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Frauen und Männer unterscheiden sich in der sozialen Wahrnehmung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 18. Mai 2010

Wissenschaftler am Universitätsklinikum Tübingen haben Geschlechtsunterschiede in der sozialen Wahrnehmung untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Leistung von Frauen dramatisch von negativen Stereotypen, also „klischeehafte Verallgemeinerungen“ beeinflusst wird. Erstmals konnte damit die Wirkung stereotyper Aussagen auf Geschlechtsunterschiede in sozialer Kognition nachgewiesen werden.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz manipulierter stereotyper Aussagen geschlechtsspezifische Effekte auslösen kann. Eine positive Aussage verbessert das Abschneiden bei einer Aufgabe zur sozialen Wahrnehmung, während eine negative Information zu einer schlechteren Leistung führt.

Dieser Effekt ist bei Frauen stärker ausgeprägt. Dagegen lassen sich Männer durch negative Informationen nur wenig beeinflussen. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass Frauen auch in anderen Bereichen des alltäglichen Lebens durch klischeehafte negative Vorurteile, beispielweise im Hinblick auf Einparken, Durchsetzungsfähigkeit oder mathematisches Denken stärker beeinflusst werden als Männer.

In einer zweiten Studie konnte die Forschergruppe einen weiteren geschlechtsspezifischen Unterschied zeigen. Bei Frauen wird eine Gehirn-Region zur Bewertung von sozialen Wahrnehmungsinhalten deutlich früher als bei Männern aktiviert. Frauen erkennen somit sozial relevante Inhalte früher und benötigen daher weniger entsprechende Informationen als Männer, um soziale Situationen bewerten zu können. Demgegenüber konnten bei den für soziale Wahrnehmung selbst zuständigen Gehirnregionen keine Unterschiede festgestellt werden.

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Deutschland im Geburtentief

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 17. Mai 2010

Nicht nur das Mai Wetter wird durch anhaltende Tiefdruckgebiete dominiert. Nach einer kurzen Pressemeldung des statistischen Bundesamts, in der die bisherige Prognose der Geburtenzahlen für 2009 bestätigt wird, titelt Focus:

Elterngeld, Krippenausbau und Vätermonaten zum Trotz – Deutschland steckt in einem neuen Geburtentief. Während sich in anderen Industriestaaten Besserung abzeichnet, kamen hierzulande so wenige Kinder zur Welt wie seit Jahrzehnten nicht.

Die Bundesrepublik erreicht mit der niedrigsten Geburtenzahl seit dem Zweiten Weltkrieg einen neuen Negativrekord. Nach vorläufigen Ergebnissen kamen 2009 rund 651.000 Jungen und Mädchen lebend zur Welt. Das waren noch einmal rund 30.000 oder 3,6 % weniger als 2008.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder weist auf die gesunkene Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter hin und erklärt, dass die Zahl der Kinder pro Frau konstant geblieben sei. Diese ist aber mit durchschnittlich 1,38 Kindern pro Frau im internationalen Vergleich immer noch sehr niedrig. Und vor allem haben viele Staaten, die in der Vergangenheit ähnlich lagen, inzwischen deutlich aufgeholt. „Ausnahmen sind Österreich und Westdeutschland“, heißt es in einer Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock.

Muss also die Familienpolitik auf den Prüfstand, wie die in Düsseldorf erscheinende Rheinische Post fragt? Familienministerin Schröder bekennt sich zum weiteren Ausbau der Kleinkindbetreuung und betont: „Der Rechtsanspruch auf einen Kita – Platz wird kommen. Das Geld ist gut angelegt.“ Das hat die Stadt Zürich schon vor 10 Jahren mit der Studie ‚Volkswirtschaftlicher Nutzen von Kindertagesstätten‚ nachgewiesen. Demnach zahlt sich jeder in die Kinderbetreuung investierte Franken mindestens dreifach aus.

Aber hierzulande wird die Finanznot der öffentlichen Haushalte genutzt, um konservative Vorstellungen und Familienbilder wiederzubeleben und den ab 2013 vom Staat versprochenen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz in Frage zu stellen. Das ist die sicherste Methode, dem jetzt herrschenden Geburtentief weitere folgen zu lassen.

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Allein mit Papa

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 16. Mai 2010

So lautete der Titel des Films von Sylvia Koschewski, der am Sonntag, 16. Mai um 8:00 Uhr im MDR Fernsehen zu sehen war. Der Film begleitet drei Väter, die ihre Kinder aus den verschiedensten Gründen allein erziehen. Er erzählt vom täglichen Leben der Minifamilien, in denen die weibliche Seite fehlt und zeigt auf humorvolle Weise, wie diese Minifamilien Lebensfragen lösen.

Neben allein erziehenden Müttern gibt es auch immer mehr Väter, die sich allein um ein oder mehrere Kinder kümmern. Statistiken besagen, dass in Deutschland inzwischen fast 20 Prozent der Kinder nach der Trennung ihrer Eltern beim Vater leben – eine beachtliche Zahl.

Die Vater-Kind-Familien kämpfen – neben der für viele immer noch ungewöhnlichen Konstellation – gegen ähnliche Probleme wie die allein erziehenden Mütter auch: Sie müssen Arbeit, Kinder und Haushalt unter einen Hut bringen. Die Trauer über den Verlust des Partners schmerzt, die Scheidung belastet. Das Suchen einer neuen Partnerin gestaltet sich für Väter mit Kind noch viel schwieriger als für allein erziehende Mütter.

Dazu kommt: Viele stehen unter finanziellem Druck, denn es gibt bei weitem nicht nur Väter, die sich vor Unterhaltszahlungen drücken, sondern auch Mütter. Die meisten Väter haben keine Chance auf eine kindergerechte Arbeitszeit. Stress und Ärger sind vorprogrammiert. Und zu allem ist da die ungewöhnliche Rolle, die nicht selten von den Jugendämtern argwöhnisch betrachtet wird.

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Ein Gespenst in der Friedrich – Ebert – Stiftung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 15. Mai 2010

Dass die Fetzen fliegen, wurde von manchen im Vorfeld der Veranstaltung „Auf leisen Sohlen: Konservative Familien – und Geschlechterbilder auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft?“ befürchtet. Der Journalist und Autor Thomas Gesterkamp hat mit seiner Expertise: „Geschlechterkampf von rechts. Wie Männerrechtler und Familienfundamentalisten sich gegen das Feindbild Feminismus radikalisieren“ viel medialen Staub aufgewirbelt, vor allem auf den Kommentarseiten verschiedener Internetseiten.

Noch am Tag der Veranstaltung hatte Walter Hollstein in der Welt beklagt, dass Gesterkamp alle Männerrechtler in die braune Ecke stellen will. Und – wie immer – wurden auch Formfragen bemüht, weil das Ganze eher ein kurzer Aufriss sei, der den Normen einer Expertise nicht genüge. Inhaltliche Auseinandersetzungen oder Widerlegungen formulierte er dagegen nicht.

Da ich am vergangenen Mittwoch leider nicht in Berlin dabei sein konnte, greife ich auf den Bericht der Journalistin Magdalene Geisler in ihrem Blog magda zurück.

‚Das Feindbild Feminismus verstellt den Blick auf legitime Forderungen der Frauen und der Männer. Das sieht auch das gerade im Entstehen begriffene „Bundesforum Männer“, dessen Organisator, Jens Janson, im Podium saß. Er erklärte, dass Gender Mainstreaming zum Beispiel für ihn bedeutet, die Vereinbarungsproblematik nicht nur als Frauenfrage einzuordnen, sondern sie auch explizit für Männer zu stellen. Das aber ist nur möglich, wenn dialogisch – zum Beispiel mit dem Deutschen Frauenrat, deren Vertreterin Ulrike Helwerth da zustimmte – gearbeitet wird. …

Es gibt durchaus in der Männerbewegung kritische Kräfte, die Vernunft und Kooperation das Wort reden. So hat die Männerarbeit der EKD eindeutig und klar gegen den Geschlechterforscher Gerhardt Amendt Position bezogen, der alle Frauenhäuser als Orte des Hasses schließen wollte und das Leiden von Frauen mit Gewalterfahrung lächerlich machte. Die Männer der EKD distanzierten sich deutlich von den evangelikalen Strömungen in den eigenen Reihen.

Gibt es eine „braune Ecke“? Nein, aber es gibt Tendenzen. Ohnehin wird zunehmend konstatiert, dass manch rechtes Gedankengut eher der Mitte der Gesellschaft entspringt, als in Springerstiefeln herumrennt. Da liegt die Gefahr – auch in den Geschlechterauseinandersetzungen.

Flogen sie nun die Fetzen? Nicht wirklich. Allerdings gab es ein paar süffisante Anmerkungen, zum Beispiel fragte ein Teilnehmer sich und das Publikum, wie es möglich sei, dass fast alle Leserbriefschreiber zu politischen und wirtschaftlichen Themen männlich seien. Aber ansonsten hielt sich alles in Grenzen. …

Also es flog nichts. Hinter mir saß Heinz Olaf Henkel, der ehemalige BDI-Chef. Der schüttelte immer mal wieder den Kopf, aber zu Wort hat er sich nicht gemeldet. Er war glaube ich auch mehr männlicher Begleiter. … Es ist vieles in Bewegung. Die Männerbewegung sollte sich tänzerischer bewegen und nicht so brachial.

Wenn die Gesellschaft so ins Wanken gerät, wie in der Gegenwart, erschüttert das auch die Geschlechterverhältnisse und Schuldige werden gesucht. Besser wäre es, gemeinsam die Probleme zu schultern, aber ich sehe ein, dass dies eine zu versöhnliche – nette Forderung ist. Also – STREITEN: Ja. KLOPPEN: Nein.’

Was die Lösungsstrategie angeht, würde ich die Schwerpunkte ein wenig verschieben: Eine Auseinandersetzung um die neuen Geschlechterverhältnisse ist notwendig, wie sie aussehen, darüber muss sicherlich auch mal ‚heftiger’ gestritten werden, aber an einem geht kein Weg dran vorbei, eine zufriedenstellende Gestaltung ist nur gemeinsam und nicht gegeneinander möglich.

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Was Väter über die Elternzeit dachten

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 14. Mai 2010

Manchmal lohnt sich auch ein Blick auf ältere Umfragen, einerseits zeigen sie auf welches Stück des Weges schon zurückgelegt wurde und  andererseits machen sie den Blick auf das frei, was (immer) noch vor uns liegt.

Im Rahmen des Vatertagsbeitrags zur Elternzeit verweist die Rheinische Post auf eine Umfrage, die die Zeitschrift „Brigitte“ 2006 vor Inkrafttreten der neuen Elternzeit und Elterngeldregelungen in Auftrag gegeben hat:

  • Karriere-Männer – schlechte Väter? 37 % der Männer sagen: „Ein Mann, der nicht bereit ist, für seine Kinder beruflich zurückzustecken, ist ein schlechter Vater.“
  • Mehrheit für Elternzeit: 68 % der Männer könnten sich gut vorstellen, Elternzeit zu nehmen.
  • Vollzeit-Hausmann-Lösung: Fast drei von vier Männern könnten sich demnach auch gut vorstellen, als Vater und Hausmann ein Jahr komplett zu Hause zu bleiben.
  • Kind als Karriere-Killer: Allerdings glauben gleichzeitig 64 %, dass ein Mann, der Elternzeit nimmt, mit beruflichen Nachteilen rechnen muss.
  • Autoritätsverlust befürchtet: 31 % der Männer denken, dass ein Vorgesetzter, der wegen seiner Kinder nur bis nachmittags arbeitet, keine richtige Autorität mehr hat. Bei den über 55-Jährigen sind sogar 43 % der Ansicht, dass Teilzeitarbeit wegen der Kinder zu Autoritätsverlust führt.
  • Keine Lust auf Hausarbeit: Knapp ein Drittel der Männer sagt auch, dass sie sich gern um die Kinder kümmern würden – auf die Hausarbeit aber keine Lust hätten.
  • Klares Nein zur Elternzeit: Und immerhin 21 % würden auch dann keine Elternzeit nehmen, wenn die Frau mehr verdient und somit der Lebensunterhalt gesichert wäre.

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‚Väter sind flexibler’

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 13. Mai 2010

Hans Georg Nelles, Vater von drei Kindern, berät seit Jahren Unternehmen und coacht Väter. WDR.de sprach mit dem Düsseldorfer Sozialwissenschaftler über Vatertag, Perspektivwechsel in der Kindererziehung und sein Väterblog im Netz.

Hans Georg Nelles ist Sozialwissenschaftler. Seit fast 15 Jahren befasst sich der Düsseldorfer beruflich mit Vätern in Unternehmen. Er berät Arbeitgeber in der Frage, wie sie Fähigkeiten der Väter in Ihrem Betrieb erkennen, oder coacht Väter, wie sie ihre Elternzeit planen sollten. Außerdem schreibt der 53-Jährige seit vier Jahren ein Väterblog im Netz, in dem er bereits über tausend Beiträge zum Thema gesammelt hat.

WDR.de: Herr Nelles, ich unterstelle Ihnen mal, dass Sie von Vätern, die an Vatertag mit Bollerwagen und Bierfass ohne Kinder losziehen, nicht viel halten. Was machen Sie am Vatertag?

Hans Georg Nelles: Wenn Väter sich täglich Zeit für ihre Kinder nehmen und mit ihnen gemeinsam etwas unternehmen, dann dürfen sie auch – mindestens einmal im Jahr – etwas gemeinsam mit anderen Männern machen und meinetwegen auch mit dem Bollerwagen durch die Landschaft ziehen. Das finde ich allemal besser, als wenn es andersherum liefe. Meine Kinder sind ja schon etwas älter, ich werde das verlängerte Wochenende nutzen, um gemeinsam mit meiner Frau etwas für unsere Partnerschaft zu tun, wir fahren zum Wandern in die Pfalz.

WDR.de: Sich öffentlich als fürsorglicher Vater zu präsentieren, welchen Ruf hat das heute? Früher mussten Väter, die sich morgens allein mit Kind zeigten, ja fürchten, für arbeitslos gehalten zu werden.

Nelles: Als ich vor fast 26 Jahren mit unserer ältesten Tochter auf dem Spielplatz aufgetaucht bin, war ich in der Tat der einzige Vater. Da machen sich die Mütter schon ihre Gedanken, aber da kann Mann sich ja erklären. Heute sind es schon mehr Väter, die sich mit ihren Kindern auch vormittags zeigen. Das liegt daran, dass sie in Elternzeit sind oder aufgrund von flexiblen Arbeitszeiten gerade frei haben. Väter sind auf jeden Fall selbstbewusster geworden und wollen auch gemeinsam mit ihren Kindern gesehen werden.

WDR.de: Väterforscher sagen aber auch, dass Konflikte innerhalb der Familie programmiert sind, wenn Männer sich zuhause vermehrt in die Erziehung der Kinder einmischen.

Nelles: Ja, das ist ein ganz heikler Punkt. „Einmischen“, das umschreibt die Sichtweise vieler Mütter auf das, was da passiert, Weiterlesen »

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Electrolux-Studie beweist: Wir bleiben unseren Vorurteilen treu

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 12. Mai 2010

Nachdem die grün weiße Konkurrenz mit dem Thema Familienmanagerin seit Jahren punktet möchte sich jetzt auch Electrolux bei diesem Thema beliebt machen, beweist aber mit seiner ‚Studie‚ nur, dass man bzw. Frau seinen bzw. ihren Vorurteilen treu bleibt.

‚Frauen putzen doppelt soviel wie Männer’ heißt es da reißerisch und ‚5,5 h Freizeit investieren die Deutschen pro Woche ins Saubermachen’ und weiter: ‚Pünktlich zum Männertag am 13. Mai beweist eine aktuelle Untersuchung von Electrolux: Frauen, die in Partnerschaften leben, putzen täglich rund 19 min länger als in Partnerschaften lebende Männer. Verheiratete Frauen verbringen täglich sogar 44 min länger als Ehemänner mit Abwaschen, Wäschewaschen, Putzen, Staubsaugen und Bügeln. … Zum Vergleich: Nur 2 h 21 min verbringt die Nation wöchentlich im Durchschnitt mit Unterhaltung und Kultur sowie 4 h 21 min mit Lesen.’

Abgesehen davon, dass am Donnerstag Vatertag ist, werden hier wieder alle Register gezogen um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Im Haushalt sind mehr Aufgaben abzuarbeiten als die mit dem ‚nassen Tuch’, wo Frauen die Standards setzen und Männer in der Tat weniger ‚anzutreffen sind. Aber die Länge der Beschäftigung mit einer Aufgabe bestimmt noch nicht die Qualität des Ergebnisses. Dass es auch kürzer geht beweisen ja schließlich die ebenfalls befragten Singlefrauen:

‚Nur Single-Frauen stehen in Sachen Putzen besser da: Sie verwenden jeden Tag lediglich 5 min länger auf Haushaltstätigkeiten als Single-Männer.’

Des Weiteren ist die Haushaltsarbeit keine Freizeitbeschäftigung sondern im Gesamtpaket mit der Erwerbsarbeit zu betrachten. Wenn man die bezahlte Arbeit dazu nimmt, sieht der Vergleich ganz anders aus. Das zeigt Peter Döge in seiner Untersuchung, ‚Männer – Paschas oder Nestflüchtler? Zeitverwendung von Männern in der Bundesrepublik Deutschland’.

Was wichtig ist, dass die Aufgabenteilungen sich nicht aus einem traditionellen Muster einfach so ergeben, sondern Ergebnis einer bewussten Entscheidung und Absprache zwischen den Partnern sind. Wie diese Aushandlungsprozesse aussehen könnten, zeigt die Broschüre Fair-play-at-home aus der Schweiz.

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Männerrechtler sind nicht ‚rechts’

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 11. Mai 2010

In seinem Gastkommentar für die heutige Ausgabe der Welt sieht der Soziologe Walter Hollstein Feminismus-Kritiker unter Generalverdacht’ und fährt, einen Tag vor der Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung zu der Expertise von Thomas Gesterkamp. „Geschlechterkampf von rechts“ in Berlin, schwere Geschütze gegen die Arbeitsweise und die Thesen des Autors auf.

‚Angepriesen wird das Dokument von der Friedrich-Ebert-Stiftung als „Expertise“, das heißt zu Deutsch: wissenschaftliches Gutachten. Dessen Standards scheinen dem Autor aber gänzlich fremd zu sein. Weder belegt er, wie er im Einzelnen zu seinen Daten und Ergebnissen gekommen ist, noch legt er irgendwelche Auswahlprinzipien für seine Untersuchung vor.

Methodische Überlegungen hält er für überflüssig, und inhaltlich setzt er sich nicht einmal ansatzweise mit den Argumenten und Positionen der attackierten Publizisten, Wissenschaftler oder Institutionen auseinander. Stattdessen verunglimpft, denunziert und halbwahrheitet er. Dazu passt, dass an keiner Stelle definiert wird, was nun „rechts“ „rechts-extrem“ oder „rechter Geschlechterkampf“ eigentlich ist.

Besieht man sich genauer, was Gesterkamp da alles in einen angeblich braunen Sumpf wirft, sind das Autoren, Wissenschaftler und Institutionen, die Vorbehalte gegen den Feminismus geäußert haben. Das aber ist weder ein Sakrileg noch ein Angriff auf das Grundgesetz. Eine solche Kritik – in jeder Hinsicht ja legitim – mit dem perfiden Etikett „rechts“ zu versehen bedeutet nicht nur den öffentlichen Aufruf zu einem Denkverbot, sondern ist darüber hinaus auch eine gefährliche Verniedlichung des wirklichen Rechtsextremismus.’

Ich bin gespannt, wie die Diskussion am Mittwoch bei der Veranstaltung ‚Auf leisen Sohlen – Konservative Familien- und Geschlechterbilder auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft?’ in der FES läuft. Der Titel der Veranstaltung entschärft ja den der Expertise bereits.

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Zukunft? – NEIN DANKE

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 11. Mai 2010

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch schlägt vor, bei der Kinderbetreuung und der Bildung zu sparen, um den Haushalt zu konsolidieren. Die ersten Opfer einer verfehlten Steuerpolitik der Berliner Regierung sind also die Familien und konkret der Krippenausbau. Damit würde der Staat ausgerechnet dort ‚sparen’, wo er langfristig erhebliche Vorteile hat. Bei der Zukunft der Menschen in diesem Land. Wo die monetären Vorteile liegen, rechnet das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW) der Bundesregierung vor:

‚Im Jahr 2009 wurden rund 414.000 Kinder unter drei Jahren in Kindertagesstätten oder durch Kindertagespflege betreut. Auf dem „Krippengipfel“ 2007 beschloss die Politik, im Jahr 2013 750.000 Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen. Für die noch notwendigen 336.000 zusätzlichen Plätze entstünden jährliche Betriebskosten von rund 2,7 Milliarden Euro.

Diese Ausgaben lassen sich finanzieren: So sinken die Ausgaben für Kindergeld aufgrund der sinkenden Kinderzahlen deutlich. Ferner nimmt die Zahl der Schüler an allgemein bildenden Schulen in den kommenden zehn Jahren von 8,3 Millionen auf 7 Millionen ab. Bei Ausgaben von 5.400 Euro pro Schüler ergibt sich dadurch eine erhebliche Finanzierungsreserve.

Der Ausbau der Kinderbetreuung rentiert sich zudem für den Staat aus verschiedenen Gründen: Beide Elternteile können einem Job nachgehen. Dadurch kann dem künftigen Fachkräftemangel entgegen gewirkt werden – Extra-Steuereinnahmen sind die Folge. Nicht zuletzt profitieren besonders Kinder aus bildungsfernen Haushalten von der Förderung in Krippe und Kita. Hierdurch spart auch der Staat: Frühkindliche Förderung ist wirksamer und kosteneffizienter als teure Nachqualifizierungen von Jugendlichen und Erwachsenen.’

Die Vorgängerin von Ursula von der Leyen im Amt als Familienministerin, Renate Schmidt sagte dazu immer: Mein Aktiendepot kann mich nicht pflegen, wenn ich einmal darauf angewiesen sein sollte. Die konservative Politik, die Roland Koch mit seinen Vorschlägen stärken möchte, setzt hier auf die ‚Politik der Untätigkeit‘, die zu einer kontinuierlichen Abnahme der Geburtenate in Deutschland geführt hat .

Das Bild der traditionellen Familie kann man nicht dadurch aufpolieren, indem man die Möglichkeiten zur ‚Fremdbetreuung’ beschneidet. Damit schädigt er dem Kinderwunsch der überwiegenden Mehrheit der jungen Männer und Frauen, die sich nicht mehr zwischen Kindern und beruflicher Entwicklung entscheiden wollen, sondern voraussetzen, das beides möglich ist. Insofern sind die rückwärtsgewandten Vorstellungen des Herrn Koch eine Absage an die Zukunftsfähigkeit der CDU und eine Verhöhnung derjenigen, die sich auch in seiner Partei seit Jahren für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie einsetzen.

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Maskulisten und neue Väter Bewegung -wer diskriminiert hier eigentlich wen?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 11. Mai 2010

Darüber diskutiert die grüne Jugend, die Nachwuchsorganisation der Grünen, am 21. Mai auf ihrem Visionskongress ‚DEM MORGEN:GRÜN ENTGEGEN!’ in Göttingen.

Bei dem Visionskongress am Pfingstwochenende Wochenende werden 500 jungen Leute in über 40 Workshops, Diskussionen, Vorträgen hitzige Diskussionen über Grundfragen junggrüner Politik führen und Visionen für die Zukunft unserer Gesellschaft entwickeln.

In dem Ankündigungstext zu dem Workshop ‚ Maskulisten und neue Väter Bewegung -wer diskriminiert hier eigentlich wen?’, der am Freitagabend stattfindet heißt es:

‚Immer öfter trifft man auf Männer die sich in der Opferrolle sichtlich wohl fühlen. Wenn sie bemerken das man feministisch eingestellt ist bekommt man erst einmal zu hören, das Frauen länger Leben, öfter das Sorge-Recht für Kinder bekommen, die Quote Männer diskriminiert und kleine Jungen in der Grundschule wegen der vielen Lehrerinnen, keine Chance haben.

Wir wollen uns in diesem Workshop damit auseinander Setzten wo diese Bewegungen herkommen, was an der Kritik dran sein könnte und welche medialen Folgen sie haben.’

Referentin des Workshops ist Isolde Aigner, Redakteurin des feministischen Blatt’s ‚Wir Frauen’ und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Forschungsschwerpunkts Rechtsextremismus und Neonazismus an der FH Düsseldorf.

Die Herangehensweise klingt offener als die des Diskurses, den die Friedrich Ebert Stiftung mit der Expertise von Thomas Gesterkamp begonnen hat.

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