der VAETER.blog

lebe deinen Traum!

Neues von der Wickelfront

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 8. Januar 2010

europeans

In Europa haben immer mehr Väter die Möglichkeit eine Babypause zu nehmen. Doch über die von der EU geplante Verlängerung der Elternzeit wird heftig diskutiert.

Diese Woche gibt es auf Europeans einen Filmbeitrag darüber, wie die europäische Kommission versucht den Rückgang der Geburtenraten aufzuhalten und ob die Mütter und Väter Kind und Job unter einen Hut bekommen.

Quelle

Abgelegt unter aktive Vaterschaft, Elternzeit, Politik | Keine Kommentare »

Zwei Meldungen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 7. Januar 2010

Die beiden Meldungen sind am Mittwoch und Donnerstag in der Rheinischen Post erschienen. Beide betreffen Väter. Die erste die Trennungsväter, die zweite alle. Ich frage mich ob denn eigentlich niemand etwas merkt. In den Beiträgen wird auf jeden Fall kein Zusammenhang hergestellt.

Mittwoch

Donnerstag

Abgelegt unter Vater bleiben | Keine Kommentare »

Lust am Vatersein wecken

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 7. Januar 2010

‚Männer sind für den Unterhalt zuständig, Frauen für die Kinder-Erziehung.’ Diese traditionellen Rollenbilder herrschen in Wolfsburg noch stärker als im Rest der Republik, dies hat eine Studie ergeben. Die Gleichstellungsbeauftragte Sabine Lehmberg möchte dieser Haltung mit einem neu gegründeten Väter-Netzwerk entgegenwirken.

„Es ist unser Ziel, die Lust am Vatersein zu wecken“, sagt Lehmberg. Festgestellt hat sie, dass ein Besuch in der Wölfi-Kurve des VfL Wolfsburg am Wochenende oder das Grillfest in der Kindertagesstätte für Väter feste Termine seien, wo hingegen sie Elternabende mieden.

„Mütter und Väter sind für die Entwicklung ihrer Kinder wichtige Begleiter. In einer Welt, in der die Berufstätigkeit beider Elternteile zur Selbstverständlichkeit geworden ist, müssen auch die Aufgaben in der Familie neu ausgehandelt werden“, fordert Lehmberg.

Für Mütter gibt es viele Angebote zum Austausch, für Väter fehlten bislang solche Gruppen. Der Bedarf sei da, so Lehmberg. Deshalb hat sie das Netzwerk ins Leben gerufen, finanziell gefördert wird das Projekt aus Mitteln der Wohlfühlstadt. „Vater sein in Wolfsburg – Väter aus unterschiedlichen Kulturkreisen tauschen sich aus“ – diesen Namen hat sich das Netzwerk gegeben.

Am Mittwoch, 27. Januar, um 19 Uhr findet in der Erziehungsberatungsstelle ein Infoabend für Väter aus verschiedenen Kulturkreisen statt.

Eingeladen sind alle Väter, mit und ohne Migrationsgeschichte, die Interesse an einer festen Gruppe zum gegenseitigen Austausch haben und mehr darüber erfahren wollen, wie sie ihre Kinder aktiver unterstützen können.

Ansprechpartner sind Maik Kaspar von der Erziehungsberatungsstelle, der selbst einen Sohn hat, und Suliman Ali vom Ausländerreferat, Vater von vier Kindern.

Quelle

Abgelegt unter aktive Vaterschaft, Väterbilder | 3 Kommentare »

Mutterlohn oder Herdprämie – eine Diskussion ohne Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 6. Januar 2010

Es ist einer der Streitpunkte innerhalb der schwarz-gelben Bundesregierung: das Betreuungsgeld für Kinder. Es soll an die Eltern ausgezahlt werden, die ihre Kinder nicht in eine Kindertagesstätte schicken. Ab 2013 monatlich 150 Euro pro Kind. So steht es im Koalitionsvertrag.

Gleichzeitig sollen die Plätze in den Kindertagesstätten der Republik massiv ausgebaut werden. Es handelt sich also bei dem Betreuungsgeld nicht um eine Wiedergutmachungsprämie für Eltern, die keinen Krippenplatz gefunden haben, sondern um eine Anerkennung der Erziehungsarbeit zu Hause. Sagen die Befürworter des Betreuungsgeldes.

Die Gegner nennen das Ganze schlicht „Herdprämie“, weil das Betreuungsgeld den Mythos von der Mutter nähre, die für die Erziehung am besten geeignet sei und damit tradierte Rollenbilder finanziert würden. Außerdem werde das Geld in bestimmten Schichten nicht den Kindern zugute kommen, sondern in Statussymbole oder Alkohol investiert. Weshalb es zum Beispiel Hartz IV Empfängern als Gutschein ausgezahlt werden solle.

Nach einer aktuellen Studie wäre das Betreuungsgeld ohnehin weitgehend wirkungslos, weil sich die meisten Mütter wegen der 150 Euro Zuschuss nicht anders verhalten würden. Allerdings schaffe das Betreuungsgeld für Familien mit niedrigem Einkommen womöglich einen Anreiz, ihre Kinder nicht in die neu geschaffenen Betreuungseinrichtungen zu schicken. Und damit wären diese Kinder – so die Kritiker des ganzen Vorhabens – von den für die kindliche Entwicklung so wichtigen sozialen Kontakten abgeschnitten.

Eine offene gesellschaftspolitische Debatte ist entbrannt: Wie und wo sollen unsere Kinder erzogen werden?

Studiogäste der HR2 Sendung kontrovers am 2. Januar waren:

Dorothee Bär, MdB, stv. Generalsekretärin der CSU, Vorsitzende der CDU-CSU Fraktionsarbeitsgruppe Jugend und Familie

Dr. Jörg Maywald, Geschäftsführer der deutschen Liga für das Kind in Familie und Gesellschaft

Die Sendung können Sie als podcast nachhören. Aber nicht darüber ärger, dass Väter bei dem Gespräch nur am Rande erwähnt werden.

Quelle

Abgelegt unter Kinderbetreuung, Politik, Radio | Keine Kommentare »

‚Liebe ist die Fantasie, …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 4. Januar 2010

dass der andere einem die Großartigkeit widerspiegeln möge, die man in sich selbst verspürt.’

Im Gespräch mit Andrea Seibel und Judith Luig äußert sich der Soziologe Gerhard Amendt in der heutigen Ausgabe der Welt über Männer, Frauen, Feminismus und Opferkategorien.

‚ … Die Welt: Was ist denn der Unterschied zwischen Feminismus und Frauenbewegung?

Amendt: Die Frauenbewegung stand für zweierlei: die Selbstermächtigung der Frau, die Amerikaner sprachen von Empowerment, und für die streitbare Veränderung der Beziehungen zwischen Männern und Frauen. Der Feminismus steht für das Gegenteil: Er ordnet alle Frauen irgendeiner Haupt- oder Unterkategorie von Opfern zu. Macht wird ihnen abgesprochen. Die Männer hingegen werden letztlich einer kollektiven Henkerkategorie zugerechnet. …

Die Welt: Was ist das größte Missverständnis zwischen Mann und Frau?

Amendt: Dass Männer meinen, sie müssten weiterhin die Frauen so versorgen, wie sie das menschheitsgeschichtlich getan haben. Und das größte Missverständnis der Frauen ist, wenn sie meinen, der Mann könne die Väterlichkeit nur dann sinnvoll entwickeln, wenn er sich so verhält, wie sie als Mutter sich verhalten. An diesen Missverständnissen reibt sich vieles. Untersuchungen zeigen, dass Männer Frauen nicht diskriminieren wollen, sondern meinen, sie müssten sie beschützen. Wenn Frauen heute durch die Bank als Opfer beschrieben werden, setzt das paradoxerweise die tradierte Versorgermentalität der Männer abermals in Bewegung. Eine Frau, die als Opfer auftritt, ruft einen Mann auf, ihr zu Hilfe zu eilen. Und das ist genau das, was Frauen nicht brauchen. …

Die Welt: Wie definieren Sie Liebe? Weiterlesen »

Abgelegt unter Frauen, Gender, Männer | 3 Kommentare »

Männer überschätzen ihr Leistungsvermögen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 3. Januar 2010

Männer sollten nach Einschätzung des Berliner Urologen Lothar Weißbach öfter mal einen Gang zurückschalten. «Männer laufen immer mit hochtourigem Motor durch die Gegend», sagt Weißbach im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp.

Viele überschätzten «ihre Gesundheit und ihr Leistungsvermögen vollkommen». Männer lebten risikoreicher, arbeiteten mehr und hätten eine Vorliebe für den ungesunden Genuss, fasst Weißbach zusammen. «Der Preis dafür ist ein Verlust an Lebensjahren», sagt der Mediziner.

Männer lebten im Schnitt 5,7 Jahre kürzer und hätten außerdem eine fünfmal höhere Selbstmordrate als Frauen. Als guten Vorsatz für das neue Jahr empfiehlt Weißbach ihnen deshalb, sich auch einmal eine Pause zu gönnen. Dabei sollten Bewegung und Sport nicht zu kurz kommen. «Als Mann sollten man sich auch für Aquagymnastik nicht zu schade sein», sagt der Urologe. Fest vornehmen sollten sich Männer darüber hinaus eine gesündere Ernährung. …

Frauen achteten hingegen mehr auf die Symptome ihres Körpers. «Außerdem sind sie ärztlichen Kontakt und Vorsorge gewöhnt», fügt Weißbach hinzu. Für Männer gebe es überspitzt formuliert, «zwischen Entbindung und Vorsorgeuntersuchung» keine ärztliche Zwischenetappe.

Quelle

Abgelegt unter Gesundheit, Männer | 1 Kommentar »

Männliche Identitäten – Psychoanalytische Erkundungen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 2. Januar 2010

Spätestens seit der Frauenbewegung in den 70er Jahren hat es viele Untersuchungen und Diskussionen über weibliche Identität und Sexualität gegeben. Erstaunlicherweise haben dagegen bis heute nur sehr wenige wissenschaftliche Studien nach der Männlichkeit und ihrer Krise gefragt.

Es wird häufig über männliche Gewalt, über Amokläufer oder über sexuelle Krisen gerätselt. Aber auch ganz ‚normale’ Schritte im männlichen Lebenslauf sind wenig erforscht: männliche Adoleszenz, männliche Rollen zwischen Beruf und Väterlichkeit, Wandel der Männer-Rolle im Alter. Welche Bedeutung hat dabei der gesellschaftliche Wandel, die Emanzipation von Frauen oder der demografische Wandel?

Erst in den letzten Jahren haben Psychoanalytiker und Sozialforscher Schritte unternommen, diese Forschungslücken zu schließen. Einige dieser empirischen und theoretischen Ansätze werden in dieser Sendung vorgestellt, um den Versuch zu machen, das männliche Ich besser zu verstehen.

Eine Produktion von Radio Bremen, am Mikrofon Thomas Kleinspehn. Die Sendung können Sie hier hören.

Quelle

Abgelegt unter Männer, Väterbilder | Keine Kommentare »

Mehr Geld soll Österreichs Väter in Karenz locken

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 30. Dezember 2009

Die Wiener Familien-Staatssekretärin Christine Marek (VP) ist zuversichtlich: Mittelfristig sei es ‚sehr realistisch’, dass 20 % der Väter in Karenz gehen, sagte sie am Montag. Die Steigerung wäre enorm, denn derzeit sind es gerade einmal 4 %.

Möglich machen soll diesen Anstieg vor allem eine Neuerung: das einkommensabhängige Kindergeld mit 80% des Letztverdienstes (höchstens 2000 Euro) – beziehbar auch rückwirkend für Geburten ab dem 1. Oktober 2009. Insgesamt gibt es jetzt fünf Varianten mit flexiblen Zuverdienstgrenzen. Damit Väter und Mütter den Überblick behalten, gibt es einen Online-Vergleichsrechner.

Der neue ‚Kindergeld – Rechner’ ist ein schneller, sehr effizienter Weg, um festzustellen, wie viel man monatlich dazuverdienen darf. Er ist sehr benutzerfreundlich. Es bedarf weniger Daten (wie z.B. das Jahresgehalt), und nach fünf Minuten ist klar, wie viel monatlich erwartet werden darf – vorausgesetzt, es gibt nur Einkünfte einer Art (etwa nur unselbständig oder nur selbständig).

Bei Mischformen wirft der Rechner nur die Jahres – Zuverdienstgrenze aus, bei der monatlichen Berechnung scheint er überfordert zu sein. Außerdem fragt er bei selbständigen Tätigkeiten und solchen aus Land- und Forstwirtschaft oder Gewerbe nach den vorgeschriebenen SV-Beiträgen.

Was der Rechner nicht verrät, ist die Tatsache, dass sich gegenüber 2008 Entscheidendes verändert hat: Wer die Zuverdienstgrenze in einem Monat überschreitet, muss nur mehr für diesen besagten Monat Karenzgeld zurückzahlen – nicht mehr, wie 2008, für das gesamte Jahr.

Quelle

Abgelegt unter aktive Vaterschaft, Elterngeld, Elternzeit | Keine Kommentare »

Keine Vater Morgana

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 29. Dezember 2009

‚Der moderne Papa nimmt Elternzeit, wickelt, kocht Brei und redet gern darüber wie Cem Özdemir. Aber nach ein paar Wochen ist er wieder verschwunden’, schreibt Jana Hensel in ihrer persönlichen Bilanz zum Jahresende ‚Vater Morgana‘ in der Zeit. Diese fällt meines Erachtens auch deshalb so negativ aus, weil dem Elterngeld das Potenzial zur Lösung aller offenen Fragen in Sachen Rollenaufteilung zugeschrieben werden, die Rahmenbedingungen weitgehend ausgeblendet und der individuelle Vater für die Väter an sich in Haftung genommen wird.

So heißt es unter anderem: ‚Über die Von-der-Leyen-Väter ist in den drei Jahren nach der Einführung des Elterngeldes am 1. Januar 2007 viel Gutes geschrieben worden. Väter, die nach der Geburt eine Auszeit nahmen und zu Hause blieben, waren die Stars der letzten Saison. Was aber ist aus ihnen geworden?

Die Fakten sind ernüchternd. … Die Elternzeit – Utopie ist abgestürzt wie eine Aktie, die an der Börse zu hoch gehandelt wurde. Die ehemalige Familienministerin und jetzige Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hat sich verspekuliert.’

Wenn ich im Bild bleibe, hat sich nicht die Emittentin der Aktie Elterngeld, sondern diejenigen, die allein auf diese Karte setzen geirrt. Hensel weiter

‚Denn nach der Elternzeit kehren die neuen Väter an ihre Arbeitsplätze zurück, als sei nichts gewesen. Für sie gilt: Nach der Elternzeit ist vor der Elternzeit. … Das Leben der Mütter unterdessen wurde binnen eines Jahres auf den Kopf gestellt. Während 55 Prozent von ihnen vor dem ersten Kind in Vollzeit beschäftigt waren, rutscht die Quote danach in den Keller. Nur 14 Prozent kehren in die Vollbeschäftigung zurück; nach zwei Kindern sind es nur noch 6 Prozent.’

Das was hier als Konsequenz bei den Müttern beschrieben wird, könnte ich genauso als Begründung für das Verhalten der Väter betrachten. Nur in einer Partnerschaft, wo auf Augenhöhe über das berufliche Engagement nach der Geburt des ersten und aller weiteren Kinder gesprochen wird und auch die Frau bereit ist nach kurzer Elternzeit in Vollzeit wieder arbeiten zu gehen, kann Mann und Vater ein ‚Risiko’ eingehen.

Ansonsten bleibt die Situation in der Tat so anachronistisch wie zuvor. ‚Papa bringt das Geld nach Hause und macht Karriere. Mama verdient dazu und kümmert sich um den Nachwuchs.’ An diesem Zustand kann nicht das neue Elterngeld sondern nur das tatsächliche Verhalten in der Partnerschaft etwas ändern.

Und zwar nicht nur symbolisch sondern real. Väter haben längst begriffen und zunehmend auch erfahren, dass Kindererziehung Spaß macht.

Die Realität ist aber auch, dass heute ein Einkommen für eine Familie mit Kindern in der Regel nicht ausreicht und die bestmögliche Lösung, kurze Vollzeit für beide, Mütter und Väter, mit den entsprechenden betrieblichen Regelungen zeitlich und räumlich flexibler Arbeitszeiten kaum existieren.

Stattdessen wird, insbesondere bei verantwortlichen Tätigkeiten und Führungsaufgaben in Unternehmen immer noch am Vollzeit Anwesenheitsdogma festgehalten Weiterlesen »

Abgelegt unter aktive Vaterschaft, Elternzeit, Rolllenbilder | 1 Kommentar »

Tübingens OB Palmer will in Elternzeit gehen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 28. Dezember 2009

Titelt der Reutlinger Generalanzeiger, und der ist näher dran am Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer als die Welt, die zu seinem Vorhaben, im kommenden Jahr in die Elternzeit zu gehen geschrieben hatte ‚ Joschkas Enkel müssen in Elternzeit’.

Als Politiker weiter voll berufstätig? Franziska Brantner und Boris Palmer wollen jeweils für zwei Monate die Elternzeit-Regelung nutzen, dann aber wieder in den Job einsteigen. Unser Bild zeigt die beiden im Herbst, nach Palmers Teilnahme beim Stadtlauf.

Foto Markus Niethammer

‚ … In nicht öffentlicher Sitzung hat der Rathaus-Chef den Gemeinderäten vor wenigen Tagen angekündigt, dass er im Herbst Pause macht, auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung wissen Bescheid. Im Juni und Juli, so die Verabredung, geht die Mutter in Elternzeit, im August macht die kleine Familie Urlaub, im September und Oktober verzichtet Palmer auf sein OB-Gehalt, bekommt dafür den gesetzlichen Höchstbetrag von 1 800 Euro monatlich und passt in Vollzeit auf den Nachwuchs auf. Danach wollen die Eltern die Kinder-Krippe im Europarat in Anspruch nehmen und wie zuvor weiter voll berufstätig sein. Allerdings, sagt der OB, werde er als Vater nicht mehr wie bisher »allzeit verfügbar« sein und wirklich jeden Termin selber wahrnehmen.

Palmer stellt klar: »Es gibt einen Rechtsanspruch auf Elternzeit.« Wer den Antrag formal genehmigen muss – Regierungspräsidium oder Gemeinderat – konnte bisher noch niemand sagen: Dafür ist der Fall zu einmalig. Vertreter für die Dauer seiner Abwesenheit im Tübinger Rathaus ist Finanz-Bürgermeister Michael Lucke.

Das junge Paar weiß, dass Spitzenkräfte in der Regel glauben, unentbehrlich zu sein. Doch beide sind anderer Ansicht und lassen durchblicken: Man kann nicht politisch für die Elternzeit eintreten und dann kneifen, wenn es akut wird. Palmer ist überzeugt: »Ein guter OB kann auch zwei Monate weg sein. Nur ein Schlechter muss jeden Tag hinterherkehren.«

Im Grunde schaffe die zweimonatige Auszeit auch keine andere Situation als eine längere Erkrankung eines Amts-Inhabers, betont der 37-Jährige. Außerdem, findet Brantner, gebe es ja inzwischen einige positive Beispiele von Firmenchefs, die ebenfalls eine Familienpause eingelegt haben.

Die Reaktionen auf die Neuigkeit sind sehr unterschiedlich, hat Brantner beobachtet. »Die Deutschen fragen meist, ‚wie willst du das schaffen?’ In anderen Ländern ist das viel akzeptierter.« Vor allem die französischen Kolleginnen finden offenbar, dass das Vorhaben der beiden Grünen-Politiker gar nichts Besonderes ist. …’

Ganz anders sehen das die LeserInnen der Welt. Auf die Frage: Sollten Politiker in Vaterschaftsurlaub gehen? antworteten nur 41% Ja, denn sie sollten genauso für ihre Kinder da sein wie andere Väter auch. Dagegen äußern 59% nein, wer in ein Amt gewählt wurde, darf es nicht im Stich lassen. Von Frauen im Amt wird es gar nicht gesprochen.

Quelle

Abgelegt unter aktive Vaterschaft, Elternzeit, Führung, good practice | Keine Kommentare »