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Der Kölner Prinz ist nicht aus Pappe …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 20. Januar 2010

mehr-spielraum-fuer-vaeter… sondern eben Vater geworden. Mitten in der Session ist der amtierende Kölner Karnevalsprinz Markus I. Vater geworden. Sohn Matteo kam am Dienstagabend in Köln zur Welt, wie das Festkomitee Kölner Karneval heute Morgen bekannt gab. Mutter Marion und das Neugeborene seien wohlauf, Prinz Markus Zehnpfennig überglücklich.

Trotz seiner karnevalistischen Verpflichtungen will sich der 37-jährige Szenegastronom zunächst vorrangig um seine Frau und das Neugeborene kümmern. Wie vorab vereinbart, zieht der Rest des Dreigestirns, Bauer Hubert und Jungfrau Martina, vorläufig zu zweit durch die Sitzungssäle. Der Prinz ist allerdings stets als Pappfigur dabei.

Da kann ich als Düsseldorfer nur sagen Hut ab, wenn der Kölner Karneval damit leben kann hat von jetzt ab auch kein Chef mehr eine Ausrede. Einfach eine Pappfigur ins Büro stellen und zuhause die wichtigen Aufgaben erledigen. Das ist allemal besser als andersherum.

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Die neue Ökonomie der Heirat

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 19. Januar 2010

Amerikanische Männer profitieren von einer Heirat, weil die Frauen besser ausgebildet sind und mehr Geld verdienen als sie selbst. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Pew Research Centers. Die Forscher verglichen Einkommen und Bildungsabschlüsse zwischen 1970 und heute.

In diesen 40 Jahren haben die amerikanischen Frauen die Männer sowohl bei Bildung als auch bei der Einkommensentwicklung überholt. Heute sind demnach mehr Männern mit Frauen verheiratet, deren Ausbildung besser und deren Einkommen höher ist als das der Männer.

„Aus ökonomischer Sicht haben diese Trends dazu beigetragen, dass sich die Geschlechterrollen umgekehrt haben, was den Zugewinn aus der Ehe angeht“, schreiben die beiden Autoren der Studie, Richard Fry und D’Vera Cohn. Früher hätten relativ wenig Frauen gearbeitet, so dass eine Heirat den ökonomischen Status der Frauen mehr gehoben habe als den Männer. In den vergangenen Jahrzehnten hätten dann jedoch zunehmend die Männer von einer Heirat profitiert.

Als einen Indikator für ihre These führen die Autoren das mittlere Haushaltseinkommen an, das zwischen 1970 und 2007 für verheiratete Männer sowie verheiratete Frauen und unverheiratete Frauen jeweils um rund 60 % gestiegen sei. Haushalte unverheirateter Männer hätten dagegen nur einen Anstieg von 16 % verzeichnet.

Da gerate ich glatt in Versuchung, die ketzerische Frage zu stellen wo die ‚bösen’ Arbeitgeber geblieben sind, die den gut qualifizierten Frauen bis zu 30 % weniger Geld zahlen. Das suggerieren ja die Zahlen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern. Und was mich natürlich auch noch interessiert ist, was sich außer dem monetären Zugewinn noch alles am Rollenverständnis ändert. Getreu des alten Satzes ‚das Sein bestimmt das Bewusstsein’.

Die komplette Studie gibt es auch als pdf Datei.

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‚60 Prozent der Väter nehmen nur 4 Monate Elternzeit’

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 18. Januar 2010

So lauten vermutlich die Schlagzeilen im Sommer des nächsten Jahres, wenn die heute von Bundesfamilienministerin Kristina Köhler in der Sitzung des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen angekündigten Pläne, das Elterngeld solle einfacher und flexibler werden, Wirklichkeit geworden sind.

Konkret sehen die Pläne ihres Ministerium für das Jahr 2010 vor, die Zahl der Partnermonate auszubauen, ‚um die Erziehungsleistung der Väter zu verbessern’. Schon jetzt nähmen 20 % der Väter die sogenannten Vätermonate in Anspruch, damit sei die gesellschaftlich kritische Schwelle überschritten, sagte Köhler.

‚Männer stehen nicht mehr unter dem Weichei – Verdacht, wenn sie sich um die Erziehung ihrer Kinder kümmern wollen.’ Die Ministerin kündigte darüber hinaus an, bürokratische Hürden beim Elterngeld abzubauen. Ferner ist geplant, auch das Teilelterngeld für Eltern auszubauen, die neben ihrer Teilzeitarbeit parallel Elterngeld beziehen möchten. Diese Verbesserungen sollen nach Aussage Köhlers 2011 Gesetz werden.

Diese Vorhaben sind zu begrüßen, da sie bereits lange bekannte Mängel des Gesetzes ausbügeln. Von der Durchsetzung einer paritätischen Aufteilung von Erziehungs- und Erwerbsleistung von Müttern und Vätern, also einer 8 plus 8 Lösung, sind die Pläne aber immer noch 4 Monate und eine halbe Ewigkeit entfernt.

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Familie darf nicht ein Privatproblem von Vätern und Müttern bleiben

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 17. Januar 2010

Professor Dr. Ulrich Mückenberger, der an der Universität Hamburg die Forschungsstelle Zeitpolitik leitet, erläutert im Interview mit dem Bulletin des Deutschen Jugendinstituts (DJI), ‚Experiment Familie. Der globale Wandel und die Folgen: Wie Mütter, Väter und Kinder den Alltag bewältigen’ vor welchen Herausforderungen eine neue gesellschaftliche Zeitpolitik steht und wie er die Bereitschaft der Politik einschätzt, sich diesen Herausforderungen zu stellen:

‚Welche Veränderungen sind aus zeitpolitischer Perspektive erforderlich?
Zeitpolitik setzt ganzheitlich bei den Lebenslagen der Menschen an. Thematisiert werden die strukturellen Merkmale des alltäglichen Lebens, die bei der bisherigen Vereinbarkeitspolitik außen vor bleiben. Alles ist in Deutschland darauf ausgerichtet, dass ein Familienmitglied tagsüber, zumindest halbtags, frei verfügbar ist. Eine Vollzeittätigkeit beider Eltern ist deshalb nur schwer zu realisieren. Die Kinderbetreuung stellt dabei das größte Problem dar: kurze Öffnungszeiten, mangelnde Flexibilität in der Lage der angebotenen Zeiten und unzureichende Qualität. Spätestens wenn das Kind in die Schule kommt, erweist sich, dass ganztägige Angebote fehlen. Und die Notwendigkeit, die Arbeitswelt zugunsten einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf umzugestalten, ist in Deutschland nicht ausreichend identifiziert.

Dank des technischen Fortschritts können einige Eltern arbeiten, wann und wo sie wollen. Das ist doch ein großer Vorteil für Familien.
Allerdings nur dann, wenn sich Arbeitszeit und -ort tatsächlich an den Bedürfnissen und Lebenslagen der Menschen orientieren. Die Flexibilisierung der Berufswelt folgt heutzutage aber meist einer streng betriebswirtschaftlichen Logik, die andere Gesellschaftsbereiche überschwemmt. …

… und in den Zeitlücken, die übrig bleiben, sollen Eltern dann maximale emotionale Profite in der Familie erwirtschaften.
Genau. Aber das kann nicht gelingen, denn Familienleben und Kindererziehung verlangen Empathie und lassen sich nur bedingt planen, schon gar nicht »bewirtschaften«. Stattdessen müsste die Familie den Takt im Alltag angeben. Denn ohne eine auch privat organisierte Fürsorge für andere kann eine Gesellschaft nicht bestehen.

Wie sieht eine familienfreundliche Arbeitswelt aus?
In Schweden haben nicht nur beide Elternteile den Anspruch darauf, weniger Zeit am Arbeitsplatz zu verbringen, solange ihre Kinder klein sind. Darüber hinaus wird ihnen gesetzlich zugesichert, dass sie später wieder Vollzeit arbeiten können. In Deutschland scheut sich die Politik bis heute, den Unternehmen solche verbindlichen gesetzlichen Auflagen zu machen. Unser Recht kennt zwar einen Teilzeitanspruch, aber nicht den Rückkehranspruch in Vollzeit. Wenn man Eltern zubilligen würde, ihre Arbeitszeit vorübergehend zu reduzieren, um später wieder mehr oder insgesamt länger zu arbeiten, wäre das Problem der Vereinbarkeit viel geringer. Das wäre im Übrigen auch vernünftig angesichts der steigenden Lebenserwartung.

Inwiefern?
Zeit ist nicht nur zwischen Frauen und Männern oder zwischen gesellschaftlichen Gruppen höchst ungleich verteilt, Weiterlesen »

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‚Vaterschaft im 21. Jahrhundert – haben auch Väter ein Vereinbarkeitsproblem?’

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 16. Januar 2010

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wissenschaft und Elternschaft“ referiert der Politikwissenschaftler Dr. Peter Döge vom Institut für anwendungsorientierte Innovations- und Zukunftsforschung in Berlin zum Thema „Vaterschaft im 21. Jahrhundert – Haben auch Väter ein Vereinbarkeitsproblem?“. Der Vortrag findet am 21. Januar um 16.00 Uhr im Raum E5.333 der Universität Paderborn statt.

Das Vereinbarkeitsproblem galt bisher – und gilt in einigen Köpfen leider noch immer – als „Frauenproblem“. Aktuelle Studien aber belegen, dass ein nicht unerheblicher Teil der bundesdeutschen Männer eine starke Familienorientierung aufweist und aktive(re) Väter sind bzw. sein möchten. 20% der Anträge auf Elterngeld wurden 2009 von Vätern gestellt, zwei Drittel dieser Väter gehen für zwei Monate in Elternzeit, obwohl Interesse an einer längeren Erwerbsunterbrechung besteht.

Vor diesem Hintergrund geht Peter Döge in seinem Vortrag der Frage nach, was auf betrieblicher und gesellschaftlicher Ebene getan werden kann, um die Familienorientierung von Männern weiter zu stärken. Im Anschluss an den Vortrag besteht im Rahmen einer Diskussion die Möglichkeit, eigene Ideen für die Etablierung väterfreundlicher Rahmenbedingungen an der Universität Paderborn einzubringen.

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Werdende Großväter gesucht

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 14. Januar 2010

Werden Sie bald Vater und haben Eltern, die noch berufstätig sind? Wenn ja, dann braucht eine Forschungsgruppe der Universitäten Zürich und Basel Ihre Unterstützung bzw. die Ihrer Eltern. Für eine Studie zum Übergang zur Großelternschaft such sie erwerbstätige Frauen und Männer, die in den nächsten Monaten zum ersten Mal Grosseltern werden.

Alle Studienteilnehmenden erhalten zwei Fragebögen zugeschickt, die sie bequem zu Hause beantworten können (Dauer je ca. 20 Min). Sie erhalten eine kleine Aufwandsentschädigung (15.- Euro) und können zusätzlich an einer Verlosung teilnehmen. Die Angaben werden vertraulich behandelt und anonymisiert ausgewertet.

Wenn Ihre Eltern Interesse haben könnten, an der Studie teilzunehmen, melden Sie sich unverbindlich bei uns. Wir freuen uns auch, wenn Sie diese Information auch an andere weiterleiten, der Interesse an einer Teilnahme haben könnte.

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Startschuss für die Veranstaltungsreihe ‚VäterVorBilder’

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 13. Januar 2010

Das Karlsruher Bündnis für Familie und die Handwerkskammer Karlsruhe laden am Freitag, 15. Januar, um 16 Uhr zur Eröffnung der Veranstaltungsreihe „VäterVorBilder – Männerkarrieren in Familie und Beruf“ in die Räume der Handwerkskammer ein.

Rund um die Fotoausstellung „VäterVorBilder“, die vom 15. bis 22. Januar in der Handwerkskammer und vom 25. bis zum 29. Januar in der Industrie- und Handelskammer zu sehen ist, finden Vorträge und Workshops zum Thema statt. Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg hat die Schirmherrschaft für die Reihe übernommen.

Neben Grußworten von Staatssekretär Richard Drautz aus dem Ministerium und von Bürgermeister Klaus Stapf für die Stadt Karlsruhe spricht Hans-Georg Nelles, Organisationsberater und Autor im Themenfeld „Väter und Vereinbarkeit von Familie und Beruf“.

Gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer engagiert sich die Handwerkskammer in zwei weiteren Veranstaltungen zu familienbewusster Personalpolitik, die sich direkt an Vertreter von Unternehmen und Personalverantwortliche richten: Am 20. Januar findet der Vortrag „Standortvorteil familienorientierte Personalpolitik“ und am 28. Januar der Workshop „Mit familienbewusster Personalpolitik erfolgreich“ statt. Weitere Informationen gibt es hier.

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Engagierte Väter an Hochschule gesucht

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 12. Januar 2010

Im Anschluss die Veranstaltung „Wissenschaftler und Vater?“ vom 10.11.2009 haben sich ein paar Männer bereit erklärt, gemeinsam mit der Stelle für Chancengleichheit von Frau und Mann zu überlegen, wie die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) in Zürich die Rahmenbedingungen für Leute mit Betreuungspflichten verbessern kann.

Es soll mit einer reinen Männergruppe gearbeite werden, da bisher das Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ vor allem und fälschlicherweise als „Frauenthema“ wahrgenommen worden ist. Die Beauftragten für Chancengleichheit sind überzeugt, dass sie durch eine  Zusammenarbeit mit engagierten Vätern weiterkommen im Thema „Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie.“ Wenn das gelingen sollte, würden davon auch die Wissenschaftlerinnen mit Familie profitieren.

Ein erstes Treffen findet am 1. Februar 2010 statt. Interessierte Väter sollen sich umgehend mit der Stelle für Chancengleichheit in Verbindung setzen. Eine Anmeldung ist erforderlich!

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Das ist (fast) Spitze: Jeder vierte Münchner Vater nimmt Elternzeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 11. Januar 2010

Das Elterngeld ist ein Renner – auch bei den Münchner Männern: 2009 hat jeder vierte Vater die staatlich geförderte Elternzeit beantragt. 16 984 Anträge auf Elterngeld sind im vergangenen Jahr in München bewilligt worden – das ist mehr als ein Drittel aller in ganz Oberbayern gestellten Anträge. Die Statistik des „Zentrums Bayern Familie und Soziales“ zeigt: Die Zahl der Väter, die von der 2007 eingeführten Regelung profitieren, steigt – nicht nur in Bayern.

14 200 Kinder kamen in München 2009 zur Welt. Nur, wenn sich beide Elternteile ums Kind kümmern, gibt es die Förderung 14 statt 12 Monate lang. 2007 stammten in der bayerischen Landeshauptstadt 11,4 % aller Anträge auf Elterngeld von Vätern, 2008 waren es 20,7 %, und im gerade zu Ende gegangenen Jahr 2009 waren bereits 24,2 % der Antragsteller männlich. Inzwischen kümmert sich also jeder vierte Münchner Vater eine Zeit lang ausschließlich um seinen Nachwuchs.

Auch beim Städtevergleich stehen die Münchner Männer gut da. Die Vergleichszahlen stammen aus dem dritten Quartal 2009 – und da lag die Quote der Anträge von Vätern in München bei 27,9 %. Nur in Dresden beantragten im Verhältnis mehr Männer Elterngeld – 31,7 %. Die wenigsten Väter wollten sich in Frankfurt am Main eine Auszeit fürs Kind nehmen, hier stammten 510 von 2334 Anträgen, also 21,9 %, von Männern.

Auch in vielen bayerischen Landkreisen bewegte sich die Zahl der Männer, die einen Antrag auf Babypause stellten, zwischen 23 und 29 %. So wollten in Garmisch-Partenkirchen 45 Männer Elterngeld, was 23,3 % aller Antragssteller entspricht. Im Landkreis Bad-Tölz/Wolfratshausen waren 25,3 % der Antragsteller männlich, in Starnberg sogar 29,3 %.

Die meisten Väter bleiben ihrem Job kurz fern. Bundesweit bleiben ca. 60 % aller Väter zwei Monate zu Hause, in München haben 74 % der Väter für zwei Monate Elterngeld bewilligt bekommen. Zwölf Monate lang seien 5,8 % der Männer mit Nachwuchs zu Hause geblieben. Im Schnitt war 2009 die Babypause der Münchner Väter 3,34 Monate lang. …

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‚Alte Rollenbilder belasten heutige Beziehungen’

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 10. Januar 2010

Die nach wie vor unausgewogene Aufgabenverteilung zwischen Mann und Frau bei Haushalt und Kinderbetreuung ist Hauptgrund für die Unzufriedenheit in Paarbeziehungen und sogar „Beziehungskiller Nummer eins“. Darauf wies der Wiener Theologe, Psychotherapeut und Geschlechterforscher Erich Lehner am Schlusstag der diesjährigen Pastoraltagung zum Thema „Beziehung leben zwischen Ideal und Wirklichkeit“ in Salzburg hin.

Das überkommene Beziehungsmodell, wonach der Mann Familienernährer, seine Partnerin Hausfrau und „Teilzeitzuarbeiterin“ ist, sei nach  wie vor „eingegraben in gesellschaftliche Strukturen“ und enge individuelle Lebensgestaltungsmöglichkeiten stark ein, so Lehner.  Diese Strukturen gelte es in Gesellschaft und Kirche zu überwinden,  um Beziehungen leichter glücken zu lassen.

Als veränderungshemmend zeigte der an der Universität Klagenfurt lehrende Geschlechterforscher etwa die vorfindliche Arbeitswelt auf,  die von „verfügbaren Männern“ ausgehe; ähnlich hemme, dass im Bereich der Bildung das Üben der Schulkinder in den familiären Bereich verwiesen werde, aber auch ein traditionelles Mutterbild, das die alleinige Versorgung der Kleinkinder durch die Mutter als  entscheidend für deren gesunde Entwicklung postuliere.

Studien  würden demgegenüber klar aufzeigen, dass die zusätzliche Präsenz des Vaters den Start eines Kindes ins Leben deutlich erleichtere. Wenn Mutter, Vater und Kind eine Dreiecksbeziehung („Triade“) ermöglicht werde, erlangten die Kinder eine höhere kognitive und soziale Kompetenz, erklärte Lehner.

Der Wissenschaftler zeigte anhand aktueller Studien auf, dass in  Österreich partnerschaftlich gestaltete Beziehungen im Sinne von „halbe-halbe“ eine „extrem seltene“ Lebensform darstellen. Die zwei Millionen österreichischen Paare teilen sich die Hausarbeit im  Durchschnitt wie folgt auf: Bei 57 % der Paare ist allein die  Frau zuständig, bei 28 % sind es beide Partner, in 12 % hilft der Frau eine dritte Person. Auch wenn beide Partner  voll berufstätig sind, ändert sich diese Verteilung nur unwesentlich  zugunsten der Frauen. Im Blick auf die Kinderbetreuung ist in 36 % der Paare die Mutter alleinverantwortlich, 54 % teilen  sich die Verantwortung – wobei Väter mehr spielen als sich um den  Haushalt zu kümmern.

Von den Frauen geäußerte Unzufriedenheit mit dieser  Aufgabenverteilung würden von ihren männlichen Partnern oft so lange „überhört“, bis die Frauen nur mehr in einer Trennung die Chance auf  Verbesserung sehen. „Die Männer sind oft erst dann  veränderungsbereit, wenn es schon zu spät ist“, sagte Lehner. Für das Gelingen von Partnerschaften seien Status, Sexappeal und sogar  Liebe weniger wichtig als Kompetenz bei der Konfliktlösungen und Stressbewältigung.

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