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The New Dad – Exploring Fatherhood within a Career Context

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 16. August 2010

Das Boston College for Work & Family hat die Studie ‘The New Dad – Exploring Fatherhood within a Career Context’ vorgelegt, in der zahlreiche neue Erkenntnisse darüber, wie Väter die Erwartungen der Arbeitswelt und ihre Vorstellungen von aktiver Vaterschaft zu vereinbaren suchen, offengelegt werden. Die Autoren bezeichnen sie als ‚stealth approaches’, also einer Vorgehensweise, die für Außenstehende nicht sichtbar wird.

Die wesentlichen Ergebnisse der Studie sind:

  • Most fathers in the study confirmed that their self-image at work increased in a positive way after having children, with many fathers reporting that their new role as parents had enhanced their reputation, credibility, and even career options.
  • Although new fathers felt supported by their bosses regarding work-life flexibility, most did not arrange formal flexible work arrangements as new mothers often do. Instead, these fathers used more informal, sometimes “stealth” approaches to balancing work and family issues.
  • In many cases the men were not prepared for how much work it can be to take care of a young child. They choose to spend time with their children, often at the expense of personal activities they previously enjoyed. Often their priorities changed to focus more on family and less on work. In some cases they adjusted their ambitions for professional advancement and career to take into account their new responsibilities and joys.
  • It is clear that after many years of struggle, women have earned legitimacy in both the home and work spheres. For the most part, moving from one sphere to another, or having a foot in each for some periods of time, is now considered both legitimate and commonplace. In terms of stay-at-home dads, however, men have not experienced a similar revolution in terms of their role in the home and family sphere.

Die Studie gibt es als pdf Dokument zum herunterladen.

Quelle

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Die Triumphküsse des Opapas

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 15. August 2010

Uly Foerster ist in guter Gesellschaft: Charly Chaplin, Clint Eastwood, Franz Beckenbauer und Rod Steward, alles Männer, die jenseits des erwarteten Durchschnittsalters Väter geworden sind. ‚Alte Väter’, wie Foerster sein Buch betitelt, in dem er vom Glück der späten Vaterschaft berichtet.

Er möchte sich dabei ausdrücklich von jenen Kollegen der schreibenden Zunft unterscheiden, die die Vätermonate nutzen, um über ihre Gefühle und Betroffenheiten zu berichten, nach dem Motto, ‚sie bekommt das Baby und ich die Krise’. Foerster setzt sich sehr offen und mit großem Humor und Selbstironie mit seinen Erfahrungen als ‚alter Vater’ auseinander.

Diese sind natürlich geprägt durch die Auseinandersetzung mit der Frage, möchte ich, kann ich und darf ich mit knapp 60 Jahren noch einmal Vater werden, kann ich der Verantwortung gerecht werden und was kommt alles auf mich zu?
Foerster konfrontiert den Leser auf den verschiedenen Etappen dieser, seiner persönlichen Lebensgeschichte mit seinen Klischees und Vorurteilen und eröffnet zahlreiche Gelegenheiten, diese humorvoll aufzulösen. Er beschreibt mehrfach Situationen, in den er Kinderwagen schiebend, alleine oder mit seiner Frau, wahlweise missmutig als Vater oder wohlwollend als Opa angesehen wird. Eine Studie in Deutschland stellte fest, das nur 10% der befragten Männer Erstväter über 55 in Ordnung finden, die Obergrenze des gerade noch akzeptierten liegt bei 50 Jahren.

Um die Verwirrung um den Opapa aufzulösen haben Foerster und seine Frau den ‚Triumphkuss’ erfunden, mit dem sie jegliche Zweifel spontan beseitigen. Diese lustvoll beschriebenen Szenen bieten den Hintergrund für die Auseinandersetzung zum Beispiel mit der Frage, wie gehen wir eigentlich mit dem Jugendwahn in unserer Gesellschaft angesichts einer alternden Bevölkerung um, einer Gesellschaft in der bald schon mehr Rollatoren als Kinderwagen abgesetzt werden. Weiterlesen »

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Liebevolle Väter reduzieren Stressanfälligkeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 14. August 2010

Wie stressanfällig ein Mann im Alltag ist, hängt von seiner Kindheitsbeziehung zum Vater ab: Je liebevoller es im Elternhaus zugegangen ist, desto weniger macht erwachsenen Männern später Stress etwas aus.

„Most studies on parenting focus on the relationship with the mother. But, as our study shows, fathers do play a unique and important role in the mental health of their children much later in life,“ Mallers said during a symposium focusing on social relationships and well-being.

Das hat jetzt eine Studie von Melanie Mallers, PhD, an der California State University-Fullerton belegt. Doch nicht nur herzliche Väter wirken sich auf die emotionale Stabilität der Söhne im Erwachsenenalter positiv aus.

Dasselbe gilt für fürsorgliche Mütter. Töchter profitieren ebenfalls von einer harmonischen Beziehung zu ihren Eltern, wie die Experten auf einer Psychologen-Tagung in den USA berichtet haben

Quelle

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Männergespräche mit Mona Lisa

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 13. August 2010

  • Wann ist ein Mann ein Mann?
  • Wie war der erste Kuss?
  • Was war der größte Fehler im Leben?

Das sind nur einige der Fragen, die Mona Lisa fünf Prominenten stellt: dem Star-Entertainer Udo Jürgens, dem Schauspieler und Drehbuchautor Dominic Raacke, Bayerns Umweltminister Markus Söder, dem „enfant terrible“ der Modeszene Harald Glööckler und dem frisch gebackenen Vater und MTV-Moderator Joachim Winterscheidt.

Fünf Männer aus ganz unterschiedlichen Bereichen sprechen in den „ML Mona Lisa-Männergesprächen“ offen über ihre Kindheit und die Eltern, über Pubertät und erste Liebe, über die Rolle der Frau, die Bedeutung von Freundschaft und über ihren Glauben. Die Antworten sind originell, heiter, ernst und oft überraschend.

Wer weiß schon, dass Markus Söder als Kind gerne Zoodirektor werden wollte? Doch sein Traum von diesem Beruf endete jäh, als er zum ersten Mal von einer Biene gestochen wurde. Dies habe zu „einer großen Zurückhaltung für diesen Berufswunsch geführt“. Außerdem verrät er, dass er immer ein Bild seiner verstorbenen Mutter in der Geldbörse bei sich trägt: „Ihr Tod war der verzweifeltste Moment, den ich bislang erlebt habe.“

Der international gefeierte Komponist und Sänger Udo Jürgens gesteht, dass seine erste Liebe tiefe Spuren bei ihm hinterlassen hat: „Das war der größte Schmerz, den man sich überhaupt nur vorstellen kann, und ich habe wirklich ernsthaft gedacht, ich werde sterben an gebrochenem Herzen.“ Heute bewundere er Frauen dafür, dass sie Kinder bekommen können: „Ich möchte nicht als Frau wiedergeboren werden. Ich wäre einer Geburt nicht gewachsen, ganz eindeutig.“

MTV-Moderator Joachim Winterscheidt erzählt, wie die Geburt seiner Tochter sein Leben auf den Kopf stellt und warum er sich mit 31 Jahren erst so richtig erwachsen fühlt. Weiterlesen »

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Unternehmensleitfaden für Väterbewusstsein

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 12. August 2010

Die Landesregierung in Rheinland-Pfalz setze sich seit vielen Jahren für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. „Frauen und Männer sollen Privatleben und beruflichen Alltag besser miteinander verbinden können“, erklärte Familienministerin Malu Dreyer heute in Mainz. Wichtige Voraussetzung dafür sei ein Klima, in dem eine familienbewusste Arbeitswelt selbstverständlich ist.

Dreyer hob hervor, dass das traditionelle Bild vom Mann als Haupternährer der Familie längst nicht mehr zutreffend sei. Dennoch stießen Arbeitsreduzierung, flexibleren Arbeitszeiten oder gar Telearbeit für Männer auf weitaus weniger Verständnis als bei Frauen.

„Doch eine familienfreundliche Personalpolitik in Unternehmen ist kein Luxus, sondern ein handfester Wettbewerbsvorteil im Werben um Fachkräfte“, unterstrich die Ministerin. Um Familienfreundlichkeit in Unternehmen zu fördern, ließ die Ministerin im vergangenen Jahr in einer Studie untersuchen, wie sich Familie und Beruf besonders für Männer besser vereinbaren lässt und welche guten Beispiele es bereits gibt, um eine gleichberechtigte Teilhabe am Familien- und Erwerbsleben für Väter zu ermöglichen.

Auf Grundlage der Studie hat das „Kompetenzzentrum Zukunftsfähige Arbeit“ in Mainz einen Videoclip mit Praxisbeispielen aus Unternehmen erstellt, die zeigen, wie und mit welchem nachhaltigen Erfolg, eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Väter realisiert werden kann. Weiterlesen »

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Doppelbelastungen stoppen Karrieren von Vätern und Müttern

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 12. August 2010

Doppelbelastungen in Familie und Beruf stellen für aktive Väter und Mütter nach wie vor eine entscheidende Karrierebremse dar. Jede Zweite Frau hat aus diesem Grund mindestens einmal ihre Karrierewünsche aufgeben oder ändern müssen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Bertelsmann Stiftung hervor.

In einer von der IGS Organisationsberatung durchgeführten Befragung von Vätern mit Führungsverantwortung antworteten auf die Frage ‚Haben Sie eine berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeit wegen Ihrer familiären Situation ausgeschlagen?’ 31% mit ja, 17% heben bereits mehrfach Karriereschritte wegen der absehbaren Unvereinbarkeit mit familiären Verpflichtungen ausgeschlagen.

Zwei Drittel der Bundesbürger sind davon überzeugt, dass es um die berufliche Chancengleichheit von Frau und Mann schlecht bestellt ist. Fast 90 % von ihnen sehen Frauen an erster Stelle durch Familie und Beruf benachteiligt. Mehr als zwei Drittel (71 %) glauben zudem, dass männliche Führungskräfte Frauen ausgrenzen. Die oft behauptete mangelnde Durchsetzungsfähigkeit von Frauen im Job scheint dagegen kein Thema zu sein. 80 % der Befragten halten sie für genauso durchsetzungsstark und 60 % sogar für gleichermaßen machtbewusst wie Männer.

Die Frage, ob die Trennungslinie zwischen Karriere und Benachteiligung nicht auch aktive Väter einschließt und so jegliche nachhaltige Veränderung von Unternehmenskulturen zu einem echten Familienbewusstsein und biografiegerechten Erwerbsverläufen verhindern wurde leider ausgeblendet. Weiterlesen »

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Welches Sorgerecht dient den Kindern?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 12. August 2010

Diese Frage wird am Freitag im SWR2 Forum diskutiert. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts Anfang August wurde als ein ‚Sieg der Väter’ gewertet. Bislang bekamen unverheiratete Väter ein Sorgerecht für ihre Kinder nur mit Einverständnis der Mütter zugesprochen. Jetzt muss eine Neuregelung her.

Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger möchte Mütter und Väter völlig gleichstellen. Die Väter sollen, sobald sie die Vaterschaft anerkennen, automatisch ein Sorgerecht bekommen. Doch wird aus diesem Sieg der Väter auch ein Sieg der Kinder? Ja, sagen die einen: Weil das Sorgerecht damit nicht mehr zur Waffe im Trennungsstreit werden kann. Andererseits: Dient es wirklich dem Wohl des Kindes, wenn eine Mutter bei jedem Arztbesuch und Schulwechsel des Kindes die Meinung des Vaters einholen muss – selbst wenn der vielleicht schon ganz woanders lebt?

In der Sendung diskutieren:

Moderation: Gábor Paál

Sendetermin: SWR2 Forum – Der Realitäts-Check – Freitag, 13. August 2010, 17.05 bis 17.50 Uhr

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Neue Väter Typen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 11. August 2010

Der Schweizer MamaBlog bringt 10 neue, zugegebenermaßen nicht ganz ernst gemeinte Vätertypen auf den Markt:

  1. Der perfekte Papi: Man erkennt ihn daran, dass er sich auf dem Spielplatz nicht scheut, auch eine dreifache Mutter mit wertvollen Stilltipps zu überschütten. …
  2. Der Vollzeitvater hat es irgendwie nicht geschafft, seine Daseinsform als coole Option zu etablieren. …
  3. Der Patchwork-Vater wird immer beim Vornamen gerufen, und wenn das Wort Vater fällt, dann meist in der Negation: «Du bist nicht mein Vater. …
  4. Der Scheidungs-Vater ist die am schnellsten wachsenede Gruppe von Vater. Und die schwierigste Daseinsform in Sachen Nachwuchs, weil das bevatern von Seiten der Mütter und des Staats massiv eingeschränkt, wenn nicht gar verboten wird. Scheidungsväter mutieren deshalb nicht selten zu bewegten Männern.
  5. Der späte Vater befindet sich heute in guter Gesellschaft und muss keine Angst mehr haben, dass er automatisch für Opa gehalten wird. …
  6. Den schwulen Vater entdecken meist nur Kenner. Denn auf dem Spielplatz trägt auch er keine Highheels. Er verrät sich, wenn er gerade mit zwei Müttern seine Agenda abgleicht. …
  7. Der entspannte Papi ist nicht zu verwechseln mit dem Hipster-Papa. Er ist nicht nur légère gekleidet, er ist locker drauf. Er nimmt alles, wie es kommt. …
  8. Der Politiker-Vater war früher mit dem Sonntags-Vater geichzusetzen. Doch seit Vatersein sich als imagefördernd herausgestellt hat, betonen Politiker bei jeder Gelegenheit, dass sie Vater sind. …
  9. Der Hipster-Dad trägt gern die gleiche Frisur wie Sohnemann und diesen so lässig auf der Hüfte, dass man sofort weiss: Das hat er sorgfältig einstudiert. Er ist nicht selten Journalist, Fotograf oder sonst was kreatives. …
  10. Der Sonntags-Vater liebt seine Kinder frisch gebadet, gewickelt und gefüttert. Damit er mehr Zeit für Quality-Time hat. Die gestaltet er gern so engagiert, dass es auch den  Kindern fast peinlich wird. …

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Vergesst Daddy nicht

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 11. August 2010

In seiner Kolumne setzt sich Andreas Theyssen, Leiter des Ressorts Politik der Financial Times Deutschland (FTD) in ungewohntem Ton mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Stärkung der väterlichen Sorgerechts auseinander:

‚Liebe Kinder, die netten Onkels aus Karlsruhe, die Bundesverfassungsrichter, haben Euch ein Geschenk gemacht. Ihr habt jetzt einen Papi. Wenn Eure Eltern nicht verheiratet waren und sich getrennt haben, dann durfte bislang nur Eure Mami entscheiden, in welcher Stadt Ihr lebt, in welchen Kindergarten, in welche Schule Ihr geht und häufig leider auch, wie oft Ihr Euren Papi sehen dürft. Das ist jetzt vorbei. Die Richter haben angeordnet, dass Ihr nun wieder beide Eltern habt. Die wohnen zwar nicht zusammen, aber kümmern sich künftig beide um Euch.

Das war die gute Nachricht. Und nun die schlechte. Leider zählt das nette Geschenk der netten Onkels aus Karlsruhe nicht viel. Es ist ein Geschenk aus Papier, und Papier, so wisst Ihr, hält nicht viel aus, wenn man damit spielt. So werden die allermeisten von Euch auch weiterhin keinen richtigen Papi haben. Und das hat viele Gründe.

So schlimm es ist, aber es gibt leider auch viele Papis, die nichts von ihren Kindern wissen wollen. Rund eine halbe Million von ihnen, und das ist wirklich viel, geben Euren Mamis nicht einmal Geld für Euch, damit sie was zu essen oder Spielsachen kaufen können. Es gibt Papis, die Eure Mami nur eine Nacht lang gekannt haben und danach von ihnen und Euch nichts mehr wissen wollen. Es gibt Papis, die nichts mehr von Euch wissen wollen, weil Ihr sie stört, wenn sie mit einer neuen, 20 Jahre jüngeren Frau ein anderes Leben anfangen wollen.

Es gibt aber auch Papis, die wollen für Euch da sein – aber die Mamis lassen sie nicht. Sie wollen nicht, dass die Papis Euch vom Kindergarten abholen, Euch bei den Hausaufgaben helfen oder Euch trösten, wenn das Mädchen, das Ihr so nett findet, nichts von Euch wissen will. Warum diese Mamis das tun, wissen sie oft selbst nicht. Aber solche Mamis gibt es. …’

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Karenz kann Karriere kosten

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 10. August 2010

Walter F. war auf einem guten Weg. Sein Arbeitgeber, ein Medienunternehmen, hatte ihm eben einen Führungskräftevertrag und damit mehr Gehalt angeboten. Doch dann traf F. eine für seine Laufbahn fatale Entscheidung: Er wurde Vater – und entschloss sich, in Karenz zu gehen.

Sein Aufstieg war damit zu Ende. Von einem Potenzialtraining wurde er ausgeschlossen, der in Aussicht gestellte Aufgabenbereich schrumpfte jäh – er sei nie als Führungskraft vorgesehen gewesen, hieß es plötzlich. Als F. trotzdem die Karenz antrat und auch die Gleichbehandlungsanwaltschaft einschaltete, eskalierte die Situation. Bei seiner Rückkehr war der Arbeitsplatz besetzt, der EDV-Zugang gesperrt. Letztlich bekam er die Kündigung.

Karriereknick, Abstellgleis, im Extremfall der Rauswurf – dieses Schema ist Sandra Konstatzky, Juristin bei der staatlichen Gleichbehandlungsanwaltschaft, die im Fall F. eine Diskriminierung feststellte, wohl vertraut. Immer wieder beschweren sich Väter, die im Job geschnitten werden, weil sie für ein paar Monate heim zu den Kindern wollen. Nach wie vor litten zwar vor allem Frauen unter derartiger Diskriminierung, weil diese öfter in Karenz gingen, sagt Konstatzky, „doch die Sanktionen der Arbeitgeber fallen bei Männern tendenziell schärfer aus“.

Karenzwillige Väter seien häufiger in den oberen Unternehmensetagen anzutreffen, meint die Anwältin – und stießen gerade dort auf besonderes Unverständnis ihrer Bosse. Freiwilliges Windelwechseln passe eben nicht zum Klischee des jungen, dynamischen Managers, für Väter sei die Paraderolle des rund um die Uhr arbeitenden Ernährers vorgesehen. Überdies liest Konstatzky aus den ihr bekannten Schikanen durch Firmenchefs eine Drohbotschaft heraus:

„Ihr Männer fangt nicht auch noch damit an, euch aus der Arbeit davonzustehlen.“

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