.
Die Suche nach der Wahrheit über das Wesen des Vaters ist schwer. Zu viele Vorurteile verstellen den Blick: vom angeblich abwesenden, faulen, säumigen, gewalttätigen Vater, vom Versager-Vater, vom Zerfall der Familie, vom Ende der Elternschaft…‘
Den ganzen Beitrag können Sie hier lesen.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 17. Mai 2008
Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus Männersicht – Vortrag und Podiumsdiskussion mit Thomas Gesterkamp, Fachjournalist, und Vertretern aus regionaler Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung in Göttingen.
Durch die Diskussion um die Vätermonate beim Elterngeld ist einiges in Bewegung gekommen. Früher galten Männer als Familienflüchtlinge und Unternehmen als natürliche Feinde der Familie. Heute sehen sich Väter in erster Linie als Erzieher ihrer Kinder und manche Betriebe haben ihre Programme zur Förderung und Wiedereingliederung für Mütter um eine Väterkomponente erweitert.
Thomas Gesterkamp, Fachjournalist aus Köln, gibt einen Überblick über die Väterfreundlichkeit deutscher Unternehmen.
In der anschließenden Podiumsdiskussion soll herausgearbeitet werden: Wie und wann engagieren sich Väter in Göttingen für ihre Kinder? Was erwarten Arbeitgeber von männlichen Elternzeitern? Wie werden Väter nach der Elternzeit unterstützt? Welche Auswirkungen haben die Papamonate auf die Paarbeziehung?
Die Veranstaltung findet am Freitag, 23.5.2008, um 19.00 Uhr, in der Galerie Apex, in der Burgstraße 46 in Göttingen statt. Der Eintritt kostet 4,– €, moderieren wird Ralf Ruhl, verantwortlicher Redakteur des Väterdossiers bei spielen und lernen.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 16. Mai 2008
Im Interview mit dem Schweizer Tagesanzeiger äußert sich Andrea Maihofer, die seit 2001 in Basel die erste schweizerische Professur für Geschlechterforschung inne hat, zu den Reibungsflächen der Eltern und den Problemen in der Familie.
Ihrer Ansicht nach müsste Folgendes ganz oben auf der To Do Liste stehen:
‚Politisch gesehen: bessere Betreuungsstrukturen, bessere Bezahlung der Betreuer sowie bessere Ausbildung und bessere Anerkennung des Betreuungspersonals. Ausserdem wären politische Anreize für mehr Teilzeitstellen gerade auch im Kaderbereich wichtig. Es gibt eine paradoxe Entwicklung: Die meisten hochqualifizierten Männer wollen, wie unsere neue Väter-Studie zeigt, mehr Kontakt zur Familie, zu den Kindern. Aber die Firmen setzen wieder vermehrt auf die Intensivierung der Arbeit: weniger Leute, mehr Vollzeitstellen, und dies mit dem Anspruch permanenter Abrufbarkeit. Arbeit ist entgrenzt, das Büro ist überall, als Palmtop immer mit dabei. Dass Hundertprozenter häufiger krank sind, mehr Burnout-Fälle aufweisen und weniger effizient arbeiten als die Teilzeiter, ist noch nicht durchgedrungen. Das ist, wie unser neues Forschungsprojekt zum Kinderwunsch bei Männern belegt, einer der wichtigen Gründe, weshalb sie sich gegen Kinder entscheiden. Denn kaum einer will heute mehr ein abwesender Vater sein. Wenn schon Vater, dann richtig.
Das Rollenverständnis hat sich geändert.
Sehr. Allerdings ist es trotzdem immer noch so, dass das Selbstwertgefühl von Männern am Beruf hängt und nur am Beruf. Das Familienleben hat zwar fürs Wohlbefinden stark an Relevanz gewonnen. Aber ein «Hausmann» ist meistens nicht stolz auf seine Arbeit. Frauen dagegen haben heute zwei Quellen, aus denen sich ihr Selbstwertgefühl speist: den Beruf und die Familie.
Quelle
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 16. Mai 2008
Für Väter ist der vorübergehende Ausstieg aus dem Beruf für eine Elternzeit schwieriger als für Mütter. Das geht aus einer Studie der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF) in Berlin im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh hervor.
Von Männern wird laut der Studie noch stärker bedingungslose Einsatzbereitschaft erwartet. So berichteten die männlichen Befragten von zahlreichen Widerständen und von Unverständnis, auf das sie in ihrer Firma trafen.
91 % der Befragten wünschten Unterstützung vor allem für Väter. Für die Studie «Kinder und Karrieren: die neuen Paare» hatte die Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft im Auftrag der Bertelsmann Stiftung rund 1200 Menschen befragt.
Nur ein Drittel der Befragten ist der Ansicht, dass das eigene Unternehmen Väter bei der Wahrnehmung von Familienpflichten unterstützt. Und nur 13 % glauben, dass Unternehmen bei Männern gleichermaßen wie bei Frauen mit familiären Auszeiten rechnen.
76 % der Befragten wollten eine gleiche Rollenverteilung in der Familie und hätten sich daher für das Modell «Doppelkarrierepaar» entschieden. Beide seien damit sowohl in der beruflichen als auch der familiären Welt zu Hause – dies führt laut der Studie zu mehr Zufriedenheit.
56 % der Mütter und 47 % der Väter wünschten sich mehr Zeit für die Familie. Zwei Drittel der Befragten setzten sich für mehr Familienfreundlichkeit ein und 98 % wünschen sich größere Handlungsspielräume zur individuellen Beeinflussung von Lage, Dauer und Verteilung der Arbeitszeiten.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 16. Mai 2008
Dass Geld nicht unbedingt glücklich macht, zeigt sich immer wieder – ob bei gestressten Managern, überarbeiteten Politikern oder genervten Superstars. Zufrieden in seinem Beruf ist, wer seine Arbeit mag und Erfüllung darin findet.
Das sieht auch die große Mehrheit der Teilnehmer einer weltweiten Umfrage des Online-Karriereportals Monster so: 76 % (Deutschland: 73 %) würden finanzielle Einbußen in Kauf nehmen, wenn Sie dafür in ihrem Traumjob arbeiten könnten. Nur 24 % der Befragten ziehen ein hohes Gehalt dem Traumjob vor.
Bei der letzten Väterbefragung der IGS Organisationsberatung gaben fast 60 % der befragten Väter an, zugunsten von gelebter Familienfreundlichkeit auf mehr als 5% ihres Gehalts, 27 % sogar auf mehr als 10 %, verzichten zu wollen.
Für ein erfolgreiches und angenehmes Berufsleben empfiehlt Monster folgende Strategien: Weiterlesen »
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 15. Mai 2008
Väter und ihre Familien – Verantwortung und Herausforderung, so lautet das Leitthema der UNO für den heutigen Tag der Familie.
Der Internationale Tag der Familie geht auf die Vereinten Nationen zurück, die ihn 1993 ausgerufen haben. Dieses Jahr erinnert dieser Tag zum 15. Mal an die Familie als Basis für die Gesellschaft und den Staat.
Im Aufruf der Vereinten Nationen heißt es dazu: ‚Traditionally in many societies, fathers have been moral teachers, disciplinarians and breadwinners. In many countries, there is now an increased emphasis on the father’s role as a co-parent, fully engaged in the emotional and practical day-to-day aspects of raising children. Recent research has affirmed the positive impact of active involvement by fathers in the development of their children.
Yet challenges persist for fathers – and for society and social policy. Too many men have difficulty assuming the responsibilities of fatherhood, often with damaging consequences to families and inevitably society at large.’
Diese Themen sind auch in der hiesigen Diskussion von großer Bedeutung. Aber am Tag der Familie geht es hierzulande ausschließlich um die Kinderbetreuung.
Merke: Nicht überall wo Familie drauf steht, sind auch Väter drin.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 14. Mai 2008
Die ‚Power Paare’, so heißen sie in der Buchveröffentlichung, standen heute im Mittelpunkt der Vorstellung der Studie über Double Career Couples in Berlin. Ich war dabei und konnte viele Eindrücke mitnehmen und werde in den nächsten Tagen ausführlich darüber berichten.
Vorab einige Ergebnisse der von der Bertelsmann Stiftung finanzierten Studie in Kürze:
Doppelkarrierepaare mit Kindern sind Multiplikatoren für eine familienfreundliche Unternehmenskultur. 75 % der weiblichen und 79 % der männlichen Führungskräfte sagen, dass ihr Verständnis für Kolleg/innen und Mitarbeiter/innen mit Familie gewachsen ist. Zwei Drittel der Befragten setzen sich aktiv für Familienfreundlichkeit und Chancengleichheit in ihrem Arbeitsumfeld ein.
Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gelungene Vereinbarkeit sind familienfreundliche Arbeitsbedingungen. 98 % der Befragten sind der Ansicht, dass Unternehmen sie vor allem durch flexible Handlungsspielräume von Lage, Dauer und Verteilung der Arbeitszeit unterstützen sollten.
91 % halten Unterstützungsangebote der Unternehmen für dringlich, die sich explizit an Väter richten. Obwohl viele Unternehmen bereits familienfreundliche Maßnahmen anbieten, liegt die entscheidende Barriere meist in einer anwesenheitsorientierten Unternehmenskultur. Weiterlesen »
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