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lebe deinen Traum!

Alleinerziehende müssen nicht zwingend Vollzeit arbeiten

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 17. Juli 2008

Der Bundesgerichtshof hat heute in Karlsruhe entschieden, dass Alleinerziehenden nicht generell ab dem dritten Lebensjahr des Kindes eine ganztägige Berufstätigkeit zugemutet werden kann.

Vielmehr können solche Mütter und Väter nach einer Trennung dann länger Unterhalt von ihrem Ex-Partner verlangen, wenn eine längere eheähnliche Gemeinschaft und ein gemeinsamer Kinderwunsch bestanden haben.

Außerdem müssen Alleinerziehende mit kleineren Kindern nicht ganztags arbeiten, weil das zusammen mit den Erziehungsaufgaben zu einer übermäßigen Belastung führen könne. Selbst wenn ein Kind im Kindergarten ganztags betreut werde, führe dies „nicht notwendig“ dazu, dass die Mutter die Pflicht habe, eine Vollzeitbeschäftigung aufzunehmen.

Und was ist mit den Vätern? Ich habe das Gefühl, dass hier die Justiz der gesellschaftlichen Wirklichkeit hinterherhinkt, das klassische Ernährermodell festschreibt und so die Bemühungen einer gleichberechtigten Übernahme von Erwerbs- und Erziehungsaufgaben konterkariert.

Das die Betreuungssituation nach wie vor unzureichend sind und die Arbeitsbedingungen in vielen Betrieben es Vätern und Müttern schwer machen, dies zu leben, ist unbestritten. Mit diesem Urteil wird aber ein falsches Signal gesetzt.

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Worte statt Taten I

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 8. Juli 2008

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat am heutigen Dienstag, in Berlin die Initiative „Für ein kindergerechtes Deutschland“ gestartet. Ziel der Aktion ist, gerechte Startbedingungen für Kinder und Jugendliche in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft zu etablieren.

„Kinder sind die Zukunft unseres Landes. Sie zu fördern, zu schützen und zu beteiligen ist eine gemeinsame Aufgabe für alle Ebenen unseres Staates und unserer Gesellschaft. … Nur wenn alle Kinder am Anfang gute Startbedingungen haben, haben sie auch gleichberechtigte und gerechte Chancen, ihre Talente und Fähigkeiten im späteren Leben zu entfalten. Deutschland kann davon nur profitieren.“

Wie die Wirklichkeit und der Alltag in den Familien aussieht, hat eine aktuelle Elternumfrage von Infratest Dimap im Auftrag des Bundesfamilienministeriums beleuchtet:

Für 85 % der Eltern ist die Zeit mit ihren Kindern sehr wichtig, für 15 % wichtig. Doch zwei Drittel der Befragten sehen gerade Zeitmangel als häufigstes Hindernis, den Familienalltag kindergerechter zu gestalten.

10 % der Mütter und ein Drittel aller Väter verbringen werktags weniger als zwei Stunden mit ihren Kindern.

Über 40 % der Familien finden nur an zwei Tagen in der Woche Zeit für ein gemeinsames Frühstück.

85 % der Befragten geben an, oft bzw. sehr oft mit ihren Kindern gemeinsam zu kochen und zu essen. Allerdings kochen und essen 27 % der Eltern mit einem Haushaltsnetteinkommen unter 1.500 € nur gelegentlich, selten oder nie mit ihren Kindern. Weiterlesen »

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Worte statt Taten II

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 8. Juli 2008

‚Aus meiner Sicht ist es sehr wichtig, dass Kinder nicht nur mit Frauen in Verbindung gebracht werden. Die Mütter sind wichtig, aber die Väter eben auch. Wenn unsere Gesellschaft eines Tages so sein wird, dass der Mann gefragt wird, warum er eigentlich keine Vätermonate nimmt, dann werden wir wieder ein ganzes Stück geschafft haben.

Denn nur, wenn auch der männliche Teil der Gesellschaft das Leben mit Kindern als etwas ganz Normales betrachtet, wird die Gesellschaft insgesamt noch kinderfreundlicher werden. 80 Prozent der Bevölkerung sagen schon, dass sie gerne mit Kindern zusammenleben. Wenn das noch ein bisschen mehr werden sollte, wäre das gut.‘

Auszug aus einer Rede von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel auf der Abschlussveranstaltung zum zweiten Teil der Kampagne „Du bist Deutschland“ am 3. Juli 2008 in Berlin.

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Der kleine Unterschied

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 6. Juli 2008

Papa macht Pause. Noch. Stefan Ruhkamp ist mit der Kolumne und seiner Elternzeit in der verflixten 7. Woche angelangt und so langsam wird es ernst.

‚Da macht man und tut man, kutschiert die Kinder durch die Gegend. Gottlob hat sich die kleine Johanna inzwischen an die Krippe gewöhnt. Man bügelt, wäscht die Wäsche – von mir aus auch getrennt nach bunt und dunkelbunt. Selbst Wohnzimmer und Bad habe ich während meiner zwei Monate Elternzeit schon geschrubbt – klaglos. Als Junggeselle habe ich so viel in sechs Monaten nicht geputzt. Und was ist der Lohn: Mäkeleien.

Mein Begriff von Sauberkeit und Ordnung ist nun mal ein relativer. Wenn es auf den wohlmeinenden Betrachter – das bin ich – einen guten Eindruck macht, dann langt es, und die Unordnung darf allmählich wieder aufblühen bis zur nächsten Putzaktion.

Meine Gattin hat dagegen einen absoluten Anspruch, Krümel oder eine einsame, ungespülte Pfanne sind Anlass genug für tadelnde Blicke. Was soll das? … Und überhaupt, sie geht arbeiten, ich bleibe zu Hause. Da verbietet sich schon von Rechts wegen jeder Vorwurf.

Sonst könnte ich ja demnächst auch nach der Arbeit kommen und fragen, warum das Essen immer noch nicht auf dem Tisch steht. Den Skandal möchte ich lieber nicht erleben. „Das ist nicht dasselbe.“ Ach ja, natürlich nicht.

… Wird Zeit, dass die Arbeit wieder anfängt.’

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Söhne, denkt selbst!

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 5. Juli 2008

So lautet eine zentrale Forderung des Geschlechterforschers Gerhard Amendt im stern.de – Interview. Er fordert er eine neue, männliche Perspektive auf die Rolle von Vätern ein – und übt radikale Kritik an der Rolle der Frauen. „Männern ist heute vielfach nicht mehr klar, was von der Männlichkeit wert ist, weiter gegeben zu werden“.

‚Wer hält die Macht in modernen Gesellschaften in Händen? Frauen. Wer entscheidet, wie Söhne über ihre Väter denken?

Mehrheitlich die Frauen. Nehmen Sie die Kindergärten, die Jugendarbeit, die Schulen, Kinder- und Jugendforschung, ja, sogar die psychotherapeutischen Berufe et cetera. Frauen dominieren die Bildungswelten, sie geben den Stil vor, wie miteinander umgegangen werden soll, wie gearbeitet wird, wie Konflikte vermieden, wie gelöst oder wie Menschen kalt gestellt werden.

Und mittendrin der Mann als personalisierter Konfliktherd, wehrlos, vor allem der ältere?

Die Männer-Generation der heute über 50-Jährigen hat oft besiegte oder gar keine Väter gehabt, weil sie aus dem Krieg nicht zurückgekehrt sind. Und freilich konnten die Mütter die Väter nicht ersetzen. Viele waren verwitwet. Das Schweigen der Überlebenden hat den familiären Alltag geprägt. Dann kam mit 1968 die ganz große Vorwurfshaltung gegenüber den Vätern. Die Rolle der Mütter im Nationalsozialismus stand hingegen bis in die 90er Jahre nicht zur Debatte. Das beginnt jetzt erst und leitet die Auflösung vom Mythos der friedfertigen Frauen ein.

Bleiben wir bei den Männern.

Aber Sie können über Männer nicht reden, wenn Sie nicht gleichzeitig über Frauen reden. Die gehören nun einmal zusammen. Deshalb ist gerade auch die feministische Debatte über Männer und Väter noch immer die Fortsetzung der 68er-Debatte über die damalige Vätergeneration: Angeblich haben sie alles falsch gemacht, und deshalb seien sie auch allein an allem Schuld. … Weiterlesen »

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ÖGB geht mit gutem Beispiel voran

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 3. Juli 2008

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) ermöglicht ‚seinen’ frischgebackenen Vätern ab sofort einen Papamonat.

„Wir reden nicht nur, sondern wir gehen auch gleich mit gutem Beispiel voran. Der ÖGB bietet ab sofort allen frischgebackenen Vätern die Möglichkeit, einen Papamonat zu nehmen“, so die Leitende Sekretärin Monika Kemperle, sichtlich stolz über die Pionierrolle des ÖGB.

Die rasche Umsetzung des Papamonats ist eine zentrale politische Forderung des ÖGB. Die Bindung der Väter zum neugeborenen Kind wäre eine ganz andere, und der Papa-Monat kann ein wichtiger Anstoß dafür, dass künftig noch mehr Väter in Karenz (Elternzeit) gehen.

„Wir wollen unseren Mitarbeitern ermöglichen, die ersten Wochen ganz für das neugeborene Baby und die Mutter da zu sein. Die neue Frauenministerin hat damit best practise Beispiele in Österreich und wir müssen nicht immer nach positiven Beispielen in Skandinavien suchen.

Das positive Beispiel soll Unternehmen zum Nacheifern anregen und die Regierung überzeugen, den Papamonat so schnell wie möglich gesetzlich einzuführen, so Kemperle abschließend.

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Väter brauchen Anerkennung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 2. Juli 2008

Durch den gestrigen Beitrag ‚Den Schein wahren‘ im Mannheimer Morgen bin ich auf diese interessante Untersuchung aufmerksam geworden:

Wenn Väter sich nicht oder nur zögerlich um ihren Nachwuchs kümmern, liegt das in erster Linie an den Müttern. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler um Sarah Schoppe-Sullivan von der Ohio State University.

Die Forscher beobachteten über einen Zeitraum von mehreren Monaten das Verhalten von 97 Paaren, die zu Beginn der Studie ihr erstes Kind erwarteten. Dabei zeigte sich, dass sich die Männer umso hingebungsvoller ihrem Baby widmeten, je mehr sie von ihrer Partnerin dazu ermutigt wurden.

Wenn die Frauen sie hingegen oft kritisierten, zogen sich die Erzeuger verschüchtert zurück. Weniger entscheidend ist offenbar, wie Männer selbst ihre Vaterrolle definieren, wie gut die Beziehung des Paares funktioniert oder wie häufig die Frau berufsbedingt außer Haus ist. „Die Mütter bestimmen, wo es langgeht“, sagt Schoppe-Sullivan. In einer Langzeitstudie mit 170 Paaren will sie nun die Ursachen und Folgen der mütterlichen Dominanz erforschen.‘

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Der benachteiligte Mann?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 1. Juli 2008

Im ‚Doppelpunkt Forum’ der gesellschaftskritischen Diskussionsrunde im DRS geht es am kommenden Dienstag, den 8. Juli ab 20 Uhr ‚Live’ um das Thema ‚Der benachteiligte Mann?’

Diskutieren weren unter anderen Thomas Daum, Direktor Schweizerischer Arbeitgeberverband, Bänz Friedli, Kolumnist Migros-Magazin, Walter Hollstein, Soziologe und Buchautor, Markus Theunert, Präsident von männer.ch, dem Schweizer Dachverband der Männer- und Väter – Organisationen sowie weiteren Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik.

Das Publikum kann sich selbstverständlich auch an der Gesprächsrunde beteiligen.

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Väterkonferenz 2008

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 29. Juni 2008

Im Rahmen der Tagung am 23. Juni in Wien wurde gemeinsam mit skandinavischen Experten Modelle verstärkter Väterbeteiligung (u. a. das Papamonat-Modell des BMSK) diskutiert und die Publikation „Zeit zum Vatersein“ des Schweizers Christoph Popp der Öffentlichkeit präsentiert.

In den nachfolgenden Downloads finden Sie die Einladung zur Väterkonferenz, die Presseunterlagen des BMSK, die „abstracts“ und Powerpoint-Folien der ReferentInnen. Die gesamte Tagungsdokumentation wird im Herbst 2008 hier downloadbar sein.

Downloads:

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Zeit zum Vatersein …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 28. Juni 2008

… Chancen einer befreienden Lebensrolle. So lautet der Titel des Buches von Christoph Popp, dem Präsidenten von Väternetz.ch, das bei der Väterkonferenz in Wien präsentiert wurde.

Das Buch gründet auf einem dreiteiligen Mailwechsel mit 25 Vätern, die sich in unterschiedlicher Form in ihrer Vaterrolle eingerichtet haben, im Rahmen des Projekts ‚Väter gewinnen’.

In diesem Buch wird die Zeit zum Vatersein konkret und messbar angesprochen. Im Vorwort heißt es dazu:

‚Es braucht Zeit zum Vatersein und es ist Zeit zum Vatersein. Der oft gehörte Spruch, auf die Qualität und nicht auf die Quantität der Vaterzeit komme es an, entspricht zwar dem Zeitgeist, birgt aber die Gefahr von Beschönigung und Selbsttäuschung. Väterliche Präsenz ist etwas, das sich nicht einfach komprimieren und in hocheffizienten Dosen (gewissermaßen homöopathisch potenziert) verabreichen lässt.’

In dem Buch werden die Erfahrungen und Berichte der Väter durch fachlich theoretische Reflexionen ergänzt und so eine differenzierte Sicht auf die verschiedenen Facetten der Vaterschaft ermöglicht.  Bereichert werden diese Texte durch Fotografien von Hans Schlemper, die  im Somer 2004 für den ‚Konstanzer Väter Winter‘  einer Kooperationsverantaltung der VHS und des Fachbereichs Psychologie der Universität Konstanz, entanden sind.

Zeit zum Vatersein ist in der Schriftenreihe der Männerpolitischen Grundsatzabteilung des Bundesministeriums für Soziales und Konsumentenschutz (BMSK) erschienen und kann dort bestellt werden.

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