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lebe deinen Traum!

Medienschlacht um das Recht, Mutter zu werden und Vorstand zu bleiben

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 6. Oktober 2009

Die Schwangerschaft einer Top-Managerin löste eine bemerkenswerte Debatte in den Medien aus. Michael Stuber (Ungleich Besser Diversity Consulting) analysiert die Diskussion, die der frisch gebackene Vater Roger Köppel, Chefredakteur der rechts-konservativen ‚Weltwoche’, ausgelöst hat.

Seine markigen Formulierungen wie ‘Würden Sie Ihre Armee einem General anvertrauen, der sich im Krieg aus familiären Gründen beurlauben lässt?’ und seine schieflagige Frage nach dem ‘Recht auf Selbstverwirklichung’ wurden in Online-Kommentaren gar als Angriff auf die Bundesverfassung und die Menschenrechte kritisiert.

Das Corpus ‘Delicati’ bildet die Vorsitzende der Geschäftsleitung von ABB Schweiz, dem eidgenössischen Teil des Technologiekonzerns ABB. Die 39-jährige Jasmin Staiblin trat im Juli ihren 16-wöchigen Mutterschaftsurlaub an und informierte ihre Beschäftigten per Email über die abwesenheitsbedingte Vertretung. Seither tobt die Schlacht um die Anwendung von Auszeit-Modellen gerade in wirtschaftlich schweren Zeiten. Dabei könnte Staiblin mit ihrer Karriere als Vorbild gelten. Die Deutsche ist eine von nur 5 % Frauen in den Geschäftsleitungen der 100 größten Schweizer Unternehmen, eine der wenigen Mütter in diesem Umfeld und die einzige Frau, die es ganz an die Spitze schaffte.

Wie unangemessen die Diskussion um vorübergehende Abwesenheiten ist beschreibt DIE ZEIT online, die darauf hinweist, dass der ehemalige Chef der ABB, Fred Kindle, mit Pauken und Trompeten ging und ein halbes Jahr kein Nachfolger benannt worden war. dieStandard.at zitiert Weltwoche-Chef Köppel unter anderem mit den Worten, Frauen haben ‘in Spitzenpositionen nicht zu suchen’ und dass die Fragen lauten müssen, weshalb sie ‘nicht länger bei ihrem Kind bleibt’. Der Berner Korrespondent des Standard weist süffisant darauf hin, dass Köppel als berufstätiger Vater im eigenen Haus schwieriges zu leisten habe, denn die Weltwoche verzeichnet einen deutlichen Leser- und Inserentenschwund.

Auch die Süddeutsche Zeitung verwies vor kurzem auf die Absurdität der Diskussion. Sie stelle alle Bemühungen, Kinder und Karriere miteinander zu verbinden, auf den Kopf und befördere uralte Rollenklischees. Das Blatt stellt die eigentliche Frage, die Köppel anscheinend gar nicht in den Sinn kam: Warum schaffen es nicht mehr Frauen ganz nach oben, nachdem es der Wirtschaft doch gut tut?

Einige schweizerische Medien wie die Neue Zürcher Zeitung und der Tages-Anzeiger ignorierten elegant die Entgleisungen der Weltwoche. Die Boulevardpresse ließ sich die Sensationsäußerungen indes nicht entgehen und stießen ins politisch korrekte Horn. ‘Der Blick’ druckte einen Meinungsaustausch emanzipierter Personen und kam zu dem bahnbrechenden Fazit, dass es berufstätige Mütter schwer hätten.

Staiblin sieht das eventuell anders. Sie trennt Berufliches und Privates streng und gab keine Auskünfte über ihr privates Arrangement zur Kinderbetreuung. Ganz so, wie männliche Top-Manager, die Vater werden.

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Väter spielen als emotionale Bezugsperson für das Kind eine Hauptrolle

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 5. Oktober 2009

Margrit Stamm, Professorin für Erziehungswissenschaften an der Universität Freiburg (Schweiz) verbindet in der Neuen Züricher Zeitung (NZZ) Ergebnisse der Väterforschung mit alltäglichen Erfahrungen der Aufgabenteilung in den Familien.

Gemäß neusten Erkenntnissen verfügen Väter gar über ähnliche biologische Kompetenzen wie Frauen: Während der Schwangerschaft erleben sie ebenfalls Hormonschübe, können zum Neugeborenen ähnlich emotionale Bindungen aufbauen und auf ein schreiendes oder lächelndes Baby ähnlich wie die Mutter reagieren. Mit Ausnahme des Stillens – so die Forschung – gibt es keine Hinweise, dass Frauen prädisponiert sind, der bessere Elternteil zu sein. Sind es also rein soziale Konventionen, die uns glauben machen, die Mutter sei wichtiger für die kindliche Entwicklung?

Fast scheint es so. Die Entwicklungspsychologie nämlich belegt, dass der Vater emotional genauso wichtig für die Entwicklung des Kindes ist wie die Mutter – nicht in quantitativer, aber in qualitativer Hinsicht. Dies stellt einen Knackpunkt dar: Zwar verbringen Männer mehr Zeit mit ihren Kindern, als dies früher der Fall war, Mütter jedoch (auch wenn sie berufstätig sind) wenden noch immer weit mehr Zeit für Haushaltsarbeiten auf. Verständlich die oft geäußerte weibliche Rüge, Väter würden im Umgang mit Kindern nur die Rosinen herauspicken.

Neues schwaches Geschlecht?

Folgt man den Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie, ist aber genau diese Teilung für das Kind förderlich. Denn Väter spielen anders mit dem Kind als Mütter: Sie erfinden stets neue Spiele, tollen mit dem Kind herum, sind in Ordnungsfragen großzügiger. Mütter sind konventioneller, vorsichtiger und angetan, dem Kind bei der Regulation der Gefühlswelt zu helfen. Kein Wunder, dass viele Kleinkinder den Vater als Spielkameraden bevorzugen. – Die Vatersehnsucht hat aber auch völlig gegensätzliche Impulse erfahren. Man spricht von den Männern als den «tendenziellen Modernisierungsverlierern». Davon, dass sie das neue «schwache Geschlecht» seien, das sich der Partnerin und dem «Projekt Kind» anzupassen habe. Dieses hat die Elternschaft nicht nur zur wählbaren Option werden lassen, sondern auch zu neuen Abhängigkeiten geführt. Zwar verbindet sich mit dem Projekt Kind zunehmend der Wunsch nach Sinn und Glück. …

Fest steht: Biologische Vaterschaft verliert, soziale Vaterschaft gewinnt an Bedeutung. Männer kommen in den seltensten Fällen lediglich durch Zeugung zu einem Kind, sondern, indem sie sich in eine intime Beziehung zum Kind einlassen. Das Vater-Kind-Verhältnis muss somit emotional aufgeladen sein. …

Partnerin steuert Vaterrolle

Fakt ist auch, dass es eine Abhängigkeit zwischen neuer Väterlichkeit und neuer Mütterlichkeit gibt. Und es gibt wohl einen vierten – eher verdrängten – Vater-Typus. Jenen, der physisch präsent ist, dessen väterliche Gegenwart die Mutter aber nicht zur Kenntnis nehmen will. Solches Verhalten ist eine mächtige Quelle, aus der Vatersehnsucht sprudelt. Väter – so das Fazit – sind eben nur exakt so weit involviert, wie es die Partnerin zulässt.

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Vorbilder für Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 2. Oktober 2009

Stadt, Sozialverbände und Erwachsenenbildungs-Einrichtungen in Ludwigshafen bieten in der Reihe „Vätervorbilder“ zahlreiche Anregungen. Die Veranstaltungen drehen sich um die Fragen: Was gewinnen Väter, Mütter und Kinder, wenn Väter sich nicht länger auf die Ernährerrolle beschränken lassen? Welche Unterstützungen gibt es von Staat und Gesellschaft?

Die einzelnen Veranstaltungen ziehen sich bis ins neue Jahr hinein:

  • 26. September: Kinder kochen mit ihren Vätern, 10 bis 13 Uhr
  • 15. Oktober: Männer zwischen Familie und Beruf, 20 Uhr
  • 26. bis 30. Oktober: Väter-Kinder-Herbstferien
  • 5. November: Männer im Gespräch, 20 Uhr
  • 7. November: Kinder kochen mit ihren Vätern
  • 10. November: Auftaktveranstaltung zur Ausstellung „Vätervorbilder“ im Kulturzentrum, 19.30 Uhr
  • 17. November: Elternzeit – das Für und Wider
  • 18. November: Podiumsdiskussion unter dem Motto „Zwischen Beruf und Bobbycar“
  • 21. November: Das Multi- Vitalitäts-Bonbon für Väter und Kind
  • 10. Dezember: Papa ist der Beste, Väter im Gespräch
  • 22. bis 24. Januar 2010: Wochenendfreizeit für Väter und Kinder

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‚Das Geld ist es allemal wert’

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 30. September 2009

Im Gespräch mit Anja Baumgart-Pietsch vom Wiesbadener Tagblatt nennt der Organisationsberater Hans-Georg Nelles gute Gründe für Unternehmen, sich über die Elternzeit von Vätern zu freuen:

Haben Sie das Gefühl, dass sich der Wertewandel bei Vätern langsam durchsetzt – Stichwort Erzieher, nicht nur Ernährer – oder ist der Weg dorthin noch lang?

Dieser Wandel hat sich bereits vor 25 Jahren abgezeichnet und seitdem immer weiter verstärkt. Bereits in der zweiten von der Frauen Zeitschrift Brigitte durchgeführten Befragung Mitte der 80er Jahre haben sich die neuen Väter verbal „geoutet“. Es ist wesentlich, dass zu dem Wollen und Können, das zweifelsfrei vorhanden ist, auch das Dürfen hinzukommt. Da ist vor zweieinhalb Jahren mit der Neuregelung der Elternzeit ein wichtiger Schritt gemacht worden, weitere müssen folgen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Unternehmen gemacht? Steht man dem Anliegen, Väter zu fördern, offen gegenüber, oder ist es noch ein großer Kampf? Gibt es besonders offene Branchen, oder ist dies rein von persönlichen Faktoren abhängig?

Väterförderung ist kein Unternehmenszweck. Aber Unternehmen, die die persönlichen Anliegen ihrer Beschäftigten ernst nehmen, und dazu gehört zunehmend der Wunsch von Vätern die Elternzeit zu nutzen, werden im Wettbewerb um qualifizierte Beschäftigte vorn liegen und diese Mitarbeiter auch an ihr Unternehmen binden können. Es kommt ja nicht nur darauf an, die Krise zu überstehen, sondern sich auch darauf vorzubereiten, nach der Krise mit motivierten Beschäftigten durchstarten zu können. Mit dieser Sichtweise sind innovative und technologieorientierte Betriebe schon mehr vertraut als Unternehmen, die ein hohes Durchschnittsalter der Belegschaft und in den letzten Jahren nur wenige Neueinstellungen vorgenommen haben. Mein Eindruck ist aber, dass es in jedem Fall auf die handelnden Personen ankommt, den Inhaber oder die Personalverantwortlichen, die sich vorstellen können müssen, dass junge Männer heute andere Werte und Vorstellungen von Vaterschaft im Kopf haben als sie selbst und auch auf die Väter, die ihre Vorstellungen bei der Einstellung natürlich äußern und einfordern müssen.

Kann sich überhaupt jede Familie eine „Elternzeit“ des Vaters leisten?

Das Elterngeld beträgt 67 Prozent des Nettoeinkommens. Die Zeit ist also in jedem Fall mit einem Einkommensverlust verbunden. Es mag demnach Familien geben, die aus finanziellen Gründen auf die Elternzeit des Vaters verzichten müssen. Meiner Erfahrung nach ist es aber in der Regel nicht die Frage „Können wir auf das Geld verzichten?“` sondern „Wollen wir diese Erfahrung machen?“ Das Geld ist es allemal wert!

Was ist aus Ihrer Sicht das wichtigste Argument aus Sicht eines Vaters, der seinen Arbeitgeber davon überzeugen möchte, dass er in Elternzeit gehen will? Weiterlesen »

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Mutige (Väter) arbeiten Teilzeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 29. September 2009

Das geht, gegen viele Widerstände auch im eigenen Vorstellungsvermögen. Die September Ausgabe der Zeitschrift brandeins präsentiert Väter, die sich um ihre Familie kümmern und Karriere machen.

Das sind zum Beispiel Fragen wie: „Was werden die männlichen Kollegen sagen?“ Oder: „Wie kann ich das vor meinen Klienten rechtfertigen?“ aber auch Unternehmen (-skulturen) in denen „Karriere wird nach 18 Uhr gemacht“ wird. Auch die Rollenzuschreibungen im sozialen Umfeld sind nach wie vor mächtig:

Anders als einer Frau wird einem Mann nicht das naturgegebene Bedürfnis unterstellt, sich um seine Kinder kümmern zu wollen. Für ihn ist eigentlich nur eine Rolle vorgesehen: die des Versorgers. Will der Mann trotzdem weniger arbeiten, wird das als Illoyalität gegenüber der Firma wahrgenommen. Erschwerend kommt hinzu: Die heutige Generation der Führungskräfte ist noch immer fast ausschließlich männlich und hat dem Beruf oft die absolute Priorität eingeräumt.

Viele haben ihr Privatleben vernachlässigt. Und manche schon den Punkt erreicht, an dem sie lieber im Büro sind als daheim. Äußern nun jüngere männliche Kollegen den Wunsch nach Teilzeit, ruft das deshalb nicht nur Neid hervor. Es werden auch die Lebensentwürfe vieler Vorgesetzter erschüttert: Wenn es eine Alternative zur Dauerpräsenz in der Firma gibt, dann war nicht allein die Karriere daran schuld, dass man die eigenen Kinder so wenig gesehen und die Partnerschaft so wenig gepflegt hat.

… Auf Unterstützung durch ihre Partnerin warten Männer manchmal vergebens. Denn auch das Verhältnis der Frauen zur männlichen Teilzeitarbeit ist zumindest nicht frei von Widersprüchen. Zwar wünschen sich viele, dass auch ihr Mann mehr Zeit zu Hause verbringt. Will einer jedoch tatsächlich seine Stundenzahl reduzieren oder gar zwölf Monate Elternzeit nehmen, haben etliche damit Probleme. „Viele Frauen wollen Geld verdienen, aber das Haupteinkommen soll der Mann erzielen“, sagt die Tübinger Soziologin Regine Gildemeister.

Dazu passt, dass in Untersuchungen über männliche Teilzeit vor allem die Frauen antworten: „Der Beruf meines Mannes lässt eine Verringerung der Wochenarbeitszeit nicht zu.“ Nicht zufällig wird Männern im Väterzentrum Hamburg empfohlen, ihre Partnerin mitzubringen, wenn sie sich zum Thema Teilzeit informieren wollen.

Die Hürden für Männer, die Teilzeit arbeiten wollen, sind meist höher als die für Frauen. Dass sich trotzdem immer mehr trauen, gegen diese Widerstände anzugehen, spricht für ihren Mut. Oft sind es Männer, die bereits die ersten Karrierehürden genommen und ihre Leistungsfähigkeit bewiesen haben. Sie müssen kaum befürchten, dauerhaft arbeitslos zu werden – und finden schnell Gefallen an ihrem neuen Leben.

… Wie schnell sich diese Erfahrungen zur allgemeinen Praxis weiterentwickeln, hängt vor allem von den Männern ab und ihrem Willen, sich von ihrer traditionellen Rolle zu lösen. Das ist vergleichbar mit den Anfängen der Frauenbewegung. Der Unterschied: Frauen hatten eine recht genaue Vorstellung davon, wofür sie auf die Barrikaden gingen. Vielen Männern hingegen ist dies noch nicht klar. Auch deshalb sind Vorbilder wichtig, die euphorisch über das neue Männerleben berichten.

In der vergangenen Woche präsentierte die Sendung frauTV ebenfalls die Geschichte einer Führungskraft, die neue Wege geht.

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Väter brauchen (Frei-) Räume in der Stadt

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 28. September 2009

Im Gespräch mit Susanne Rohlfing erläutert Marcus Schmitz, Mitinitiator der Onlinebefragung ‚Wie väterfreundlich ist Köln’ was für ihn ‚Väterfreundlichkeit’ ausmacht und warum Männer ein entsprechendes Umfeld wollen:

‚Woran machen Sie die Väterfreundlichkeit einer Stadt wie Köln fest?

SCHMITZ Eine Stadt ist dann väterfreundlich, wenn drei Faktoren erfüllt sind. Das eine ist: Väter sollten ihre eigenen Bedürfnisse umsetzen können, sie sollten Optionen haben, als Vater aktiv zu sein oder auch berufliche Ambitionen zu verfolgen. Zweitens sollte bei den Arbeitgebern eine väterfreundliche Stimmung herrschen, und das Dritte ist – was wir bei der aktuellen Umfrage auch zum ersten Mal untersuchen –, dass der Lebensraum familienfreundlich gestaltet ist.

Wollen Männer denn überhaupt ein väterfreundliches Umfeld?

SCHMITZ Das hängt mit den derzeitigen Rollenmodellen zusammen, die Väter in einer Gesellschaft haben. Und da erleben wir bei uns seit einigen Jahren einen massiven Wandel. Früher gehörte es nicht zum Leitmotiv eines Vaters, von seinen Kindern etwas mitzubekommen. Mittlerweile differenziert sich das aber sehr stark aus. Das erkennt man an den Elternzeiten, die Väter heute nehmen oder an den Modellen zur Teilzeit. Insgesamt beobachten wir, dass Väter mehr und mehr in einen Konflikt zwischen beruflichen Anforderungen und dem Bedürfnis nach Familie geraten. Es passiert ein Wertewandel.

Haben Väter es noch schwerer, Kind und Karriere unter einen Hut zu bekommen, als Frauen?

SCHMITZ Nicht schwerer, sondern anders schwer. Frauen haben es schwer, wenn sie nach Kindern wieder voll in den Beruf einsteigen wollen, wenn sie ihr Karriereziel trotz der Kinder nicht aufgeben. Männer haben es schwer, wenn sie ihren Karrierewunsch zurückstellen, wenn sie bereit sind, berufliche Konsequenzen zu ziehen, um dafür die Familie stärker zu gewichten. Wir haben es immer dann schwer in Organisationen, wenn wir uns gegen allgemein bestehende Regeln verhalten. Und eine Regel ist, dass Männer voll und ganz ihrem Arbeitgeber zur Verfügung stehen.’

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Wen wählen Väter?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 25. September 2009

Das Väterzentrum Berlin lädt zur Wahl der „Väterfreundlichsten Partei“ ein. Seit dem 9. September können Väter ihren Stimmzettel in die Wahlurne im Väterzentrum Berlin werfen. Am Abend der Bundestagswahl am 27. September wird die „Papa-Wahlurne“ eröffnet und die Väterstimmen werden ausgezählt.

Nicht repäsentative Umfragen der Mitarbeiter des Väterzentrums Berlin, Eberhard Schäfer und Marc Schulte, sagen einen Sieg der CDU als väterfreundlichste Partei voraus. „In unser Papa-Café kommen immer Väter in Elternzeit. Väter schätzen die Elternzeit als Riesenchance, Zeit für ihr Baby zu haben und die Vater-Kind-Beziehung zu stärken, sagt Marc Schulte vom Väterzentrum.

„Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat die Elternzeit und das Elterngeld auf den Weg gebracht. Deshalb halten wir einen Sieg der CDU bei unserer Papa-Wahl für möglich. Aber wer weiß, wie es wirklich ausgeht!“ meint Eberhard Schäfer.

Zur Bundestagswahl am 27. September wird der Papaladen des Väterzentrums Berlin zum Wahlstudio. Im Väterzentrum können die Gäste die TV-Hochrechnungen auf der Großbildwand verfolgen und diskutieren. Kinder können spielen. Für Getränke und Snacks wird gesorgt. Alle Kandidaten des Wahlbezirks sind Kreuzberg/ Friedrichshain/ Prenzlauer Berg sind eingeladen.

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Politik für Männer und Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 24. September 2009

Nun Männer, trefft Eure Wahl! Nicht abhaken, ankreuzen! Am 27. September ist Bundestagswahl. MensHealth hat geprüft, welche Partei sich am meisten für Männer und Väter einsetzt:

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Warum Frauen nicht die besseren Kapitalistinnen sind

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 23. September 2009

… und die Krise zeigt, dass auch der Markt ein vergeschlechtlichter Prozess ist erklärt die Soziologin Christa Wichterich im Standard.at – Interview

Seit Beginn der Wirtschaftskrise werden Frauen gerne als die „besseren“ Kapitalistinnen vorgeführt – weniger risikobereit, teamfähiger, fleißiger, flexibler, denken nachhaltiger usw. Was halten Sie davon?

Christa Wichterich: Das ist die erste Krise, bei der das so geschieht. Es ist insofern interessant, weil es den Blick darauf richtet, dass die Märkte und auch die Krise vergeschlechtlichte Prozesse sind, in denen Männer und Frauen eine unterschiedliche Rolle spielen. Diese Rollen werden in der Krise auf einmal hinterfragt. Das hat im Jänner begonnen, als der „Observer“ in England gefragt hat: „Wäre der Crash auch gekommen, wenn die Lehman-Brothers Sisters gewesen wären?“

Es wurden auch gleich Studien nachgeschoben, die zeigten, dass sich an den Börsen und Banken eine Kultur der Zocker-Männlichkeit mit einem zu hohen Testosteronspiegel entwickelt hat. Das hatte zur Folge, dass es eine zu hohe Risikobereitschaft gibt und Spekulationen vorangetrieben werden, die dann zum Crash führten.

Das ist eine individualistische Analyse der Krise und eine solche lenkt von den Gesetzmäßigkeiten des Finanzmarktes ab, die dazu antreiben, immer neue Finanzmarktinstrumente zu erfinden, Wetten abzuschließen und zu spekulieren, um die Rendite zu steigern, das heißt aus Geld mehr Geld zu machen. Das führt zwangsläufig zu Blasen und schließlich zu einem Crash. Wenn man nur auf die Individuen schaut, die da eingespannt sind, lenkt das von den Gesetzmäßigkeiten des Marktes und davon ab, nach welcher Logik dieser funktioniert.

Die Kritik am Zockerverhalten Einzelner und der männlichen Finanzmarkt-Kultur ist völlig berechtigt wie auch die Kritik daran, dass die Gier nach Boni für Risiken blind macht, Risiken, die auf die Gesellschaft verlagert werden und nicht von den Verantwortlichen getragen werden. Das ist alles richtig.

Nur diese Form, die Kritik nur auf Individuen zuzuspitzen, auf individuelle Boni-Geilheit und auf Männlichkeit, das geht an der Funktionslogik des Marktes vorbei. Frauen würden sich in den entsprechenden Positionen dieser Funktionslogik und den Zwängen des Marktes und des Geldes, immer weiter zu wachsen, auch nicht entziehen können. …

In den vergangenen Jahrzehnten wurden zweifelsohne große Gleichstellungsfortschritte gemacht. Die Geschlechterrollen- und Verhältnisse sind in Bewegung gekommen. Frauen haben Lebensmöglichkeiten, von denen ihre Großmütter nur geträumt haben. Aber die geschlechtsspezifische Arbeit ist bei weitem nicht geknackt. Zwar sind immer mehr Frauen in die Erwerbsarbeit reingekommen und somit gab es eine starke Flexibilisierung und Erweiterung von Frauenrollen. Aber Männer haben keineswegs in gleichem Ausmaß Versorgungsarbeiten übernommen. Weiterlesen »

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Gegenwind für neue Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 22. September 2009

Das Elterngeld hat viel bewirkt: Waren es früher gerade mal 1,8 Prozent aller Männer, die nach der Geburt ihres Kindes Elternzeit nahmen, sind es mittlerweile 18 Prozent. Allerdings nehmen diese meist nur die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen acht Wochen. Offenbar, weil sie sich nicht trauen.

Denn laut Umfragen würden viel mehr Männer gern länger zu Hause bleiben. Aber die aktuelle Krise, das geringere Gehalt ihrer Frauen und die massiven Vorurteile der Arbeitgeber, Eltern und Freunde, die ihnen entgegenschlagen, sind Gründe dagegen. Sönke Haase, Personalreferent eines Großkonzerns, bleibt fünf Monate daheim. Und hat am eigenen Leib erfahren, wie fest gefügt die Rollenbilder in unseren Köpfen noch sind.

Sendetermin frauTV, Donnerstag, 24. September 2009, 22.00 – 22.30 Uhr. Wiederholung, Montag, 28. September 2009, 11.30 – 12.00 Uhr.

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