Väter gehen lieber arbeiten …
Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 10. März 2009
… titelt die Schwäbische Zeitung einen Bericht zu den neuen Elterngeldzahlen und gibt an, bei den größten Arbeitgebern in Biberach und bei Expertinnen nachgefragt zu haben, ob Männer mehr Verantwortung bei der Erziehung der Kinder übernehmen wollen.
Die Antwort wird dann aber schon einmal ohne die erwähnte Expertise geliefert: ‚Der neue Mann, der ein halbes oder ein ganzes Jahr Elternzeit in Anspruch nimmt, um sich in dieser Zeit ausschließlich seinem Nachwuchs zu widmen, ist offenbar nach wie vor ein Exot.’
Dazu die Arbeitgeber der Region: ‚Dass ein männlicher Mitarbeiter sechs Monate oder ein Jahr zu Hause bleibt, seien Einzelfälle, sagt Vollmer-Personalleiter Hans Wahl. „Ein paar sind zwei oder drei Monate zu Hause geblieben.“ Bei Liebherr gingen 2008 zwölf Väter in Elternzeit. Die zeitlichen Spannen reichen von einem bis zu sieben Monaten. Auch bei Boehringer genehmigen sich Väter lieber kürzere Auszeiten und nehmen eher zwei bis drei Monate Elternzeit. „Mehrheitlich bleiben die Frauen zu Hause, zunehmend aber auch Männer“, sagt Boehringer-Pressesprecher Gunter Engelberg.’
Die Erklärung für dieses Verhalten ist schwäbisch simpel: ‚Die gesetzlichen Regelungen führten zwar allmählich zu einem Umdenken, entscheidender sei aber, wer das größere Gehalt bezieht. „Verdient die Frau mehr, bleibt eben der Mann zu Hause.“’ Die Unternehmen haben auch noch ein Eigeninteresse, ihre Beschäftigten nicht allzu lange ziehen zu lassen:
Sollte bei Boehringer ein Vater oder eine Mutter in Elternzeit gehen, suche man individuelle, auf die jeweilige Stelle zugeschnittene Lösungen. Der Pharmakonzern gibt sich nicht ohne Grund betont kinderfreundlich. „Wir wollen das Knowhow der Mitarbeiter für das Unternehmen sichern.“
Die ebenfalls befragte Expertin, die Leiterin der Familienbildungsstätte Karin Burgmair-Laengerer, berichtet von einer Veranstaltung zum Thema „Männer in der Arbeitsfalle“ im vergangenen Jahr und sagt: „Männer brauchen mehr Selbstbewusstsein, ihren Rechtsanspruch auch einzufordern. Viele trauen sich nicht, weil sie Unannehmlichkeiten fürchten.“
Ich denke, Ermutigung und ‚Traute’ sind angesagt, aber bei der Recherche zu dieser Veranstaltung gab mir das ‚Google Orakel meinten Sie’ einen interessanten Hinweis.
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